Konsequenzen aus der Ahrtal-Flut : Von einer Klimakatastrophe zur nächsten
Fünf Jahre nach der Ahrtal-Flut leben wir mitten in einer neuen Klimakatastrophe. Die Anti-Klimapolitik von Schwarz-Rot ist vor diesem Hintergrund ein Hohn.
Foto: Thomas Frey/dpa
F ünf Jahre ist es nun her, dass das Tief „Bernd“ über das Ahrtal herfiel. Der extreme Regen ließ die friedlich plätschernde Ahr zur zerstörerischen Flutwelle mutieren. In den vom Unwetter betroffenen Regionen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem belgischen Wallonien starben mehr als 200 Menschen. Tausende Anwohner*innen wurden obdachlos.
Tausende Gebäude, zahlreiche Brücken und Straßen wurden weggespült. Versicherungen zahlten Milliarden, der Bund stellte bis zu 30 Milliarden Euro für einen Aufbau-Fonds bereit. Armin Laschet (CDU) kicherte und fiel unter anderem deshalb im Rennen um die deutsche Kanzlerschaft zurück, die schließlich Olaf Scholz (SPD) einigermaßen überraschend gewann. Die Ahrtal-Katastrophe war auf vielen Ebenen ein Einschnitt für Deutschland.
Das gilt auch, weil es eine der ersten Klimakatastrophen war, die in der Öffentlichkeit breit als solche benannt und wahrgenommen wurde. Wissenschaftler*innen haben klar gezeigt: Das war kein Zufall, kein normales Wetterchaos. Das waren mindestens zum Teil der Mensch und seine Treibhausgasemissionen aus Kohlekraftwerken, Autos, Gas-Pipelines oder Rindermägen.
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Den Starkregen, dessen Niederschlagsmengen die bisherigen Extremwerte in den Wetteraufzeichnungen weit überstiegen, hatte die Klimakrise um das 1,2- bis 9-Fache erhöht. Der Mensch war zudem nicht nur schuld an den extremen Regenfällen, sondern auch daran, worauf sie prasselten – nämlich viel zu oft auf Beton. Dort versickert Wasser nicht, sondern wird zur Überschwemmung. Insgesamt: Das war ein menschengemachtes Desaster.
Die Anti-Klimapolitik von Schwarz-Rot ist auch vor diesem Hintergrund ein Hohn: das Abwürgen des klimafreundlichen Heizungsaustauschs, geplante Hürden für die Energiewende, das angekündigte Stopfen von Haushaltslöchern mit Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds des Bundes – die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht es nicht als Priorität, derartiges Unglück in Zukunft abzuwenden.
Vertreter*innen fossiler Branchen fordern jetzt auch noch eine Verschiebung des deutschen Zieljahrs für Klimaneutralität. Statt 2045 solle Deutschland das europäische Zieljahr 2050 übernehmen, sagten etwa der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, und RWE-Vorstandschef Markus Krebber gerade der Welt am Sonntag.
Was für ein Zeitpunkt: Schließlich jährt sich nicht nur die Klimakatastrophe im Ahrtal – wir leben mitten in einer aktuellen. Schon bis Ende Juni dieses Jahres gab es in Deutschland 5.120 Hitzetote. Allein am 28. Juni sind bei rund 40 Grad 4.452 Menschen gestorben.
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