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Konsequenzen aus der Ahrtal-Flut Von einer Klimakatastrophe zur nächsten

Susanne Schwarz

Kommentar von

Susanne Schwarz

Fünf Jahre nach der Ahrtal-Flut leben wir mitten in einer neuen Klimakatastrophe. Die Anti-Klimapolitik von Schwarz-Rot ist vor diesem Hintergrund ein Hohn.

F ünf Jahre ist es nun her, dass das Tief „Bernd“ über das Ahrtal herfiel. Der extreme Regen ließ die friedlich plätschernde Ahr zur zerstörerischen Flutwelle mutieren. In den vom Unwetter betroffenen Regionen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem belgischen Wallonien starben mehr als 200 Menschen. Tausende An­woh­ne­r*in­nen wurden obdachlos.

Tausende Gebäude, zahlreiche Brücken und Straßen wurden weggespült. Versicherungen zahlten Milliarden, der Bund stellte bis zu 30 Milliarden Euro für einen Aufbau-Fonds bereit. Armin Laschet (CDU) kicherte und fiel unter anderem deshalb im Rennen um die deutsche Kanzlerschaft zurück, die schließlich Olaf Scholz (SPD) einigermaßen überraschend gewann. Die Ahrtal-Katastrophe war auf vielen Ebenen ein Einschnitt für Deutschland.

Das gilt auch, weil es eine der ersten Klimakatastrophen war, die in der Öffentlichkeit breit als solche benannt und wahrgenommen wurde. Wis­sen­schaft­le­r*in­nen haben klar gezeigt: Das war kein Zufall, kein normales Wetterchaos. Das waren mindestens zum Teil der Mensch und seine Treibhausgasemissionen aus Kohlekraftwerken, Autos, Gas-Pipelines oder Rindermägen.

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Den Starkregen, dessen Niederschlagsmengen die bisherigen Extremwerte in den Wetteraufzeichnungen weit überstiegen, hatte die Klimakrise um das 1,2- bis 9-Fache erhöht. Der Mensch war zudem nicht nur schuld an den extremen Regenfällen, sondern auch daran, worauf sie prasselten – nämlich viel zu oft auf Beton. Dort versickert Wasser nicht, sondern wird zur Überschwemmung. Insgesamt: Das war ein menschengemachtes Desaster.

Die Anti-Klimapolitik von Schwarz-Rot ist auch vor diesem Hintergrund ein Hohn: das Abwürgen des klimafreundlichen Heizungsaustauschs, geplante Hürden für die Energiewende, das angekündigte Stopfen von Haushaltslöchern mit Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds des Bundes – die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht es nicht als Priorität, derartiges Unglück in Zukunft abzuwenden.

Ver­tre­te­r*in­nen fossiler Branchen fordern jetzt auch noch eine Verschiebung des deutschen Zieljahrs für Klimaneutralität. Statt 2045 solle Deutschland das europäische Zieljahr 2050 übernehmen, sagten etwa der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, und RWE-Vorstandschef Markus Krebber gerade der Welt am Sonntag.

Was für ein Zeitpunkt: Schließlich jährt sich nicht nur die Klimakatastrophe im Ahrtal – wir leben mitten in einer aktuellen. Schon bis Ende Juni dieses Jahres gab es in Deutschland 5.120 Hitzetote. Allein am 28. Juni sind bei rund 40 Grad 4.452 Menschen gestorben.

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Susanne Schwarz

Susanne Schwarz Leiterin wirtschaft+umwelt

Jahrgang 1991, leitet das Ressort Wirtschaft + Umwelt und schreibt dort vor allem über die Klimakrise. Hat ansonsten das Online-Magazin klimareporter° mitgegründet.
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38 Kommentare

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  • "...das Abwürgen des klimafreundlichen Heizungsaustauschs..."



    Äh, ja. Ein paar Wärmepumpen werden das nächste Hochwasser im Ahrtal sicher verhindern.



    Es war noch nie besonders schlau, ausgerechnet im Ahrtal wohnen zu wollen [1].



    Das nächste Hochwasser wird kommen, und alle Klimaschutzmaßnahmen zusammen werden es nicht verhindern können. Die Frage ist nicht ob es kommt, sondern allenfalls wann.



    Aus dem Hochwasser ein Werbeargument für die Wärmepumpenindustrie machen zu wollen lenkt vom grundlegenden Problem des Ahrtals ab und grenzt an Zynismus.



    [1] de.wikipedia.org/w...gnissen_an_der_Ahr

  • Spannenderweise denkt inzwischen überhaupt niemand mehr über die Abmilderung der Ursachen der klimakatastrophe nach. Medial kommt das quasi nicht vor. Es geht nur um Milderung der Folgen.

    Die Menschen denken "Mist, das ist jetzt die Klimakatastrophe, kann man nichts machen". Aber DAS ist nur das, was wir bekommen hätten, wenn wir alles daran gesetzt hätten, das 1,5°-Ziel zu erreichen. Denn das ist etwa die jetzige Erderwärmung. Aber da wir mit Überaufrüstung und fossilem Lobbyismus gepaart mit rückwärtsgerichteter Ignoranz die Katastrophe kräftig weiter pushen, werden wir nicht mal das 2°-Ziel erreichen. Wir steuern 3° bis 3,5° an. Und dann wird es so aussehen, wie Harald Lesch hier beschreibt:

    youtu.be/f1wx5ks9g...i56DJvA0kTS7&t=612

    D.h., wir werden uns in 10 Jahren noch nach den 5000 Hitzetoten nach nur einer Woche im Juni sehnen.

    • @Jalella:

      Ist ja auch sinnvoll sich da drüber Gedanken zu machen oder? Wenn es wärmer hier wird, und viele Menschen an der Hitze sterben, könnte man über Klimaanlagen nachdenken. Und wenn in einigen Ländern, weil es dort nun mehr regnen wird, ideale Bedingungen für den Getreideanbau entstehen, Sollte man vielleicht seine lieferketten anpassen. Oder spricht was dagegen?

  • Die grüne Option, erst nochmal die Warnung neu gendern zu lassen und dann in den Urlaub zu fahren, war jetzt auch nicht sonderlich nachhaltiger.

  • Der Klimawandel in Deutschland führt zu mehr Hitzewellen, Dürren und Starkregenereignissen, was die Gesundheit (z.B. Hitzetote, psychische Belastungen, Infektionskrankheiten), Landwirtschaft, Wasserversorgung und Ökosysteme belastet.

    Laut einer umfassenden Studie (2024) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) und des Umweltministeriums drohen Deutschland bis zum Jahr 2050 durch den Klimawandel massive Schäden bis zu 900 Milliarden Euro.

    "BlackRock-Fritz" und "Gas-Kathi" sitzen aber weiterhin brav auf dem Schoß der klimaschädlichen Wirtschaft und 'verheizen' mit ihrem klimaschädlichen Wirtschaftswachstumswahn die Zukunft unserer Kinder.

    Das klimaschädliche Monopolyspiel wird mit der Union immer so weitergehen, denn sonst sind die Superreichen verärgert; und hohe Parteispenden an die CDU/CSU wird es dann nicht mehr geben.

    • @Ricky-13:

      Das ist völlig richtig. Jemand sollte versuchen qua Demonstration(en) Druck auf diese Regierung aufzubauen. Denn dass die aktiv und in vollem Bewusstsein GEGEN die Interessen der Bevölkerung arbeitet , das kann im Ernst niemand bestreiten.

      • @Perkele:

        Jemand sollte da versuchen per Demonstrationen....

        Wer ist jemand? Sie ? Ich? DieTAZ?

        • @Biker-Ffm:

          Wenn Du Dir das zutraust: bitte schön! Aber es ist eine harte Arbeit. Die TAZ wird dann sicherlich darüber berichten. Im Ernst: Ich denke an die GRÜNEN. Die sind ohnehin die einzige Partei, die sich ernsthaft um eine Lösung bemüht und dafür seit Längerem beleidigt und bekämpft wird und zwar mit Methoden, die völlig inakzeptabel sind. Lügen, Hetzerei sind vielen Politiker*innen nicht zu flach um gegen GRÜNE zu polemisieren, einschlägige Medien unterstützen das nach Kräften - mit den gleichen Machenschaften.

        • @Biker-Ffm:

          @ Biker Ffm



          Alle Mitbürger die noch klar bei Verstand sind.



          Da gibt es schon noch ein paar Leutz.

  • es braucht eine ernsthafte Forderung ein nachhaltiges BIP einzuführen und also die bisher vergesellschafteten Folgekosten politischer Fehl Entscheidungen einzubeziehen, auf der anderen Seite eben den Nutzen nachhaltiger Investitionen, und sei es in kleine Projekte. Es muss Demokratie in die Ökonomie, damit nicht einfach Reiche und Unternehmer feudalistisch bestimmen und dann zerstörerische Profite extreahieren, während die Lohnsteuer den antisozialen Staat finanziert. Folgekosten von Grundwasserverschleuderung an Unternehmen, die Wasser verkaufen oder die Datenzentren kühlen wollen, während die Bauern ihre Ernte vertrocknen sehen und die Wälder absterben. Es braucht ein öko-sozial erweitertes nachhaltiges BIP und wenn es erstmal parallel zum herrschenden für Proteste genutzt wird, Die Wissenschaftler for Future sollten sich auf ein Modell einigen, das muss noch nicht perfekt sein, aber die akuten Klimakatastrophen Aspeckte abzudecken versuchen, sodass eben auch Raum für die Präsentitation regenerativer Maßnahmen entsteht, für die dann gestritten werden kann, was den Menschen Sinn und Hoffnung gibt, wenn sie was tun können!

  • Die Klimapolitik der jetzigen Regierung ist kein Hohn, sie ist lebensgefährlich verantwortungslos und gehört abgewählt; aber wenn die geschätzten Mitbürger meinen es müsse so sein, dann entscheidet eben die Mehrheit über Wohl und Weh. Vielleicht müssen oder sollten deren Kinder sich mal was überlegen, denn die haben die ganze Sch###e dann eines Tages für ewig am Hals.

    • @shitstormcowboy:

      Die "gute" Nachricht: der Nachwuchs ist ja kein bisschen besser. Zumindest in meiner Bekanntschaft und Verwandtschaft wird von den jungen Leuten geflogen und Fernreisen gemacht, bis das Blut spritzt. Und da ist in der Regel auch nicht Interesse an fremden Kulturen die Rede, sondern man fliegt einfach weil es andere machen. Und die Werbeindustrie hat die Hirne fest im Griff und hat ihnen vermittelt, dass ein Leben ohne drei Fernreisen im Jahr nicht ertragbar ist.



      Es ist kein Generationenproblem. Meine Generation (Jahrgang 1965) hat die Umweltbewegung, Anti-AKW, die Friedensbewegung, die Grünen hervorgebracht. In meiner Jugend war der Main eine giftige Brühe, wir haben Schwefelsäure in die Nordsee verklappt.



      Heute kann ich im Rheinmain-Gebiet Rotmilane und Reiher sehen und im Main kann man angeln. DAS hat die Generation getan, die angeblich jetzt an allem Schuld ist. Die jetzige junge Generation? Ein paar tausend FFFler, die manchmal auf Demos gehen. Anschließend nach Thailand an den Strand.



      Die Grenze verläuft nicht zwischen alt und jung, sondern zwischen konsumgeil rücksichtslos und werteorientiert (Werte ungleich Geld).

    • @shitstormcowboy:

      Die ganze Scheiße, wie sie es nennen, haben die Kinder ohnehin am Hals, egal was die Regierung jetzt macht oder auch nicht macht.

  • Für die schier unerträgliche Ignoranz, Dreistigkeit und Dummheit der Bundes- und Landesregierungen aus Union und SPD, getrieben von industriellen Lobbyverbänden und einer kaum minder klimaleugnenden IGBCE kann man kaum noch Worte finden.

    Fast noch unverständlicher ist das Verhalten der WählerInnen.



    Nach der unfassbaren Zerstörung durch die Flutkatastrophe, verstärkt das Totalversagen des damaligen Unions-Landrates, hat dort tatsächlich die CDU gewonnen, und zwar deutlich.

    Die Hoffnung Vieler, das es nach den ersten gravierenden Umweltkatastrophen in Deutschland ein Umdenken geben würde, haben sich nicht erfüllt.



    Auch nicht in Schleswig-Holstein, wo es 2023 eine schwere Ostseesturmflut gab, auf die unser Land, im Gegensatz zum Nachbarn im Norden, nicht vorbereitet war.



    Und bis heute ist die Deichlinie dort nicht angemessen ertüchtigt worden.

    In den meisten europäischen Nachbarländern gibt es teilweise einschneidende Klimaschutz-Maßnahmen.

    Die fehlende öffentliche Reaktion auf die tausenden deutschen Toten der letzten Hitzewelle zeigen was wir sind: Ein dysfunktionales, hilfloses Land.



    Das der Klimakatastrophe dank eigener Ignoranz unabwendbar ausgeliefert sein wird.

    • @hsqmyp:

      Leider ist das korrekt. Es bleibt unverständlich, dass sich dagegen kein Widerstand in der Bevölkerung aufbaut. Das liegt zum Teil auch daran, dass die GRÜNEN von csdU und Agd (sowieso) als die politischen Hauptgegner betrachtet werden - die sind jedoch die Einzigen, die sich ernsthaft mit dem Problem befassen und werden dafür nach wie vor verhetzt - von Politiker*innen und den einschlägigen Medien.

  • Tja Politiker wissen ja immer alles besser als Wissenschaftler. Darum sind sie beratungsresistent. Darin stehen deutsche Politiker auf einer Stufe mit dem „allwissenden“ Herrn Trump. Und was bleibt den Bürgern? Spenden bei jeder (an sich vermeidbaren) Katastrophe, obwohl dies den unvermeidbaren Ereignissen vorbehalten sein sollte.

  • Man sollte nicht vergessen, dass es ein vergleichbares Hochwasser rund 200 Jahre vorher, nämlich 1804, genau an derselben Stelle gab:



    de.wikipedia.org/w...r_am_21._Juli_1804



    Beim Hochwasserschutz reicht es also nicht, nur die Hochwasserereignisse der letzten 100 Jahre zu betrachten.

    • @Aurego:

      Die Berechnungs- und Bemessungsgrundlagen beziehen sich auf Regenereignisse, die nach Statistiken aus der Vergangenheit einmal alle 100 Jahre* stattfindet, leider wiederholen sich diese Ereignisse derzeit in kürzerer Folge, was aber erst in der Zunkunft berücksichtigt werden kann. Aufgrund bisheriger Erfahrungen versuche ich schon bei der Planung kleinere Rückhalteeinrichtungen diese so ca. 30% größer zu dimensionieren weil uns die statistischen Regenspenden auf den Fersen sind.

      Die Lehre aus dem Ahrtal kann jetzt eher sein, wie ich mit den Regenereignissen umgehe die über all dies weit hinausgehen. Das heisst nicht, die vielen kleinen Massnahmen der Rückhaltung, Versickerung und Entsiegelung im öffentlichen und privaten Bereich zu vernachlässigen, diese müssen genauso vorangetrieben werden, wie Massnahmen, die bei den extremsten der Ereignisse, die nicht mehr technisch physikalisch eingedämmt werden können wenigstens Menschenleben gerettet werden können.

      *) de.wikipedia.org/w...rhunderthochwasser

    • @Aurego:

      Im Ahrtal gab es immer wieder Hochwasser.



      Wikipedia:



      Von 9 Hochwässern mit besonders hohen Pegelständen sind 5 Sommerhochwässer (1601, 1804, 1818, 1848, 1910) und 4 Winterhochwässer (1687, 1739, 1795, 1880). Die folgenschwersten Hochwässer sind aufgrund der überlieferten Schäden die von 1601, 1804 und 1910, allesamt durch Gewitter ausgelöste Sommerhochwässer.

      Ohne eine Klimaerwärmung leugnen zu wollen; dies ist in meinen Augen ein schlechtes Beispiel für eine Klimakatastrophe.

    • @Aurego:

      Genau, und die große Mandränke in der Nordsee hatten wir auch schon mal.



      Klasse, dann wäre das ja geklärt und wir können uns wieder hinlegen.

      Schade, das die Klimaleugner auch nach den Katastrophen niemals Verantwortung für ihre verharmlosende Propaganda übernehmen.



      Da fehlt Mitmenschlichkeit und Verantwortungsethik.

      • @hsqmyp:

        "Bei einer Befragung von Bewohnern des Ahrtals nach der Flutkatastrophe 2021 gaben 80 % der Befragten an, nicht gewusst zu haben, dass sie in einem hochwassergefährdeten Gebiet wohnen." [1]



        Mitmenschlichkeit und Verantwortungsethik fängt mit Aufklärung an.



        Es war noch nie besonders schlau, ausgerechnet im Ahrtal wohnen zu wollen.



        Das nächste Hochwasser wird kommen, ob mit oder ohne Klimawandel. Die Frage ist nicht ob es kommt, sondern allenfalls wann.



        [1] de.wikipedia.org/wiki/Ahrtal

      • @hsqmyp:

        Solche singulären Ereignisse sind schlechte Zeugen des Klimawandels.



        Das Problem ist, dass in den offiziellen Hochwasserkarten z. B. auf Boris solche seltenen Ereignisse keine Erwähnung finden und daher z. B. beim Ausweisen von Baugebieten oder der Planung von Schutzmaßnahmen keine Rolle spielen.

        • @Aurego:

          Ich gebe Ihnen komplett recht, solche Ereignisse dem Klimawandel zuzuordnen ist falsch.



          Den Klimawandel gibt es, daran zweifle ich nicht, aber so ein Ereignis als Klima - Katastrophe anzuprangern finde ich falsch und kontraproduktiv.



          Für mich sind solche Meldungen daneben (sind zwar reisserisch), aber bringen einer objektiven Darstellung nichts,

  • Man sollte sich doch an die Fakten halten. Der Maximalabfluss der Ahr während der Flutkatastrophe wird auf 400 bis 500 m3 pro Sekunde geschätzt. Im Jahr 1910 gab es ein Ereignis mit einem ähnlichen, evtl etwa höheren Abfluss und 1804 ein weitaus stärkeres Ereignis. Das hat also anscheinend weniger mit dem Klimawandel zu tun. Die zunehmende Versiegelung der Oberflächen und die darauf beruhende schnellere Anstieg der Flutwelle ist natürlich ein verstärkender Faktor. Alles das kann man in Berechnungen einfließen lassen. Bei der Ahr wurde allerdings für die Berechnungen der Flutabflüsse nur der Zeitraum berücksichtigt für den eine geschlossene Zeitreihe der Messungen vorhanden war, also seit 1948 glaube ich. Das Jahrhundertereignis 1910 wurde eben nicht berücksichtigt, deswegen waren die berechneten 100-jährigen Abflüsse nur bei etwa 280 m3/s wenn ich mich recht erinnere.

    • @Gerald Müller:

      Wie ich bereits geschrieben habe, im Ahrtal gab es bereits vor Jahrhunderten Überflutungen, nur der Mensch hat offenbar nicht sehr viel daraus gelernt,



      Anlässlich der globalen Erwärmung und den damit verbundenen Starkregen (und auch Trockenzeiten) scheint es mir geboten, dass man sich über zusätzlich Versickerungsflächen Gedanken macht.



      Stichwort: Starkregen abfangen, Grundwasserspiegel anheben (oder anpassen), leider hört man über solche Massnahmen praktisch nichts,

  • Die Analyse von Frau Schwarz ist allenfalls tagespolitisch geprägt. Letztlich ist das doch alles viel schlimmer. Als wäre irgendetwas besser wenn das Geld aus dem Klimatransformationsfonds nicht für das Stopfen von Haushaltslöchern genutzt würde.



    Was wir brauchen, das ist eine nationale Kraftanstrengung mit sicher mehreren hundert oder tausenden von Milliarden um das Land klimafolgenfest zu machen. Umbau der Städte, Dörfer, Straßen.... stabil für die Bevölkerung bei Hitze, Starkregen, Sturm.



    Zudem braucht es das global um die Klimakrise nicht weiter zu verschärfen.



    Mit fern in der Zukunft liegenden Zielen 2045 Klimaneutral oder doch erst 2055, aber heute mal so gut wie gar nix machen ist nicht hilfreich. Das muss alles endlich im Jetzt angepackt werden und keine 20 Jahrespfade oder Ziele oder wie auch immer tituliert. Jedes Jahr 5% pro Nase weniger CO2 bis wir bei 2 oder 3 t/ a Ausstoß sind. Jetzt.

  • > Der Mensch war zudem nicht nur schuld an den extremen Regenfällen, sondern auch daran, worauf sie prasselten – nämlich viel zu oft auf Beton. [...] Das war ein menschengemachtes Desaster.



    Ohne Zweifel trägt Kohlendioxid zu einem gewissen Anteil zum Klima mit bei. Aber gut, daß endlich auch Sie anfangen, daneben die wirklich großen menschengemachten Einflüsse anzusprechen. Erkennbare Wirkung zeigt das bisher leider nicht.



    Ganz konkret ist es nicht die Aufgabe der Kölner Stadtverwaltung trotz Kürzungen und Haushaltssperre die Balkonkraftwerke und Dachanlagen der Reichen mit bis zu 10 k€ im Einzelfall aus den Steuern derer zu bezuschussen, die sich das selbst nicht leisten können. Sehr wohl wäre es aber ihre Pflicht, die stetig eindringende Bebauung und Versiegelung des heute mehr als je gebrauchten und nötigen Adenauerschen Grüngürtels zu verhindern. Tun sie nicht. Pflege das überlebenswichtigen Stadtgrüns statt Ersatz von Bäumen durch Asphalt und Beton ist ebenfalls Fehlanzeige. Das führt dann selbst hier bei mir am Stadtrand zu Nächten mit unerträglichen 27 °C im kurzzeitigen Minimum während es an der Wetterstation im nicht zugebauten Flughafenumfeld unter 21 °C fiel.

    • @Axel Berger:

      Die Paralyse wird im Gegenteil immer größer, je näher die Einschläge kommen.



      Über die Flutkatastrophe im Ahrtal wurde zumindest genug gesprochen, sogar genug um Laschet aufgrund einer eher randständigen Anekdote in die Bredouille zu bringen. Die Hitzewellen werden einfach hingenommen.

  • Da ich selbst "Bernd" heiße, ist mir das mit dem Ahrtal natürlich besonders peinlich ;-)



    Scherz beiseite. Das Schlimme ist, dass die Menschen sich gar nicht mehr damit beschäftigen. Es geht nur noch Klimafolgenmilderung.



    Die Menschen denken "Mist, das ist jetzt die Klimakatastrophe, kann man nichts machen". Aber DAS ist nur das, was wir bekommen hätten, wenn wir alles daran gesetzt hätten, das 1,5°-Ziel zu erreichen. Denn das ist etwa die jetzige Erderwärmung.



    Aber da wir mit Überaufrüstung und fossilem Lobbyismus gepaart mit rückwärtsgerichteter Ignoranz die Katastrophe kräftig weiter pushen, werden wir nicht mal das 2°-Ziel erreichen. Wir steuern 3° bis 3,5° zu. Und dann wird es so aussehen, wie Harald Lesch hier beschreibt:

    youtu.be/f1wx5ks9g...i56DJvA0kTS7&t=612

    D.h., wir werden uns in 10 Jahren noch nach den 5000 Hitzetoten nach nur einer Woche im Juni sehnen.

    Aber positive thinking: wir leben in einer Demokratie und haben die Regierung, die wir gewählt haben. Gewählt nachdem rechte Profit-Medien grüne Ideen verhetzt haben. Pech, dass wir das zulassen. Denn Medien sind Staatsmacht #1 in einer Demokratie.

  • Ich bin etwas ratlos, wie man dem Klimawandel aktuell realistisch gegensteuern kann. Insbesondere angesichts der aktuellen weltweiten politischen Lage (USA, Russland, China, Indien). Ich weiss nur dass lokale "zero Emission" Anstrengungen in Westeuropa allein kaum einen messbaren Einfluss haben werden.

    • @T-Rom:

      Ich bin da voll auf Ihrer Linie. Klar sollten wir weiterhin alles möglich tun, um die Klimaziele zu erreichen, aber zugleich müssen wir die baulichen Fehler der Vergangenheit abmildern. Dazu gehört die Verpflichtung der Städte und Gemeinden zu Klimainseln, Anlage von Bäumen und Grünflächen auch gegen die Interessen der Anwohner und der Gewerbebetriebe, verpflichtende Fassadenbegrünung und die rechtliche Möglichkeit den ungehinderten Zuzug ortsfremder zu verhindern und damit eine weitere Versiegelung durch Neubauten und Erschließungsstraßen.

  • Leider verspielt diese Regierung auf vielen Ebenen die Zukunftsfähigkeit Deutschlands, nicht nur beim Klimaschutz.



    Mit Blick auf die Katastrophe im Ahrtal und die gegenwärtigen Hitzewellen stellt sich schon die Frage, ob in der Regierung die Zusammenhänge nicht gesehen oder schlicht ignoriert werden.



    Wissenschaftliche Erkenntnisse und rechtliche Verpflichtung zum Klimaschutz scheinen keine Rolle mehr zu spielen, stattdessen unverhohlene Lobbypolitik und billiger Populismus.

    • @Flix:

      "Mit Blick auf die Katastrophe im Ahrtal und die gegenwärtigen Hitzewellen stellt sich schon die Frage, ob in der Regierung die Zusammenhänge nicht gesehen oder schlicht ignoriert werden. "

      Die Zusammenhänge sind da, nur liegt es außerhalb der Handlungsmöglichkeiten unserer Regierung diese wirksam zu unterbinden.

      • @Tom Tailor:

        Selbstverständlich hat die Regierung viele Möglichkeiten, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, sie tut aber das genaue Gegenteil. Abgesehen davon, zeigt die jüngere Geschichte sehr deutlich, dass das Festhalten an alten und das Abwürgen neuer Technologien zur langfristigen Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland beiträgt.

  • Ja, und? Wer sorgt dafür, dass die wirklich großen CO2-Schleuder-Staaten sich bescheiden? Ich sehe Niemanden. Der CO2-Ausstoß erhöht sich weiterhin.

    • @UliFr:

      Und wenn die anderen Staaten aus dem Fenster springen, dann springen wir auch?!

    • @UliFr:

      Und wenn wir auch nichts tun, wird es bestimmt besser?

    • @UliFr:

      Dieser Verweis auf andere nützt niemandem, außer den vom Weiter-so profitierenden Multimilliardären. Wegen der Langsamkeit aller Transformation wäre es Aufgabe Europas, besonders auch Deutschlands (gewesen), in Sachen Emissions-Reduktion voranzugehen, und den Rest der Welt mitzuziehen. Aber vielen ist eben (z.B.) ihre Flugreise wichtiger als die Zukunft der eigenen Kinder. Übrigens ist ein Großteil der Emissionen Chinas auch der Produktion für den Export zuzuschreiben