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Debatte um „Spiegel“-Text zu Elif Eralp Am Ende sind alle so schlau wie vorher

Leon Holly

Kommentar von

Leon Holly

Der „Spiegel“ skandalisiert interne Äußerungen der Berliner Linken Elif Eralp über die Palästinabewegung. Zur Aufklärung trägt der Text kaum bei.

D er „Skandal“ um Elif Eralp und ihre internen Äußerungen ist auch ein Skandal der deutschen Medienlandschaft. Weil es hier viele verschiedene Facetten gibt, sollte man vorab vielleicht kurz festhalten, was er aus medienethischer Sicht nicht ist.

So wäre es deplatziert, daraus eine Debatte um die Praxis deutscher Journalisten zu machen, sich Zitate von Politikern autorisieren zu lassen. Ja, man kann es aus gutem Grund erbärmlich finden, dass deutsche Medien es sich gefallen lassen, dass Politiker ihre Antworten in Interviews umschreiben oder gar – so hier der Vorwurf – eine ganze Frage streichen wollen.

Die eigentliche Essenz des Spiegel-Artikels hat mit der Autorisierung aber gar nichts zu tun. Dort geht es vielmehr um die Kommentare, die Eralp und Linken-Verantwortliche aus ihrem engen Umfeld in dem Word-Dokument hinterlassen haben. Darin schreibt Eralp zu einer Frage über den wohl PFLP-nahen Palästinaaktivisten Ibrahim Ibrahim, sie habe „Angst vor diesen Leuten“ und sie könne sich und ihre Familie „nicht für den Spiegel in Gefahr bringen“.

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Diese aus Versehen verschickte internen Kommentare sollte man also eher wie andere vertrauliche Kommunikation behandeln, die auf dem ein oder anderen Wege in die Hände von Journalisten gerät. Diese Infos müssen Journalisten dann prüfen, nachrecherchieren und sich nach reiflicher Abwägung entscheiden, ob sie sie veröffentlichen wollen.

Offene Fragen

Also, sollte man das öffentlich machen? Im Fall Eralp schließen sich hier eine Reihe von Fragen an: Hält man es für eine Nachricht, dass sich die Berliner Bürgermeisterkandidatin um das Wohlergehen ihrer Familie sorgt? Wovor hat Eralp eigentlich genau Angst? Wie begründet ist diese Angst? Und ist das öffentliche Interesse, diese internen Abwägungen zu erfahren, so groß, dass man dafür womöglich in Kauf nimmt, dass Eralp sich danach noch unsicherer fühlen muss?

Wenn der Spiegel diese Fragen klären wollte, dann wäre der logische Schritt ja gewesen, Eralp erneut zu kontaktieren. Das Magazin hätte es Eralp ermöglichen müssen, zu diesen offenen Fragen Stellung zu beziehen. Im Text selbst ist von solchen Rückfragen nicht die Rede.

Eralp selbst, so viel sollte hier zur Einordnung gesagt sein, ist in der Palästinafrage keineswegs auf Linie des Neuköllner Bezirksverbandes. Sie ist vielmehr – wie der Rest der Linkenführung in Berlin – eher im moderaten Lager der Partei zu verorten, das immer wieder auf Distanz zu radikalen Elementen in der Bewegung geht.

Dass sie mit diesen im Clinch liegt, ist also wahrlich keine große Nachricht. Der Spiegel dreht daraus jetzt einen Skandal, der Eralp als Kronzeugin gegen die eigene Bewegung anführt, offenbar aber, ohne sie vorab ihre eigenen Aussagen erklären zu lassen.

Vieles durcheinander

Beim Lesen des Artikels fällt dann auch direkt der aufgeregt-dramatische Ton auf, in dem er geschrieben ist. Verschiedene Anschuldigungen und Themen werden wild durcheinandergeworfen: Clankriminalität; der Goldmünzenraub im Bode-Museum; brennende Israel-Fahnen; gewisse „Straßenzüge“ und „Milieus“; die „türkisch-kurdische Gen-Z-Mafia“; Berlin als „Hauptstadt des Verbrechens“; umstrittene „Gaza-Influencer“; die PFLP und die Hamas; Israelfeindlichkeit und Antisemitismus.

Der Text im Spiegel verfolgt damit kein Interesse an Aufklärung. Er reiht sich vielmehr ein in den Kampagnenjournalismus gegen die Linkspartei der letzten Monate. Nicht nur die bürgerlichen Parteien, sondern auch Stimmen aus den etablierten Medien verleumden die Linke immer wieder als antisemitisch. Das ging so weit, dass ein Kommentator in den Tagesthemen die Partei in die Traditionslinie der Täter des Holocausts setzte.

Diese Welle reitet der Spiegel bis ins Absurde, wenn er Ibrahim Ibrahim im Text mit „Voldemort“ vergleicht, dessen Namen auszusprechen man sich fürchte. Jemand, der hierzulande politisch absolut nichts zu melden hat, wird so auf infantile Weise als das absolute Böse gezeichnet.

Ein Skandal ist so schnell herbeigeschrieben. Aber am Ende eines langen Artikels sind eigentlich alle so schlau wie vorher.

Leon Holly

Leon Holly

Schreibt über gesellschaftliche Konflikte und internationale Politik, mit besonderem Fokus auf die USA und die Levante. Von 2023 bis 2024 Volontär der taz Panter Stiftung. Davor Studium der Politikwissenschaft und Nordamerikastudien in Berlin und Paris.
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29 Kommentare

  • Querbeet

    Hat jemals eine potentielle Koalition schon vor Beginn von Koalitionsgesprächen so ein jämmerliches Bild abgegeben? Was soll das werden?



    Wenn ich vor! Sondierungen erstmal Antisemitismusfragen klären muss und dass dann auch nicht wirklich überzeugend klappt, dann kann man nur raten: lasst es!

    Berlin hat ganz andere Probleme als den Nahostkonflikt.

  • Land of plenty

    Ich empfinde starke Trauer für das Leid der Palästinenser in Nahost. Es dauerte, weil ich v.a. von der Massakerinvasion der Hamas schockiert war.



    Es ist sinnlos, Rache und Stammesfehde.



    Ja, diese Protagonisten der Kriegführung sollen hier auf keinen Fall Einfluss haben. Das ist nur destruktiv.



    Zu den Hetzern gegen die Linkspartei gehört auch Philipp Peyman Engel, Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen (Organ des Zentralrats), was er mit Apollo News Max Mannhart spricht und auf Focus (München) am 21.09.2026 schrieb: vor Beginn aktueller Kampagnen: nur pauschal.



    Oder Nius: "Juden stehen jetzt wieder auf Enteignungslisten."



    Unter dem Focus-Gastbeitrag viele Kommentare: keinem geht es um den Schutz jüdischen Lebens, sondern nur um den Frust, dass sie jetzt Geld bezahlen müssten für die Sanierung ihrer Häuser. Die Eigentümer motzen darüber, dass Mieter_innen nicht mehr im Schimmel wohnen wollen.



    Das ist die Hauptmotivation des Schreikonzerts von Kretschmann bis Henryk Broder.



    Jürgen Elsässer freut sich ja ausdrücklich am Krieg der Hamas und bietet seine Location für das Treffen von Afd mit BSW an...



    Schluss mit der Dämonisierung der Linken!

  • Andreas Flaig

    Der "Spiegel" sollte mal in den selbigen schauen.



    Vielleicht findet er unter seinen Redakteuren den oder die, welche die Auflagestärke des Magazins wichtiger findet, als ethisch vertretbare Aussagen und Berichterstattung.



    "Bild-Zeitung für Intelligente" war ja schon öfters der Vorwurf an eine bestimmte Schreibweise, die anscheinend mehr und mehr Gefallen findet.

  • JMarius

    Es spricht leider Bände, wenn der Autor nicht versteht, wo der Skandal ist, wenn die (hoffentlich nicht) zukünftige Bürgermeisterin Angst vor arabischen Schwerstkriminellen und Terroruntersützern hat, die auf offiziellen Veranstaltungen ihrer Partei zu Gast sind. Die Angst ist menschlich und natürlich, dass diese Leute in ihrem direkten Parteienumfeld präsent sind und Unterstützer haben hingegen nicht - das ist der Skandal.



    Die Punkte, die der Spiegel anspricht sind Realität und belegbar und keine Kampagne. Dass gegen die geschossen wird, die das aufdecken mit Schlagworten wie "Kampagne", "Altparteien", "Mainstreammedien" etc. erinnert sehr stark an die AfD.

    • O.F.

      @JMarius:

      Das Problem ist vor allem, wie in dieser Debatte mit Fakten umgegangen wird: die "arabischen Schwerdtkriminellen" haben Sie erfunden: Ibrahim Ibrahim, um den es dabei ging, wurde weder wegen eines Verbrechens verurteilt, noch konnte eine Verbindung zu einer "Terrororganisation" nachgewiesen werden. Was bleibt ist ein Aktivist, der fragwürdige Ansichten haben mag, aber nie die Grenze des Strafbaren überschritten hat. Genauso wenig war er auf einer Wahlparty "zu Gast", sondern ist dort einfach vorbeigekommen (das ist eine öffentliche Veranstaltung, zu der jeder gehen kann). Wennn Sie die Kampagne nicht sehen wollen, sondern lieber mit Unterstellungen und rassistisch grundieren Feindbildern arbeiten, bitte... Aber dann illustrieren Sie ungewollt, wie Recht der Artikel hat.

  • Fran Zose

    Der Autor wie ach viele andere, die hier eine rechte Kampagne am Werke sehen wollen, verkennen Einiges fundamental: das Problem ist nicht, dass Eralp Angst hat vor den Hamasunterstützern; im Gegenteil, dass spricht für meine Annahme, dass sie selbst eine integere Person ist und etwas anderes behauptet auch der Spiegel nicht.

    Aber ganz offensichtlich hat sie den eigenen Laden nicht in Griff, in dem es nicht wenige gibt, die da weniger bis gar keine Angst haben und die Ansichten vertreten, die denen von Herrn Ibrahim wahrscheinlich nicht unähnlich sind. Diese Leute gibt es unstrittig und dabei handelt es sich nicht um eine rechte Kampagne. Im Wahlkampf haben sie mit ihrer Mobilisierung nicht unwesentlich zum Erfolg der Linken beigetragen und die Linkenführung ist nicht eingeschritten bzw. hat sie, auf die Stimmen schielend, gewähren lassen. Jetzt haben sie den Salat und wenn die Berliner Linkenführung es unter Eralp nicht schafft den eigenen Laden aufzuräumen und sich durchzusetzen, dann ist sie offensichtlich nicht regierungsfähig. Die Geister die ich rief bzw. die ich habe gewähren lassen. Bernd Lucke und Frauke Petry können ein Lied davon singen.

  • gerdos

    Danke Herr Holly. Das trifft genau meine Auffassung über diesen vermeintlichen Skandal und die journalistische Ethik, die hier grob verletzt wurde.

    Sehr gut analysiert und recherchiert.

  • Margot71

    Vielen Dank für diesen Kommentar.



    Ich bin kein Fan der Linken, finde aber die Scheinheiligkeit der allermeisten Äußerungen zu diesem Thema unerträglich. Es sei unüblich, aus laufenden Autorisierungsprozessen zu berichten, aber "die politische Tragweite von Eralps Anmerkungen wiege aus Sicht der Redaktion schwerer." Wer soll das denn glauben? Ehrlicherweise hätte es heißen müssen: "Wir sind durch eine offensichtliche Panne an diese Interna geraten, deren Veröffentlichung uns viele Klicks generiert, und mussten uns eine redlich klingende Begründung überlegen, um nicht zu sehr in die Nähe der BILD zu geraten."

  • Josef 123

    "Der „Spiegel“ skandalisiert interne Äußerungen der Berliner Linken Elif Eralp über die Palästinabewegung. Zur Aufklärung trägt der Text kaum bei."

    Ich finde nicht, daß der SPIEGEL hier irgendetwas skandalisiert hat. Der SPIEGEL hat gemäß seines Leitspruchs "Sagen, was ist" berichtet. Skandaliesiert -wenn schon dieses Wort her muss- haben dann andere. Und, ja: Natürlich bringt der Text Licht ins Dunkle.

    Denkanstoß: Wie sähen Berichte und Kommentare aus, wenn es einen AFDler erwischt hätte?

  • Walterismus

    Wenn Voldemort-Ibrahim nichts zu melden hat, dann ist die Frage, warum sich Elif Eralp so viel Angst hat, seinen Namen auszusprechen und zu kritisieren. Einen Menschen der auf Wahlveranstaltungen für Frau Eralp und ihre Partei auftritt. Ibrahim hat innerhalb der Linken Berlin und vermutlich/wahrscheinlich der Fraktion die Linke (u.a. durch Frau Emde) eben doch etwas zu melden.

    Nein ihre Überschrift passt nicht, denn nach der Veröffentlichung sind wir definitiv schlauer.

  • Theodore R.

    "Er (der Spiegel) reiht sich vielmehr ein in den Kampagnenjournalismus gegen die Linkspartei der letzten Monate."

    Da kann ich Ihnen nur vollumfänglich zustimmen. Es ist widerlich, wie intimste Ängste veröffentlicht werden. Ohne Nachfrage. Mittlerweile eben BLATT-Qualität. Hysterie-Voyeurismus vom Feinsten im Dienste vermeintlicher Aufklärung.

  • Markus Hohenfellner

    Am Ende dieses Artikels bin ich eigentlich auch so schlau wie vorher.

  • Tazilo

    Für mich ist es eine sehr wichtige Information, dass die möglicherweise nächste Regierende Bürgermeisterin von Berlin Angst vor den Leuten hat, mit denen Ränder ihrer Partei eng verbandelt sind. Wie will jemand, der das Problem nicht einmal zu benennen wagt, entschlossen gegen dieses vorgehen? Dann wird sie doch erst recht zur Zielscheibe. Und wenn sie die Gefahr zurecht so klar erkennt, warum hat die Linke sich nicht für einen klaren Kampf gegen das Verbrechen ausgesprochen, sondern für eine Abrüstung der Polizei geworben? Und wie kann man für noch weitgehendere mehr oder weniger ungeprüfte Einwanderung und Einbürgerung eintreten, wenn man damit zumindest unter anderem genau dieses Milieu weiter stärkt? Nicht sehr vertrauenswürdig.

  • EffeJoSiebenZwo

    Zitat aus dem Nachbar-Artikel (Sorry, aber brauch ich um klar zu argumentieren:



    'Laut Spiegel hatte Eralp in einem Interview am Montag gesagt, sie habe nicht gedacht, dass es beim Thema Palästina im Wahlkampf zu Grenzüberschreitungen auf einzelnen Veranstaltungen kommen könne. Auf die Nachfrage: „Damit meinen Sie den Terrorsympathisanten Ibrahim Ibrahim, der den Chefplaner des Hamas-Überfalls auf Israel am 7. Oktober 2023 als ‚Märtyrerhelden‘“ bezeichnet hat und in Neukölln auf der Wahlparty war“, soll Eralp mit Ja geantwortet haben.'

    Lt Spiegel redet Eralp also zunächst von Vorkommnissen beim Wahlkampf (da gab es ja zB den Yalla I...-Rapper), aber dann schiebt ihr der Spiegel plötzlich Ibrahim unter. Meines Wissens hatte der aber gar keinen Auftritt im Linken-Wahlkampf, sondern kam uneingeladen zur Wahlparty. Das ist aber NACH dem Wahlkampf.

    Schon deshalb - wegen der unsauberen, suggestiven Gesprächesführung - hätte Eralp mMn das Recht gehabt, ihr 'Ja' auf die Frage iRd Interview-Freigabe zurückziehen. War ja auch offensichtlich aus dem Kontext.



    Ich bleibe dabei: riecht nach Kampagne und ist nach gängigen Presseethos und -usus mindestens falsch.

  • Martin Rees

    "Diese aus Versehen verschickten internen Kommentare sollte man also eher wie andere vertrauliche Kommunikation behandeln, die auf dem ein oder anderen Wege in die Hände von Journalisten gerät."



    Der Spiegel macht mal wieder Politik...



    Immerhin liegen Fakten vor, bislang auch unwidersprochen im Inhalt, aber eben nicht abschließend korrekt konsensiert autorisiert im Umgang mit einer Leak-like-Geschichte.



    Hier lag ein eigenes Trauma:



    www.focus.de/kultu...e_id_10096892.html



    Das Vertrauen politisch Unerfahren_er in bestimmten und bestimmenden Journalismus mit überregionaler Marktmacht und internationaler Reichweite wurde durch diesen einseitig vorpreschenden Aktionismus bestimmt nicht gestärkt.



    Der Spiegel kennt die Folgen vorher, wahrscheinlich hat er in der Vergangenheit bundesweit in der Spitzenpolitik schon sehr "reichlich" Karrieren gekippt, manchmal mit wochenlanger "Berichterstattung" und hohen Auflagen - mit bunten Titelgeschichten und der ganzen Palette an Möglichkeiten eines Nachrichten-Magazins.

  • Dirk Osygus

    Mein Vorschlag: Hören Sie sich mal den Podcast von Herrn Ronzheimer zu dem Thema an. Da kommt der verantwortliche Spiegel-Redakteur zu Wort und ich finde seine Begründung, warum die Informationen veröffentlicht wurden, hörenswert.

  • Mendou

    „… wie andere vertrauliche Kommunikation behandeln, die auf dem ein oder anderen Wege in die Hände von Journalisten gerät. Diese Infos müssen Journalisten dann prüfen, nachrecherchieren und sich nach reiflicher Abwägung entscheiden, ob sie sie veröffentlichen wollen.“



    Komisch das taz Journalisten solche Bedenken immer nur bei Parteien haben denen sie nahestehen.

  • yoda

    "Kampagnenjournalismus" trifft's schon ganz gut – Spiegel nach Blome halt: Die Bastion wurde schon lange geschleift, und der arme Augstein muss sich das tatenlos von Wolke 7 anschauen. ;- )

  • Mondschaf26

    „Der Text im Spiegel verfolgt damit kein Interesse an Aufklärung. Er reiht sich vielmehr ein in den Kampagnenjournalismus gegen die Linkspartei der letzten Monate."



    Das Motto mancher Redaktion: Agitation statt Information.

  • Sole Mio

    Die Linke wäre gut beraten sich nun zumindest intern ehrlich und schonungslos mit den ganzen Vorkommnissen und den zwielichtigen Gestalten rund um die Wahl auseinanderzusetzen.



    Sonst bekommt sie keine Ruhe.

    Und bitte jetzt nicht wieder auf alle anderen zeigen, „die Partei macht das und die jenes und schuld sind sowieso die anderen…sondern klar Schiff machen!

    • Herma Huhn

      @Sole Mio:

      Wie man bei fast jeder anderen Partei schon beobachten durfte, ist ein Partei-Ausschluss selbst bei offensichtlicher Nichtbeachtung Parteiinterner Wahlergebnisse und demokratisch aufgestellter Grundsätze gar nicht so einfach, wie das in den Kommentarspalten immer dargestellt wird.



      Und es wird nicht einfacher, wenn im Medienskandal zuvorderst die moderaten Kräfte den Shitstorm aushalten müssen, während die, die ausgeschlossen gehören sich in den hinteren Bänken verstecken, bis wieder ein paar von den störenden Realisten das Handtuch geworfen haben.

  • O.F.

    Das stimmt zwar alles, ich glaube aber auch nicht, dass es dem Spiegel und dem übrigen bundesdeutschen Rudeljournalismus um Information geht, sondern um Diffamierung und Einschüchterung. Wenn man auf solchen Unsinn nicht recht zu antworten weiß, um so besser: genau das ist gewollt. Sachlich zu verteidigen gibt es an der deutschen NO-Politik und ihrer innenpolitischen Durchsetzung ohnehin nichts mehr; man brüllt Dissens stattdessen zusammen. Übrigens: Seit dem „Waffenstillstand“ in Gaza wurden inzwischen 1574 Palästinenser ermordet. Nur als Erinnerung daran, worüber man sich eigentlich empören sollte.

  • Elite123

    Dafür, dass der Artikel inhaltsleer und skandalisierend sein soll, schreibt ihr aber auffallend viel darüber. Und mit euch die halbe Republik.

  • Karl Heinz

    Helmut Kohl war schlauer und hat im Spiegel nie Interviews gegeben.

  • Deep South

    Kann man so sehen. Man kanns aber so sehen, dass der Skandal auch darin liegt, dass erst so eine Panne dafür sorgt, dass das Thema jetzt auch auf linker Seite endlich ernst genommen werden muss. Wenn Frau Eralp Angst vor Personen hat, mit denen ihr Kollege Kocak Arm in Arm Fotos auf der Walparty macht, dann kann man das eben nicht mehr Alles nur als Kampagne der Union abtun.

  • Lindenberg

    Gruselig der intellektuelle Niveauverlust im Spiegel-Politik- Kulturteil. Da aber auch Lanz, Miosga und die Tagesthemen sich an der Kampagne gegen die Linke beteiligen, stellt sich die Frage, was die auslösenden Faktoren für diesen Alarmismus sind. Strukturell meiner Meinung nach eine grundsätzliche Systemkrise des globalen Kapitalismus (z. B. Aktuell bei VW, Klimabilanz von Privatjets in Hamburg), der in eine Legimationskrise der Volksparteien mündete. Politik der Linken stellt den herrschenden Status Quo [Eigentum, angeblich alternativlose massive Aufrüstung, Privatjets) In Frage und wird mittels eines medialen und politischen Kulturkampfes in die Enge getrieben, bei dem ein absolut berechtigtes Problem [Antisemitismus in Teilen der Partei) von rechter Seite instrumentalisiert wird obwohl es keine Maga-Bewegung gibt. Selbstzensur in Bezug auf den Nahost-Konflikt ist bei deutschen Auslandskorrespondenten laut einer aktuellen Studie üblich. Schönes Anschauungsbeispiel für vergleichbare Mechanismen die Kampagne gegen Harward, die eine aktuelle ARTE-Serie zeigt und die in den Kontext der aktuellen Kampagne von Politik und Medien gegen die Linke in Berlin gestellt werden sollte.

  • Magnus_15

    Die entscheidende Frage hier ist, ob Frau Eralp die Sicherheit aller Berliner sicherstellen und unabhängig sein kann, wenn sie selbst das Gefühl hat, sie muss Bedrohungen aus ihrer politischen Umgebung nachgeben. Sie hat immer noch die Möglichkeit diese Frage zu beantworten. Aber der Spiegel hatte Recht, dass ihre Kommentare zu Recht diese Frage aufwerfen.

    • Herma Huhn

      @Magnus_15:

      Wer sagt denn, dass sie diesen Bedrohungen nachgeben wollte?



      Sie folgte einem Ratschlag, den alle Personen erhalten, die in der Politik mit Personen des Schlages Ibrahim zu tun bekommen: Löse das Problem, ohne Namen zu nennen.



      Dieser Rat dient übrigens nicht allein dem Schutz der Politiker, sondern auch der Sache. Gesetzgebung muss immer und stets allgemein gehalten sein. Der Verdacht, dass ein Politiker nicht allgemein, sondern in Anbetracht einer konkreten Person entscheidet, ist in einem Rechtsstaat ein Problem.

  • Okay

    SPIEGEL-Bericht: Die Skandalisierung von Elif Eralp hat unter anderem auch damit zu tun, dass sie eine türkische Herkunft hat.



    Derzeit gibt es einige Veranstaltungen zum 65. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei. Im Kern wird dabei meistens gesäuselt – ganz auf der Linie einer „Steinmeier-Gedenkrede“.



    Wenn Kritik geübt wird, dann schön, demütig und vorsichtig, keineswegs laut und deutlich. Dabei werden Menschen seit 65 Jahren zum Teil wie Scheiße behandelt. Es geht nicht nur um eine rechtspopulistische Kultur, sondern auch um etablierte Gesellschaftsschichten und Medien, die zu den demokratischen gezählt werden.



    Mit den Angriffen auf Elif Eralp erleben wir im Prinzip einen Spiegel der Gesellschaft: In der Politik ebenso wie in den Medien. Sie zeigen, wie tief populistisch und reaktionär die Einstellungen gegenüber Deutschen mit Migrationshintergrund reichen. Futter liefert derzeit natürlich mehr als genug der Konflikt im Nahen Osten.