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Mit dem E-Lastwagen durch EuropaAbschied vom Öltimer

Die Spritpreise sind hoch, Spediteure klagen über hohe Kosten. Lkw-Fahrer Tobias Wagner hat damit keine Probleme, er ist elektrisch unterwegs.

Tankt er noch oder lädt er schon? Ein LKW auf der Autobahn Foto: Thomas Stockhausen/mauritius images

Tobias Wagner steht auf einer Wiese vor seinem weißen Tesla, Solarpaneele auf dem Dachgepäckträger, als er dem Internet erzählt: Er, 31, eigentlich Start-up-Unternehmer aus München, wird jetzt Lkw-Fahrer. Ausschließlich für elektrische Lastwagen. Und dabei will er sich in Zukunft filmen, um anderen Fah­re­r:in­nen und Speditionen zu zeigen, wie das so klappt mit einem E-Lkw im Fernverkehr.

Knapp 70.000 Aufrufe hat Wagners Video auf YouTube, am 1. Juli 2024 ging es online. Seitdem hat er 200.000 Kilometer in E-Lkws gemacht und auf seinem Kanal „Elektrotrucker“ mehr als 240 Videos geteilt. Als Co-Pilot immer dabei: Dackelterrier Krümelix.

Als die taz Ende März mit Tobias Wagner telefoniert, fahren er und Krümelix an der schwedischen Ostküste entlang zurück Richtung Ostfriesland zur Spedition Nanno Janssen, für die Wagner unterwegs ist. Vorher hat er Güter nach Lappland gebracht, ganz in den Norden Finnlands. Was er da eigentlich transportiert? „Bunt gemischt“, sagt Wagner. Produkte für die Autoindustrie, den Gartenbau, Teile für Windkraftanlagen, aber auch Rettungsinseln für Schiffe.

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Wenn er mit vollem Akku starte, schaffe sein Lastwagen 600 Kilometer. „Ich kann mich mit meinem E-Lkw genauso schnell bewegen wie mit einem Diesel-Lkw“, sagt Wagner, er schließe seinen Truck einfach in der Ruhepause an die Ladesäule an. Seit 2024 seien in fast ganz Europa Ladeparks für Lastwagen entstanden. Da, wo es keine gebe, „muss man auf die Ladeinfrastruktur für Pkws zurückgreifen“, sagt er. Probleme mache nur, wenn ein Ladepunkt mit Parkbuchten für Autos konstruiert worden sei. Da passe ein Sattelzug nicht rein. Also sattelt Wagner seinen Auflieger ab, fährt nur mit der Zugmaschine zum Ladepunkt und sattelt nach dem Laden wieder auf.

Basecap und Smartphone: Tobias Wagner gut gelaunt vor seinem LKW Foto: privat

E-Lkws sind unabhängig von Ölpreisen und -krisen

Wagner spricht schnell und lacht viel. Seine Message ist klar: E-Lkw fahren geht, hilft dem Klima – aus dem Auspuff eines Diesel-Lkws komme „so viel Dreck“ – und lohnt sich auch finanziell. „Speditionen sind unabhängig vom Öl und können sehr günstige Preise anbieten.“

Darüber, dass sie wegen hoher Rohstoffpreise kaum wirtschaftlich arbeiten könnten, klagten in den letzten Wochen viele Speditionen. Die Regierungen der USA und Israels hatten einen Krieg gegen das iranische Regime entfacht, das reagierte mit einer De-facto-Sperre der Straße von Hormus. Rund ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggastransporte gehen normalerweise durch die Meerenge – der Ölpreis schnellte in die Höhe.

Obwohl Deutschland große Teile seines Öls aus anderen Regionen importiert, haben die Mineralölkonzerne die Spritpreise auch an deutschen Tankstellen deutlich nach oben getrieben. Besonders Diesel, der Kraftstoff für die allermeisten fossil betriebenen Lastwagen, wurde verteuert. Am Ostersonntag kostete der Liter in Deutschland 2,44 Euro, wie Daten des ADAC zeigen. Infolge steigender Gaspreise steigen auch die Kosten für den Ladestrom eines E-Lkws, allerdings 2,5-mal weniger als der Dieselpreis. Das hat der Umweltverband Transport and Environment errechnet.

Angesichts dieser Lage schlugen die Speditionen Alarm. Die Preise gefährdeten ihr Geschäft, Insolvenzen drohten. Warum sie nicht einfach E-Lkws kaufen? Laut dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung, dem führenden deutschen Lobbyverband für Lkw-Verkehr, sind E-Lkws in der Anschaffung noch deutlich teurer als vergleichbare Diesel. Und die Ladeinfrastruktur sei noch nicht so gut ausgebaut, dass sich der Einsatz im Fernverkehr lohne.

„Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen“, sagt Tobias Wagner der taz, als er nahe Sundsvall die schwedische Autobahn entlangfährt. Klar, nicht alle Speditionen könnten ihre komplette Flotte elektrifizieren. Einige hätten es probiert und zumindest ein paar E-Lkws angeschafft. Es gebe aber sehr viele Unternehmen, meint Wagner, die gar nichts täten. „Und sie wissen ganz genau, dass die Abhängigkeit von Öl ein Geschäftsrisiko mit sich bringt.“ In einem aktuellen Video nennt Wagner die Diesel-Lkws „Öltimer“. Die klare Botschaft: Diese Karren sind von gestern.

Aus Brüssel kommen gemischte Signale

Schon bevor er bei Nanno Janssen angeheuert hat, hatte Wagner mit E-Mobilität zu tun. Das Start-up, das er 2018 mitgegründet hat, richtet Ladepunkte ein. Einige Jahre nach der Gründung wurde es Wagner langweilig. Ladeinfrastruktur für Pkws hatte er als persönliches Projekt abgehakt. Jetzt wollte er bei der Elektrifizierung des Lastwagenverkehrs dabei sein. Wenn er nicht am Steuer saß, bastelte er zusammen mit einem Softwareentwickler die E-Trucker-App – auf Basis von Daten zu Lkw-Ladeparks, die er ursprünglich für das Laden auf seinen Fahrten sammelte.

Seit Oktober 2025 ist die ETM Elektrotrucker Media GmbH, der Wagner vorsteht, ein eingetragenes Unternehmen zum Vertrieb der App. Die ist an sich umsonst, ein Upgrade mit Managementangeboten lässt sich ETM bezahlen. Wenn Wagner an Raststätten mit E-Lkw-Fahrern ins Gespräch kommt, macht er Werbung für seine App. „Ich verrate meistens gar nicht, dass ich sie entwickelt habe“, sagt er.

Im Jahr 2024 legten Lkws sieben von zehn aller Transportfahrten in Deutschland zurück. Etwa ein Drittel der jährlich rund 144 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen des deutschen Verkehrs geht auf das Konto des Straßengüterverkehrs. Elektrisch fuhren Ende 2025 laut Kraftfahrtbundesamt 2,6 Prozent aller Fahrzeuge im Straßengüterverkehr. Der Anteil spart nach Angaben des Stromversorgers Eon beim Laden mit dem deutschen Strommix schon knapp eine Million Tonnen CO₂ pro Jahr ein.

Einen Schub bekamen die Zulassungen von E-Lkws, als EU-weit CO₂-Ziele für Lkw-Flotten in Kraft getreten sind. Zwischen 2023 und 2025 kletterten die E-Neuzulassungen laut Transport and Enviroment um 68 Prozent nach oben, die Nachfrage nach Diesel-Lkws sank im gleichen Zeitraum um 16 Prozent.

„Ein klarer Wettbewerbsvorteil“

Ähnlich wie bei den Regeln für Verbrenner-Pkws wettern Konservative und Lobbyverbände allerdings gegen die Klimavorgaben. Erst vor wenigen Tagen stimmte der EU-Rat einer Abschwächung der bisherigen Regeln zu. Die CO2-Ziele bleiben bestehen, die Hersteller haben aber mehr Spielraum, sie zu erreichen. Wenn sie in einem Jahr zwischen 2025 und 2029 ihre Emissionsziele unterschreiten, können sie damit spätere CO2-Werte ausgleichen. Die EU-Kommission hatte die Änderung damit begründet, dass der Ausbau der Schnellladeinfrastruktur für Lkws zu langsam vorankomme.

Tobias Wagner sieht das anders. „Einen Elektro-Lkw zu haben, ist heute schon ein klarer Wettbewerbsvorteil.“ Die Technologie werde sich durchsetzen – trotz der schwächeren EU-Regeln.

Europaweit arbeiten viele Trucker unter prekären Bedingungen. Wagner sei „in einer luxuriösen Position“, sagt er. Er könne jederzeit aufhören, als Lkw-Fahrer zu arbeiten. Die nächste Idee hat er schon im Hinterkopf. Auf der IAA Transportation im September will er eine Weltumrundung mit seinem E-Lkw starten, 45.000 Kilometer über fast alle Kontinente – „um auch den letzten Kritiker zu überzeugen“.

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68 Kommentare

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  • Um die berechtigte Skepsis mal mit ein paar Facts zu unterlegen.







    Die Entwicklung von Akkus und Ladeinfrastruktur ist beeindruckend:

    - Demnächst sollen die ersten Megawatt Ladepunkte installiert werden.



    - bereits heute gibt es PKW die mit 900 km Reichweiten ausgestattet sind bei einer praktikablen Ladedauer von nur noch Minuten..Beispiel:







    www.heise.de/news/...hnik-11256073.html







    - zudem befindet sich eine neue Generation von Akkus in der Pipe deren Leistungsdichte sich nochmal verdoppeln soll.







    Zusammen gefasst: der (auch wirtschaftliche) Umstieg auf E-LKWs steht bereits in den Startlöchern. Und da Speditionsfirmen langfristig denken, werden sich auch Kredite in neue Fahrzeuge mit Sicherheit auszahlen.

    Zwar gibt es noch viel zu tun, an der Ladeinfrastruktur, etc. aber Diesel LKW werden ab jetzt zum Auslaufmodell..und zwar schneller als sich das Viele heute vorstellen können..

  • Fernverkehr sieht mir noch zu sehr nach Show als nach Praxistauglichkeit aus.



    Schauen wir uns doch lieber den Verkehr an, der kurzfristig realistischer ist: Unmengen LKW fahren nur kurze Strecken vom Logistikzentrum zum Einzelhandel und zurück. An jedem Stopp gibt es Be- und Entladezeiten und damit auch Zeit, den Akku nachzuladen.



    Wie wäre es denn, wenn wir die einfach lösbaren Aufgaben erst mal lösen würden, statt die schwierigen Fälle für unlösbar zu erklären?

  • Zu diesem Thema lohnt sich mal wieder ein Blick nach China: Ende letzten Jahres war der Marktanteil vollelektrischer LKWs dort bei mehr als 25%. Natürlich wird das massiv von der chinesischen Regierung gefördert. Mal will halt verhindern, dass im eigenen Land erwirtschaftetes Kapital für Ölimporte ins Ausland fließt.



    Solche volkswirtschaftlichen Betrachtungsweisen sind bei uns eher unbeliebt. Offensichtlich möchte unsere jetzige Regierung, dass einige wenige an Öl und Gas verdienen, während "das gemeine Volk" dafür zahlen muss.

    • @Jörg Schubert:

      ...ODER das "gemeine Volk" möchte mehrheitlich nicht so gerne erklärt bekommen, dass es ab jetzt Alles Anders Machen muss, und wählt (das ist so ein Ritual, das wir hier im Gegensatz zu China aller paar Jahre abhalten und das tatsächlich Einfluss auf die Politik hat...) deshalb lieber Parteien, die das auch nicht so drängend sehen.



      Eine polizeistaatliche Diktatur hat dieses Problem naturgemäß nicht. Da wird per ordre mufti "vernünftig" durchregiert, und wer heimlich weiterdieselt, bekommt freundlichen Besuch. Die Bonzen, die die Entscheidungen treffen, können sich dann auch selbst aussuchen, wer sie bestechen darf. Das macht sie objektiver. Sehr erstrebenswert... ;-)

      • @Normalo:

        Genau, und in Deutschland hat man die Freiheit für Propaganda kaufen zu lassen, dass das ja alles gar nichts werden kann mit Elektro und so, undb Technologieoffenheit ist ja sowieso wichtig und eigentlich ist sich Diesel und Benzinpumpe der stabile Wert. Und wenn sich dann überraschenderweise herausstellt, dass man sich in eine Sackgasse manövriert hat, die ja nie jemand hatte absehen können, dann ruft man laut nach dem Staat. Bankenkrise ich hör dir trapsen.

        • @Outis:

          Yep, genau so läuft's. Demmokraite ist Herrschaft des Volkes, nicht der "reinen Vernunft". Kann man schrecklich finden, aber die Altenativen finde ich schrecklicher. Denn Diktaturen sind auch nur in den seltensten Fällen vom weisen "ersten Diener" geführt.

  • Ein LKW ist ein Wirtschaftsinstrument. Seine Durchsetzungschancen stehen und fallen also mit der Frage, ob er sich rechnet (und zwar nicht nur als Werbefläche für die App seines Fahrers). Leider steht genau dazu in diesem Artikel praktisch kein Wort.

    • @Normalo:

      Nicht ganz konkret in €/km, aber es ist zumindest von einem Wettbewerbsvorteil der E-Trucks die Rede.



      Die Hürde sind laut Artikel die hohen Anschaffungskosten und eine - zumindest angenommen - schlecht ausgebaute Ladeinfrastruktur.

      Aber das ist ja genau der Punkt: es hängt eben auch viel vom Sprit- und Strompreis ab.

      Spritpreise sind komplett abhängig von der Angebotslage in anderen Ländern. Und von der Willkür von Staatenlenkern.

      Strompreise könnte man ja z.B. mit eigener Ladeinfrastruktur (Nahverkehr) sogar Firmenintern und langfristig sicherlich günstiger umsetzen.



      Aber Vorleistung/Investition ist halt nötig. Was viele wohl nicht leisten wollen oder können aufgrund sowieso schon knapper Margen, Konkurrenz aus Osteuropa usw. usf. - das übliche eben.



      Und weil man halt nicht weiß wie es so funktioniert in der Praxis. Aber daran arbeitet der gute Mann ja gerade :)

      • @Sonderzeichen:

        Investitionen sind schwierig, nachdem die Ampel den Spediteuren nicht nur die Förderung von Elektro-LKWs gestrichen hat, sondern mit der Erhöhung der LKW-Maut ganz tief in die Tasche gegriffen hat. Wenn das Geld für einen neuen Diesel-LKW fehlt, ist erst recht kein BEV drin.

        • @MK:

          E-LakW sind con der Maut befreit. Ich weiß nicht, warum das nie erwähnt wird. Eingeführt von der Ampel, zuletzt bis 2031 verlängert..

      • @Sonderzeichen:

        "Nicht ganz konkret in €/km, aber es ist zumindest von einem Wettbewerbsvorteil der E-Trucks die Rede."

        Das ist genau was ich meinte: Dass alternative Lösungen meistens (auch) Vorteile haben, kann ich mir auch ohne diesen Artikel zusammenreimen. Und sie aufzuzählen und als möglichst absolut darzustellen, ist natürlich auch der Job eines Vermarkters/ Lobbyisten in eigener Sache, der von dieser Alternative und ihrer Verbreitung lebt. Die Musik aus Anwendersicht liegt aber in der Abwägung dieser Vorteile mit den ( also sämtlichen) Nachteilen, und die findet hier halt allenfalls in einem Maße statt, die den Artikel so gerade nicht als reinen Werbetext dastehen lässt. Wäre ich Spediteur, wäre ich jedenfalls nur sehr marginal schlauer, ob so ein Zischi ("Brummi" passt ja nicht mehr...) für mein Unternehmen eine rentable Idee wäre.



        Ich fand die Information wichtig, dass es LKWs gibt, die tatsächlich 500 km und damit eine "Fahrerschicht" durchhalten. Aber der Rest ist zwar wortreich aber mir zu tendenziös. Mit Old Joschkas Worten: "You've got to make the case. And, sorry, I'm not convinced."

      • @Sonderzeichen:

        Es gibt noch weitere Faktoren. Jede Sekunde, die eine Zugmaschine in der Werkstatt steht, verdient sie kein Geld sondern kostet nur. Bei E-Fahrzeugen fallen Ölwechsel weg, der Bremsverschleiß ist deutlich reduziert. Möglicherweise lässt sich der Reifenverschleiß auch etwas reduzieren, da E-Antriebe präziser regelbar sind.

        • @Jörg Schubert:

          WARUM sollte ein E-LKW weniger Bremsenverschleiß haben als ein Verbrenner ?? 40 Tonnen zum stehen bringen ist immer das selbe ganz egal welcher Antrieb. Bei dem Reifenverschleiß ist es ganz das gleiche.

            • @Mondschaf26:

              Haben Sie ihren Link überhaupt selber gelesen ? Erstens geht es dort um PKW`s, und selbst da wird festgehalten das je schwerer ein PKW ist der Ressourcenverbrauch beim Bremsen sich mächtig erhöht. Und jetzt soll das für einen LKW, der das X Fache wiegt, anders sein ?

          • @Günter Witte:

            Zu solchen Schlüssen kommen immer diejenigen, die vom PKW auf den Lkw schließen.



            Dass ein Lkw keinen E-Antrieb braucht, um "verschleißfrei" bremsen zu können (Stichwort: Retarder) oder mehr Ladezyklen pro Kalendertag über die Batterie jagt, weil er nicht wie ein PKW 5 von 24 Stunden fährt und den Rest der Zeit steht, sondern eher umgekehrt... ist bei solchen Protagonisten oft nicht wirklich bekannt 😎

          • @Günter Witte:

            Beim Reifenverschleiß wäre ich bei Ihnen, aber der Bremsverschleiß reduziert sich wohl schon, weil man einen E-Antriebsstrang effizienter als "Motorbremse" verwenden kann als als ein modernes Dieseltriebwerk.

          • @Günter Witte:

            Da wäre jetzt interessant zu wissen wie Rekuperation im Gegensatz zur Motorbremse beim Diesel wirkt.

        • @Jörg Schubert:

          Dementgegen stehen aber die Kosten die irgendwie nie erwähnt werden: wenn der Akku mal kaputt gehen sollte, handelt es sich quasi um einen wirtschaftlichen totalschaden....

          • @PartyChampignons:

            Batterien sind wesentlich weniger störanfällig und halten länger als jeder fossile Antrieb.

            • @Kahlschlagbauer:

              Batterien, Akkus, haben ihre Ladezyklen, praktisch wie oft man ihn Laden kann. Ist diese Grenze erreicht ist Ende, Sie müssen das Teil auswechseln. Einen Verbrenner Motor, bei sorgsamer Pflege, hält Jahrzehnte, da ist das Auto/LKW außen rum viel eher der Schwachpunkt.

            • @Kahlschlagbauer:

              Was meinen Sie mit "länger"?

              Zeiteinheiten oder Fahrleistung?

              Das Verhältnis zwischen diesen beiden Größen unterscheidet zwischen PKW und LKW sehr deutlich - so manch LKW bringt in der Woche mehr Kilometer auf den Tacho als der eine oder andere Privat-PKW in einem ganzen Jahr...

            • @Kahlschlagbauer:

              Das mag für PKW gelten, deren Motoren auf Platzersparnis und Leistung optimiert und - wie auch PKW-Batterien - auf jährliche Kilometerleistungen in etwa der Größenordnung 15.000 km ausgelegt sind. LKW-Motoren sind da in Sachen Standfestigkeit notgedrungen eine völlig andere Liga, LKW-Batterien im Zweifel aber eher NICHT, denn so vielfältig ist die zugehörige Technologie nicht (bzw. erhebliche technische Änderungen wären wahrscheinlich sehr gewichts- und/oder kostenintensiv).



              Also wäre da aus meiner Sicht schon "Butter bei die Fische" gefragt und nicht nur die apodiktische Feststellung, dass Batterien länger halten.

  • Meines Wissens sind derzeit die E-LKW von der Maut befreit, zumindestens in Deutschland. Soll so lange gelten bis die hohen Anschaffungspreise deutlich gesunken sind. Wahrscheinlich kann nur dadurch ein elektrischer Truck wirtschaftlich betrieben werden.

    • @celcon52:

      Zumindest ist die Richtung klar. Mit jedem Windrad, jedem Solarmodul und jedem Jahr Massenproduktion und Weiterentwicklung von Batterien können die Kosten noch deutlich fallen.



      Die Kosten von Diesel-LKW können langfristig nur noch steigen. Ob mit oder ohne Subvention: Irgend wann ist der Schnittpunkt erreicht. Beim PKW ab Mittelklasse passiert das bereits. Warum nicht auch beim LKW?

  • "...beim Laden mit dem deutschen Strommix..."



    Da haben wir schon den ersten Rechenfehler. Physikalisch korrekt wäre mit Marginalstrom zu rechnen.



    Dass man wg. Akkumasse entweder mehr Fahrten braucht oder das zulässige Gesamtgewicht erhöhen muss, lassen wir lieber unerwähnt. Zu den Auswirkungen erhöhter Achslast siehe [1]: Eine um 10 % erhöhte Achslast erhöht die Straßenabnützung um 46 %.



    [1] de.wikipedia.org/w...erte-Potenz-Gesetz

    • @sollndas:

      Also, dann erkläre ich noch mal die Theorie vom Marginalstrom: Sie besagt, das jeder Mehrverbrauch nur durch Kohlestrom abgedeckt werden kann. Wenn ich also versehentlich das Licht anlasse, ist das ungeplanter Mehrverbrauch. Auf irgend eine magische Weise soll dann wohl der Kohlestrom den Weg in meine Lampe finden.



      Phyikalisch ist das nicht erklärbar. Plausibler ist die Erklärung, dass das fliegende Spaghettimonster da mal wieder seine Tentakeln im Spiel haben muss, de.wikipedia.org/w...s_Spaghettimonster

      • @Jörg Schubert:

        Ich probiere es mal anders herum:



        Wenn Sie Ihren Computer (oder das Licht) ausschalten, verdunkelt sich dann die Sonne oder weht der Wind weniger stark?



        Natürlich findet "der Kohlestrom" nur in Spuren den Weg in Ihre Lampe. Aber er (bzw. der Energiebedarf Ihrer Lampe) verändert die Zusammensetzung des Strommixes, die dann ALLE am Netz hängende Verbraucher zu spüren bekommen. Und deren Summe entspricht dann genau dem Stromverbrauch ihrer Lampe.



        Wenn Sie die dahinter stehende Physik nicht verstehen (wollen?), ist das nicht meine Sache. Die Physik kümmert sich nicht darum.

    • @sollndas:

      Mit Ihrer Physik hapert es schon. Das 4. Potenz-Gesetz ist inzwischen überholt. Es ist das Ergebnis einer einzigen fehlerhaften Studie. Die Verteilung der Achslasten und die Geschwindigkeit spielen eine größere Rolle.

      • @Kahlschlagbauer:

        Na und? Dann ist es eben vielleicht nur die dritte Potenz. Wäre immer noch heftig.



        Und unter die 10 % Mehrbelastung durch zahlreichere Fahrten kommen sie mit keiner wie auch gearteten Rechnung runter. Unsere marode Infrastruktur freut sich.

      • @Kahlschlagbauer:

        Wenn Sie belastbare Belege haben, korrigieren Sie bitte den Wikipediaartikel. Mir scheint er nach dem Lesen, wie meist bei unpolitischen Sachthemen, ausgewogen und gut begründet.

        • @Axel Berger:

          In dem wikipedia-Artikel wird auch Kritik an den Absolutaussagen von 1962 (oderso) geübt. Ob so ein 40-Tonner Mercedes nu 25 (Diesel) oder 22 to (Strom) Nutzlast hat und was das so ökon/logisch für Punkte bringt, sollen schlauere Leute ausrechnen, die des auch noch bezalt kriegen *lol*.

          • @Hugo:

            Das Ziel das AASHO Road Test von 1962 war nie, "Absolutzahlen" zu ermitteln. Es ging um die wirtschaftliche Bemessung eines standfesten Straßenoberbaus. Abweichungen auf die sichere Seite wurden ganz offen toleriert. Dementsprechend bröckeln auch auf unseren Autobahnen die Brücken deutlich häufiger als die Fahrbahn...



            Einflüsse aus dem modernen Fahrzeugbau, wie z. B. bei der weicheren Federung oder auch der Motorisierung (der Tempobegrenzer hat die PS-Begrenzung ersetzt und die Fahrgeschwindigkeit an Steigungen erhöht) konnte man 1962 nicht berücksichtigen. Und auch die Asphaltmischungen wurden seit damals weiterentwickelt. Die temperaturabhängige Zähigkeit und Belastbarkeit von Asphalt wollte man ohnehin nicht berücksichtigen - es ging ja um eine Worst-Case-Betrachtung.

            Selbst wenn Sie heute mit einer Verkehrsprognose und den AASHO-Formeln eine Bemessung eines Straßenaufbaus machen, kommt größere Ungenauigkeit immer noch aus der Verkehrsprognose 😁

  • Leider erwähnen weder Herr Wagner noch die Autorin, wieviel Subventionen für seinen E-LKW geflossen sind.

  • Mich hätte jetzt die Vergleichsrechnung Diesel zu Elektro interessiert. Beim PKW rentiert sich das, ab der Golf-Klasse. Kleinere Wagen ist der Verbrenner finanziell im Vorteil. Bei LKW habe ich kein Gespür. Da wären ein paar Zahlen nett gewesen: Anschaffungskosten Diesel zu E und Verbrauch in Litern und kWh auf 100 km hätten genügt…

  • Gut zu wissen, dass es technisch möglich ist. Zumal sich die höheren Anschaffungskosten beizeiten relativieren, sowohl durch günstigere Betriebskosten als auch durch einen niedrigeren Kaufpreis, wenn Elektro-LKW Standard werden.



    Allerdings sollte man im Blick behalten, dass Herr Wagner derzeit als "Einhorn" durch die Welt reist. Mangels Konkurrenz kann er jederzeit die vorhandenen Ladestationen nutzen und dies nahtlos einplanen. Betrachtet man jedoch die Autobahnraststätten, so sieht man die LKW teils bis zur Autobahn auf den Zubringern stehend, weil sämtliche Parkplätze belegt sind. Wenn diese auch noch alle ihre Fahrzeuge laden wollen, dann müsste die Infrastruktur gigantisch ausgebaut werden. Ob die Stromleitungen das hergeben und die Kosten für den Ausbau finanziert werden, europaweit...?



    Ganz so sicher sehe ich die Verstromung des Güterverkehrs auf der Straße noch nicht als gegeben.

    • @Cerberus:

      ...niedrigere Betriebskosten? Glaube ich kaum, da werden allein schon die Hersteller der E-LKW genügend Sorge tragen.



      Als Beispiel: bringe ich heute meinen 20 Jahre alten Verbrenner in die Werkstatt, muß ich allein für das komplette Auslesen des Fehlerspeichers schon 100€ auf den Tisch des Hauses legen - und natürlich ist dieser Vorgang ausschließlich bei einer autorisierten Fachwerkstatt möglich (Verstoß gegen EU-Bestimmungen - ich weiß, interessiert niemanden).



      Heute kann es sogar passieren, daß die Bordsteckdose keinen Mucks macht, wenn ein nicht vom Hersteller zertifiziertes Gerät eingestöpselt wird. Und das ist nur die kleinste Unannehmlichkeit, die die Bordelektronik auch den Nutzern von E-Autos bereitet (wenn sie nicht schon von vornherein Macken hat...).



      Und wenn tatsächlich der Strom erstmal den Kraftstoff verdrängt hat, werden die Stromanbieter schon wissen, wie sie ihren Riß machen werden.

    • @Cerberus:

      Natürlich geben das die Stromleitungen her.



      Wir nutzen Strom mit hohem Wirkungsgrad, um Benzin und Diesel mit schlechtem Wirkungsgrad herzustellen. Diese ganze Strom, der für die Produktion benötigt wird, um den Wirkungsgrad schlechter zu machen, kann für Nutzfahrzeuge genutzt werden.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Dann müssen wir aber erst noch etliche Megawattstunden Strom zur Herstellung von Benzin und Diesel verbraten, um die zäheste Fraktion zu bekommen. Nämlich für die Herstellung von Asphalt, um die Flächen zu befestigen, auf denen die LKW zum Laden stehen.

        Selbst wenn man das auf vorhandenen Rastplätzen u. ä. machen will: Die Ladestationen und Kabel, die das angeblich aushalten, sind dort noch nicht installiert. Und wenn man die Kabel verbuddelt hat, sollte man ja wieder eine brauchbare Fahrbahn herstellen...

      • @Troll Eulenspiegel:

        Ich bin ja großer E-Auto-Anhänger. Aber die Leitungen sind nicht ganz trivial. Wenn ich gerade richtig gelesen habe, laden die LKW mit 1200kw und zwar halbwegs konstant. E-Autos kommen (bei wenigen Modellen) auf ca. 400kw und das nur die ersten 5 Minuten. Das heißt zehn LKW, die gleichzeitig laden, ziehen soviel Strom, wie 30 PKW mit "Spitzentechnologie", die dann auch noch gleichzeitig beginnen müssen. Das heißt nicht, dass man das nicht hinbekommt. Auch um die Kosten mache ich mir begrenzt Sorgen. Aber es kostet halt Zeit.

        • @Strolch:

          Auch BYD kommt bei der neuen Blade 🔋 auf 1000 kWh maximale Ladegeschwindigkeit.



          .



          Die Ladeinfrastruktur ist absolut nicht trivial, gerade bei LKWs.



          Diese wird nicht ohne Puffer vor Ort umsetzbar sein. Macht BYD bei den eigenen Ladestationen auch. 🔋 vor Ort laden und mit dieser dann die Fahrzeuge.



          .



          Entlastet das Netz, gleicht Schwankungen aus und verringert den Bedarf im Netzausbau. Eine Mammutaufgabe ist es dennoch.

          • @sociajizzm:

            "Diese wird nicht ohne Puffer vor Ort umsetzbar sein."



            Jetzt auch noch Zwischenspeicher. Wo Akkus sowieso schon das Teuerste an der ganzen Energiewende sind...



            Wächst das Geld auf Bäumen?

          • @sociajizzm:

            Auch wenn wir jetzt abdriften: Der BYD ist aber noch nicht zu kaufen und wird wahrscheinlich eine 100kwh Batterie oder kleiner haben. Was hat ein LKW 600kwh? 800? Im Artikel fehlen leider alle Zahlen. Der Byd zieht daher die Leistung nur 5-6 Minuten. Dann muss man das Auto wieder abstöpseln und weiter fahren und der nächste muss einparken. Dauert sicher auch 3 Minuten. In dieser Zeit lädt keiner und der Pufferspeicher wird geladen. Mir ging es vor allem darum, dass die GLEICHZEITIG benötigte Leistung bei LKW höher ist. In der Pufferzeit kann man sicher genug Strom wieder in Zwischenakkus packen, beim LKW wird das aufgrund der Akkugröße nicht so einfach klappen.

        • @Strolch:

          Sie haben recht: die Leitungen sind nicht trivial. Aber leichter und billiger zu bauen als z.B. Pipelines. Es gibt auch einiges an Technologie, das mehr Strom durch existierende Leitungen schieben kann (reconductoring).

          • @Kahlschlagbauer:

            "...das mehr Strom durch existierende Leitungen schieben kann (reconductoring)."



            Da scheinen Sie etwas missverstanden zu haben:



            "Reconductoring is the replacement-in-place of existing transmission lines with higher-capacity lines." [1]



            Also Ersatz von "existierenden Leitungen" durch stärkere auf bestehenden Trassen. Was z.B. bei Erdkabeln auf vollständigen Neubau hinauslaufen dürfte.



            [1] en.wikipedia.org/w...ced_reconductoring

  • So viele hingeworfene Zahlen und nicht eine darunter, mit der man sinnvoll rechnen könnte. Nehmen wir einmal an, die Reichweite wäre gleich (ist sie m.W. nicht, 600 km klingen nach Witz, Google nennt 2000 bis 3000 km als typisch), dann müßten E und Diesel gleich oft tanken. Die nötige Anzahl an Zapfsäulen ist der Kehrwert der Tankdauer und wie der Text sagt beträgt der jeweilige Flächenbedarf einen ganzen Lastzug. Aber egal, zwei bis drei neue "Sondervermögen" werden es richten und der Strom kommt aus der Steckdose.

    • @Axel Berger:

      Man kan in einer LKW-Fahrer-Schicht - 10 Stunden - etwa 600 km Autobahn fahren. Wenn grade kein Stau ist.



      Nach 4,5 Stunden muss er ohnehin Pause machen für 45 min.



      Also steht der LKW und ob da jetzt eine Ladesäule noch hingebaut wird ist für den von Ihnen erwähnten Flächenbedarf unerheblich.



      Der Transport und die Erzeugung von Erdöl und Diesel verschlingt reichlich Energie. Die Erzeugung von Strom in dezentralen Wind- und Solaranlagen ist wesentlich effizienter und in Zeiten von Sabotagen auch sicherer. Auf den letzten Entwicklungsmetern sind Großbatterien, sofern Frau Reiche diese nicht auch noch stoppt. Deshalb - Ja der Strom kommt aus der Ladesäule.

    • @Axel Berger:

      LKW-Fahrer müssen nach 4,5h eine Zwangspause von 45 Minuten machen. Bei 90 km/h (die fahren immer ein wenig schneller als erlaubt) wären dann 405km gefahren. Der LKW kann dann geladen werden und braucht soviel Platz, wie der Diesel LKW beim rumstehen. Bei 600km Reichweite wäre das schon praktikabel. LKW mit zwei Fahren (so dass die Pause entfällt) sind selten anzutreffen.

      Ich stimme Ihnen aber zu: Ein paar mehr Zahlen hätten dem Artikel nicht geschadet. Insbesondere zu den finanziellen Eckdaten: Anschaffungskosten und Verbrauch.

      • @Strolch:

        "LKW mit zwei Fahren (so dass die Pause entfällt) sind selten anzutreffen."

        In der Realität oder auf dem Papier (bzw. der Plastik-Fahrerkarte)? 😎

        Vor allem im Wechselbehälterverkehr wird laut Kontrollergebnissen viel im Stafettenverkehr mit Fahrerwechsel gefahren... 😇

  • Krise als Chance.







    Hr. Wagner hats schon mal begriffen..gut so.!!

  • "Wagner sei „in einer luxuriösen Position“, sagt er. Er könne jederzeit aufhören, als Lkw-Fahrer zu arbeiten."

    Das ist vermutlich der entscheidende Unterschied zu den anderen. Die können es sich nicht leisten, wenn so etwas nicht klappt. Und die Chancen für ein Scheitern sind nicht so schlecht, denn dieses "Nehmt doch Strom statt Diesel" hört sich in meinen Augen schon sehr nach Marie Antoinettes angeblichem Ausspruch "Sollen sie doch Kuchen essen" an. Schließlich ist Elektrizität die hochwertigste Energieform, welche zu einem erheblichen Teil aus fossilen Energieträgern gewonnen wird.

    • @XXX:

      Das Argument würde passen, wenn es ums Heizen ginge. Beim Fahren wird aber hochwertige mechanische Energie benötigt. Dafür ist Strom besser geeignet als die Umwandlzng mittels Wärmekraftmaschine. Wir benutzen ja bisher nur deshalb Verbrennungsmotoren mit schlechtem Wirkungsgrad, weil es bisher nicht gut möglich war, große Mengen elektrischer Energie zu speichern.

      • @Francesco:

        Wirklich große Mengen in transportabler Form zu speichern ist immer noch nicht wirklich gut möglich - fragen Sie mal die Baumaschinenhersteller. 😉

        Die garantieren Ihnen eine Einsatzdauer von drei bis fünf Stunden, wenn Sie länger arbeiten wollen, müssen Sie das Gerät per Kabel direkt an die Ladestation anschließen und können den Akku gleich weglassen...

        Als sinnvolle Akkumassen für vollschichtiges Arbeiten nennt einer dieser Hersteller - je nach Maschinentyp - Akkumassen von 50 bis 240 Tonnen. Wenn man das als 'gut möglich, große Mengen elektrischer Energie zu speichern' bezeichnen will... 🙃

        • @FriedrichHecker:

          Vielleicht machen wir einen Schritt nach dem anderen. Vor 10 Jahren wurde behauptet, dass das alles beim PKW nicht geht. Jetzt geht es bei den LKW nicht und morgen bei den Baumaschinen. Auch Traktoren sind schwierig, da das Gewicht den Boden verdichtet. Aber dies Probleme lösen wir in zehn Jahren. Die PKW von heute sind doch auch anders als die vor 50 oder 100 Jahren. Ich finde immer einen Punkt, um alles zu zerreden. Und die 100% Lösung ist immer 9x schwieriger als die 90% Lösung. Aber wenn wir bei 90% sind, ist das wichtigste geschafft.

          • @Strolch:

            "Aber dies Probleme lösen wir in zehn Jahren."

            Lassen Sie mich überlegen, wann und wo ich das zum ersten Mal gehört habe...

            Stimmt, das war ein namhafter Hersteller, der uns (eine Studentengruppe auf Exkursion) eine vollelektrische Maschine für den Einsatz unter Tage präsentiert hat - "natürlich" kabelgebunden - und von den Vorzügen bezüglich Maschinenlärm und Abgasen vorgeschwärmt hat, die man auch auf innerstädtischen Baustellen voll ausspielen kann, wenn in ein paar Jahren die Akkutechnik soweit ist. Das war vor rund 35 Jahren 😜

            • @FriedrichHecker:

              Nein, da irren Sie sich. Das haben Sie bei Tesla gehört, dass das bei Autos nicht geht. Da haben das alle gesagt. Aber ganz kurz: Bei LKW geht es mitterweile, wie man sieht. Nicht ideal, aber es geht. Und es wird aktuell vermutlich das 1000 bis 10.000 fache an Geld in die Batterie-Forschung gesteckt, wie vor 35 Jahren.

        • @FriedrichHecker:

          Es geht also um sinnvolle Logistik für den jeweiligen Anwendungsfall...

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Speditionen richten sich längst selbst ihre Ladehubs ein. Haben ihre Routen, wissen wo sie was brauchen. Was hier wieder so alles geglaubt und vorgestellt wird.

  • Sicher ein geschickter Lobbyist in eigener Sache, aber im Prinzip hat er recht. Spätestens wenn die aktuellen Betriebskosten großflächig einen echten Eingang in die Kalkulationen gefunden haben, werden große Spedition „umsatteln“. Das wiederum wird das Preisgefüge nachhaltig verändern. Wenn man dann noch bedenkt, dass gerade Logistikunternehmen in der Regel über große Flächen zur solaren Eigenstromversorgung verfügen, könnten da noch ganz neue Geschäftsmodelle beim Einsatz von E-Trucks entstehen.

    • @vieldenker:

      Ich stelle mir gerade den Rückstau vor, der vom Rastplatz bis auf die Autobahn reichen wird, wenn die rein mit Batteriestrom betriebenen LKW laden - denn daß jedem LKW eine Ladestation zur Verfügung gestellt wird, kann ruhig als utopisch angenommen werden.



      Und Wasserstoff wurde nicht zuletzt von der "nur Batterie-Auto"-Lobby gegen den Rat von Experten, die wasserstoffbetriebene LKW als die beste Alternative zum Diesel nachgewiesen hatten, erfolgreich totgeredet.



      Nur: ein LKW, der nicht rollt, verdient kein Geld. Spediteurs-Basic.

      • @Frank Frey:

        Alles eine Frage der richtigen Logistik, würden die Fachleute dazu sagen. So wie heute kein LKW mehr auf einer Pferdekutsche aufbaut, so werden auch die E-Trucks nicht mehr zwangsläufig an wenigen zentralen Autobahntankstellen „aufgetankt“ werden müssen. In der Praxis wird es mit Sicherheit nicht zu mehr Verzögerungen und längeren Aufladestopps in Serie kommen..

        • @vieldenker:

          Nun, die Praxis sieht bislang so aus, daß man - je nach Größe des Logistikzentrums - also mindestens so viele Ladestationen vorhalten muß, wie im Durchschnitt LKW diese anlaufen. Schon bei nur 20 Rampen und nochmal 20 Parkplätzen muß also die entsprechende Infrastruktur vorgehalten werden, um einen einigermaßen reibungslosen Ablauf zu garantieren, und da in diesem Business time money ist, werden bei den knappen Umschlagzeiten nur die wenigsten LKW genügend Kapazität laden können. Natürlich unter der Prämisse, daß die Betreiber der Zentren in der Lage und willens sind, die Kosten dafür aufzubringen.



          Abgesehen davon, daß sich mittlerweile halb Osteuropa in Deutschland tummelt - und ich bezweifle stark, daß die jetzt alle auf E-LKW umsteigen. Was angesichts der Mammutaufgabe, D auf flächendeckende E-Mobilität möglichst bis gestern umzustellen, vielleicht sogar erstmal ein Vorteil sein mag.

      • @Frank Frey:

        Mit Wasserstoff als Treibstoff kommen Sie nicht weit. Das wird nicht totgeredet, sondern zeigt in jeder Anwendung, wie teuer, schwierig, und ineffizient es ist. Der Wirkungsgrad von der Elektrolyse zum Wasserstoff und dann wieder zurück zur Elektrizität ist im 20 bis 30% Bereich. Und die Speicherung, Leitung und Verteilung von Wasserstoff ist so schwierig und teuer, daß sich viele neue Stromleitungen vorher rentieren würden. Wasserstoff ist ein teurer Umweg.

        • @Kahlschlagbauer:

          Mit Wasserstoff ist es ähnlich wie mit dem Fusionsreaktor. In fünfzig Jahren wird er überall sein. Jedenfalls wird das seit fünfzig Jahren so gesagt ;-).

  • Soweit ja lobenswert. Trotzdem wäre es m.E. deutlich sinnvoller, viel mehr Güterverkehr wieder per Schiene zu transportieren. Wenn die mal wieder funktionieren sollte...

    • @1Mj3tI39F:

      Das eine würde das andere ja nicht zwingend ausschließen.



      Langstrecke auf die Schiene und Kurzstrecke auf E-Laster.



      Es gäbe viel Möglichkeiten man muss nur wollen und alle mitziehen.

  • Gut, einer muss ja mal anfangen.