piwik no script img

Regeln, die nicht für alle geltenDie Ampel bleibt das größte Problem der Republik

Das Leben ist ungerecht. Minutenlang bei Rot zu warten, um stinkenden Autos die Vorfahrt lassen zu müssen, ist kein Rezept für gute Laune.

Fußgänger:innen. Die warten. Und warten. Während die Limousine mit Kanz­le­r:in­nen und Co. an den Bettelampeln vorbeirauschen Foto: imagebroker/imago

L Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.“ Mit diesen wenig überraschenden Worten hat Bundeskanzler Friedrich Merz seine Neujahrsansprache begonnen, sich dann zunächst mit Rückblicken auf kleine und große Erfolge an sein Volk rangewanzt und danach dann doch nur über die Wirtschaft geredet. Dabei gäbe es doch wirklich wichtigere Themen. Fußgängerampeln etwa.

Die werden von der großen Politik offenbar nicht mal als Randphänomen gesehen. Wie denn auch? Kanz­le­r:in­nen und Co rauschen gemeinhin im Fond einer Limousine mit abgedunkelten Fenstern vorbei – und können das Problem nicht mal wahrnehmen, weil sie auf der falschen Seite dieser Geschichte sitzen.

Für die Fuß­gän­ge­r:in­nen gilt indes das genaue Gegenteil. Die warten. Und warten. Vor allem an den sogenannten Bedarfsampeln, an denen man per Knopfdruck das Recht zum Übergang auf die andere Seite der Straße ordern muss. Das dauert. Meist so lange, bis alle Autos dank grüner Welle vorbeigerast sind.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Und dann weitere, sich unendlich dehnende Minuten, bis sich die Ampel erbarmt und endlich umschaltet. Kenner nennen diese Grünverweigerungslichtzeichen präzise „Bettelampeln“. Eine Einrichtung für arme Schlucker, die sich kein Auto leisten können. Oder wollen.

Die Masse auf den Asphalt

Es ist ein republikweites Phänomen. Aber am deutlichsten sichtbar gleich ums Eck vom Kanzleramt: am Hauptbahnhof. Selbst dort, wo im Minutentakt Hunderte aus den Straßenbahnen zum Bahnhof eilen, staut sich diese verbrennerfreie ökologische Avantgarde bei Rot auf dem Mittelstreifen. Auch dann, wenn kein Auto kommt.

Aber es gibt Hoffnung. Wenn sich zumindest ab und an die Masse auf den Asphalt wagt. Erst ein Fuß. Dann zwei. Dann viele. So viele, dass Autos auch stehen bleiben müssen, wenn sie eigentlich Grün haben.

Fuß­gän­ge­r:in­nen aller Bundesländer, merkt euch: Alle Autos stehen still, wenn dein starker Fuß es will! Zusammen seid ihr stark! Fasst euch ein Herz und zieht los im Pulk (wenn nicht gerade Kinder in der Nähe sind).

Aber vergesst bitte nicht, den Bedarfsknopf zu drücken. Rot wird die Ampel für Autos zwar gemeinhin erst zeigen, wenn ihr Mutigen längst drüben seid. Aber vielleicht muss so gerade Merz sinnlos warten und macht dann mal was. Er könnte sich dafür in seiner Neujahrsansprache 2027 loben.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Gereon Asmuth
Ressortleiter taz-Regie
Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
Mehr zum Thema

67 Kommentare

 / 
  • "Eine Einrichtung für arme Schlucker, die sich kein Auto leisten können. Oder wollen."

    Eine merkwürdige reaktionäre Einordnung von Fußgänger.

  • Die "Ampel" ist genau das was die Mehrheit der Bevölkerung will. Daher ok - und kein Mitleid. die Bevölkerung im Schland bekommt genau das was sie will.

    Das dies nicht Gut ist - im Sinne der Bevölkerung - ist klar. Aber nun ja - wer Dummes will bekommt halt Dummes.

    Mit diesen Insassen vom Schland hab ich überhaupt kein Mitleid mehr.

    (PS: & jetzt können mir die Büttel vom Schland gegen 05.45 (Tradition !!!) die Türe eintreten - ist mir egal).

  • Klar ist das so. Aber nicht "die Ampel" (oder sonstige Konstellationen) sind das Problem - das ist nur die Folge - sondern die Insassen vom Schland sind das Problem. Daher: Kein Mitleid: Die Mitbürger wollen das so - & zwar exakt so.

  • Hatte jetzt an eine ganz andere Ampel gedacht. War bestimmt vom Autor so nicht beabsichtigt.

  • Ampeln sollen doch wohl nur unsere individuelle Freiheit und unsere Eigenverantwortung einschränken...



    Stehen Ampeln nicht auch schon auf Fritze Merzis Reform Agenda, in einem zukünftigen Deutschland, wo Stärke wieder was zählt und sich Stärke wieder lohnen soll....

  • Ein Fussgaenger, der durch die Stadt laeuft, steht im Verhaeltnis zu seiner Gesamtzeit weniger an der Ampel als ein Auto welches durch die Stadt faehrt.



    Ebenso ist der Anteil der Autofahrer, die bei rot anhalten wesentlich hoeher als der Anteil der Fussgaenger, die bei rot warten.

    Dieser Artikel bestaerkt mich aber weiter in der Auffassung, dass man es manchen Fussgaengern nie Recht machen kann. Am besten Fussgaenger haben immer gruen und duerfen alle Vekehrswege nutzen wie und wann sie wollen. Natuerlich nur, bis der Krankenwagen zu spaet kommt oder der Handwerker die Mordsrechnung stellt, weil er mit 3 Leuten ne Stunde nachm Parkplatz sucht, falls er ueberhaupt noch Auftraege in der Stadt annimmt.

    • @elektrozwerg:

      Daumen hoch für diesen Kommentar. Aber manche wollen halt gerne zurück zur Pferdekutsche, aber vermutlich gefällt das denen dann auch wieder nicht.

  • Ampelschaltungen scheinen auch im 3. Jahrtausend ein technisches Problem oder möglicherweise ein Spielfeld von Ideologen zu sein. Hier in Freiburg werden gemäß strammer Anti-Auto Ideologie zahlreiche unnötige(kostenintensive) Ampeln installiert, dann minutenlang auf Rot geschaltet und das Ganze auch in den späten Abend- und Nachtstunden.



    Mittlerweile mache ich es wie die Radfahrer und Fussgänger tagsüber und fahre mit dem Auto zunehmend nachts über die sinnfrei roten Ampeln an völlig leeren Strassen/Kreuzungen. Sie wollen es anscheinend nicht anders!

  • Wenn ich - nur gefühlt? - ewig an einer Bedarfsampel auf meine wenige Sekunden 'Grün' gewartet und die Straße überquert habe, mache ich folgendes:



    Ich denke an die nach mir Kommenden und drücke für eine weitere Grünphase die Betteltaste - aus Solidarität.

    • @hinnerk untiedt:

      Aus Solidarität mit wem?

      Bedarfsampeln stehen typischerweise da, wo selten Fußgänger sind.

      Für Radfahrer ist das voll nervig, weil man sinnlos neu antreten muss.

    • @hinnerk untiedt:

      Ich würde Ihnen dankend zunicken.

  • Ampeln sind hier in Dresden das kleinste Problem, die werden von den meisten Fussgängern auch eher als Empfehlung wahrgenommen. Ist mir auch schon öfter passiert, das ich gewartet habe und jemand mit Kindern bei Rot über die Straße geht.



    Gefährlich sind rechtsabbiegende Autos, die denken sie hätten immer die Vorfahrt und Fussgänger und Radfahrer müssen grundsätzlich warten.

  • Das eigentlich erstaunliche ist die eingebaute Wandlungsfähigkeit vieler Mitmenschen: Sie schimpfen immer über die „falschen“ Ampelphasen - wechseln aber dabei munter ihr Fortbewegungsmittel vom Fuß, übers Fahrrad bis hin zu motorisierten Fahrzeugen für den Individual- und Massenverkehr. Vielleicht sollte man da mal in der Verkehrserziehung ansetzen um mehr Verständnis für die unvermeidlichen Veränderungen zu schaffen.

    • @vieldenker:

      Ich glaub, man kann das noch viel allgemeiner runterbrechen. Meckern, schimpfen, jammern und auf Andere zeigen. Darin sind wir Weltmeister. Und zwar quer durch alle Lager hinweg. Und bei Disziplinen wie "sich an die eigene Nase fassen" oder "sich mal für andere hinten anstellen", da schaffts kaum einer durch die Qualifikation.

    • @vieldenker:

      "mehr Verständnis für die unvermeidlichen Veränderungen"



      Das liegt auf der Schiene des Artikels.



      Veränderungen sind vielerorts angedacht u. in Modellen bereits ausgetüftelt.



      Manchmal wäre es leichter, schnell Abhilfe zu schaffen durch Technik, aber die Möglichkeiten sind begrenzt:



      zukunftsnetzwerk-oepnv.de:



      "Am Beispiel der drei Berufsgruppen Fahrpersonal, Bau- und Verkehrsingenieure sowie Verwaltungsgeneralisten, zeigt PD zudem auf, dass für das Erreichen der Verkehrswende die personellen Kapazitäten noch erheblich gesteigert werden müssen. Im Ingenieursbau führen etwa die höheren Anforderungen einer multimodalen Verkehrsgestaltung sowie erweiterte Beteiligungsverfahren zu einem höheren Arbeitsvolumen. Da die Serienreife im autonomen Fahren noch auf sich warten lässt,..."



      2024 zeit.de:



      "Wie KI-Ampeln Fußgänger bevorzugen



      KI-Ampeln können den Verkehr sicherer machen, etwa für Radfahrer. Doch wo sie eingesetzt werden, klagen Autofahrer über Staus. Sind die Ampeln zu dumm für die Rushhour?"



      Weiter:



      "Grün ist, wenn es die KI für sinnvoll hält: In Hamm in Nordrhein-Westfalen regelt Künstliche Intelligenz eine Ampelanlage. An einer viel befahrenen Kreuzung soll sie denen, die zu Fuß..."

  • Leider kann ich dem Artikel nur zustimmen, Ampeln dienen ausschließlich dem Autoverkehr. Zwei Beispiele aus der Mittelstadt, in der ich wohne.



    Schlafende Ampel am Ortseingang : Zeigte rot für Autos und Fußgänger. Sprang für Autos auf grün um, allerdings so, dass wenn schneller als 50 km/h gefahren wurde, das Auto zum Anhalten gezwungen wurde. Abgeschaltet, da angeblich nicht gesetzeskonform und den Verkehrsfluss behindert.

    Aufstellfläche für Radfahrer:innen vor der Haltelinie für Autos und einige Sekunden früher grün für Fahrräder. Umgebaut zu „normaler“ Ampel mit Radweg rechts um einen besseren Verkehrsfluss zu gewährleisten. Seit Umbau mehrere tödliche Unfälle mit Fahrrädern, waren halt so „dumm“, sich im Toten Winkel eines LKWs aufzustellen.

    • @Flix:

      O nein! Eine Aufstellfläche ist doch so hilfreich deutlich.



      Gleich mehrere tödliche Unfälle? Da muss es doch klicken! Was sagen VCD und ADFC am Ort, welche Parteien regieren?

      • @Janix:

        Wechselnde Mehrheiten und verteilte Zuständigkeiten (Kommune / Region / Land) Das Problem sind m. E. die Betonköpfe in den Verwaltungen, die alle vernünftigen Vorschläge aus der Politik erstmal abbügeln.



        VCD und Fuß e.V. nicht existent, ADFC organisiert Radtouren und hält sich ansonsten raus.

  • Grüße aus Österreich, hihi, wo sich Fußgänger wenn sie über einen Zebrastreifen gehen, hihi, immer besonders beeilen und dabei eine servile Körperhaltung einnehmen, damit der SUV nicht 1s zu lange stehen muss

    • @derzwerg:

      Wie darf ich mir diese "servile Körperhaltung" vorstellen?



      Im Übrigen, was spricht dagegen, eine Straße möglichst zügig, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten, zu überqueren?

  • Es gibt auch Orte außerhalb Berlins. Und auch Orte mit sich endlos anfühlenden Autophasen von 2 min, wo mensch (Fuß/Rad) zwischen den Zähnen Kinder in der Nähe wegwünscht, um einfach hinüberzugehen. Das Umdenken kommt aber.

    • @Janix:

      "Das Umdenken kommt aber."



      /



      Größter Umdenker weit und breit



      Hält Lösung dann dafür bereit,



      Es ist nicht Stimme, die hier lärmt,



      Nein, frisches Wasser angewärmt.



      Und zu unser aller Beruhigung:



      Die machen viel "Verkehrserziehung".



      /



      "XXL-Wasserpistolen: Wer in China über eine rote Ampel läuft, wird nass!



      Wer in China eine rote Ampel überqueren möchte, muss in Zukunft mit einer ungewollten Abkühlung rechnen: XXL-Wasserpistolen sollen Menschen davor bewahren, die Straße vorzeitig zu überqueren."



      Quelle



      abendzeitung-muenchen.de

      • @Martin Rees:

        Ich hoffe eher auf das Umdenken von _Planers, die dann Ampeln auf Menschen und fair optimieren und nicht nur möglichst viele Autos in Ortschaften hineingequetscht sehen wollen.



        Eine Minute warten schaffen alle.

        Danke jedoch für den Hinweis. Sommers wäre es besser abzuschalten, sonst würde ich in Guandong oder ähnlich warm doch gerne ein Rot-Gehen andeuten.

  • In Dortmund und Umgebung kenne ich für Fußgänger*innen und Radfahrende jede Menge 'Ampeldestinationen', an denen man mit normalem Tempo nicht und bei erhöhtem Tempo nur knapp "in einem Zug" eine breitere Straße überqueren kann. Auch komplett blockierte Möglichkeiten für einen "fließenden Verkehr" mit dem Rad oder per pedes sind mir bekannt.



    Zeit, dass sich was...

  • Danke für diesen Kommentar. Es ist schon verrückt. Da kommt eine Minderheit, und hält einfach die komplette Stadt an, damit sie da mit 50 durchbrettern kann. Und fühlt sich dann moralisch im Recht, wenn die Stadt ihre erzwungene "Regel" nicht akzeptiert.

    • @draddon:

      Auf den Kraftverkehr angewiesen ist allerdings keine Minderheit, eher so ziemlich jeder. Sollange das Beamen nicht erfunden ist, werden immer Lieferwagen zu Supermärkten fahren müssen.

      Könnt man zwar auch mit Lastenrädern machen, aber dann gibt es nirgends mehr Preise wie bei Aldi, sondern eher überall Preise wie sie es in Monaco gewohnt sind.

      • @Rikard Dobos:

        Na das möchte ich aber bestreiten, dass so ziemlich jeder auf individuellen Kraftverkehr angewiesen ist, schon gar nicht in Berlin.

      • @Rikard Dobos:

        Immer das gleiche; niemand will den Lieferverkehr, Handwerker und ÖPNV usw. aufhalten. Aber wenn es nur die wären, die durch unsere Städte führen, wäre viel Zeit für Grünphasen für Fußgänger.

  • Ich gehe schon immer bei "Rot" - natürlich nur, wenn keine Kinder in der Nähe sind.

    • @Il_Leopardo:

      Ist es nicht so?



      Bei grüner Ampel mit Vorsicht die Straße queren.



      Bei roter Ampel mit erhöhter Vorsicht die Straße queren.



      Kindern immer wieder erklären, dass weder grüne Ampel noch Zebrastreifen ein sicheres Queren der Straße ermöglichen.

      • @Flix:

        Tatsächlich halte ich das für eine schwierige Sicht. Genau das sollte es ja sein. Ich halte es für sinnvoll, dass sämtliche Ampeln mit einer Radarfalle ausgestattet sind, die jeden Auto- oder Motorradfahrer blitzen, der über rot fährt.



        Ich weiß gerade nicht, wie hoch die Strafen ausfallen, wenn man einen Fußgänger an einer Ampel oder auf einem Zebrastreifen überfährt, aber vielleicht sollte man da nachjustieren.

      • @Flix:

        So ist es - hier bei mir ums Eck wurden vor 4-5 Jahren zwei junge Männer "niedergemäht", die bei "grün" die Straße querten. Irgendein Raser hatte die rote Ampel missachtet und hatte mit hoher Geschwindigkeit die Beiden um ihr noch junges Leben gebracht. Es war eine Tragödie!

  • Ich kann den Gedanken durchaus nachvollziehen, muss aber aus meiner Sicht als Fußgängerin und E-Autofahrerin sagen, dass es leider schon genug Leute gibt, die sich nicht an die Regeln halten und damit allen anderen das Leben schwer machen. Zum Zusammenleben gehören Regeln, an die sich alle halten. Sonst kann es nicht funktionieren.

    Bedarfsampeln hier in Bremen werden praktisch sofort grün, sobald man den Knopf gedrückt hat. Das wäre vielleicht mal ein Gedanke für das Berliner Rathaus?

    • @Stinepizza :

      Diese Ampeln finden Sie auch in Berlin.

      Die machen sich aber wohl nicht so gut für den Artikel.

      Vo dem Hauptbahnhof haben Sie ein kompliziertes Geflecht aus einzelnen Grünphasen für abbiegende Straßenbahnen, geradeaus fahrenden Straßenbahnen, breiten und vielbenutzten Radwegen mit einzelnen Ampelphasen für abbiegende Radfahrer als Bedarfsampelphase etc.

      Ja, da müssen auch Fußgänger womöglich länger warten.

      Im Artikel ist das nur sehr reduziert wiedergegeben.

    • @Stinepizza :

      "Das wäre vielleicht mal ein Gedanke für das Berliner Rathaus?"

      Ein charmanter Gedanke. Leider auch ein sehr abwegiger, wenn man die sehr spezielle Performance des Verkehrssenats (Autosenat) betrachtet. :/

    • @Stinepizza :

      Ja, mehr Regeltreue wäre sicherlich bei allen Verkehrsteilnehmern wünschenswert. Damit die Regeln akzeptiert werden, müssen sie aber auch fair sein, und alle berücksichtigen. Da sind wir leider sehr weit von entfernt...

      • @draddon:

        Wie meinen Sie das, dass die Regeln nicht fair sind?

  • Lieber Herr Asmuth, ich möchte Ihren Aufruf zu zivilem Ungehorsam als Fußgänger im Straßenverkehr ausdrücklich unterstützen. Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass sich in der Auto-Kratie in der wir leben jedenfalls zu meinen Lebzeiten nichts mehr Entscheidendes zu Gunsten schwächerer Verkehrsteilnehmer ändern wird. Von daher hilft nur noch, sich sein Recht zu nehmen.

  • Auf den Punkt, danke. Am schlimmsten sind die „neuen Ampeln“, extra lange Wartezeit. In den 1970er-Jahren gab es Drückampeln, die schalteten nach 3-4 s bereits um.

  • Rotgänger - Totgänger. Nur bei Grün, den Kindern zum Vorbild. Bessere Ampelschaltungen, immer doch. Jemanden raten bei Rot zu laufen? Damit ich mir anschauen muss, wie der übergebügelt wird? Und dann noch Erste Hilfe leisten? Nein, Danke. Das ist Trauma auf das ich verzichten kann.

  • Sorry TAZ, aber das ist sinnbefreiter Quatsch.

    • @Die_Mitte_machts:

      Sehe ich genau so.

    • @Die_Mitte_machts:

      Gibt es dafür Belege oder Quellenangaben?

      • @Troll Eulenspiegel:

        Stellen Sie sich selbst in Berlin vor den Hauptbahnhof.

        Eigene Erfahrung ist hier der beste Beleg..

  • Tja EIGENTLICH könnte grade bei der Verkehrsregelung die viel-gelobte KI noch so viel tun - von Komfortfunktionen wie Fußgängervorrecht bei Regen wagt man ja kaum zu träumen....

    • @Garak:

      Es gibt noch so viel zu tun, bis die gerechte Welt vollständig erschaffen ist.

      • @Querbeet:

        Gerechtigkeit ist subjektiv...

  • An solchen Ampeln wird nie ein Auto sinnlos halten, denn bis grün ist, stehen schon die nächsten Fußgänger am Straßenrand.

    • @Herma Huhn:

      Das haltende Auto ist ohnehin die einzige nichtsinnlose „Haltungs“-Form (sic).

  • Toll.

  • Bitte fasst euch ein Herz und zieht los im Pulk, auch wenn gerade Kinder in der Nähe sind. Denn sie müssen lernen, wie man unfallfrei über eine bettelbeampelte Straße geht.



    Ich habe das meinen Kindern so beigebracht. Eine Ampel zwischen ihrer Grundschule und der Straßenbahnhaltestelle wollte einfach nicht auf Grün umschalten. Kaum ein Kind wartete dort mehr als zweimal. Da fand ich es schon besser, wenn sie gezielt und defensiv die Straße bei Rot überqueren, als kopflos einfach drüber zu rennen.

    • @berlinerer:

      Und wenn die Kinder dann tot sind, haben die "Eltern" natürlich nichts damit zu tun.



      Unfassbar, wie verantwortungslos manche Menschen sind.

  • Schön, wenn man Probleme findet, die es eigentlich nicht gibt. Bestimmt sind für den Autor auch Treppen eine Zumutung - man könnte doch alles ebenerdig bauen.

    • @FraMa:

      Ich habe mich schon gefragt, wo sind eigentlich die ganzen Auspuffapologeten, die sonst immer den landbewohnenden Rentner mit 2000 km jährlich pullen, um sinnvolle Veränderungen hin zu einer ökologischen Verkehrswende herauszuzögern. Ampeln umprogrammieren kostet fast nichts und macht das Leben des Fußgängers und Radfahrers so viel schöner.

  • Die Boulevardisierung der taz verwundert nicht, wenn man liest, dass die Leitung des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert, sich mit zentralen Problemen wie der Ampelschaltungen beschäftigt. So viel Rückgrat für liberales Allerlei hätte ich nicht einmal Christian Lindner, dem heimlichen König der Floskel, zugetraut. Dem Anspruch auf Albernheit eines Ulf Poschardts ist es ebenbürtig.

    Den liederlichen Plan zur Revolte an der Ampel hatte Der Plan schon 1986: „Da vorne steht ’ne Ampel …“

  • Es fehlt eine Gelbphase für Fußgänger*innen.

    • @Mondschaf26:

      Die Ampelbauer freuen sich



      Über die Idee sicherlich.



      2013 bei srf.ch



      "Gelb ist jetzt Rot in China – an der Ampel



      Chinesische Autofahrer ärgern sich über neue Verkehrsregeln: Wer noch bei Gelb über die Ampel fährt, wird jetzt genauso hart bestraft, als wenn er bei Rot über die Kreuzung gefahren wäre."



      Ich finde, es fehlt die autofreie Innenstadt,



      Weil die für alle Vorteile hat,



      Tote, Verletzte, Invaliden,



      Durch Autokarenz werd'n vermieden.



      Und ganz besonders hier ist schlau:



      Gut ausgebauter ÖPNV.



      Und welch Überraschung:



      "Die fußgängerfreundlichste Stadt in Deutschland



      Eine neue Erhebung zeigt: München gilt als die fußgängerfreundlichste Stadt der Welt. Das Ranking wurde von der Preisvergleichs-Website Compare the Market erstellt. Allerdings ist es noch nicht alles: Die Stadt will sich noch bessern. München hat es damit geschafft, die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. In Zukunft soll der Fußweg-Anteil aufgestockt und stabilisiert werden. Die bayerische Hauptstadt ist allerdings nicht nur für die autofreien Fußgängerzonen bekannt."



      Bei karlsruhe-insider.de

  • Bettelampeln zwingen mich geradezu immer diese zu drücken. Egal ob ich über die Straße will, oder nicht.

    • @bedampft:

      Dreijährige sollten nicht allein auf die Straße gehen...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        👍

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Zum Glück bin ich schon ganze Vier!

  • Interessanter Vergleich. Man könnte das noch weiter denken, in dem man die Autos mit den Wohlhabenden und sogar mit dem Superreichen im Land vergleicht, die, die mit ihrem Verhalten am meisten dazu beitragen, den Klimacrash voranzutreiben. Die machen das sogar ohne Ampeln.

  • "Alle Autos stehen still, wenn dein starker Fuß es will! Zusammen seid ihr stark! Fasst euch ein Herz und zieht los im Pulk (wenn nicht gerade Kinder in der Nähe sind)."

    Ganz einfach NEIN!

    Denn umgekehrt gilt ähnliches, wenn die Autos dann anfangen die Rote Ampel zu missachten, dann kommst du als Fußgänger auch nicht mehr bei Grün über die Ampel, denn am Ende will man dann doch nicht sein Leben riskieren, einfach weil man grad im Recht ist, obwohl ein Auto angeschossen kommt.

    Daher ganz klar NEIN!

  • man sollte Wartehäuschen neben de Ampeln instalieren