piwik no script img

Zölle von US-Präsident TrumpEskalation vermeiden

Anja Krüger
Kommentar von Anja Krüger

Donald Trump verhängt neue Zölle gegen viele Länder. Die betroffenen Staaten sollten die Kampfansage nicht annehmen, sondern cool bleiben.

Ende einer Ära: US-Präsident Trump zeigt eine unterzeichnete Anordnung für neue Zölle im Rosengarten des Weißen Hauses Foto: Evan Vucci/AP/dpa

U S-Präsident Donald Trump hat mit seiner Rede am Mittwoch wie angekündigt seine Zollkeule ausgepackt – und eine neue Epoche der Welthandelspolitik eingeleitet. Die USA wenden sich definitiv von den bisherigen, von ihnen einst selbst gestalteten Regeln des internationalen Handels ab. Aber: Zerstören kann Trump das bisherige System nur, wenn andere Staaten seiner Logik folgen. Das sollten sie nicht tun.

Ab diesem Donnerstag werden die USA Importabgaben unterschiedlicher Höhe gegen die EU, China und viele andere Länder auf der Welt erheben. Es ist, ein wenig untypisch für Trump, ein bisschen kompliziert: Die Höhe der von ihm verhängten neuen Zölle soll angeblich halb so hoch sein wie die Abgaben, die nach Ansicht von Trump in den jeweiligen Staaten auf Importe aus den USA fällig werden. „Freundliche reziproke Zölle“ nannte der US-Präsident das bei einer bizarren Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses am Mittwoch. Doch das ist, was typisch für Trump ist, schlicht falsch.

„Fantasie-Zölle“ wäre treffender, denn die Werte haben wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Trump braucht Verhandlungsmasse, er hat sie sich geschaffen. Er bewegt sich weiter argumentativ im bestehenden System der Welthandelsorganisation WTO, faktisch stößt er es um. Auf Waren aus der EU – also auch aus Deutschland – sind jetzt 20 Prozent des Handelswertes bei Einfuhr in die USA fällig. Die durchschnittlichen Zölle der EU auf US-Importe liegen bei unter 5 Prozent. Von reziprok, also auf gegenseitiger Höhe, kann also keine Rede sein.

Bei allem Verständnis für den Impuls, nach Gegenschlägen zu rufen: Das Wichtigste ist jetzt, eine Eskalation zu vermeiden. Viel schlimmer als Trumps neue Tarife wäre eine Spirale von Zöllen und Gegenzöllen und das damit verbundene Aussetzen von Handelsregeln und Marktabschottung. Das mündet schlimmstenfalls in einer Weltwirtschaftskrise, die unter anderem Deutschland wegen seiner Exportorientierung heftig treffen würde. Auf Gegenzölle zu verzichten, wie es etwa Australien angekündigt hat, scheint keine schlechte Strategie zu sein. Mag Trump die Welthandelsregeln aussetzen und halten sich alle anderen indes weiter daran, könnte der Schaden begrenzt bleiben.

Trump schadet der US-Wirtschaft

Die EU wird versuchen, den US-Zoll herunterzuhandeln. Gut, wenn es ihr gelingt. Aber nicht zu jeder Bedingung. Trump vermischt alles mit allem. Er will nicht nur andere Handelsregeln, er will anderen seine gefährliche Weltanschauung und Ziele aufzwingen.

Dass seine Administration mittlerweile versucht, nicht nur Unternehmen innerhalb, sondern auch außerhalb der USA vorzuschreiben, auf Diversity-Programme zu verzichten, zeigt, in welche Richtung es geht. Die EU will er zwingen, die Regulierung von Tech-Konzernen aufzuweichen. Auf so etwas darf sich die EU nicht einlassen. Dann lieber Zölle akzeptieren, die für einzelne Wirtschaftszweige wie die Autoindustrie oder den Maschinenbau schmerzhaft wären.

Möglicherweise geht es auch nur darum, eine Durststrecke zu überbrücken. Trump behauptet, die neuen Zölle würden den USA viel Geld in die Kassen spülen und Unternehmen zu Investitionen in den Vereinigten Staaten bringen. Aber: Dieses Geld werden die US-amerikanischen Bür­ge­r:in­nen und Firmen zahlen, denn es wird auf die Verkaufspreise aufgeschlagen. Leider trifft das vor allem ärmere Menschen und nicht Trumps reiche Freund:innen. Schadenfreude ist also nicht angebracht.

Gleichwohl geht Trump ein nicht zu unterschätzendes Risiko ein. Die Unsicherheit, die der Präsident mit seinem unberechenbaren Regierungshandeln auslöst, verschreckt Investoren – falls es überhaupt zu zusätzlichen Investitionen kommen sollte -, aber das dauert. Trumps Politik schadet der US-Wirtschaft. Und das ist der entscheidende Hebel, damit der Spuk ein Ende nimmt.

Sinkende Aktienkurse und schwaches Wachsen oder gar Schrumpfen der Wirtschaft werden am ehesten dazu führen, dass der Trump-Wahnsinn von beherzten US-Amerikaner:innen beendet oder eingehegt wird – Gegenzölle oder andere Maßnahmen von Handelspartnern werden das nicht schaffen. Trump macht sich in den USA viele Feinde. Unter seinen Autozöllen zum Beispiel leiden auch alle US-Autobauer, denn sie haben verzweigte internationale Lieferketten. Nur einer kommt ohne große Blessuren davon: Elon Musks Unternehmen Tesla.

Dass die mächtigen US-Bosse aus der Autobranche und aus anderen Industrien sich Trumps Treiben auf ihre Kosten auf lange Sicht tatenlos anschauen, ist nicht anzunehmen. Aber bis sich das niederschlägt, wird es leider noch dauern.

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Anja Krüger
Wirtschaftsredakteurin
Buchveröffentlichungen: „Die verlogene Politik. Macht um jeden Preis“ (Knaur Taschenbuch Verlag, 2010), „Die Angstmacher. Wie uns die Versicherungswirtschaft abzockt“ (Lübbe Ehrenwirth, 2012).
Mehr zum Thema

80 Kommentare

 / 
  • Deutschland erhebt seit Jahr und Tag 25% Zoll auf amerikanische Autos...



    zuzüglich derzeit 19% EUSt., versteht sich.

  • Die richtige Gegenstrategie gegen Bullys: Zölle, die Trumps Buddys wirklich weh tun - sie verstehen nichts außer der Sprache des Geldes, bei Russland ist das etwas komplizierter.

    Dann, auf die Selbstisolation der USA mit alternativen Partnern reagieren: Alternative Freihandelszonen z.B. mit Brasilien, Indien, China, Australien, Südafrika, Japan ....

    Schulhofterroristen wie Trump sollte man nicht mit Kooperationsspielchen kommen. Das wird nur als Schwäche ausgelegt.

  • Nix machen ist aber keine Alternative Frau Krüger. Natürlich wird es Gegenzölle geben. Und das ist ein Problem für die USA, auf deren Exportprodukte wesentlich leichter zu verzichten ist, als z.B. auf unsere

  • Ich verstehe die Sorge vor Eskalation. Aber ich muß daran denken, daß die Demokraten in den USA mit der Devise "When they go low, we go high" schon 2016 gescheitert sind. Man darf Trump keinen Erfolg gönnen, auch keinen scheinbaren. Es geht hier nicht nur um die Wirtschaft, es geht um die Verhinderung einer Despotie, nicht nur für die USA. Wenn nötig, auch unter Opfern.

  • finde die Welt sollte total eskalieren. Die USA haben zwei Achillesfersen. die Niedrigbesteuerung von BigTech. Die Gewinne fallen im Ausland an, werden aber kaum besteuert. Und in eine ähnliche Richtung geht: Transfer Pricing. Also das künstliche Erhöhen von Produktkosten um Gewinne von einem Hochsteuerland in ein Niedrigsteuerland wie die USA zu verschieben. Beides Bereiche, bei denen man schön ansetzen könnte.

  • Trump ist wie ein Rowdy auf dem Schulhof der kleinere Kinder drangsaliert und ihnen das Pausenbrot wegnimmt.



    Lässt man ihn gewähren macht er weiter.



    Einem solchen Schnösel muss man sofort die rote Karte zeigen.



    Es entsteht dabei kein Zollkrieg mit der Welt und einem Zusammenbruch der Weltwirtschaft. Die Weltwirtschaft muss sich gegen solche Rüpel schützen. Das erhöhen von Steuern auf Umsätze im I-Commerz amerikanischer Firmen und gleichzeitig etwas den Zoll absenken für Waren aus Kanada, Mexico und China würde ein Zeichen setzen.



    Wann soll man Trump nein sagen? Wo ist die rote Linie?



    Nachdem er Grönland annektiert hat, wie Putin die Krim?



    Oder schieben wir dann die rote Linie noch ein bisschen weiter und weiter und weiter?

  • Ich denke hier wird ganz schön verkannt, dass Typen wie Trump im Nichtstun eine Schwäche sehen und dies ausnutzen werden. Ich finde es ist naiv zu glauben, es wird dabei bleiben wenn man nur still sitzt und das akzeptiert was er einem jetzt aufbrummt. Und ich glaube auch nicht das wir damit der amerikanischen Zivilbevölkerung helfen, die sich gegen ihn stellen, wenn wir nichts tun. Gegenzölle und sich schleunigst mit den Ländern zusammen tun, die ebenfalls betroffen sind und neue Handelswege und -partner finden. Diversifizierung ist da soweiso besser. Einfach mal schauen was haben andere Länder bisher an die USA geliefert, was wir auch gebrauchen können und was haben wir den USA geliefert, was sie auch andere gebrauchen können.



    Man sollte hier auch mal darüber reflektieren, dass genau dieses Füße still halten und Nichtstun gegenüber den USA in fast allen Bereichen, sie genau in die Machtposition gebracht haben, in der sie sich jetzt befinden. Drohungen, Erpressungen und Ausbeutung von Ländern findet nur nicht mehr hinter verschlossenen Türen, sondern offen statt.

  • Die "beherzten Amerikaner" hatten am 05.11.2024 die einmalige Chance ihr Land vor der Barbarei zu retten. Sie haben das Gegenteil getan oder sind eingeknickt oder in der Minderheit verschwunden. Erinnern wir uns an unsere eigene Geschichte: Es gab nicht gar so viele Adenauers, Bonhoeffers, Ossietzkys, van Galens, Lübecker Märtyrer. Vergessen wir "beherzte Amerikaner", "vernünftige Russen", "liberal denkende Chinesen" und akzeptieren wir die Welt, wie sie ist und handeln um Himmels Willen selbst beherzt ohne noch auf irgendein Wunder zu warten!

  • Jeder/Jede kann was gegen Trump und sein Gruselkabinett und deren Fantasiezölle tun: Konsequent US-Ketten und Produkte boykottieren, angefangen bei Amazon,Mac Donalds,Starbucks, Apple usw usf. Es sind in der Regel sowieso überteuerte Produkte, die wir leicht umgehen können. Wer sich dem Trumpschen Affentheater aussetzt, ist selber schuld.Europa ist stark genug, dem etwas entgegenzusetzen. Nichts zu tun ist die dümmste aller Möglichkeiten.

    • @Fred Feuerstein:

      > überteuerte Produkte, die wir leicht umgehen können.

      Wie umgehe ich die Nutzung von Windows auf einem PC wenn ich eine Branchensoftware nutzen muss, die aus den 90er Jahren stammt und nur unter Windows läuft? Ich bin dankbar für jeden praxistauglichen Hinweis! (die Software läuft leider nicht unter WINE auf einem Linux-System 🤷🏼‍♂️)

      • @Grenzgänger:

        Eine Branchensoftware aus den 90ern? Läuft bei Ihnen Windows 95?

  • Die Deutsche Untertanen/Sklaven Mentalität die schon jede Unterstützung der Ukraine hinausgezögert hat jetzt bei den Zöllen. Deeskalation gegenüber Aggression bringt nur mehr Aggression, man muss jetzt massiv Zölle gegen alles erlassen was in republikanischen Staaten produziert wird und gegen den amerikanischen Techsektor. Neue harte Vorschriften. Dann soll der TÜV Tesla Autos auseinandernehmen irgendwas findet sich schon damit die nicht länger zugelassen werden dürfen, etc. Eskalieren, eskalieren, eskalieren und dann die gnädige Hand zur Verhandlung ausstrecken wenn der andere überzeugt ist das man eher die ganze Welt niederbrennt als nachzugeben.

    • @Machiavelli:

      Oder man geht jetzt auf die anderen von Trump gäGeschädigten zu und baut Handelshemmnisse ab.

    • @Machiavelli:

      Ich bin von mir selbst überrascht: Hier muss ich Ihnen ausnahmsweise einmal aus vollem Herzen zustimmen!

    • @Machiavelli:

      Ich sehe du trägst deinen Namen nicht zu Unrecht, Niccolo. Und als nächstes drohen wir dann mit der Annexion von Las Vegas. Oder wir nehmen uns ein Beispiel an der besonnen reagierenden mexikanischen Präsidentin, Claudia Sheinbaum. "In den Verhandlungen setzte Mexiko auf eine Mischung aus Wirtschaftsdiplomatie und pragmatischen Lösungen, um den drohenden Zöllen zu entgehen, was schließlich auch zu einer Einigung führte, ohne dass Trump die Zölle tatsächlich umsetzte."

  • Sehe ich genauso ... die einzige direkte Auswirkung der Zölle ist erst einmal, dass importierte Waren für die USA deutlich teurer werden. Wenn andere Länder einfach nicht darauf reagieren, wird sich das von selbst ausnudeln.



    Ich denke auch, dass die mittelfristige Strategie von Trump darauf beruht, dass andere Länder so reagieren, wie sie bisher immer reagiert haben (also mit Gegenzöllen oder anderen Maßnahmen). Hier einfach mal etwas neues zu tun, nämlich gar nix, und abzuwarten bringt seine Gesamt-Strategie durcheinander und die US-Bürger, die einfach nur für alles sehr viel mehr bezahlten müssen, gegen ihn auf.

    • @Leslie Gurkensalat:

      "die einzige direkte Auswirkung der Zölle ist erst einmal, dass importierte Waren für die USA deutlich teurer werden."



      Fragt sich halt für wen. In umkämpften Märkten wird der Importeur (z. B. ein deutscher Autohersteller) die Preise senken müssen, um im Markt zu bleiben. Das zahlt nicht der amerikanische Verbraucher, sondern der deutsche Hersteller. Wie und an wen dieser das dann weitergibt, ist offen; seine Arbeitnehmer würden mir spontan einfallen.



      "Wenn andere Länder einfach nicht darauf reagieren, wird sich das von selbst ausnudeln."



      Ich fürchte, gar so einfach ist es eben nicht. Das wird disruptive Wirkungen haben. In jedem Fall.

  • Nichtstun ist genau das Falsche bei einem Narzisten wie Trump. Diese Form der Unbesiegbarkeit durch Lethargie strebt er ja gerade an. Wenn man ihm aber hart Grenzen aufzeigt und auf die Nase haut, trollt er sich und sucht sich eine andere Spielwiese, das zeigt die Vergangenheit.

    Es bringt mich zur Weißglut, dass Menschen bei Hilflosen wie Flüchtlingen und Leistungsempfängern gerne noch einmal extra draufhauen möchten aber bei anerkannten Arschlöchern wie Trump "nochmal nachdenken" müssen - sind wir solche Schleimer ohne Rückgrat?

    • @hedele:

      "Es bringt mich zur Weißglut, ..."



      Mich auch.

  • Ich glaube, dass man Eskalation vermeidet, indem man einem Aggressor einfach aus dem Weg geht.



    Aber wie das bei Trump funktionieren soll, weiß ich nicht.



    Bei unvermeidbaren Zusammentreffen ist Schwanzeinziehen nicht unbedingt die beste Lösung.

    • @Erfahrungssammler:

      Wir können nicht auf den Mars ziehen und auch wenn ich den Gedanken die gesamte EU zieht mit Mann und Maus auf den Mond Europa verlockend finde, sind wir davon technologisch noch Jahrhunderte entfernt. Daher kann man Trump nicht aus dem Weg gehen.

  • Ich würde jetzt auch nicht in Panik geraten. Dann kostet der französische Wein demnächst halt 24$ statt 20$ pro Flasche oder eine deutsche Produktionsanlage 1.200.000$ statt 1.000.000$. Auch egal. Die USA können nicht alles selbst produzieren. Schaffen sie nicht, jedenfalls nicht sofort. Wenn sich die EU jetzt nicht zu blöd anstellt, kann sie von der Situation enorm profitieren.

    • @Aurego:

      Die USA haben den facto Vollbeschäftigung, die können gar nicht mehr produzieren. Irgendwelche Effekte sind sehr langfristig und werden wahrscheinlich durch die negativen Aspekte der Zölle überlagert.

      • @FancyBeard:

        Genau das ist das Problem. Aber vielleicht fangen die gefeuerten Staatsbediensteten dann in den neu entstehenden Industriestandorten noch einmal von vorne an. Die Zölle machen für die US-Amerikaner jetzt erst einmal alles wesentlich teurer. Das wird zu einem Inflationsproblem führen und evtl. zu einem Anstieg der ohnehin schon hohen Fed-Zinsen.

  • Wer verhinderte eigentlich vor nicht einmal 10 Jahren das Freihandelsabkommen TTIP? Das hätte ja alle Zölle mit den USA abgeschafft. Ich entsinne mich da an Beiträge über die Vorteile von Zöllen und Einfuhrbeschränkungen, maßgeblich von solchen Experten wie Sven Giegold oder die Leute von ATTAC...

    • @Wellmann Juergen:

      Es geht Trump nur teilweise um irgendwelche "Zölle", er beruft sich ständig darauf, dass der Handel generell "unfair" sei. Die US-Zölle sind nur sein Mittel um dieser hundsgemeinen unfairen "Vergewaltigung" (!) etwas entgegenzusetzen.

      Wenn ich es richtig interpretiere, dann zielt er auf die "nicht tarifären Handelshemmnisse" ab. Ein Beispiel wäre, dass die europäischen Social-Media-Giganten (OK, die gibt's natürlich nicht) in den USA kein Personal für die Inhaltsmoderation einstellen müssen, die US-Unternehmen das aber in Europa tun müssen. Sowas findet er gemein...

    • @Wellmann Juergen:

      Man konnte, und einige können es auch heute noch nicht, sich nicht vorstellen, dass die regelbasierte Ordnung der Globalisierung einfach so über den Haufen geschossen werden kann und wollte nicht noch mehr durch einzelne Länder nicht zu kontrollierende transnationalen Einflussmöglichkeiten für das Kapital wie Schiedsgerichtshöfer etc. Auch damals kam schon ein signifikanter Anteil der Kritik daran von Teaparty und rechten deutschen/europäischen Gruppierungen, was Giegold und ATTAC immer ignorierten bzw. sich Träumereien hingaben sie könnten bessere Regeln festlegen. Ohne Ausbau der Globalisierung, verbunden mit Reformunwilligleit alternder Gesellschaft im inneren, rutscht man aber in eine Krise, die dann Rechte nach oben spült. Schade, dass da viele bei dem Südamerika-Abkommen immer noch in Widerstand verharren.

    • @Wellmann Juergen:

      Dieses Abkommen würde von Trump wahrscheinlich heute als das schlechteste in der Geschichte der Menschheit bezeichnet, er würde noch herzzerreißender seinen Dollars hinterherweinen, uns als Straßenräuber bezeichnen und TTIP in der Luft zerreißen, so ähnlich wie er es mit dem von ihm selbst ausgehandelten Abkommen mit Mexiko und Kanada schon getan hat.

  • "Von reziprok, also auf gegenseitiger Höhe, kann also keine Rede sein."

    Ähm...... Frau Krüger und Herr Trump scheinen sich beim Thema "reziprok" misszuverstehen........

    Denn es ist doch so: seid etwa Mitte des 20. Jahrhunderts hat kein Land so sehr unter dem Freihandel, aka Globalisierung, gelitten wie die USA - während alle anderen profitierten, Deutschland sehr weit vorne mit dabei.

    Das Wort "Outsourcing" macht weltweit jeden Arbeiter Angst; aber nirgends wurde so schamlos deindustrialisiert wie in den USA.

    Beispiel: die deutschen Autokonzerne produzieren hauptsächlich in Mexiko um den US Markt zu bedienen - während die frühere Autoindustriestadt Detroit teils aussieht wie Dresden 1945.

    Das meint Trump mit "reziprok". Er meint nicht nur gegenseitige Zölle in gleicher Höhe. Er will Schadenersatz für die seid über einen halben Jahrhundert bestehenden unfairen Bedingungen gegenüber den USA im Welthandel !

    Ok, es waren auch zahlreiche US Präsidenten, demokratische wie republikanische, die beim Thema "freier Handel, "Handelshemmnisse beseitigen", "Globalisierung" immer mit als erste gebrüllt haben.

    Trump versucht nun deren Fehler zu korrigieren.

    • @Tariffs yes, income tax no:

      Sie sind ein Troll, eine Antwort bekommen Sie trotzdem, da ich sie sonst einfach so unter dem Artikel als Kommentar veröffentlicht hätte:D



      Seit dem 2. Weltkrieg legt die USA die Ordnung der Welt fest. Durch den Aufstieg Chinas etwas weniger, aber auch die Chinesen sind in eine durch die USA geschaffene Weltordnung eingebettet. Die USA wollten übrigens gar nicht, dass die Europäer militärisch stärker werden.



      Wenn Trump einen Fehler korrigieren möchte, dann dass die Masse der US-Bevölkerung nicht an in dem Maße an den massiven Gewinnen der Konzerne und Eignern der Konzerne teilhat, wie es eigentlich möglich wäre.



      Statt Brot gibt es jetzt Spiele: Ihr werdet zwar nicht reicher, aber ihr könnt jetzt wenigstens zuschauen, wie euer Land öffentlichkeitswirksam seine Macht einsetzt. Einziger Pluspunkt ist er marschiert nirgendwo ein.

    • @Tariffs yes, income tax no:

      Und bei all dem Leid und dem Schaden durch Handel haben es die USA trotzdem irgendwie zur unangefochtenen Weltmacht gebracht. Sagenhaft. Wenn Trump seit 1950 Präsident wäre, die Menschheit wäre längst auf dem Jupiter gelandet.

      • @nihilist:

        Nicht die "Menschheit". Die USA wären dort.

    • @Tariffs yes, income tax no:

      Sieht Detroit so aus, weil outgesourcet wurde oder weil man die großen Autos nicht mehr kaufen wollte > Strategiefehler > japanische Kleinwagen? "Seit 1960 im Niedergang" - mei, genug Zeit, um etwas richtiges zu tun?

      USA, das Opfer?



      Wer hat die USA davon abgehalten die Zölle anzupassen? Wollte man den Vorteil eines niedrigeren Preises nicht verlieren?



      Gut, reziprok geht ja: 20% auf Produkte aus den USA. Bei unserer Wirtschaftslage erledigt sich da ja der eine oder andere Kauf eh.



      Gewinn für wen in Summe?

      Ausgeglichener Handel ist immer die friedlichste Lösung. Und das wollen die Menschen. Frieden und Freiheit für ihr kleines Leben. Könnte man hinbekommen, wenn man wollte.



      Wer hindert uns daran?

    • @Tariffs yes, income tax no:

      Wenn man Vollbeschäftigung hat, verlagert man alle wenig rentablen Produktionen in Billiglohnländer und spezialisiert sich auf Produkte nit hohen Margen. Genau das haben die USA getan. Wenn sie Industrieproduktion zurückholen, wird diese wieder wenig profitabel sein, die benötigten Arbeitskräfte werden anderswo fehlen und die USA werden wirtschaftlich schwächer.

      • @Aurego:

        Ich glaube nicht, dass Trump hauptsächlich auf die Rückverlagerung von Arbeitsplätzen abzielt. Das sagt er nämlich nicht, er spricht "nur" von unfairem Handel (was auch immer das sein mag). Das mit der Rückverlagerung hat er in seiner ersten Präsidentschaft versucht, da hat er es dann aber auch permanent gesagt.

        • @Nafets Rehcsif:

          Doch, genau das will Trump: Er will, dass in den USA investiert wird, um die USA als Produktionsstandort zu stärken. Kann man alles auf whitehouse.gov nachlesen. Das heißt de facto die Rückverlagerung von Industrie-Arbeitsplätzen in die USA. Wer sollte die Sachen denn dort produzieren? AI-gesteuerte Roboter etwa?

    • @Tariffs yes, income tax no:

      "seid etwa Mitte des 20. Jahrhunderts hat kein Land so sehr unter dem Freihandel, aka Globalisierung, gelitten wie die USA"



      So sehr, dass die armen gebeutelten USA in dieser Zeit zur reichsten und mächtigsten Nation der Welt aufstiegen.



      "Trump versucht nun deren Fehler zu korrigieren."



      Sollte man nicht tun, wenn man keine Ahnung von den Fakten hat.

    • @Tariffs yes, income tax no:

      "Das Wort "Outsourcing" macht weltweit jeden Arbeiter Angst; aber nirgends wurde so schamlos deindustrialisiert wie in den USA."



      Ja und? Wer hat denn 'für ein paar Dollar mehr' jeden nur möglichen Arbeitsplatz gestrichen oder outgesourct? Bush, oder Obama oder Biden?



      Es war letztendlich die ganz brutale Geldgier der Shareholder und der ach so genialen Firmenbosse, mit Millionen-Gehältern.



      Wenn heute einer der Bosse ankündigt, Stellen zu streichen, steigt der Aktienkurs, in der Hoffnung auf noch mehr Profit.



      Schuld sind die bösen, bösen Anderen.



      So ein Quatsch.

  • Gar nichts tun, halte ich für einen sehr schlechten Weg. Bullys wie Trump fühlen sich durch so etwas nur dazu motiviert, noch unverschämter zu sein. Ja, die amerikanischen Verbraucher werden das zahlen. Aber die amerikanische Wirtschaft wird erstmal profitieren und die europäischen Bürger leiden dadurch, dass z.B. deutsche Autobauer dann mehr in den USA produzieren.



    Statt nichts zu tun, wäre es jetzt an der Zeit, in Richtung auf eine bessere Besteuerung internationaler Konzerne zu gehen. Und das heißt, dass internationale Konzerne nicht nur dort Steuern zahlen, wo Ihr Heimatsitz ist, sondern auch dort, wo sie Umsätze machen. So wie das ICRICT-Komitee um Joseph Stiglitz das vorschlägt. Und das heißt beispielsweise, dass es eine Digitilsteuer geben muss für Techkonzerne wie Amazon, Google, Facebook etc., die in Deutschland und Europa einen erheblichen Umsatz machen, aber hier fast keine Steuern zahlen. Generell sollten internationale Konzerne hier entsprechend Ihres Umsatzes Steuern zahlen, also z.B. 3% vom Umsatz statt 30% vom Gewinn. Und wenn man dazu Zölle für amerikanische Unternehmen einführen muss. Nur zu.

  • Amerikanische digitale Dienstleister und Anbieter wie Google, Meta, X oder Amazon zahlen bisher so gut wie keine Steuern in der Europäischen Union. Dadurch entgehen der EU jährlich nicht nur Millionen von Euro, sondern sie fördert auch aktiv ihre eigene digitale Abhängigkeit.

    Da hinter den von der Trump-Administration erhobenen Strafzöllen offenbar der politische Wille steht, Druck auf die EU auszuüben, ihre Gesetze zu lockern, Hassrede und Desinformation in digitalen Räumen zuzulassen und ein amerikanisches Verständnis von „Meinungsfreiheit“ durchzusetzen, könnte die Einführung einer Digitalsteuer genau die passende Antwort sein.

    Im Gegensatz zu eigenen Strafzöllen, die letztlich nur den europäischen Bürger*innen schaden, träfen europaweite Digitalsteuern nicht nur gezielt die US-Wirtschaft, sondern hätten auch genau die richtigen Adressaten – denn von Google über Meta bis X stehen die großen Digitaldienstleister heute mittlerweile alle hinter Trump.

    • @Tim Klabim:

      Man muss sehr vorsichtig sein bei US-Tech... Wir reden da von viel mehr als Facebook und Co... Wenn die Amis uns "Tech" abdrehen, dann geht bei uns über Nacht nichts mehr, kein Internet, keine Überweisung, kein Telefon, nichts... Die größeren Unternehmen könnten über Nacht nicht mehr produzieren, der Handel wüsste noch nicht einmal mehr wie er die Waren jemals wieder aus dem vollautomatischen Hochregal bekommen soll, etc... US-Tech steckt überall mit drin und ist derzeit auch unersetzlich.

      Versuchen Sie mal einen beliebigen Computer (vom Smartphone bis zum Großrechner) zu bekommen, in dem kein US-Tech steckt, oder auch nur eine komplexere Software, die nicht mindestens fürs Ökosystem außen herum irgendwas mit US-Tech braucht...

  • Mir wurde erzählt, dass es in Südkorea eine Luxussteuer gibt, die dort dem Porsche-Absatz nicht weh tut, weil die wirklich Reichen kein Problem haben, diese auch noch zu zahlen. Die Luxusautos aus D haben eben nicht nur tolle Motoren, sondern auch fantastisches Fahrverhalten. Welcher reiche US-Bürger wird zugeben wollen, dass er sich wegen der Zölle einen Mercedes nicht mehr leisten kann ?



    Was mir in der ganzen Berichterstattung fehlt :



    Wir kommen die zT höheren Zölle zustande, die die EU auf Importe aus den USA erhebt ? Können die Ausgleichszölle , die Trump will, auch der Weg in eine Freihandelszone sein ? Wirkt die Chlorhühnchendebatte jetzt nicht total engstirnig u albern? Oder der Widerstand der wallonischen Bauern gegen das Freihandelsabkommen gegen Kanada geradezu trumpistisch ?

    • @Dr.med. Heinz de Moll:

      Natürlich war der Widerstand gegen die Freihandelsabkommen engstirnig und trumpistisch. Gerade der stabile Rechtsrahmen solcher Abkommen ermöglicht es Aktivisten Kampagnen zu fahren. Außerdem werden solche Abkommen auch weiterentwickelt. Vor allem war der Widerstand aber verblendet bzgl. der Gestaltungsmöglichkeiten in einer weniger regelbasierten Welt, wie wir sie heute haben.

    • @Dr.med. Heinz de Moll:

      Nettes Ablenkungsmanöver. War eine andere Zeit und andere Player?



      Wenn die nationale Sicherheit durch biologisch produzierte Hühnereier gefährdet wäre, dürften die Eier auch im Notsand nicht ins Land.

      Jeder ist seines Glückes Schmied - oder nicht. Wir wollen halt keine Chlorhühner essen.



      Dennoch, die Produtke waren es aus meiner Sicht eher nicht bei TTP, sondern die Aushebelung der staatlichen Gerichte?

  • Woher der Glaube kommt es bräuchte Gegenzölle um eine Weltwirtschaftskrise auszulösen verstehe ich nicht, das schafft Trump nämlich ganz alleine…

    Und wieso die US-Autobosse sich beschweren sollen, wenn Trump der ausländischen Konkurrenz das Genick bricht, das verstehe ich auch nicht.

    Wie auch immer, Trump kann zumindest der EU vorschreiben was ihm beliebt. Die Abhängigkeiten Europas sind zu groß… Und eskalieren kann und wird er auch von ganz alleine, sobald seine Forderungen nicht erfüllt werden dreht er hoch. Höhere Zölle, Exportverbote (Gas, Software, Hardware, Rüstung), Truppenabzug, usw…

    Es gibt genau zwei Möglichkeiten, entweder er wird ganz ohne uns innenpolitisch kaltgestellt, oder wir tun was er sagt. Daß wir uns „erfolgreich“ wehren könnten ist ein Märchen, dazu bräuchte es aus der heutigen Situation heraus erst einmal ein Jahrzehnt intensiver Vorbereitung.

    Brüssel und Berlin müssen halt noch so tun als könnten sie was tun bevor sie einknicken, das ist schon alles. Mehr als so zu tun als ob wird nicht gehen.

    • @Nafets Rehcsif:

      Eine Digitalsteuer wird gehen. Denn die Konzerne haben keine andere Chance als die aus Ihren Gewinnen zu zahlen. Denn die Endverbraucher zahlen ja für Goggle, Facebook, Twitter nichts.

    • @Nafets Rehcsif:

      Aha, wir werden sehen!



      Die Abhängigkeit beruht auf Gegenseitigkeit. Die neuen Märkte sind noch nicht gefunden, einige auch nicht so gut aufgestellt? Und wer will noch unter diesen Bedingungen?



      Aktienkurse sind sehr schnell in der Reaktion und gefährden die Ruhegelder der Amerikaner...NASDAQ -14,7% in drei Monatssicht?

  • Völlig falsch. Maximale Eskalation. Schadet uns das wirtschaftlich? Selbstverständlich. Es ist aber die einzige Möglichkeit, Trump loszuwerden, und der schadet uns nicht nur wirtschaftlich. Ein Absturz der amerikanischen Wirtschaft ist das Einzige, das Trump seine Wähler nicht verzeihen werden. Eine Rezession kann die EU aushalten. Die weitere Zertrümmerung zivilisatorischer Regeln nicht.

  • Klar, sich besonnen zu verhalten ist immer gut. Was sollen Gegenzölle auch bringen?! Aber die Verbraucher könnten schon was tun ... Wir trinken jetzt kein Bourbon mehr, sondern Grappa. Und amerikanische Autos finden wir ohnehin Scheiße.

  • Die Strategie des Weglächelns hat ja nach der Krimokkupation 2014 durch Putin auch so gut geklappt ...

    Trump hält die EU für schwach. Eine kluge Antwort muss die EU geben, es müssen ja nicht Zölle sein. Es könnte die Implementierung einer angemessenen Besteuerung für die amerikanischen Großkonzerne werden, die sich in den Steueroasen der EU dumm und dämlich verdienen.

  • "Das Wichtigste ist jetzt, eine Eskalation zu vermeiden."



    Ob abwarten oder nichts tun ein guter Weg ist, bezweifle ich. Das wird immer als Schwäche ausgelegt und sicher werden weitere Forderungen nachgelegt.

    Ein "System nach Yarvins Theorien"..



    Man testet einfach aus, wie hilflos alle Teilnehmer geworden sind bzw. wer in der Lage ist, das aufzuhalten?

    Ggf. sollte man international den "Handel geschlossen aussetzen" bis stabile Rahmenbedingungen gesetzt sind? Oder juristische Prüfungen, ob das so auch gleichbehandelnd ist, angehen?

    Disruption? >> Unterbrechen / zerstören. Ja, das trifft es, aber nicht im ursprünglich erfolgreichen, guten Sinne.



    Frage ist nur, wen oder was zerstört man?



    Die größte Wirtschaftsmacht schafft sich selbst ab?



    Oder nur ein Miteinander, dass zur Weltmacht geführt hat?

    Bitte gut hinschauen, liebe Mitmenschen mit Hang zu "Germany first" und "Denkzettelwählen"! Da kommt einem einfach ein anderer mit "America first" entgegen und auch "Great Britain first" ist nicht weit. Das geht selbst Frau Meloni "Italy first" zu weit!

    Eigentlich würde ich immer auf den Markt/Konsumenten setzen. Aber die haben das ja gewählt......

    • @Ansu:

      Wenn Trump "abwarten bis in den USA die Bürger unzufrieden werden, weil alles so teuer ist" als Schwäche deutet, ist das sein Problem.

  • Ja, cool bleiben. Wenn die USA keinen Handel wollen und wahllos Strafzölle verhängen, dann sollten wir uns denen zuwenden, die gerne mit uns Handel betreiben wollen. Dazu gehört China, Asien, Afrika und dazu gehört für mich mittelfristig auch wieder Russland.

    • @Pico :

      Ganz ruhig bleiben...das hört nicht nach freier Welt an!

      • @Ansu:

        Doch, das ist freie Welt. Besser als ducken und kuschen vor Trump.

  • Wir sollten jetzt endlich die Chlorhühnchen stärker besteuern:)

  • Ich glaube, der Mann versteht nur Härte. In (möglichen) Verhandlungen über die Zölle hilft keine Zurückhaltung. Was es jetzt braucht, sind massive Gegenmaßnahmen. Cool bleiben beeindruckt Trump nicht. Gar nicht.

  • Warum dennb schon wieder mal nichts tun? Ist das die deutsche Angst vor Auseinandersetzungen ? Trump versteht wie Putin nur die knallharte Sprache und dementsprechend muss es kanllharte Zölle und Saktionen geben. Diese Bedacht immer Abwaren, schau mer mal, bloss nicht reizen öffnet Tor udn Tür für Leute wie Trump udn Kreigstreiber wie Putin.

  • @ Blutsbruder WinnePuh

    Leider teile ich deine Einschätzung.

    Momentan spielt trump "A User’s Guide to Restructuring



    the Global Trading System" durch. (old.reddit.com/r/s...shing_the_market/)

    Nebenbei wird Project 2025 durch Executive Orders umgesetzt.

    Die Behauptung, das Canada von mexikanischen Kartellen unterwandert wurde, wird in nicht allzunaher Zukunft als Rechtfertigung benutzt werden um in Canada einzumarschieren (vgl. Ernennung von lateinamerikanischen Kartellen zu ausländischen Terroristen apnews.com/article...13f7f79fb90906a50)

    Meiner Meinung nach ist es grob fahrlässig drumpfs Politik nicht als einen autokratischen Umbau der Gesellschaftsordnung hin zu Yarvins faschistoiden Network-States zu sehen. NUR dann macht was er tut Sinn.

    • @bunny hermes:

      Danke für den "User's Guide" auf das Strategiepapier bin ich noch nicht gestoßen. Muss ich mich mal einlesen.

    • @bunny hermes:

      Genau!

  • In den USA wird es in den nächsten fünf Jahren überhaupt nicht genug Produktionskapazitäten geben, um all das, was Präsident Trump mit Zöllen verteuert, in den USA herstellen zu können.



    Also wird es für die Einwohner der USA erst einmal sehr teuer werden. Dadurch wird die Inflation steigen. Evtl. entschließt sich die Fed dann zu einer Zinsanhebung, was aber unklug wäre. Auf jeden Fall sind es die US-Amerikaner, die diese Zölle bezahlen werden.

    • @Aurego:

      nur rein spekulativ, falls aber die Industrie anfängt Produktionskapazitäten aufzubauen, kann das ein Gefühl von Aufschwung in die Gesellschaft tragen, selbst wenn die Kapazitätsausfälle, die durch die Zölle entstehen, gar nicht 100% kompensiert werden und das Preisniveau absehbar hoch bleiben wird.



      Es reicht ein Momentum. Die Bereitschaft in der Wählerschaft harte Zeiten zu durchstehen, kann durchaus enorm sein, wenn Licht am Ende des Tunnels erscheint (und sei es nur der entgegenkommende Zug).



      Ich würde da weder die eine noch die andere Prognose dato unterschreiben.

      • @nutzer:

        Da bin ich mal richtig gespannt, wie die Millionen US-Bürger, die "Paycheck to Paycheck" leben, mit einer Inflation von über 10 % von jetzt auf gleich klarkommen.

      • @nutzer:

        Die Arbeitskräfte reichen nicht, um in den USA genügend Produktionskapazitäten aufzubauen. Außerdem will das ja kaum jemand bezahlen. Was erschwerend hinzukommt, ist, dass viele Firmen in der momentanen Situation versuchen zu sparen, wo es nur geht. Durch die vielen Entlassungen fehlt Geld für Konsum, was für die Investitionsbereitschaft nicht hilfreich ist usw. Dennoch könnte man Ausfälle in einigen Bereichen erst in vielen Jahren kompensieren.

        Ich fürchte, dass die Linken nicht Unrecht haben: Wenn der Staat Geld braucht (in den USA z. B. zum Abbau des Staatsdefizites), sollte er oben die Sahne abschöpfen (also die Hochvermögenden zur Kasse bitten), nicht unten einen Aderlass veranstalten. Die Hochvermögenden sind die, die das Geld einstreichen, das bei den Fabrikarbeitern nicht ankommt. Die Konservativen wollen das meist nicht wahrhaben, faseln dann etwas von "Leistungsträgern" und ähnlichem Zeug, meinen damit aber hauptsächlich die, die andere für sich arbeiten lassen.

      • @nutzer:

        Produktionskapazitäten aufbauen? Womit? Welche Produkte möchte man ersetzen (Pfui, Amercia first!) oder ergänzen? Dazu müssten ja die internationalen Anbieter ins Land holen? Den Weg stellt er gerade selbst zu!

        Schon 1 Jahr "Niedergang" sollte die Bürger ins Denken bringen?



        Gut, dann steht die Fabrik. Aber was sind die Güter, die importiert werden udn ersetzt werden sollen?



        Autos, Autos, Autos, Elektrogeräte, Rundfunktgeräte, Computer, Kraftfahrzeugteile/Zubehör, Medikamente!!

  • Oder man zielt mit den Zöllen auf Trumps Wählerbasis, so wie es Kanada tut.



    Wieso kommt man immer auf die Idee das nichts zu tun das beste ist? Einfach Augen zu und alles ertragen?



    Wäre nicht mein Ansatz und klingt nach Merkel.



    Russland besetzt die Krim? Am besten nichts tun. Russland führt offen Krieg? Lass mal nur passiv helfen. Trump versicht sich zu bereichern? Lass einfach abwarten. Auf Regen folgt Sonnenschein!

    • @Genosse Luzifer:

      Nichts zu tun kann die richtige Entscheidung sein, wenn man die eigene Ruhe nutzt um die eigene Stärke auszubauen. Das hat Europa aber nicht getan, sondern es sich in der Stagnation Draghis Niedrigzinspolitik bequem gemacht. Genau davor hatte Draghis auch immer gewarnt. Sinngemäß sagte er ja: Ich kann nur die Möglichkeit bieten, nutzen müssen sie die Staaten.

    • @Genosse Luzifer:

      Absolut korrekt. Alles aussitzen funktioniert einfach nicht.

    • @Genosse Luzifer:

      "Wieso kommt man immer auf die Idee das nichts zu tun das beste ist? Einfach Augen zu und alles ertragen?



      Wäre nicht mein Ansatz und klingt nach Merkel."



      Das ist nicht mal Merkel.



      Das ist schlichte Unterwerfungs- und Untertanenmentalität.

  • 3. Im Sinne Muskscher Disruption einen wirklichen Zusammenbruch zu provozieren und ein komplett anderes System nach Yarvins Theorien aufzubauen, sprich Neofeudalismus

    Vielleicht auch eine Kombination aus allen dreien

    Allerdings hoffe ich das dem nicht so ist und er "nur" die Weltwirtschaft in den Abgrund reißt

    • @Blutsbruder WinnePuh:

      Man ist schnell geneigt, einen großen Masterplan hinter all dem zu vermuten. Die entscheidende Frage ist, wie sich die US-Amerikaner diesbezüglich verhalten werden.

      • @Aurego:

        "Die entscheidende Frage ist, wie sich die US-Amerikaner diesbezüglich verhalten werden."



        Wie vermutlich die meisten: solange es ihnen nicht ans eigene Wohl geht, ist es ihnen eher egal.

  • Von den USA ging die Globalisierung aus, die USA schafft sie wohl bald wieder ab.



    "Eskalation vermeiden"? Nein voll dagegen halten, wie man es bei schlechten Pokerspielern immer machen sollte. Trump kann nicht gegen den Rest der Welt gewinnen.

  • "Trumps Politik schadet der US-Wirtschaft. Und das ist der entscheidende Hebel, damit der Spuk ein Ende nimmt.

    Sinkende Aktienkurse und schwaches Wachsen oder gar Schrumpfen der Wirtschaft werden am ehesten dazu führen, dass der Trumps-Wahnsinn von beherzten US-Amerikaner:innen beendet oder eingehegt wird"

    Da habe ich Zweifel, von außen betrachtet mag ein Großteil der Politik von Trump II komplett irre erscheinen, da er damit der US-Wirtschaft ins Knie schießt. Zumal die Zölle auf rechtlch dünnem Eis stehen (der Präsident darf eigentlich keine Zölle verhängenn, außer bei Notstand, der mit der Fentanylkrise begründet wurde).



    Daher hege ich den Verdacht, dass da mehr dahinter steckt als verblendeter Protektionismus. Das könnten sein:



    1. Konsolidierung des Großkapitals, kleinere Firmen in den Ruin treiben um seinen Milliardärsbuddies billige Übernahmen und daraus resultierend Monopole zu ermöglichen



    2. Eine radikale Gegenbewegung auf die Straße zu bringen, um einen wirklichen Notstand ausrufen zu können, um auch gegen Staatsbürger vorgehen zu können (erinnert sei an den Umgang mit den BLM-Protesten) und den autoritären Staatsumbau zu beschleunigen

    ff

    • @Blutsbruder WinnePuh:

      Eine gute Analyse und noch bessere Schlussfolgerung!



      Diese ständigen Behauptungen, Trump würde damit den USA am meisten schaden, sind einfach nur das Pfeifen im Walde, denn er und seine Kapitalistenfreunde sind ja nicht blöd. Sie wissen schon, was sie wollen und verfolgen eine Strategie. Wer kapitalistische / imperialistische Politik mit persönlichen Unzulänglichkeiten erklärt, analysiert nicht, sondern wendet nur seine Küchenpsychologie an und übersieht Strukturen, Interessen und Machtverhältnisse.

  • Neue Allianzen suchen. Das wäre eine Hauptstrategie. Leicht zu finden unter denen, die am meisten unter diesen Zöllen leiden. (Gleichwohl das nicht immer die leichtesten Handelspartner sind, klar)

  • Guter Kommentar. Ich pflichte dem größtenteils bei, nur bei:



    "Die EU will er zwingen, die Regulierung von Tech-Konzernen aufzuweichen. Auf so etwas darf sich die EU nicht einlassen. Dann lieber Zölle akzeptieren, die für einzelne Wirtschaftszweige wie die Autoindustrie oder den Maschinenbau schmerzhaft wären"



    Ein Schelm wer bei dieser Forderung Böses denkt - Regelungen gegen Techgiganten aufrecht erhalten und dafür 'notfalls' die Autobranche dem Schnitter anheim werfen - damit würde sich Links zweier Anliegen mit einem Schlag entledigen...😅



    Nett verpackt, könnte man glatt überlesen, wird so aber nicht kommen😉



    Autobranche samt Zulieferern stellen Millionen Arbeitsplätze in Deutschland, das Rumoren allein bei der Belegschaft von VW letztes Jahr hat gezeigt wie kurz da die Zündschnur ist und wie groß die Schockwellen in Bevölkerung und Medien waren...



    Das können sich Merz und Klingbeil nicht mehr leisten, die haben schon mit dem Billionenkredit der AfD weitere 3% aufs Konto gespült - die Kredite müssen jetzt ganz schnell ganz spürbar die Wirtschaft ankurbeln sonst is Essig und die AfD stellt in Sachsen-Anhalt nächstes Jahr ihren ersten Ministerpräsident durch absolute Mehrheit...

    • @Farang:

      ....und die AfD wird stärkste Kraft in den westdeutschen Flächenländer (zwar noch weit weg von der absoluten Mehrheit, aber mit den meisten Prozenten. Das kann über die Grenze das RN schon lange). In Rheinland-Pfalz und Saarland zittern sie schon seit der Bundestagswahl. The east wind comes...

  • "Eskalation vermeiden" heißt in Trumps Denke:



    Schwäche zeigen.

    Die Folge würde sein, dass er glaubt, dass seine Einschüchterung, wie bisher meistens in seinem Leben, funktioniert, und weitermachen.



    Also z.B. die Zölle verdoppeln, was er ja schon argumentativ vorbereitet.

    Gut, dass europäische Politiker diese Strategie nicht vorhaben.