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Wie weiter im Nahen Osten?Wer den Irankrieg entscheidet, ist noch nicht ausgemacht

Karim El-Gawhary

Kommentar von

Karim El-Gawhary

Israel eskaliert den Krieg – das Verhältnis von Trump und Netanjahu verändert sich. Das hat Einfluss auf die geopolitische Lage der gesamten Region.

Keine glänzenden Aussichten für Trump: Hauptsitz des staatlichen Erdölkonzerns Qatar Energy in Doha Foto: EPA/HANNIBAL HANSCHKE

D er Irankrieg befindet sich in einem gefährlichen Moment. Nicht nur der weltweite Energiehandel wird unterbrochen, sondern es werden wichtige Grundlagen der globalen Energieversorgung zerstört. Es geht nicht mehr um einzelne Angriffe auf Tanker und Raffinerien, jetzt geht es gegen die Energieproduktionsstätten selbst, mit langfristigen Folgen. Ausgelöst hat diese neue Eskalation der israelische Premier Benjamin Netanjahu – am Mittwoch mit einem israelischen Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars, das größte und wichtigste des Landes.

Es war ein Angriff auf ein Herzstück der zivilen iranischen Ökonomie. Das iranische Regime antwortete mit Angriffen auf das Gasfeld Ras Laffan in Katar, das jetzt geschlossen ist. Ras Laffan ist nicht irgendein Gasfeld, es produziert 20 Prozent des weltweiten Flüssiggases. In den benachbarten Arabischen Emiraten wurden nach einem iranischen Angriff die Gasproduktionsstätten Habshan geschlossen, Saudi-Arabien vermeldet Angriffe auf zwei Ölraffinerien. Das iranische Regime eskaliert seine Strategie in diesem asymmetrischen Krieg und treibt den Preis für ihn nach oben. Und die angegriffenen Golfstaaten stehen unter Handlungsdruck. Bisher haben sie sich darauf verlegt, ihr Territorium militärisch zu verteidigen. Sie wissen, dass sie auch nach dem Krieg mit ihrem iranischen Nachbarn leben müssen.

Aber den Emiren und Königen wird aus dem Aus- wie Inland die Frage gestellt, wann sie Iran offen den Krieg erklären. Genau das bezweckt Netanjahu mit seinem Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars und der reflexartigen iranischen Antwort darauf: Er hofft, die Golfstaaten in eine militärische Allianz mit Israel zu treiben – und langfristig in eine politische. Dafür ist Netanjahu buchstäblich bereit, nicht Öl ins Feuer zu gießen, sondern Feuer ans Öl zu halten.

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Ob die Strategie funktioniert, ist fraglich. Die Golfstaaten befinden sich in einem Dilemma. Sie wollen zeigen, dass sie etwas unternehmen, aber nicht in einer offenen Allianz mit Israel erscheinen. Sie sind verärgert, dass Netanjahu und US-Präsident Donald Trump diesen Krieg überhaupt begonnen haben, der über ihren Köpfe hinweg entschieden wird. Sie wollen ihn zeitlich begrenzen und nicht durch ihre eigene Teilnahme ausweiten.

Doch während Netanjahu versucht, die Golfstaaten zu einer militärischen Antwort gegen Iran zu zwingen, stößt er seinen wichtigsten Verbündeten vor den Kopf. Der israelische Angriff auf das iranische Gasvorkommen führte erstmals seit dem Beginn des Krieges zu einem öffentlichen Zerwürfnis zwischen Netanjahu und Trump. Der US-Präsident fordert von Israel, keine weiteren Angriffe auf das iranische Gasfeld zu fliegen. Er behauptet auch, im Vorfeld nichts von den israelischen Angriffsplänen gewusst zu haben. Ob das stimmt oder nicht: Trump distanziert sich öffentlich von Netanjahu.

Netanjahu hofft, die Golfstaaten in eine militärische Allianz mit Israel zu treiben – und langfristig in eine politische

Im gleichen Atemzug warnt er allerdings Iran davor, das große Gasfeld Ras Laffan in Katar weiter anzugreifen, sonst werde das US-Militär selbst das iranische Gasfeld South Pars attackieren und „ausradieren“. Trump baut also eine weitere Drohkulisse auf, nimmt aber gleichzeitig Abstand von Netanjahu, der diese neueste Eskalation begonnen hat. Im besten Falle ist das der Anfang vom Ende des Krieges, im schlimmsten eine Eskalation, wie sie die Region und die Energiemärkte noch nie erlebt haben.

Je länger dieser Krieg dauert, umso deutlicher wird, dass Trump und Netanjahu nicht am gleichen Strang ziehen. Trump muss in diesem Krieg die Sicherheit der Golfstaaten mitdenken. Ein seit Jahrzehnten gewahrter Sicherheitspakt besagt, dass die USA die Sicherheit der Golfstaaten garantieren. Im Gegenzug darf Washington dort die strategisch so wichtigen US-Militärstützpunkte unterhalten. Trump muss also dafür sorgen, dass die Region einigermaßen stabil bleibt. Er kann nicht riskieren, dass sich die Golfmonarchien von ihm abwenden, weil der Sicherheitspakt obsolet geworden ist, und am Ende womöglich eine Schließung der Stützpunkte fordern.

Netanjahu hat ganz andere Erwägungen. Ihm macht es nichts aus, wenn in Iran und in den umliegenden Golfstaaten auf lange Zeit Chaos ausbricht. Er träumt davon, dass aus der Asche langfristig ein „neuer Naher Osten“ entsteht, in dem Israel eine dominante Rolle spielt und die Palästinenserfrage in der Versenkung verschwindet. Mit derart unterschiedlichen Perspektiven lautet die entscheidende Frage für die nächsten Wochen oder Monate: Wer kontrolliert diesen Krieg, Netanjahu oder Trump?

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Karim El-Gawhary
Auslandskorrespondent Ägypten
Karim El-Gawhary arbeitet seit über drei Jahrzehnten als Nahost-Korrespondent der taz mit Sitz in Kairo und bereist von dort regelmäßig die gesamte Arabische Welt. Daneben leitet er seit 2004 das ORF-Fernseh- und Radiostudio in Kairo. 2011 erhielt er den Concordia-Journalistenpreis für seine Berichterstattung über den Arabischen Frühling, 2013 wurde er von den österreichischen Chefredakteuren zum Journalisten des Jahres gewählt. 2018 erhielt er den österreichischen Axel-Corti-Preis für Erwachensenenbildug.. 2024 bekam er das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich verliehen. Er hat fünf Bücher beim Verlag Kremayr&Scheriau veröffentlicht. Alltag auf Arabisch (Wien 2008) Tagebuch der Arabischen Revolution (Wien 2011) Frauenpower auf Arabisch (Wien 2013) Auf der Flucht (Wien 2015) Repression und Rebellion (Wien 2020)
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41 Kommentare

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  • (**)



    Dominiert wird dieser Krieg eindeutig nachwievor von Israel und den USA. Lediglich die Hartnäckigkeit und Ausgefuchstheit hinsichtlich bestimmter Gegenwehr, vor allem die Hormuz Meerenge zu stören, ist rein im Sinne des militärischen Vorgangs etwas, was die Dominanz von Isr. und US. in diesen konkreten militärischen Bereichen ins Wanken bringen.

    Es ist jedoch, wie weiter oben eingangs erwähnt, eigentlich nicht angemessen, einen staatlichen Krieg nicht global zu betrachten - auch nicht in der Frage, von wem dessen militärischer Verlauf kontrolliert und entschieden würde. Denn das global-strategische Potenzial dieses Krieges ist enorm. Es ist einerseits die Position von Bedeutung, die der Autor ansprach, dass Israel eine bestimmte militärische Allianz mit Nachbarstaaten erzwingen will, und andererseits gibt es ja nun auch die Position, das Trump diverse Natostaaten auf verschiedene Weise direkt als Kriegspartei involvieren will.

    In diesem Sinne wird die Frage nach der Kontrolle über den Krieg nahezu uninteressant. Auf beinah zynische Weise wechselt die Bedeutung hin zu einem strategisch-globalen Denk-Wettbewerb, eine Art Welt-Formel zu entdecken.

  • Zur Leitfrage, wer den Irankrieg kontrolliere:

    Der Autor des Artikels, Karim El-Gawhary, setzt diese Frage in den Kontext von Israel und seiner Vorstellung eines neuen Nahen Osten.

    Generell denke ich hinsichtlich staatlichen Kriegen eher global, also wer Weltmacht bleiben will oder werden will. Diese Perspektive ist jedoch nicht unbedingt notwendig, um die Frage der Kontrolle eines einzelnen Kriegs zu erörtern. Denn als einzelnes Element ist der Irankrieg eine zufällige Gelegenheit für die US Regierung, im Spiel der globalen Machtausübung zu agieren.

    Somit, bezogen auf den Kriegsverlauf an sich, muss man sich lediglich die militärische Ausstattung der beteiligten Parteien anschauen. Grundlegend nahm das US Militär an, ganz eindeutig eine Dominanz gegenüber Iran zu haben - es kostet halt einfach - jedoch ist die Dominanz von Vornherein eindeutig geklärt. Auf diese Karte wurde, meines Erachtens, ganz klar gepokert, mit der Idee, das Poker-Game bereits von Beginn an für sich entscheiden zu werden.

    Das ist absolut logisch, denn sonst würden die USA diesen Konflikt nicht begonnen haben, und sonst hätte selbst Israel nicht den Erstschlag und Kriegsbeginn verübt. (**)

  • Aufschlussreich analysiert!

  • "Wer kontrolliert diesen Krieg, Netanjahu oder Trump?"

    Der Krieg ist außer Kontrolle, nicht zu kontrollieren, Entwicklungen schwer vorhersehbar. Selbst die Fragen, Bedenken nach den Kriegszielen sind verständlich, aber es kann nur noch reagiert und versucht werden.

    Zu befürchten ist leider auch, dass sich Flächenbrand, Hass und Gewalt schnell wieder entfachen, je weniger geklärt und je mehr Pulver und Öl die Gefahr erhöhen.

    Leider ist auch zu befürchten, das demokratischer, friedlicher und gerechter gerade nicht genug Aussicht auf Erfolg haben.

  • Wer kontrolliert diesen Krieg? USA? Israel? Im Moment NOCH der Iran. Trumps Hormuzstraßenultimatum spricht Bände. Die Iraner machten nun einige regelrecht demonstrative Angriffe, sehr professionell ausgeführt, demonstrieren militärisches Können und Waffenreichweiten, testen ihre militärischen Grenzen aus. Wenn sie trotz eigenen Hightechwaffen dennoch am Ende ihrer Versuchsreihe feststellen, dass darin die USA doch besser sind, werden sie ihre Armee auf einen Guerrillakrieg einschwören, sollte der Krieg weiter eskalieren. Die meisten der demonstrativen Angriffe wurden abgewehrt. Auch die USA freuen sich, wenn ihre Waffen den Test bestehen. reicht ihnen das nicht, kann es zu besagter Eskalation kommen.

    Die US-Streitkräfte haben bereits allerlei Angriffe auf sich abzuwehren, Theoretisch müssten sie zuerst mehr tun, um ihre arabischen Verbündeten zu schützen. Die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormuz ist zweitrangige US-Pflicht. Deshalb der Ärger über die Nichttteilnahme europäischer Verbündeter, aber die arabischen Verbündeten könnten dabei die USA ja auch unterstützen. Die NATO könnte ne Erkundungsmission machen, ob sie was machen kann oder muss. Deutsche Tradition: AWACS!

  • Trumps Ultimatum zur Öffnung von Hormuz ist das Eingeständnis militärischer Machtlosigkeit. So einfach ist das. Trump und Israel können diesen Krieg nicht gewinnen, ohne das der Preis, möglicherweise in Form zerstörter Entsalzungsanlagen in den Golfstaaten, unerträglich hoch wird.

  • Die USA und Israel werden den Krieg gegen den Iran in der bisherigen Intensität nicht fortsetzen können (wegen der enormen Kosten und dem Verbrauch an Raketen), der Iran kann auf einen (Israel und die Golfstaaten) zermürbenden und v.a. „kostengünstigen“ Drohnenkrieg umstellen. Das kann Israel zwar auch, dann aber wird es sehr bitter für die Bevölkerungen in allen von diesem Krieg direkt betroffenen Länder in der Nahostregion, einschließlich Israel. Und aus ökonomischer Perspektive wird es für die gesamte Weltbevölkerung bitter werden, jeden Tag, den dieser Krieg länger andauert.



    Ich kenne kein einziges Beispiel für einen guten, gerechten oder irgendwie vernünftigen Krieg in der gesamten Weltgeschichte. Aber DIESER ist besonders schlecht und dumm. Und er wurde vom Premier des Staates Israel ohne Not angezettelt, der US-Präsident hat sich aus einer Laune heraus da hineinziehen lassen. Ein schlechteres Motiv für einen Krieg mit derart fatalen Folgen für die Weltwirtschaft kann man sich nicht ausdenken.

    • @Abdurchdiemitte:

      Ich stimme Ihrem Kommentar zu. Hinzunehmen würde ich unter anderem die Perspektive des Iran, wovon ich vermute, dass auch der Iran bzw. jene Staatsführung kein Interesse an einem langen Krieg hat.

      Zum Kriegsverlauf bin ich der Auffassung, dass die einzelnen Kriegshandlungen seit Kriegsbeginn zwar im groben vorhersehbar waren, jedoch im Zusammenspiel, in der Beeinflussung von Angriffen und Gegenangriffe zueinander, sehr wohl nicht. Dies verkompliziert sich vor allem hinsichtlich der Mutmaßung zum Verhalten und Reagieren der iranischen Staatsführung, dass das israelische und das US Militär tatsächlich nur eine Form des Pokerns praktizieren konnte und kann, dahingehend, welche Effekte militärische Aggression und Drohung haben würden.

  • Der Iran reagiert "reflexhaft" mit Angriffen auf die Golfstaaten? Das mag politisch plausibel sein, legal im Sinne des Völkerrechts, welches hier immer so hoch gehalten wird, ist es nicht. Es sei denn, die Golfstaaten bedrohen den Iran.



    Dann wäre aber auch der Angriff Israels legitim, denn der Iran bedrohte Israel, auch militärisch mittels der Hisbollah.

    • @Kai Ayadi:

      Das Völkerrecht, so wie es von den Vereinten Nationen konzipiert wurde, ist doch schon längst diskreditiert, ausgehebelt und für wirkungslos erklärt worden.



      Nur fällt es jetzt jenen vor die Füße, die aktiv daran mitgearbeitet haben, dass es so kommen musste. Nur werden dann die Mächtigen von heute die Opfer von morgen sein. Brave new world.



      Daran sollten nicht bloß die die durch militärische Stärke ihrer Gegner schon dezimierten Machthaber in Teheran, sondern auch der israelische Ministerpräsident Netanyahu denken.



      Bei allem Lamento der Israel-Lobby über die Parteilichkeit der UN, dass Israel keine Freunde habe außer den USA etc.pp.: auch Israel wird durch eine regelbasierte Weltordnung geschützt, für deren Erhalt wir uns also einsetzen sollten.

    • @Kai Ayadi:

      Die Golfstaaten stellen Stützpunkte für den Angriff auf den Iran bereit. Sie ermöglich damit den Angriffskrieg. Natürlich darf der Iran zurückschießen.



      Es wäre übrigens auch legitim, wenn der Iran Ramstein angreift...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Der Iran greift nicht nur US-Stützpunkte an, sondern auch Infrastruktur und Ölverarbeitungsstätten etc.



        Dann wäre es auch legitim, wenn der Iran nicht nur Ramstein, sondern auch den Frankfurter Flughafen und die BASF-Werke in Ludwigshafen angreift...

  • Die Monarchien am Golf haben noch ein ganz anderes Problem: Wenn das Regime in Teheran fällt, müssen sie sich politisch neu positionieren. Das mögen die Königshäuser genau so ungern wie der türkische Pascha in Ankara. Unter Umständen werden sie dann nämlich von den Amis gar nicht mehr so gebraucht.

    • @vieldenker:

      Die Golfstaaten taten sich lange mit einer Präsenz der USA schwer.

      Die Falle, die die USA Saddam Hussein gestellt haben; wird nicht selten als Mittel gelesen, die Golfstaaten von einer militärischen Präsenz der USA zu überzeugen.

      Warum sollten sich die arabischen Monarchen neu politisch positionieren müssen?

      "Gebraucht" werden die Golfstaaten, so lange sie Öl verkaufen.

      Dazu benötigen sie die USA nicht.

  • Kluge Konfliktanalyse von Karim El-Gawhary, die auch die möglichen Gefahren für die globale Energieversorgung einbezieht.



    Dieses Feuer hat einzig der israelische Premier gelegt und er kann zur Rechtfertigung des sich nun entwickelnden Flächenbrandes nicht auf das iranische Atomprogramm verweisen, das möglicherweise Israels Sicherheit bedroht.



    Und wir erleben einen - bei aller verbalen Kraftmeierei - im Grunde hilflos agierenden US-Präsidenten, der sich zur Geisel der der Hybris Netanyahus gemacht hat.



    Europa steht in dieser Sache dermaßen am Spielfeldrand, dass es das Feuer im Nahen Osten auch nicht wird löschen können.

  • Trump wollte als iranischer Befreier, als Friedensfürst gepriesen werden, wenn er die aktuelle Führungsriege im Iran weg bombt. USA wieder wie im WWII! Die Midterms wären geritzt. Vielleicht hat ihm Netanyahu genau das versprochen?



    Und Netanyahu und seiner rechten Gang ist völlig egal, wer stirbt, Hauptsache es sind die von ihm gehassten „Araber“. Zusammen mit den Islamisten zeigen diese Jungs aus USA und Israel anschaulich, wozu eitle, extrem rechte und deshalb geistig zurückgebliebene, kriminelle Männer so fähig sind, wenn man sie zum Staatsoberhaupt o ä. wählt. Schaut genau hin AfD- Wähler*innen!

    • @maria2:

      AfD-Wähler sollen genau hin schauen? Witz komm raus.



      Haben die Kommunalwahl nicht deutlich genug gezeigt, dass der AfD-Wähler sich einen Scheiß um irgend etwas bemüht? Der AfD-Wähler komuliert nicht, er panaschiert nicht, er macht sein Kreuz bei den Faschisten. Fertig.

    • @maria2:

      Die Iraner kommen aus vielen Völkern, sie sind aber keine Araber.



      Zudem gibt es aus der MAGA-Bewegung massive Kritik an dem Krieg, der auch in der "normalen" Bevölkerung mehrheitlich nicht Zustimmung findet. Die Midterms wären also alles andere als geritzt.

    • @maria2:

      Ich befürchte, Netanjahu hat schon ein etwas differenzierteres Weltbild.

      Zum einen weiß er, dass Iraner keine Araber sind.

      Zum anderen hat er das Abraham-Abkommen mit Erfolg vorangetrieben.

      Er kann zwischen Araber und Arabern folglich unterscheiden.

      Hinzu kommt, dass die israelischen Angriffe recht präzise geführt werden.

      Das indiziert, dass es nicht völlig egal ist, wer stirbt.

      Nicht jeder, der eine andere Meinung als ich vertritt, muss geistig zurückgeblieben sein.

      Man sollte seine politischen und sonstigen Gegner durchaus ernstnehmen.

    • @maria2:

      Iraner sind keine Araber und ja, das weiß auch Netanyahu.

      • @Saile:

        „Araber“ hatte ich in Anführungsstriche gesetzt. ...Egal, ob Netanjahu irgendetwas weiß, ihm und seinen rechten Kumpels geht es ausschließlich darum, möglichst viele seiner Nachbarn umzubringen und verbrannte Erde zu hinterlassen. Iran, Libanon, West-Bank, Gaza völlig egal wieviel Unschuldige dran glauben müssen- Hauptsache weg damit. Und nein, das ist kein antisemitischer Standpunkt, s.o.

        • @maria2:

          Warum meinen Sie denn, Iraner mit Arabern gleichsetzen zu müssen, um Netanjahus Sicht zu beschreiben?

          Wo soll für uns als Leser der Mehrwert drinstecken?

          Wie bauen Sie ihn ihre Sichtweise ein, dass Netanjahu kein Problem mit beispielsweise Jordanien und Saudi-Arabien hat und mit Al-Scharaa ein Agreement gefunden hat?

        • @maria2:

          Netanjahu zu unterstellen es ginge ihm nur darum möglichst viele seiner Nachbarn umzubringen hat aber schon einen sehr unangenehmen Beigeschmack…zumal Ihr mit keinem Wort die Hamas oder Hisbollah erwähnt, diese Organisationen haben nämlich mit Jüdinnen und Juden in der Tat sowas ganz offen vor und leider auch schon zu oft bewiesen, nicht nur am 7.Oktober vor zweieinhalb Jahren. Ach ja, wenn Netanjahu und seine Regierung wirklich so genozidial drauf wäre würde im Gazastreifen kein einziger Mensch mehr leben.

          • @Saile:

            In meinem ersten Post war das zu lesen: "Zusammen mit den Islamisten zeigen diese Jungs aus USA und Israel anschaulich, wozu eitle, extrem rechte und deshalb geistig zurückgebliebene, kriminelle Männer so fähig sind, wenn man sie zum Staatsoberhaupt o ä. wählt.“ Bitte erst genau lesen, dann denken, dann schreiben. Extreme Islamisten und die extreme Rechte in Israel, USA und Europa u.w. (siehe Putin) haben ein gemeinsames Ziel: Die „anderen“ zu hassen und wenn es geht, umzubringen. Und diese Halting bezeichne ich ich als geistig zurückgeblieben, weil sie zu nichts führt, außer zu Tod und Elend.

  • Melde mich noch einmal: Wirklich krass in den USA sind doch die Meldungen über eigene Verluste, also über Angehörige des Militärs. Es ist um jedes für nichts gegebenes Leben schade und zu betrauern.



    Aber was mich wirklich erschüttert ist die Kälte, bzw. Ignoranz mit welcher über die zivilen Opfer in den angegriffenen Staaten berichtet wird: gar nicht. Ein leicht verletzter F-35 Jet erregt mehr Aufmerksamkeit als die hunderte oder tausende zivile Opfer er bereits produziert hat.



    Und dann die Isrealis im Libanon, Gaza, die Siedler im Westjordanland ... man muß schon ganz schon blind und behämmert sein ...

  • "Netanjahu hat ganz andere Erwägungen. Ihm macht es nichts aus, wenn in Iran und in den umliegenden Golfstaaten auf lange Zeit Chaos ausbricht. Er träumt davon, dass aus der Asche langfristig ein „neuer Naher Osten“ entsteht, in dem Israel eine dominante Rolle spielt und die Palästinenserfrage in der Versenkung verschwindet."

    Es kann aber auch ganz anders kommen. Die Bevölkerung besteht nicht nur auf Emiren, Königen und anderen Privilegierten. Hinter den Glanzfassaden schuften Millionen Menschen, denen es nicht gut geht. Bis jetzt gelingt es den Herrschenden, die inneren Widersprüche mit Geld zuzuschütten. Sollte der Krieg länger dauern, könnte dieses Geld nicht mehr zur Verfügung stehen. Was dann kommt, ist kaum vorher zu sehen. Im für Israel ungünstigsten Fall schließen sich die neuen Herren zusammen und marschieren mit den westlichen Waffen, die jetzt großzügig geliefert werden, auf Jerusalem.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Die Emirate und Königtümer leben davon, dass sie ihrer Bevölkerung einen Wohlstand ermöglichen, von dem wir hier nur träumen.

      Zudem sehen die Einwohner in ihrem Alltag die schuftenden Gastarbeiter als Gegenstück.

      Die schuftenden "Millionen Menschen " aus Pakistan oder Bangladesch werden sich realistischerweise nicht zusammenschließen.

  • Ich finde es inzwischen grob fahrlässig und irreführend, dass Journalisten versuchen dem geneigten Leser zu vermitteln, dass der Präsidenten der USA irgend eine logische Überlegung anstellt oder über eine Strategie verfügt.



    Aber doch hoffentlich seine Berater?



    Nein, Fehlschluss. Auf die echten hört er ja nicht.. Trump hat sich nur mit unterwürfigen Loyalisten umgeben. Dank DOGE wurde ein Großteil der politischen und militärischen Kompetenz gefeuert. Lt. Hegseth zu dicke Generäle und/oder Soldaten, die in Frauenkleidern zum Dienst erscheinen. Total irre Truppe.



    Schaut Euch das an: gekürzte Version im Spiel: www.youtube.com/watch?v=frDNZ5zbpHE

    • @LeKikerikrit:

      ‚ Ich finde es inzwischen grob fahrlässig und irreführend, dass Journalisten versuchen dem geneigten Leser zu vermitteln, dass der Präsidenten der USA irgend eine logische Überlegung anstellt oder über eine Strategie verfügt.‘

      Einige haben es schon kapiert:



      www.economist.com/...weaker-and-angrier

  • >Trump distanziert sich öffentlich von Netanjahu.<

    Nichts-gewusst-haben-wollen ist noch keine Distanzierung. Schlimmer - es ist das Eingeständnis, dass Netanjahu der Anführer ist, dem Trump kritiklos folgt.

    Trump weiß nicht, warum er den Iran angegriffen hat. Netanjahu weiß es sehr genau.

  • Hier wird gefragt: Wer kontrolliert diesen Krieg, Netanjahu oder Trump?



    Natürlich Trump, denn ohne die USA könnte Israel diesen Krieg nicht führen.

    • @Il_Leopardo:

      Es ist ganz einfach. Das sind zwei Brüder im Geiste, durch und durch korrupt, empatielos, moralisch ohne Kompass und geldgierig. Da haben sich zwei getroffen, die in der Lage sind, die Welt in das absolute Chaos zu stürzen.



      Man denke nur an Trump's "diplomatischen Hinweis" auf einen möglichen Atomwaffen-Einsatz. Im Beisein der japanischen Ministerpräsidentin. Der Typ gerät mehr und mehr ausser Kontrolle.



      Die Republikaner in den USA müssen den Alten Weißen Mann stoppen.



      Trump muß seines Amtes enthoben werden.

    • @Il_Leopardo:

      Langfristig könnte es auch der Iran sein, der den Ablauf kontrolliert. Die Angriffe auf die Golfstaaten und die Seeblockaden zeigen bereits jetzt schon Wirkung. Es wird schon etwas dahinterstehen, wenn der Iran in der jetzigen Situation jede Form der Verhandlung bereits im Vorfeld ablehnt.

      Und Trump, der nicht einmal sein eigenes Oberstübchen kontrollieren kann und gedanklich schon bei Kuba ist, kann man in diesem Konflikt bestenfalls als Nethanjahus Hofnarr bezeichnen.

      Xi und Putin dürften sich die Hände reiben.

  • Sagen wir's so: Netanyahu ist obsessiv beim Iran und obsessiv dabei, nicht im Knast sterben zu müssen.



    Und ähnlich wie Putin glaubt er, mit Krieg kurz vor Wahlen punkten zu können.



    Also wird es Krieg bis kurz vor den Wahlen geben, wenn Netanyahu nicht gestoppt wird.



    Das kann die EU nur bis zu einem bestimmten Punkt beeinflussen, aber Deutschland könnte Palästina endlich anerkennen, das Ende der Besatzung lauter einfordern und keine angriffstauglichen Waffen mehr liefern.

  • Eine Sache weiß mensch noch heute in der Pfalz: Wie Louis XIV. auf seinem Rückzug die Pfalz systematisch kaputtmachte, um das Vorfeld seiner sonstigen Eroberungen zu sichern.

    Israel unter Netanyahu zeigt denselben imperialen Reflex und versucht gerade à la Trump an allen Fronten "Fakten" zu schaffen. Tötungen, Vertreibungen, Bomben. Netanyahu ist nicht der einzige Missetäter auf der Welt, doch er sollte damit nicht durchkommen dürfen, und mit gleichen Maßstäben für alle sollten deutsche Waffen da nicht mitmachen.



    Wer die Demokratie im Iran fördern will, fällt besser Netanyahu ganz schnell in die Schwerthand. Lieber Deutsche-Welle-Sender auf Farsi an alle Grenzen plazieren.

  • Trump könnte Israels Verhalten in diesem Krieg bestimmen, wenn er wollte. Denn Israel benötigt amerikanische Bomben in grossen Mengen zur Fortsetzung seiner Luftangriffe.

  • "... Trump muss in diesem Krieg die Sicherheit der Golfstaaten mitdenken. ..." beim letzten Wort dürfte das Problem liegen, das ist von Trump mit dem derzeitigen Personal auch in der zweiten Reihe nicht zu erwarten, der handelt so verwirrt wie er redet.

  • Es ist schon bemerkenswert, dass sich Europa wie die Lemmige immer noch bereitwillig in den von Netanjahu und seiner Gang bereiteten ökonomisch - politischen- moralischen Abgrund stürzen. Wann endlich wird das Handelsabkommen zwischen der EU und Israel ausgesetzt?

    • @Rinaldo:

      Das steht schon sehr lange an, leider ist Europa nicht demokratisch genug: es sieht nicht, dass - Nie wieder! -Nie wieder Faschismus! meinte und daher ein Boycott von Netanyahus rechtsextremes & rassistisches Regime zu unterstützen richtig wäre, was anfangs noch versucht wurde, aber von Netanyahu unterlaufen wurde, Aber auch fehlte dazu dass die linke nach der Verhinderung der Falken, Krieg auf Iran zu starten 2012, und Obamas Atom Deal auch per BDS gegen rechte Machtkartelle im Iran mit in den Fokus hätten genommen werden sollen, um zusammen eine Demokratisierung von Unten zu fördern + die Unterstützung der demokratischen Kräfte im Iran gegen ihre autoritär-theokratisches Regime. So wie es jetzt läuft, dass die EU sich nicht von Netanyahu abgrenzt und so wird Trump und Europa leider nur die latenten Antisemiitismus Affekte stärken, anstatt sie zu mindern. Weil ein autokratischer Despot das Völckerrecht zerbombt und den Nahen Osten - im Namen der Juden behauptet nur er - in Brand setzt,um nicht im Knast zu landen, sondern die Wahlen zu gewinnen, indem alle im Krieg sich hinter die Rassisten scharen, auf beiden Seiten.Patriarchat bis zum bitteren Ende ,oder Ende des selben?

  • Netanjahu braucht diesen Krieg und er bekam diesen Krieg. D. Trump ist ihm auf dem Leim gegangen. Obwohl ihm sein Militär vor diesen Schritt gewarnt hatten. Wer diesen Krieg jetzt beenden möchte, muss verhandeln und muss im Iran mit jenen verhandeln, die trotzdem dort noch an der Macht sind.

    • @Pico :

      Wobei das dann nur ein Nichtkrieg auf Zeit ist.

      Die iranische Regierung wird noch da sein und sich dann für unangreifbar halten.

      Ihre Proxis sind ebenfalls noch da.

      Es wird also weitergehen.