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Junge Leute in Ostdeutschland Kampf gegen Windmühlen

Kommentar von

Jakob Springfeld

Die Lage im Osten wird für junge Linke bedrohlicher. Der Kampf gegen den allgegenwärtigen Neonazismus lässt Systemfragen in den Hintergrund rücken.

W enn ich in diesen Wochen mit linken Jugendlichen aus Sachsen-Anhalt oder meinem Herkunftsbundesland Sachsen ins Gespräch komme, hat sich etwas verändert: Die politische Wut gilt in erster Linie nicht mehr nur den Neonazis, der AfD oder Ortsgruppen des „III. Weges“, sondern auch und vor allem der Bundesregierung und diesem System. Warum mir das Hoffnung macht und was junge Linke im Osten antreibt – darum geht es in diesem Text.

Mehr Pöbeleien, mehr Hitlergrüße, mehr Angst – so beschreibt mir gegenüber ein 22-jähriger Linker aus Halle (Saale) die Veränderungen seines Lebens in den vergangenen Jahren. Nur zum Hintergrund: Halle mit seinen 230.000 Einwohnern ist das kulturelle Zentrum Sachsen-Anhalts mit einer traditionsreichen Universität, einer Kunsthochschule, einer schönen, intakten Altstadt und einer vitalen linken Szene.

Jakob Springfeld

ist ein deutscher Autor und Klimaaktivist. Er ist 2002 in Zwickau geboren. 2025 erschien sein Buch „Der Westen hat keine Ahnung, was im Osten passiert“ (Bastei Lübbe).

Der 22-Jährige aber möchte oder muss wieder weg. Nach Leipzig. Damit ist er keinesfalls allein und erzählt, dass mit ihm ungefähr 20 Leute aus seiner Freundesgruppe das Bundesland mit der drohenden AfD-Mehrheit verlassen werden. Trans Personen, Linke, Alternative – und in seinem Fall ein Mensch, der mit viel Hoffnung aus der sächsischen Provinz in die größere Stadt an der Saale gezogen war.

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„Die merken, die sind am Gewinnen“, sagt er, und das bestärke Aggressionsbereitschaft, Dominanzverhalten und Gewaltpotenzial junger Neonazis in Sachsen-Anhalt. Rechte hätten nichts zu befürchten, und spätestens, wenn die Polizei unter AfD-Kontrolle stünde, müsse man wohl seine Sachen packen und weggehen.

Als ich frage, gegen wen sich die Wut aktuell am meisten richtet, geht es sofort um die Bundesregierung und Friedrich Merz, aber auch die Grünen, die nur bruchstückhaft besser seien. Angesichts der zahlreichen Bedrohungs- und Horrorgeschichten, die ebenjene Leute erzählen können, sollte das gesamtgesellschaftlich zu denken geben.

Wetten, die Demokratie gewinnt? ​

Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier.

Die gleichen engagierten jungen Antifas, die davon berichten, vor kurzem in Zwickau, meiner Heimatstadt, von 15 Neonazis mit Elektroschockern und Bierflaschen eingekesselt wurden zu sein, sprechen, wenn es darum geht, was sie am meisten beschäftigt, erst einmal über die drohende Schließung des örtlichen VW-Werks, mangelnde Jugendarbeit und einen Politisierungsprozess voller Enttäuschungen.

Der sozialpolitische Kahlschlag, die Sparpolitik und ein Wehrpflichtdiskurs, der die Jugend außen vor lässt, wird Früchte tragen, die unangenehm sein werden – zumindest für die Bundesregierung und die neoliberale „Normalität“. In diesen Momenten macht es mich umso wütender, dass sich der radikale Veränderungswunsch des linken Teils meiner Generation wegen des Stresses mit dem allgegenwärtigen Neonazismus nicht ausreichend artikulieren kann. Es dominiert der Kampf gegen rechts. Zynisch ließe sich sagen, dass die neonazistische Jugend im ländlichen Osten einen guten Job macht, um der Bundesregierung die Auseinandersetzung mit kapitalismus-, macht- und staatskritischen, aufgebrachten, linken Jugendlichen zu ersparen.

Der sozialpolitische Kahlschlag und die Sparpolitik werden Früchte tragen

Einerseits wird mir bei meinen Lesungen, auf Protesten oder in Gesprächen mit meinen ostdeutschen Freun­d*in­nen immer wieder klar, dass der gemeinsame neonazistische Feind verbindet und für einen Zusammenhalt sorgt, der in Leipzig oder Berlin kaum vorstellbar ist. Andererseits spüre ich eine Verzweiflung, die vor allem darauf fußt, dass sich ein antifaschistischer Kampf, der die Ursachen des Rechtsrucks außen vor lässt, immer mehr nach einem Kampf gegen Windmühlen anfühlt. Die logische Konsequenz: entweder Resignation angesichts der autoritären, gesellschaftlichen Koalition aus Steig­bü­gel­hal­te­r*in­nen und AfD oder aber neue Ideen.

In Werdau, einer Kleinstadt mit ungefähr 20.000 Ein­woh­ne­r*in­nen im Landkreis Zwickau, treffen sich linke Jugendliche wöchentlich in der „Tanke“ zum Quatschen, Bier trinken und diskutieren. Räume besetzen, Kampfsport, Wandern, gesellschaftliche Aktivitäten nicht den Faschos überlassen, das steht hier auf der Tagesordnung, wo doch die „Nationalrevolutionäre Jugend“, der Jugendverband des „III. Weges“, versucht, diese Leerstellen zu füllen. Neben den altbewährten und aus meiner Sicht auch wichtigen Ansätzen wird sich aber auch zunehmend gefragt – zum Beispiel im Lesekreis mit der IG-Metall-Jugend -, wie sich soziale Kämpfe, Systemkritik und Antifaschismus miteinander verbinden lassen. Ein Beispiel dafür bietet das beschriebene VW-Werk Zwickau.

VW ist ein großes Thema

Während der Konzern in den vergangenen Jahren Dividenden in Milliardenhöhe ausgeschüttet hat, ist der Konzern durch Missmanagement gegen die Wand gefahren worden. Jetzt machen Gerüchte von chinesischer Übernahme, Waffenfabriksplanungen oder gar der kompletten Schließung des Werkes die Runde. Linke Jugendliche macht das wütend. Weil sie wissen, wen das aktuell am meisten stärken würde. Weil sie wissen, dass die VW-Krise eigentlich so viel Potenzial bietet, linke Lösungen unter die Leute zu bringen und antifaschistisch zu organisieren. Weil sie wissen, dass eine Schließung der Todesstoß für die Region bedeuten könnte.

Immer mehr linke Jugendliche scheinen angesichts dieser erdrückenden Schwere der Krisen zu verstehen, dass die drohende Werksschließung eben kein individuelles Problem des Arbeitsplatzes ihrer Eltern ist. Dass der wütende Fascho von nebenan eben kein tragischer Einzelfall ist, der von einzelnen „Rattenfängern“ verführt wurde. Dass die um sich greifenden Waldbrände keine zufällige Erscheinung sich verformender Erdereignisse sind, sondern menschen- und kapitalismusgemachte Katastrophen mit System. Die Erkenntnis kommt spät, aber sie kommt.

Neonazis besetzen vor allem im ländlicheren Osten Räume, die vorher ein Vakuum waren. Sie können ihnen wieder abgenommen werden – wenn mehr Leute, gerade aus Großstädten oder Westdeutschland hinschauen, supporten und auch dann noch da sind, wenn die fucking Landtagswahlen vorbei sind.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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23 Kommentare

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  • Otto Mohl

    Ist der 22-jährige einer der "Jugendlichen" aus dem Text? Das macht mich jetzt wirklich sehr ratlos. Warum nicht erwachsen werden?

  • SchMERZlassnach

    mit 59 Jahren kann ich bestätigen: Veränderungen?



    Die ältere Hälfte der Menschen haben keinen Respekt vor den jungen Leuten; daß sie uns mal pflegen sollen, sich um uns kümmern, den Fortbestand unseres Landes sichern.



    Aber man fordert nur! Vor allem: wenn jemand ein Problem hat, braucht er/sie Hilfe und keine Vorwürfe über die „heutige Jugend“.



    Die Lösung für die Alten: Zwangsarbeit, obwohl das im Grundgesetz verboten ist. Antwort? „Trotzdem, Arbeit hat noch niemand geschadet…



    Und daß es keine gibt wird mit: wenn ich WILL, Kann ich auch, bzw. ich finde Arbeit. Es mangelt an Willen, so laut Menschen, die ihre Häuser ererbt haben, aber die jungen Leute müssen um Wohnungen betteln.



    Demütigung: das ist die Sprache der Alten

  • Weiterdenken3

    "vor kurzem in Zwickau, meiner Heimatstadt, von 15 Neonazis mit Elektroschockern und Bierflaschen eingekesselt wurden " wann und wo soll denn das gewesen sein? Finde dazu keine Nachrichten.

  • Astrid Sehnefeld

    "...wenn mehr Leute, gerade aus Großstädten oder Westdeutschland hinschauen, supporten und auch dann noch da sind, wenn die fucking Landtagswahlen vorbei sind."



    Ja der Westen müsste wirklich mal hinschauen und zuhören und die Parteien müssten auch wieder vor Ort sein - nicht nur in Magdeburg, Halle und Leipzig, sondern auch in den Dörfern, wo sich seit Jahren nur die AfD blicken lässt...



    Verstörend finde ich aber den letzten Halbsatz, "wenn die fucking Landtagswahlen vorbei sind".



    Wieso?



    Weil dann Sachsen-Anhalt wieder aus dem Brennglas ist und man sich, bis zur nächsten Wahl im Osten, nicht mehr mit dem Thema beschäftigen muss?



    Oder weil Wahlen 'Schei💩e' sind, wenn nicht die richtige Seite gewinnt?



    Die "fucking Landtagswahlen" sind ein einzelnes Datum, ja, aber die Basis dafür, die wird jeden Tag gelegt.



    Das ist wie mit dem Zähne putzen. Machst du es täglich gibt's zum Besuch bei Zahnarzt keine Probleme. Putzt du hingegen nie, sondern nur einmal 10 Minuten vor dem Zahnarztbesuch, dann hilft das auch nicht mehr.



    Genau so wird aber mit dem Osten verfahren.



    Die AfD wird gewinnen so lange nicht permanent und auf Augenhöhe mit, statt über den Osten, geredet wird.



    Ganz einfach 🤷

    • Evi Holtendorp

      @Astrid Sehnefeld:

      Wenn man nicht nur den letzten Halbsatz liest, sondern zumindest auch den kurzen Teil desselben Satzes davor "auch dann noch da sind, wenn die fucking Landtagswahlen vorbei sind." sollte sich die Verstörung legen.

    • Hugo

      @Astrid Sehnefeld:

      Wemmer hier im Osten ein Wahrnehmungsdefizit bei den Volksvertretern hat, muss mer sich selber organisieren. Haben ein paar als "Neues Forum", "Demokratischer Aufbruch", "Bündnis 90" o.ä. unabhängig von im Westen etablierten Parteien oder der SED ma probiert, war jetzt ned so der Kracher im Wahlvolk...

    • Kaboom

      @Astrid Sehnefeld:

      "Ja der Westen müsste wirklich mal hinschauen und zuhören und die Parteien müssten auch wieder vor Ort sein - nicht nur in Magdeburg, Halle und Leipzig, sondern auch in den Dörfern, wo sich seit Jahren nur die AfD blicken lässt..."

      Vergleicht man die Menge der Berichterstattung über den Osten mit der über den Rest des Landes, dürfte IMO mindestens ein Faktor 10 zugunsten des Ostens dabei herauskommen. Alle paar Wochen eine Nabelschau oder die nächste Folge des intensiven Bauchpinselns des Ostens. Allein Jessy Welmer hat 4 Sendungen a 90 Minuten gemacht, in denen sie erklärte, dass die Leute im Osten eigentlich sooooo nett sind, und man denen gar nicht böse sein kann, auch wenn sie Faschisten wählen. Ähnliche Sendungen im TV, Berichte in Printmedien, Interviews, Streams, andere Videos, Bücher etc. gibt es zu hunderten.



      Oder kurz: Kein anderer Landesteil erhält auch nur ansatzweise ähnlich viel Aufmerksamkeit und Betreuung.

      • Astrid Sehnefeld

        @Kaboom:

        Sie verwechseln Kathastrophentourismus mit Interesse☝️



        Und Sie bestätigen haarklein meinen Vorwurf: Es wird über den Osten berichtet, nicht mit ihm geredet.



        Keiner dieser Berichte zielt auf einen Diskurs ab.



        Das sind alles Formate ähnlich Frauentausch oder irgendwelcher Nanny-Sendungen, wo es einzig um die Bloßstellung geht.



        Ob man als Gesellschaftsteil politisch ernstgenomnen wird oder nicht, erkennt man daran, ob Politik einen berücksichtigt.



        Wo wird die ostdeutsche Perspektive politisch gewürdigt?



        Der Westen war nie am Diskurs interessiert. Hier wurde der gleiche Irrsinn wie beispielsweise in Afghanistan betrieben: Mit Geld zuschei💩en und fertig. Wird schon klappen. Die sollen sich freuen das sie unsere Werte bekommen und basta.



        Die Deutsche Wiedervereinigung war keine Fusion von zwei Kultur- und Interessengruppen. Der Osten wurde abgewickelt und angeschlossen - wirtschaftlich und gesellschaftlich.



        Dass das Leute nicht hinnehmen ist längst bekannt. Klappt in keinem 'Krieg für Frieden' - Irak, Afghanistan, Syrien, oder wo sonst der Westen Demokratie mit dem Schwert etablieren wollte - und klappte auch nicht in Ostdeutschland.

    • Klabauta

      @Astrid Sehnefeld:

      Kleine Provokation: Ich finde, es wird viel zuviel über den Osten geredet.

      Wer berichtet denn über die zahlreichen Schlaglöcher auf den Straßen oder die durchschnittliche Miete in meiner kleinen (West-)Großstadt, die bei knapp 15 €/m² liegt?

      Liegt ja nicht im Osten, sondern im ach so reichen Westen, gibt also keinen Grund zu berichten.

      • Der olle Onn

        @Klabauta:

        Ja, tatsächlich: Über den Osten wird enorm viel geschrieben und geredet.



        Und zwar genau seitdem die Bedrohung durch einen AfD-Sieg bei den aktuellen Landtagswahlen ansteigt. An eine ähnlich große Aufmerksamkeit von Seiten der meisten Medien kann ich mich aus den letzten Jahrzehnten jedenfalls nicht erinnern...

  • Chris McZott

    "Der sozialpolitische Kahlschlag, die Sparpolitik und ein Wehrpflichtdiskurs, der die Jugend außen vor lässt, wird Früchte tragen, die unangenehm sein werden..."

    Nunja, das ist eine Sicht der Dinge. Da frage ich mich nur warum wir dann noch schon vor 20-30 Jahren eine AfD-Regierung hatten. Den Kapitalismus haben wir nicht erst seit gestern und dessen Intensität war auch schon mal größer...Die der Wehrpflicht sowieso.

    Wenn wir schon bei der Schuldfrage sind. Mal provozierend gefragt: Welchen Anteil an der Diskreditierung unserer Demokratie trägt denn linksaußen?

    "Staatsfunk" und "Lügenpresse", das Gerede von ominösen korrupten Eliten, die den Staat lenken, die angebliche Festsetzung von Wahlergebnisse durch die Regierung, die Unterdrückung der Systemopposition, die Verschwörungstheorien z.B. zur Corona-Politik und natürlich die völlig unlogische Verehrung Putins - das sind doch alles rechte Topoi die 1:1 von auch aus linken Milieus kamen und tw. weiter kommen.

    Gibt es vielleicht den Hauch einer Möglichkeit, dass die sogenannten Antifaschisten gar keine Freunde der liberalen Demokratie sind?

  • XXX

    Die Antwort ist meiner Ansicht nach eine andere: Die "Linken" haben sich verrannt. Früher war ihr Ziel das Wohl des Arbeiters im Lande und Frieden ohne wenn und aber. Diese Ziele wurden verändert: Aus "Arbeiter im Lande" wurde "Mensch", und zwar egal wo lebend, woher auch kommend (Reisefreiheit, Mifgrationsfreiheit), egal mit welchen Vorstellungen (egal welche Religion, egal welches Geschlecht, ...) und aus "Frieden" wurde "Frieden durch NATO".



    Dadurch werden aber Lücken an den ursprünglichen Stellen frei, die den Wählern auffallen. AfD und BSW werden als Möglichkeiten gesehen, diese Lücken zu füllen, denn bei den anderen weiß man ja sicher, dass sie es nicht tun.

    • Kaboom

      @XXX:

      "und aus "Frieden" wurde "Frieden durch NATO"."

      Stimmt, AfD und BSW wollen "Frieden durch Russland" und das ist sicherlich viel besser und unzweifelhaft auch populärer im Osten.

  • Thutmerwe

    "Linke Jugendliche macht das wütend. Weil sie wissen, wen das aktuell am meisten stärken würde. Weil sie wissen, dass die VW-Krise eigentlich so viel Potenzial bietet, linke Lösungen unter die Leute zu bringen und antifaschistisch zu organisieren."



    Aber die Leute sind nach Ansicht des Autors zu dumm, das zu erkennen und daran ist dann die Merzregierung schuld?

    Auch im Rest des Artikels bekommt man immer wieder das seltsame Gefühl, daß für ihn am drohenden Wahlsieg der AFD nicht die drohenden Konsequenzen das schlimmste sind, sondern daß der Kampf dagegen von der eigentlichen "Mission" ablenkt, nämlich das "System" nicht zu verteidigen sondern zu stürzen.

    • Deep South

      @Thutmerwe:

      Ich glaub nicht, dass das nur ein "seltsames Gefühl" ist, sondern dass der Artikel das ganz deutlich formuliert. Aber genau hier kann man erkennen, wie weit die Linke heute von den den Sorgen der Menschen weg ist. Mit nichts kann man die Leute außerhalb der eigenen Blase -gerade im Osten- weniger erreichen, als mit der Idee eines linken Sozialismus.

  • R. Mc'Novgorod

    Natürlich sind Systemfragen für die Leute dort nicht mehr relevant, wenn es um das Überleben bzw das politische Überleben geht.

    Die Frage für andere ist doch aber- Wie verhindern wir diese Situation von vornherein?

    Also bestimmt nicht mit Artikeln wie " Fleisch muss teurer werden "

    • Life is Life

      @R. Mc'Novgorod:

      Ja, stimmt, weniger Fleisch essen ist natürlich bedeutend schlimmer als stark steigende Mieten, weniger Wohngeld, längere Wochen- und Lebensarbeitszeiten, zunehmende Dürren, Waldbrände und Hochwasser etc.

  • axiom

    "Linke Jugendliche macht das wütend."



    "Dass der wütende Fascho von nebenan..."

    Es hilft alles nix, auch Wütende werden alt und brauchen dann Hilfe.



    Gebe Gott oder das Sozialsystem, daß dann niemand sagt:



    "Mach doch Deinen Scheiß alleine!"

    Auch Autonome und Faschos scheissen irgendwann in Windeln, wenn man sie nicht ihrer Ideologie opfert.

  • axiom

    Es ist halt eine historische Erfahrung, daß nicht die, die ein System stürzen, auch nachher die sind, die es regieren.

  • axiom

    Kleiner Tipp von einem Alten.



    Wenn nichts mehr gut genug ist, erscheint das Schlechte genügend gut.

    Soll heißen: Wenn die guten Linken kein gutes Haar mehr an der real existierenden Demokratie lassen, dann nehmen die schlechten Rechten das dankbar auf.

    • Sonderzeichen

      @axiom:

      Sie haben bei ihrer tiefgreifenden Analyse sicherlich auch beachtet, dass es die extreme Rechte ist die kein gutes Haar an der real existierenden Demokratie lässt, richtig?

      • Deep South

        @Sonderzeichen:

        Ich würde mal sagen, da nehmen sich die "extreme Rechte" und die extreme Linke nur sehr wenig. Politisch extremistische Strömungen akzeptieren niemals ein System, dass abivalente Meinungen demokratisch nebeneinander existieren lässt.

        • Reinero66

          @Deep South:

          Da Stimme ich Ihnen zu und zum Thema Halle=Zentrum , sorry nein, das ist Magdeburg und Halle ist hart ausgedrückt nur ein Vorort von Leipzig.

          Wenn Zwickau dichtgemacht wird, ist das das Ende der Region, dann muss so ziemlich jede Einrichtung geschlossen werden. Und die Linke hat dem nichts entgegen zu setzen.