Anti-Hamas-Proteste : Helden in Gaza
Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges regt sich Widerstand gegen die islamistische Führung in Gaza. Die Demonstranten riskieren viel.
Foto: Reuters/Stringer
D arauf haben wir schon so lange gewartet: Endlich regt sich innerhalb des Gazastreifens Widerstand gegen die palästinensischen Islamisten der Hamas. Noch sind es nur ein paar hundert Menschen, die sich auf die Straße wagen, um für ein Ende des Krieges und gegen die Hamas zu demonstrieren. Es gehört wirklich viel Mut dazu, gerade in diesen Zeiten der Hamas die Stirn zu bieten. Verhaftung, Folter und gar der Tod könnten die Konsequenz sein.
Die islamistische Führung geht mit mörderischer Brutalität gegen ihre Widersacher vor, auch wenn es sich um die eigenen Landsleute handelt. Selbst in friedlicheren Zeiten ließ die Hamas Palästinenser mit Säcken über dem Kopf kniend auf offener Straße erschießen, wenn der Verdacht der Kollaboration mit dem israelischen Feind bestand; ein Vorwurf, der auch vorgeschoben wurde, um homosexuelle Männer hinrichten zu lassen.
Die mutigen Demonstranten strafen die Stimmen lügen, die sagen, es gäbe keine Unschuldigen im Gazastreifen. So jüngst der israelische Botschafter in Wien, David Roet, der bei gleicher Gelegenheit ankündigte, eines Tages Golf in der zerbombten Küstenregion zu spielen, und der die Todesstrafe für Minderjährige guthieß.
Mit den jüngsten hoffnungsvollen Bildern aus dem Gazastreifen kommt allerdings auch die Frage auf, warum die Palästinenser, die in Deutschland leben und die gegen die Hamas sind, so schweigsam bleiben. In Berlin, Stuttgart oder München droht niemandem Folter oder Tod, wenn er oder sie sich gegen die palästinensischen Islamisten positioniert. Stattdessen findet ein regelrechtes Wettschreien der blinden Solidarität mit den Terroristen statt, ohne die es diesen Krieg gar nicht erst gegeben hätte.
Nach israelischen Stimmen, die dem Krieg und der eigenen Regierung mehr als kritisch gegenüberstehen, muss in Deutschland nicht lange gesucht werden. Wie schade, dass die Chance, einen friedlichen Dialog auf neutralem Boden zu führen, bislang kaum genutzt wurde. Vielleicht haben die Helden aus dem Gazastreifen eine Signalwirkung.
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