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Trumps ZölleSehr beschränkt

Mit seinen zahlreichen Zöllen sorgt Trump nicht nur für Panik – sondern auch für weitere Zweifel an seinem Wirtschaftsverständnis.

Die große Depression in den 30er Jahren in den USA. Arbeitslose Männer bewerben sich für Jobs beim Schneeräumen Foto: ap

Berlin taz | Für Donald Trumps Handelsbeauftragten Jamieson Greer ist die Sache mit den Zöllen im Rückblick ganz einfach: „Bis etwa 1913 finanzierten sich die USA nahezu ausschließlich über Zolleinnahmen“, sagte er Anfang Februar bei seiner Anhörung im Senat. „So war es auch im späten 19. Jahrhundert, als die USA bei relativ hohen Zöllen zu einer starken Industriemacht wurden“, fügte er hinzu. Trump teilt diese Sicht. „Zölle“ sei neben Gott, Liebe und Religion eines seiner Lieblingswörter. Warum?

„Ausländische Betrüger haben unsere Fabriken geplündert, und ausländische Räuber haben unseren schönen amerikanischen Traum in Stücke gerissen“, sagte der US-Präsident im Rosengarten bei der Verkündung der neuen Einfuhrzölle. Man könne dies an den Handelsdefiziten ablesen, die die USA mit ihren wichtigsten Handelspartnern hätten. Doch nun werde dank der Zölle eine goldene Zeit anbrechen.

Eine bizarre Weltsicht für den Mann, der über die größte Volkswirtschaft der Welt bestimmt, noch mehr die Vorstellung, dass Einfuhrzölle für Waren aus Ländern wie Äthiopien oder Haiti den USA wieder zu vergangener Größe verhelfen könnten. Die USA seien Ende des 19. Jahrhunderts wegen der Zölle am wohlhabendsten gewesen, behauptet Trump.

Richtig ist daran nur, dass es bis 1913 in den USA keine Einkommensteuer gab und sich der Staat tatsächlich zum größten Teil aus Zöllen sowie Abgaben wie der Kopfsteuer (poll tax) finanzierte, ohne die man sich nicht an Wahlen beteiligen durfte. Doch der Staat war im Vergleich zu heute nur ein dürres Gerippe und hatte außer dem Militär wenig zu finanzieren. Ein Rentensystem wurde erst 1935 mit Roosevelts New Deal eingeführt, weitere Sozialleistungen erst 1965 unter Präsident Lyndon B. Johnson.

Zölle trugen zur Großen Depression bei

In den 1930er Jahren zeigte sich auch, dass Zölle die heimischen Industrien lange vor ausländischer Konkurrenz abgeschirmt hatten, sie aber zum Bumerang werden können. Mit dem Smoot-Hawley-Zollgesetz wurden 1930 Importzölle drastisch erhöht und trugen dazu bei, die USA in die Große Depression zu stürzen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde deshalb stattdessen der freie Welthandel gefördert und mit diversen Abkommen abgesichert. Heute bringen Zölle pro Jahr 80 Milliarden Dollar in die Staatskasse, die Einkommensteuer hingegen 2.500 Milliarden Dollar.

Für den Harvard-Ökonomen Jason Furman ist Trumps Begründung für die neuen Zölle „in jedem Schritt falsch“. In der New York Times schreibt Barack Obamas ehemaliger Wirtschaftsberater, dass es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen Handelsdefiziten und Zöllen gebe. Importe stärkten die USA und verbilligten Produkte für die Verbraucher. Der Star-Ökonom Paul Krugman schreibt, Donalds Trumps Angaben über die Zölle der EU seien aus der Luft gegriffen – es seien 3 Prozent, nicht 39 Prozent. Wirtschaftsexperten von Goldman Sachs sagen voraus, dass die Zölle eine Rezession auslösen und jeden einzelnen Haushalt mehrere tausend Dollar pro Jahr kosten könnten.

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50 Kommentare

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  • Für mich die absolut beste und einleuchtendste Erklärung für das, was Trump (und die Leute, die das hinter ihm geplant haben, besonders sein Finanzminister Scott Bessent, ein früherer enger Weggefährte von G. Soros) mit diesem Move eigentlich vorhaben, ist der Beitrag von Joeri Schasfoort (einem niederländischen Finanzforscher aus Groningen). Unbedingt hörenswert und sehr sehr einleuchtend (wobei er auch zeigt, warum das kaum so funktionieren dürfte, wie sich die Macher das vorstellen).



    www.youtube.com/watch?v=1ts5wJ6OfzA

  • China kündigt bereits Gegenzölle von 34% an. Das ist nur konsequent. Trump tanzt denen nicht auf der Nase rum.

    • @Pico :

      China ist genauso schlimm wie Trump. Auch die Methoden sind ja ganz ähnlich (Einschüchterung und Versuch der Einflussnahme gerade auch im Ausland).

  • "für Waren aus Ländern wie Äthiopien oder Haiti "

    VIEL wichtiger: KEINE Zölle für Russland, Nordkorea u.a.!



    Da werden die wahren Allianzen und Absichten klar.

  • Bin gespannt, wann die nächste Boston Tea Party stattfindet. Zur Erinnerung: "Durch den Townshend Act wurden ab dem 29. Juni 1767 Zölle auf die Einfuhr von Leder, Papier und Tee in Nordamerika gelegt. Die Kolonisten reagierten heftig auf diese Maßnahmen..."

  • es ist schon interessant, wie sich links bis rechts in EUrope, speziell D bemüht die Globalisierung schön zu reden, nur weil ein Idi....t wie Trump diese zerhackstückelt.



    Die Globalisierung war sehr vorteilhaft für die Großen (ja es ist auch etwas für die Bürger abgefallen, aber im Verhältnis haben Bürger eben eher Nachteile erlitten als Vorteile. Was eben auch ein Grund für den massiven Rechtsschwenk im Westen ist.



    Nur weil der falsche, mit falschen Argumenten, jetzt die Axt daran anlegt, muß man doch nicht gleich in die Verteidigung der neoliberalen Globalisierung verfallen, besonders die nicht, die sich als links verstehen...



    D ist eine Exportnation und den Preis zahlen (und zahlten) die Bürger durch Kürzungen im Inneren und jetzt durch den Einbruch der USA Exporte. D ist durch seine Exportfixierung extrem verwundbar, das ist aber die Folge der vorherigen Politik, Trumps Zölle sind nur der Schalter, der alles ins Gegenteil verkehrt. Es war lange angekündigt, es war auch lange schon klar, dass D diese Achillesferse hat.



    D hat durch die Exportüberschüsse massiv Regeln gebrochen, jetzt zu klagen ist schon Ironie.

    • @nutzer:

      Genau das ist der Punkt. Die Wirtschaft und die reichsten haben es in den letzten Jahrzehnten geschafft, sich immer mehr vom Wohlstandskuchen zu sichern. Die Globalisierun hat ihnen dabei enorm geholfen. So wuchs das Vermögen alleine der reichsten 500 Deutschen von 2020 bis 2024 um 80%: Von 600 Mrd. € auf 1100 Mrd. €.



      Normalbürger konnten in diesen Jahren froh sein, wenn sie irgendwie über die Runden gekommen sind.



      Und die Globalisierung hat immer wieder als Argument gedient, um die Löhne zu drücken, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern etc. Die Gewinne, die dadurch entstanden sind, sind eben auf den Konten der Reichen gelandet. Deshalb sind viele Arbeiter und Linke gegen die Globalisierung und haben z.B. Trump gewählt. Aber wenn Trump jetzt die Globalisierung versucht, rückgängig zu machen, wird das den Ärmeren trotzdem nichts nützen. Im Gegenteil: Die werden jetzt noch mehr bluten und die Reichsten werden unter Trump noch reicher.



      Die einzige Lösung aus diesem Teufelskreis besteht darin, dass die Gewinne gerechter verteilt werden. Wenn die Reichsten um 20% reicher werden, müsste der Rest der Gesellschaft auch um 20% reicher werden. Dann klappt’s auch mit der Globalisieru

    • @nutzer:

      Wie bitte? Der globale Handel hat maßgeblich zu unserem Wohlstand beigetragen. Auch „die Kleinen“ können sich dadurch erheblich mehr leisten. Natürlich können „Reiche“ überproportional profitieren, wenn es sich um Unternehmer/Investoren handelt, deren Unternehmen durch den Welthandel prosperieren. Eine schrumpfende Wirtschaft (und genau das bedeutet für eine Exportnation wie Deutschland eine Abkehr vom globalen Handel) trifft hingegen zuerst „die Kleinen“. Der Atem von Großunternehmern, der formal ausgesorgt hat hält weit länger, als der vom kleinen Angestellten, dessen Rücklagen kaum für Monate reichen.

    • @nutzer:

      Welche Bürger haben durch die Globalisierung eher Nachteile erlitten die in Deutschland?



      Welche Regeln hat D denn gebrochen?

      • @Blechgesicht:

        Auch Joeri Schasfoort stellt klar, dass die Freihandelsepoche (vulgo Globalisierung) besonders in Amerika stark zur Ungleichheit beigetragen hat. Besonders in Amerika, bei uns natürlich auch, aber nicht so extrem. Und die Ungleichheit hat dann eben zur Wahl von Donald Trump geführt (Minute 11:50 des Erklärvideos). Der Henker ist also selbst gewählt.

  • Was bei diesem Thema leider nie berücksichtigt wird ist die fehlende Bundes-Umsatzsteuer in den USA.

    Jedes Produkt, das die USA z.B. nach Deutschland exportieren, wird hier mit 19% Umsatzsteuer belegt. Die beträgt in manchen EU-Ländern sogar bis zu 25%.

    In die USA gibt es diese bundesweite Umsatzsteuer nicht! Das ist auch eine Art Zoll, wenn man so will.

    • @Juleischka :

      "In die USA gibt es diese bundesweite Umsatzsteuer nicht!"



      In Deutschland schon. Und zwar für alle Güter, ob importiert oder nicht.



      "Das ist auch eine Art Zoll, wenn man so will."



      Wenn man will, ja. Damit begibt man sich allerdings auf ein Debattierniveau Trumpschen Ausmaßes. Das sollte man im Interesse der eigenen geistigen Gesundheit lieber vermeiden.

    • @Juleischka :

      Stimmt BUNDES Umsatzsteuer gibt es nicht. Aber eine State Tax, also ein Verbrauchssteuer , die jeder Bundesstaat selbst festgelegt. Die anderen Einwände wurden schon beschrieben. Die Steuer benachteiligt das Ausland nicht.

      • @Strolch:

        Die State Tax wird beim Import aber nicht fällig. Manche Staates haben übrigens keine, New Hampshire z.B.

    • @Juleischka :

      Heimische Produkte unterliegen ebenfalls der Umsatzsteuerpflicht. Eine Benachteiligung amerikanischer Produkte liegt daher nicht vor. Mit Zöllen hat das nichts zu tun.

    • @Juleischka :

      Äh, nein. Das ist eine von manchen US Pundits verbreitete Fehlinterpretation (entweder aus Ignoranz oder mutwillig).



      Die Einfuhrumsatzsteuer entspricht der Mehrwertsteuer und wird letztlich auf Konsum erhoben, betrifft damit also alle Produkte unabhängig ihrer Herkunft.



      Zoll ist eine Steuer auf Importe.



      Das einzige, was beide gemein haben, ist, dass es Steuern sind.

    • @Juleischka :

      Die Mehrwertsteuer ist in den EU-Ländern von jedem Verkäufer zu zahlen, egal ob importiert oder nicht, und damit kein Zoll.

    • @Juleischka :

      das ist schon korrekt so. der Export ist im Exportland ja auch MwSt frei.

  • Na, die Hedge Fonds werden über die Signalforen gut informiert gewesen sein und auf die fallende Börse gewettet haben. Die Russland-Connection „Tollfree“ wird den USA zu neuer Blüte verhelfen. Es kann ja nicht ewig bergab gehen. Und Europa? Das wurde aufgeteilt. Trump hat Grönland bekommen und auf dem Kontinent wird wieder mit russischem Öl und Gas geheizt und gefahren. Am Ende stoßen Trump und Putin auf der Freiheitsstatue mit Vodka auf den Sieg des Neokommunismus an. Drill Baby Drill!

  • "Mit dem Smoot-Hawley-Zollgesetz wurden 1930 Importzölle drastisch erhöht und trugen dazu bei, die USA in die Große Depression zu stürzen."



    Make depression great again...

  • von wem stammt diese Analyse?:

    „Deutschland hat durch Maßnahmen, die darauf abzielten, die Löhne der Arbeitnehmer im Verhältnis zur Produktivität zu drücken, den Binnenkonsum ihrer eigenen Bürger unterdrückt, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Exportprodukte künstlich zu steigern“.

  • „ weiterem Zweifel an seinem Wirtschaftsverständnis.“



    Das ist aber sehr diplomatisch ausgedrückt. The President is nuts. Gaga. Verrückt. Bei der Schlagzahl, die er vorlegt, wird er politisch nicht mal bis zu den midterm elections 2026 überleben.

    • @Barbara Falk:

      Vance wird dann übernehmen, der ist kein Deut besser.

      • @Minelle:

        Wenn Trump durch Impeachment abgesetzt wird, ist Vance eine lahme Ente. Und wenn er nicht umsteuert passiert ihm das Gleiche.

  • Man kann Trump sicher nicht vorwerfen, dass er ein Meister der Orthodoxie marktliberaler Wirtschaftslehre ist. Staat aber der Oikodizee (Joseph Vogl)zu folgen, wie die Schafe den Hirten, der sie zur Schlachtbank führt, sollten wir uns ernsthaft damit beschäftigen, was wir mit Wirtschaft eigentlich meinen und was sie bedeutet.

    Wirtschaft ist viel mehr, als die Kapitalvermehrung in Unternehmen. Wirtschaft ist als Komplex der gesellschaftlichen Organisation von Aneignung der (Natur-)Ressourcen, deren Verarbeitung und Verteilung, auch von Arbeit, Profiten und Kosten, grundlegend für die Möglichkeiten menschlicher und gesellschaftlicher Existenz. Die Wirtschaft ist zu wichtig, als sie einem einzigen Prinzip der Selbststeuerung, dem Wettbewerb um Maximierung individueller Profite, zu überlassen. Es geht immer auch um die Möglichkeiten der Gestaltung von Gesellschaft , unser aller Überleben und das Leben zukünftiger Generationen.

    • @DemokratischeZelleEins:

      "Man kann Trump sicher nicht vorwerfen, dass er ein Meister der Orthodoxie marktliberaler Wirtschaftslehre ist."

      Trump hat bei der New Yorker Mafia gelernt und vertritt daher ein Kartell-Wirtschaftsmodell. Wie Peter Thiel es so schön gesagt hat: "Wettbewerb ist für Verlierer"

  • Wer die Regeln macht zum Thema Zölle:



    New York Times über den "Very Stable Genius"



    "Die Zeitung schreibt, dass Donald Trump gemeinsam mit seinen Geschwistern eine Scheinfirma gegründet habe, um millionenschwere Geschenke seiner Eltern zu verschleiern. Donald Trump habe für seine Eltern auch eine "Strategie formuliert", um den Wert ihres Immobilienbesitzes zu niedrig anzusetzen und so Steuerzahlungen zu verringern. Es sei in den Neunzigerjahren zu "Fällen von direktem Betrug" gekommen, berichtet die "NYT"...."



    Bei spiegel.de als Quelle schon vor Jahren



    Titel:



    "Recherchen der "New York Times"



    Trump half seinen Eltern offenbar bei Steuervermeidung"



    Die emotionale Wortwahl lässt vermuten, dass Nationalökonomie nicht das genuine Feld der Expertise des Geschäftmannes ist, der dem globalen Handel den Kampf angesagt hat mit einer einseitig formulierten "Kriegserklärung", die auch durchaus im Sinne des Kreml konzipiert erscheint. Wahrscheinlich ist Trump auch Sprachrohr von GlobalisierungsverliererInnen in seiner WählerInnenschaft.

    www.br.de/nachrich...-zollkrieg,UhIMEjV

  • Wieder einmal setzt sich ein notorischer Narzisst in Szene und fabuliert seinen Schwachsinn, der in einer Woche in Kraft treten soll, am 9. April. Und die ganze Welt fokussiert wieder einmal auf ihn.



    Wetten, dass er spätestens am Abend des 8. April eine Kehrtwende macht und den selbstverzapften Schrott grösstenteils ausser Kraft setzt. Aber eine Woche lang hat er wieder die Hauptschlagzeile in allen Medien, Kommentaren und Analysen geliefert.

    • @bouleazero:

      Biden, Clinton, Pelosi, Obama, keine Narzissten?

  • Trumps Forderung nach neuen Zöllen mag polarisieren – aber sie ist nicht per se falsch. Jahrzehntelang haben westliche Industrienationen ihre Produktion nach China und Co. ausgelagert, um kurzfristig billiger zu produzieren. Die Rechnung zahlen jetzt ganze Landstriche mit Deindustrialisierung, Abhängigkeit und sozialem Abstieg.

    Zölle sind kein Allheilmittel, aber ein legitimes Mittel zur Re-Nationalisierung strategischer Schlüsselindustrien. Wer jedes Zollargument reflexartig als „Protektionismus“ abtut, ignoriert die Realität: Freihandel hat vielen Ländern genutzt – aber nicht allen gleich. Und ein Markt ist nur dann wirklich frei, wenn alle nach denselben Regeln spielen. Genau das tun viele Staaten nicht.

    Die Vorstellung, Zölle seien wirtschaftlich rückwärtsgewandt, ist naiv. Viel gefährlicher ist es, tatenlos zuzusehen, wie sich westliche Volkswirtschaften immer stärker abhängig machen – von Lieferketten, seltenen Rohstoffen, autoritären Systemen. Wer das verhindern will, muss auch unbequeme Maßnahmen zulassen. Und ja: Dazu gehören Zölle.

    • @Jörg Radestock:

      "Freihandel hat vielen Ländern genutzt – aber nicht allen gleich. Und ein Markt ist nur dann wirklich frei, wenn alle nach denselben Regeln spielen. Genau das tun viele Staaten nicht."

      Wie könnte das in einer so ungleichen Welt auch anders sein? Es gibt Länder mit hoch entwickelten Wirtschaftssystemen und andere, die quasi noch im Mittelanter /reiner Landwirtschaft stecken. Mal ganz abgesehen von politischen Systemen und Zuständen (Stabilität, Frieden, Terror, Krieg).

      In einer globalen Wirtschaft kann man mit Protektionismus nichts retten, wenn man ein aktiver und hoch entwickelter Player ist (Skaleneffekte/Wettbewerbsfähigkeit).

      Wenn ich die präsentierte Zoll-Tafel richtig erinnere, gab es Zölle zwischen 0, 10 bis 70%? Einheitlich?



      Durch Zölle verhindere ich keine Abhängikeiten, sondern durch strategische Enscheidungen der Unternehmen und der Politik, welche Industrien wesentlich sind (Verkaufsverbote).

      Wenn Sie so argumentieren, dürfte keine internationale Arbeitsteilung stattfinden, denn dann ist das kleinste Schräubchen "systemrelevant" und drei Schräubchen tun sich zusammen, um sie zu blockieren...Manchmal reicht auch ein Orban :-/

  • Welches Wirtschaftsverständnis? Er hat 8 Insolvenzen hingelegt! Wie man so jemandem die Wirtschaft eines Landes anvertrauen kann, übersteigt meinen Denkhorizont. Von seinen anderen "Qualitäten" gar nicht erst zu reden.

    • @Minelle:

      Aha, welche 8 Insolvenzen waren das denn?

      • @drrainerklimkeaufalarich:

        Es waren 6 insolvenzen, wobei man dazu sagen muss, dass es keine Privatinsolvenz war, sondern immer Unternehmensinsolvenzen...kann man einfach kurz googlen

  • Seit Reagan senken die USA die Steuern, insbesondere für Big Companies. Staatsverschuldung daher nun jenseits der 100% des BIPs.



    Nun sollen es Zölle richten, die Einnahmenseite also stärken. Wer nun also bezahlt das alles? Letzter Satz im Artikel weist die Richtung.



    Mensch Donny, suizidale Wählerschaft hast du. Gratuliere! Ernsthaft.

  • Die Verhältnisse sind nicht wie 1913. Die US-Wirtschaft dominiert die Welt. Für die US-Amerikaner entstehen neue Arbeitsplätze, mehr Konsum. Wenn dann noch durch höhere Zölle und Verschlankung der Behörden der Staatshaushalt mit weniger Geld auskommt, bleibt definitiv ein Plus beim kleinen Mann. Wenn noch die Einkommensteuer gesenkt wird ... Dafür haben sie ihn gewählt.

    • @womzie:

      "Die US-Wirtschaft dominiert die Welt."



      Das wäre dann wohl eher ein Grund für Zölle auf US-Exporte in die schwächeren Volkswirtschaften?



      Ich schlage vor, wir lehnen uns zurück und sehen interessiert zu, wie der Orangene aus der Nummer wieder rauskommt.



      Wie sieht's eigentlich mit den Eierpreisen in USA aus? Wollte er doch senken

      • @Nansen:

        Vielleicht hilft das bei den Eierpreisen:



        www.der-postillon....25/03/eireise.html



        ... oder das hier:



        www.der-postillon....iermangel-usa.html



        Inzwischen kann man den Orangen ja nicht mehr parodieren, weil man bei dem inzwischen alles für möglich hält - wirklich alles.

        • @e2h:

          Sehr treffend, da ist nur ein Tippfehler in der Überschrift. "Eimarsch auf Osterinsel" muss es natürlich heißen.

        • @e2h:

          Sehr schön. Danke 😁

      • @Nansen:

        nein, die USA dominieren die Welt monetär. Der Importüberschuß der USA beträgt 1,13 Billionen, d.h. dieser finanzielle Wert wird jährlich ins Ausland gezahlt. Mit Gegenzöllen (außer ein paar speziellen, z.B. im digitalen Bereich) besteht nicht der Hauch einer Chance etwas zu erreichen.



        Es ist ja nicht so, dass die USA insgesamt nicht gut gefahren sind, aber eben vor allem die Konzerne, der Bürger erlebt die Produktionsverlagerung ins Ausland. Und daher rührt auch der Frust der Trumpwähler. Die Zölle könnten nun Arbeitsplätze zurückholen, machen aber auch Dinge teurer, (einerseits anderserseits halt) aber es kann ein Momentum entstehen, das Trump weiter im Sattel festigt. Entsteht de rEindruck in der Wählerschaft dass sich etwas tut, reicht das mglweise schon. Auf die statistischen Wirtschaftszahlen kommt es gar nicht so sehr an.

        • @nutzer:

          Korrigieren Sie bitte womzie. Von ihr/ihm stammt die Dominanzfeststellung. 😉

          • @Nansen:

            tut mir leid, es ist wirklich schwierig, dass es keine lineare Diskussion gibt, ich habe es einfach an die letzte Position gesetzt und vergessen, den angesprochenen post handschriftlich einzutragen

    • @womzie:

      Also zuerst mal entlässt Trump Menschen mit gut bezahlten Jobs.



      Die Migranten, die er abschiebt, haben bisher da gearbeitet, wo die AmerikanerInnen nicht mehr arbeiten wollen, hard work, dazu schlecht bezahlt.



      Wie man mit weniger Einkommen, oder eben keinem Job, bei höheren Kosten für Konsumartikeln durch die Zollpolitik



      MEHR KONSUM erwarten kann erklärt einem wohl am Besten trump persönlich oder ihr "freundlicher afd Berater".



      Bei " mehr Jobs" erinnere ich an die Initiative Anfang der 2000der, bei der man Arbeitslose zur Spargelernte einsetzen wollte. Das Ergebnis war, dass die Leute zu dieser Arbeit nicht zu gebrauchen waren.



      Auch wir haben bereits "hard work" verlernt.



      In Bereichen schwerer Arbeit hat uns die Automatisierung viel Arbeit abgenommen.



      Dadurch funktioniert es weiter.

    • @womzie:

      Mehr Konsum bei höheren Preisen. Und der Staatshaushalt wird auch noch entlastet. Fantastisch.

    • @womzie:

      Dream on…

    • @womzie:

      Neue Arbeitsplätze bringen wenig, wenn man keine Leute hat, sie zu besetzen. Das war ja genau der Grund für die Importe. Man importiert Produkte mit geringen Margen (Kleidung, Spielzeug etc.) und exportiert Produkte mit hohen Margen (Software, Microchips etc.). So wird man reich. Wenn man wieder anfangen muss, Produkte mit geringen Margen im eigenen Land herzustellen, brechen die Gewinne weg und man verarmt. Dass man die Billiglöhner (ausländische Arbeitskräfte) jetzt am liebsten wegschicken möchte und die Universitäten schikaniert, beschleunigt den Verarmungsprozess.

    • @womzie:

      Die US-Wirtschaft dominiert nicht die Welt. Wäre es so, hätten wir wir die derzeitige Situation nicht.

      Es wird erstmal alles teurer, denn die Zölle zahlen auf beiden Seiten letztlich die Verbraucher. Und dann wird Trump die Unternehmenssteuern senken. Für den Rest gilt: Wer nichts hat, wird auch in Zukunft nichts haben.

  • Hola - Letzter Absatz - bitte aufhören - meine Gedanken zu lesen. Danke



    &



    short cut - Was der UdSSR - das Comecon -



    War 🇺🇸 - als gehegter Dauerbrenner - die negative Handelsbilanz • Newahr



    Normal Schonn

    Na Mahlzeit

  • Trump hat doch noch nie was von Wirtschaft verstanden, sondern in seiner eigenen Karriere Millionen versenkt. Was er gut kann, das eingesammelte Geld seiner Untertanen und Spender zu verjubeln und für seine zahlreichen Verfahren einzusetzen.