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Neuer Wehrdienst in DeutschlandVerweigern will gelernt sein

Der neue Wehrdienst lässt die Nachfrage nach Tipps wachsen, wie man diesen umgeht. Zu Gast bei einem Berater:innen-Lehrgang der Friedensgesellschaft.

In Stellung bringen: Die DFG-VK in Nordrhein-Westfalen berät junge Menschen, die nicht zur Bundeswehr wollen Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Aus Dortmund

Adrian Breitling

Angst allein ist kein guter Ratgeber, das muss selbst Joachim Schramm in diesen Tagen oft erklären. Er leitet die Landesgeschäftsstelle der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegs­dienst­geg­ne­r:in­nen (DFG-VK) in Nordrhein-Westfalen. Schramm unterstützt sowohl angehende Be­ra­te­r:in­nen als auch Menschen, die im Ernstfall nicht kämpfen wollen. Und ja: Allein die Angst vor dem Krieg reicht dafür nicht, so verständlich sie auch ist. „Das müssen die jungen Leute verstehen“, sagt er.

An einem Sonntagnachmittag Ende November sitzt Schramm zusammen mit 14 Neu-Berater:innen unter dem Dach eines Altbaus im Dortmunder Norden. Das Haus beherbergt viele linke Projekte. Es ist die zweite Schulung dieser Art, bei der Schramm die Teilnehmenden darauf vorbereitet, junge Menschen zum Thema Wehrdienst zu beraten.

Die Zahl der Verweigerer stieg in den letzten Jahren stetig an, zuletzt auf 3.034 – ein Rekord seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011. Auch die Beratungsstellen spüren den Anstieg und bilden zusätzliche Be­ra­te­r:in­nen aus. Der Bedarf dürfte weiter großer werden.

Grund dafür ist das Anfang Dezember verabschiedete Wehrdienstgesetz. Es betrifft alle jungen Männer ab Jahrgang 2008. Sie müssen einen Fragebogen ausfüllen, sich mustern lassen und angeben, wie sie zum Wehrdienst stehen. Für viele wird es vermutlich das erste Mal sein, dass sie sich diese Frage stellen.

Verweigerung als prägende Erfahrung

Die Gruppe erinnert sich daran, wie es damals bei ihnen war. „Früher haben in meinem Bekanntenkreis alle Männer verweigert“, sagt eine Frau, die mit 13 anderen angehenden Be­ra­te­r:in­nen der DFG-VK in dem kleinen Raum sitzt. „Oder sie sind nach Westberlin abgehauen. “ Auch Schramm hat verweigert, Ende der 1970er Jahre. Nach seiner eigenen Beratung wurde er schnell selbst Berater.

Früher wie heute können sich alle, die nicht zur Bundeswehr wollen, auf den Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetztes berufen. Darin steht: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Dieser Satz bildet die Grundlage für die Begründungsschreiben, in denen junge Männer ihre Verweigerung erklären.

Für viele war die Verweigerung eine prägende Erfahrung. Das zeigt sich auch im Schulungsraum. Ein Mann erinnert sich nach über 40 Jahren noch an die Namen der Prüfer, die ihm damals gegenübersaßen. Er überzeugte sie – wie die meisten anderen im Raum. Die einzigen, die hier nicht verweigerten, sind Frauen.

An diesen Beispielen zeigt sich, was heute anders ist: Zum einen können auch Frauen die Fragebögen der Bundeswehr ausfüllen und sich mustern lassen, allerdings freiwillig. Zum anderen tritt den modernen Verweigerern kein Mensch mehr gegenüber, alle Kommunikation läuft per Brief. Umso wichtiger ist deswegen ein überzeugendes Begründungsschreiben.

Friedensbewegung bisher kein Thema bei Jungen

Die DFG-VK, das stellt Schramm klar, hat ein Eigeninteresse, das schon im Namen steht. Sie sind Kriegsdienstgegner:innen. Und diese Haltung wollen sie an die jungen Menschen weitertragen.

Schramm beobachtet eine neue Generation, die sich bislang nicht so sehr für Friedensthemen interessiert hat. Klimaschutz und Antifaschismus, das seien die Themen der Zeit. Doch seit Russlands Angriff auf die Ukraine drehe sich der Wind ein wenig: Die Verweigerungszahlen steigen seit 2022 leicht. Mit dem neuen Gesetz, glaubt Schramm, könnte die Friedensbewegung wieder an Bedeutung gewinnen.

Diesen Hintergrund zu kennen, ist für die Be­ra­te­r:in­nen von morgen wichtig. Denn er bedeutet, dass sich die meisten Beratungssuchenden noch nicht weiter mit dem Wehrdienst beschäftigt haben. Was Schramm beobachtet: „Die Leute sagen oft, dass sie Angst vor dem Tod haben, dabei ist für die Verweigerung viel wichtiger, dass sie Angst vor dem Töten haben.“

Bei allem Verständnis für diese Haltungen ist es also Aufgabe der Berater:innen, ganz neue Gedanken in den jungen Menschen hervorzurufen. Weil ein überzeugendes Begründungsschreiben individuell sein und aus dem Herzen kommen muss, geht das am besten durch Nachfragen. „Ein Beratungsgespräch ist keine Anleitung“, sagt Schramm, sondern ein Dialog.

Die Leute sagen, dass sie Angst vor dem Tod haben. Dabei ist für die Verweigerung viel wichtiger, dass sie Angst vor dem Töten haben.

Joachim Schramm, berater bei der DFG-VK

Dabei geht es um große Fragen wie „Hast du schon einmal eine Gewissensentscheidung getroffen?“ oder „Was fühlst du, wenn du an eine Waffe denkst?“. Gerade für junge Menschen ist das nicht nur ein Test, sondern kann sehr prägend sein. Schramm spricht von einer „Kultur der Verweigerung“, die er und andere früher gelebt hätten und die er nun wiederbeleben möchte.

Dass es vonseiten der jungen Menschen Interesse daran gibt, zeigten zuletzt die Schulstreiks gegen das neue Wehrdienstgesetz. Dafür schwänzten die Schü­le­r:in­nen den Unterricht – und bewiesen, dass sich die Klimabewegung und die vor Jahrzehnten geborenen Ideen der Kriegs­dienst­geg­ne­r:in­nen durchaus miteinander verbinden lassen.

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80 Kommentare

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  • Verweigern ging früher leicht. Schwierig war es auch nur, wenn jemand sich erst verpflichtet hat, dann verweigerte, dann kam es schon drau an, wer im Ausschuss saß. Am Ende wollte die Armee diese Leute nicht, die mussten sich nur halbwegs glaubwürdig sich erklären. Wenn es enger wird, wenn Deutschland vielleicht in einem Krieg mit Russland ist, dann könnte das sehr sehr viel schwieriger werden, das dürfte jedem klar sein. Mit PDF-Vorlagen aus dem Internet wird es dann nicht mehr gehen.

  • ""Die Gruppe erinnert sich daran, wie es damals bei ihnen war.""



    ==



    www.bundeswehr.de/...ragebogen-data.pdf

    Die politische und militärische Situation in den 2020iger Jahren hat absolut nichts mit der Situation von damals zu tun. Das bezieht sich auch auf die Frage der Verweigerung.. -

    Anteil der 15 bis 24 jährigen an der Gesamtbevölkerung:



    Ende 2024 waren gut 8,3 Millionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren alt, das entspricht 10 % der Gesamtbevölkerung.

    Schätzung für 16-Jährige:



    Da die Altersgruppen 14-17 Jahre ungefähr gleichmäßig besetzt sind, kann man schätzen, dass etwa 1/4 der 3,13 Millionen Menschen (also ca. 780.000) 16 Jahre alt sind.

    Das bedeutet: Wenn sich ca. 10 % der heute 16jährigen und diejenigen, die 18 Jahre alt werden freiwillig zum Verteidigungsdienst an der Waffe bereit erklären wäre der Bedarf der Bundeswehr mehr als ausreichend gedeckt.

    Wer die Frage nach der Bereitschaft zum Wehrdienst verneint



    (Eintrag der Ziffer 0 im Fragebogen) für den ist die Frage der Verweigerung gelaufen. Auch das war damals anders.

    • @zartbitter:

      Sie haben den Punkt leider nicht verstanden.



      Es geht uns nicht um die Nicht-Teilnahme am Wehrdienst. Es geht um die Verweigerung des Kriegsdienstes - aus Gewissensgründen.

      Genau dieser Unterschied ist aber wichtig, verfassungsrechtlich und in der Schriftlichen Begründung.

      Die politische Situation ist nicht relevant.

      • @Tz-B:

        ""Es geht um die Verweigerung des Kriegsdienstes - aus Gewissensgründen.""



        ===



        1.. siehe Frankfurter Rundschau „Warum Land verteidigen, das sich einen Dreck schert?“



        www.fr.de/politik/...k-zr-94067034.html

        2.. Wehrdienstleistende dürfen grundsätzlich nicht gegen ihren Willen in Auslandseinsätze geschickt werden.

        3..Es geht also um die Verweigerung des Wehrduenstes

        4.. Die Verweigerung des Wehrdienstes aus Gewissensgründen ist ein in



        Art. 4 Absatz 3 des Grundgesetzes verankertes Grundrecht, das es erlaubt, den Dienst an der Waffe abzulehnen; dies erfordert einen Antrag beim zuständigen Karrierecenter der Bundeswehr, der vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) bearbeitet wird.

        Klartext:



        Wehrdienst rhetorisch mit dem Begriff Kriegsdienst zu verwechseln hilft sicher nicht weiter da er eine sachliche Diskussion zum Thema Gewissensgründe und Wehrdienst nicht zulässt weil er mit einer Unterstellung



        arbeitet.

      • @Tz-B:

        Wo beseht Ihrer Meinung nach denn da in Deutschland der Unterschied?

        • @Tom Tailor:

          Die Kriegsdienstverweigerung setzt sich mit der Hypothese "Wie verhalte ich mich im Kriegsfall" auseinander.



          Das hat sicher auch einen aktuellen Bezug oder Anlass, hat aber nur etwas mit mir zu tun und nicht mit "Deutschland", "dem Russen" oder so.

          Natürlich gibt es auch faule Säcke, die sich nicht um 6 Uhr von einem Unteroffizier anbrüllen lassen wollen.

          Aber gerne mal "Stell dir vüür" von BAP anhören oder lesen. Da sind typische Ausschuss-Fragen verarbeitet.

  • Ich hatte Glück damals bei der Musterung.



    Mich wollten die erst gar nicht haben.



    Zumal ich mir auch nicht gerade Mühe gegeben habe bei den Tests...

    Verstehen kann ich es aber, wenn jemand verweigert.



    Ich hätte auch jede Tätigkeit gemacht ohne Waffe. Fahrer, Sanitäter, Techniker usw. Hauptsache ohne Waffe. (Nach der Grundausbildung versteht sich. Die wäre mir sehr schwer gefallen. Man hat mir als Kind bedingungslosen Respekt vor jedem Leben beigebracht, sagte passen Waffen nicht)

    • @Riodria Sonnenherz:

      Sagen wir mal so: diverse Tätigkeiten bei der BW werden ohne Waffen durchgeführt. Es kann aber lebensrettend sein, im Falle einer militärischen Auseinandersetzung (z.B. wenn die Nachschubkolonne in einen Hinterhalt gerät) zu wissen wie mit einer Waffe umzugehen ist und idealerweise eine in greifbarer Nähe zu haben. Sie haben recht: zum Leben passen Waffen nicht. Leider denkt nicht jeder so, und in solch einem Fall ist es mir lieber zumindest die Option zu haben mich verteidigen zu können als auf Gnade des Gegners zu hoffen.

  • Dieser ganze Wehrdienstdebatte folge ich mit morbider Faszination. Ich kann mich nicht erinnern, wann schon mal so viele Argumente mit derartiger Verve vorgetragen wurden, die mit dem angeblichen Thema gar nichts zutun haben. "Wehrdienst" heißt nur eins, nämlich "Grundkurs Landesverteidigung". Alles andere, wie Kriegsdienst, Auslandseinsätze, Menschen töten, hängen damit zusammen, sind aber trotzdem völlig separate Fragen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Bereitschaft, zu differenzieren in den Diskursen unserer Zeit immer mehr verloren geht.

    • @Tränentier:

      da lässt sich noch weiter differenzieren. Auf den Abschussknopf drücken u. weggehen. Ob ich getroffen habe ?ist eine völlig separate Frage.

    • @Tränentier:

      Ich stimme Ihnen vollkommen zu. In unserem Grundgesetz ist durchaus definiert was Wehrdienst bedeutet - ich sehe unsere Landesgrenzen nicht in Gefahr. Folglich ist die die ganze Debatte sehr seltsam.

      • @Alexander Schulz:

        Unabhängig von dem was im GG steht ist Deutschland auch NATO-Mitglied. Was nichts anderes bedeutet dass im Bündnisfall deutsche Soldaten nicht die deutsche Grenze, sondern bspw. die litauische Grenze verteidigen müssten. Insofern ist die Debatte nicht seltsam sondern notwendig. Mit Ihrer Argumentation könnten sich auch englische Soldaten nicht berufen fühlen uns Hilfe zu leisten, sofern nur die englische Landesgrenze nicht in Gefahr ist, aber russische Jagdflugzeuge Ziele in Deutschland attackieren.

        • @Tom Tailor:

          Jo, da wars wohl bis zur Aussetzung Usus, keine Rekruten hinzuschicken sondern speziell und länger ausgebildete Berufssoldaten. Ich hoffe ma, daß da keiner dranrumbasteln will!

          • @Hugo:

            Ich weiß nicht was für Sie Usus ist, ich kann dazu nur soviel sagen: im Bündnisfall werden alle wehrfähigen Soldaten einberufen, vom Rekrut bis zum 60 jährigen Reservisten. Wer dann wo seinen Dienst tun wird (und in welcher Form) ist eine andere Frage, aber die Vorstellung, nur langjährig ausgebildete Berufssoldaten müssten eine angegriffene NATO-Front verteidigen, ist illusorisch.

            • @Tom Tailor:

              Tja, die Kriegsprofiteure scheinen einen großen Einfluss auf die von uns Wähler, für uns legitimieren Politiker, auszuüben.

              • @Alex_der_Wunderer:

                Hm, nicht wirklich, denn seit es die Bundeswehr gibt ist es Standard, dass im Bündnisfall alle wehrdienstfähigen Soldaten in den Einsatz müssen, auch die Reservisten (denn, oh Wunder, deswegen heißen sie so). Mit der Rüstungsindustrie hat das rein gar nichts zu tun sondern mit dem Konzept der Landesverteidigung.

        • @Tom Tailor:

          Das ist sicherlich ein wichtiger Punkt. Und trotzdem ist die Art von Einwand, die ich meine. Wer jetzt Wehrdienst leistet, trainiert nur. Es gibt auf absehbare Zeit keine Grenze zu verteidigen. Wenn sich das ändern sollte, muss sich auch der Blick auf den Wehrdienst ändern. Aber bitte erst dann. Es ist, als würde ich mich im Dezember weigern, draußen eine Wollmütze zu tragen, weil mir im August eine Wollmütze zu warm wäre.

          • @Tränentier:

            "Wer jetzt Wehrdienst leistet, trainiert nur. Es gibt auf absehbare Zeit keine Grenze zu verteidigen."

            Die Aussage muss lauten: Wer jetzt Wehrdienst leistet, trainiert nur, damit auf absehbare Zeit keine Grenze zu verteidigen sind.

            Man läßt auch nicht das Bauen von Dämmen sein, weil dadurch Überschwemmungen verhindert werden

        • @Tom Tailor:

          Interessanter Ansatz. Allerdings könnten wir dann Ärger vermeiden, wenn wir aus der NATO austreten. Von D will Putin kein Stück.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            👍👍 tja, noch will er nicht , der Putin aber mit etwas mehr Mühe der " Willigen " könnte er ja irgendwann Mögen wollen, der Putin oder der Trump...

            • @Alex_der_Wunderer:

              Ganz ehrlich, mir reicht es schon das er was von der Ukraine will. Das letzte was wir an den EU-Außengrenzen brauchen sind Kriegsherren mit militärischen Eroberungsgelüsten und Landnahme-Ambitionen.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            So ganz nach dem "Sankt-Florian-Prinzip" ? ;-)

            de.wikipedia.org/w...-Prinzip#Literatur

            • @Tom Tailor:

              Sankt Florian ist ja schließlich der deutsche Nationalheilige. Versuchen Sie mal hier eine Bahnstrecke zu bauen...

              Aber zum Thema. Man muss nicht überall seine Nase reinstecken.

              • @warum_denkt_keiner_nach?:

                Das nicht. Aber wenn man mit der Nase schon mal drinsteckt ist es ziemlich uncool sie wieder heraus zu ziehen sobald es zu stinken anfängt. Insbesondere wenn man erwartet, dass alle anderen dafür dann Ihre Nasen umso tiefer reinstecken müssen.

                • @Tom Tailor:

                  Ich war von Anfang an dagegen, dort die Nase reinzustecken. Ärger war ja absehbar. Deshalb habe ich natürlich nichts dagegen, die Nase wieder rauszuziehen. Sollen doch diejenigen, die die Suppe eingebrockt haben, sie auch wieder auslöffeln.



                  Ich erwarte, dass Menschen ihren eigenen Dreck wegräumen. Ich erwarte nicht, dass Andere das machen.

                  • @warum_denkt_keiner_nach?:

                    Im Gegensatz zu Ihnen habe ich deutsche NATO-Mitgliedschaft immer begrüßt. Und Überraschung: ein Militärbündnis sieht wie jedes andere Bündnis vor dass sich alle gegenseitig helfen und zusammen den Dreck wegräumen. Ihre Vorstellung nur den eigenen Garten sauber zu halten ist das Gegenteil von Solidarität.

                    • @Tom Tailor:

                      "Im Gegensatz zu Ihnen habe ich deutsche NATO-Mitgliedschaft immer begrüßt."

                      Wer im Visier von NATO Waffen aufgewachsen ist, sieht das häufig etwas anders.



                      Für mich und viele Andere war es nach dem Ende des Kalten Krieges eine absolute Selbstverständlichkeit, dass BEIDE Militärblöcke aufgelöst werden. Wir wurden damals mit der Bestimmung im 2 + 4 Vertrag getröstet, dass östlich der ehemaligen innerdeutschen Grenze keine ausländischen Truppen stationiert werden dürfen. Dass jemand so dreist sein könnte, die NATO noch weiter nach Osten auszudehnen, ist uns damals nicht in den Sinn gekommen.

                      Dabei spielt es übrigens nicht die geringste Rolle, ob dort jemand in die NATO wollte. Es bestand und besteht keine Pflicht zur Aufnahme. Es war allein eine Entscheidung der Regierungen der NATO Staaten, das Militärbündnis auszudehnen.

                      PS: Erinnern Sie sich noch an die NATO Gipfel in den 90ern, auf denen diskutiert wurde, wozu die NATO überhaupt noch da ist?

                      • @warum_denkt_keiner_nach?:

                        Vielleicht sollte man auch noch hinzufügen, dass die NATO früher ein "Status quo" Verteidigungsbündniss war - neue Mitglieder wurden nur aufgenommen, wenn sich die Sicherheit für alle bisherigen Mitglieder erhöhte. Wurde z.B. durch die Aufnahme des Baltikums die Sicherheit für die bisherigen Mitglieder erhöht oder passierte das Gegenteil?



                        Entweder hätte man es bei der klassischen Nato belassen sollen oder ein neues Bündnis gründen sollen.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Genialer Plan. Wir treten ohne Not aus einem großen Verteidigungsbündnis aus, in der gutgläubigen Annahme, dass uns schon niemand etwas tun möchte. Dieser Plan überzeugt mich jetzt nicht.

            • @Katharina Reichenhall:

              Ich habe nur die Gedanken von Tom Tailor zu Ende gedacht 😉

              Allerdings ist die Strategie, sich aus Ärger herauszuhalten, statt sich reinzustürzen, manchmal nicht die Schlechteste.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            👍



            Davon abgesehen ist es nicht relevant, ob im Baltikum ein paar mehr deutsche Soldaten stehen oder weniger. In jeglichen NATO-Planspielen ging man davon aus, dass das Baltikum nicht konventionell zu verteidigen ist.



            Und bevor jetzt wieder der Einwand kommt, dass das Baltikum sehr wohl zu verteidigen ist - ja, aber nur in der Theorie. Es werden keine 500.000-1.000.000 Nato-soldaten im Baltikum stationiert werden.

            • @Alexander Schulz:

              Sofern sich das Bedrohungsszenario weiter zuspitzt ist dies sehr wohl eine mögliche Option.

              • @Tom Tailor:

                Und wer sendet die?

            • @Alexander Schulz:

              Sie brauchen keine 500.000 Soldaten. Jedenfalls nicht sofort. Sie brauchen vielleicht 100.000 Soldaten, der Rest kann nachrücken. Deutschland hat nicht ohne Grund die Litauenbrigade aufgestellt. Die NATO stationiert doch nicht ihre besten Truppen an vorderster Front wenn sie glaubt das die eh keine Chance haben. Es ist nicht mehr 2016 die neuen Pläne sehen eine erfolgreiche Verteidigung vor.

              • @Machiavelli:

                "Deutschland hat nicht ohne Grund die Litauenbrigade aufgestellt. Die NATO stationiert doch nicht ihre besten Truppen an vorderster Front wenn sie glaubt das die eh keine Chance haben."

                Stimmt. Dort stationiert man Truppen, auf die man verzichten kann. Also stellt man eine deutsch Brigade da hin...

              • @Machiavelli:

                Es handelt sich um eine Anpassung aus politischen Gründen. Jeder der sich mit der Materie näher befasst weiß natürlich, dass die Bedingungen sich nicht geändert haben und das 100.000 Soldaten auch am Anfang nicht ausreichen würden, sofern Russland ernsthafte Ambitionen hat.

                • @Alexander Schulz:

                  Auf was stützen sie ihre Aussagen? Ich habe mich auch mit der Materie beschäftigt und die NATO hat sehr ernsthafte Pläne das Baltikum zu verteidigen und schüttet da ziemliche Ressourcen rein. Allein schon geographisch bedingt kann Russland nicht mit 1 Millionen Soldaten angreifen, von den anderen Herausforderungen mal abgesehen. 300.000 Angreifer gegen 100.000 Verteidiger verstärkt nach wenigen Tagen durch mittlere Kräfte gefolgt von Schweren Kräften. Dazu noch luftlandetruppen, und See und Luftunterstützung. Wenn die Aufrüstung der Bundeswehr so durchläuft hat Deutschland im Verbund mit Polen und den Skandinavischen Ländern genügend Kräfte Russland im Baltikum aufzuhalten. Wichtig ist halt eine hohe personalreserve durch Wehrpflicht um im Falle eines Abnutzungskrieges durchhalten zu können.

                  • @Machiavelli:

                    ...fix noch ein Karton mit Zinnsoldaten nachliefern, nicht datt die Schlacht am Wohnzimmertisch noch scheitert...😉

                    • @Alex_der_Wunderer:

                      👍

                  • @Machiavelli:

                    Nach fast 20 Jahren wird über Nacht aus "nicht konventionell zu verteidigen" auf einmal "konventionell zu verteidigen".



                    Früher hieß es auch, dass es nicht praktikabel sei Hunderttausende Soldaten per Luftbrücke einzufliegen. Auf einmal soll das alles möglich sein.



                    Mich erinnert das an den Herbst 22 bzgl des Krieges in der Ukraine wo aus politischen Gründen auch den höchsten Soldaten der USA, Frankreich und Deutschland (Milley, Burkhard und Zorn) widersprochen wurde als diese anmahnten, dass die Ukraine vermutlich die bestmöglichste Position erreicht hat und Verhandlungen geboten seien.



                    Ich bezweifle (leider) übrigens sowieso, dass in der Praktikum das Baltikum verteidigt werden würde durch die NATO, da es zu unwichtig ist (noch nicht Mal die Hälfte der Einwohner von Paris wohnen dort). Polen wäre natürlich eine andere Nummer.



                    Ich vertrete die These, dass man nur Länder in die NATO hätte aufnehmen dürfen, die man im Ernstfall auch bereit wäre zu verteidigen, da sonst die Glaubwürdigkeit des Bündnisses etwas leiden könnte.

  • Also meine Erfahrung mit der Jugend: Bock auf Bundeswehr haben nur wenige. Klimaschutz und Antifaschismus ist aber auch ganz weit hinten angeordnet, weit hinter dem eigenen Auto oder der E-Zigarette. Und Waffen finden fast alle geil, nur in der Hand hatten sie noch keine richtige, nur von Videospielen kennt man sie.

    • @Otto Mohl:

      Ach herrje. Die bösen Videospiele wieder? Das reine "Ballerspiele" mittlerweile recht ausgedient haben, müsste sich selbst hier langsam rumgesprochen haben. Schauen Sie sich mal zB Games Awards an. Da muss man schon graben, um ein "Killerspiel" zu finden.

  • „… im Ernstfall nicht kämpfen wollen.“ Ist schon mal die falsche Einstellung bzw. was uns früher immer unterstellt wurde. Zivis waren im Ernstfall immer auch mit eingebunden, wenn auch nicht mit der Waffe in der Hand. Kämpfen kann man auch im Zivilschutz oder bei der Versorgung Verwundeter.

  • "Die DFG-VK, das stellt Schramm klar, hat ein Eigeninteresse, das schon im Namen steht."

    Ja, und wenn er ehrlich ist, gehts auch nur darum. Niemand braucht aktuell bei einem freiwilligen Wehrdienst die Beratung der Friedensgesellschaft zur Verweigerung. Sowas war bereits vor 20 Jahren schon obsolet, da man die entsprechenden Musterschreiben damals schon easy aus dem Netzkopieren konnte. Ich kenne niemanden, bei dem das damals nicht geklappt hat. Falls es doch irgendwann zu einer Pflicht kommen sollte, haben 18 jährige ganz sicher andere Quellen, als den Herrn Schramm.



    Die Friedensgesellschaft ist ein graues Relikt, das mental im kalten Krieg hängengeblieben ist und ob der eigenen Bedeutungslosigkeit, seit Jahren wenig Probleme damit hat, die Straße mit allerlei Schwurblern, Querdenkern und Querfrontlern zu teilen.



    Ein Paradoxon wie die "Rekordzahl der Verweigerer seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011" zu zitieren, spricht schon für sich.



    Und die Frage, an junge Erwachsene, ob sie schon einmal im Leben nach Gewissen entscheiden mussten, ist im Grunde eine Frecheit.

  • Widerspruch im Grundgesetz.



    Meines Erachtens verstößt das Grundgesetz gegen das Grundgesetz.



    "Artikel 3, Absatz 2: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“. "



    "Artikel 12a, Absatz4: "Frauen.... Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.



    Womit für mich Männer und Frauen eben nicht gleichberechtigt sind. Meines Erachtens sollte dieser Widerspruch vom Bundesverfassungsgericht beseitigt werden.

    • @Hans Dampf:

      Dazu gibt es bereits ein uraltes Urteil des Bundesverfassungsgerichts.



      Darin steht so in etwa, dass Frauen ihren Dienst am Vaterland mit dem Gebären und Aufziehen von Kindern leisten.



      Man würde heute wohl Genderpaygap sagen...

    • @Hans Dampf:

      In den meisten Büchern fehlt Absatz 7:

      "Sobald Männer die künftigen Soldaten komplett selbst austragen, entfällt Absatz 4." 😉

    • @Hans Dampf:

      Der erkennbare Widerspruch ist nicht verfassungswidrig.

      Verfassungsrechtlich gibt es keine Kollision der beiden Artikel, da sie normenhierarchisch nebeneinander stehen. Es gibt kein Geltungsvorang.

      Bedeutet die von ihnen angesprochene Gleichberechtigung spielt sich nur im Rahmen des Artikel 12 ab wenn es um die Wehrpflicht geht. Und hier ist zu berücksichtigen, das nicht alle tauglichen herangezogen werden. Dabei muss dann auch der Grundsatz der Lastengleichheit herangezogen werden.

    • @Hans Dampf:

      Menschen, die unser Grundgesetz generell als Dorn im Auge betrachten, haben das natürlich sofort als Makel erkannt.

      Darum wollen diese Menschen das Grundgesetz auch abschaffen. Neben Demokratie oder anderem Zeugs.

    • @Hans Dampf:

      Ach, da wird auf einmal einen auf Gleichberechtigung gemacht. Erstmal andere Ungleichheiten zwischen Mann und Frau beseitigen, bevor man sie zum Wehrdienst zwingt.

      • @Andreas J:

        Das ist die typische argumentfreie Antwort auf eine legitime Forderung, die einem selbst nicht in den Kram passt. Erst mal woanders anfangen, aber nicht bei mir.



        Erstmal woanders ein Windrad bauen, aber nicht vor meinem Garten. Erst mal die anderen besteuern, aber nicht meine Privilegien kürzen. Erst mal auf Trump und Putin schimpfen, aber nicht die Missstände im eigenen Land benennen.



        Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen.

    • @Hans Dampf:

      Wäre das denn wünschenswert?

      Die Situation der Männer würde sich nicht verbessern, wenn auch Frauen verpflichtet werden könnten. Frauen würden dadurch lediglich einen Nachteil erfahren.

  • Was waren das für Zeiten, als man vorher einfach eine dicke Tüte geraucht hat und dann ausgemustert wurde. Heute braucht man Beratungen und Workshops, um an Informationen zu gelangen, die nur einen Klick entfernt sind?

    • @SGouldo:

      Das ging auch mit legalen Drogen, ein Schulkamerad der viel Rothhändle geraucht hat, hat 1983 zwei Wochen vor der Musterung noch mehr geraucht und viel billigen Weinbrand getrunken, die haben dann noch seinen Blutdruck gemessen und wurde dann ausgemustert.



      Waren halt auch geburtenstarke Jahrgänge, da war man großzügig.

    • @SGouldo:

      Diese "Tüten" wurden bei mir damals nicht in der Schulcafeteria verkauft. Nicht jedem wurde dieses Privileg gegönnt.

    • @SGouldo:

      Zumindest mit Gras dürfte man mittlerweile nicht mehr weit kommen, aber man wird wohl nicht mehr versuchen die Leute mit aller Macht zum Bund zu zerren und ihnen ein Jahr ihres Lebens zu rauben.

  • 1



    Schon einmal gehört? "Du sollst nicht töten!" (Das fünfte Gebot)



    Ich könnte nicht mehr ruhig schlafen, wenn durch meine Hand jemand zu Tode kommen würde.



    2



    In meinem fortgeschrittenen Alter habe ich keine Angst vor dem Tod - er ist unausweichlich!



    Aber ich verstehe die Angst der jungen Menschen, die noch ein ganzes Leben vor sich haben.

    • @Il_Leopardo:

      Das 5. Gebot ist so nicht korrekt übersetzt.

      Es lautet eigentlich: " Du sollst nicht morden."

      Herzlich willkommen in der ethischen Diskussion, ob und wann Töten gerechtfertigt sein kann.

      Und wann nicht, weil es dann Morden ist.

      • @rero:

        „Der Mord ist ein Verbrechen, wenn ein einzelner ihn begeht; aber man ehrt ihn als Tugend und Tapferkeit, wenn ihn viele begehen! Also nicht mehr Unschuld sichert Straflosigkeit zu, sondern die Größe des Verbrechens!“



        Cyprian von Karthago

        • @Il_Leopardo:

          Hat aber nichts damit zu tun, wenn Sie Ihre Heimat gegen einen Aggressor verteidigen.



          Oder sollen andere Menschen Menschen töten, um Sie zu verteidigen?

          • @Katharina Reichenhall:

            Oh, das ist aber jetzt ein schönes Beispiel:



            Ist nicht Trump schon ein Aggressor oder Putin oder Höcke?



            Wann beginnt die Verteidigung und woraus besteht sie?



            Muss ich TrumpPutinHöcke jeweils töten oder reicht wegsperren und was haben Soldaten damit zu tun?

            Verteidigung durch zivilen Ungehorsam gegen einen Besatzer ist immer möglich.



            Man braucht halt Mut, aber keine Waffen

          • @Katharina Reichenhall:

            Ob und wie die Ukrainer ihr Land verteidigen, ist deren Entscheidung. Meine Freiheit müssen die nicht verteidigen.



            Sie übrigens auch nicht - lassen Sie also getrost Ihre Heugabel oder gusseiserne Pfanne, da wo sie sind.



            Ich komme schon klar, sollte der Feind jemals vor meiner Haustür stehen.

  • Ich bin beeindruckt, dass sich anscheinend einiges an Infrastruktur der Kriegsdienstverweigerer erhalten hat. Obwohl es ja schon recht lange praktisch kein Thema für die Jungen war. Ich habe selbst 1982/83 davon profitiert, dass es Beratung gab. Damals war ja noch das volle Programm angesagt für uns: Begründung schreiben (ohne ChatGPT), Leumundszeugen beischaffen, und dann Verhandlung vor einem Tribunal von Leuten, die offenbar Zweifel an einem Gewissen hatten, dass keinen Menschen umbringen wollte. Leute deren Gewissen kein Problem damit hatte zu morden, musste man nicht hinterfragen; die waren in Ordnung.

    Viel Glück und Erfolg an alle, die jetzt leider wieder unter der Propaganda der Rüstungsindustrie und der Unfähigkeit unserer Regierung(en) leiden müssen!

    • @Jalella:

      Ihnen ist aber schon auch klar, dass das, was Sie schildern, mit dem, wie die jungen Männer in 1990ern und 2000ern verweigern konnten, nichts mehr gemein hat, oder? Ich erinnere mich an meinen Ex, der ging Ende der 1990er Jahre zur Musterung, gab dort an, zu verweigern und gemeinsam schrieben wir dann den entsprechenden Brief.

      Diese üblen Geschichten aus den 1970er und 1980er Jahren "Sie gehen mit Ihrer Freundin im Park spazieren und dann springt jemand aus dem Gebüsch, um Ihre Freundin zu vergewaltigen. Was tun Sie?" gab es da ja längst nicht mehr. Zum Glück. Aber deswegen ist es völlig unangemessen, diese Geschichten jetzt wieder hervorzuholen.

    • @Jalella:

      Irgendwie erinnert das alles auch an die Sprüche, die die AfD heranzieht, um den Wehrdienst zu diskreditieren und Russland positiv darzustellen. Steht die Brandmauer bei vielen Salonlinken doch nicht mehr?

    • @Jalella:

      ...und "lang lebe Russland" haben Sie noch vergessen.

      • @KaosKatte:

        Haben Sie ein Problem damit, wenn Menschen ein gesetzlich verbrieftes Recht wahrnehmen?

        Ich bin zwar für die Wehrpflicht, aber eben auch für das Recht auf Verweigerung. Beides gehört zusammen. Jeder soll nach seinem Gewissen entscheiden können. Anders als z.Z. in Russland.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Ob ich ein Problem mit dem Recht auf Verweigerung habe? Das fragen Sie jetzt nicht ernsthaft. Natürlich nicht. Mit "Anders als in Russland" liegen Sie auch falsch. Selbst dort gibt es das.



          Ich habe ein Problem damit, dass mir und anderen, die in Deutschland Wehrdienst leisten oder geleistet haben, von Herrn Jallela unterstellt wird, sie würden kein Problem haben, Menschen zu ermorden. "Alle Soldaten sind Mörder" - das ist so was von 1980. Damit finden Sie heute keine Anhänger mehr.

          • @KaosKatte:

            Nein. Das ist so was von 1931.



            "Seit 30 Jahren sind Soldaten Mörder. Darf man das so sagen? Nun ja, tatsächlich waren Soldaten schon immer Mörder, zumindest potenzielle. Aber vor 30 Jahren, am 7. November 1995, verkündete das Bundesverfassungsgericht, dass es auch erlaubt ist, das öffentlich zu sagen. Zuvor hatten mehrere Gerichte in Bayern und Rheinland-Pfalz anders entschieden, deren Urteile von den Karlsruher Rich­te­r:in­nen jedoch zugunsten der Meinungsfreiheit aufgehoben wurden.

            Soldaten sind Mörder. Seit der Weimarer Republik sorgt dieser Satz für Erregungsstürme und beschäftigt die deutschen Gerichte. Denn wenn Soldaten schon Mörder sind, dann höchstens die anderer Länder. Auf die beschränkte sich Kurt Tucholsky aber nicht, als er 1931 in der Weltbühne anlässlich des 17. Jahrestages über den Ersten Weltkrieg schrieb: „Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“



            TAZ, 07,11,25

          • @KaosKatte:

            In Russland ist das wie in jeder Autokratie nett gesagt sehr eingeschränkt und Gefängnis in Russland bedeutet auch nicht, dass sie da unveschadet wieder rauskommen.

            www.kontextwochenz...legram-10530.html?

      • @KaosKatte:

        Sie treffen den Nagel auf den Kopf

    • @Jalella:

      Morden? Soldaten übernehmen Verantwortung für die äußere Sicherheit. Sie haben besseres verdient als als Mörder beschimpfen zu lassen. Wir sind leider noch nicht soweit den Frieden in Europa mit Straßenfesten, Hüpfburgen oder Schulschwänzen zu bewahren. Bucha kann überall passieren, wenn ein Staat seine Bürger nicht verteidigen kann oder diese Bürger der Meinung sind, das eigene Leben und die Unversehrtheit der Liebsten es nicht wert sind dafür Einsatz zu zeigen.

      • @Bluewater:

        Ich habe die Freiheit, mich dafür oder dagegen zu entscheiden, andere Menschen zu töten. Ich töte nicht. Ich bin bereit für meine freie Entscheidung im Extremfall wegen Landesverrat oder so hingerichtet zu werden.

        • @Andreas Schulz:

          Das sei Ihnen unbenommen - darum geht es in dem von Ihnen angesprochenen Comment ja auch nicht.

      • @Bluewater:

        Wollen Sie damit sagen, dass die Bürger der Ukraine keinen Einsatz gezeigt haben?



        Kriegsverbrechen können immer gewchei, egal wie Wehrhaft eine Nation ist.



        Das zu leugnen, davon zu faseln, dass Waffen und Kampfgeist Kriegsverbrechen unmöglich machen ist verlogen.

  • „Es ist die zweite Schulung dieser Art, bei der Schramm die Teilnehmenden darauf vorbereitet, junge Menschen zum Thema Wehrdienst zu beraten.“



    Sorry, aber dort wird doch niemand zum Wehrdienst „beraten“.



    Eine „Beratung“ wäre ergebnisoffen - das ist hier nicht die Zielsetzung.

    • @M_Kli:

      Was erwarten Sie eigentlich so zum Thema Wehrdienst zu erfahren, wenn Sie zu einer Beratung bei der "Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegs­dienst­geg­ne­r:in­nen (DFG-VK)" gehen?



      Ich frag für nen Freund. 😉

      • @Nansen:

        Von der DFG-VK würde ich im Zusammenhang mit dem Putin Faschismus etwas zum Thema Verteidigung gegen Faschismus erfahren wollen. Wie der Hitler-Faschismus besiegt wurde, was die Alternative zum militärischen Vorgehen gegen die Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg gewesen wäre und welche Folgen das gehabt hätte.

    • @M_Kli:

      Es geht natürlich nicht um eine Beratung zum Wehrdienst, sondern darüber, wie man ihn am besten erfolgreich verweigert. Kann man doch am Text sehen.

      • @Jalella:

        Genau deshalb ist der Satz eingangs ja auch irreführend. Kritik berechtigt.