piwik no script img

Unterwegs mit der Deutschen BahnEndstation Hoffnung

Deutschland ist ein Staat, der keinen geregelten Bahnverkehr hinbekommt. Wie soll man ihm da die Bewältigung sonstiger Krisen unserer Zeit zutrauen?

I ch fahre viel Bahn. Sehr viel. Es gibt Wochen, wenn ich auf Lesetour bin, in denen ich jeden Tag fahre. Oder fahren muss. Und das Klischee stimmt: Es geht auf diesen Reisen so vieles schief, dass ich mich immer wieder unwillkürlich frage: Wenn dieser Staat nicht einmal einen geregelten Bahnverkehr hinkriegt – wie soll er Herausforderungen wie die Klimakrise, Vermögensungleichheit und den Aufstieg einer autoritären Partei bewältigen?

Ja, das ist überspitzt und übertrieben. Ich kann mir gleichzeitig nicht helfen, wenn ich wieder einmal nachts auf einem verlassenen Regiobahnhof lande, weil der Zug nicht kommt. Wenn ich drei Stunden früher losfahren muss, falls es wieder Verspätungen gibt, oder wenn ich im Zug nicht arbeiten kann, weil das WLAN nicht funktioniert oder ich keinen Sitzplatz habe. Nach dieser Woche, in der ich an vier Tagen über längere Strecken Regionalbahn gefahren bin, habe ich einmal gerechnet: Ich habe fünf Stunden Schlaf, zehn Stunden Arbeitszeit und schließlich 150 Euro verloren, weil eine Fahrt ausfiel und ich ein Taxi bezahlen musste.

Solche Beschwerden haben die Tendenz, selbstbezogen zu klingen, das verstehe ich gut. Und in einer Welt der Kriege und Krisen ist das in jeder Hinsicht eine privilegierte Sicht. In diesen Beschwerden steckt tatsächlich ein gehöriges Maß Genervtheit. Manchmal frage ich mich gleichzeitig, ob Menschen, die nicht oft Bahn fahren, eigentlich wissen, wie groß das Ausmaß dieser Probleme ist. Und ob die Dringlichkeit, inmitten einer Klima- und Energiekrise diese Probleme lösen zu müssen, wirklich bei den Ent­schei­de­r:in­nen in der Politik angekommen ist.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Ich bin immer froh, wenn Menschen erzählen, dass bei ihnen das Bahnfahren richtig gut geklappt hat, der Zug pünktlich, das Bordbistro offen und die Toilette sauber war. Das gibt mir ein bisschen Hoffnung, dass es ja doch irgendwie geht. Zumindest bis zur nächsten Bahnfahrt. Ein bisschen Hoffnung soll jetzt wohl auch der neue „Infraplan“ versprechen, den das Verkehrsministerium diese Woche vorstellt. Er soll, so heißt es darin, „Transparenz, Vertrauen und Verlässlichkeit in das System Schiene zurückbringen“.

Die Realität sieht vorerst so aus: Ich stand vor ein paar Tagen in einer Regionalbahn zwischen Karlsruhe und Stuttgart. In der App war bereits angezeigt: Mehrere Wagen fehlen. Ich dachte: Soll ich es wagen oder auf den IC warten? Ich hatte es schließlich gewagt – und gedacht: So schlimm kann es ja nicht werden. Das denke ich oft. Mein Gehirn trickst mich aus, damit ich es weiterhin für eine gute Idee halte, Bahn zu fahren.

Es fehlten dann in der Tat so einige Wagen. Es gab nur zwei. Wir Reisenden gaben jegliche Berührungsängste auf, Taschen und Koffer steckten irgendwo zwischen Beinen, Gesichter berührten sich, das Atmen wurde schwer. Eine Frau vor mir sagte „dieses Land kriegt wirklich gar nichts mehr hin“, eine andere Frau neben mir schüttelte unentwegt den Kopf und sagte „mein Bein tut weh“, ein Mann zwei Menschenreihen entfernt machte Witze und hellte die Stimmung auf. Es half sehr zu lächeln, ich spürte, wie ich dadurch entspannter wurde. An den nächsten Bahnhöfen versuchten sich weitere Menschen hineinzudrücken, die meisten gaben aber entnervt auf.

Ein anderes Mal saß ich im Bordbistro des ICE, da trat die Zugbegleiterin in den Gang, warf die Hände in die Luft und rief mit einem schweren Seufzer: „Es ist alles kaputt!“ Wir lachten über ihre liebenswerte Authentizität und machten es uns mit Snacks gemütlich. Überhaupt, die Bahnmitarbeitenden: Ihnen gebührt wirklich ein Preis, jeden Tag. Auch sie kommen spät nach Hause, auch ihnen wird Freizeit genommen, auch sie müssen Überstunden machen. Sie dürfen aber nicht, wie ich, genervt sein, sondern sie müssen höflich bleiben, sich die Wut der Reisenden anhören und dann noch versuchen, Lösungen für deren Probleme zu finden.

Vor einigen Wochen saß ich in einem ICE von Berlin nach Frankfurt, wieder mit stundenlanger Verspätung. Der Zugführer, der die Lautsprecheransagen machte, erklärte bei jedem ungeplanten Halten, was gerade los war, er gab freimütig zu, dass auch er nicht wisse, wann es weitergehe, und versprach, uns Reisende über alles zu informieren. Am Ende der Fahrt dankte er ausdrücklich seinen Kol­le­g:in­nen für ihre gute Arbeit und dafür, dass sie diesen ganzen Stress mitgemacht hatten. Und er sagte, dass er hoffe, dass die Mit­ar­bei­te­r:in­nen bald in den wohlverdienten Feierabend kämen. Als ich ausstieg, dankte ich ihm dafür, dass er sich so viel Mühe gegeben hatte, die Stimmung zu halten und allen, Mitarbeitenden und Mitfahrenden, so viel Wertschätzung geschenkt hat.

Das war toll – und sollte nicht notwendig sein. Die Bahn ist eine weitere jener Institutionen in Deutschland, an der seit Jahren gespart wurde und wird. Was rein volkswirtschaftlich schon keinen Sinn ergibt: Die Anzahl an Arbeitsstunden, die durch das Bahnchaos jedes Jahr verloren gehen, muss immens sein. Ziemlich sicher liegt sie weitaus höher als der Arbeitszeitverlust durch, zum Beispiel, die telefonische Krankschreibung, die die Bundesregierung beenden will – Ar­beit­neh­me­r:in­nen könnten ja betrügen! Die Prioritätensetzung in der aktuellen Politik ist manchmal erstaunlich.

Seit ein paar Tagen wird die Strecke zwischen Berlin und Hannover saniert. Fast eineinhalb Stunden länger braucht man nun, um diesen Weg mit der Bahn zu fahren. Eine Zugfahrt nach Köln oder Bonn kann so, je nachdem, wie viel Verspätung noch aus anderen Gründen dazukommt, schnell mal sieben, acht oder auch mehr Stunden dauern. Kann man da beruflich oder privat Vielreisenden wirklich noch verübeln, wieder über Inlandsflüge nachzudenken? Die Streckensperrung sollte ursprünglich 10 Monate dauern, jetzt sollen es doch mindestens 14 Monate werden. Solche Meldungen nimmt man kaum noch wahr.

Dabei ist Bahn fahren unheimlich schön. Ich habe so viele Geschichten von besonderen Momenten und Begegnungen in der Bahn, dass ich sie gar nicht zählen kann. Ich wünschte nur, sie wären irgendwann frei von Signalstörungen, Oberleitungsproblemen und völlig unerklärlichen Stopps. Bahn fahren in Deutschland: das Prinzip Hoffnung.

Gilda Sahebi

Gilda Sahebi

Ausgebildet als Ärztin und Politikwissenschaftlerin, dann den Weg in den Journalismus gefunden. Beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Medizin und Wissenschaft, Naher Osten.
Mehr zum Thema

55 Kommentare

  • Nansen

    Vor 3 Jahren kam ich mit dem TGV aus Lyon. In Frankreich lief alles problemlos. Warum auch nicht? Kurz hinter der deutschen Grenze hielt der Zug und der Zugbegleiter meldete sich über den Bordfunk: "Wie Sie sehen: Wir sind in Deutschland."

  • Demokrat

    Dies AG sollte endlich verstaatlicht werden.



    So machen sich nur die Vorstände die Taschen voll.

    • Astrid Sehnefeld

      @Demokrat:

      Die Bahn IST Staatsbesitz - aber in Form einer AG. Gut, das könnte man in eine Behörde umwandeln - außer rechtlichem Geplänkel sehe ich darin aber keine Verbesserung. Keine Brücke, keine Stammstrecke, kein Zug wird dadurch per Zauberei neu - und so wie der Staat gerade läuft, sehe ich auch keinen einzigen Indikator, warum die Bahn als Behörde besser laufen sollte, als als AG jetzt 🤷



      Die Bahn ist in einem dermaßen desolaten Zustand, dass es mindestens 20 oder 30 Jahre dauert, bis mal wieder Normalbetrieb herrscht.



      DANACH kann man das Netz erweitern.



      Alle die hier immer auf Japan oder Frankreich verweisen - diese Länder besitzen spezielle Fernverkehrsnetze, welche baulich vom restlichen Verkehr getrennt sind...



      Und: diese Netze sind nicht über Nacht oder in einem Kraftakt weniger Jahre entstanden, diese Netze wurden minutiös seit Mitte des letzten Jahrhunderts hochgezogen.



      Bis wir also in Deutschland Bahn fahren können wie in Frankreich oder Japan ist es 2080 bis 2100 - gesetzt den Fall, dass die Regierungen bis dahin konsequent der Bahn die Stange halten...

    • metalhead86

      @Demokrat:

      Wie wollen sie etwas verstaatlichen, dass sich zu 100% in Staatsbesitz befindet?

      • Nansen

        @metalhead86:

        Die Deutsche Bahn ist rechtlich zwar bereits zu 100 Prozent im Besitz des Staates, ist aber als Rechtsform eine AG.



        Verstaatlichung bedeutet:



        -Umwandlung der AG zurück in eine klassische Bundesbehörde oder eine öffentlich-rechtliche Anstalt.



        -engere Verknüpfung von Schienennetz und Fahrbetrieb ohne Renditevorgaben



        -Gemeinwohlorientierung statt Gewinnmaximierung

        Klingt doch sooo schlecht nicht oder?

        • metalhead86

          @Nansen:

          de.wikipedia.org/wiki/Verstaatlichung :



          "Verstaatlichung ist die Überführung von Privateigentum in Staatseigentum und/oder die Übertragung privater Aufgaben in staatliche Verantwortung."

          Bei der Deutschen Bahn AG handelt es sich um Eigentum, nicht um Aufgaben.

          • Nansen

            @metalhead86:

            Dort steht „und/oder“. Verstaatlichung ist also nicht nur die Überführung von Privateigentum in Staatseigentum, sondern auch die Übertragung privater Aufgaben in staatliche Verantwortung.



            Die DB AG ist Eigentum des Bundes und erfüllt zugleich Aufgaben. Der Bund hält die Anteile, die DB besitzt die Anlagen und betreibt das Bahnsystem. Es geht nicht nur darum, ob der Staat Eigentümer ist, sondern ob die Bahn wie ein privatrechtliches Unternehmen oder wie eine öffentliche Einrichtung organisiert und gesteuert wird.

            Wenn Sie „Verstaatlichung“ nur als Privateigentum wird Staatseigentum definieren, dann ist es bei der DB keine klassische Verstaatlichung. Dann müsste man präziser von „Rückführung in öffentlich-rechtliche Verantwortung“ sprechen. Der Sache nach ist es aber genau das, was ich beschrieben habe.

            Oder in Kurzform: Die Privatisierung der Bahn war nur eine formelle Privatisierung und diese Privatisierung soll rückabgewickelt werden.

  • Astrid Sehnefeld

    "Manchmal frage ich mich gleichzeitig, ob Menschen, die nicht oft Bahn fahren, eigentlich wissen, wie groß das Ausmaß dieser Probleme ist."



    Natürlich. Deshalb fahre ich ja nicht Bahn. Also ich habe gar keinen Bahnhof vor Ort, aber ich nutze auch nie beispielsweise den Zug zum Flug, obwohl die ja umsonst sind. Aber ich will nicht gestresst in den Urlaub starten oder ihn gar verpassen, nur weil die Bahn kein akzeptables Maß an Zuverlässigkeit hinbekommt.



    /



    "Und ob die Dringlichkeit, inmitten einer Klima- und Energiekrise diese Probleme lösen zu müssen, wirklich bei den Ent­schei­de­r:in­nen in der Politik angekommen ist."



    Soweit ich weiß fahren die Politiker alle Auto. Selbst die Bahnvorstände reisen regelmäßig zu Terminen mit dem Auto oder Flugzeug🤷



    Natürlich nur wegen der persönlichen Sicherheit, nicht wegen der Zuverlässigkeit... garantiert 😂🤞



    Wer freiwillig Bahn fährt hat entweder zu viel Zeit, ist Idealist oder einfach arm - das ist doch die Realität.



    Selbst wenn die Bahn jemals pünktlich und zuverlässig wäre, wäre da immer noch der 'Wohlfühlfaktor' - in Sachen Ruhe, Platz, Sauberkeit, Bequemlichkeit und persönliche Sicherheit schlägt das Auto den ÖPNV immer.

    • Nansen

      @Astrid Sehnefeld:

      Ich pendle täglich mit dem Zug. Seit 18 Jahren mit regulär 1h15min von Tür zu Tür.



      Ich hab einiges erlebt, aber weiß zu schätzen, nicht die gleiche Zeit im PKW verbringen zu müssen.



      Und nein, ich bin weder arm noch Idealist. Ich weiß die Bahnzeit zu nutzen: Entspannung, Kommunikation oder auch für Arbeit.

      • Astrid Sehnefeld

        @Nansen:

        Sie wohnen urban nehme ich an?



        Für urbane Gebiete ist der ÖPNV eine prima Sache, da will ich gar nichts sagen. Und in Ballungsräumen ist man mit dem ÖPNV wahrscheinlich auch schneller oder gleich schnell wie mit dem Auto.

        • Nansen

          @Astrid Sehnefeld:

          Nöp. Nicht urban. Der Arbeitsweg nach Steuererklärung beträgt 60km und mit dem Auto wäre ich unter jeweils optimalen Bedingungen immer 20min schneller.

  • Lindenberg

    Regionallzug von Hamburg nach Rostock am Wochenende. Jeder Sitz- §tehplatz besetzt. Kunden der Bahn stapeln sich regelrecht. Wünsche mir dass nur einmal ein Politiker diese nicht hinnehmbaren Zustände (dazu gehört auch rücksichtsloses brachiales lautes telefonieren) erleben würde. Verspätungen die Regel, weil sie sich im Pendelverkehr aufsummieren und Wartepausen eingelegt werden, um schnellere Züge vorbeizulassen. Als Zugabe müssen Hunderte Bahnkunden in Hamburg das Gleis wechseln weil derPendelzug aus Rostock auf einem anderen Gleis einfährt.Totales Chaos beginnt, weil Rolltreppen nicht funktionieren und der Bahnhof HH eh schon massiv überlastet ist. Hilfen für Alte und Behinderte keine. Währenddessen brausen Massen an PS-starken PKW aus dem ganzen Bundesland an dem Elend in den Regionalzügen vorbei zu den Urlaubsquatieren an der Ostsee, die sich ein Normalsterblicher nicht mehr leisten kann. Folge eine Klassengesellschaft, durch Missstände (Hohe Mieten auch auf dem Land, Ärztemangel, Gaststätten- und Geschäftesterben, mittlerweile in ganz MVP nicht mehr bezahlbare Restaurantbesuche) befeuert wird, was immer mehr Wut erzeugt, die bei der AFD ein Ventil findet.

    • Suryo

      @Lindenberg:

      Dieser RE ist nicht nur am Wochenende brechend voll und kommt auch nicht nur dann zu spät. Und nun stellen Sie sich mal vor, Sie seien Pendler und müssten den Zug jeden Tag zwei Mal nutzen.

  • FtznFrtz

    Ich fahre grundsätzlich sehr gerne Bahn, die Alternative, ein eigenes Auto, ist immer noch keine wirklich attraktive.



    Trotzdem Note 5- für die Bahn, die hier im Rhein-Main-Gebiet, bei allem was bei anderen Gesellschaften des RMV so schief läuft (genannt sei hier vor allem die ESWE in Wiesbaden als besonders negativ herausstechend) das klägliche Schlusslicht bildet. Ausfälle, Verspätungen sind der Normalzustand, eine pünktlich fahrende, pünktlich ankommende Bahn sind ein Riss im Raum-Zeit-Kontinuum, der Angst macht. Im Ferneverkehr läuft es wohl nicht ganz so abgrundtief mies, neulich im ICE von Frankfurt nach Hamburg: eingestiegen, die Bahn fuhr völlig reibungslos, pünktlich, alle Bahnhöfe, ich dachte: wo hängt die versteckte Kamera? Dann, eine halbe Stunde vor Hamburg: Triebwerksstörung, Gelegenheit zum Qualmen für die Raucher, nach 45 Minuten ging es weiter, am Ende eine halbe Stunde Verspätung, war irgendwie beruhigend, die Bahn-Welt war wieder im Lot.

  • Olaf Steffens

    "Eine Zugfahrt nach Köln oder Bonn kann so, je nachdem, wie viel Verspätung noch aus anderen Gründen dazukommt, schnell mal sieben, acht oder auch mehr Stunden dauern. Kann man da beruflich oder privat Vielreisenden wirklich noch verübeln, wieder über Inlandsflüge nachzudenken?"

    Über Inlandsflüge sollte man überhaupt nicht nachdenken. Warum wären 7 oder 8 Stunden von Berlin nach Köln so schlimm?



    Kaffee trinken unterwegs, Buch mitnehmen, rausgucken, Musik hören - irgendwann ist man halt da. Das Leben geht weiter, auch wenn die Reise länger dauert.

    • metalhead86

      @Olaf Steffens:

      Wenn ich für meinen Wochenendausflug zwei Urlaubstage nehmen muss zur (planmäßigen!) An- und Abreise dann werden diese Stunden relevant. So viele hab ich davon dann auch nicht.

    • MK

      @Olaf Steffens:

      Richtig ärgerlich wird es bei der Bahn, wenn man aus dem Zug raus muss, z.B. bei einer spontanen Streckenunterbrechung.



      Dann steht man dann ohne Information im Nirgendwo. Bei 40 Grad im nichtvorhandenen Schatten oder bei Minusgraden. Vielleicht kommen ein oder zwei SEV-Busse für einen vollen ICE. Für Familien und Gebrechliche keine sinnvolle Weiterreisemöglichkeit.



      Die Bahn muss hier endlich eine Verantwortung für die Reise vom Start bis zum Ziel übernehmen. Ständige Kommunikation was ist und wie es weiter geht wäre ein erster Schritt. Und dann: Kümmerer, die sich um Taxi, Hotel o.ä. kümmern. Für jeden Passagier.

      • Vigoleis

        @MK:

        Woran es der Bahn nie mangelt, sind: "Grund für die Verspätung ist...", sinnlose Durchsagen, mit denen keiner etwas anfangen kann, der einfach nur wissen will, wie es weitergeht.



        "Wir bitten um Entschuldigung", sagte die KI-Stimme noch.

    • Suryo

      @Olaf Steffens:

      Mit der Begründung könnte man dann auch gleich wieder Postkutschen einführen.

      Es gibt Gründe, warum Menschen ihre Zeit planen möchten.

  • Comerade Aardvark

    Ich spüre jedes Wort. Und trotz allem habe ich heute die Rechnung für das nächste Jahr Bahncard bezahlt.



    Allerdings ist es die letzten Jahre nur noch die BC25, auch da ein schleichender Niedergang.

  • Sole Mio

    Es ist so, das kann ich leider bestätigen:

    Kürzlich hatte ich gesehen dass mein Zubringerzug (ICE) die letzten Wochen eine Unpünktlichkeit von über 80% auf Grund von Baustellen hat. Da ich nur 9min Umstiegszeit habe wollte ich einen früheren Zug nehmen. Am Telefon wurde mir gesagt, das geht vorab nicht. Auch wenn’s ziemlich klar ist, dass ich dann den TGV nicht erreiche. Ich fragte, weshalb sie dann überhaupt diese Kombination anbieten, wenn klar ist dass es zu 80% nicht funktionieren wird. Antwort: es könnte doch auch mit 20% Wahrscheinlichkeit klappen.

    Kürzlich sah ich am Tag vor der Fahrt, in der App, dass exakt 10 Waggons fehlen, darunter meiner. Also bei der DB angerufen. Antwort das ist nicht möglich, es ist alles wie geplant. Am Reisetag fehlten dann die 10 Wagen, aus nicht „vorhersehbaren Gründen“. Also 6h im überfüllten Zug ohne Sitzplatz mit überlaufenden Toiletten.

    Das persönliche „Highlight“:



    Wollte mit dem Zug nach Frankreich, über Österreich und die Schweiz. Lt. App ist diese fahrbar, man sieht jedoch keinen Preis.



    Ich hätte 2x30km fahren müssen um einen Preis zu bekommen. Den gibts nur persönlich im DB Reisebüro. Nicht p. TEL und nicht am Videoschalter.

    • Suryo

      @Sole Mio:

      Das Problem kenne ich. Ich würde ja gerne mal mit dem Zug von Norddeutschland nach Südfrankreich oder Spanien fahren. Aber wenn ich nach mehreren Stunden Fahrt in der DB in Mannheim nur sechs Minuten Umstiegzeit habe, weiß ich, dass ich mir gleich in Mannheim ein Hotelzimmer buchen muss….

  • guzman

    Als lebenslanger Bahnfahrer (keinen Führerschein gemacht) kann ich natürlich ein Liedchen singen vom Niedergang. Was zur Zeit an Bahnbashing geschieht, halte ich allerdings für kontraproduktiv. Ich fürchte, dass die Folge dieses zum Teil recht undifferenzierten Niedermachens sein wird, dass der unbestreitbare Vorteil des deutschen Bahnwesens, das flächendeckende Netz mit Erreichbarkeit der allermeisten Gegenden, Schaden nehmen wird. Um die Schnellverbindungen zwischen den Metropolen zu fördern und pünktlicher zu machen, wird die Erreichbarkeit von Mittel- und Kleinstädten geopfert. Das geht ja schon los, die ICs mit dem alten D-Zug Tempo (meiner Ansicht nach völlig ausreichend) und vielen sinnvollen Haltepunkten werden jetzt schon massiv eingedampft (siehe hier: de.wikipedia.org/w...ien_(Deutschland)).



    Ein inzwischen schon 10 Alter, aber weiterhin sehr lesenswerter Artikel auf ‚Zukunft Mobilität‘ benennt die Problematik außerordentlich gut:

    „Hochgeschwindigkeitszüge zerstören das europäische Bahnnetz“

    www.zukunft-mobili...haftlicher-nutzen/

  • Janix

    Wie Mandami sich sofort auf die Schlaglöcher stürzte, kann es links-progressiver Ansatz sein, die Verwahrlosung öffentlicher Güter über Jahrzehnte beharrlich anzugehen und umzudrehen (Es wird immer noch lange dauern).



    Wir brauchen keine weitere Auto-Million auf den teuer unterhaltenen Straßen, wir brauchen die Grundversorgung: Bahnen, Busse & Co. für quasi alle in allen Altersgruppen.

    Ich hätte auch gerne wieder den guten Stolz, den auf 'deutsche' Pünktlichkeit und die deutsche Bahn. Auch dies ein Antidot zu dem Vitriol von Rechtsaußen.

    PS: Die Bahn ist immerhin nutzbare Zeit und umweltfreundlicher - bei Auto, Flug hätte ich bei beidem große Zweifel.

    • Vigoleis

      @Janix:

      Sie haben in allem Recht.



      Allerdings keine Hoffnung kann ich Ihnen machen in Bezug auf das Vorankommen der "Verkehrswende" unter linken Regierungen. Nicht, dass ich denen den guten Willen abspreche, aber die Erfahrung lehrt, dass auch unter den bisher real existierenden linken oder linksbeteiligten Landes- oder auch Bundesregierungen außer Luftschlösserbauen nichts passiert ist. Die Gelegenheit wäre da gewesen (z.B. über Jahre in Berlin oder MeckPomm), den (Aus-)bau von Nahverkehrsstrecken beschleunigt(!) voranzutreiben oder hier und da wenigstens mal eine Taktverdichtung zu gewähren.



      Bahnverkehr auszubauen bedeutet auch, dass ggf. in das persönliche Nahfeld von Bürgern eingegriffen werden muss, was in der Natur der Sache liegt. Wie man am Bsp. der notwendigen Neubaustrecke Hannover-Hamburg sehen kann, ist auch dieses Projekt landes- und regionalpolitisch so lange wie möglich ver- und behindert worden. Der jetzt beschlossene Bau wird Jahrzehnte dauern.



      Die einen sperren sich gegen jeden qualitativen und quantitativen Ausbau, die anderen bevorzugen sinnlos teure Prestige- und Großprojekte. So kommen wir nicht weiter.

    • Machiavelli

      @Janix:

      "brauchen die Grundversorgung: Bahnen, Busse & Co. für quasi alle in allen Altersgruppen." Schon jetzt fehlt es massiv an Fahrern, Bahnbbauprojekte leiden an einem Mangel an Fachkräften. Selbst den Status quo aufrechterhalten wird ein Ding der Unmöglichkeit.

      • sociajizzm

        @Machiavelli:

        Möglichkeiten gibt es, Wille und Mut fehlen.

        • Machiavelli

          @sociajizzm:

          Es fehlen vorallem Menschen.

  • Herma Huhn

    In Deutschland gibt es seit Jahrzehnten keinen Plan, was die Bahn eigentlich leisten soll.



    Schnellen und pünktlichen Fernverkehr?



    Günstigen und flächendeckenden Regionalverkehr?



    Leisen und effektiven Güterverkehr?



    Diese drei Säulen sollen am besten gleichzeitig bedient werden obwohl sie sich gegenseitig im Weg stehen. Jedes ausländische Beispiel von gut funktionierendem Bahnverkehr zeigt eine klare Priorisierung einer dieser drei Säulen. Und genau diese Säule funktioniert dann auch.



    Wenn diese Priorisierung aber die geringste Einschränkung für die nicht priorisierten Bereiche bedeutet, hat die Veränderung in Deutschland keine Chance. Weswegen gerade alle drei Säulen nur rudimentär funktionieren.

    • Janix

      @Herma Huhn:

      Zum Güterverkehr muss mensch schon ergänzen, dass der politisch kaputtgemacht wurde: die Bahn musste z.B. zum Gewinnerzielen ganze Bahnhofsflächen und Weichen stilllegen und zu Geld machen. Nötige Umfahrungsstrecken für Metropolregionen kamen nie, sondern bestehende Strecken wurden sogar ausradiert.

      Was jedenfalls nicht mehr priorisiert werden sollte, ist das finanzielle Wohlergehen der Piechs/Porsches und Quandts/Klattens, der teure Auto/Lkw-Verkehr. Der hat einiges auf dem Gewissen.

  • Dr. McSchreck

    Es gibt den Satz "bevor du die Welt retten willst, räum erst mal dein Zimmer auf" - der auch hier passt.

    Daran hätten sich die letzten Regierungen mal halten sollen, das heißt im kleinen lernen, wie man plant, organisiert, umsetzt - und das dann aufs Größere übertragen. Stattdessen ist man durch die Welt gereist und hat Ratschläge erteilt - und die Hausaufgaben lieber liegen lassn.

  • Thomas Walbaum

    Im Juni 2025 und im Juni 2026 bin ich mit dem interrail Ticket in Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal bzw. Österreich, Slowenien, Slowakei, Polen und Tschechien mit der Bahn gefahren ohne nennenswerte Verspätungen in sauberen Zügen ( Österreich besonders hervorzuheben ) oder sehr günstigen Regionalzügen ( Slowakei, wo auch die kleinsten Orte einen Bahnhof haben ).



    Schon auf der Rückfahrt nach Hause bleib der ICE zwischen Frankfurt Hbf. und Flughafen liegen! Es bleiben nur zwei Möglichkeiten: AUSWANDERN oder Umsteigen auf Auto oder Bus.

    • guzman

      @Thomas Walbaum:

      Ganz großer Nachteil in Spanien und auch Frankreich ist das erbärmliche dünne Streckennetz. Versuch mal von San Sebastian nach Bilbao zu kommen…



      Außerdem ist die Reservierungspflicht in beiden Ländern die Hölle. Besonders in Spanien, wo du nie sicher sein kannst überhaupt einen Platz zu bekommen, da man da nur wenige Tage für eine Reservierung hat. Das macht nicht nur spontanes Reisen praktisch unmöglich, auch frühzeitiges Buchen geht nicht.



      Außerdem, auf den paar Schnellstrecken zwischen den Metropolen bist du flott unterwegs, der Rest ist mehr oder weniger abgehängt.



      Bei aller berechtigten Kritik am deutschen Bahnwesen. Hier kommt man früher oder später fast überall hin und zwar unversehrt, wenn mal die Zustände auf den Straßen in den Vergleich mit einbezieht.

      • Suryo

        @guzman:

        Sicherlich ist das Netz der “normalen” Bahn in Spanien deutlich schlechter, aber immerhin gibt es in Spanien auch ein sehr dichtes Netz von Überlandbussen. Mal davon abgesehen, dass die Bevölkerungsdichte in einigen Regionen der von Lappland entspricht.



        Wenn man aber zB von Madrid nach Málaga will, dann ist der AVE oder Iryo günstiger und schneller als das Flugzeug. In Deutschland ist das Flugzeug zwischen Berlin und Köln zwar auch teurer als mit der Bahn, und natürlich muss man auch hier noch die Zeiten für die Reisen zum und vom Flughafen, für Checkin usw zur Flugzeit addieren, aber dafür kann man wenigstens halbwegs sicher sein, rechtzeitig zu einem Termin in der anderen Stadt zu sein.

        Davon abgesehen, sind die wirklichen Leidtragenden der zuverlässigen Unzuverlässigkeit der DB ja nicht irgendwelche Touristen, sondern Pendler. Derzeit verzweifeln zB sehr viele Menschen aus Schwerin, die in Hamburg arbeiten, daran, dass sie nie wissen, ob sie nicht mal wieder vier oder mehr Stunden in einem brechend vollen RegionalExpress verbringen und/oder zwei Stunden auf dem Bahnsteig warten müssen. Das schadet außerdem nicht nur deren Privatleben, sondern auch ihren Arbeitgebern.

  • Suryo

    Die DB ist tatsächlich ein Abbild Deutschlands.

    1) Wenn etwas verbessert werden soll, dann wird es hinterher schlechter. Beispiel die Strecke Berlin - Hamburg. Seit der monatelangen, extrem nervigen und teuren "Verbesserung" der Strecke fallen SEHR viel mehr Züge aus und es gibt SEHR viel schlimmere Verspätungen. Oft, weil Personal nicht rechtzeitig in Hamburg eingetroffen ist oder, weil sich ein Zug, der erst von Innsbruck nach Berlin fahren mus, sich selbstverständlich verspätet. Bei der DB weiß man natürlich spätestens seit dem zehnten wegen "zu spät eintreffendem Personal" am zweitgeschäftigsten Bahnhof Europas (Hamburg) ausgefallenen ICE, dass das Konzept, das Personal erst anfahren zu lassen, nicht funktioniert. Getan wird dennoch NICHTS.

    2) Man sieht an anderen Ländern, was super läuft, macht aber nicht mal den Versuch oder äußert auch nur die Idee, es ihnen gleichzutun. Beispiel: Spaniens großartiges eigenes Zugnetz für Hochgeschwindigkeitszüge. In Deutschland denkt man nicht einmal darüber nach, ob man selbst ähnliches schaffen könnte. Man sieht, dass andere besser sind, versucht es aber gar nicht erst.

    Wenn das nicht exemplarisch für das ganze Land steht...

    • guzman

      @Suryo:

      Das mit Spaniens tollem Netz ist nur die halbe Wahrheit.



      Es gibt berechtigte Kritik am AVE: Ein auf die Hauptstadt zentriertes Prestige-Projekt für Besserverdiener, das auf Kosten der kleinen Verbindungen geht, die immer häufiger stillgelegt werden. „An vielen kleinen Stationen hält kein Zug mehr, während AVE-Stationen manchmal weit vor den Toren der eigentlichen Zielorte wie Ufos installiert wurden oder für viel Ärger sorgen, weil die Gleise mitunter alte Stadtviertel durchschneiden, was zum Beispiel in Murcia zu teils gewalttätigen Ausschreitungen führte.“ (vgl. Costa Nachrichten)

      • Suryo

        @guzman:

        Der AVE ist bei früher Buchung weitaus billiger als ein ICE ohne BahnCard. Und nur, weil es verbesserungsfähig ist, ist das spanische Netz nicht doch viel besser als das deutsche.

    • Offebacher

      @Suryo:

      Zuerst einmal ein großes Lob an Frau Sahebi für ihren Bericht und an die Bahnmitarbeiterinnen und -mitarbeitern an der Front. Allerdings ist auch in anderen Ländern nicht alles glänzend. Spanien hat zwar ein neues, hervorragendes Hochgeschwindigkeitsnetz auf eigenen Gleisen, aber sonst ist Reisen mit RENFE auch kompliziert. Eigene Urlaubserfahrung: Es gibt eine neue Metro im Großraum Cadiz, aber die zuckelt teilweise als Straßenbahn durch die Gegend (viel Spaß in der Innenstadt von San Fernando, es fehlte nur das Schild "Blumenpflücken während der Fahrt verboten"), fuhr am Wochenende nur Stundenweise, war überfüllt und die Rückfahrt fiel aus. Der nächste Zug sollte dann erst in zwei Stunden kommen... der Bus war dann schneller und günstiger.



      Apropos eigene Gleise für den ICE: die hätte die Bahn auch gerne bei uns gehabt, aber da sind dann die Lokal- und Regionalpolitik imerinnern und -politiker aller Parteien dagegen und x Bürgerinitiativen. Denn Gleise auf neuen Strecken bedeutet eben auch Platz- und Bodenverbrauch. Und was gut ist für den Fernverkehr, ist schlecht für die Menschen, die zwischen den Großstadtbahnhöfen an der Strecke wohnen, nachzulesen auch in der taz.

      • Suryo

        @Offebacher:

        Ja, das stimmt. Aber wie gesagt: es geht mir darum, dass man in Deutschland eben gar nicht erst versucht, so etwas wie das AVE-Netz auf die Beine zu stellen. Warum eigentlich nicht? Natürlich würde das sehr teuer. Aber ein Hochgeschwindigkeitsnetz parallel zu den alten Schienen, auf dem nur ICEs fahren, die eben nicht aus politischen Gründen in jedem Provinzbahnhof halten und einen wie in Spanien in unter drei Stunden über 600 Kilometer weit bringen…warum WILL das hierzulande nicht mal irgendwer?

        • Klabauta

          @Suryo:

          Nicht, dass ich mich mit der Thematik besonders gut auskenne, aber ich könnte mir vorstellen, dass das Problem auch in der Bevölkerungsdichte liegt. Spanien hat 98 Einwohner/km², Deutschland 233. Entsprechend dicht ist die hiesige Besiedelung und der Bau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes deshalb sicher komplizierter planbar und durchzusetzen als in Spanien.

          • Suryo

            @Klabauta:

            Wie gesagt: mein Punkt ist, dass in Deutschland gar nicht mehr versucht wird, etwas ganz Neues, besseres zu schaffen. So ein großes Projekt wird nicht mal mehr angedacht.

        • Offebacher

          @Suryo:

          Wollen so ein Netz viele, bezahlen schon weniger, und wenn das Gleis durch den eigenen Garten geht, der nächste Haltepunkt aber in der 50 oder 100 km entfernten Großstadt ist, sind alle dagegen. Frankreich und Spanien sind außerhalb der Metropolregionen sehr viel dünner besiedelt, da ist der Widerstand eben geringer.



          Auch im grünen Baden-Württemberg und im noch grüneren Freiburg kommt die Bahn mit dem Gotthardzubringer nicht weiter. Dasselbe beim Brennerzubringer in Bayern - Menschen und Güter auf die Bahn ja - neue Gleise dafür nein.

          • Suryo

            @Offebacher:

            Sehen Sie, das meine ich: In Deutschland geht nichts mehr, auch keine objektive Verbesserung.

        • Comerade Aardvark

          @Suryo:

          Ich muss Ihre Enttäuschung ein wenig vertiefen: auf der einen wirklich echten Schnellfahrstrecke wurden sogar aus politischen Gründen extra Provinz äh höfe errichtet, um an ihnen aus ebensolchen Gründen halten zu können.

    • Plewka Jürgen

      @Suryo:

      Da kann ich Ihnen in vielem zustimmen. Die Entscheidung für ein eigenes Hochgeschwindigkeitsnetz hätte man aber vor drei (?) Jahrzehnten fällen müssen, ein solches Streckennetz heute zusätzlich zu bauen, ist unmöglich.

      • Machiavelli

        @Plewka Jürgen:

        Das lässt sich innerhalb einer Legislaturperiode bauen. Man erlässt ein Gesetz das dagegen nicht geklagt werden kann und baut es einfach.

  • Pseudacacia

    Es stimmt schon, die Bahn hat ein Performance-Problem.

    Doch als jemand, der ca. 3-4 x wöchentlich mit der Bahn fährt, sowohl regional als auch überregional, muss ich sagen, dass es aus meier Sicht nicht so furchtbar ist, wie im Allgemeinen behauptet wird. Klar, auch ich habe 2 - 3 std Verspätung erlebt, doch die allermeisten Verspätungen Fahrten liegen bei maximal 30 min. Und ehrlich gesagt, aus meiner Sicht sind mehr als Hälftemeiner Fahrten pünktlich - plus minus10 min.

    Es besteht erhebliches Verbesserungspotential - zweifellos, doch psychologisch bleiben natürlich die negativen Erlebnisse besser im Gedächtnis. Und dies wird vestärkt durch andauerndes Bahn-Bashing.



    Und NEIN - ich bin kein Bahn-Mitarbeiter.

    • Horst Sörens

      @Pseudacacia:

      Man braucht keine Psychologie um bahnverspätungen zu verspüren. Da reicht ein Blick in die geschönten Statistiken der Deutschen Bahn

    • Oleg Fedotov

      @Pseudacacia:

      Plusminus 10 Minuten mögen bei Ihnen noch pünktlich sein. Da ich aber auf einen Anschlußzug angewiesen wäre, der drei Minuten später abfährt, wäre das Thema eh schon erledigt.



      Nein 10 Minuten sind absolut unpünktlich und dem Reisenden nicht zumutbar. Nicht immer alles aufweichen. Ankunft 16.01 ist Ankunft 16.01 und nicht 16.03 oder noch später. Wenn die bahn schon einen Fahrplan herausgibt, soll sie sich auch daran halten. Dann lieber weniger Züge, welche dann aber zuverlässig und pünktlich verkehren. Und so lange diese Unpünktlichkeit nicht im Griff ist, besteige ich keinen Zug mehr.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Oleg Fedotov:

        Kommt immer auf die Verbindung an. Teilweise warten die Züge aufeinander. Dann sind 10 min tatsächlich kein Problem.

        Und 10 min Stau sind ja auch mittlerweile Standard.

      • Tian

        @Oleg Fedotov:

        "Und so lange diese Unpünktlichkeit nicht im Griff ist, besteige ich keinen Zug mehr" - genau so geht es mir auch! Die Bahn ist nurmehr noch für Ausflügler und Freizeit-Reisende geeignet. Wer an Termine gebunden ist, ist aufgeschmissen. Eigentlich wollte ich altersbedingt vermehrt auf ÖPV umsteigen, aber das geht nicht. Hinzu kommen diese völlig unzureichenden Ansagen, die Hetzerei von Bahnsteig zu Bahnsteig wegen Gleiswechsel; das schaffe ich nicht mehr. Inklusion sieht irgendwie für mich anders aus!

        • Suryo

          @Tian:

          Ich plane, in naher Zukunft in die Nähe der Eltern zu ziehen und dann mehrfach die Woche zur Arbeit zu pendeln. Theoretisch ließe sich das mittels der steuerlich absetzbaren BahnCard 100 und in akzeptabler Zeit mit der Bahn bewerkstelligen.

          Praktisch werde ich mir ein Auto zulegen müssen, in dem ich dann länger unterwegs bin als mit der Bahn. Aber bei massenhaft ausfallenden (nicht nur verspäteten!) Zügen geht es einfach nicht anders.

  • Troll Eulenspiegel

    Solange es wichtiger ist "Wer es bezahlen soll", wo der Rotstift angesetzt werden muss, oder wo Verkehrsunternehmen Profit machen können, solange wird Deutschland in Sachen Öffentlicher Personenverkehr, nah und fern, immer mehr an Boden verlieren.

    Und je länger es dauert, bis der Bahnverkehr wieder Spitzenklasse wird, desto extremer muss die Kehrtwende erfolgen. Vor fünf Jahren war es in etwa: Innerhalb von wenigen Jahren die Schweiz, China, beide(!) Koreas und Japan einholen. Die Kehrtwende jetzt steht derzeit bei: Autos wegnehmen, auch auf dem Land.

    Irgendwann gibt es diesen Punkt, bei dem die Regierung garnichts mehr anderes übrig bleibt, als den Neoliberalismus der Bahn abzuschaffen. Die Privatisierung des Bahnverkehrs in Großbritannien ist vor vielen Jahren daran zu Grund gegangen mit Einsparungen und Boni an Managern und erholt sich (immerhin) nur langsam von diesem Fehlschlag.

    • nihilist

      @Troll Eulenspiegel:

      Wem wurde denn das Auto weggenommen?

      • Troll Eulenspiegel

        @nihilist:

        Noch niemandem. Wenn wir das Klima und den Planeten retten wollen, werden wir das aber tun müssen. Oder, die Menschheit stirbt aus, inklusive der Kinder, die wir in die Welt gesetzt haben.

        Funktioniert das in 5 Jahren auch nicht, müssen die Transformation und die Forderungen noch radikaler erfolgen.