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Folgen des IrankriegsDas Gift der Gewöhnung

Um Iran wird ein Weltkrieg neuen Typs geführt: Bomben auf ziviles Leben sind heute Absicht. Wer dem nicht widerspricht, hat keinen moralischen Kompass.

Folgen für die ganze Welt: brennende Öllager in Teheran am 8. März Foto: Vahid Salemi/ap

I n Indien geht das Gas zum Kochen aus, Schulen in Laos kürzen den Unterricht, und auf dem afrikanischen Kontinent werden Lebensmittel unbezahlbar. „Jeder Einzelne in jedem Land auf dieser Welt“ werde früher oder später die Auswirkungen des Irankriegs spüren, sagt die Präsidentin des Internationalen Roten Kreuzes, Mirjana Špoljarić. Manche ziehen Vergleiche mit der Coronapandemie, doch es ist eher von einem Weltkrieg neuen Typs zu sprechen. So entgrenzt seine sozialen Folgen sind, die vor allem die Ärmsten treffen, wo immer sie leben, so ungezügelt ist die Gewalt auf den direkten Schauplätzen des Kriegs.

Es liegt nahe, diesen Gewaltausbruch als Kennzeichen unserer Epoche zu deuten, einer globalen Umbruchzeit. Der geschwächte einstige Hegemon USA taumelt, und Donald Trump verleiht dem Taumeln eine besonders gefährliche Form. Aber dies ist kein vorübergehender Albtraum. Es wird zur neuen Regel, Kriege regellos zu führen, humanitäre Konvention verspottend.

Bomben auf ziviles Leben sind längst nicht mehr Kollateralschäden, sondern militärische Absicht. Das verbindet die Schauplätze Gaza, Sudan, Ukraine nun mit dem südlichen Libanon, wo die Vertriebenen mit einem Blick über die Schulter sehen, wie hinter ihnen die israelische Armee ihre Häuser, Fotoalben, Kinderbetten mit Bulldozern planiert. Für Iran werden Kriegsverbrechen – zivile Infrastruktur vernichten, jede Brücke, jedes Kraftwerk – gleich vollmundig in den Abendnachrichten angekündigt.

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Gaza war ein Menetekel, kein Einzelfall. Und während die Kriegsführung verroht, wird weltweit die humanitäre Architektur untergraben. Das Budget des Roten Kreuzes, von Regierungsspenden abhängig, sank um ein Drittel, fast 3.000 Stellen wurden gestrichen, Büros und Programme geschlossen. Das ist die Kehrseite der allenthalben steigenden Militärausgaben. Deutschland, vermeintlich zu schwach, um gegen US-amerikanische und israelische Völkerrechtsvergehen einmal das Händchen zu heben, ist zum viertgrößten Rüstungsexporteur der Welt aufgestiegen, inklusive Waffendeals mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, die in Sudan einen grausamen Stellvertreterkrieg anfeuern.

Lässt sich auf all dies anders als mit Verzweiflung reagieren?

Muss ich noch erwähnen, dass der Irankrieg, vermeintlich gegen eine atomare Gefahrenquelle gerichtet, zur nuklearen Proliferation beitragen wird? Was Iran nach 2015 widerfuhr, nachdem es in einen umfassenden Vertrag eingewilligt hatte, den US-Präsident Donald Trump dann cancelte, ist eine Lektion nicht allein für Nordkorea: Atomwaffenbesitz bietet Schutz, während Abmachungen nicht schützen. Israel, das sein Atomprogramm (anfänglich von der Bundesrepublik mitfinanziert) stets jeder internationalen Kontrolle entzog, führt nun einen vom Westen als legitim erachteten Krieg gegen ein Land, das sein Programm der Kontrolle unterstellte. Voilà.

Lässt sich auf all dies anders als mit Verzweiflung reagieren? Wer nach dem Ende der Sowjetunion Alternativen zur Nato suchte, wurde verhöhnt. Heute bettelt Europa, der irrlichternde Faschist Trump möge das Bündnis nicht verlassen – so weit ist es gekommen. Nahezu alles, was Friedensbewegung und Friedensforschung über Jahrzehnte angemahnt haben, war richtig. Und was sie als künftige Schrecken ausmalten, wird heute von der Realität übertroffen. Die Katastrophe, in der wir uns befinden, war vermeidbar. Es ist wichtig, sich dies wieder und wieder ins Bewusstsein zu rufen, damit wir aus dem Zustand der Hilflosigkeit und des intellektuellen Überwältigtseins hinausfinden.

Es gab eine Zeit, als in Deutschland Faschingsumzüge abgesagt wurden, um stattdessen gegen George W. Bushs Irakkrieg zu demonstrieren: Kein Blut für Öl! Wenn Trump nun ganz offen sagt, er wolle das Öl Irans, herrscht geisterhafte Stille – und politische Verwirrung. Doch gegen diesen Krieg einzutreten, heißt nicht, das Teheraner Regime zu verteidigen. Genauso wenig war es eine Verteidigung der Hamas, gegen den Genozid in Gaza zu protestieren. Sich von solchen ideologischen Kurzschlüssen nicht beeindrucken zu lassen, ist auch ein Beitrag zur eigenen geistigen und emotionalen Gesundheit.

Es täuscht sich, wer meint, diese Art von Kriegen würde uns, die wir abseits stehen und zuschauen, nicht verändern

Denn das Gift der Gewöhnung zersetzt unser Denken ebenso wie unsere Fähigkeit zur Empathie. Es täuscht sich, wer meint, diese Art von Kriegen würde uns, die wir abseits stehen und zuschauen, nicht verändern. Wir sind „nach Gaza“ nicht mehr die Gleichen wie vorher. Es gibt eine indirekte Brutalisierung der Zuschauenden und Schweigenden.

Offene Angriffe müssen empören

Es mangelt heute so oft an einem moralischen Kompass. Das gilt auch für jene Strömung der iranischen Diaspora, die in den USA Trump umschmeichelte und von ihm die Bombardierung Irans verlangte. Eine derartige Forderung mit lang angestauter Verzweiflung zu erklären, mag für Menschen innerhalb Irans gelten. Doch kaum für jene, die aus nächster Nähe Trumps hemmungslosen Rassismus erleben und seine Verachtung aller Nichtweißen. Nun, wie einst der Schah, glauben vielleicht manche heutige Monarchisten, Iraner seien eigentlich Westler und nur durch einen „geografischen Zufall“ in Asien beheimatet.

Es hilft, sich an menschlicher Gleichheit zu orientieren, gerade wenn man den Menschen in Iran ein Leben in Würde wünscht. Ein offen angekündigter Angriff auf iranische zivile Infrastruktur muss genauso empören, als gälte diese Drohung zum Beispiel Österreich. Wenn iranische Krankenhäuser bombardiert werden (und es gibt mehr als 20 verifizierte Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen), ist das genauso verwerflich wie russische Bomben auf ukrainische Kliniken. Und das Teheraner Pasteur-Institut anzugreifen, war so kriminell, als wäre es das Pariser Mutterinstitut gewesen.

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26 Kommentare

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  • Liebe Friko,



    an Ostern waren nur die Hälfte der Friedensgruppen auf der Strasse, das geht besser und muss besser werden!Warum:

    Im Krieg bestärken sich die autoritären aller Seiten, Demokratie kommt so nicht, II WK war ne Ausnahme wegen Roosewelt.....Daher :

    Es braucht einen breiteren Aufruf, der alle imperialen Kriegsherren benennt, alle auch wenn die USA stets am meisten Matrial hat!

    auch die IDK und die WLPF also die Frauen Friedensbewegung mit der ICAN Kampagne mit einbezieht, einAufruf der eine Erd Demokratische Intervention anmahnt, in Sinne der 80ger Jahre Friedensbewegungen, also

    UN UNITED FOR PEACE Gneralversammlung + UN Res 1325 einzufordern, das kann ja wohl nicht sein, dass die ganzen autoritären patriarchalen Männer, die alle davon träumen, dermächtigste Mann der Welt ( wie Trump) zu sein oder werden, einfach alle humanitären Regeln zerstampfen und uns alle in die Selbstzerstörung eines 3. WK zwingen.

    Die Frauen haben , vor allem die Mehrheit auf dem Planeten, die Frauen im Süden, die Mütter in allen Himmelsrichtungen haben ein Wort mit zu reden, damit Frieden entstehen kann!!!

    solidarisch

    Ruth Luschnat

  • Danke, danke, danke für diesen Artikel!!

  • Eigentlich war es erwartbar, dass ein total überrüsteter Hegemon USA einmal in die Hände eines skrupellosen Oberbefehlshabers fällt,



    der glaubt, dass er die Welt in seinen kleinen Händen hält

  • Ein weiterer amerikanisch Israelischer Krieg auf Kosten der Menschenrechte

  • >Wir sind „nach Gaza“ nicht mehr die Gleichen wie vorher.<

    Die Staatsraison ist etwas träge. USA und Israel werden - genau wie Russland - von Verbrechern regiert. Wenn man das zugibt, sind westliche Werte dahin.

  • Ja. Dem muss man widersprechen. Allerdings geht es nicht um einen Krieg neuen Typs. Kriege sind immer so. Die Tarnung ist nur meist besser.

  • Kolumnen mit diesem Tenor hatte ich eigentlich in allen wichtigen Medien erwartet, aber Fehlanzeige!



    Gut, dass zumindest hier das Sebstverständliche noch selbstverständlich zu sein scheint.

  • Das mindeste wäre, den deutschen Luftraum für diese "Operationen" zu sperren.

    Eine NATO-Mitgliedschaft unter Beteiligung dieser USA ist nicht mehr besonders desirable.

    Das amerikanische Imperium schlägt im Untergang, wie zu erwarten, wild um sich.

    Es steht zu hoffen, dass nicht zu viel mit ihm untergehen muss.

    • @Stavros:

      "Das mindeste wäre, den deutschen Luftraum für diese "Operationen" zu sperren."



      Einige gehen weiter und fordern definitive Lösungen.



      freitag.de 1/26:



      "Ramstein schließen, US-Mittelstreckenraketen raus: So nimmt man die Monroe-Doktrin ernst



      Was bedeutet Trumps Rückbesinnung auf die Monroe-Doktrin für Europa? Ein genauer Blick auf die Doktrin aus dem 19. Jahrhundert zeigt: Europa muss sich bald entscheiden, und Friedrich Merz ist völlig auf dem falschen Weg"



      Dazu auch aus spiegel.de 2025:



      "Warum Ramstein? Weil dort Datenströme für das US-Drohnenprogramm zusammenlaufen. Wegen der Erdkrümmung wird die Satellitenrelaisstation auf dem US-Stützpunkt bei den Angriffen genutzt, um Daten aus den USA an die Drohnen zu schicken.



      Vor gut fünf Jahren entschied schon das Bundesverwaltungsgericht gegen die Kläger: Es reiche nicht aus, dass Ramstein technisch für das US-Drohnenprogramm bedeutsam sei. Vielmehr müssten konkrete Entscheidungen auf deutschem Boden stattfinden. Und: Die Bundesrichter kamen nicht zu der Einschätzung, dass die Bundesregierung bisher im Austausch mit den Amerikanern zu wenig unternommen habe. Es gebe regelmäßige Konsultationen."



      BK Merz sollte sich dazu zeitnah erklären.

      • @Martin Rees:

        Es gibt wohl wenig, wovor die Europäer mehr Angst haben, als das Ramsteim geschlossen wird.

        Beispielsweise sind die Ukrainer auf die Informationen angewiesen.

    • @Stavros:

      Fragt sich, wie lange wir dann nach einem Endlager für Atomwaffen suchrn müssen.

  • Großartige Kolumne!



    Ist der Bundeskanzler immer noch Eier suchen? Ostern ist vorbei und gerade droht ein Irrer eine ganze Zivilisation auszulöschen.

    • @Drabiniok Dieter:

      Ja nun, es ist komplex.

  • Dieser Krieg empört viele, wenn zunehmend auch Zivilisten und Infrastruktur mit Bomben getroffen werden.



    Als Kritik an Wiedemann zitiere ich mal einen Iraner, der Nov. 2024 folgendes veröffentlicht hat:



    Ali Fathollah-Nejad : Iran : wie der Westen seine Werte und Interessen verrät. Aufbau-Verlag, Berlin 2025.



    „Der Westen hat viel zu lange weggesehen und sich stattdessen für ein Atomabkommen gefeiert, das das Regime der Mullahs stärkte. Irans Raketenprogramm wurde ignoriert, ebenso die desaströse Menschenrechtslage und die massiven regionalpolitischen Ambitionen der "Achse des Widerstands". Auch als daraufhin ein revolutionärer Prozess in Iran begann, änderte sich nichts an der strategischen Kurzsichtigkeit des Westens. Iran-Experte Ali Fathollah-Nejad zeigt, welche Schuld die westliche Politik am ungebremsten Hegemonialstreben Teherans und der Eskalation im Nahen Osten trägt. Und er entwirft die Eckpfeiler einer Iran-Politik, die weder die Werte des Westens noch seine Interessen verrät - und dadurch nicht nur die Demokratiebewegung stärkt, sondern auch nachhaltig zur regionalen Sicherheit beiträgt.“



    Er ist bekannt aus talkshows und keineswegs rechts, zitiert verschiedene Quellen.

    • @Land of plenty:

      Was hat das mit dem Artikel zu tun?

  • Nach dem 20. Mai 1631 (Eroberung der Magdeburgs durch kaiserliche Truppen) kam in Deutschland der Begriff "Magdeburgisieren" auf, was kurz gesagt bedeutete: eine Stadt zu erobern, zu plündern und zu verbrennen, die Menschen zu vergewaltigen und zu töten. Die Zivilisten waren keine "Kollateralschaden", sondern das Ziel der Operation. Dies war bis dahin der Fall und wurde nach kurzer Unterbrechung auch weiter so gehandhabt.



    Über die deutsche Kriegsführung in der Sowjetunion nach 1941 gibt es keinen Zweifel, dass sie sich gegen die Zivilbevölkerung und deren möglichste Dezimierung richtete.



    Zur gleiche Zeit unterhielt das Bomberkommando der RAF (Brit. Luftwaffe) eigens eine Architekturabteilung, die die deutschen Städte hinsichtlich ihrer Brennbarkeit analysierte. Für die Zerstörung ziviler Infrastruktur wie Staudämme zur Trinkwasserversorgung wurden eigens beeindruckende besondere Bomben entwickelt. Erklärtes Ziel des "Area Bombings" war u.a. die größtmögliche Zahl von Opfer unter der Zivilbevölkerung, die Zerstörung von Wohn- und Schutzraum, die Auslöschung von Kulturgütern.



    Wie kommt der Kommentar auf die Idee, bei den aktuellen Kriegen handele es sich um einen "Krieg neuen Typs"?

    • @Vigoleis:

      Der neue Typ ist zum einen, dass keine Hemmungen bestehen, diese Verbrechen so auch anzukündigen und zum anderen, dass weltweit Strukturen aufgebaut wurden, insbesondere nach 1945, um aus der Geschichte zu lernen. Soweit schliesse ich das aus dem Artikel.

  • "...inklusive Waffendeals mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien"



    Die Saudis haben noch ganz andere, sehr potente strategische Partnerschaften:



    Am 22.09.25 bei ipg-journal.de



    "Geopolitischer Paukenschlag



    Saudi-Arabien und Pakistan schmieden ein Verteidigungsbündnis. Der Pakt richtet sich vor allem gegen Israel, sendet aber auch Signale in Richtung USA."



    Wenn das Pulverfass explodiert...



    Bereits am ❗9.1.2020 nei n-tv.de



    "Interview mit Experte Lüders



    "Nato hat im Nahen Osten nichts verloren"..."



    Weiter dort:



    "Der Vergeltungsschlag des Iran für die Tötung ihres Top-Generals Soleimani fällt gemäßigt aus. US-Präsident Trump fordert daraufhin neue Verhandlungen. Die wird es aber nicht geben, analysiert Nahost-Experte Michael Lüders. Denn die USA haben ihr Vertrauen verspielt.



    Der Vergeltungsschlag des Iran für die Tötung ihres Top-Generals Soleimani fällt gemäßigt aus. US-Präsident Trump fordert daraufhin neue Verhandlungen. Die wird es aber nicht geben, analysiert Nahost-Experte Michael Lüders. Denn die USA haben ihr Vertrauen verspielt.



    ntv: Herr Lüders, man hat das Gefühl, dass die Situation zwischen den USA und dem Iran jetzt etwas deeskaliert ist."



    Das ist vorbei!

    • @Martin Rees:

      Ich senke, dass ein Bündnis von Saudi-Arabien und Pakistan sich eher gegen Iran als gegen Israel richtet.

  • Danke schön für den Klartext!

    Warum die Leute aktuell nicht mehr auf die Straße gehen, ist eine interessante Frage. Wenn ich eine Antwort versuchen würde, wäre meine Vermutung etwa die folgende: Von 1980 bis beinahe 2000 gab es noch eine halbwegs konsistente Friedensbewegung, die mit den Grünen sogar im Parlament verankert war. Im Rahmen von Rot-Grün wurde diese Friedensbewegung aber von den "Realos" aus der Partei gedrängt und fand sich damit in der außerparlamentarischen Opposition wieder. Dort kann man sich auf Dauer aber nur halten, wenn einen die Propaganda nicht als Feind bekämpft und zersetzt. Diese war nun aber leider über die letzten 20-30 Jahre der Fall, denn kluge Leute mit Anstand und Sichtbarkeit sind für jede Regierung ein Problem, sowohl für Diktaturen als auch für "marktkonforme Demokratien" wie unsere.



    Die Zersetzung funktionierte dabei meist durch Desinformation oder besser Nichtinformation, indem wesentliche Informationen (zum Beispiel die Hintergründe des Kosovo-Kriegs, des Maidan, etc) nicht öffentlich gemacht oder thematisiert werden.

  • Mich empört, dass von Seiten der Deutschen Regierung keine klare Verurteilung des Amerikanisch/Israelischen Vorgehens erfolgt.

    Dass wir aufgrund unserer Geschichte nach wie vor fest zum Existenzrecht Israels stehen sollten ist die eine Seite - das heißt aber nicht, dass die Deutsche Regierung Verbrechen der aktuellen Israelischen Regierung ignorieren darf.



    Ob Gaza, Libanon, Iran oder die Vertreibund von Palästinensern im Westjordanland - die verharmlosend "Siedlungspolitik" genannt wird.

    Dass Israel von verschiedenen Seiten bedroht wird ist unbestritten -allerdings lässt sich das Ausmaß brutalen Handelns von Armee und orthodoxen "Siedlern" schon lange nicht mehr allein durch die Bedrohungssituation begründen.



    Statt einer klaren Verurteilung liefert Deutschland Waffen, - es ist erbärmlich.

    Auch das Rumgeeier bezüglich der völkerrechtwidrigen Kriegshandlungen der US-Regierung ist kaum noch zu ertragen.

    Dass es auch anders geht, zeigt die Spanische Regierung.

    Herrn Trump "in den Hintern zu kriechen" in der Hoffnung die USA



    würden uns im Falle eines fantasierten Angriffs verteidigen - spricht nicht für eine aufrechte demokratische Haltung.



    gegenwärtigen US-Regierung

    • @Bürger L.:

      "auch das Rumgeeier bezüglich der völkerrechtwidrigen Kriegshandlungen der US-Regierung ist kaum noch zu ertragen."



      Die Versäumnisse liegen viel früher:



      ❗2019 bei n-tv.de Michael Lüders:



      "Lüders zu Eskalation im Golf



      "Russland und China stellen sich im Kriegsfall hinter den Iran"



      14.06.2019



      Einzelne Angriffe auf Öltanker auf den wichtigen Handelsrouten im Golf von Oman wirken wie Nadelstiche. In der Summe ergibt sich eine gefährliche Eskalation, befindet auch Nahost-Experte Michael Lüders im n-tv Interview. In die äußerst brenzlige Konfrontation könnte auch die EU gezogen werden."



      (das war vor 7 Jahren)



      ...Und dann natürlich die Wiederwahl des POTUS inkl. die Kooperation mit Netanjahu als Kriegsherr.



      Wann ist ein Krieg ein (Welt) Krieg?



      Wenn ein Teil der Welt mit Waffen bis aufs Blut kämpft oder wenn ein Teil der Welt in der Energie-/Ernährungskrise im Hunger um das Überleben als Zivilisation kämpft?



      Oder die Kombination als globaler Kollateralschaden mit Katalysator Naher Osten?



      Kassandra-Rufe, schon in der Antike legendär.



      "Und den Mordstahl seh' ich blinken



      Und das Mörderauge glühn;



      Nicht zur Rechten, nicht zur Linken



      Kann ich vor dem Schrecknis fliehn"



      Fr. Schiller, Kassandra

  • „Ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen“. Trump meint damit die Nacht von Dienstag auf Mittwoch (2.00 Uhr MEZ). Wenn er seinen großmäuligen Ankündigungen Taten folgen lässt, geht nicht nur die iranische Zivilisation den Bach runter, sondern die Zivilisation insgesamt.

  • Mit "Widersprechen" alleine sind politsch-moralische als auch völkerrechtliche Verpflichtungen wohl kaum erfüllt.

    Wie sollten, ja wir müssen, unseren Luftraum und US-Basen in Deutschland wie Ramstein schließen für alle Aktivitäten bei der Agression der USA gegen den Iran Teil der militärischen Logistik sind.



    So wie Spanien und Österreich z.T. sogar Frankreich.

    Die Rüstungslieferungen nach Israel und Rüstungskooperationen mit Israel müssten mindestes "auf den Prüfstand".

  • Danke für diese klare Darstellung!



    Es ist beschämend, dass es für diejenigen, die sich für keine Beleidigung, Lüge und Verunglimpfung zu schade waren, um dieses Land kaputtregieren zu können, offenbar zu komplex ist, das genau so zu benennen.

  • "Weltkrieg neuen Typs" - ? - "Bomben auf ziviles Leben sind heute Absicht".

    Was ist hieran bitte neu? Im 2. Weltkrieg war das bereits die Regel: Raketenterror auf London, Bomben auf Dresden... Im 1. Weltkrieg gab es vielleicht noch nicht so viele so weitreichende Waffen, so dass die Zivilbevölkerung etwas weniger betroffen war. Aber ganz allgemein: Krieg war schon immer auch für die Zivilisten schrecklich. Im 30-jährigen Krieg wurden auch schon ganze Städte und Dörfer vernichtet. Einen Krieg, der sich an irgendwelche ritterlichen Regeln und "humanitären Konvention" hält, gab es immer nur in der Theorie. "Vae victis" hieß es schon im alten Rom. Menschen wurden zu allen Zeiten und an allen Orten umgebracht, verstümmelt, vergewaltigt, deportiert, versklavt,... Alles andere ist naive Leugnung der menschlichen Natur, über die nur ab und zu ein hauchdünner Lack namens "Zivilisation" lackiert wird.