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Trump in DavosKeine echte Entwarnung

Leon Holly

Kommentar von

Leon Holly

Zwar nicht militärisch, aber irgendwie schon will Trump sich Grönland aneignen. Eine regelbasierte Weltordnung gilt nicht nur für ihn als überholt.

Überraschender als Trumps übliches Gefasel war eine Rede, die der kanadische Premierminister Mark Carney am Vortag in Davos hielt Foto: Sean Kilpatrick/the canadian press/ap

E ine kleine Erleichterung für Grönland und Europa hielt Donald Trump in Davos bereit. Der US-Präsident sagte, dass die USA keine Gewalt anwenden würden. Zwar bezog er sich in diesem Teil der Rede nicht explizit auf Grönland, doch er ließ zumindest durchscheinen, dass er sich die Insel in der Arktis nicht mit Waffengewalt aneignen würde. Obendrein liege eine starke Nato im Sicherheitsinteresse der USA.

Ein Grund zur Entspannung ist das jedoch keineswegs. So kann man Trump bekanntermaßen eh nicht beim Wort nehmen. Zudem bekräftigte der bully in chief im nächsten Atemzug seine imperialen Besitzansprüche. An die europäischen Partner gerichtet sagte er: „Ihr könnt Ja sagen, und wir werden dankbar sein. Oder ihr könnt Nein sagen, und wir werden es uns merken.“ So war zunächst auch keine Rede von einer Rücknahme der Strafzölle gegen europäische Staaten, die für sich schon eine Drohgebärde darstellen. Die Aggression gegen Grönland und Europa dauerten fort. Am Abend gab Trump dann doch auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social bekannt, eine Vereinbarung mit der Nato erzielt zu haben. Seine Zolldrohung zog er zunächst zurück.

Überraschender als Trumps übliches Gefasel war eine Rede, die der kanadische Premierminister Mark Carney am Vortag in Davos hielt. Darin streifte er mal eben die letzten Hüllen der sogenannten regelbasierten Weltordnung ab. Carney verglich die Bekenntnisse zu dieser Ordnung gar mit den hohlen kommunistischen Phrasen der spätsowjetischen Zeit. Die Starken hielten sich eh nie an die internationale Ordnung, wenn es ihnen nicht passte. Handelsregeln seien ungleich angewandt worden, und die Durchsetzung internationalen Rechts hinge von der Identität von Opfer und Täter ab.

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Dieses Geständnis ausgerechnet von Carney ist bemerkenswert, ist er als früherer Zentralbankchef Kanadas und (!) Englands doch quasi die Inkarnation der globalen technokratischen Elite. Andererseits wusste diese Elite auch am besten, welches Spiel sie die ganze Zeit trieb. Carney legt dann mit einem Aufruf zur Selbstermächtigung nach. Seine Forderung nach einer stärkeren wirtschaftlichen und politischen Vernetzung mittelgroßer Staaten ist begrüßenswert.

In Trumps Welt

Gleichzeitig rühmt sich der Kanadier eines Handelsdeals mit China. Gegen eine Zusammenarbeit mit der asiatischen Supermacht ist an sich nichts einzuwenden – doch seien die europäischen „Mittelmächte“ davor gewarnt, sich in neue Abhängigkeiten zu begeben. Besonders mit China, das selbst imperiale Ambitionen hat.

In Teilen der Linken kommt gelegentlich eine heimliche Freude auf über die rhetorische Abkehr vom internationalen Recht. Aber wenn China Taiwan überfällt, und die Linke nur mit den Achseln zuckt, dann lebt auch sie mental in der Welt von Trump.

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Leon Holly
Jahrgang 1996, studierte Politik und Nordamerikastudien in Berlin und Paris. Von 2023 bis 2024 Volontär der taz Panter Stiftung. Schreibt über internationale Politik, Kultur, und was ihn sonst so interessiert.
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44 Kommentare

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  • Vielleicht sollte man auch aufhören schon immer vorsorglich Anlauf zu nehmen in der Annahme Trump hält mal wieder Stöckchen hin.



    Am besten wär doch, man lässt den Schwätzer die Woche über in den Eimer labern und sortiert sich das am Montag.

  • Die Art und Weise, wie unsere PolitikerInnen herumeiern zwischen „Souverenität der GrönländerInnen“ und „Souverenität Dänemarks“, ist nicht nur ein Beleg für den Unterschied zwischen „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ und einem „Völkerrecht, das den Umgang der Staaten miteinander ordnen soll“, es ist auch ein Beweis, dass das postkoloniale Argument noch lange keine Geschichte ist, die mit dem Bekenntnis zu „europäischen Werten“ abgehakt wäre. Den Dänen reichten diese Werte gerade einmal zur Gewährung einer Teilautonomie des postkolonialen Grönland. Die Inuit auf Grönland haben in dieser Weltordnung nur die Wahl zwischen euopäischer Pest oder US-amerikanischer Cholera. Wenn Pest und Cholera sich einig werden, wird das postkoloniale Erbe nur gestärkt.

    Dass viele indigene Bevölkerungen und die Nachfahren von Sklaven heute oft keine vollständige Rückgabe ihrer angestammten Siedlungsgebiete und keine volle Autonomie mehr fordern, hat auch damit zu tun, dass der Kolonialismus und mit ihm bezahlter Fortschritt neue Wirklichkeiten geschaffen hat, die auch die Unterdrückten dieser Welt nicht mehr durch Ablehnung und ohne Nachteile aus der Welt schaffen können.

  • Lieber Herr Holly, da haben Sie die Rede von Carney aber ziemlich falsch verstanden: Sein an Vaclav Havel angelehntes Gleichnis mit den Schildern in den Läden bezog sich keineswegs auf die internationale Ordnung, sondern auf die bis dato hingenommene, als unvermeidbar dargestellte Macht der Stärkeren innerhalb dieser Ordnung.



    Das machte diesen Einstieg noch weitaus stärker als Sie hier wiedergeben. Denn in dieser Lesart ist Kanada der Erste, der das Schild aus dem Fenster nimmt und damit der Macht, also hier: den USA sagt, dass er / Kanada sich nicht mehr der Macht / den USA beugen will, sondern darauf baut, dass auch andere Läden / Länder jetzt einen gemeinsamen, neuen Weg suchen wollen.



    Wir unterschätzen hier in Europe massiv, wie stark Kanada von der aktuellen Entwicklung in den USA bereits betroffen ist. Alles was erst jetzt langsam bei uns wirklich ankommt haben die Kanadier schon im letzten Jahr erlebt, inklusive der Drohung der USA sich Kanada einfach einzuverleiben.



    Insofern erstaunt es mich schon etwas, dass Sie Carney hier dermaßen missverstehen. Internationales Recht über Bord zu werfen wäre so ziemlich das Letzte was er tun würde.

  • Putin & Trump...



    Europa - Europäischen Staaten sind nicht so ihres.



    Trump & Putin ein Business- Dreamteam ?



    Putin bedroht die Europäischen Staaten und Trump [ bedroht auch die Europäischen Staaten ] gibt einen, teilweisen militärischen Schutz vor, lässt sich diesen teuer von uns bezahlen und stärkt somit seine militärische Macht über die Europäischen Statten - und der Welt.



    Wird nicht gespurt, hängt das Damoklesschwert der Zollgebühren über ins.

  • Es wird kein Krieg nötig sein weil Europa ihn machen lässt

    Niemand hier will sterben um eine dänische Kolonie zu verteidigen

    • @Todesfister:

      Die USA konnten vorher schon "machen", nur wollte der feine Mr. Trump sich nicht absprechen mit den Dänen wie ein gewöhnlicher Staatschef.



      Jetzt bekommt er den Doppel-Rutte mit Sahne und Honig ums Maul, nur um am Ende stolz verkünden zu können, einen ganz tollen, zeitlich unbegrenzten, weitreichenden Deal gemacht zu haben. Und seine Speichellecker werden beflissen vermeiden, ihn darauf hinzuweisen, dass die USA denselben Deal schon seit 1951 hatten.



      So sieht's aus (derzeit, morgen vielleicht doch Krieg).

    • @Todesfister:

      Oh, da muss ich Sie enttäuschen. Die Grönländer begreifen sich keinesfalls als eine dänische Kolonie, allerdings bremst Dänemark bisher den Unabhängigkeitsprozess.



      Umso weniger wünschen die Grönländer, zu einer US-Kolonie zu werden oder zu einer der Chinesen oder der Russen. Sie wollen über ihre Rohstoffe selbst verfügen. Das hat Trump in seiner Kampagne gegen Grönland und Dänemark nicht berücksichtigt, dass Staaten und Bevölkerungen nicht käuflich sind.



      Wenn sich 69.000 Menschen am Rande der (bewohnten) Welt gegen die neue imperiale Weltordnung stellen, sollte die Welt vielleicht aufmerksamer hinschauen.

  • Niemand weis, ob Trump tatsächlich vorhatte, sich Grönland mit militärischen Mitteln zu schnappen. Zurücklehnen und darauf vertrauen, dass er es sein lassen wird, wäre falsch.



    Niemand weis, ob Trump sich in den nächsten drei Jahren ganz aus Europa zurückziehen wird. Wie lange werden wir noch unter dem Schutzschirm der USA, der Nato weiter leben können?



    Es ist höchste Zeit, sich von den USA zu emanzipieren. Man muss es ja nicht konfrontativ machen, aber Europa sollte Stück für Stück zu eigener militärischer Stärke finden. Wirtschaftlich sind wir es schon. Die USA ist von uns genauso abhängig, wie wir von ihr. Da sind wir bereits ebenbürtig.

  • Die Rede von Kanadas Premierminister ist ein Offenbarungseid, den ich bereits öfters vorausgesagt habe: Unverfroren sagen, man habe Menschen nach ihrer Herkunft zu be- und misshandeln, das wurde doch schon immer so gemacht, damit die eigene Wirtschaft gut dasteht.

    Der nächste wird sagen, wir müssen Giftmüll in Meere oder in arme Länder verklappen. Der dritte sagt, der Regenwald muss komplett gerodet werden, damit jeder Fleisch essen kann. Der vierte sagt, es müsse rassistisch Arbeiter aussortieren, damit sein Land besser produzieren kann.

    Warum hört ihr nicht auf mich?

    • @Troll Eulenspiegel:

      Versteh ich nicht: Die Selbsterkenntnis ist doch mal gut? Carney hat das keineswegs als gut oder als weiterhin wünschenswert hingestellt.



      Haben Sie eine andere Rede gehört?

  • Man kann sich aber noch lange nicht zurück lehnen, denn Trump möchte Grönland nach wie vor besitzen.

    Was Trump etwas gebremst hat ist die schlechte Wirtschaftliche Entwicklung und die Inflation in den USA, denn die Zölle Zahlen die US- Bürger*innen ja selbst.

    Mehr Zölle, gleich höhere kosten für alle!

    Trump ist nach wie vor unberechenbar und das die EU das Mercosur- Abkommen nicht hinbekommt ist ein Katastrophe, auch die Grünen in Deutschland haben nach meiner Meinung den Schuss einfach nicht gehört.

    Wir brauchen Freihandelsabkommen mit so vielen Ländern wie möglich, es steht die Freiheit aller Bürger*innen in der EU auf dem Spiel (über 700 Millionen Menschen), wir müssen einfach Wirtschaftlich und Militärisch mächtiger werden um in Zukunft (Zeitraum ca. 15 Jahre) weniger Erpressbar zu sein!

    • @udo123:

      Immer dasselbe:



      "...denn die Zölle Zahlen die US- Bürger*innen ja selbst"



      Was soll das? Natürlich werden EU Waren dann in den USA teurer.



      D.h. "wir" verkaufen pot. weniger, da weniger wettbewerbsfähig. (wenn Preis der Hauptfaktor ist).



      Deswegen macht T das doch...

    • @udo123:

      "Der Europäische Gerichtshof soll das Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten überprüfen. Das Europaparlament in Straßburg beschloss mit knapper Mehrheit, ein Gutachten darüber einzuholen, ob das Dokument mit EU-Recht vereinbar ist. Als Konsequenz könnte sich das Ratifizierungsverfahren um Monate oder sogar Jahre verzögern."

      Das nennt sich parlamentarische Demokratie! Ja, das ist teilweise alles sehr träge, aber ich lebe lieber in dieser Staatsform als in einer wo der große Führer sagt wo es lang geht! Die paar Monate werden den Kohl auch nicht mehr fett machen!

    • @udo123:

      Wir brauchen Freihandelsabkommen mit so vielen Ländern wie möglich....

      Stimmt, aber nicht gleichzeitig das Schleifen unserer Qualitätsstandards, dass sollte auf jeden Fall gewahrt bleiben.

  • Klar wird es keine militärische Eskalation geben. Und was Rutte ihm da vorgeschlagen hat, ist ja auch so nichts anderes, als es ihm zu geben. Die USA haben da schon Militärbasen, können diese beleibig erweitern, zahlen keine Steuern und jetzt soll Trump noch "Mitpsracherecht" bekommen, wer in Grönland investiert. D.h., die Soouveränität Grönlands ist damit Geschichte.



    Wenn es ihm um militärische Sicherheit Grönlands ginge, hätte er sicher nicht Truppen dort abgezogen. Denn unter Biden waren dort mehr Truppen stationiert.



    Die USA haben sich mal wieder genommen, was sie wollten. Das ist auch keine neue Erfindung Trumps. Das ist amerikanische Geschichte.

    Übrigens sind die USA so entstanden. Europäer kamen dorthin, raubten der Bevölkerung ihr Land, betrogen, vergewaltigten, folterten und ermordeten sie im größten Völkermord der Geschichte. Inzwischen sind sie - durch unsere Mithilfe - so stark geworden, dass sie das subtiler machen können. Auch wenn ihre Lust auf Gewalt immer mal wieder aus ihnen herausbricht und sie dann eben doch auf Mord setzen: Korea, Vietnam, Irak, Venezuela etc. Die Liste ist lang. Der CIA ist auch bekannt für seine "Spezialoperationen".

    • @Jalella:

      Rutte kann nicht für Grönland/Dänemark sprechen, das ist schon klar, oder? Rutte kann Trump also gar keine Zugeständnisse hinsichtlich Bodenschätze machen, höchstens dass er sich da einsetzen werde.



      Weiß der Geier, was Trump da jetzt verstanden hat. Hauptsache er kann jetzt verkünden, er habe einen Deal gemacht, und wenn es derselbe ist, den die USA schon seit 1951 hatten: "Trump" draufgeklatscht, fertig, wie bei seinen Uhren, seinen Hochhäusern, seiner "Universität", seiner "Stiftung" oder zuletzt dem armen Kennedy Center.



      Ich sehe da ein klares (und ziemlich hohles) Muster.

    • @Jalella:

      "Die USA haben sich mal wieder genommen, was sie wollten. "

      Vielleicht lesen Sie einfach mal nach, was Trump wollte. Ist durchaus in der Öffentlichkeit bekannt.

  • Der Gouverneur von Kalifornien:

    "Reporter



    »Gouverneur Newsom, haben Sie eine Botschaft an die Europäer, die über die Äußerungen aus dem Weißen Haus zu Grönland in dieser Woche besorgt sind?«

    Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien (Demokratische Partei)



    »Es ist Zeit, sich aufzuraffen. Es ist Zeit, ernst zu werden und aufzuhören, sich mitschuldig zu machen. Es ist Zeit, aufrecht und standhaft zu sein, Rückgrat zu zeigen. Ich hätte ein paar Knieschoner für alle Staats- und Regierungschefs mitbringen sollen. Kronen verteilen? Das ist erbärmlich. Nobelpreise werden weitergegeben. Das ist einfach erbärmlich. Ich hoffe, die Leute verstehen, wie erbärmlich sie auf der Weltbühne dastehen, jedenfalls aus amerikanischer Sicht. Es ist peinlich.«

    Reporter



    »Die Europäer halten dies für Diplomatie und glauben, dass es funktionieren wird.«

    Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien (Demokratische Partei)



    »Ist das Diplomatie mit Donald Trump? Er ist ein T-Rex. Entweder man paart sich mit ihm oder er verschlingt einen. Die Europäer könnten verschlungen werden, wenn sie bei diesem Kurs bleiben. Sie müssen aufrecht und standhaft bleiben und geeint auftreten.« (Spiegel.de, 20.01.2026, 14.47 Uhr)

    • @Josef 123:

      Er ist ein T-Rex. Entweder man paart sich mit ihm oder er verschlingt einen.

      Na dann sind wir aber froh, dass er keine Schwarze Witwe ist, da wird man auf jeden Fall gefressen.

  • "Eine regelbasierte Weltordnung gilt nicht nur für ihn als überholt. " Dennoch keimt so langsam das Gefühl, dass er überzogen hat.



    Das Abrücken von seiner militärischen Drohung und die Relativierung, die USA wolle doch nur Grönland haben, natürlich mit dem drohenden Nachsatz, die USA werden sich merken, wer gegen sie ist... So klingt Rückzug.



    Trump pokert. Er droht, lässt absichtlich Unklarheiten und lässt so die Vorstellung einer maximalen Eskalation absichtlich im Raum stehen. Und dann abwarten.

    • @nutzer:

      Ja, er hält sich dabei für einen ganz Schlauen. Die Trümmer, die hinterher überbleiben, ob bei seinen Insolvenzen, bei seinen Scams ('Trump University'), seinem Sturm aufs Kapitol oder bei seinem aktuellen offenen Feldzug gegen die USA, die dürfen dann andere wegräumen.

  • Einmal nach Sachsen-Anhalt usw. schauen, solch eine Idioten-Posse droht dort ebenfalls.

  • Es gibt keine Entwarnung.



    Selbstverständlich ist es die vorrangige Aufgabe von Nato-Generalsekretär Rutte, die Nato in einem handlungsfähigen Zustand zu erhalten.



    Die "Geheimgespräche" über Grönland zwischen Rutte und Trump werden jedoch nicht zu einem Erfolg führen.



    Das 1951 geschlossene Verteidigungsabkommen könnte natürlich eine Grundlage bilden, um Grönland im Nato-Verbund militärisch sichern zu können.



    Dies nun mit Investitionsrechten und Rechten an Rohstoffen in Grönland verbinden zu wollen, greift weit in die Souveränität von Grönland und Dänemark ein.



    Soweit sollte sich auch Herr Rutte nicht aus dem Fenster lehnen.



    Die angekündigten Gespräche sind bereits jetzt gescheitert.

    • @Ratio:

      "Die angekündigten Gespräche sind bereits jetzt gescheitert."

      Nö, der verrückte König wird das erhalten, was in dem Vertrag von 1951 steht, und das seinen Anhängern als Riesenerfolg verkaufen.

      • @Kaboom:

        Der Vertrag von 1951 könnte eine gute Grundlage bilden.



        Dort steht aber nichts von Investitionsrechten und Rechten an Rohstoffen.

  • Das Konzept der regelbasierten Ordnung wurde von Staaten der westlichen Welt geprägt. Verstanden wurde darunter u.a Demokratie, Marktwirtschaft und Menschenrechte.

    Für Länder wie China, Indien, Russland und viele andere Staaten hat dieses Konzept nie wirklich existiert. Auch die Auffassungen welche die Staaten in Bezug auf das Regelwerk vertreten, unterscheiden sich erheblich. Allein anhand des Themas Klimaschutz lässt sich veranschaulichen wie unterschiedlich selbst Länder wie Deutschland, Frankreich, die USA oder Australien die Regelungen hinsichtlich dessen was sie beinhalten interpretieren. Ebenfalls ersichtlich bei vielen informellen Vereinbarungen wie in den Bereichen Digitalisierung, KI oder Energie. Auch als rechtlicher Rahmen hat sich die regelbasierte Ordnung in vielen Bereichen nicht bewährt, teilweise kollidierte sie sogar mit dem Völkerrecht.

    Kanadas Premier hat somit nicht ganz Unrecht mit seinen Äußerungen. Die Zeiten in denen man es dabei belassen hat die rechtsgültigen Normen mit den vorherrschenden Werten abzugleichen und diese dann auf alle Staaten angewandt hat, sind endgültig vorbei, da sie nicht mehr kompatibel mit der derzeitigen Weltordnung sind.

    • @Sam Spade:

      "Auch als rechtlicher Rahmen hat sich die regelbasierte Ordnung in vielen Bereichen nicht bewährt, teilweise kollidierte sie sogar mit dem Völkerrecht."

      Was genau verstehen Sie unter regelbasierter Ordnung, wenn nicht UN-Charta, Völkerrecht und andere multilaterale Formate? Erstere wurde immerhin von 193 Staaten unterschrieben.



      Unberufen, dass ihre Ausgestaltung verbesserungswürdig ist, nur: Was soll stattdessen an ihre Stelle treten?

      • @Klabauta:

        Die regelbasierte Ordnung steht nur scheinbar auf dem Fundament des Völkerrechts, denn sie bezieht auch unverbindliche Normen, Standards und Prozeduren mit ein, die in Verhandlungsrunden und Abkommen festgelegt wurden, die zudem oftmals auf Werten basieren und denen bestimmte Staaten nicht unbedingt zugestimmt haben.

        Auf der Ebene auf der das Völkerrecht einen gemeinsamen Raum schafft, indem es Prozeduren und Orientierungen etabliert, die für alle, ungeachtet ihres jeweiligen Wertesystems, gelten sollen, führt die Konstruktion der regelbasierten Ordnung oftmals zur Spaltung, da die jeweiligen Wertsysteme nunmal durch unterschiedlichen Kulturen beeinflusst sind.

        Anschauliche Beispiele dafür bietet zum Beispiel das Seerecht. China im südchinesischen Meer oder die USA in der arktischen See, agieren in diesen Regionen auf dieser Basis. Bedeutet konkret, das die Spielregeln auf die Bedürfnisse dieser Länder ausgelegt und dadurch Teil dieser Ordnung werden.

        Wertebasiertes Handeln, und das stellt die regelbasierte Ordnung nunmal auch dar, ist daher zu unterscheiden zwischen Prinzipien. Diese werden zwischen Staaten vereinbart und haben in der Regel eine rechtliche Grundlage.

        • @Sam Spade:

          @Sam Spade

          Kurz & knapp auf den Punkt gebracht.



          Dankeschön 👍👍

  • Wenn ich POTUS und regelbasiert derzeit in einem Satz im Zusammenhang mit Politik lese, muss ich immer wieder an die Goldwater-Rule denken.



    Ob Grönland oder Island, Hauptsache Dänemark.



    /



    "Spieler und Trainer sorgen für verbale Highlights



    "Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien": Die besten Fußballer-Sprüche"..."



    Quelle2024 kicker.de

    • @Martin Rees:

      Ach Hr Rees, Andi Möller war doch sehr präzise, Hauptsache Italien bedeutet doch in diesem Zusammenhang ganz klar Juventus Turin. :))



      In diesem Sinne, einen schönen Tag und ab und zu ein heiteres Schmunzeln.

  • Laut aktuellen Veröffentlichungen hat Trump mit Rutte eine Rahmenvereinbarung geschlossen, nach der die NATO ihm alles gegeben habe, was er in Bezug auf Grönland gewollt habe, dafür würden die Zölle nicht kommen. Diese Vereinbarung solle "lebenslang" gelten.

    Ich frage mich nun: Auch wenn die Details nicht bekannt sind und Rahmenvereinbarungen naturgemäß recht kurze Papiere sind, wird so schnell auch eine solche Vereinbarung nicht "gestrickt. Kann es sein, dass Rutte im Hintergrund - vielleicht ohne Wissen der anderen NATO-/EU-Mitglieder - mit Trump Gespräche geführt hat? Gestern Zölle ankündigen und sie heute mit der Begründung einer Abmachung zurückzunehmen macht mich sehr stutzig!

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Rutte kann ja nicht versprechen was nicht in seiner Macht liegt. Er ist zwar beweglich aber so beweglich nun auch nicht.



      Vielleicht gab es Hintergrundgespräche zwischen Dänemark und NATO-Führung, wahrscheinlich sogar. Und Rutte hat schon letztes Jahr ein gutes Händchen mit Trump bewiesen. Er wird ihm wohl das Blaue vom Himmel ausgemalt haben, nur um ihm am Ende denselben Deal zu verkaufen, den die USA schon hatten, und vielleicht ein wenig Vorzugsbehandlung bei der Erteilung von Lizenzen zur Förderung von Dingen, die heute noch unter einem Kilometer Eis liegen.



      Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Sie wisse aber schonn - daß es nichts gibt -



      Was ein Käskopp nicht noch billiger & 🙀🧐🥳



      Reparaturbedürftiger makem & verkopen kann •

      • @Lowandorder:

        ps falls ehna ein - Kanitverstan -



        Überkommt - Maarten 't Hart &



        Harry Mullisch lesen - da wirdse aufs



        🚲 geholfen.

  • Benedikt Müller-Arnold, Spiegel-Online:



    "In merkwürdiger Einigkeit verzögern Europaabgeordnete von der extremen rechten und der linken Seite des Parlaments das Mercosur-Abkommen mit Südamerika. Damit schaden sie der EU zur Unzeit." Dem ist nichts hinzuzufügen.

    • @Alberta Cuon:

      Sie haben die Grünen vergessen, außer natürlich Sie ordnen diese einem der beiden von Ihnen genannten Flügel zu.

      Ansonsten haben Sie Recht, eine "tolle" Koalition. Rechts, Links, Grün.

  • "Eine regelbasierte Weltordnung gilt nicht nur für ihn als überholt."

    Zugegebenermaßen ist Trumps Offenheit gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich funktioniert die regelbasierte Weltordnung nachwievor, wenn man bekannte Ausnahmen berücksichtigt. Seit Schaffung des Völkerrechts galt die regelbasierte Weltordnung nur bedingt für Moskau, Washington oder Tel Aviv, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Europa bzw Deutschland war nur bisher wenig von den Ausnahmen betroffen und hat daher anscheinend verlernt zwischen den verschiedenen Mächten lavieren zu können.

    • @Alexander Schulz:

      Die regelbasierte Ordnung gilt für Carney auch keineswegs als überholt, nur dass wir (= die westlichen, reicheren, mächtigeren Mächte) bis dato stets darüber hinweggesehen haben, dass allzu oft doch einfach das Recht des Stärkeren galt.



      Ich kann nur raten, sich die Rede mal selbst anzuhören, ich finde sie im Kommentar von Holly nicht richtig wiedergegeben.

  • "Eine regelbasierte Weltordnung gilt nicht nur für ihn als überholt."

    Richtig. Die regelbasierte Ordnung beginnt aber bereits mit vergleichsweise Schlichtigkeiten, die wie öde Alltagsweisheiten und Sonntagspredigten daherkommen.



    Man behauptet kein Problem mit "Arbeitsverweigerern" hat man selbst mit Mühe nicht einmal 1% vorzuweisen, auf die diese Kategorie zutrifft. Man hetzt nicht gegen Kassenärzte und Patienten, macht für den Krankenstand angeblich zu niedrigschwellige Krankmeldungsregeln verantwortlich, ohne auch nur einen belastbaren Nachweis führen zu können. Und natürlich ist für das Handelsbilanzdefizit der USA auch weder der "illegale" Migrant, noch "die EU" verantwortlich - es ist ein systematisches Problem des Systems, das stets anderes und andere als sich selbst verantwortlich macht.



    Da das aber alles unter den Begriffen Marketing, Werbestrategie. Labeling, Influenzertum - also für die Ökonomisierung von allem und jedem völlig internalisiert und akzeptiert ist,



    ist das eben die regelbasierte Ordnung: Produziere die geilste Lüge und versammle hinter ihr die meisten Konsumenten.

    Da brauchts mehr als die Behauptung, der weniger schlimme Heiratsschwindler zu sein.

  • "Regelbasierte Weltordnung" ? Gibt es nicht, gab es nie!



    Es galt und gilt die Macht des Stärkeren, ob Putin und die Ukraine oder Trump und Venezuela, Israel und die Palästinenser, ...



    An Regeln hält man sich nur zu Friedenszeiten, da wo es sie eigentlich gar nicht bräuchte.

  • und die Durchsetzung internationalen Rechts hinge von der Identität von Opfer und Täter ab

    Natürlich. Irgendwelche Syrer werden in D. für Verbrechen haftbar gemacht, die sie in Syrien beganmgen haben.

    Warum sitzen Trump, Putin, Xi und viele andere Politgrößen nicht auch in D. vor Gericht?



    Wie immer, die Kleinen hängt man und die Großen bekommen Orden!

  • So richtig Gewalt brauch es auch nicht, niemand würde einer größeren Militärischen Präsenz etwas entgegen setzen, dann finden sich ein paar pro USA Grönländer und saß will man dann wirklich machen?

    Ich bin nicht erleichtert. Äh, und die Zölle? Und die Ukraine? WIRD Europa mal zusammen halten???

    Ich glaub es nicht.

    Vielleicht stoppen ihn die Amerikaner selber, vielleicht der Supreme Court.