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USA verlassen WeltklimaratWenn Dummheit regiert

Nick Reimer

Kommentar von

Nick Reimer

Selbst nach Trumps Standards ist der Ausstieg aus dem Weltklimarat nicht sinnvoll: Die Mitgliedschaft sicherte viel Einfluss zu einem geringen Preis.

Bitter für Trump: Der Weltklimarat wurde schon mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet Foto: Kevin Lamarque/reuters

E rst der Venezuela-Angriff, dann Drohungen gegen Grönland, heute der Ausstieg aus dem Weltklimarat IPCC und 65 weiteren internationalen Organisationen. Die Clique von Donald Trump zeigt einmal mehr, dass derzeit in Washington die bodenlose Dummheit regiert.

Natürlich kann man als Fan der fossilen Vergangenheit aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen aussteigen. Natürlich war im Erdölzeitalter der Naturschutz immer nur zweitrangig, weshalb ein Ausstieg der Trump'schen USA aus der Weltnaturschutzunion IUNC nachvollziehbar ist. Und ja, auch der Austritt aus der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien, Irena, sieht Trump ähnlich. Aber warum verlässt seine Administration auch noch den Weltklimarat IPCC?

Vordergründig geht es um „great again“, um unliebsame Klimaforschung und Beiträge, die die USA an zwischenstaatliche Gremien zahlen. Zuletzt aber flossen aus Washington lediglich niedrige Millionenbeträge an den IPCC. Dafür hatten die USA Mitspracherecht in einem Gremium, das mit wissenschaftlicher Methodik arbeitet, sich diese aber in einer „Zusammenfassung an die Politik“ von ebendieser bestätigen lassen muss.

Ein für die Wissenschaft quälender Prozess: Gegen die Formulierung „das Abbrennen des Amazonas heizt den Klimawandel weiter an“, legte die brasilianische Regierung Berufung ein. Deshalb musste eine Formulierung gefunden werden, die das Feuerdrama sanfter beschreibt. Erst wenn alle Staaten mit den Formulierungen einverstanden sind, steht die „Zusammenfassung“.

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Ein paar Millionen für derart großen Einfluss? Die fossilen Lobbyisten wären glücklich, so billig einen Hebel in die Hand zu bekommen. Aktuell laufen die Arbeiten am 7. Sachstandsbericht des IPCC, spätestens 2029 soll der erscheinen. Wissenschaftler aus mehr als 100 Ländern sind beteiligt, die gute Nachricht: Die Trump-Administration ist nicht dabei. Bitter für Donald: Der Weltklimarat wurde schon mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seine Clique kann jetzt nicht mal mehr die klaren Erkenntnisse der Wissenschaft torpedieren.

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Nick Reimer
Seit 1998 bei der taz (mit Unterbrechungen), zunächst als Korrespondent in Dresden, dann als Wirtschaftsredakteur mit Schwerpunkt Energie, Klima und Landwirtschaft, heute Autor im Zukunftsressort.
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47 Kommentare

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  • Man kann es gar nicht oft genug betonen: Dummheit heißt hier nicht kognitive Defizite, sondern Denkfaulheit und Borniertheit!

  • Was die USA hier tun ist nur konsequent. Wer Multilateralismus als nicht vorteilhaft ansieht sollte diese Zöpfe abschneiden. IWF, WMF dürften ebenso noch in den Fokus geraten. Ich denke wir können uns auch am G20 Gipfel noch auf etwas gefasst machen.

    Die Frage die ich mir dabei stelle ist was wir nun damit anfangen. Werden wir es wirklich wagen mit China einen Klimadeal zu machen der dann natürlich auch technologische und wirtschaftliche Auswirkungen hat? Denn China begreift Green-tech als geopolitisches asset.

  • Mit dem Beispiel von Brasiliens Einflußnahme hat der Autor doch selbst belegt, wie unnötig diese Institution ist.



    Und warum sollten die USA Geld ausgeben für Papiere, die sie sowieso ignorieren ?



    Insoweit ist Trump konsequent und sparsam.



    Ich würde mir wünschen, die deutsche Regierung würde auch so handeln.

    • @Don Geraldo:

      Und was soll man stattdessen tun? Alles schön laufenlassen, den Kopf in den Sand stecken? Alles und jedes Bemühen in Sachen Erhaltung unseres Planeten ist besser als das absolut kleinstkarierte Feilschen um ein paar Dollar oder Euro. Alles. Das zu verneinen bedeutet, dass nur Geld wichtiger ist als Lebensgrundlagen. No less. Eine entsetzliche Einstellung.

  • Genau, zur Zeit regiert die Dummerhaftigkeit, wird versehentlich oft mit Stärke verwechselt.



    Wobei Missbrauch von Stärke liegt ja auch meist Dummerhaftigkeit zugrunde.

  • Dumm für die Welt auf jeden Fall.







    Im Sinne der MAGA-Idee ist das Vorgehen konsequent. Man entledigt sich vieler Verpflichtungen und erreicht eine größere Unabhängigkeit.







    Welche Auswirkungen diese MAGA-Politik mittel- und langfristig haben wird, wird sich zeigen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich internationale Partner zunehmend Alternativen suchen werden, um unabhängiger von den USA zu werden und die USA irrelevanter zu machen. Dann wird es sich herausstellen, ob die Trump-Politik auch dumm für die USA selbst ist.

    • @Black & White:

      Mittelfristig wird das ganz sicher zum Nachteil für die USA sein, da sich immer mehr Staaten von den USA unabhängig machen werden. Mindestens mit der Technologieführerschaft beim E-Fahrzeugbau werden die USA, aber auch wir in nur noch wenigen Jahren abgehängt sein. Dann werden China und die Asiaten und noch ein paar wenige kleine Hersteller in Europa auf dem E-Fahrzeugmarkt Geld verdienen. Auch im Bereich Energieversorgung oder Stromerzeugung wird die USA in wenigen Jahren ein Entwiucklungsland mit viel zu hohen Energie- und Stromkosten sein. Nicht ohne Grund sinken die Stromkosten in allen Ländern, die auf Erneuerbare setzen.

  • Sehe ich anders:



    Es geht darum, ein Zeichen zu setzen (sind wir doch auch groß drin...). Trump kennt die große Wirkmacht der Symbolpolitik.



    Und der Preis ist klein: Trump und seine AnhängerInnen haben sowieso nie viel auf die Berichte des IPCC gegeben, also egal wenn die Berichte jetzt etwas schärfer werden sollten. Spoiler: Werden sie nicht werden, dazu gibt es ausreichend andere Länder, die das verhindern werden.

    • @Desdur Nahe:

      Wenn Sie aufmerksam gelesen hätten, hätten Sie realisiert, dass die USA nicht nur aus dem Weltklimarat ausgetreten sind, sondern aus weiteren 65 internationalen Organisationen.



      Das ist keine "Symbolpolitik" mehr.

  • Man kann ja von Donald Trump halten, was man möchte, aber als verantwortliche Redakteurin einer Zeitung ist es nicht korrekt, jemanden als "Dumm" zu bezeichnen.



    Ich glaube nicht, dass Herr Reimer Donald Trump persönlich kennt. Insofern kann er sicher nicht beurteilen, ob Donald Trump "dumm" ist oder nicht.



    Möchte Herr Reimer als "dumm" bezeichnet werden? Ganz sicher nicht.

    • @Dirk Osygus:

      Na ja, dabei gilt doch; "Dummheit bezeichnet einen Mangel an Intelligenz oder eine daraus resultierende törichte Handlung."



      War da was?

    • @Dirk Osygus:

      Ich denke, jeder kann anhand der Sprache in Trumps Reden erkennen, dass der Mann ein extrem einfacher Geist ist.



      Und inhaltlich noch leichter. Der Mann kann nicht mal Prozentrechnung. Und das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen, schließlich sollte er das bei der Branche, aus der er kommt, im Schlaf beherrschen.



      Was mir dann noch spontan einfällt: Er wollte Hurricans durch den Einsatz von Atombomben stoppen, Desinfektionsmittel zur Bekämpfung von Covid in Leute spritzen lassen, Covid durch "Licht von innen" in Leuten behandeln, glaubt dass Windräder Wale töten, etc. pp.

      Der Mann ist so dumm, den kann man nicht mal Milch holen schicken.

  • taz: *Wenn Dummheit regiert*

    Ist es denn in Europa besser? Europäische Politiker erzählen doch auch nur von Klimaschutz, aber sie unternehmen kaum etwas gegen den Klimawandel. Und unser "BlackRock"-CDU-Kanzler interessiert sich ohnehin nur für das klimaschädliche Wirtschaftswachstum, aber nicht für Klimaschutz.

    Keine Frage, der skrupellose und geldgierige Clown oben im Bild hätte nie US-Präsident werden dürfen, aber ob er nun aus dem Weltklimarat IPCC und 65 weiteren internationalen Organisationen ausgetreten ist oder wie die europäischen Politiker NICHTS gegen den Klimawandel macht, bleibt sich doch gleich.

    Die Reichen und Mächtigen dieser Welt mögen nun einmal keinen Klimaschutz, denn der würde ihre Gewinne schmälern. Sie verkaufen die Zukunft der nachfolgenden Generationen an den Meistbietenden und spielen ihr klimaschädliches Monopolyspiel einfach frech weiter. Und die Politiker - egal aus welchem Land - machen bei diesem Spiel mit.

    • @Ricky-13:

      So sieht’s aus.

  • Es werden noch andere Staaten zu finden sein, die die Bremskeile in Text und Beschlüsse stopfen.



    Gleichwohl eine kleine Chance, wieder näher an den Stand von wissenschaftlich Wahrem und politisch Möglichem zu geraten und den konsequent aufzuzeigen. Raus aus der Verbrennung.

  • "Die Mitgliedschaft sicherte viel Einfluss zu einem geringen Preis. (...) Die fossilen Lobbyisten wären glücklich, so billig einen Hebel in die Hand zu bekommen"



    Lieber Herr Reimer, ihr Kommentar ist logisch nachvollziehbar - er krankt aber daran, dass er voraussetzt, dass sich Trump oder seine Regierung für die Meinung vom Rest der Welt interessieren.



    Wenn es einem - gelinde gesagt - schei*egal ist, was in einem Forum besprochen oder beschlossen wird, muss man da auch für kleines Geld nicht mitmachen.

  • Der Fehler besteht wahrscheinlich darin bei Trump und seiner Administration faktenbasierte, rationale Logik anzunehmen, ganz offensichtlich tickt diese Regierung anders, nach einer eigenen Agenda und vermutlich ist die nicht so durchdacht und konsistent wie das allgemein angenommen wird.

    • @nutzer:

      "Flood the zone" holt die Protagonisten ein. Sie reissen so viel Sch...e an, dass sie selber nicht mehr durchschauen, geschweige denn die Konsequenzen ihrer Idiotien.



      Wenn das noch drei Jahre andauert, wird die Welt in Trümmern liegen - wir können froh sein, wenn das nur im übertragenen Sinne und nicht in der Realität der Fall sein wird.

  • Sehen wir es doch mal positiv: schon als Trump aus dem Pariser Klimaabkommen ausstieg, sagten Beteiligte, dass sie jetzt deutlich besser arbeiten konnten weil die ständige Stänkerei und Bremserei der Amis weggefallen war.



    An das Abkommen haben sie sich sowieso nie gehalten, sie haben einfach weiter gemacht wie immer. NIch viel anders als die meisten Staaten.



    Dass sie aus so vielen anderen Abkommen ausgestiegen sind, ist was das Geld angeht, natürlich bitter. Aber auch da eigentlich im Westen nichts Neues. Denn die USA hat nie viel von internationalen Regeln (die ihnen nicht zu Gute gekommen sind) gehalten. Sie veranstalten seit vielen Jahrzehnten gewaltsame Regime-Changes, völkerrechtswidrige Angriffskriege, UN-Resolutionen sind für sie Klopapier und IGH und IStGH sind für sie Feinde, die erkennen diese interationalen Gerichte nicht an. Und zwar nicht erst seit Trump. Mit dem ist es schlimmer und offener geworden, aber die Richtung hat sich nicht groß geändert.

  • Trump fühlt sich nur seinem eigenen Gewissen/Moral und seinen eigenen Ansichten verpflichtet. Alles andere, außer es passt ihm in den Kram, oder lässt sich in seine Richtung argumentieren zählt für ihn nicht.

    Der Rest der Welt hat ihm leider zu wenig entgegenzusetzen und auf welche Seite sollte sich dieser denn stellen?

    Europa ist von den USA zu stark abhängig, sich selbst nicht einig und muss sich dazu noch mit seinen Entscheidungen, wie dieser, auseinandersetzen.



    Dazu können manche Beschlüsse in der EU nur einstimmig getroffen werden, was ihm (und auch Moskau) entgegenkommt. Denn somit müssen in der EU bedauerlicherweise oft langwierige faule Kompromisse geschlossen werden. Bis diese dann (evt unter Beeinflussung einzelner Staaten/Personen?) getroffen werden, sind die USA, Russland und China schon drei Schritte weiter.

    • @C Walser:

      "Trump fühlt sich nur seinem eigenen Gewissen/Moral und seinen eigenen Ansichten verpflichtet"

      Der Mann hat weder Gewissen noch Moral.

      • @Kaboom:

        Korrekt erkannt. Deshalb er sich auch so verhält, wie er es tut. Ein skrupelloser Schnösel?

  • @Flix



    "... aber grundsätzlich wird auch Dummheit durch Dummheit an die Macht gewählt."



    Sehr wahr, und trotzdem sehr traurig. Und zu guter Letzt für mindestens noch eine künftige Generation unumkehrbar. Im Sinne von "bis es auch der letzte Depp mitbekommt".

    • @Fritz Müller:

      Die Umkehr wird aber ganz sicher schneller gehen. Wenn es der großen Masse in USA erst richtig schlecht geht. Da sind wir kurz davor.

  • Ein Cretin wie Trump ist sicher ein extremes Beispiel, aber grundsätzlich wird auch Dummheit durch Dummheit an die Macht gewählt.



    Wenn ich mir insbesondere die aktuellen Prognosen für die ostdeutschen Landtagswahlen anschaue, stehen große Teile der deutschen Wähler denen in den USA um nichts nach. Wer eine faschistische Partei wählt, die gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse leugnet, eine Sozial- und Wirtschaftspolitik propagiert, die vor allem den eigenen Wählern schaden würde, isolationistisch, rassistisch und revisionistisch auftritt, ist entweder selber ein Faschist oder brunzdumm, nur das „Protestwählertum“ darf man ihm nicht als Ausrede durchgehen lassen.

    • @Flix:

      Und ich will mal nur eins dagegen halten: Merz als Bundeskanzler hat es nicht für nötig gehalten, in seiner Neujahrsansprache auf die (immer öfter prekären) Lebenssituationen der einfachen Menschen einzugehen. Das stößt das vielen sauer auf, nicht nur im Osten. Vor allem die aktuelle Regierung setzt alles daran, den von allen erarbeiteten Reichtum noch stärker von unten nach oben zu verteilen. Entsolidarisierungen in der Bevölkerung wird dabei billigend in Kauf genommen.

      • @Minion68:

        Das ist ja gerade das Absurde, dass die AgD nichts ändern würde, sondern wie Flix andeutet, ebenfalls neoliberal auftritt.



        Und die Brücke "mir geht es nicht gut / ich befürchte, dass es mir bald nicht gut geht" hin zu "ich unterstütze deshalb Rassismus und Angriffe auf die Demokratie" muss man auch erstmal gehen.

        • @Ciro:

          Doch waren wir Deutsche nicht immer schnell bereit die Brücke zu gehen? Haat sich an diesem Verhalten den tatsächlich etwas geändert seit dem letzten Krieg? An dem Verhalten unseres Merz, das sehr ähnlich dem des Orangenen ist, ist das bereits ablesbar.

        • @Ciro:

          Ich kenne einige Menschen, die sagen: "Hier muss mal jemand durchgreifen!" und beziehen dies i.A. auf das Thema Migration. Das ist dann vor allem deren Grund, AfD zu wählen. Dabei kommt auch zum Tragen, dass sie selbst im Leben mit hohen Kosten (z.B. hohe Mieten) zu kämpfen haben. Dabei werden auch gerne die Erzählungen von "den Sozialschmarotzern" mit ins Feld geführt, obwohl soche "Erzählungen" immer wieder widerlegt werden, aber das wollen viele dann nicht mehr hören. Und so lassen sie sich als Benachteiligte gegen andere Randgruppen ausspielen. Auf Benachteiligten herumzuhacken ist ja leichter, als dicke politische Bretter zu bohren.

          • @Minion68:

            Korrekt, da ist das Momentum wieder, das wir bereits zum Beginn des letzten deutschen Krieges erleben konnten. Der Masse ging es wirtschaftlich richtig schlecht und ein Gewissenloser ohne Moral kam daher und spielte die Benachteiligten gegen die Minderheiten (u.a. Juden) aus. wie es dann weiter ging sollten wir ja wissen.

      • @Minion68:

        Merz, in meinen Augen auch nicht die hellste Kerze auf der Torte, macht genau das, was von ihm zu erwarten war und von seinen Förderern erwartet wird. Das ist gelinde gesagt zum Kotzen, nur dass AfD zu wählen hier auch keine Abhilfe schafft.

        • @Flix:

          AfD wählen befeuert das Problem nur noch. Leider ist das vielen nicht klar.

      • @Minion68:

        Völlig richtig.

        Aber warum wählt jemand aus einem solchen Grund eine Partei, die für noch mehr soziale Ungerechtigkeit sorgen will, als die CDSU oder FDP?



        .



        Das ist doch völlig besch....



        .



        Ähnlich wie in den USA wo nicht wenige von der jahrzehntelangen neoliberalen Politik der Demokraten enttäuscht waren und aus diesem Grund Trump gewählt haben. Bei Interviews gaben Menschen an zwar beide Kandidatinnen nicht zu mögen, aber Trump sei die bessere Wahl.



        Man stelle sich mal vor, die ganzen Enttäuschten hätten statt für Trump für eine Kandidatin aus dem linken Flügel der Dems gestimmt. Bernie zum Beispiel.



        .



        In Deutschland heißt es ja auch von vielen AFD Wähler:innen: "ich bin nicht rechts". Aber es gibt nur 2 rationale Gründe für die Wahl dieser Partei. Man ist entweder reich und asozial oder rechtsradikal. Wer weder das eine noch das andere ist und trotzdem glaubt die AFD ist die beste Option, ist einfach nur dumm.

    • @Flix:

      Richtig. Der Zusammenhang zwischen Faschismus und Wirtschaftspolitik ist belegt und bekannt:

      de.wikipedia.org/w...Wirtschaftspolitik

      Leider ist die AfD hier nicht der einzige Gegner des Volkes. cdU/csU/fDP sind nicht besser, weder in Sachen neoliberaler Politik und auch nicht was die Migrationspolitik (schlichter Rassismus und Menschenfeindlichkeit) angeht. Und sDP und die Grünen haben diese Politik bisher zumindest mitgetragen wenn sie mit denen kooperiert haben. Ein philosophisches Problem, ab wann die kleinen Dämpfer dieser Irrsinnspolitik durch sie eine Kooperation noch rechtfertigen, oder ab wann man nur noch in die Opposition gehen kann, um wirklich ein Zeichen dagegen zu setzen und die Bevölkerung dagegen zu mobilisieren.



      Der jetzige Zustand führt jedenfall zu zwei Lagern: die einen trauen niemandem mehr und gehen zur AfD. Und die anderen lassen sich von der immer noch stattfindenden "das ist die SED"-Erzählung nicht beirren und wählen Linke. Wären wenigstens alle im Lager der Linken vereint, wäre das eine starke Opposition.

      • @Jalella:

        Nein, die Union und FDP sind in der Tat nich wirklich besser, vor allem verkennen sie, dass im Zweifel das Original gewählt wird, was sich gerade deutlich in den Umfragewerten zeigt. Die von Merz ausgestrahlte soziale Kälte ist schon erschreckend, ebenso das Wiedererstarken derselben Hybris, mit der die Konservativen Deutschland schon einmal in den Abgrund geführt haben.



        Bei SPD und Grünen lodert zumindest hin und wieder eine Hoffnungsschimmer auf, ob‘s reichen wird?



        Eine vereinte Linke käme wohl leider der Quadratur des Kreises gleich.

        • @Flix:

          Ja, eine vereinte Linke wäre gut, aber das ist noch ein weiter Weg. Erfahrungsgemäß vermehren sich die linken Strömungen durch Spaltung, und hacken sich dann gegenseitig ins Knie.

    • @Flix:

      Leider müssen unter dieser Dummheit auch die vielen Ostdeutschen leiden, die den Durchblick haben.

    • @Flix:

      So ist es: "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber"; und davon scheint es insbesondere im Osten eine ganze Menge zu geben, wobei auch im Westen der Herr mehr Hirn vom Himmel schmeißen möge!

    • @Flix:

      Ich stimme Ihnen zu.



      Auch ich kann das Wort Protestwähler nicht mehr hören.



      Jeder sollte wissen wofür die AfD steht und darf sich nicht beschweren, wenn sie selber als Faschisten bezeichnet werden.

  • Trump zerlegt mit einer hohen Geschwindigkeit wichtige Dinge, welche über Jahrzehnte aufgebaut werden mussten und verfolgt seine rechtsradikalen und reaktiinären Ziele.



    Weder die Opposition oder Justiz in den USA, noch die EU oder die Zivilgesellschaft leistet derzeit erfolgreich Widerstand.



    Aber in der Taz kann ich zumindest zweimal am Tag lesen, wie dumm und unfähig die Orange ist. Dann muss es ja ganz einfach sein sie zu stoppen oder?

    • @Genosse Luzifer:

      Aber das ist es doch auch. Wir können in aller Ruhe darauf warten, denn der/die Orange zerlegt sich durch seine eigenen Vorhaben selbst. Deshalb wartet die Opposition in USA überwiegend ab, um die Umkehr von den Grundfesten aus zu starten

  • Der Kommentar verkennt in welche Richtung sich die USA momentan entwickeln. Die Meinung des Rests der Welt interessiert diese schlicht nicht mehr, darum kann man aus Trumpscher Sicht diese Beträge auch sparen da man egal was der Bericht aussagen wird sowieso nicht vorhat sich daran zu halten.

  • Falls die Republikaner unter Trump, oder wem auch immer, jemals wieder die Regierungsgewalt verlieren sollten kommt auf die Nachfolger einiges an Arbeit zu.



    Es geht Trump wohl vorallem darum "sich nicht reinreden" zu lassen - egal ob das immer Sinn ergibt.

    • @Riodria Sonnenherz:

      "Auf der einen Seite sehr hoch angesichts dessen, was er sich leistet. Auf der anderen Seite sind 55-60% stabil gegen seine Politik, zunehmend mehr."

      Der entscheidende Punkt ist, JEDE(N) zur Verantwortung zu ziehen, der/die Gesetze gebrochen hat. Nicht wie damals nach dem Wahlsieg von Obama, der zu schwach war, die Bande von Kriegsverbrechern der Regierung Bush vor Gericht zu bringen.

  • Trump interessiert nicht, was der IPCC da schreibt, insofern sind ihm aus seiner Sicht natürlich auch „nur“ ein paar Millionen für eine mildere Formulierung zu viel.

  • "Natürlich war im Erdölzeitalter der Naturschutz immer nur zweitrangig"



    /



    Ein Beispiel mit Brisanz:



    "Beim Willow Project geht es um Ölbohrungen in der Region North Slope im US-Bundesstaats Alaska. 2020 wollte der Energiekonzern Conoco Phillips im Nationalpark National Petroleum Reserve fünf neue Ölfelder errichten. Die Trump-Regierung genehmigte das Projekt damals. Doch unter Präsident Joe Biden wurde das Vorhaben mit einem Gerichtsentscheid wegen Umweltaspekten gestoppt. Mitte März 2023 entschied die Biden-Regierung, das Willow Project nun doch wieder zu genehmigen."



    Quelle srf.ch



    Selbst Biden knickte ein.



    Es geht um pekuniäre Profite und monetäre Margen, nicht um Naturschutz.

    • @Martin Rees:

      Ja natürlich, solange der Naturschutz im Preis nicht erfahrbar ist und die Kosten der damit verbundenen Katstorphen die Allgemeinheit bezahlen muss, sind noch imer zu viele dabei auf Kosten der Natur ihre Gewinne zu machen.