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Equal Pay DayScham ist überflüssig

Gastkommentar von

Magdalena Sporkmann

Frauen verdienen 16 Prozent weniger als Männer – auch weil sie oft weniger verlangen. Dabei ist nicht die Frau gierig, die verhandelt. Gierig ist das System, das ihre Leistung umsonst will.

Sorgearbeit aus Liebe? Dieses von der CDU als „Lifestyle“ verkannte Rollenmodell leben 72 Prozent aller Ehepaare mit Kindern Foto: Lubitz + Doorner/plainpicture

A m 27. Februar ist es wieder so weit: Der Equal Pay Day markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Aktuell liegt sie bei 16 Prozent, wenn man sie pauschal betrachtet, und bei 6 Prozent, wenn sie bereinigt ist. Wenn also Faktoren wie weniger Arbeitsstunden durch Teilzeit, kürzere Arbeitsphasen, Berufswahl und -erfahrung, niedrigere Karrierestufen in die Rechnung einbezogen werden. Vor ein paar Jahren betrug die Lücke 23 Prozent. Es bewegt sich also etwas – und das klingt erst mal gut.

Aber es lohnt der Blick hinter diese Zahlen und in die Biografien von Frauen. Denn die Lohnlücke resultiert nicht nur aus den oben genannten Faktoren, einer realitätsfernen Leistungslogik und einer patriarchalen Machtverteilung, sondern auch aus Scham. Scham der Frauen. Obwohl viele Frauen wissen, dass sie finanziell schlechter gestellt sind, fällt es ihnen schwerer, über Geld zu verhandeln. Man erwartet von ihnen Bescheidenheit.

Bild: privat
Magdalena Sporkmann

ist Autorin, Speakerin, Mentorin mit dem Schwerpunkt finanzielle und berufliche Selbstbestimmung, insbesondere von Frauen und jungen Menschen. 2023 erschien ihr Buch Buch „Miss Money – Was schlaue Mädchen über Geld wissen sollten“ (dtv) und 2025 zusammen mit der Designerin Anne Wolf „Wer heiratet, muss nicht zu allem Ja sagen“ (Penguin).

Frauen, die diese Bescheidenheit ablehnen, erfahren nicht selten mächtigen Gegenwind – auch von Frauen. Ich habe mit meinem Partner beispielsweise eine finanzielle Kompensation für ungleich verteilte Sorgearbeit vereinbart – und muss unter anderem Sätze hören wie diese: „Man kann sich doch nicht dafür bezahlen lassen, sich um die eigenen Kinder zu kümmern.“ Hier gesellt sich die Romantisierung der Sorgearbeit („Ich mache das doch gern!“) zur Bescheidenheit.

Das Patriarchat bedient sich der Moral: Frauen sind bescheiden und leisten Sorgearbeit aus Liebe. Wer da über Geld spricht, ist gierig. Dieses manipulative Narrativ haben wir Frauen längst verinnerlicht, es führt dazu, dass wir freiwillig und unbezahlt den Großteil der Sorgearbeit übernehmen.

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Mehr noch: Uns wurde beigebracht, dieses Narrativ zu verteidigen und Frauen, die sich widersetzen, zu beschämen – als „frech“ oder „kaltherzig“. Fairness zu fordern, wird zu etwas Unanständigem. Und es wirkt, weil wir alle wollen gemocht werden. Mit Bescheidenheit wahren Frauen kurzfristig den Frieden. Langfristig kostet sie diese ihre finanzielle Sicherheit.

„Lifestyle“-Teilzeit ist oft Sorgearbeit

Im Job sind Gehaltsverhandlungen üblich. Studien zeigen: Frauen verhandeln seltener und zurückhaltender als Männer. Und sie werden für ihre Gehaltsforderungen von ihren Vorgesetzten stärker sanktioniert. Zusätzlich gehen Arbeitgebende weniger auf Lohnforderungen von Frauen ein, weil diese für sie ein höheres „Einsatzrisiko“ darstellen. Im Klartext: Arbeitgebende befürchten, dass Frauen ihnen wegen der häuslichen Sorgearbeit weniger und unzuverlässiger als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Dieses „Risiko“ ist so privat wie politisch. Frauen übernehmen täglich 76 Minuten mehr Sorgearbeit als Männer – und reduzieren dafür ihre Erwerbstätigkeit. Dieses von der CDU als „Lifestyle“ verkannte Rollenmodell leben 72 Prozent aller Ehepaare mit Kindern.

Es erscheint kurzfristig als klug, nur auf das ohnehin kleinere Einkommen zu verzichten. Außerdem lockt dann eine kräftige Steuerersparnis durch das Ehegattensplitting. Dieses wirkt umso mehr, je höher das Einkommensgefälle zwischen den Ehe­part­ne­r*in­nen ist. Langfristig geraten Frauen so in finanzielle Abhängigkeit von ihrem Partner und in eine prekäre Finanzlage bis hin zur Altersarmut.

Wer kompensiert wen?

Gebe ich das in meinen Seminaren zu bedenken und schlage vor, eine finanzielle Kompensation mit dem Partner für das verminderte Erwerbseinkommen zu vereinbaren, schallt es entrüstet: „Mein Mann zahlt all unsere Rechnungen. Da kann ich nicht auch noch Geld für mich von ihm fordern.“ Da spricht die Bescheidenheit. Oder es heißt: „Mein Mann verdient nicht genug, um mir ein ‚Gehalt‘ zahlen zu können.“ Als sei Fairness Luxus. Aber Sorgearbeit hat ihren Preis. Wenn der Mann sagt, er könne es sich nicht leisten, heißt das: Sie muss allein zahlen – mit ihrer Unabhängigkeit und Sicherheit. Bescheidenheit wirkt nett, ist aber gefährlich.

Finanzielle Abhängigkeit bindet Frauen an ihre Männer – auch nachdem die Liebe aus- und vielleicht sogar Gewalt eingezogen ist. Eine Trennung bedeutet für Frauen oft den finanziellen Ruin: Über die Hälfte der erwerbstätigen Frauen kann langfristig nicht von ihrem Einkommen leben und jede fünfte Frau über 65 Jahren ist armutsgefährdet. Die Hälfte der Menschen in Deutschland, die eine Rente beziehen, bekommen zusätzlich Sozialhilfe, weil die Rente nicht reicht. Der Großteil von ihnen ist weiblich. Damit sind sie erneut abhängig: vom Staat.

Höchste Zeit für neu gestellte Weichen

Es ist höchste Zeit, Weichen für Gleichberechtigung in unserem System zu stellen. Das Ehegattensplitting muss weg, eine flächendeckende kostenfreie Kinderbetreuung und die „Use-it-or-lose-it-Elternzeit“ für Väter her. Wir brauchen flexible Arbeitsmodelle, Gehaltstransparenz und verpflichtende Entgeltgleichheit. Solange politische Reformen ausbleiben, ist Verhandeln Selbstschutz. All das beginnt schon zu Hause: mit Gesprächen auf Augenhöhe über die faire Aufteilung der Sorgearbeit oder Kompensationen von Einkommensausfällen.

Angst vor Konflikten ist dabei normal – aber sie sollte nicht davon abhalten, für die eigene Sicherheit einzutreten. Wer zur Bescheidenheit erzogen wurde, wird beim Verhandeln noch lange die Scham im Nacken haben. Doch gierig ist nicht die Frau, die verhandelt. Gierig ist ein System, das ihre Leistung umsonst will. Wenn Anstand bedeutet, sich selbst auszubeuten, müssen wir Frauen eben unanständig werden: unbequemer, fordernder. Die Scham ist vorbei.

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22 Kommentare

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  • Ich finde den Artikel sehr gut, habe aber eine kritische Anmerkung: Auch wenn es mir schwer fällt, muss ich anmerken, dass die kurzfristig so genannte Lifestyle-Freizeit sich ausdrücklich nicht auf Menschen bezog, die Care-Arbeit verrichten und deshalb ihre Arbeitszeit verkürzen.

  • Liest sich kurz wie: Frauen müssen kapitalistischer werden, aka geldgieriger. Das ist so tragisch, dass Mann heulen möchte. Wenn 'der Staat' gierig ist und frau den Frust dann am Menschen auslässt, der bezahlen soll, ist vorher irgendwas schief gegangen. Bezahlte Sorgearbeit klingt für mich nach einem besseren Fernziel.

  • Die Abschaffung des Ehegattensplittings wird mit Sicherheit einen Gewinner haben - den Staat mit höheren Steuereinnahmen, Familien



    u. die Frauen mit Kindern sind die Verlierer. Gesetzlicher Schutz vor



    Ungleichbehandlung ist die bessere Alternative, Tarifverträge oder



    Beamtenstatus zeigen das.



    Informationen, welche Branchen von Ungleichheit besonders betroffen sind, wäre hilfreich.

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist zwar im Prinzip richtig. Aber der gleicher Job mit gleicher (formaler) Qualifikation ist eben nicht automatisch "gleiche" Arbeit. Ich habe einen Mitarbeiter, der denkt permanent über den Tellerand hinaus, hat auch schon Fachartikel veröffentlicht und würde bei der Konkurenz sofort (wahrscheinlich sogar mit mehr Gehalt) eingestellt werden. Dem muß ich mehr als anderen bezahlen, auch wenn der denselben Job mit derselben Qualifikation macht wie die anderen.

  • Ich stimme dem Artikel prinzipiell voll und ganz zu. Gleiche Leistung/Arbeit gleiche Wertschätzung/Entlohnung. Allerdings verläuft der sehr viel tiefere Entgeltgraben zwischen Menschen die Sorgearbeit erbringen und solchen die sich gänzlich davon befreien und sich nie um irgendwelche Kinder oder Alten kümmern, sondern ihre Priöritäten bei sich selbst setzen. Ich bin als Vater in einer Familie strukturell und statistisch schuldig, lasse mich aber ungern von Frauen ohne Careverantwortung anklagen.

  • ich stimme dem Artikel prinzipiell voll und ganz zu - gleiche Leistung (oder Arbeit) sollte aus einem Gleichheitsgedanken gleich entlohnt werden.

  • und hier die immer falsche und doch richtige Frage: Warum stellen Chefinnen und Chefs eigentlich noch Männer ein, wenn sie die selbe Leistung doch um 16% günstiger bekommen können.



    Natürlich sind auch die bereinigten 4-6% eine Unverschämtheit.

  • Ich käme nicht auf den Gedanken, Gehalt an meinen Partner zu zahlen oder es zu fordern.

    Ich lebe mit meinem Mann in einer Partnerschaft. Wir haben zusammen ausgehandelt , wer wie beiträgt und wie es für uns ans Familie mit 2 Kindern am besten ist. Wir sind ein Team, und wir haushalten zusammen mit unseren Mitteln. Nur weil er kürzer tritt, kann ich den Job überhaupt machen. Für uns. Die Kinder. Das Haus.

    Es gibt ein Gemeinschaftskonto , und dazu hat jeder ein Privatkonto für „Taschengeld“.

    Der gesamte Verdienst geht aufs gemeinsame Konto. Taschengeld bekommen wir beide gleich für unsere Hobbys.

    Ich verdiene sehr gut. Ich weis, was ich wert bin, und bin entsprechend in die Verhandlung rein. Es gibt sehr wenige ins mit meinen Qulifikationen. War kein Thema, ich verdiene auch mehr als meine Kollegen ( alle Männer, ich bin die einzige Frau )



    Mein Mann macht übrigens Teilzeit.

    Jeder muss sein Lebensmodell finden und einen Weg, mit seinem Partner fair umzugehen. Den da liegt oft schon da Problem.

    • @Lio:

      „Ich verdiene sehr gut und meine Mann macht Teilzeit.Ich zahle nichts an den Partner“

      Puuh. Gut, dass Sie eine Frau sind. Wenn ein Mann das geschrieben hätte…….

      Zurück zum Ernst, Ihre Schilderung ist super und alles Gute!

  • Toller Artikel.

    • @Klaus Klabuster:

      Finde ich auch.



      Ich werde wohl meine Frau mal ansprechen, dass sie mir ein Gehalt zahlt.

      Sie verdient mehr als ich, ich leiste mehr Carearbeit als sie, weil sie weniger zu Hause ist.



      Die Betreuung von Alten und Behinderten in der Familie mache ich komplett allein.

      Mal sehen, was meine Frau sagt.

  • Den Gap regelt die anstehende Deindustrialisierung ganz von selbst. Bei uns in den ländlichen Regionen im Osten hat sich der Gap bereits umgekehrt. Hier verdienen die Frauen jetzt schon im Schnitt mehr in ihren tarifgebundenen Jobs im ÖD, während die Männer Mindestlohn in der freien Wirtschaft kriegen (grobe Vereinfachung). Müsste man jetzt eigentlich bei einem negativem Gap dann aktiv gegensteuern, oder ist das nur in eine Richtung ein Problem?

    • @Šarru-kīnu:

      Ihre Gedanken zeigen, dass diese ganze Diskussion letztlich unsinnig ist, weil die Faktoren, die zum GPG führen eben nicht geschlechtsabhängig sind, sondern hauptsächlich von der Berufswahl, also persönlichen Entscheidungen, abhängig sind. Ein Erzieher verdient genauso wenig wie eine Erzieherin und eine Ingenieurin genauso viel wie ein Ingenieur. Tarifbindung und gleicher Arbeitgeber vorausgesetzt, sonst ist das ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen.

  • Sorry, aber das alles ist richtig und falsch zugleich. Gehalt in Firmen mit Tarifbindung (hier ist der Gesetzgeber gefordert) oder der Staat, ist für ALLE gleich. Und wenn ich mir auf meine Werbung für Verdi anhören musste, mein Mann verdient genug oder der Beitrag ist zu hoch, kann man nur sagen, wie dumm ist das.



    Bei Jobs, bei denen man sein Gehalt verhandeln muss, ist nicht nur der Dr. irgendwas wichtig, sondern auch ein bisschen Selbstbewußtsein und -vermarktung.



    Und ob Herr Dax-Vorstand das doppelte von Frau Dax-Vorstand bekommt, interessiert doch ehrlicher weise, außer den Betroffenen, niemand! Verdienen tun es die doch sowieso nicht, egal ob Mann oder Frau.

    • @Donni:

      "oder der Staat,"

      nee. Der "Staat" aka Öffentlicher Dienst wird bei der Berechnung gar nicht berücksichtigt. Das sind in der BRD mal eben 5 Mio. Gehaltsempfänger, also mehr als 10% der gesamten Arbeitnehmerschaft. Ebenfalls werden längere Arbeitsunterbrechungen wie Elternzeit nicht berücksichtigt. Das Statistische Bundesamt sagt daher selbst, dass die 6% ein Maximalwert sind, der real deutlich kleiner ist. Passt halt nicht so gut zum Narrativ der skandalösen patriarchalen Unterdrückung und Ausbeutung der Frau.

      • @John Zoidberg:

        Die genannten längeren Arbeituntgerbrechungen betreffen aber Frauen die Kinder kriegen in der Regel, weshalb ihr Text in sich unlogisch ist. Auch ist dieses Gefälle sehr klar an den Unterschieden in der Rente sichtbar. Wenn es also - wie Sie behaupten - keine strukturelle Ungleichheit auch gefördert durch das Ehegattensplitting gäbe, welches es ja den Frauen eher aufdrängt, sich der traditionellen Ungleichheit und Abhängigkeit liebend einzuordnen, dann würden die Renten von Männern und Frauen nicht auch so eklatant ungleich ausfallen!

      • @John Zoidberg:

        Mit Staat waren alle Beschäftige bei Bund, Ländern und Kommunen gemeint, dass die nicht »zählen« wusste ich nicht.



        Und Ihrem Fazit stimme ich zu 100% zu.

  • Es ist nicht das System das Frauen benachteiligt.



    Es ist immer ein Mensch, der Abhängigkeiten ausnutzt.



    Ehemann/Ehefrau oder Chef/Chefin.

  • Jedes Jahr das gleiche. Wenn man das Prinzip „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ zugrunde legt, sind 6% der richtige Wert und um das Prinzip geht es doch eigentlich, oder?

    • @Mendou:

      Auch dieser Wert ist nur eine Abschätzung nach oben, zudem gilt er nur für die Privatwirtschaft. Der öffentliche Sektor wird einfach ausgeklammert

    • @Mendou:

      Jein. Aber es werden unter dem Begriff "Gender Pay Gap" mehrere Problemlagen subsummiert. Da ist einmal eben das von Ihnen angesprochene Prinzip "Gleiches Geld für gleiche Arbeit" *, wo der "bereinigte Gender Pay Gap", also die 6% die richtige Kennzahl ist. Gucken wir uns aber gesellschaftliche Probleme wie das höhere Armutsrisiko von Frauen, auch das höhere Risiko von Altersarmut, dann sind die 16% schon relevanter. Weil dies zeigt, dass nach wie vor der Wurm drin ist, wenn es darum geht, Frauen abzusichern gegen die Risiken von gesellschaftlich erwünschten Dingen wie "Kinderkriegen".



      Die reißerische Ungenauigkeit nervt mich aber auch.

      Dass die prozentuale Differenz hier sinkt btw., hat meinem Bauchgefühl nach aber vor allem mit einem "Race to the Bottom" zu tun. Sprich: die prekären Jobs werden insgesamt immer mehr, man gleicht sich geschlechtsunabhängig nach unten hin an.

      *(das aber auch auf andere Bereiche angewendet werden muss. Kommunale Beschäftigte, die kommunale Aufgaben übernehmen, in Stadtstaaten wie Bremen aber seltsamerweise unter den sehr viel schlechteren Tarifvertrag der Länder fallen statt unter den TV der Kommunen, lassen grüßen. Danke für nichts, ver.di!)

      • @Kawabunga:

        Danke für nichts, ver.di



        Falscher Adressat! Ich würde sagen:



        Danke für nichts, SPD. Die ist seit 06.06.1945 in Bremen in der Regierungsverantwortung.