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Junge Linke-WählerInnenKein Herzchen für Selenskyj

Kommentar von Gunnar Hinck

Die Linkspartei konnte auch deshalb gewinnen, weil ihrer Fanbase die Ukraine egal ist. Das liegt auch an einer Infantilisierung durch Social Media.

Bei der Wahlparty der Linken in Berlin am 23. Februar Foto: Jens Gyarmaty

H eidi-Hype, Jan van Akens schönes Lächeln, eine konsequente Social-Media-Strategie, eine klare Antifa-Haltung – die Erklärungsansätze für den überraschenden Erfolg der Linkspartei sind vielfältig, und an allen dürfte etwas dran sein. Die Partei, die vor einem halben Jahr noch als politischer Insolvenzfall galt, punktete bei der Bundestagswahl besonders bei jungen Leuten: 27 Prozent der WählerInnen bis 24 Jahren gaben laut Nachwahlbefragungen der Linken ihre Stimme; sie ist damit in dieser Altersgruppe die erfolgreichste Partei.

Irritierend ist dabei, dass die JungwählerInnen die Haltung der Linkspartei in der Ukraine-Frage offenbar nicht stört. Die Linke lehnt Waffenlieferungen an die Ukraine ab und fordert stattdessen, genau, „diplomatische Initiativen“, um den Krieg zu beenden. Die Sorge vor einem „Ausverkauf des Landes an westliche Konzerne“ ist der Linkspartei offenbar wichtiger als die Gefahr, dass die Ukraine schlichtweg aufhört zu existieren. Die Partei hat es geschafft, sich als Friedenspartei zu inszenieren – ohne den unappetitlichen Beigeschmack der Putin-Nähe wie beim BSW.

Nicht wenige der neuen jungen Linke-WählerInnen dürften zu denjenigen gehören, die sich vor drei Jahren noch in gelb-blaue Fahnen gewickelt, den Spruch „Stand with Ukraine“ vor die WG-Balkonbrüstung gehängt und Ukraines Präsident Selenskyj auf Social Media ein Herzchen spendiert haben.

Hier zeigt sich die reale Gefahr einer Infantilisierung von Politik durch Social Media, denn ein drei Jahre andauernder Krieg ist offenbar zu lang für die digitale Aufmerksamkeitsspanne. Trumps Seitenwechsel zu Putin, die dramatisch gewandelte geopolitische Lage – das ist alles zu komplex, um es in den schlichten Kategorien von „Herzchen geben“ und „Daumen runter“ zu erfassen.

Dass die Linke in Fraktionsstärke in den neuen Bundestag einzieht, ist gut für die parlamentarische Demokratie und Pluralität. Aber die Gleichgültigkeit der neuen hippen Linken-WählerInnen gegenüber dem Schicksal der Ukraine ist erschreckend.

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ist Redakteur im taz-Ressort Meinung.
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91 Kommentare

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  • Paula , Moderatorin

    Vielen Dank für die zahlreichen Beiträge, wir haben die Kommentarfunktion unter diesem Artikel  geschlossen.

     

  • Fast so stark wie die Linke ist die AfD bei den jungen WählerInnen, ebenfalls keine Freunde der Ukraine. Warum die Jungen eher extrem wählen statt Mitte wird gerne mit den sozialen Medien erklärt, v.a. TikTok, wo Linke und AfD stark sind. Außenpolitik spielt dort kaum eine Rolle, stattdessen soziale Sicherheit und Migration.

  • Ich sehe es eher so. SPD, Grüne und CDU/CSU sind ahnungslos wie der Rechtsruck in Deutschland aufzuhalten ist und stehen ihm so machtlos gegenüber. Wenn es in vier Jahren keine Verfassungsändernde Mehrheit ohne Afd gibt, in acht Jahren keine Koalition ohne Afd, was ist dann? Wen retten wir dann vor wem?

  • schade - irgendwie hatte ich anhand des Ankündiger-Textchens was fundiertes erwartet. Hart enttäuscht: Rumbehaupten, Klischees und billige Fingerzeige, 0 Analyse, geschweige denn Belege.

  • Das Desinteresse der Linken an der Ukraine war gestern auf der großen Kundgebung vor dem Brandenburger Tor zu erleben. Neben dem ukrainischen Botschafter waren auch alle EU-Botschafter:innen (außer Ungarn) gekommen und zeigten sich solidarisch. Es sprachen Politiker:innen der demokratischen Parteien. Nur die Linke fehlte. Ebenso wie BSW und AfD ...

    Ein weiteres Problem ist ihr interner Antisemitismus, Klaus Lederer, Elke Breitenbach und andere verließen im Herbst deswegen die Linkspartei.

  • Wenn man den Untergang der Ukraine in Kauf nimmt, aber dann alle Flüchtlinge von dort nehmen will ist doch alles gut.

  • Lieber Gunnar Hinck ⛔️ - um 9.03 h - einen solchen arktischen Artikel , mit so einer unterirdischen Hadline, hier abzuschießen - & dazu noch einem völlig unreflektierten Inhalt dazu - ich würde empfehlen - nächstens erst ordentlich Frühstücken ☕️☕️☕️ - dann ✒️ ,,,,



    MfG🫡

  • Auch wenn ich die Linke vor allem wegen ihrer Verurteilung der israelischen Kriegsführung und Besatzungspolitik gewählt habe, so befremdet mich doch ihre naive Haltung zur Ukraine. Keine Waffen zu liefern bedeutet einen Diktatfrieden Putins oder sogar das Ende der Souveränität der Ukraine. Dies kann oder darf aber niemals im Interesse von Linken sein, die ansonsten ein Selbstbestimmungsrecht der Völker fordern. Diplomatie gegen Waffenlieferungen auszuspielen, ist unlauter, da beides gefordert ist. Genauso wie es falsch war, dass Leon Blum keine französische Waffen zur Selbstverteidigung der spanischen Republik liefern wollte und damit dem Faschismus in Europa in die Händespielte, genauso falsch ist, es, wenn Europa nicht alles unternimmt, um der Ukraine militärische zur Seite zu stehen und sich gegen Diktatoren wie Trump und Putin stellt.

  • Man könnte es auch so formulieren: Die Linkspartei konnte auch deshalb gewinnen, weil allen anderen Parteien die Themen Mieten und Armut offenbar egal sind (bei den Grünen zumindest im Wahlkampf kein Hauptthema waren) und die Grünen im Wahlkampf zuviel wert auf Regierungsbeteiligung mit der Union gelegt haben. Dass Merz die Ukraine sehr wahrscheinlich sowieso unterstützen wird, auch ohne die Grünen in der Regierung, hatten vermutlich viele Linke-WählerInnen auf dem Schirm.

  • Mich ärgert die Selbstverständlichkeit, mit der angenommen wird, wer für weitere Waffenlieferungen plädiert, der oder dem läge das Wohl der Ukraine mehr am Herzen. Als ob die bisherigen Waffenlieferungen irgendetwas gebracht hätten. Mehr als 400 000 Tote, zerstörte Städte und Land und jetzt eine wesentlich bessere Ausgangslage für Putin. Fällt Ihnen, Herr Hinck, nichts anderes ein, um ein Land zu befrieden als Militär und Waffen? Ich will nicht behaupten, dass wir nicht eine defensive Bundeswehr bräuchten, bitte differenzieren, und ich behaupte auch nicht, Frieden sei einfach zu schaffen, aber bisher fallen mir viele Beispiele ein, wo jahrelanger Krieg die Ausgangslage nur verschlechtert hat. Lesen Sie doch zur Abwechslung mal das Buch von Jan van Aken, statt undifferenziert und beleidigend gegen Linke zu hetzen. Man muss sich als Linke langsam überlegen, ob frau die taz noch unterstützen mag, angesichts der häufigen Diffamierungen von Linken und Pazifisten.

  • Die Position zur Ukraine ist der einzige Grund, warum ich dieses Mal mein Kreuz fast bei den Grünen gesetzt hätte. Viele Leute wissen aber einfach, dass die Linke außenpolitisch nichts zu sagen hat und konnten die Linke so guten Gewissens wählen - trotz der katastrophalen Einstellung zum Ukrainekrieg.

  • Wow, selten so viel Anmaßung in einem taz-Kommentar gelesen. Das sollte doch mindestens einen Fleischhauer-Blome-Gedächtnis-Award wert sein, oder?

  • Es scheint nicht in das Weltbild des Autors zu passen, dass Teilen der jungen Generation die Aufrüstungsrethorik der etablierten Parteien Unbehagen bereitet und sie diesen Weg nicht mitgehen wollen. Die Schlussfolgerungen die der Autor daraus zieht, hätte er besser für sich behalten, anstatt die Zielgruppe noch mit realitätsfernen Begriffen wie "infantil" oder "hipp" zu diskreditieren.

    • @Sam Spade:

      Dass diese junge Generation in einem putinistischen Eurasien aufwachen möchte, glaube ich auch nicht - aber sie arbeitet darauf hin.

  • Danke. Leider ein wichtiger Kommentar.



    "Infantilisierung der Linken" ist der perfekte Satz.

    Es gibt da viele gute (und vor allem erfahrene) Leute in Ost und West. Aber das sind alles Leute die schon seit mindestens 5 Jahren in der Partei aktiv sind (also auch jünger, aber seit früher Jugend in linken Gruppen und Bündnissen aktiv, belesen, erfahren etc.). Die Neuen haben kaum politische Bildung, kommen ganz von ihren Handys und haben im Kern keine Ahnung wovon sie reden. Herz am richtigen Fleck, Grundgefühle sind richtig aber mit Gefühlen macht man keine Politik in 2025! Außer man heißt Trump.



    Im Spiegel wurde die Linke gestern bereits als "Spaßpartei" ohne Inhalte beschrieben.

    Entweder kommen aus der Partei jetzt schnell verbindliche (der Zeit in der wir uns befinden angemessene) Inhalte, Struktur und ein geschlossenes, fähiges und starkes Auftreten nach Außen oder die Linkspartei droht zu einer Protestpartei für junge Wähler zu werden. Damit würde sie ihren Sinn und Platz als Partei des demokratischen Sozialismus in Deutschland verlieren.

  • Das hört sich ja sehr nach Neid aus. Wenn die Grünen die jungen Menschen verliert, dann ist die Linke infantil und russifiziert.



    Wer die Grünen in Hessen z.B. im Danni erlebt hat weiß, dass sie eher "mitgestalten" möchte, als sich auf die Seite der Umweltbewegung zu stellen. Sondern auf die Seite der Staatsraison. Die Linke hat sich dort klar positioniert. Sie hat sich auch klar als Antifaschistische Partei hervorgetan und sich schützend vor Migranten uns z.B. die queere Szene gestellt. Die Russlandfraktion ist ja in die BSW abgewandert. Das sich die Partei irgendwie pazifistisch geriert nunja.



    Sie bezieht aber nicht Partei für den russischen Angriffskrieg.



    Die Grünen haben die Jugend verloren, weil sie vom Personal und Habitus doch eher einer Seniorenpartei ähnelt.



    Gut dass die Linke junge und frische Kräfte hat.

  • Der Kommentar geht am Thema vorbei. Die Linke hat in Gestalt von Jan van Aken Putin mehrfach scharf kritisiert und auch konkrete Vorschläge für nicht-militärischen Druck auf Putin gemacht. Zu behaupten, der Linken und insbesondere ihren Wählern sei die Ukraine egal, ist eine Frechheit und ich hätte mehr erwartet von der taz!



    Ich habe diese Woche einen Bericht gelesen, dass Europa mehr Geld für russisches Öl ausgibt, als für Ukraine-Hilfen! Exakt das hat Jan van Aken schon mehrfach kritisiert! Und, dass das nach wie vor der Fall ist, ist ein ziemlicher Skandal. Wenn man Geld investieren würde, um Putins Finanzierung trocken zu legen, wäre das sicher ein nachhaltigerer Ansatz als der momentane. Mal abgesehen davon, dass die Ukraine-Position durchaus auch innerhalb der Linken kontrovers diskutiert wird. Warum sollte das bei deren Wählern anders sein? Dieser wenig substantielle Artikel beleidigt die Intelligenz der Wähler der Linken!



    Erschreckend ist in erster Linie: Dieser schlecht recherchierte Kommentar, der mit Halb- bis Unwahrheiten Stimmung macht.

  • "das ist alles zu komplex, um es in den schlichten Kategorien von „Herzchen geben“ und „Daumen runter“ zu erfassen."

    Hauptsache der LINKEN Infantilisierung unterschieben.

  • Ich hoffe in dieser Frage auf die Neuen in der Linken.

  • Aber für besonders soziale, gute, nicht zu vergessen antifaschistische, Menschen halten sich die Linken natürlich.

    40 Millionen Menschen dürfen aber schon noch gern unter die Herrschaft eines faschistischen Mafiastaates gelangen - DAS ist den ach so warmherzigen, solidarischen Deutschlinken vollkommen egal.

  • Dieser "Artikel" ist reduktiv, irreführend und polemisch. Der Autor verschweigt, dass die Linke sich für einen kompletten Rückzug der russischen Truppen aus dem ukrainischen Staatsgebiet und belastbare Sicherheitsgarantien für die Ukraine ausspricht. Zudem ist er dem Leser jedweden Beweis für die Behauptung dass sowohl den jungen Wählern die Ukraine egal wäre als auch dass es besonders die jungen Wähler sind, die die Infantilisierung der Politik vorantreiben. Diese Art von Polemik und Meinungsmache ist der Grund warum sich junge Menschen von den "Legacy"-Medien abwenden. Alte Männer schreien ins Nichts und beschweren sich dass junge Menschen anders wählen. Unprofessionell und deutlich unter dem Niveau der taz.

  • Polemik gehört zum politischen Geschäft, aber die jungen Linkenwähler zu infantilisieren ist nicht richtig.

    Die Linke hat ihre Position zur Ukraine schon etwas verändert und der Rest wird auch noch kommen, sollte sie jemals in Regierungsverantwortung kommen. Warum also diese künstliche Aufregung?



    Fraglich ist doch eher, ob die Friedenssehnsucht der Jungen bei den Grünen ausgiebig genug diskutiert wird. Ein einziger Grünendelegierter aus der Eifel macht auf den Grünen-Parteitagen Stimmung gegen atomare Aufrüstung (Ausbau von Flugplatz für Atombomber durch die deutsche Regierung) oder beklagt, dass US-Atombomben auf deutschen Boden illegal lagern. Die Grünen stimmten seine kritischen Anträge wie lästige Fliegen nieder.



    Die Grünen haben die Stimmung bei dem Thema Aufrüstung bei den Jungen massiv unterschätzt, weil Vertreter der Friedensbewegung nicht mehr bei den Grünen (siehe Beispiel oben) fast nicht mehr existent sind.



    Im Wahlkampf mit Prozentpunkten vom BIP beim Thema Aufrüstung bei den Grünen herumzuspielen, wie auf einer Spielkonsole, sollte alle Grünen nervös machen. Macht es aber nicht mehr!

  • Ich zahle ja eigentlich gerne das Geld für unabhängigen linken Journalismus. Aber dass ich mich hier dann von dem Autor mit an den Haaren herbei gezogenen Unterstellungen beleidigen lassen muss, finde ich nicht so schön.. Was wäre denn eine wählbare Alternative mit anderer Ukraine-Position gewesen? Weiß der Autor eigentlich, dass die Linke darüber auch intern gespalten ist? Deprimierend hier sowas zu lesen.

    • @floetkowski:

      Ihr Kommentar klingt ziemlich nach 'getroffene Hunde bellen'.

      Der Autor dieses Artikels spricht mir aus der Seele.

      Ich hätte gern die Linke gewählt, weil ich ihre sozialen Forderungen super finde.

      Aber die Augen vor der Weltpolitik zu verschließen und die Ukraine im Stich zu lassen kam für mich dann doch nicht infrage.

      Dieselbe Friedens-Infantilisierung wie beim BSW. Wo ist die Solidarität mit denen, die jeden Tag unter Putins Bomben leiden müssen und keine Lust haben, ihm ihr Land zu überlassen?

    • @floetkowski:

      Das Problem ist, dass eine sich als internationalistisch, solidarisch und antifaschistisch verstehende Partei überhaupt gespalten ist in dieser Frage.

      Die Unterstützung der Ukraine sollte für jeden Linken so selbstverständlich und so bedingungslos sein, wie es die Unterstützung der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg war.

      Dass es da überhaupt Dissens gibt, ist absurd.

  • Ich habe Die Linke gewählt, obwohl sie gegen die militärische Unterstützung der



    Ukraine ist.



    Alle andren Parteien wollten mir einreden, abschieben und aufrüsten wären jetzt das dringendste Gebot und der Weisheit letzter Schluss.



    Die Linkspartei hat als einzige andere Prioritäten gesetzt.



    Da fiel die Wahl nicht schwer.

    • @Pidder Lyng:

      Als Volt Wähler kann ich sie nicht verstehen...

  • Bißchen einfach, der Text. Ob die Wählerschaft insgesamt kein Herz für die Ukraine hat, da will ich doch einmal ein Fragezeichen hinter setzen.



    Natürlich wurde die Linke auch wegen anderer Themen gewählt, vor allem weil kaum eine andere Partei die anderen Themen außer Wirtschaft und Migration, bespielt hat. Mieten, Preise, die alltäglichen Sorgen der Leute hat die Linke aufgegriffen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit für eine linke Partei, Grüne und SPD wirkten hier ebenso kraftlos wie bei der Abgrenzung gegen Rechts.



    Und es stellt sich die Frage: ist ein Weiter-So bei Waffenlieferungen bei gleichzeitigem Festhalten an Maximalforderungen (vollständiger Abzug Russlands aus der Ukraine, am besten auch von der Krim) wirklich zielführend und erreichbar? Oder geht der Krieg einfach nur ein paar Jahre weiter, verbrennt tausende von Menschen und Milliarden von Euro? Und am Ende sind wieder ein paar Dörfer im Donbas russisch oder ukrainisch? Das kann man schon in Frage stellen, ohne Putinist zu sein.

    • @Bambus05:

      So, der Wunsch nach territorialer Integrität ist also eine Maximalforderung? Auch so kann man ganz locker mal eben Imperialismus gutheißen.

    • @Bambus05:

      Wobei Mieten und Preise ja sehr wohl auch zu dem Thema Wirtschaft gehören. Eine linke Perspektive ist immer auf die Wirtschaft ausgerichtet, da DIE linke Perspektive nun Mal die ist, das Klasse die Kategorie oder der Aspekt ist, die/der am einflussreichsten ist, wenn es um die Position in des Individuums in der Gesellschaft geht. Und da hat die Linke eben das gemacht was eigentlich nur logisch ist: sich für die Arbeiterklasse eingesetzt. Deren wirtschaftliche Perspektive ist nun Mal vor allem durch die Ausbeutung geprägt. Und hier ist Miete und hohe Lebensmittelpreise ein klarer, fassbarer Beweis für eben diese Ausbeutung.

  • Nur weil ich für glaubwürdige soziale Gerechtigkeit bin, ist mir die Ukraine nicht egal.

    So viele Fragen werden hier unterschlagen:

    Was ist mit den wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen russischen Oligarchen und westlichen Eliten?

    Warum gibt es keine wirklich wirkenden Sanktionen? Die russische Schattenflotte wurde erst JETZT - nach Forderungen der Linkspartei übrigens - sanktioniert.

    Muss der Ukrainekrieg immer in einem einfachen Entweder-Oder und mit gegenseitigen Schuldzuweisungen diskutiert werden? Wo bleibt der konziliante, plurale demokratische Diskurs hier?

    Ist es eine gute Idee, in Zeiten des Klimawandels in einen weltweiten Rüstungswettlauf einzutreten?

    Es gibt in dieser Frage überhaupt keine eindeutig "richtige" Position, die nicht ohne Opfer wäre.

    Verhandlungen mit Putin sind zugegeben unrealistisch.

    In diesem Krieg sterben mit Waffenlieferungen täglich viel zu viele Menschen.

    Zur Linken: Ich habe sie nicht gewählt, weil ich glaube, dass sie das Verteidigungsministerium erhält.

    Sondern weil ich weiß, dass wir mehr soziale Gerechtigkeit brauchen, wenn wir nicht sehr bald in einem faschistischen Land aufwachen wollen.

    • @Stavros:

      Soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit gibt es nicht bei militärischer Bedrohung und Krieg.

  • Es wäre mal interessant zu erfahren, was Sie mit "die Ukraine" meinen (in "dass die Ukraine schlichtweg aufhört zu existieren.") - Bezeichnung, Linien auf der Landkarte, aktuelle Regierung, Selenski?



    .



    Folgt wan dem link zur Linkspartei oben im Artikel, sollte es doch um das hier gehen:



    .



    》Das bedeutet für die Menschen in der Ukraine unermessliches Leid, unzählige zivile Opfer, Millionen sind auf der Flucht, die zivile Infrastruktur des Landes wird von Russland gezielt zerstört.《



    .



    Und seit wann sind Forderungen nach "diplomatischen Initiativen" infantil, Resultat "einer Infantilisierung von Politik durch Social Media, denn ein drei Jahre andauernder Krieg ist offenbar zu lang für die digitale Aufmerksamkeitsspanne"?



    .



    Oder ist es nicht doch eher ein Boomer-Ding, sowas hier 》Drei Jahre bis zur Hysterie „Woffn, Woffn, nochmal Woffn“ zu penetrieren, und die andere Hälfte der Wahrheit – Frieden, Verhandeln, Diplomatie – als unmoralisch, putinesk und insgesamt pfui aus dem Diskurs zu nehmen《 (Friedrich Küppersbusch, hier taz.de/Kueppersbus...ahlkampf/!6068332/ )?

  • Sie schreiben „Aber die Gleichgültigkeit der neuen hippen Linken-WählerInnen gegenüber dem Schicksal der Ukraine ist erschreckend.“

    Ja, das Schicksal der Ukraine und vieler Menschen in der Ukraine ist schlimm. Pro Tag sind seit dem russischen, völkerrechtswidrigen Überfall durch den Tyrannen Putin ca. 40 Menschen auf Seiten der Ukraine gestorben. Aber das Schicksal vieler Menschen in aller Welt ist mindestens genauso schlimm. Es verhungern beispielsweise täglich 3000 Kinder. Ist es nun nicht noch viel erschreckender, dass Sie in ihrem Kommentar nicht auch an diese Kinder denken. Oder an die Schicksale von Hunderten von Millionen anderer Menschen, die dem Verhungern nahe sind oder die keine Hoffnung auf ein gutes, erfülltes Leben haben, so wie Sie?

    Niemand kann jederzeit an alle Probleme dieser Welt und alle Menschen in Notlagen erinnern. Es ist schon gut, wenn jemand sich überhaupt für die Interessen und Nöte von anderen Menschen interessiert. Und nicht wie Putin und Trump nur ausschließlich an ihre eigenen Interessen denken nach dem Motto „Make Russia/America great again“. Und die Linke denkt an eine Menge Menschen, z.B. an die ärmeren Menschen in diesem Land. Sie auch?

  • Ich denke, dass machen Jungwählern, die den Kalten Krieg nicht mehr erlebt haben, die Bedeutung der Ukraine nicht bewusst ist. Außerdem ist ja Gaza das neue Kyiv...

  • "Kein Herzchen für Selenskyj" und daher keine Stimme von mir.

    • @Adrast:

      Stimmt, macht sogar die Nutzung des Wahlomaten obsolet.

  • "Aber die Gleichgültigkeit der neuen hippen Linken-WählerInnen gegenüber dem Schicksal der Ukraine ist erschreckend."



    Solange man nicht weiß, dass es so ist wäre der Konjunktiv "...wäre erschreckend" besser.



    Russland eskaliert seit ca. 20 Jahren. Die unbewaffnete Diplomatie war die Ursache des Aufmarschs und des Angriffs. 50.000 Ukrainer und etliche Russen, mehrheitlich Jüngere haben diese Diplomatie mit dem Leben bezahlt. Das müssten die Jüngeren lernen.



    Was man wählt ist nie 100% was man möchte , das kann man den Jüngeren nicht vorwerfen. Naiv darf man im dem Alter auch sein. Die Fehler der jetzt Älteren haben diesen Krieg ermöglicht. Auch das kann man den Jüngeren nicht vorwerfen.

  • Viele junge Menschen wollen sich nicht bis an die Zähne bewaffnen, wie es die FDP unter Strack-Zimmermann seit Jahren in jeder Talkshow fordert. Daher haben diese sich entschieden die Linke zu wählen und die FDP wurde ins Nirvana geschickt. Den Linken Wählern jetzt eine Art Politik-ADS attestieren zu wollen ist schon starkes Stück.

    • @Phil Sze:

      Die Frage ob Krieg oder nicht liegt leider nicht vollständig im eigenen Ermessen.



      Das lehrt uns gerade der Blick auf die Ukraine.

    • @Phil Sze:

      Drehen Sie mal den Sachverhalt um:

      Viele junge Menschen wollen keine ungeregelte Migration wie es wichtige Exponenten gewisser Parteien seit Jahren in den Medien fordern (open border) Daher haben diese sich entschieden die AfD zu wählen und liberalere Parteien wurden insgesamt abgestraft

  • Sie werfen der Linkspartei vor, mit Putin zu sympatisieren. Aber nicht, das keine der Parteien, das allerwichtigste Thema, nämlich Klimaschutz gar nicht erst auf der Agenda hatte, aus Angst nicht gewählt zu werden. Statt dessen biedsich die meisten bei den Rechten mit ihren Themen an. Außerdem sind das Vorwürfe von gestern, die Linken würden Putins Krieg gut heißen und unterstützen. Jeder scheint zu glauben sich in Kriegsführung auszukennen und zu wissen, was zu tun ist. Und das keine Waffen liefern zu wollen, an der sich unsere Rüstungsindustrie im übrigen eine Platinnase verdient, sei der größte Fehler den machen kann. Aber viele, wie auch ich, waren von vornherein gegen Waffenlieferungen, da ein Krieg nicht mit Waffen zu gewinnen ist. Sondern nur durch Zerstörung, Leid und Erschöpfung. Und ich verurteile den Angriffskrieg und Putins Vorgehen auf's Schärfst. Sie sollten sich lieber über jedes Mandat im Bundestag freuen, dass keinem Rechten gehört.

    • @Kirsten Petersen:

      Ich kann jeden verstehen, der angesichts der politischen Situation in Europa dem Selbtschutz höhere Priorität gibt als der Weltverbesserung.



      Ich versuche gerade, mir vorzustellen, wie glücklich unsere friedensbeseelte Jugend in einem putinistischen Eurasien aufwacht. 😀

    • @Kirsten Petersen:

      Wie wurde denn bitte der Zweite Weltkrieg beendet, wenn nicht mit Waffen?

    • @Kirsten Petersen:

      "Aber viele, wie auch ich, waren von vornherein gegen Waffenlieferungen, da ein Krieg nicht mit Waffen zu gewinnen ist. Sondern nur durch Zerstörung, Leid und Erschöpfung."

      Also hätten wir das liefern sollen? Funfact: Leid hört nicht auf, wenn die Kriegsberichterstatter in besetzten Gebieten nicht mehr die Kamera draufhalten

  • Mal schnell abgeurteilt sowie auch in einigen Kommentaren hier. Ich bin froh, dass die Linke drin ist. Und ich habe sie statt grün gewählt. Nachdem ich gehört und gelesen hatte. Mir ist kein Populismus aufgefallen. Mir machen sie Hoffnung. Ich bin 61. Also nicht jung. Und ich bin ehemaliges Grünenmitglied.

    • @earthgirl:

      Auch ich bin über 60 und habe mit Bauchschmerzen die Linke gewählt. Es muss ein scharfer Kontrast gegen Rechts und eine konstante Betonung der Sozialpolitik besonders zum Thema Wohnraum her. Das heißt noch lange nicht, dass ich Putin toll finde und mir die Ukraine egal ist.

      • @aujau:

        Mir ist auch weder die Ukraine egal (ich glaube, der Linken ist sie im Ganzen auch nicht egal) noch bin ich Putin Fan. Soviel ich dem Wahlprogramm entnommen habe, geht es vor allem darum, den Fokus auf alternative Möglichkeiten zu richten statt nur in der Weiterwaffenliefern Schiene zu bleiben. Ich verstehe die Linken nicht als Putin Fans. Wagenknecht dagegen ist mit Putin eher auf Kuschelkurs.

  • Ich würde es genau andersrum betrachten: Die Linkspartei ist derzeit die einzige nicht-(rechts)populistische Option, wenn man in der Ukrainefrage gegen Aufrüstung ist. Pazifistische Überzeugungen gibt es nun mal, und wir sollten froh sein, daß sich abseits von AfD und BSW ein Sammelbecken dafür gefunden hat.

    • @Hinkelstein:

      Der Pazifismus hat Hitler nicht besiegt und er wird auch Putin nicht besiegen.

      Solange die Ukrainer:innen um ihr Land kämpfen, werde ich sie unterstützen und ihnen keine weltfremden Ratschläge erteilen.

      Aus Respekt und Solidarität.

    • @Hinkelstein:

      "Auf die Barrikaden!" schreien, aber Menschen keine Waffen liefern, mit denen sie sich dann von den Barrikaden gegen die Faschisten verteidigen können.

      Sehen Sie den Ansatz für Kritik?

    • @Hinkelstein:

      In der Ukrainefrage gegen "Aufrüstung" zu sein bedeutet im Klartext: gegen Verteidigung sein.

      Erinnert mich an "Don't look up!".

  • Aber es wird doch an Europa vorbei verhandelt! Ich bin absolut pro Ukraine. Und Linker. Aber wenn öffentlich und medienwirksam und politisch bedeutend *keine* Friedensverhandlungen stattfinden, passiert, nun, was halt jetzt geschieht - Amerika und Russland verhandeln (im wortwörtlichen Sinne) einen „Frieden“. Europa war doch zudem 3 Jahre lang in Sachen Sanktionen und ehrlicher militärischer Unterstützung doch viel zu schwach! Was bisher geschah war die Salamitechnik eines gangränösen Bein. Der Linken nun zu unterstellen, die Ukraine sei ihr egal, ist wirklich abstrus.

  • Bis zum russischen Überfall auf die Ukraine habe ich Die Linke immer für einen notwendigen und wichtigen Teil unserer parlamentarischen Demokratie gehalten. Seit dem Überfall auf die Ukraine unterscheidet sich ihre Haltung dazu nicht wesentlich vom BSW und AFD und unterschreiten damit meine rote Linie! Schön, dass das auch mal in der TAZ betont wird.

    • @Demokratischer Segler:

      Das ist doch überhaupt nicht wahr. Die Linke ist beispielsweise die einzige politischen Stimme, die die anhaltende Finanzierung Putins durch europäische Käufe von russischem Öl (die Ausgaben für russisches Öl übersteigen die Ausgaben für Ukraine-Hilfen!) und die Tolerierung der russischen Schattenflotte in europäischen Gewässern anprangert. Putins Finanzierung des Krieges trocken legen statt Waffen zu liefern, ist ein Ansatz, über den man geteilter Meinung sein kann. Zu behaupten, die Linke sei auf der Seite Putins, nur weil sie andere Mittel vorschlägt als CDU, SPD oder Grüne, ist aber schlicht und ergreifend: Falsch!

  • Ich gehöre zu diesen jungen Wählern



    Ich habe die Linke gewählt weil es in Zeiten einer konservativen CDU und einer AFD bei 20% eine linke Opposition im Bundestag braucht!



    Ich stimme mit der Linken in vielen außenpolitischen Punkten nicht überein und finde ihr Haltung gegenüber der Ukraine mehr als problematisch. Überhaupt geht mir das Schicksal der Ukraine, die von uns von Anfang an nicht richtig unterstützt und im Stich gelassen wurde sehr nahe.



    Aber da es klar war, dass die Linke nicht Teil einer Regierung sein würde, konnte ich sie relativ guten Gewissens in die Opposition wählen.



    Es wäre mir auch lieber es gäbe eine wirklich linke Partei mit anderer außenpolitischer Ausrichtung aber man muss halt wählen was da ist.

    • @Koriander:

      Stimme dem zu 95 % zu, und hätte DIE LINKE es hingekriegt, entschiedene militärische Unterstützung der Ukraine zu fordern und dies mit der Forderung nach deren Finanzierung aus Besteuerung von Reichtum sowie Verstaatlichung der Rüstungsindustrie zu verbinden, hätte ich sie gerne auch gewählt. Für eine sowieso in der Opposition landende Partei wären das absolut machbare Forderungen gewesen - die sicherlich auch nochmal 2 bis 3 % mehr Zustimmung gebracht hätten.

    • @Koriander:

      Ich gehöre zu den alten Wählern und habe ähnliche Motive. Es gibt keine Partei, die allem und jeder zu 100% genehm ist. Mir war sehr wichtig, eine ganz klar soziale, antifaschistische und feministische Partei im Bundestag zu haben. Den außenpolitischen Dissens, den ich z.T. habe, habe ich daher in Kauf genommen. Ich bin also nicht zu dumm (infantilisiert), wie der Autor des Artikels unterstellt, sondern es steckt Abwägung dahinter.

    • @Koriander:

      Die Minorität von AfD und Linker (sorry, dass ich sie hier in einem Atemzug nennen muss) ist leider stark genug, um Unterstützung für die Ukraine zu verhindern, wenn dazu das Grundgesetz angefasst werden muss.



      Es riecht schon hauchzart nach Weimar...

    • @Koriander:

      Ich schließe mich der Meinung von Koriander an. Nur, den Jan von Aken habe ich so verstanden dass er nicht grundsätzlich gegen die Waffenlieferungen ist. Er moniert nur dass die Waffenindustrie sich eine goldene Nase an diesem schrecklichen Krieg verdient. Warum hat man denn die Ukraine nicht gleich vollumfänglich mit den nötigen Waffensystemen unterstützt, sondern nur mit so viel dass sie sich gerade so behaupten können?



      Vielleicht doch nur damit das Geschäft mit dem Krieg weiter brummt. Denn inzwischen rüstet ganz Europa und Russland sowieso auf. Könnte das nicht auch Kalkül der Waffen Industrie sein?



      Deshalb wäre mein Vorschlag, nur die Waffen zu produzieren die Europa und die Ukraine braucht um sich zu verteidigen und nicht einen Weltmarkt zu bedienen und Waffen z. B. an Saudi-Arabien oder auch Israel zu verkaufen.

  • "Nicht wenige der neuen jungen Linke-WählerInnen dürften zu denjenigen gehören, die sich vor drei Jahren noch in gelb-blaue Fahnen gewickelt, den Spruch „Stand with Ukraine“ ..."

    Ich finde, fähig zu sein, aufgrund neuer Sachverhalte dazuzulernen, ist nicht infantil, sondern zeugt von Klugheit. Wer nach drei Jahren Krieg in der Ukraine immer noch denkt, die Ukraine könnte diesen Krieg gewinnen, liegt meines Erachtens falsch.

    • @Piet Petersen:

      "Diesen Krieg zu gewinnen" heißt für die Ukraine: weiterhin existieren.



      Und zwar als eigenständiger Staat, nicht als Vasallenstaat Russlands.

      Das ist ein nach wie vor sehr realistisches Ziel, gerade weil es Russland auch nach 3 Jahren noch nicht gelungen ist, die Ukraine zu unterwerfen.

    • @Piet Petersen:

      Europa ist die Lebensversicherung für die Bundesrepublik und die ukrainische Front ist ein Bollwerk gegen das imperialistische Russland - und schützt vor russischen Angriffen gegen das Baltikum, Polen und andere.

      Bereits 2014 hat Putin die Friedensordnung in Europa zerstört - wer das damals noch nicht begriffen hat -- hatte bereits im Februar 2022 die Chance diesen Erkenntnisgewinn nachzuholen.

  • Liebe TAZ Redaktion,



    Ich bin seit Jahren ein treuer Leser und danke euch für die Linke Arbeit, die ihr für unsere Gesellschaft leistet.



    Dieser Artikel ist allerdings ein Tiefpunkt und bekräftigt nur den allgemein vorherrschenden Eindruck innerhalb der Linken Szene, dass Grabenkämpfe und Spaltung aufgrund einzelner Themen immer wieder jedes Momentum unserer Community zunichte machen. Anstatt zu sagen: wir haben jetzt etwas, worauf sich aufbauen lässt (nämlich ca. 8,5%), wird versucht die Linke Bewegung zu diskreditieren. Die Probleme, die auf unsere Gesellschaft zukommen, auf Ukraine Unterstützung zu reduzieren, spielt (mal wieder) unseren politischen Gegnern in die Karten. Vor dem nahenden Techno-Feudalismus und Oligarchentum, dass in der Form von Elon Musk und Konsorten auf uns zukommt, sich im Kontext der Wahl so auf ein einzelnes Thema zu fokussieren und die WählerInnen der Linken als infantil zu diffamieren, ist mehr als undifferenziert und grenzt an Sabotage.

  • "die Gleichgültigkeit der neuen hippen Linken-WählerInnen gegenüber dem Schicksal der Ukraine ist erschreckend."

    Das halte ich für eine bösartige Unterstellung. Was will der Autor, außer selber Klicks generieren?

    Der Link zum Partei-Programm ist ja in den Artikel eingefügt - da steht nicht "die Ukraine ist uns egal", da stehen Vorschläge für ein politisches Vorgehen. Ob diese Umsetzbar sind, kann ich nicht einschätzen, aber ich fände eine fundierte Diskussion darüber gut.



    Zumindest braucht es ja eine politische Strategie, eine Perspektive, wenn man nicht mit unbegrenzten Waffenlieferungen einen Krieg am Laufen halten will, bis... wann? Angesichts der neusten Vorgehensweise von Trump ist gerade alles noch unklarer geworden.

    Die öffentliche Rhetorik der letzten Zeit erinnert mich an das was ich über den kalten Krieg weiß, und an Zeiten, die jeweils "heißen" Kriegen voraus gingen. Ich finde, das darf man schon noch Mal kritisch überprüfen wollen, ohne dass einem Gleichgültigkeit vorgeworfen wird.

    Aber ich habe die Linke nicht gewählt - ich bin ja auch nicht "hipp". Die Linken-WählerInnen, die ich kenne, übrigens auch nicht.

  • Kann mensch machen, diesen Kommentar. Ich bin weder jung noch hip, habe aber nach langem Hadern trotz der Haltung zum Ukraine-Krieg die Linke gewählt. Gerade wegen klarer (Antifa-)Haltung und nicht existenter Alternative, wenn mensch linke Politik wählen wollte; vielleicht ging es den jungen Wähler:innen da ahnlich. Oder hatte der Autor da einen anderen Wahlvorschlag?

  • Ja, es ist echt schade, dass so getan wird, als müsste die Ukraine nicht weiterhin auch militärisch unterstützt werden, um überhaupt eine Verhandlungsposition zu haben. Ohne Waffenlieferungen hätte Russland wohl binnen weniger Monate die Ukraine komplett eingenommen.

    Gleichzeitig unterstütze ich aber auch die Position, dass nicht noch mehr Geld in die Rüstung fließen darf. Wir brauchen endlich eine handlungsfähige EU durch Abschaffung der Einstimmigkeit und Aufbau eines EU-Militärs.

    Und ich habe die Linke gewählt, weil fast alle anderen ihrer Positionen sinnvoll sind. Druch die Koalition aus Union und SPD wird die AfD sehr wahrscheinlich noch stärker und was dann ab der nächsten Bundestagswahl passiert, will ich nicht wissen.

    • @naja123:

      Wirksame Rüstung ist viel billiger und umweltfreundlicher als ein echter Krieg im eigenen Land.



      Der Blick in die Ukraine hilft.

  • Ich muss zugeben, das ich die Linke genau „trotz“ dieser Einstellung zu Waffenlieferungen gewählt habe, weil ich eine linke, soziale Kraft im Bundestag haben wollte.



    Da alle anderen Parteien die Waffenlieferungen (mehr oder weniger intensiv) unterstützen, hatte ich selbst bei einer (schon vor der Wahl unrealistischen) Beteiligung der Linken an egal welcher Koalition wenig Sorge, das sie sich in diesem Punkt durchsetzen würden können.

    • @Dr.Butthead:

      Genau so sieht es aus. Und ich vermute stark, dass das bei nicht wenigen anderen auch der Fall war.

    • @Dr.Butthead:

      Echt jetzt?



      Die putinistische AfD unterstützt Waffenlieferungen?



      Habe ich da etwas nicht mitbekommen?

    • @Dr.Butthead:

      Es wäre auf jeden Fall gut, wenn die Linke dafür sorgt, dass ihre Vorschläge zur nicht-militärischen Bekämpfung Putins mehr diskutiert werden. Dass Europa mehr Geld für russisches Öl ausgibt als für Ukraine-Hilfen und, dass die russische Öltanker-Schattenflotte so lange in europäischen Gewässern toleriert wurde, halte ich für skandalös – und bin Jan van Aken dankbar, dass er das anspricht!

  • Ich finde nicht, dass es besonders guter Stil ist, von den Linken-Wählern als „Fanbase“ zu sprechen oder sie als „hipp“ und „infantil“ zu diskreditieren. Zu den Schattenseiten digitaler Diskussionskultur gehören eben nicht nur die Reduktion der Meinungsäußerung auf Likes und Ähnliches, sondern auch der Hang, Andere verächtlich zu machen statt sich mit Ihnen argumentativ auseinander zu setzen. Der Ukraine-Krieg hat im übrigen auch im Wahlkampf der anderen Parteien keine besondere Rolle gespielt und man kann sich nach drei Jahren Krieg zumindest die Frage stellen, ob es wirklich noch etwas mit Verantwortungsbewusstsein zu tun hat, wenn man auf Waffenlieferungen statt auf Diplomatie setzt.

  • Hat der Autor für seine Behauptungen auch irgendwelche Beweise in Form von Quellen, Befragungen, Studien oder ist das reines Glaskugelraten? Eventuell ist es vielen Jungwählern nicht egal aber die LINKE hat trotzdem das beste Gesamtpaket? Wenn man schon die Jungwähler hier als infantil abstempelt sollte man schon auch ein Paar Anhaltspunkte für diese Vermutung mitbringen.

  • Viel Konjuktiv, der dann in "Aber die Gleichgültigkeit der neuen hippen Linken-WählerInnen gegenüber dem Schicksal der Ukraine ist erschreckend." endet. Gute Analyse!

  • "Ausverkauf des Landes an westliche Konzerne“ ist der Linkspartei offenbar wichtiger als die Gefahr, dass die Ukraine schlichtweg aufhört zu existieren. "

    Nicht nur hört die Ukraine dann auf zu existieren das Land wird an Putins loyalyste Boyaren ausverkauft und das wenige Geld was staatlicher Seite von den Gewinnen abgeschöpft wird fließt in zwei Dinge Moskau und die russische Aufrüstung für den nächsten Krieg, in dem dann die Ukrainer das Kanonenfutter stellen dürfen.

    • @Machiavelli:

      Und es wird dann spannend, welches Land westlich von Russland, Belarus und der okkupierten Ukraine, dann angegriffen wird ...

    • @Machiavelli:

      Die Linke ist die einzige Partei, die fordert, die Finanzierung des russischen Krieges durch westliche Ölkäufe oder Tolerieren der russischen Öltanker-Schattenflotte in europäischen Gewässern zu beenden. Nur, weil sie andere Mittel zur Bekämpfung Putins vorschlägt, ist ihr die Existenz der Ukraine nicht egal!

  • "Dass die Linke in Fraktionsstärke in den neuen Bundestag einzieht, ist gut für die parlamentarische Demokratie und Pluralität."



    Vielleicht ist das auch ein guter Grund für viele gewesen, die Linke zu wählen. Es war ja absehbar dass sie in keine Entscheidungsposition kommt.

  • "....weil ihrer Fanbase die Ukraine egal ist"

    Bei dem Satz war dieser Artirkl schon für mich gelaufen, nur weil man GEGEN ein Aufrüsten und FÜR Diplomatie ist, heißt das nicht, dass einem die Ukraine egal ist!

    • @PartyChampignons:

      Diplomatie mit Diktatoren und Vertragsbrechern.



      Was soll man dazu noch sagen.

    • @PartyChampignons:

      Es muss aber beides geben, ohne Waffen (Aufrüsten) wäre die Ukraine wehrlos und Diplomatie könnte man dann ohnehin vergessen.

      • @Ciro:

        Ich bin auch dieser Meinung.

        Aber PartyChampignon wollte wohl auf was anderes hinaus und das denke ich auch: Zu unterstellen, das Leuten, die eine andere Lösung des Konfliktes suchen, die Ukraine egal ist, ist das nicht - infantil?

  • 1G
    15863 (Profil gelöscht)

    Eine dezidiert antimilitaristische Position qua pauschaliserender Diffamierung unsachlich zu diskreditieren wird den Ansprüchen eines Kommentares nicht gerecht.

    • @15863 (Profil gelöscht):

      Möglichst viele Fremdworte ergeben aber auch keine Sinnvolle Aussage.



      Ein Kommentar ist immer persönlich und ohne Ansprüche...

  • Naja, den Jungen scheint auch sonst so mancher Inhalt egal zu sein. Wenn man van Akens Vorschläge zu anderen Themen anschaut, zumindest was ich bei Interviews mitgenommen habe, von Rente bis Migration, von Umwelt bis Fachkräfte.... da muss man schon hart ignorant sein das gut zu finden. Ich sag mal so: Tax the rich und alles wird gut? Ok, zwei Jahre vielleicht.

    • @Tom Farmer:

      was ist am konzept der umverteilung gesellschaftlichen reichtums von ganz oben nach unten und in die breite der gesellschaft falsch, wenn sie dem ziel dient, gesellschaftliche teilhabe durch soziale sicherheit für alle zu ermöglichen und die finanzierung einer ökologisch nachhaltigen transformation des industriestandortes zu bewerkstelligen? warum ist man ignorant, wenn man einen solchen ansatz gutheißt, vor dem hintergrund sozialer polarisierung, klimakrise und zunehmender vermögensungleichheit, in einem land, in dem die reichsten 10% der bevölkerung rund 60% des gesamtvermögens besitzen? und das, während der blick in die USA uns fast schon im stundentakt demonstriert, was für eine gefahr die steigende private vermögenskonzentration für das fortbestehen demokratischer verhältnisse bedeutet.

      • @Pflasterstrand:

        Auch @minion68



        Nein, ich habenix gegen Vermögenssteuer und ich habe auch nix gegen höhere Besteuerung von Gehalt.



        Ich habe aber etwas gegen Pauschalaussagen. Insbesondere sind Aussagen wie "das Land braucht keine Millionäre" letztlich unreflektierter Blödsinn, denn jeder der selbstständig war muss Millionär (Haus plus Vorsorge) sein, sonst landet der in Altersarmut. Von Milliardengewinnen die Dax Konzerne (unnötigerweise) machen will ich gar nicht erst anfangen.



        P.s. Jeder Durchschnittspensionär oder jemand der 3000€ Rente bekommt plus ggf. Betriebsrente ist im Vergleich zu einem Selbstständigen per se ein Millionär, wenn man das als kapitalgedeckt annimmt. Allein das zu verstehen ist für einen Linkenwähler (die ich tatsächlich kenne) nicht erwartbar.

    • @Tom Farmer:

      Ich habe den Eindruck, Sie haben sich mit den Vorschlägen der Linken nicht wirklich auseinandergesetzt.



      Was die Vermögenssteuer betrifft, wir hatten diese hierzulande bis 1997. Und sie ist nicht abgeschafft sondern nur ausgesetzt. Diese soll nun wieder erhoben werden. Warum soll das ein Problem sein und was wollen Sie mit den zwei Jahren aussagen?



      Übrigens wurde in Deutschland erstmals 1893 eine Vermögenssteuer erhoben.



      Und was die Unterstützung der Ukraine betrifft, so wird diese nicht abgelehnt, aber man darf nicht nur auf Waffenlieferung aus sein. In einem der Interviews hatte Jan van Aken auch die Optionen aufgezeigt, die schon bei Kriegsbeginn bestanden, aber leider nicht genutzt wurden.

  • Keine Sorge, zum einen ist die Position der Linken etwas differenzierter als hier dargestellt. Zum anderen gibt es einige, die sie trotz dieser Position gewählt haben und nicht deswegen. Weil die Grünen bspw. Rote Linien übertreten haben. Weil es nie eine Partei gibt, die 100% passt, etc.

  • Die Behauptung des Kommentators, vielen neuen Linken-WählerInnen sei die Ukraine gleichgültig ist weder belegt, noch - in dieser Pauschalität - fair, sie ist schlicht unverschämt. Ich z.B., der ich seit Jahren links wähle, wähle sie seit Jahren trotz ihrer Haltung zu Putin und der Ukraine. Dass sich die Kreml-Fraktion von Wagenknecht von der Linken gelöst hat, bedeutet auch inhaltlich eine Erlösung von diesem ideologischen Balast, der sich auch in vielen Statements Linker PolitikerInnen zeigt.