piwik no script img

Frauenrechtlerin unterstützt AfDAlice für Alice

Kommentar von

Raweel Nasir

Für manche ist es noch eine Nachricht wert, für viele aber keine neue Erkenntnis. Alice Schwarzers Weltsicht hat nichts mehr mit Feminismus zu tun.

Berlin, 22. November 2005: Alice Schwarzer bei der Vereidigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Tribüne im Bundestag Foto: Ulrich Baumgarten/picture alliance

A lice Schwarzer sieht in Alice Weidel als potenzielle Bundeskanzlerin „trotz allem“ eine Ermutigung für Frauen. Das sagte sie auf Nachfrage von Markus Feldenkirchen im Spiegel-Spitzengespräch. Mit diesem Satz lässt sich Schwarzers gesamte Weltsicht zusammenfassen. Und zeigt auf, was der Großteil der Fe­mi­nis­t:in­nen eh schon weiß: Alice Schwarzer unterstützt rechte Kräfte und stellt sich gegen marginalisierte Frauen, die am stärksten auf ihre Solidarität angewiesen wären.

Warum diese Nachricht keine Überraschung sein sollte: Seit Jahrzehnten hat Schwarzer, die von einigen noch immer als Frauenrechtlerin gefeiert wird, dafür gesorgt, in der deutschen Öffentlichkeit ein „Feminismus“-Verständnis zu etablieren, das nichts mit Feminismus, also der Gleichberechtigung aller Frauen und FLINTA* zu tun hat.

Egal ob sogenannte „Kopftuch“-Debatten, Sexarbeit, wie feminin sich Frauen kleiden dürfen oder ob sie statt zu arbeiten zu Hause bleiben möchten: Frau Schwarzer hat schon immer eine kompromisslose Haltung, wie Frauen ihr Leben zu führen haben. Nämlich nicht wie jede es für sich selbst als richtig empfindet, sondern so, wie Schwarzer es sagt.

Damit bedient sie sich eines Verhaltens, das man eigentlich nur von Anti-Feminist:innen kennt. Denn worum geht es eigentlich beim Feminismus? Es geht um die Möglichkeiten und Chancen für Frauen und FLINTA* Personen in einer Gesellschaft. Dabei stehen Fe­mi­nis­t:in­nen auf der einen Seite und Anti-Feminist:innen auf der anderen. Die einen versuchen, die Möglichkeitsräume und Freiheiten zu erweitern, und die anderen, sie zu verengen.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Nur wenige Möglichkeiten für Frauen

Das wird deutlich, wenn man sich rechte Politik weltweit anschaut. Rechte Kräfte wollen Frauen zurück an den Herd schicken. Ihr Ziel: Frauenrollen aus den 50er-Jahren wieder salonfähig machen. Und sie haben Erfolg. Hier kommen Alice Schwarzer und rechte Kräfte zusammen.

Schwarzer will Frauen gerade nicht als Hausfrau und Mutter sehen, ABER Frauen selbst entscheiden zu lassen, wie sie ihr Leben leben wollen, das geht auch nicht. Ob sie Sex­ar­bei­te­r:in­nen werden, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen oder ob sie mit ihren Kindern zu Hause bleiben möchten, ob sie Hijab oder High Heels tragen möchten. Die Möglichkeiten, wie man als Frau leben kann, sind in der Welt von Schwarzer stark begrenzt.

Deswegen sollte nun spätestens damit Schluss sein, Alice Schwarzer als „bekannteste Vertreterin“ der Frauenbewegung zu hofieren. So wird sie nicht nur im Spiegel-Gespräch betitelt, sondern bereits vor einem Monat in einem Welt-Interview mit Constantin Schreiber, der ebenfalls wegen seiner Äußerungen zum Islam in der Kritik steht. Der Titel des Videos, ein Zitat von Schwarzer: „Das Kopftuch ist purer Antifeminismus!“

Strategische Beihilfe

Denn Schwarzer bleibt so lange die „bekannteste“, solange man sie trotz ihrer wenig emanzipatorischen Glaubenssätze weiter auf Bühnen einlädt. Sexistisch, rassistisch und seit einigen Jahren auch noch transfeindlich äußert sie sich mithilfe ihres Magazins Emma. Dabei versucht sie geschickt zwischen den „ernsthaft“ Transsexuellen, die nur einige wenige seien, und einem neuen Trend in der westlichen Welt, in der die Transsexualität als Lösung der Geschlechterfrage propagiert wird, zu argumentieren. Doch letztlich klingt das auch nur stark nach einer rechten Verschwörungserzählung von einer trans Lobby, die Kinder und Jugendliche trans machen möchte.

Mit solchen Argumentationen versucht Schwarzer (ähnlich wie J. K. Rowling) rechten Positionen einen progressiven Anstrich zu verpassen. Doch letztlich leisten sie damit strategische Beihilfe für die Arbeit der rechten Parteien, die gezielt weiße Frauen und weiße Homosexuelle mit der Botschaft ansprechen: Wir schützen euch vor dem Islam, den Migranten und der trans Ideologie.

Dieser Ideologie ist es zu verdanken, dass trans Personen, Schwarze Menschen und People of Colour und viele Frauen seit Jahren verstärkt in einem Klima der Angst leben müssen und nicht wissen, ob ihre Situation in Zukunft noch schlimmer wird. Für viele ist sie schon jetzt unerträglich. Danke dafür Alice.

🏳️‍⚧️ SHANTAY. YOU PAY. 🏳️‍🌈

Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema
Fotomontage eines wochentaz-Titels und dem Buchcover „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit

10 Wochen taz + Sachbuch „Autoritäre Rebellion“

Zeiten wie diese brauchen Seiten wie diese: unabhängig, konzernfrei und mit klarer Kante gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsruck. Teste jetzt die taz und erhalte das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit als Prämie.

  • Das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit als Prämie
  • Die wochentaz jeden Samstag frei Haus + digital in der App
  • Die tägliche taz von Mo-Fr digital in der App
  • Zusammen für nur 28 Euro

10 Wochen taz + Buch „Autoritäre Rebellion“

Jetzt bestellen

55 Kommentare

 / 
  • Alice Schwarzer war nie politisch korrekt.

  • Manchmal fragt man sich schon ob Quellen selbst nachgesehen werden oder man einfach wiedergibt was man hört.

    Mein Eindruck bei der Interviewpassage war durchaus anders und abwegend von Frau Schwarzer.

    Auch die Frage, ob Menschen wie Frau Schwarzer oder Menschen wie die Autorin, Menschen zu der CDU und afd treiben, könnte man aufwerfen.

  • Es war von Anfang an klar, dass eine Ikonisierung und Vermarktung der feministischen Bewegung nicht dienlich sein würde! Und dementsprechend wurde Alice Schwarzer zu recht schon zu Beginn ihrer Kariere von feministischen Aktivistinnen kritisiert dafür, dass sie genau das fokussiert machte, sich den Feminismus als Produkt zu privatisieren. Dass die Gefahr bestehen kann, dass in einem ultra patriarchalen und medial ebensolchen Zustand der Gesellschaft, junge Lesben in der Pubertät auch schon mal irrtümlich meinen, sie seien trans, weil die Bewegung dahin ev. präsenter ist, das ist unabhängig von Alice S. und anderen Ideologen sicher richtig, aber selbiges passiert/e umgekehrt auch trans die lesbische Phasen hatten, davon gibt es nicht wenige. Es ist aber eben so, dass Leben und Identität nicht essenziell sind, sondern social construiert zu einem grossen Teil, was aber auch die Möglichkeit gibt, dass Gleichheit Verschiedener als Gesellschaft irgendwann realisiert werden wird: Jetzt aber ist es das ganz bestimmt nicht und Alice S. ist nun offen reakltionär geworden. Das wuindert mich nicht. Zu Alice Weidel kann ich als Lesbe nur sagen: Schande ! und:Not in my Name !

  • Diverse, Frau & Mann sollten besser nicht immer auf alternde Frauen hören, schon gar nicht - wenn sie ein " Bäuerchen " für Rechtsextremisten machen 🤑

  • Zitat: "Denn worum geht es eigentlich beim Feminismus? Es geht um die Möglichkeiten und Chancen für Frauen und FLINTA* Personen in einer Gesellschaft."



    Mal eine Frage. Bisher habe ich Feminismus vor allem als Weg zur Gleichberechtigung verstanden. Wenn ich als Frau bewusst auf Gleichberechtigung verzichte, weil ich es mir wünsche. Ist das dann Feminismus oder Antifeminismus oder irgendetwas anderes?

    • @Lesenundschreiben:

      Der Satz, den sie zitieren, ist mir zwar auch aufgefallen, aber mit völlig anderem Hintergrund, wobei ich Ihre Frage auch gern nicht verstehe, gleiche Rechte hat man, darauf kann man nicht verzichten.

      Aber die Frage, die sich mir stellt: gerade in der taz kann ich immer wieder lesen, dass die freie Entscheidung von Frauen, mehr Zeit für ihre Kinder zu haben und die Karriere nicht als das zentrale Element ihres Lebensglücks zu verstehen (eine meines Erachtens sehr kluge Entscheidung, nicht nur für Frauen) doch regelmäßig in Frage gestellt. Endet da die Freiheit der Möglichkeiten?

  • Die Alice war ja mal richtig gut drauf.

    "Alice Schwarzer wurde 1942 unehelich im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld geboren und wuchs bei ihren Großeltern auf. In einem Interview bezeichnete Schwarzer später ihren Großvater als „sehr mütterlich“ und ihre Großmutter als „sehr politisiert mit einem hohen Gerechtigkeitssinn“. Schwarzer hierzu: „Ich komme aus einer Familie, für die es selbstverständlich war, in der Nazizeit nicht den Blick zu verlieren und mit den Opfern mitzufühlen."

    „Das alles ist möglich, wenn Menschen sich über Menschen erheben; wenn Ideologie und Macht ihnen die Verfügungsgewalt geben, bis hin zur Entscheidung über Leben und Tod. Das ist der Grundgedanke des Faschismus, lebendig zwischen Herren und Sklaven, Mächtigen und Ohnmächtigen, Männern und Frauen. Wobei wir nicht die Augen davor verschließen dürfen, dass in einem Männerstaat wie dem 3. Reich das Frausein nicht vor dem Schuldigwerden schützte. Die Angeklagten Hermine Ryan (‚die Stute‘) und Hildegard Lächert (die ‚blutige Brigyda‘) sind schmerzliche Beweise. … Solange noch Opfer leben, kann es keine Milde für diese Henker geben.“

    Alice Schwarzer, 1. Januar 1979[



    Alice Schwarzer – Wikipedia

  • Die ist doch schon seit Jahren (Jahrzehnten?) lost! Wer mit #HaltdieFresseSpringerPresse gemeinsame Sache macht, sollte am besten mit der damnatio memoriae belegt werden!



    Also warum noch drüber berichten? 🤷🏼‍♂️

    • @Walter C. Smith:

      Wer hat denn im Jahre 2026 noch ernsthaft was gegen die komplette Springerpresse? Ich habe seit bald drei Monaten ein WELT-Online-Abo und bin sehr froh darüber, zusammen mit der TAZ fühle ich mich da vollumfänglich aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln informiert.

    • @Walter C. Smith:

      Gut, wenn man so ein gefestigtes Weltbild hat!



      Mit der BILD erreicht man große Massen und noch cht nur seine eigene Bubble die Nr da muss man hin wenn etwas geändert werden soll.

  • Schwarzer ist die Personifizierung eines intelligenten, engagierten Journalismus.



    .



    Und wie kaum eine andere eine Aktivistin gegen Faschismus.



    .



    Sie war es, die 1979 den Wechsel von der Schah- zur Mullah-Diktatur vor Ort dokumentierte und beschrieb. Sie war um einiges schneller als der der französische Intellektuelle Michel Foucault, der ebenfalls als Journalist dort war, noch euphorisch an eine Revolution glaubend und erst langsam kapierend, dass sich da ein neuer Faschismus etablierte. Die internationale Linke, insbesondere Deutschland, hat es bis heute nicht geschnallt. Und ist eher weiter mit den Mullahs solidarisch als mit den Frauen.



    taz.de/Massaker-in-Iran/!6152368/







    EMMA: "Der Schleier wurde zum tragischen Symbol: einst Zeichen des Kampfes gegen die Zwangsverwestlichung, ist er jetzt Zeichen einer neuen Unterwerfung. So kommt es, dass Frauen, die früher aus Protest gegen den Schah den Schleier trugen, jetzt aus Protest gegen den Schleier auf die Straße gingen."

    www.emma.de/artike...-betrogenen-264297



    .



    Volle Solidarität mit Alice Schwarzer. Ein Leuchtturm im Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen weltweit.

  • Ich erwarte von einer Feministin, dass sie gegen Prostitution, Kopftuchzwang usw. kämpft. Und ja, auch im Zusammenhang mit Transpersonen gibt es fundierte, feministische Argumente, wie ja schon häufig diskutiert.



    Dass Frau Schwarzer schon immer eine streitbare Person war, ist bekannt. Und dass sie mit dem, ich nenne es mal "neuen Feminismus" einer Frau Nasir, so wie hier skizziert, wenig anfangen kann, verwundert nicht.



    Aber da bedarf es einer gepflegten Streitkultur. Der Vorwurf, Frau Schwarzer sei eine rechte AFD-Unterstützerin geht völlig an der Realität vorbei.

  • Ein Nazi bleibt ein Nazi und ist damit unwählbar und absolut inakzeptabel. Welches Geschlecht der Nazi hat, welche Religion, welche sonstigen äußeren oder inneren Merkmale ist völlig irrelevant. Bei Schwarzer sehe ich eine fortschreitende OttoSchillysierung, die dazu führt dass man im hohen Alter plötzlich die AfD ganz ordentlich findet, zumindest das was sie so von sich kotzt.



    Da reicht es auch, dass nach der Machtergreifung der Führer eine Führerin ist, politischer Tunnelblick ist da noch das Netteste was man zu so einer Einstellung sagen kann.

  • Auch die Emma ist nicht feministisch. Sie war immer fast nur aggressiv und verstörend. Ich, m, habe sie immer bei meinem Vater (!) gelesen, ab 12 Jahre, und versucht herauszufinden worum es geht. Es gab und gibt wahre Punkte, die allerdings oft in einer Dekoration von Hass und Verallgemeinerungen steckten, dass die Texte einfach Richtung unerträglich gingen. Heute sage ich, wenn ich mich durch einen Text kämpfen muss, um den Punkt der Autorin oder des Autors zu suchen und zu bewerten, kann es vorher in die Tonne.

  • Das ist typisch für Alice Schwarzer: gesellschaftliche und politische Themen im Zusammenhang mit Frauen ausschliesslich feministisch zu sehen. Nichts anderes ist für sie relevant. Für mich als überzeugte Feministin ist Alice Weidel (Frau, lesbisch, Politikerin) genauso unakzeptabel wie Brigitte Bardot (Filmstar, LePen-Anhängerin, verstorben). Alice schwarzer rechtfertigt ihre Politik gerne damit, dass sie sich eben unverbrüchlich für Frauenrechte einsetzt. Leider offenbar auch für Rechte Frauen. Das geht für mich gar nicht.

    • @OndaOnda:

      "Das ist typisch für Alice Schwarzer: gesellschaftliche und politische Themen im Zusammenhang mit Frauen ausschliesslich feministisch zu sehen."



      Nun ja, genau darum geht doch beim Feminismus, Sherlock Sich erst um den Hauptwiderspruch zu kümmern, danach (eventuell) um den "Nebenwiderspruch", gilt eigentlich als eine längst überholte Ansicht innerhalb der Linken.



      Und natürlich gelten "Frauenrechte" für alle Frauen, egal welcher politischen Orientierung. Sich also auch für die einzusetzen , macht einen noch lange nicht zum Nazi.

    • @OndaOnda:

      》Das ist typisch für Alice Schwarzer: gesellschaftliche und politische Themen im Zusammenhang mit Frauen ausschliesslich feministisch zu sehen. Nichts anderes ist für sie relevant《



      .



      Unten hab ich ja verlinkt, wie Schwarzer die Passage in dem Interview rekapituliert:



      .



      》Markus Feldenkirchen: Wenn Alice Weidel nach Angela Merkel die nächste Bundeskanzlerin würde, wie gut wäre das für die Sache der Frauen?



      .



      Alice Schwarzer: Schwierig. Das ist schwierig.



      .



      Feldenkirchen: Ich höre da eine gewisse Ambivalenz raus.



      .



      Alice Schwarzer: Ja, Sie unterstellen da jetzt ganz viel. Sie wäre Bundeskanzlerin usw. Sie fragen nicht nach der Person an sich. Das wäre sicherlich, hätte trotzalledem vermutlich auch den Effekt, ermutigend für Frauen zu sein. Wahrscheinlich. Unter anderem, ja.



      .



      Markus Feldenkirchen: Lassen wir mal so stehen.《



      .



      "Wie gut wäre das für die Sache der Frauen?" - wie soll sie so eine - noch dazu hypothetische - Frage nicht aus feministischer Sicht beantworten, wie kann wan ihr das zum Vorwurf machen?

  • Alice Schwarzer ist nun mal faktisch die bekannteste Vertreterin der Frauenbewegung in Deutschland. In den 70er Jahren und später waren "Emma" und "Alice Schwarzer" wenigstens vom Namen der Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung geläufig,ihr Namen quasi synonym mit Emanzipation. Das sie schon damals auch "in der Bewegung" nicht unumstritten war und mit Ansichten und Verhalten angeeckt ist, ändert nichts am Bekanntheitsgrad.



    Die Autorin des Kommentars hätte in einigen Dingen mal besser nachrecherchieren sollen. Bspw. bezüglich der Unterstellung (!) "Alice Schwarzer unterstützt rechte Kräfte ".



    Erst gestern gab es ein Interview im Tagesspiegel (www.tagesspiegel.d...agt-15270076.html), aus dem klar wurde, das Schwarzer in so einigen Punkten nicht die Lebenswirklichkeit und Ansichten, der jungen (Frauen)Generation nachvollziehen kann, dennoch weiterhin bestimmen will was feministisch ist und was nicht. Das heißt aber nicht, daß sie überall falsch liegt. Islam ist z.B. patriarchal,Kopftuch usw. Zeichen der Geschlechterungleichheit.

  • Danke an Agarack fürs Zitat im Kontext, das macht es gleich differenzierter und weniger skandalisierend.

    Mensch kann immer noch viel an Frau Schwarzers Ich-ich kritisieren, wie das ja auch bei ähnlich agierenden Männern passieren darf. Wie jemand nicht wegen des Geschlechts oder (konsensualen) Sexualitätsvariante diskriminiert werden sollte, so auch nicht wegen der Religion oder Herkunft. Das könnte Frau Schwarzer inzwischen gerne deutlicher sagen, um sich von einer Sankta-Floriana-Politik für weiße, formal gebildete Töchter abzusetzen.

  • Ach was. Vagel Bülow

    Hat‘s Rapunzelchen mal wieder vom Bayenturm ehr haarwurzelbraunes Haar heruntergelassen!



    Na da schau her - wa. But.



    Wer BILD dir deine Meinung sagt - zeigt auch armen Wanderern den falschen Weg •

    So geht das ©️ Kurt Vonnegut



    "True terror is to wake up one morning and discover that your high school class is running the country." & das gilt auch für deren ✍️⌨️ Hofschranzen - ganz genderneutral! Woll

  • Hey Männers! Haltet doch bei dem Thema einfach die Klappe!

    • @Grusel:

      Genau das, Danke!

      Cis-Männern fehlt Empathie. Sie können sich nicht in die Lage und in die Gefühle von Frauen versetzen, was eine Grundvoraussetzung ist, über Feminismus zu sprechen.

      • @Troll Eulenspiegel:

        und Frau Schwarzer, soll die auch die Klappe halten? Wer darf denn überhaupt reden?

  • Früher hat Schwarzer und die Emma für gleiche Rechte für alle Menschen gekämpft.

    Jetzt kämpft Schwarzer und die Emma dafür, Transmenschen und Menschen mit muslimischem Glauben grundlegende Rechte zu entziehen. Also für die aktive Unterdrückung von Minderheiten und der Schaffung "Menschen zweiter Klasse".

    Die radikale Kehrtwende von Schwarzer hätte man noch ignorieren können, aber dass die Emma inzwischen zu einem neurechten Hetzblatt geworden ist, ist einfach nur traurig.



    Jede selbsternannte Feministin, die mit diesem Blatt noch zusammenarbeitet, ist Teil der neuen Rechtsfront und der Hetze gegen Minderheiten.

  • Wie meistens bei der taz sind die Kommentare besser als die Artikel.



    Genauso reißerisch und einseitig wie Bild und Compact(!) nur verklausuliert im zeitgenößischen pc-talk.



    Weidel differenziert viel stärker als dieser Artikel zeigt.



    Parolen und Abwetzen kann ich selber,



    Journalismus soll Kontexte komplexer machen, nicht populistisch reduzieren.

    Und warum kommentieren hier so wenige Frauen?

    Was sagen die Taz-Leserinnen und die TazLeser*innen zu diesem Artikel??

    • @Ernst Lusti:

      Der Artikel ist ein Kommentar. Ein Kommentar hat eine Meinung, darf diese stark vertreten und muss nicht objektiv sein.

    • @Ernst Lusti:

      "Weidel differenziert viel stärker als dieser Artikel zeigt" - Sie meinen 'Schwarzer differenziert viel stärker als dieser Artikel zeigt', oder?

  • Ich sehe einen Generationskonflikt und keine "rechte" Feminismus-Definition.



    Schwarzer ist alt und bleibt bei dem Wertekanon, den sie in ihrer Jugend ausgebildet hat.



    Das auch progressive Kräfte alt und konservativer werden auch.



    Ich sehe hier ganz klar den Wunsch zu schützen, was sie erkämpft hat, das ist nicht up to date und nicht mehr pc aber es ist noch nicht rechts.

    Warum ist eine feministische Kritik am Kopftuch nicht ok?



    Der kulutrelle Hintergrund ist wie bei christlichen Kleider kodizee diskriminierend.

    Warum ist die Kritik an Prostitution nicht ok?



    Der großteil der Prostituierten sind unter Zwang.

    Und was ich auch noch nicht verstanden habe, warum ist es nicht legitim eine binären Geschlechtergesellschaft zu fördern und gleichzeitig Transpersonen nicht zu diskriminieren?



    Ein (wenn auch übertriebener) Transtrend als Akt jugendlicher Rebellion birgt seine Gefahren, so wie viele Jugendtrends.

    Ich sehe da eher eine unaufhaltsame Entwicklung und Weidel gehört zu denen die vor drastischen Disruptionen warnen.

    Kann nach dem alten Verständnis eine Feministin nicht auch Faschistin sein?



    (Im intersektionalen Feminismus nicht, das ist klar)

    • @Ernst Lusti:

      "Ich sehe einen Generationskonflikt und keine "rechte" Feminismus-Definition."

      Seh ich ähnlich. Dieser Konflikt und das Ewiggestrige im einst Progressiven zeigt sich generell und zunehmend auch im linken Lager. Ob im Umgang mit Russland, beim Nahost Konflikt oder jetzt im Iran. Da gibts viele, die im kalten Krieg hängengeblieben sind und das beschützen, für das sie in ihrer Jugend geglaubt haben.



      Dem gegenüber steht eine Generation, die ihre modernen Positionen fast schon pietistisch, aggressiv vertitt. Die Begriffe wie Diskriminierung, Rassismus, Gender etc. anders, aber nicht weniger eng, oft sogar radikaler definiert.



      Und in einer Zeit, wo man kaum noch miteinander aber sehr viel über einander spricht, entstehen Gräben, wo eigentlich keine sein müssten.



      So falsch, wie ich Vieles von dem Schwarzer heute macht finde, so falsch finde ich, ihr abzusprechen, dass sie sehr wichtig für den Feminismus in Deutschland war.



      Dass sie bei Frauen in Führungsüpositionen einen feministischen Erfolg sieht, ist natürlich ziemlich kurzsichtig. Aber aus der Sicht einer Person, die in Zeiten für Frauenrechte gekämpft hat, als es in Spitzenpositionen gar keine Frauen gab, zumindest erklärbar.

    • @Ernst Lusti:

      Es gibt keinen "gefährlichen trans Trend". Das ist rechte Desinformation und Hetze. Die Zahlen sind extrem gering.

    • @Ernst Lusti:

      Bei einer Frage wäre ich nur neugierig: Wie ginge dabei, "eine binäre Geschlechtergesellschaft zu fördern und gleichzeitig Transpersonen nicht zu diskriminieren"?

    • @Ernst Lusti:

      Es ist eben nicht legitim, eine imaginäre, in der Natur gar nicht existente, binäre Geschlechtergesellschaft zu fordern, weil sie den Fakten und der Wissenschaft widerspricht.

      Binäre Geschlechter sind ein Hirngespinst, eine Ideologie aus der Vergangenheit. Unsere Gesellschaft sollte nicht Hirngespinsten basieren oder Annahmen aus dem Mittelalter.



      Wer das fordert, müsste auch akzeptieren, wenn jemand meint, es wäre "legitim Frauen zu schlagen und Sklaven zu halten". Weil das früher eben "Tradition" war.

      Zur Eindeutigkeit von Geschlechtern:



      youtube.com/watch?v=XkjI0WKO9po

  • Der Rechtsruck in der Künstler-, Journalisten- und PolitikerInnen-Szene macht vor Niemanden halt. Ehemals als Linke oder Liberale im wahrsten Sinne des Wortes gelesene Personen, sind sich zwischenzeitlich nicht zu schade, rechte Mainstream-Positionen zu vertreten, Hauptsache Antiwoke.



    'Clapton, Waters, Gottschalk, von der Lippe, Hallervorden, Stefani, Wagenknecht, Gruber, Fitz, Schwarzer....., sind nur die bekanntesten von Ihnen.



    Vielleicht aber hat man früher nicht so genau hingehört, wenn diese Personen ihre Statements, Kommentare oder Bühnenauftritte ablieferten, und auch da schon nicht immer frei waren von revanchistischen, sexistischen, autoritären und rechte Aussagen.

  • Abwegig, aus Schwarzers Antwort (hier ihre eigene Rekapitulation www.emma.de/artike...r-zu-weidel-342379 )



    .



    Wie bei Westerwelle (auch unwählbar, "Projekt 18", "spätrömische Dekadenz" z.B. an die Adresse von Hartz 4lern): 'trotzalledem' war ein schwuler Außenminister auch ein Signal gegen Homophobie, ginge auch 9:2 mehr in Richtung Regel, nicht Ausnahme, als 9:1 (Merkel))



    .



    Nasirs Kommentar gerät im Weiteren zu einer Generalabrechnung mit Schwarzer. In den USA macht das 'Ideal' der Tradwives aus dem Bible-Belt MAGA stark (in Bayern 'Frauen an den Herd!').



    .



    Im Iran werden sie staatlicherseits ins Koma, zu Tode geprügelt, wenn sie das Kopftuch nicht korrekt tragen und eine muslimische Diaspora in einer fremdenfeindlichen neuen Heimat flüchtet sich in der Folge in religiöse Selbstvergewisserung: solche Entscheidungen können nicht per se frei, feministisch sein, auch das Kopftuch geht so auf Kosten der Frauen



    .



    Schwarzer ist von katholischen Vorstellungen von Frauen, (männliche Verfügungsgewalt über ihre Körper) so weit entfernt wie von muslimischen - soll sie da dann schweigen? Weil 'uns' bei 'denen' religiöse, patriarchale Gewalt in Familien nichts angeht?

    • @ke1ner:

      Danke für den guten Link.

      Auch mit dem Rest Ihres Kommentars stimme ich überein.

    • @ke1ner:

      Ach was! Loriot - schwieriger Fall - wa!

      “Wie bei Westerwelle…“ Mach Bosse! Gelle



      “…auch unwählbar, "Projekt 18", "spätrömische Dekadenz" z.B. an die Adresse von Hartz 4lern): - damit ja nicht genug - der Bonmot sei erlaubt: Der - der sich ob seines alleinerziehenden Vaters über zuvielemale Spaghetti mit 🍅🍅🍅sauce ereifern konnte!;)



      Der als bonner Rechtsanwalt - in den Sitzungspausen - gehörte der Kammer leider nicht an - entre nous über seinen mißratenen Sprößling nicht schonend so manch Kübel 🪣 sachlich persönlich wie politisch ausgegossen hat - RA wie ich sie liebe - nix faconSchnitt &



      der Robensamt verläßlich ins grünliche changierend. 🙀🧐🥳

    • @ke1ner:

      Schwarzers Kampf gegen das Kopftuch geht im Übrigen auf die den Frauen gestohlene Revolution im Iran zurück, hier www.emma.de/artike...-betrogenen-264297 ihre Reportage von 1979, in der sie von der islamistischen Unterdrückung iranischer Frauen nach der Revolution, dem Kopftuch als Symbol der neuen Unterwerfung berichtet (erschütternd aktuell).



      .



      Fast so alt: Schwarzers Solidarität mit Transfrauen (hier ihr "Brief an meine Schwestern" von 1984 www.emma.de/artike...-schwestern-264963 )



      .



      Nasirs Vorwürfe kulminieren in "stellt sich gegen marginalisierte Frauen, die am stärksten auf ihre Solidarität angewiesen wären." - auch in Bezug auf "trans" unhaltbar, die Kritik dieser klarsichtigen Frauenrechtlerin sollte vielmehr ernst genommen werden.



      .



      Z.B., dass so traditionelle Vorstellungen durch die Hintertür wieder Eingang fänden, etwa, dass eine lesbische Frau ihre Partnerin doch besser als Mann heirate.



      .



      Wie dies im Iran praktiziert wird. Auf Homosexualität steht die Todesstrafe, Transsexualität aber ist ok, der Staat bezahlt die Operation - weil Geschlechterdysphorie als Krankheit gilt www.queer.de/detail.php?article_id=7672

    • @ke1ner:

      Fast so alt ist Schwarzers Solidarität mit Transfrauen (hier ihr "Brief an meine Schwestern" von 1984 www.emma.de/artike...-schwestern-264963 )



      .



      Nasirs Vorwürfe kulminieren in "stellt sich gegen marginalisierte Frauen, die am stärksten auf ihre Solidarität angewiesen wären." - auch in Bezug auf "trans" unhaltbar, die Kritik dieser klarsichtigen Frauenrechtlerin sollte vielmehr ernst genommen werden.



      .



      Etwa, dass so traditionelle Vorstellungen durch die Hintertür wieder Eingang fänden, z.B., dass eine lesbische Frau ihre Partnerin doch besser als Mann heirate.



      .



      Wie dies z.B. - im Iran praktiziert wird. Auf Homosexualität steht die Todesstrafe, Transsexualität aber ist ok, der Staat bezahlt die Operationen - weil Geschlechterdysphorie als Krankheit gilt www.queer.de/detail.php?article_id=7672



      .



      》I'm fully who I am《, Elliot Page als Aufmacher, "Time" x.com/MCHeisel/sta...5352324100/photo/1



      .



      Das ist fast der jüdische Gottesbegriff, YHWH als "Ich bin der, der ich bin" - sollte wan nicht (mit Schwarzer) vorsichtiger hinsehen, ob "trans" - gerade in der Pubertät! - vielleicht auch Hoffnungen weckt, die bitterst enttäuscht werden könnten?

      • @ke1ner:

        Schwarzer solidarisch mit trans Frauen? Lol

  • Spätestens seit ihrer Zusammenarbeit mit der BILD ist Schwarzer als Feministin völlig diskreditiert.

    • @Jutta Steiwer:

      👍👍 Springerpresse unterstützen geht gar nicht.

    • @Jutta Steiwer:

      Ich finde ihren BILD-Kommentar toll. Und Constantin Schreiber ist ein 1a-Journalist.

      „Diese weltweite Allianz radikaler Linker und Islamisten in Bezug auf Juden – und Frauen – ist fatal.“ Das Kopftuch sei nicht Ausdruck von Glauben, sondern Symbol einer politischen Ideologie: „Die Islamisten argumentieren, dass das Haar einer Frau haram sei, und auch ihr Körper, also Sünde. Entschuldigung, dafür habe ich nicht 50 Jahre gekämpft!“

      www.bild.de/politi...01c3b4893a9e2b4309

      • @shantivanille:

        Frau Schwazer hat unbestritten für die Emanzipation der Frauen gekämpft, einiges erreicht - nun sollte Frau Schwarzer aber ihre Arbeit nicht selber zerstören.



        ⛔️ Es ist unverantwortlich wenn Menschen, die sich für Demokraten ausgeben, auch nur in einem Hauch von Nähe zu Rechtsextremisten schielen ❗️

  • Diese Schwarz-Weiß Analyse trägt m.E. nicht.

    • @Kay Brockmann:

      Nee, trifft voll ins Schwarze!

    • @Kay Brockmann:

      Sehe ich auch so. Zumal man Vertreterinnen der aktuell thematischen State of the Art-Definition zurufen möchte mal darüber zu sinnieren wie denn wohl in 30 Jahren über die aktuellen Definitionen und Argumente geurteilt werden wird. Kurzum: Mal nen Schritt zurück und besser an einem Strick ziehen (trotz ausgefranster Enden) als nur in Feminismus und Antifeminismus (=rechtes Narrativ) zu denken.

  • Nur zum Kontext. Die Frage war: "Wenn Alice Weidel nach Angela Merkel die nächste Bundeskanzlerin würde, wie gut wäre das für die Sache der Frauen"

    Dazu Schwarzer: "Schwierig, ne. Das ist... schwierig. Sie unterstellen ja jetzt ganz viel, sie wäre Bundeskanzlerin oder so, Sie fragen ja jetzt nicht nach der Person an sich. Hätte trotz alledem vermutlich auch den Effekt, ermutigend für Frauen zu sein, wahrscheinlich, trotz allem Anderen, ja".

    Daraus soll jede*r interpretieren, was er oder sie möchte. Daraus eine AfD-Unterstützung abzuleiten, halte ich für ziemlich abwegig. Mir scheint eher, hier wurde aus einem 80-minütigen Interview, in allerbester "Soundbite"-Social-Media-Manier, ein einzelnes Zitat noch weiter verkürzt und als Symbol für alles verwendet, was man an der Betreffenden sowieso schon immer ganz böse und schlimm findet. Ist ja auch einfacher, als sich tatsächlich inhaltlich mit dem auseinanderzusetzen, was sie sagt - dann würde einem vielleicht auffallen, dass es tatsächlich ein offenkundiges Spannungsverhältnis zwischen politischem Islam und Frauenrechten gibt.

    • @Agarack:

      Alles andere als ein klares Nein! auf diese Frage ist inakzeptabel, ganz besonders von einer Frau, die sich offensichtlich - wenn mMn auch fälschlich - als erste Feministin des Landes versteht. Leider überrascht mich Frau Schwarzers Antwort nicht.

      • @Klabauta:

        Mal abgesehen davon, dass Sie gerade sagen, Sie hätten auf die Frage "Wie gut wäre das für die Sache der Frauen?" als Antwort "Ein klares nein" verlangt: Einstellungen wie die Ihre nimmt man gerade in den sozialen Medien immer öfter war, und sie sind mir völlig unverständlich. Natürlich wäre es möglicherweise ermutigend für zumindest manche Frauen, wenn eine zweite Frau Kanzlerin würde, ob die nun Andrea Nahles oder Alice Weidel heißt. Das ist doch eine absolute Binsenweisheit. Wenn ich fragen würde: "Könnte es auch gut für die Sache schwarzer Menschen in Deutschland sein, wenn Xavier Naidoo Bundeskanzler würde?" muss ich nicht Xavier Naidoo toll finden, um das trotzdem zu bejahen. Daraus eine Unterstützung für die betreffende Person abzuleiten, ist offenkundig abwegig.

  • "Alice Schwarzer sieht in Alice Weidel als potenzielle Bundeskanzlerin 'trotz allem' eine Ermutigung für Frauen."



    Eine Ermutigung für Frauen wird es dann ja auch bald sein, wenn Frauen Konzentrationslager leiten können, oder Erschießungskommandos, Folterkeller. Hauptsache sie erobern bald Posten, die zuvor Männern vorbehalten waren. Schwarzers wunderbarer Feminismus.

  • "...dass trans Personen, Schwarze Menschen und People of Colour und viele Frauen seit Jahren verstärkt in einem Klima der Angst leben müssen und nicht wissen, ob ihre Situation in Zukunft noch schlimmer wird. " Wow, da hat Frau Schwarzer ja einiges auf dem Kerbholz...oder auch nicht. Wer das ernst meint, sollte mit Frau Schwarzer vielleicht mal ein Interview zu dieser Frage führen. Darüber hinaus wird hier völlig vergessen, auf wessen Schultern der Feminismus in Deutschland ruht- genau, auf denen von Frau Schwarzer. Die Spaltung des Feminismus entlang der Kopftuchdebatte ist nichts neues. In der Schärfe aber wohl unangenracht.

    • @Nachtsonne:

      Ach bitte. Es gibt in Deutschland zig Feministinnen. Darunter sogar queere und WOCs, aber viele von denen werden zu Gunsten von Frauen wie Schwarzer ignoriert.