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Was tut mir gut, und warum? Kinder an der Berliner Berthold-Otto-Schule, die sich eine Glücksschule nennt Foto: Doro Zinn

Glück als SchulfachKann man Glück lernen?

Es steht schlecht um die psychische Gesundheit von Schüler*innen. Einige Hundert Schulen in Deutschland haben deswegen ein neues Fach eingeführt.

T heos Hund macht glücklich. Da sind sich die 13 Fünft­kläss­le­r*in­nen der Berliner Berthold-Otto-Schule einig. Dicht gedrängt stehen sie in der Mitte ihres Klassenzimmers und rufen aufgeregt durcheinander. Die Spielregeln an diesem Donnerstagnachmittag sind einfach: Alle stehen im Kreis, wer einer Aussage zustimmt, macht ein paar Schritte in Richtung Mitte. „Was macht ihr als Klasse gerne?“, hatte ihre Lehrerin Ulrike Kunze zuvor gefragt. Kletterfangen, also Fangen auf dem Klettergerüst, Draußensein und Videospiele waren hoch im Kurs. „Und was macht dich persönlich so richtig glücklich?“, lautete die nächste Frage. Entspannen, Sammelkarten, Fußball. Aber für nichts gibt es so viel Zuspruch wie für Theos Hund.

Die Berthold-Otto-Schule, eine staatlich anerkannte Privatschule in einer wohlhabenden Gegend im Westen Berlins, nennt sich seit 2023 „Glücksschule“. Ulrike Kunze, eigentlich Lehrerin für Deutsch und Gesellschaftslehre, und eine weitere Kollegin wurden von einem darauf spezialisierten Institut zu sogenannten Glückslehrkräften ausgebildet. Zwei Stunden pro Woche sind in der Grund- und Oberschule für das Fach „Glück“ reserviert, unterrichtet wird es in der dritten, fünften und siebten Klasse.

Ob seelische Gesundheit mehr Platz im Lehrplan braucht, ist keine Frage, die sich nur an Privatschulen mit besserverdienender Elternschaft stellt. Dutzende Studien bestätigen, dass psychische Herausforderungen unter Kindern und Jugendlichen zunehmen. Die meisten der mehreren Hundert Schulen, die Glück als Wahlfach oder Arbeitsgemeinschaft anbieten, sind staatlich.

Wie geht es Kindern wirklich?

Initiiert wurde das Fach 2007 von Ernst Fritz-Schubert, damals Direktor einer Heidelberger Schule. Seine Beobachtung: Klassischer, leistungsorientierter Unterricht habe die Frage aus dem Blick verloren, wie es den Kindern eigentlich gehe. Und was Schule dafür tun kann, damit sie sich wohler fühlen. Er gründete 2009 das Fritz-Schubert-Institut in Heidelberg, das Methoden zur Persönlichkeitsforschung erforscht und Seminare und Fortbildungen zum Thema gibt. Mehr als 5.000 Leh­re­r*in­nen wurden dort schon zu Glückslehrkräften ausgebildet.

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Kann man Glück also lernen? Und falls ja: Haben Schulen die Aufgabe, es Kindern beizubringen?

Dass Hunde glücklich machen, denken an der Berthold-Otto-Schule nicht nur die Fünftklässler*innen. Im Flur der Schule hängen Fotos der Schulhunde Matti und Smilla. „Seelentröster“ steht daneben. Auch die Grundsätze für den Unterricht kann man auf großen Tafeln an der Wand lesen: Angstfrei. Fächerübergreifend. Alltagsbezogen. Draußen toben Kinder auf einem weitläufigen Hof, der an einen kleinen Wald grenzt. Es gibt Fußballtore, einen Kiosk, den die Schü­le­r*in­nen selbst betreiben, und eine Bühne, auf der Theateraufführungen stattfinden. Zwischen Blumenbeeten liegt ein Klassenzimmer im Freien, wenige Meter daneben führt eine Treppe hinunter in die Holzwerkstatt. Ein Schulplatz hier kostet 220 Euro im Monat, für einkommensschwächere Familien reduziert sich der Beitrag auf 98 Euro, in Einzelfällen zahlen auch die Jugendämter.

Die pädagogischen Prinzipien gehen auf Berthold Otto zurück, den Gründer und langjährigen Leiter der Schule. Sein Ansatz: Unterricht solle sich an den Fragen der Kinder orientieren und die Gemeinschaft fördern. „Der Glücksunterricht passt da ziemlich perfekt ins Konzept“, sagt Maike Szymanowski, die das Fach an der Schule auch unterrichtet. Wichtig sei ihr, den Kindern Raum zu geben, sich mit sich selbst, ihren Gefühlen und der Gruppe zu beschäftigen.

Die Lehrerin Ulrike Kunze während des Unterrichts im Schulfach Glück Foto: Doro Zinn

Wie der Glücksunterricht konkret aussieht, hängt von der Jahrgangsstufe und auch von der Stimmung der Schü­le­r*in­nen ab. Einen festen Lehrplan oder benotete Prüfungen wie in anderen Fächern gibt es nicht. „Niemand soll mit Leistungen trumpfen müssen“, sagt Maike Szymanowski. Es geht um das Miteinander. Häufig entscheidet sie spontan, welchen Themen sie wie viel Raum gibt. Wenn etwa Mobbing in einer Klasse auftritt, dient der Glücksunterricht als Rahmen für Gespräche. Wenn draußen zehn Zentimeter Schnee liegen und die Schü­le­r*in­nen schon in der Pause begonnen haben, gemeinsam ein Iglu zu bauen, dann dürfen sie im Glücksunterricht damit weitermachen.

Wir neigen dazu, negative Gefühle stärker zu gewichten als positive

Im Zentrum steht die Entwicklung sogenannter Lebenskompetenzen. Jüngere Schü­le­r*in­nen sollen lernen, achtsam zu sein, beschäftigen sich etwa mit Geräuschen und Geschmäckern und fragen sich, was ihnen und der Gemeinschaft guttut und warum. Ältere lernen verschiedene Gefühle zu benennen und zu verstehen, auch unangenehme wie Wut oder Trauer. „Wut ist wichtig, weil es uns zeigt, dass eine Grenze überschritten wurde“, sagt Szymanowski. Selbst ihre Dritt­kläss­le­r*in­nen wüssten das schon ganz genau. Im Glücksunterricht solle man solche Gefühle nicht loswerden, sondern lernen, wie man mit ihnen umgehen kann.

Das Institut in Heidelberg, das den Glücksunterricht initiiert hat, und sein Gründer Ernst Fritz-Schubert polarisierten von Anfang an mit ihrem Ansatz. Er sei esoterisch, gutgläubig, und seine Konzepte ließen sich nur in privilegierten Kontexten umsetzen, entgegnen einige Lehrkräfte, Bil­dungs­for­sche­r*in­nen und Psycholog*innen. Auch bezweifelt so manche Kritikerin, dass Lehrkräfte ausreichend auf die Themen vorbereitet seien, mit denen die Schü­le­r*in­nen sie konfrontieren könnten. Religionspädagogin Simone Hiller etwa kritisiert, das Konzept sei zu individualistisch gedacht.

Viele andere Ex­per­t*in­nen unterstützten Fritz-Schuberts Theorien, so auch Alex Bertrams, Professor für Pädagogische Psychologie, der bereits 2011 in einer Studie mit mehr als 100 Schü­le­r*in­nen zu dem Ergebnis kam, dass sich das subjektive Wohlbefinden der Kontrollgruppe nach einem Jahr Glücksunterricht deutlich gesteigert habe.

„So, meine Lieben, den ganzen Kladderadatsch machen wir ja nicht umsonst!“, sagt Ulrike Kunze und klatscht einmal in die Hände. Die Kinder rufen laut durcheinander, in anderen Klassenzimmern hätte so mancher Schüler wahrscheinlich schon eine Strafarbeit bekommen. Kunze ermahnt sie nicht und steigt stattdessen häufig in die Gespräche der Kinder ein. Zum Beispiel als die Klasse heiß diskutiert, ob Hertha BSC oder Union Berlin nun die bessere Mannschaft sei. „Ganz klar Union“, sagt Kunze und grinst.

Das Gefühl von Zugehörigkeit ist wichtig für das persönliche Glück Foto: Doro Zinn

Vorne an der Tafel bringt sie den sogenannten Klassenglücksbaum an. Auf ausgeschnittene Papierherzen schreibt sie, bei welchen genannten Aktivitäten und Dingen die Kinder besonders euphorisch wären, und heftet sie nach und nach an den Baum. Solche Übungen sollen die Aufmerksamkeit gezielt auf positive und stärkende Erfahrungen lenken, erklärt sie später.

Gut geschmierte Rädchen des Kapitalismus?

Die Neigung, negative Erlebnisse und Gefühle stärker zu gewichten als positive, heißt in der Forschung Negativity Bias. Zugleich legen Studien aus der Positiven Psychologie nahe, dass bewusst wahrgenommene positive Erfahrungen einen großen Einfluss auf die soziale Entwicklung haben können.

Schulen wie die australische Geelong Grammar School integrieren solche Ansätze deshalb seit Jahren systematisch in ihren Unterricht. „Flourishing“ nennen sie ihr Konzept, auf Deutsch: „Gedeihen“. In einer australischen Studie mit über 1.000 Teilnehmenden wurde festgestellt, dass die mentale Gesundheit im Jugendalter mehr als ein Jahrzehnt später noch Einfluss hat. Und das nicht nur auf individuelle Faktoren wie beruflichen Aufstieg, sondern auch auf gemeinschaftliche wie ehrenamtliches Engagement.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Dass es bei Glück um Selbstoptimierung gehe, ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Der Vorwurf: Wer Menschen zu optimal ausbalancierten Individuen erzieht, die unter allen Umständen ausgeglichen und zufrieden sind, schafft eigentlich nur sich perfekt drehende Rädchen für den Kapitalismus – Leute, die sich auf sich selbst statt auf die gesellschaftlichen Umstände konzentrieren.

„Es geht explizit nicht darum, mit Dankbarkeit oder toxischer Positivität eine Depression zu heilen“, sagt Gina Schöler. Die Kommunikationsdesignerin hat 2012 das „Ministerium für Glück und Wohlbefinden“ gegründet. Ein Bildungsprojekt, das Erkenntnisse aus der Glücksforschung in Workshops, Kampagnen und andere Formate übersetzt. Ziel ist es, Menschen dazu anzuregen, sich mit ihrer mentalen Gesundheit auseinanderzusetzen.

Akzeptanz und Aktionismus

Dafür hat sie eine Art Leitprinzip entwickelt, das sie „Akzeptanz und Aktionismus“ nennt. Negative Gefühle oder Probleme sollten immer ernst genommen werden und es gehe nicht darum, sie loszuwerden. Stattdessen lautet die Frage: Wie kann ich positiver in die Welt hinein wirken? Und was gibt mir dafür Kraft und Energie? Worin sich Forschung und Praxis einig sind: Soziale Gemeinschaften und Beziehungen sind die wichtigsten Faktoren für dieses Gleichgewicht.

Zurück im Klassenzimmer verschwimmen gegen Ende des Spiels zunehmend die beiden Fragen des Nachmittags: Was mögen wir als Klasse? Und was macht mich selbst glücklich? Für viele Fünft­kläss­le­r*in­nen scheinen sie eng miteinander zusammenzuhängen. „Graffiti“ schlägt ein Kind vor. Einige Mit­schü­le­r*in­nen machen Schritte nach vorne, Paul bleibt stehen. „Aber du hast doch sogar einen Graffiti-Pulli an, du magst das doch!“, sagt eine Mitschülerin empört. Paul guckt den bunten Schriftzug auf seinem Pulli an, fängt an zu schmunzeln und sagt dann: „Ja, du hast schon recht.“ Was Glück bedeutet, darauf kommt man eben nicht immer allein.

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48 Kommentare

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  • Viele Schulen machen Kinder und Jugendliche unglücklich. Hauptgrund ist, dass die Strukturen dieser Schulen an den Kindern und ihren Eltern vorbeikonstruiert sind, dass die Hauptrolle nicht die Kinder und Jugendlichen spielen, sondern die Lehrer, die Behörde und die Schulleitung. Wer Schulen konsequent gegen die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen aufbaut, der zwingt die Kinder in endlose Disziplin, der setzt die Elternhäuser dieser Kinder und Jugendlichen unter Druck und an dem gehen viele Kinder kaputt. Dazu kommt noch eine unklare Linie der Lehrer, die dann obendrauf Sozialarbeiter und Schulbegleiter holen, obwohl es einfach an Klarheit mangelt. Deswegen ist die Idee eines Fachs Glück am Ende Augenwischerei. Die Kinder werden in der Schule nicht unglücklich, weil sie von Glück keine Ahnung haben, weil sie das lernen müssen, sondern weil die Verhältnisse dort zu Druck, Stress, Konflikten und Enge führen.

    • @Andreas_2020:

      Kluge und realistische "Auswege aus dem Unglück" (also umgekehrt betrachtet) sind aber per se auch ein denkbar praktikabler Ansatz, die Strukturen aufzubrechen, die Sie trefflich adressiert haben.



      Der Prozess geht in die richtige Richtung.



      Die Geschichte, also woher wir kommen, ist auch einer differenzierten Betrachtung wert:



      www.spiegel.de/leb...gen-a-1120949.html

      • @Martin Rees:

        @Martin Rees



        Einen sehr lesenswerten Artikel vom Spiegel haben Sie uns verlinkt ! 👍 Gerade der Bezug von Kaiser & Führer zeigt deutlich, um was es an unseren öffentlichen Schulen & Universitäten oftmals auch heute noch, im Interesse der Regierenden auch geht. - das Zauberwort lautet :



        " Staatskonformität "....

  • Natürlich ist Glück auch immer eine Einstellungssache (halb voll oder halb leer trifft es schon ganz gut). Aber es kann Schicksalsschläge geben, die ein Glück zerschmettern. Mit Kapitalismus oder nicht hat das rein gar nichts zu tun. Sicher gibt es aber auch in Nordkorea oder Afghanistan glückliche Menschen, die sich darüber freuen, täglich (echte oder vermeintliche) Feinde des jeweiligen Systems eliminieren zu dürfen...

    • @Volker Scheunert:

      Mit dem Kapitalismus hat das eine Menge zu tun. Er erzeugt zunehmend Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und Zukunftsängste. Der heutige Kapitalismus der zum Selbsterhalt zunehmend autoritäre Strukturen fördert, vergiftet insgesamt das gesellschaftliche Klima, in denen sich Kinder und Jugendliche zurechtfinden müssen.

      • @Andreas J:

        Also: Die glücklichsten Menschen leben nach wie vor in den nördlichen Ländern Europas: Finnland, Island und Dänemark. Dann kommt Costa Rica, nachfolgend Schweden, Norwegen und die Niederlande? Wenn Sie mir nun verraten würden, in welchem der hier aufgeführten Länder KEIN Kapitalismus herrscht, dann würde ich Ihnen zustimmen. Ansonsten ist ihr Argument nichts anderes als die Überstülpung eigener Ideologie auf ein wahlloses gewähltes Themengebiet... (p.s.: Was die reine Arbeitszeit angeht, arbeiten die Menschen in Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen übrigens ALLE durchschnittlich mehr, als die BürgerInnen in Deutschland)

        • @MarsiFuckinMoto:

          Es geht um Deutschland, in dem eine neoliberale Form des Kapitalismus herrscht. Die nördlichen Länder sind gemeinwohlorientierter, was die Zufriedenheit der Bevölkerung steigert. Andere Länder haben auch keine so hohe Teilzeit bzw. Minijobquote, die die Statistik verzerren. Laut Statistischen Bundesamt lag, zwischen 2014 und 2024, die Wochenarbeitszeit bei Vollbeschäftigten bei 41,3 Stunden . Damit liegen wir vor den Nördlichen Ländern. Die Frage in welchen dieser Länder kein Kapitalismus herrscht ist überflüssig, da es global kaum solche Länder gibt. Kapitalismus ist das dominante Wirtschaftssystem.

      • @Andreas J:

        Mir hat ein alter Mann in einem noch recht "einfachen" Dorf auf dem chinesischen Land erzählt:



        "Wir hatten immer, was wir brauchten. Essen, trinkbares Wasser, Kleidung, ein Dach über dem Kopf, gute Nachbarn, niemand fühlte sich arm.



        Dann ging ein junger Mann in eine Großstadt arbeiten und kam mit einem Moped und einem Radio zurück - von dem Augenblick an waren alle anderen arm."



        Nichts gegen Wohlstand, Sicherheit und einen gewissen Komfort, aber Sie beschreiben das gesellschaftliche Klima sehr treffend - es liegt daran, dass die Gier-Skala nach oben offen ist.

      • @Andreas J:

        Dann schauen Sie sich mal an, wo die Menschen am glücklichsten sind:



        www.tagesschau.de/...icht-2026-100.html

        • @Volker Scheunert:

          Dann haben sie den Artikel auch sicherlich bis zum Ende gelesen. Die Finnen sind glücklicher, weil ihr Staat hohen Wert auf das Gemeinwohl legt und die Menschen sich sozial sicher fühlen. Ein sehr gutes Bildungs- und Gesundheitssystem für alle haben. Der Staat ist für den Bürger da. Alles Dinge wovon wir uns immer weiter entfernen, zu Gunsten einer neoliberalen Wirtschaft.

  • 🍀 SEHR GUT 👍



    NOTE EINS + für diese Schule & Frau Ulrike Kunze selbstredend auch.



    Klug - was der Paul da prima erkannt und gesagt hat - also ne' 1 ++



    Bleibt und werdet noch glücklicher an dieser tollen Lebensschule - viel Glück dabei - ihr seid auf dem richtigem Weg. 🍀

    Für alle Mitmenschen, die noch nicht verstanden haben, um was es hier & im Leben wirklich geht, sei das Buch von Francois Lelord " Hectors Reise : oder die Suche nach dem Glück " , zur unbedingten Lektüre empfohlen.



    Beste Erkenntnisse & Bereicherung für's eigene ICH - garantiert 👍

  • "Theos Hund macht glücklich."



    ...des Glückes Schmied...



    Jedoch - gemeinsam geht's besser.



    Btw:



    taz.de/Nachruf-auf...&s=Nachruf%2BHund/

    Menschen, die Angst vor Hunden



    hatten, verloren sie in seiner Gegenwart.

  • Für dieses neue Schulfach kann man sicher noch eine Stunde Mathe oder Deutsch abzwacken.

  • Wenn wir wieder mehr Wachstum haben werden wie auch wieder glücklicher. Oder etwa nicht?

  • Glück ist, in eine wohlhabende Familie geboren zu sein, die einen in eine gut ausgestattete Privatschule schickt.

    • @CarlaPhilippa:

      Das ist eine sehr traurige Vorstellung von Glück die sie haben

    • @CarlaPhilippa:

      Geld und wohlhabende Eltern machen nicht automatisch glücklich. Schulsozialarbeiter an Gymnasien beschäftigen sich regelhaft mit sehr unglücklichen Kindern, die von ihren Eltern regelrecht auf theoretisches Lernen getrimmt werden, bis das Eltern-Kind-Verhältnis darunter leidet. Auch reiche Leute lassen sich scheiden und stehen unter Stress, vernachlässigen manchmal die Kinder und erzeugen Konflikte und Druck. Andersherum macht arm auch nicht glücklich und eine nachhaltige Armut, die vererbt wird, macht zum Teil unglücklich und engt Kinder und Jungendliche ein. Aber das macht das Gegenteil nicht zur Lösung oder Rettung.

    • @CarlaPhilippa:

      Geld macht nicht glücklich - aber kein Geld erst recht nicht ...

  • "Was Glück bedeutet, darauf kommt man eben nicht immer allein."



    Ganze Regalwände füllt die Sachbuch-Literatur zum Thema, obwohl Lesen allein schon glücklich machen kann, bei Romanen und auch bei Comics.



    Viele Hobby-Gärtner*innen sagen dasselbe von ihren Anstrengungen für das Gedeihen der Flora.



    Und die Fauna? Natürlich spielen gelehrige Haustiere, die auch in Therapien eingesetzt werden können, eine zentrale Rolle, aber nicht nur.



    Die Beobachtung der Tierwelt kann sehr wohl Glücksgefühle auslösen, schon im Park oder im kleinen Schulgarten, an Nistkästen oder Insektenhotels, an Futterstellen oder bei dem Schauspiel der Zugvögel.



    Nicht nur im übertragenen Sinne sind Metamorphosen ein Grund für Staunen und auch Glück.



    Nicht umsonst spricht man von Schmetterlingen im Bauch.



    Viele kennen noch die verschiedenen Bezeichnungen für Maikäfer, falls nicht:



    /



    www.abendblatt.de/...er-und-Kaiser.html

    • @Martin Rees:

      Glücksgefühle beim Beobachten der Tierwelt…



      „Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum



      still und verklärt wie im Traum.



      Das war des Nachts elf Uhr zwei.



      Und dann kam ich um vier



      Morgens wieder vorbei.



      Und da träumte noch immer das Tier.



      Nun schlich ich mich leise - ich atmete kaum -



      gegen den Wind an den Baum,



      und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips.



      Und da war es aus Gips.“. (Ringelnatz)

      • @Mondschaf26:

        "Ein Mensch schaut in der Zeit zurück,



        und sieht: Sein Unglück war sein Glück!"



        (Eugen Roth)

  • Buddhist*innen wissen, dass man Glück und glücklich sein lernen und üben kann. Ohne die Schwierigkeiten, die es im Leben gibt, zu ignorieren. Glück hat nichts mit Zufall zu tun.



    Wie schön, dass das nun auch in unseren Schulen ankommt.

    • @sujall:

      Dann muss es ja nur noch auch bei den Schülern ankommen und dauerhaft gespeichert werden.



      Vielleicht klappt es ja, und das in der Unterrichtsstunde Gelernte wird nicht beim Pausenklingeln gelöscht, wenn man sich wieder in Sachen Kleidung, Handy und anderen Statussymbolen vergleicht.

    • @sujall:

      Dazu braucht man keine Religion. Auch keinen Buddhismus.



      Übrigens wissen die genauso wenig wie alle Religionen - deshalb glauben sie.



      Die Grundlagen für diesen Lebensstil (wenig wollen, Probleme und Vergleiche ausblenden) genannt Achtsamkeit kann man ohne religiösen Firlefanz lernen.



      Nur dieser Ansatz wird im Kapitalismus immer verlieren.

      • @Das B:

        Buddhismus ist m.M.n. keine Religion, sondern eine Philosophie.



        Wenn man den Lebensstil, den Sie beschreiben, gelernt hat, weiß man, was gut für einen ist, dann muss man nichts mehr glauben.



        Und der Kapitalismus - wie soll der mit "wenig wollen" und "Vergleichen ausblenden" überhaupt funktionieren?



        Es wäre einfach zu schön, um wahr zu sein....

    • @sujall:

      Auch das Christentum kennt die Wege, das Glücklichsein zu erlernen. Das ist nur nicht mehr modern. Dankbarkeit lässt sich trainieren und muss eingeübt werden. Glauben, Lieben und Hoffen sind Handlungsanweisungen, keine Gefühle. Vergebung befreit den Vergebenden...

      • @JazzyM:

        Bei Glauben als Handlungsanweisung bin ich definitiv raus 😁

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Das kommt vielleicht darauf an, wie man "Glauben" definiert.

          Als "Sei überzeugt!" definiert man es heute nicht (mehr).

          • @rero:

            "Glauben" heißt "nicht wissen".



            Und mal wieder:



            Der Kaiser zum Papst (oder umgekehrt):



            "Halte du sie dumm, ich halte sie arm!"

          • @rero:

            Um etwas, das man objektiv nicht beweisen kann trotzdem für wahr zu halten muss man schon überzeugt sein.



            Und genau so definiert man Glaube heute.



            Ich halte den Begriff Glaube, ähnlich Liebe, Ehre und Gerechtigkeit für ein soziales Konstrukt das auf Glaube basiert weil sonst die Gesellschaft auseinanderfällt.



            Denn nichts davon ist objektiv beweisbar.



            Daher finde ich man kann seinen Interesse zu glauben frönen ohne in eine Sekte einzutreten.

      • @JazzyM:

        Oh Hilfe. Glücklicherweise stirbt das Christentum aus. Eine Religion die auf Sünde aufbaut braucht niemand.

        • @AmArschderHeide:

          Da stimme ich mal zu. Und ein Hinrichtungs-Folterungsinstrument als Firmenlogo ist auch recht schräg.

        • @AmArschderHeide:

          Welche Sünde meinen Sie? Das Christentum hat den Humanismus bereits verbreitet, da konnten wir das Wort in Europa noch nicht mal schreiben.

          • @Klaus Schwarzmüller:

            Die Erbsünde. Das Christentum arbeitet doch mit der Angst der Menschen vor Konsequenzen um sie gefügig zu halten.

          • @Klaus Schwarzmüller:

            @Klaus Schwarzmüller



            ...und schon bevor die katholische & dann auch noch die evangelische Kirche sich an den wahren Christen & auch den Heiden, grausam, & schamlos vergangen haben.

          • @Klaus Schwarzmüller:

            Wie genau haben all die Urvölker nur überlebt ohne auszusterben und ohne Christentum.



            Die hätten nichts verbreiten müssen wenn sie nicht soviel zerstört hätten.



            Das man Andere Menschen nicht umbringen oder beklauen sollte weiß jeder ohne das man es ihn sagt. Das ist simpelste Logik.



            Nur die Kirche (welche zugegeben nur das Christentum als Grundlage geklaut hat) hat daraus gemacht: du sollst keine Menschen direkt töten (Kreuzzüge, Hexenverbrennung... ist schon ok weil nicht direkt) und beklauen (Steuern und Ablashandel sind ebenfalls nur indirekt - selten ist der welcher Eintreibt derjenige welcher das Geld dann ausgibt ;) ).



            Keine Religion hat je mehr geleistet als irgendwelche Urvölker zu einigen.



            Heute hat sowas nur noch im Hobbybereich was zu suchen.

          • @Klaus Schwarzmüller:

            Welche Sünde? Die Erbsünde, durch die die Menschen sich von Gott entfernt haben. Sie gilt im Christentum für alle Menschen. Nur durch absoluten Gehorsam ist es den Menschen in Aussicht gestellt diese unverschuldete Last abzulegen und die Liebe Gottes zurückzuerlangen. Humanitäres Handeln ist keine zwingende Folge christlichen Glaubens (Krankenpflege vs. Hexenverbrennung und Kreuzzüge). Im Christentum steht nicht der Mensch im Mittelpunkt, sondern ein HERR, ein Gott, ein eifersüchtiger Gott: Er sucht die Schuld der Väter an den Kindern heim, an der dritten und vierten Generation, bei denen, die ihn hassen; doch er erweist Tausenden seine Huld bei denen, die ihn lieben und seine Gebote bewahren.

            • @Nick riviera:

              Was im neuen Testament im Mittelpunkt steht ist "Liebe deinen nächsten wie dich selbst", "Gott ist Liebe", die Erbsünde ist altes Testament und längst raus. Und, dass die Kirche vieles falsch machte vorallem im Mittelalter ist unbestritten, aber das hat mit der Religion nichts zu tun

              • @Klaus Schwarzmüller:

                Kuklux Clan und Nazis (ja die wahren, zumindest auf dem Papier größtenteils Christen und die Kirche hat da bestenfalls zugesehen) lassen wir mal unter den Tisch fallen.



                Religion ist immer auch Hass. Wenn ein Mensch ein Bedürfnis nach Hass hat (meist um von psychischen Problemen abzulenken) findet er in der Religion einen Grund.



                Warum genau sind Christen denn so Homophob und Transfeindlich wenn doch Liebe und nichts als Diese im Mittelpunkt stehen soll?



                Diese Liebe von der sie sprechen ist eine Verhohnepipelung des Wortes.



                Es soll bedeuten: sei folgsam, füge dich, bilde keine Individualität und werde Teil der Gruppe.



                Das ist die selbe "Liebe" mit der alle Sekten locken.



                Das Gefühl in einer Gruppe zu sein und von dieser geschätzt zu werden.



                Doch am Ende wollen alle Religionen was jede Sekte will: eine Horde folgender Schäfchen.



                Warum wehrt sich sonst das Christentum nicht dagegen mit der Union - welche nachweislich menschenfeindlich agiert - im Schulterschluss zu stehen?



                Weil ihnen nicht die Menschen sondern die Macht wichtig ist.

              • @Klaus Schwarzmüller:

                Wer definiert denn was mit der Religion etwas zu tun hat und was nicht? Mit der Interpretation, dass die 10 Gebote nichts mit dem Christentum zu tun hätten, stehen sie unter den Christen vermutlich recht alleine da. Selbst Jesus sagt in der Bergpredigt, er sei nicht gekommen um die alten Gesetze aufzulösen, sondern zu erfüllen. Und er auch differenziert deutlich zwischen denjenigen, die diesen Geboten gehorchen und glückselig werden und denjenigen, die nicht gehorchen und bestraft werden.

                Im Prinzip ist es ja schön, wenn Sie die Bibel aufklärerisch und humanistisch interpretieren, aber diese Interpretation liegt dem Buch und dem christlichen Glauben mit ihm nicht zwangsläufig inne. Das, was sie “falsch machen” nennen, lässt sich ebenso sicher und absolut als recht verstandenes Christentum vertreten wie Sie sicher sind, dass Ihre Interpretation richtig ist.

                Und genau das ist an Religionen zu kritisieren.

                • @Nick riviera:

                  @Nick riviera



                  Also ich wäre da bei allen Vereinen, die es nötig haben zu missionieren, sehr sehr skeptisch....

          • @Klaus Schwarzmüller:

            Genau genommen verbreitete sich der Humanismus, nachdem die Kirchen ihre alles beherrschende Stellung verloren hatten 😉

  • Klar man kann die Kindheit und die Blase der Geborgenheit noch ein paar Jahre verlängern, um so härter wird der Cut, wenn einen das richtige Leben einholt.

  • Wenn es den Kinder gut tut, ok.



    Auch wenn sich alle Schulabgänger fragen, wie sie es überstanden haben. Und wenn es eindeutig existenziellere Krisen als hierzulande heutzutage gibt/gegeben hat. Ist natürlich auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung mit anderen Schulfächern, die dafür gekürzt werden.



    .



    Aber eine Frage. Hunde sind in der Schule erlaubt? Sogar Schulhunde? Das verwundert ein wenig, da die Restriktionen dazu im Sozial- und Bildungsbereich in letzter Zeit immer stärker geworden sind. Gefahr durch Bisse sind dabei noch das Geringste. Eher Generelle Hygienebedenken und weil niemand irgendein noch so kleines Risiko übernehmen möchte.

  • Die Wirtschaft läuft nicht so richtig, mit der Wissenschaft war es auch schon mal besser, aber hey, wir bringen den Schüler*innen einfach bei, glücklich zu sein. Absolut zukunftsfähiges Konzept.

    • @moonwatcher:

      Hauptsache sie funktionieren sie funktionieren im kapitalistischen System?

  • Handyverbot auf dem Schulgelände wäre im Unterschied wirkungsvoll.

    • @Michael Andreas:

      Auf den Punkt