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Landtagswahlen in Baden-WürttembergDer neue Kretschmann

Tobias Schulze

Kommentar von

Tobias Schulze

Özdemir hat es geschafft: Die Grünen haben die Wahlen in Baden-Württemberg auch ohne den langjährigen grünen Ministerpräsidenten Kretschmann gewonnen.

Freude über grüne Dominanz auch ohne Kretschmann: Grüne nach den ersten Prognosen

D ieses Wahlergebnis ist eine dreifache Sensation. Erstens, weil Cem Özdemir als erster Ministerpräsident aus einer türkischen Einwandererfamilie in die Geschichte eingeht. Zweitens, weil er das Mantra der CDU widerlegt hat, die Grünen-Dominanz in Baden-Württemberg sei eine Anomalie der Geschichte und werde sich nach Winfried Kretschmann erledigen. Drittens, weil er mit seiner Aufholjagd der letzten Wochen vollbrachte, was man seit einiger Zeit auch jenseits seines Bundeslandes für unmöglich hielt: einen grünen Wahlsieg.

Bundesweit hatte sich der Zeitgeist in den letzten Jahren doch gegen die Partei gedreht. Seit der Bundestagswahl rätselten die Grünen darüber, welcher Weg sie doch noch zur Vorherrschaft in der linken Mitte führen könnte. Der Ansatz von Robert Habeck – möglichst nicht zu grün, möglichst nicht anecken – schien gescheitert. Vor allem der Realo-Flügel stand seitdem planlos da. Nun hat ausgerechnet einer der ihren den Gegenbeweis geliefert, und das mit einem Wahlkampf, gegen den der von Habeck fast linksradikal wirkt.

Aus Sicht linker Grünen lässt sich die Aussagekraft des Wahlergebnisses für den künftigen Kurs zwar mit allerlei Argumenten relativieren: Baden-Württemberg ist nicht der Bund. Özdemirs Gegenkandidaten kannte erst keiner, und als ihn dann doch alle kannten, hat es das auch nicht besser gemacht. In Berlin hat es die Union mit ideologischen Vorstößen übertrieben, von Zahngesundheit bis Heizungsgesetz. Als dann auch noch der Iran-Krieg kam und die Gaspreise steigen ließ, erlebte Özdemir sein persönliches Fukushima.

Aber selbst unter den besten Rahmenbedingungen gelingt ein Wahlsieg nur, wenn das eigene Angebot passt. Die Grünen werden deshalb nicht darum herumkommen, sich etwas von Özdemir abzuschauen. Ein Punkt könnte die habituelle Offenheit sein, die er ausstrahlt, mit Anschlussfähigkeit von der Blaskapelle bis zu Haftbefehl.

Klimapolitik kleinzuhalten, ist kein Ausweg

Kniffliger wird es bei den Inhalten. In der Klimapolitik zum Beispiel hat Özdemir auf den Zeitgeist reagiert, indem er seine Ambitionen heruntergeschraubt hat. Das brachte ihm Stimmen ein, hat aber eine Kehrseite: Gestiegen sind die Zustimmungswerte zu ihm, nicht zwingend die zu seiner Partei und schon gar nicht die zu ökologischer Politik.

Das wird es ihm erschweren, in einer Koalition mit der CDU Fortschritte durchzusetzen. Gegen die öffentliche Meinung reagiert es sich schlecht. Die klimapolitischen Ambitionen so flach zu halten wie im Wahlkampf, ist kein Ausweg: Auf dem Weg zur Klimaneutralität hinkte schon Kretschmanns Regierung hinterher. Die nächste Koalition soll bis 2031 reagieren. Viel Zeit bleibt danach nicht mehr.

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Tobias Schulze
Parlamentskorrespondent
Geboren 1988, arbeitet seit 2013 für die taz. Schreibt als Parlamentskorrespondent unter anderem über die Grünen, deutsche Außenpolitik und militärische Themen. Leitete zuvor das Inlandsressort.
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48 Kommentare

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  • Hagel konnte nicht mal Treibhauseffekt. Die Union sollte dringend Nachhilfe bei Klimaschutz und Umwelt nehmen. In vier Jahren hat sie übrigens, konstruktives Vorgehen vorausgesetzt, wieder eine Chance. Dann ist Hagel nicht mehr so arg rehblauäugig unterwegs, hoffe ich. Wie der zu rasch aufsteigen konnte, sollte die Union mal aufarbeiten.



    Die Linken vermisse ich (BSWler, denkt mal nach), die FDP weniger, wobei sie in Rheinland-Pfalz eine Chance haben dürfte, weil sie konstruktiv mitregierte.

  • CDU 30,2% + AfD 18,8% + FDP 4,4% + Freier Wähler 1,9% = 55,3%.

    Die Mitte der Wählerschaft, der Medianwähler ist somit auf CDU-Linie, wenn man die FDP rechts von ihr einstuft und die AfD trotz ihes sozialpolitischen Linksrutsches (u.a. bei geforderten Rentenerhöhungen) ebenfalls.

  • (Wie) "Özdemir gelang, woran Habeck scheiterte" fragt ein anderer Artikel: Es gab keine Annalena, er wurde Spitenkandidat. Regieren muss er noch.

    Seine Koalitionsvereinbarung bemesse ich daran, ob er das Bekenntnis der CDU zur Solarenergie aufgreift und die weireichenden Solarverbote in der Landesplanung, Regionalplanung und durch (fehlende) Bebauungsplanung beseitigt, und unter anderem die solare Fernwäreversorgung unterstützt.

    Und Stuttgart Hbf. benötigt ein paar oberiridische Gleise zusätzlich zu dem abschüssigen Haltepunkt unter der Erde.

  • Glückwunsch nach Stuttgard!



    ----



    Politisch ist mMn. selbst dieser "Einlaufsieg" zu begrüßen!



    Doch leider mit mMn. etwas VIEL Jam & Özi für die "proletarische Mittelschicht" verziert mit Stren "vor der Tür"!



    Na ja, im Ländle der Kehrwoche, in dem Freitag's der "Stern auf Hochglanz geputzt wird", ... vielleicht unvermeidbar!



    Btw. Hoffe aber das Cem sich in den nächsten Jahren wieder an seine roots erinnert, trotz der notwendigen Koalition!



    Ist heute zwar üblich, dass sich Parteien "öffentlich" gern umlackieren, das wird Braun auch mal zu Blau, doch einen "grün lackierte 2. CDSU" im Südwesten braucht mMn. wirklich niemand in DE!



    Also "schaff Dich Cem"!

  • Wären "die Grünen" im ganzen Land wie in Baden-Württemberg, dann würden sie auch im ganzen Land gewinnen. Leider haben die Berliner "die Grünen" nichts mit den "die Grünen" aus BW zu tun (bis auf den Namen).

    • @DiMa:

      Herr Palmer, sind Sie‘s?😉

    • @DiMa:

      Die "Berliner Grünen" sind allerdings auch nicht mit den Bundes-Grünen identisch.

      Gäbe es Delegierte auf Parteitagen nicht im Verhältnis zur Mitgliederzahl, sondern im Verhältnis zur Zahl der Wählen, stünde es vermutlich auch besser um die Partei.

      Und die Mehrzahl der Grünen-Wähler erwarten ökologischen Forschritt, eine andere Energie- und Verkehrspolitik. Oben Border und höhere Steuern eher nicht.

      • @meerwind7:

        Allerdings sind die Berliner Grünen schon medial stark überrepresentiert mit Ihren Positionen im Vergleich zu anderen Landesverbänden, eben weil Berlin die Hauptstadt ist und hier damit die meisten Politikberichterstatter sind.



        Wenn die Grünen zur Volkspartei werden wollen, dann müssen sie die Berliner Grünen nahezu vollständig ignorieren und keine Beachtung schenken…

  • Warum reden hier alle von Wahl gewinnen? Die Grünen haben 2 Prozent verloren.

    • @Edgar Schmauch:

      Wer den MP stellt, hat gewonnen.



      Gewinner im Sinne von Zuwachs ist leider die AfD.

    • @Edgar Schmauch:

      Warum reden hier alle von Wahl gewinnen? Die Grünen haben 2 Prozent verloren.



      ----



      Gewöhnungsbedürftiges Argument!



      Die "Grünen" in BaWü wurden stärkste Partei, stellen den MiPrä!



      Wie kommst Du darauf das die "die Wahl" verloren hätten? :-(

  • Das war knapp und der Preis war hoch: das progressive Lager hat Linke und SPD vor den Bus geschuppst, die CDU hat versucht auf Kosten der FDP hinterherzukommen.

    Die Frage ist: hat es sich gelohnt? Ist Opposition Mist oder hätten die zwischendurch prognostizierten 7% Linken mehr gutes getan als der nun leicht grün schimmernde schwarze neue Landesvater, der noch dazu auf Augenhöhe mit den vollschwarzen in die Koalition gehen muss - er hat keine Alternative und noch nicht mal einen Sitz Vorsprung, das könnte schmerzhaft werden.

  • FDP raus, Chem statt Hagel. Ich bin (fast) zufrieden 😊 Nur, dass es die Linke nicht in den Landtag geschafft hat, ist ein kleiner Wermutstropfen.

  • Was könnte ich der Wahl Positives abgewinnen?



    Mit dem Ergebnis bin ich nicht glücklich, die AfD wurde viel zu stark. Wenn ich der Wahl etwas Positives abgewinnen will, dann dass die Linke es nicht geschafft hat und die BSW ganz unterging. So was brauchen wir hier in Baden-Württemberg nicht. Zu Özdemir: Ich halte nichts (mehr) von den Grünen, aber Özdemir war eben doch der beste Anwärter als MP, mit ihm kann ich leben.



    Die SPD allerdings sollte sich auf der Stelle von Klingbeil und Bärbel Bas trennen, sie führen die SPD ins Verderben.

    • @Hans Dampf:

      Die FDP braucht man im Ländle offenbar auch nicht mehr. Das haben die Schwaben und Badenser aber über viele Jahrzehnte anders gesehen.



      Zeiten ändern sich. Und die Grünen schaffen es am besten von allen Parteien, mit den neuen Zeiten zu gehen. Da es aber keine guten Zeiten sind, erlaube ich mir auch, die Grünen dafür zu kritisieren.

  • Es. Ist auch eine dreifache Tragödie. Der Sieg wurde zwischen einer konservativen und einer rechten Partei ausgehandelt. Die Nazis haben ihr Ergebnis verdoppelt. Und keine einzige links-progressive Partei ist im Landtag vertreten.

    • @Okti:

      Was aber auch daran liegt, das nur die Parteien sich selber als links Progressiv einstufen. Außerhalb der Parteien würde das keiner machen. Links ja, aber Progressiv würde ich die Parteien nicht bezeichnen!

  • Und was soll das nun werden, eine CDU, die alles Neue blockieren wird. Dass die Arbeiterschaft so dumm ist, ist maximal tragisch.

  • Supermann Özdemir, fehlt nur noch ein Habeck-Comeback in der Bundespolitik, dann geht es wieder massiv aufwärtes mit den Grünen, zumal Lang den linken Parteifügel abdeckt.

    Fehlt nur noch, dass sich die CDU/CSU nach weiteren verlorenen Landtagswahlen und massiven Krach mit der SPD im Bund vom Grünen-Bashingkurs verabschiedet und eine Koalition mit den Grünen im Bund anstrebt.



    Wüst und Günther warten nur darauf, den Neoliberalismus von Merz, Linnemann und Sphan abzuservieren.



    Und Söder ist spätestens dann wieder Fan alles Grünen, wenn die Kanzlerkandidatur zusammen mit den Grünen bei einer vorgezogenen Bundestagswahl lockt. Söder Kanzler und Habeck wieder Wirtschaftsminister im Bund. Nach dieser Landtagswahl ist nichts mehr unmöglich!

    • @Lindenberg:

      Superstar Özdemir und Ricarda Lang deckt als Feigenblatt den linken Parteiflügel ab. So stelle ich mir die „Arbeitsteilung“ bei den Grünen vor … ohne mich!

    • @Lindenberg:

      Wüst und Günther warten nur darauf, den Neoliberalismus von Merz, Linnemann und Sphan abzuservieren.



      -----



      "Wo gehobelt wird, fallen Späne, manchmal sogar Hamburger!"



      Doch "Meister Fritz" kann oder will mit 'nem "Hobel" nicht umgehen. Kein Wunder bei seiner VITA! :-(



      Doch mMn. macht ein BaWü keinen "grinen deutschen Sommer", der "Regen" ist auch hier sehr knapp....



      ... denn eine auf "Jam & Özi geschminkte 2. CDSU" in BaWü ist kein großer Lichtblick!



      Btw. "Schaun ma ma!" was Cem in den nächsten Jahren so hinbekommt im Koalitionsvertrag & Realpolitik!

  • Özdemir bekommt die Taktikstimmen der SPD-Wähler.

    Bei der Wahl sind 40% für progressive Parteien.

    Im Parlament ca. 67 von 158 Sitzen für progressive Parteien.

    Fast jeder 5. Wähler stimmt für die Rechtsextremen.

    So Zeiten.

  • ...mit dem schwäbischen Gebabbele klappt es doch schon bei dem neuem / alten Grünen...

  • Nach Wahlen zeigt sich, wer guter und wer schlechter Verlierer ist.

    Ein guter Verlierer ist die SPD mit Andreas Stoch, der ein guter Kandidat in einer guten Partei war. Er zieht persönliche Konsequenzen, obwohl die SPD tatsächlich an der Zuspitzung zwischen CDU und Grünen gescheitert ist.

    Große Sorgen machen mir hingegen die schlechten Verlierer in der CDU und FDP in Baden-Württemberg. Beide Parteien sehen die Schuld nur bei anderen, nicht bei sich selbst.

    Selbst der konsequente Rücktritt des FDP Vorsitzenden begründet dieser mit

    Und dann ein Politiker, der die Klimaerwärmung Schülern mit einer "dünner werdenden Atmosphäre" erklärt und den Versuch der Lehrerin das richtig zu stellen, niederbügelt. Nein, das ist wohl nicht der Anspruch an einen Ministerpräsident.

    • @Bauer Gerry:

      Den Fehler zur Klimaerwärmung haben Sie korrekt dargestellt, aber meines Wissens hatte die Lehrerin dies nicht "richtig stellen wollen", sondern andere Themen aufgebracht.

  • Wie Schön!



    Das ist die beste Nachricht seit langem!



    Glückwunsch an den strahlenden Sieger!!!



    Danke für die zutreffende Analyse.



    Es war Cems Wahlkampf, die Grünen Randnotiz.



    Offenbar möchten die Menschen weiter grüne Politik, aber gemäßigt.



    Das bedeutet, nicht extreme (Einzel-) Positionen besetzen, sondern mehrheitsfähige zukunftsweisende Politik.

  • Die Grünen in BW zeigen wie sich die Grünen im Bund und anderen Bundesländern aufstellen sollten. Berlin kann man als linkes Bantustan betreiben, aber sollte innder Bundespolitik ignoriert werden.

  • Die Grünen haben noch gar nichts gewonnen.Laut der neuesten Hochrechingen kommen Grüne auf 30,3 und CDU auf 29,7 % Grüne minus 2,3 % und CDU plus 5,6 %. Um ca. 2 Uhr steht der vorläufige Sieger fest.

    www.wr.de/politik/...-manuel-hagel.html



    Wahl-Krimi zu später Stunde – Grünen-Vorsprung plötzlich hauchdünn



    Stuttgart/Berlin. Knappes Rennen bei der Landtagswahl: Zunächst sah es nach einem Sieg für die Özdemir-Partei aus. Schafft Hagels CDU die Aufholjagd?

  • Danke für diesen profunden und ausgewogenen, fairen Kommentar. Klar ist die Kritik an der Klimapolitik, aber das ist eben nicht alles. Angesichts der Disruption, die ein Industrieland wie BaWü schwerer trifft als andere, ist klar, dass KLimaschutz nur ein Politikfeld von vielen ist. Aber Özdemir sagt ja auch, dass er Klimaschutz und indutrielle Basis zusammendenken möchte. Daran wird er sich messen müssen.

    Das hat Kretschmann wie sein Ziehsohn im Geiste Özdemir besser erkannt als andere. Und doch ist das eine offene Flanke der Grünen im Ländle. Da wird Özdemir einen Zahn zulegen müssen.

    Was bringt das höchste Forschungsbudget aller Bundesländer (5,7% des BIP), wenn dessen Ergebnisse nicht industriell genutzt werden?

    Kretschmann rechtfertigte den langsamen Ausbau von Windrädern mit der Bürokratie. Özdemir wird sich darauf nicht mehr zurückziehen können. Er wird mehr liefern müssen - und sich sowohl gegen Nimbys als auch Naturschützer zugunsten des Klimaschutzes positionieren müssen. Kretschmann moderierte das immer noch mit einem bedächtigten Hannah-Arendt-Spruch weg, Özdemir muss eine andere Sprache finden.

  • Bin mal auf die Koalitionsverhandlungen gespannt, die Grünen haben keine Alternative zur CDU und müssen auf Augenhöhe verhandeln, praktisch gibt es keinen Juniorpartner.



    Zudem wird die Schmutzkampagne der Grünen gegen Hagel noch Nachwirkungen zeigen.

  • Von den Zahlen her ist der größte Gewinner die AFD, gefolgt von der CDU. Grüne haben etwas und Spd viel verloren.



    Und bei den Grünen war es dann ja irgendwie auch kein wirklich grüner Wahlkampf wo nichtmal die Partei auf den Plakaten erwähnt wurde.

    Auch wenn die CDU nicht mit der AFD koallieren wird, von den Zahlen her ist der Sieger ganz klar rechts-konservativ. Grün spielt letztlich nur noch wegen der Brandmauer mit, sonst wären die eigentlich Opposition. Faktisch sind die abgewählt und nur wegen der Umstände dann doch nicht, -kein Grund zur Freude da im Süden...

  • Wenn überhaupt, wird das ein knapper Sieg der Grünen.



    Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis und landet auf Platz drei.



    Das ist einfach ein Skandal. Was ist mit den Menschen im Ländle los?

  • Vielleicht sollte die SPD bei der nächsten Wahl Thilo Sarrazin aktivieren, scheint ja, wie das Beispiel Özdemir/ Palmer zeigt,



    vom Wähler honoriert zu werden und wenn es um die Macht geht,



    Einer Partei nichts auszumachen, erst jemanden wegen Partei



    schädigenden Verhaltens rauszuschmeißen und später mit ihm



    Wahlkampf zu machen. So ein Verhalten traut man eigentlich nur der



    AFD zu.

    • @behr Behr:

      "So ein Verhalten traut man eigentlich nur der AFD zu."

      Wer ist "man"?

      Und warum ist das Ganze relevant, in Anbetracht das der AfD noch ganz andere Sachen zuzutrauen sind, die die Grünen sich niemals auch nur zu denken wagen würden.

    • @behr Behr:

      Sarrazin und Palmer haben aber wenig gemeinsam.



      Palmer hat genau die Politik gemacht, die Grüne gerne machen würden, aber dabei regelmäßig klar den Finger in die Wunde gelegt und dem Linken Flügel einen vor den Bug geschossen mit seinen Aussagen.



      Grüne Politik mit Konservativen Werten.



      Und Palmer hat in der Kleinstadt Tübingen so starken Erfolg, dass ganz Deutschland darauf aufmerksam wurde. Sowohl in Grüner Kernpolitik, als auch Coronapolitik oder Bildungspolitik vor Ort.

      Der Rausschmiss war schlicht ein Fehler, was diese Wahl klar bestätigt.

    • @behr Behr:

      Die SPD hat stark verloren, weil SPD-Wähler taktisch GRÜN gewählt haben, damit sie keinen CDU-Ministerpräsidenten erhalten.

      • @Michael Andreas:

        Die SPD hat auch an die "Partei der Nichtwähler" verloren, wenn auch nicht mehr so viel wie bei den letzten beiden Landtagswahlen. Aber wer sowieso schon weniger Wähler hat, kann auch nicht mehr so viele verlieren. Die früheren SPD-Hochburgen in BW weisen nicht erst jetzt eine eher unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung auf...

    • @behr Behr:

      Es spricht ja nicht gegen eine Partei, wenn sie Fehler korrigiert.

      Erst recht, wenn dieser Fehler anschließend als Parteiloser Wahlen gewinnt.

      Wenn man Volkspartei ist, muss man damit klarkommen, dass sich sehr unterschiedliche Meinungen unter dem Parteiendach versammeln.

    • @behr Behr:

      Sehr unpassender Vergleich. Schon deshalb, weil Palmer nicht RECHTS ist.



      Palmer tat etwas, was die Grünen meiner Ansicht nach viel früher hätten machen müssen: die Wahrheit ohne umschweife sagen und keine Rücksicht auf Leute nehmen, die empfindlich reagieren könnten - er hätte es allerdings besser erklären müssen, dann würde er noch immer in der Partei sein. Er bleibt dennoch ein Grüner.



      Die Wirklichkeit verschweigen oder umschiffen, damit gewinnt man heute keinen Blumentopf mehr (mal herkömmlichen Umgangssprachgebrauch verwendend).



      Die CDU lügt gar, nur um an die Macht zu kommen. Jetzt haben die Wähler den Salat. Es tritt genau das ein, was Habeck 3 J. versucht hat zu erklären. Das kam beim Wähler nicht an, weil die nur hörten, dass sie unter 3 min duschen sollen, um Energie zu sparen. Dass er gar nicht unrecht hatte und die Zusammenhänge viel komplexer sind, als nur fürs duschen, ist den Bürgern nicht bewusst.



      Leider müssen die anderen, die lieber einen Habeck in der Regierung gesehen hätten und eine gesicherte unabhängige Energiewirtschaft wollten, die teuren Energiesprünge der Gasindustrie mitbezahlen, sonst müssen die frieren.



      Die hohen Bezin/Dieselpreise sind nur der Anfang.

      • @Francis Bee:

        @ Francis Bee



        CO2 Abgaben & Spritsteuern kassiert die Regierung Merz. runter damit und der Preis an den Zapfsäulen halbiert sich....

  • Es sollte eher heißen: Nach guter Vorarbeit von Winfried Kretschmann hat Cem Özdemir auch ohne die Grünen die Landtagswahl in Baden‑Württemberg gewonnen.

  • Ich finde die vorsichtige Haltung von Özedemir besser als das Frühgejubel des Autors. Noch sind viele Wahlkreise nicht ausgezählt, und es kann sich noch einiges ändern.

    • @Torben2018:

      @Torben2018



      Die größten Verlierer bei diesen Wahlen bleiben wie immer die Wähler...

  • Die Hochrechnungen um 20:00 haben die CDU deutlich an die Grünen ranrücken lassen, nachdem die Prognosen noch 3% Differenz fantasierten, als ob die Wahlforschungsgruppen da schon bekanntlich immer noch viel zu sehr fantasieranfällige KI für benutzen würden für ihre "Prognosen"!

    Meine Lieblingsmedien taz und SWR Kultur aber posaunen mehr oder weniger heraus, Özdemir werde Ministerpräsident. Ist in den Redaktionen der Tee ausgegangen? Ich meine der zum Trinken und Abwarten?

  • Özdemir, die Grünen haben gewonnen. Er hat sich im Wahlkampf maximal von den Grünen distanziert, das hat wesentlich zum Erfolg beigetragen. Das Ergebnis für „Grün“ zu vereinnahmen ist schlichtweg falsch, es ist ein Özdemir Erfolg.

    • @Flocke:

      Schonn. Aber wie Caesar auch - hat(te) er doch noch den ein oder anderen grünen



      👨‍🍳👨‍🍳👨‍🍳 dabei. Gell



      (& damit meine ich nicht die tübinger Blendgranate!) Gellewelle&Wollnichwoll

    • @Flocke:

      Ja, es ist ein Erfolg für Özdemir und die Grünen in BW.



      Nein, er hat sich nicht „maximal von den Grünen distanziert“.



      Er hat andere Schwerpunkte gesetzt und das ist sein gutes Recht - aber keine Distanzierung.



      Man kann für Grün sein UND Politik ala Jette Nietzard völlig ablehnen. Glauben sie mir, das geht :)