Scheich-Besuch in Deutschland : Was zählen schon Menschenrechte?
Der Scheich der Vereinigten Arabischen Emirate wird beim Deutschlandbesuch hofiert. Dabei beliefern die Emirate viele Kriegsparteien mit Waffen.
W enn die Könige, Kronprinzen und Emire der arabischen Golfstaaten nach Deutschland zum Staatsbesuch kommen, dann wird nicht empfangen, sondern hofiert. Das ist kein Wunder, denn die Abhängigkeiten sind klar geregelt: Die deutsche Wirtschaft hängt an der Nadel der finanzstarken Fossilgiganten am Golf. Für die Arabischen Emirate gilt das insbesondere. Ein Handelsvolumen von 13 Milliarden Euro, wovon 11 Milliarden Euro in die Kassen der deutschen Industrie fließen – ein Handelsüberschuss, der einem wahr gewordenen feuchten Traum der deutschen Wirtschaft entspricht.
Und so dreht es sich auch bei dem Staatsbesuch des Emirs von Abu Dhabi und Präsidenten der Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed al-Nahyan, alles ums Geschäft. Milliardenschwere Investitionsabkommen in den Bereichen KI und Energie werden unterzeichnet. Wer will sich dieser Allianz von industrieller und technologischer Stärke mit dem Golfkapital und einem Knotenpunkt in Richtung Asien da entgegenstellen? Das wäre vollkommen weltfremd.
Dass die Emirate außenpolitisch eine oft zweifelhafte Rolle spielen, dürfte beim Staatsbesuch kein Thema sein. In angefixter Abhängigkeit gibt es da wenig Spielraum. Aber man sollte anmerken, dass die Emirate vielerorts in der Region ihre Einflusszonen ausbauen und dabei so manche Kriege und Konflikte am laufen halten. Etwa im Sudan, wo die Emirate mit ihren massiven Waffenlieferungen an die Rapid Support Forces, eine der beiden Haupt-Kriegsparteien, dafür sorgen, dass der Sudankrieg in all seiner Brutalität weitergeht und die Versorgung mit Waffen nie austrocknet.
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Sogar kolumbianische Söldner sollen die Emirate laut zahlreicher Berichte für diesen Krieg angeheuert und finanziert haben. Es gibt noch einige andere Konflikte in der Region, in denen die Emirate mitgemischt haben oder das immer noch tun, von Jemen bis Libyen. Nun ja, money makes the world go round. Daran ändern auch Kommentare in Zeitungen nichts.
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