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Umgang mit rechtsradikaler ParteiMilchmilliardär Müller verklagt Campact wegen AfD-Äußerung

Müllermilch-Konzerngründer Theo Müller will der Organisation eine Aussage über sein Verhältnis zur AfD verbieten lassen. Der Verein hält dagegen.

Machen solche Fotos die AfD salonfähig? Alice Weidel (hier Mitte, aber sonst rechts) mit Theo Müller und dessen Frau in Bayreuth Foto: Schuhmann Alexander/picture alliance

Molkereimilliardär Theo Müller verklagt die Kampagnenorganisation Campact, weil sie behauptet hatte, er „unterstützt die rechtsextreme AfD“. Müllers Anwalt Christian Schertz beantragte beim Landgericht Hamburg, dem Verein die Aussage zu verbieten. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung liegt der taz vor. Eine Justizsprecherin bestätigte, dass das Schreiben eingegangen ist.

Die Unternehmensgruppe Theo Müller ist eines der weltweit größten Molkereiunternehmen, bekannt durch Marken wie Müllermilch, Landliebe und Weihenstephan. Campact wirft Konzerneigentümer Müller etwa auf Plakaten, Aufklebern oder im Internet vor, öffentlich Unterstützung für die „verfassungsfeindliche Partei“ zu zeigen und ihr so „einen bürgerlichen Anstrich“ zu verleihen.

„Theo Müller posiert für Pressefotos Seite an Seite mit Parteichefin Alice Weidel“, heißt es auf der Website von Campact. Tatsächlich ließen die beiden und Müllers Frau sich 2025 gemeinsam bei den Bayreuther Festspielen ablichten. Der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) antwortete er auf die Frage zur AfD „Was sind Sie: ein interessierter Beobachter oder ein Sympathisant?“: „Irgendwas dazwischen.“ Öffentlich nannte er Weidel eine Freundin. Er habe im Austausch mit ihr „nicht den geringsten Anhaltspunkt“ gefunden, der auf eine nationalsozialistische Ideologie schließen lasse, zitierte das Handelsblatt Müller.

Der CDU in Sachsen habe er sogar eine Koalition mit der AfD vorgeschlagen, obwohl deren Landesverband bereits vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft sei, ergänzt Campact. Der NZZ hatte er auf die Frage „Würden Sie im Herbst nach einer der ostdeutschen Landtagswahlen gerne eine AfD-Regierung sehen?“ gesagt: „In Sachsen könnte die Partei auf eine parlamentarische Mehrheit kommen, wenn einige andere Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Wenn die CDU dann zweitstärkste Kraft wird, könnte sie der AfD anbieten, in einer Koalition mitzuwirken – unter der Voraussetzung, dass die CDU den Ministerpräsidenten stellt.“

Kritik wegen Höcke-Zitat?

Anwalt Schertz schreibt jedoch, sein Mandant „hat zu keinem Zeitpunkt die AfD unterstützt“. Es handele sich um eine „unwahre Tatsachenbehauptung“, gerade „aufgrund ihrer undifferenzierten blickfangartigen“ Darstellung auf den Plakaten. Die Öffentlichkeit würde darunter verstehen, „dass entweder Spenden geleistet worden sind oder sonstwie Ressourcen zur Verfügung gestellt worden sind“. Müller habe in dem NZZ-Interview gesagt, dass er Mitglied der CSU, aber nicht der AfD sei. Er habe der AfD auch kein Geld gespendet. Die „private Freundschaft“ zu Weidel sei von der Frage zu trennen, ob Müller ihre Partei unterstützt.

Schertz argumentiert weiter, sein Mandant habe „viele Aussagen“ der AfD „scharf“ kritisiert. Als Beleg nennt er, dass Müller in dem NZZ-Interview von 2024 frühere Parteipositionen für eine Direktwahl des Bundespräsidenten und gegen den Einsatz des Pestizids Glyphosat abgelehnt habe. Zudem habe der Milchmilliardär erklärt, dass es in der Partei „Einzelne“ gebe, die „dummes Zeug reden, rechtsextremistische Parolen verbreiten und zum Beispiel Deutsche, die woanders geboren wurden, abschieben wollen“.

Und zu AfD-Hardliner Björn Höcke, der das Holocaust-Mahnmal in Berlin ein „Denkmal der Schande“ genannt hatte, habe Müller gesagt: „Wenn er es so gemeint hat, dass der Holocaust eine nationale Schande war, sehe ich kein Problem mit seiner Aussage. Wenn er jedoch den Holocaust verharmlost und somit die Erinnerung durch das Denkmal als Schande bezeichnet, ist das natürlich vollkommen inakzeptabel.“

Wenn ein bekannter Unternehmer sich öffentlich äußert über diese Partei, sich mit der Chefin fotografieren lässt, dann ist das natürlich eine Unterstützung

Luise Neumann-Cosel, Campact

„Aus unserer Sicht ist das keine Distanzierung“, sagte Luise Neumann-Cosel, Leiterin Politik und Kampagnen von Campact, der taz. „Es ist ja sehr eindeutig, dass diese Aussage von Höcke ganz sicher nicht gemeint war als: Der Holocaust ist eine Schande gewesen. Die Tatsache, dass Müller das infrage stellt, verharmlost erneut die Aussage, die Höcke getätigt hat.“ Schließlich habe Höcke in derselben Rede eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert. Müller verharmlose die AfD auch, indem er nur von „Einzelnen“ in der Partei spricht, die sich rechtsextremistisch äußerten, und dies als „dummes Zeug“ verniedliche.

Campact sieht „ideelle“ Unterstützung

Neumann-Cosel hielt Schertz „eine sehr, sehr kurzgegriffene Definition von Unterstützung“ vor. Die AfD gelte in den meisten Bundesländern als mindestens verfassungsfeindlicher Verdachtsfall oder bereits gesichert rechtsextremistisch. „Wenn jetzt ein sehr bekannter Unternehmer sich öffentlich äußert über diese Partei, sich mit der Chefin fotografieren lässt, dann ist das natürlich eine Unterstützung – keine finanzielle, aber eine ideelle, die noch wertvoller ist als eine Spende.“ Campact habe nie behauptet, dass Müller der AfD angehöre oder sie mitfinanziere.

Der Verein sehe dem anstehenden Prozess gelassen entgegen, ergänzte Neumann-Cosel. Am Freitag starte Campact in Berlin eine Tour mit mehreren „LED-Trucks“, also Lastwagen mit großen Flachbildschirmen, die dann in mehr als 20 Städten die Kritik an dem Molkereieigentümer zeigen sollen.

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56 Kommentare

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  • "Am Freitag starte Campact in Berlin eine Tour mit mehreren „LED-Trucks“, also Lastwagen mit großen Flachbildschirmen, die dann in mehr als 20 Städten die Kritik an dem Molkereieigentümer zeigen sollen."



    Bin ich der Einzige hier der diese Methoden zweifelhaft findet?

  • Also er spendet nicht, ist kein Mitglied und ruft nicht zur Wahl der AfD auf. Inwiefern unterstütz er die Partei dann?



    Wohl nicht durch private Treffen mit Weidel.



    Außerdem, nur weil der Typ Milliardär ist, ist seine Meinung nicht wichtig. Er hat, wie alle anderen auch, bei Wahlen eine (bzw. Zwei) Stimme, darf für Ämter kandidieren und seine Meinung kundtun. Das dürfen nicht nur Leute mit sinnvollen Meinungen.



    Man sollte allgemein nichts von Milliardären kaufen.

    • @Jesus:

      Er spendet nicht? Na ja, da gibt es unzählige Möglichkeiten von denen die Öffentlichkeit nichts erfahren muss. Er ruft nicht zur Wahl der AgD auf? Was ist denn dieses Flirten mit Granden der Rechtsextremen sonst?? Mit seiner Knete richtet er immensen Schaden an ohne dass wir das merken (sollen).

    • @Jesus:

      "Also er spendet nicht..."

      Das wissen wir nicht. Spenden müssen erst ab 35.000€ angemeldet werden. Für Müller ist es leicht, Spenden so zu verteilen, dass sie nicht auffallen. Noch dazu sitzt er in Luxemburg. Was von dort über die Schweiz fließt, wäre kaum zu kontrollieren.

  • Naja, ich mag Müller freilich auch nicht und es ist schon lange ein offenes Geheimnis, dass der sehr weit rechts steht.

    Doch die Causa ist aus meiner Sicht wieder etwas, was in anbetracht der bekannten/bekanntgegebenen Fakten derart übertrieben aufgebauscht wird, dass ich nicht glaube, dass das Neutrale oder welche, die von "linker Gesinnungspolizei" (das verwenden manche die nicht rechts sind sondern Mitte und es gibt viele Debatten in denen so ein hoher moralischer und übertriebener Skandalisierungston beklagt wurde) genervten sind zu einem Umdenken bringt. Und alleine darum sollte es ja gehen.

    Anders gesagt: Wenn die Mittel des politischen Kampfes so sind, dass sie der Sache nicht nützen, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Dann geht es nur in die eigene Blase, die sich wieder empört, sich festigt usw., aber das wird von Draußen kaum goutiert. Das ist einer der zutreffenden Vorwürfe an linke Kampagnen der letzten Jahre, was Wahlergebnisse zur Genüge zeigen.

  • Mit großem Befremden habe ich die Berichte über die Kontakte von Theo Müller, dem Kopf hinter dem Müllermilch-Imperium, zur AfD und Alice Weidel verfolgt. Es ist erschreckend zu sehen, wie ein prominenter Vertreter der deutschen Wirtschaft offensichtlich keinerlei Berührungsängste mit einer Partei hat, die vom Verfassungsschutz in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.



    ​Herr Müller mag dies als „Privatsache“ abtun, doch wer eine Marke führt, die in fast jedem deutschen Kühlschrank stehen will, trägt eine gesellschaftliche Verantwortung. Wer mit Politikern sympathisiert, deren Programm auf Ausgrenzung und der Spaltung unserer Gesellschaft basiert, darf sich nicht wundern, wenn sein Produkt einen ungenießbaren Beigeschmack bekommt. Es ist pure Heuchelei, einerseits von der Infrastruktur und der Kaufkraft eines vielfältigen, demokratischen Deutschlands zu profitieren, und andererseits jenen Kräften den Rücken zu stärken, die genau diese Grundlagen untergraben wollen.



    ​Für mich als Konsumenten ist die Konsequenz klar: Produkte eines Unternehmens, dessen Inhaber den Schulterschluss mit Rechtspopulisten sucht, landet nichts mehr in meinem Einkaufskorb.

    • @amigo:

      "Es ist erschreckend zu sehen, wie ein prominenter Vertreter der deutschen Wirtschaft offensichtlich keinerlei Berührungsängste mit einer Partei hat, die vom Verfassungsschutz in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuft wird."

      Das ist aber nicht überraschend. Hatten wir doch alles schon mal...

  • Es ist sein gutes Recht, gegen Campact gerichtlich vorzugehen.



    Nicht mehr und nichts weniger.

    • @Hans Hermann Kindervater:

      Hach! Wie schön - unser aller nachsichtiger Kindervater! Wollnichwoll



      Wie herzergreifend -wärmend - doch doch -



      Daß es derartige Lichtgestalten in Schland noch gibt! Gellewelle&Wollnichtwoll

      kurz - Alles Müller - oder was?! 😳🥹🤣

  • Müller träumt von seiner alten CSU, die ihm seine Milliarden durchs Wegschauen beim Hinzuschaffen erst ermöglicht hat. Darum flirtet er mit Alice im blaunen Wirtschaftswunderland. Er hofft einfach auf genügend Rechtsdruck für seine alten Spezlhuber.

  • OK, dass er die Weidel eine Freudin nennt, ist seine Sache. Dass er aber die Menschen "verarschen" will, indem er behauptet, dass sei keine Unterstützung der AfD, nehme ich ihm schon übel.



    P.S. Warum die Weidel im Morgenmantel nach Bayreuth gefahren ist, muss sie mir bei Gelegenheit mal erklären.

    • @Il_Leopardo:

      Der Morgenmantel ist die perfekte Wahl für Bayreuth. Das Festspielhaus hat keine Klimaanlage, weil man die historische Akustik nicht zerstören will. Es ist drinnen sehr heiß und Wagner dauert verdammt lange. Da hat ein Schlafrock was für sich.



      Die Pausen sind allerdings auch ausreichend lang, um die kleine Kneipp-Anlage oben beim Parkplatz zu besuchen. Man will schließlich keine Thrombose riskieren. Badelatschen sind da sehr praktisch und modisch der perfekte Begleiter zum Morgenmantel.

    • @Il_Leopardo:

      Solche Siewissenschon nehmen ein Übelnehmen nur zur Kenntnis, wenn es auf ihrem Konto negativ sichtbar wird.

    • @Il_Leopardo:

      Na immerhin war sie parteipassend blau (bemäntelt).

    • @Il_Leopardo:

      "Warum die Weidel im Morgenmantel nach Bayreuth gefahren ist, muss sie mir bei Gelegenheit mal erklären."

      Wer weiß schon, was davor war 😁

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Lieber nicht weiter darüber nachdenken - man hat ja schließlich so twas wie eine reine Seele!

    • @Il_Leopardo:

      Ich geh ma davon aus, daß dem Obermeierer die Frau im Morgenmantel (danke, irgendwie wollt ich deren Kostüm auch verbraten*lol*) versprochen hat, auch weiterhin direkt und indirekt subventioniert zu werden, weil Milch ist bestimmt wichtig für den deutschen Volkskörper.

      • @Hugo:

        Stimmt, habe ich ganz vergessen, die deutsche Jugend muss wieder "flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl" werden.

  • Wer lächelnd mit einer bundesweit bekannten Rechtsextremistin posiert, der muss sich nun mal nachsagen lassen, dass er mit dem Rechtsextremismus sympathisiere.

  • Müller hat genug Geld, um diesen dubiosen Verein in Grund und Boden zu klagen.



    Wenn man öffentlich Tatsachenbehauptungen aufstellt, sollten diese schon belegbar sein. Ein privates Foto aus Bayreuth ist bestimmt kein Beleg.



    Parteispenden müssen übrigens schon ab 10.000 Euro veröffentlicht werden. Da hat Campact wohl nichts gefunden. Oder ist man dort schon überfordert mit einer einfachen Recherche auf der Homepage der Bundestagsverwaltung ?

    • @Don Geraldo:

      Dubios ist an diesem Verein garnichts, es wird sehr transparent mit allem umgegangen, sie können sich ja mal schlau machen

    • @Don Geraldo:

      Nö. Aber die wollten solchen Fliegerassen -



      Wie offensichtlich Sie - den Vortritt lassen •



      share.google/bYUj3t9nuhtr5NuFn

      ps mit Jura würd ich’s mal lieber nicht versuchen - wa! kleiner Tipp - immer gern und dannnichfür

    • @Don Geraldo:

      Es ist doch offensichtlich dass er mir der Partei sympathisiert.

      • @schnarchnase:

        Was ja auch nicht verboten ist.



        Das bedeutet nicht, dass man das nicht kritisieren darf, ob es angemessen ist, deswegen zum Boykott aufzurufen, ist sicherlich diskutabel.

        • @Katharina Reichenhall:

          Da niemand gezwungen ist, am Boykott teilzunehmen, kann man natürlich dazu aufrufen.

  • Was soll die Aufregung? Der Mann schleimt sich ein, um beizeiten seinen Einfluss geltend zu machen. Er erwartet offenbar eine baldige Regierungsbeteiligung der AgD (in einer Koalition mit csdU?) und da müssen die Pflöcke schon eingeschlagen sein.



    Eher trinke ich Pfützenwasser als irgendein Produkz dieses Konzerns.

    • @Perkele:

      Das ist wie in den USA, wo die Multimilliardäre sich auch bei Donald Trump einschleimen, damit ihre Geschäfte reibungslos weitergehen können. Solche Leute haben keinen Anstand und auch keine Moral; aber sonst wären sie wohl auch nicht so unfassbar reich geworden.

    • @Perkele:

      Für den letzten Satz hat bei mir schon die Werbung seit vielen Jahren gereicht.

  • Müller könnte seine Steuern am Ort zahlen, Wasserrechte respektieren, die fiesen Subventions- und Drücker-Tricksereien beenden ...



    Das Thema reicht, um Müller-Ware im Regal als Allerletztes zu nehmen (schade um Landliebe und noch mehr um Weihenstephan).

    1989 ließ sich Theo Müller im Namen eines rechtspopulistischen „Freundeskreises deutscher Republikaner“ einladen. Im Gespräch mit jenem vorgeblich Die Republikaner unterstützenden „Freundeskreis“ äußerte Müller laut Wiener sowohl zahlreiche reaktionäre Sprüche als auch seine Bereitschaft, Die Republikaner mit Parteispenden zu unterstützen (nach Wikipedia).



    Das nun jetzt, so fair muss sein, ist etwas anderes.



    Das Erstgenannte ist aber alles arg genug.

  • Die Aktion von Campact unterstütze ich.

    Theo Müller, der den Geschäftssitz in Luxemburg hat, somit Steuern in Deutschland vermeidet, sich aber als Patriot inszeniert, hat natürlich großen Einfluss auf die AfD-Masche, sich als harmlose, bürgernahe Partei einzuschleimen.

    Lest im Wiki-Eintrag zu Müllermilch, welche Marken noch zum Konzern gehören - u.A. die Eigenmarken von Aldi und Lidl.

    • @apfelkern:

      Um Müllermilch kommt man als Konsumentin nur schwer herum. Das gilt genauso für Tönnies.



      Wenn ich also im Supermarkt zu einer anderen Marke greife, und dann feststellen muss, das quasi alles im Laden direkt oder indirekt aus der gleichen Quelle kommt, spreche ich von einem Monopol. Ich finde, das könnte man auch mal überprüfen…

    • @apfelkern:

      Die Eigenmarken gehören den jeweiligen Handelskonzernen, deswegen heissen sie auch Eigenmarken. Müllermilch bzw. dessen Töchter/Molkereien/Fabriken produzieren für diese Eigenmarken, wobei üblicherweise die Produktionsmenge und die -preise einmal pro Jahr neu ausgeschrieben werden. Oft gibt es auch mehrere Lieferanten für ein Produkt, so kann es vorkommen, dass die Buttermilch einer Eigenmarke in Süddeutschland von Müllermilch und in Norddeutschland vom Deutschen Milchkontor geliefert wird, wobei letztere eine Riesengenossenschaft ist, die jetzt mit einer noch größeren Riesengenossenschaft, der dänischen Arla, fusionieren will.

  • Die NZZ hat spannende Interviews.

  • Dieser Milchmilliardär ist seit Jahren schon obsolet. Die Anwohner seiner ersten Molkerei haben sich schon gewehrt gegen die Verschmutzung des Bachs in der Gegend. Weihenstephan hat er geschluckt. Das war vorher eine ganz angesehene Molkerei. Wie gut, dass wir die Wahl haben und seine Produkte nicht kaufen müssen. Zu RA Schertz: Anwälte machen sich keinesfalls die Ansichten ihrer Mandanten zu eigen. Das wäre ein grundsätzliches Missverständnis. Anwälte ordnen das, was ihre Mandanten außern, rechtlich ein. Ihr Auftrag ist - meistens -, den Mandanten "rauszuhauen"., Sie sind keine "Mietmäuler". Das Gericht kennt das Gesetz.

    • @ja wirklich?:

      „Anwälte machen sich keinesfalls die Ansichten ihrer Mandanten zu eigen. Das wäre ein grundsätzliches Missverständnis.“



      Ja wirklich?😉



      Ich musste schon von einigen Prozessen gegen politisch motivierte Straftäter lesen (sowohl Links- wie auch Rechtsextremisten), bei denen deren Anwälte selbst in der entsprechenden Szene aktiv sind/waren bzw. mit ihr symphatisieren.

  • Danke Campact!



    Aufgrund der Rechtsorientierung Müllers boykottiere ich diese Produkte seit Jahren.



    Alle anständigen Bürger*Innen sind aufgerufen,



    als Konsument*In die Rechten da zu treffen, wo es weh tut: beim Geld!

  • Das ist eine lupenreine Meinungsäußerung.

    • @Günter Picart:

      @Günter Picart



      Ich entnehme dem Artikel nur Fakten.



      Wo lesen Sie eine Meinung und wenn , welchen Inhalt hat die Meinung, die Sie zu lesen meinen ?

      • @Alex_der_Wunderer:

        Das ist doch in der Zwischenüberschrift zitiert:



        "Wenn ein bekannter Unternehmer sich öffentlich äußert über diese Partei, sich mit der Chefin fotografieren lässt, dann ist das natürlich eine Unterstützung."



        Das ist eine völlig legitime Meinungsäußerung. Müller hat dagegen keine Handhabe, da kann er klagen, wie er will. Solche Meinungen sind zulässig.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Im Artikel stehen Fakten. Aber die auf diese Fakten gestützte Aussage von Campact, dass Müller die AfD unterstütze, ist eine Wertung und damit eine Meinungsäußerung, die von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Die Klage dürfte mit einiger Sicherheit nach hinten losgehen. Denn wenn sie abgewiesen wird, darf Müller sich nicht wundern, wenn hinterher überall steht, dass er ein gerichtlich bestätigter AfD-Unterstützer sei.

        Und dass Müller CSU-Mitglied ist, dürfte ihm im Prozess wenig helfen. Von Papen, der Hitler in der irrigen Annahme, ihn kontrollieren zu können, zur Macht verholfen hat, war z. B. Mitglied der Zentrumspartei.

  • Na dann sind ja unsere Steuergelder wieder gut angelegt.

  • Ach der Herr Scherz.



    Vielleicht sollten sich Leute wie Böhmermann fragen, ob ihr Medienanwalt denn in ihr Weltbild passt.



    Oder der geneigte Böhmi-Konsument sollte sich fragen, ob der Boykott von Müller nicht zu kurz greift.

  • Der Milchmilliardär ist am Ende doch auch nur ein Pimpf.

    Sein Job als Milliardär wäre selbstverständlich den parlamentarischen Arm des Rechtsterrors AfD in Grund und Boden zu verdammen.



    Das ist nur recht und billig und nun wirklich nicht zu viel verlangt. Aus Respekt für die Menschen, die ihn zum Milliardär machten.

    Aber wie gesagt. Ein Milchmilliardär ist halt auch nur ein Pimpf.



    er stellt gar keine respektable Person dar.

  • Danke Campact!



    Danke allen, die diesem Verharmlosen und Normalisieren der AfD etwas entgegensetzen!

  • ⛔️ Es gibt nicht ein bißschen Nass ❗️



    Wer mit einer gesichert in Verdacht rechtsextremisten stehenden Partei sympathisiert oder sogar seine Stimme bei Wahlen dieser Partei gibt, Unterstützt eine Partei mit rechtsextremistischer Gesinnung.



    Wann und wodurch wird wohl ein Bürger zum Rechtsextremisten...

    • @Alex_der_Wunderer:

      Ob Müller die AfD wählt, wissen wir nicht.

      Mitglied ist er jedenfalls in der CSU.

      Zudem wehrt er sich ja gerade gegen die Behauptung, er unterstütze die AfD.

      Doch, es scheint ein bisschen nass zu geben.

      Nass-nicht-nass-Denken hat dagegen die AfD groß gemacht.

  • taz: *Molkereimilliardär Theo Müller verklagt die Kampagnenorganisation Campact, weil sie behauptet hatte, er „unterstützt die rechtsextreme AfD“.*

    Okay, dann sind Marken wie Müllermilch, Landliebe, Weihenstephan – und alle weiteren Marken die zur Unternehmensgruppe Theo Müller (Müllermilch) gehören – jetzt endgültig von der Einkaufsliste gestrichen.

    • @Ricky-13:

      wie jetzt - weil er sich gegen die Behauptung wehrt, er unterstütze die AfD?

      • @Dr. McSchreck:

        Hervorragende Interpretation meines Kommentars - aber Sie haben ja auch einen Doktortitel. 😂🤣

        • @Ricky-13:

          Das wissen wir nicht, es ist ja nur ein Nick. Interessant ist aber die Frage, ob man einen Nicknamen oder Avatar mit (imaginärem) Doktortitel überhaupt benutzen darf.



          ChatGPT schreibt dazu: "Das Führen eines Doktortitels im Avatar (Profilbild) oder im Anzeigenamen auf Social-Media-Plattformen ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, solange der Titel rechtmäßig erworben wurde." Das deutet darauf hin, dass Nichtpromovierte so einen Avatar nicht benutzen dürfen.

          • @Günter Picart:

            das ist wirklich eine spannende Frage. Woanders hieß ich mal "Prof. Dr. Superschlau". Dann hätte ich mir ggf. sogar 2 Titel angemaßt.



            Muss der Schauispieler von Doc Ok (Spiderman) und Dr. No (James Bond) eigentlich promoviert sein, bei Fettes Brot nannte sich einer der 3 Dr. Renz......

            Es tun sich Abgründe auf.

        • @Ricky-13:

          Sie zitieren nun mal genau den Satz, dass er Campact verklagt und warum, und schreiben dann "jetzt endgültig ..gestrichen".

          Da finde ich meine Interpretation eher nachvollziehbar. Gestrichen gehörte er, wenn er erklärt, natürlich unterstütze er die AfD, wenn die Behauptung aber falsch sein sollte, ist es sein gutes Recht, dagegen zu klagen.

          • @Dr. McSchreck:

            Ich empfehle die genauen Vorwürfe von Campact einmal zu lesen.

            Die Normalisierung der AFD und Aufrufe zu Koalitionen mit dieser kann man durchaus als Unterstützung sehen.

        • @Ricky-13:

          @Ricky-13



          😂 Wat is noch ein Plagiat...



          🤣 😅 🥳💨💨💨

    • @Ricky-13:

      Generell sind Milchprodukte von der Einkaufsliste zu streichen, weil durch den Milchdiebstahl an Kühen Tierleid gefördert wird.