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Protest gegen Alice Schwarzer in BerlinKeine Bühne für Diskriminierung

Feministische Organisationen protestieren gegen Alice Schwarzers Lesung im Berliner Babylon-Kino. Schwarzers Positionen schadeten trans Personen, kritisieren sie.

Demonstration am Rande der Vorstellung des Eckpunktepapiers zum Selbstbestimmungsgesetz Foto: IMAGO / Metodi Popow

Aus Berlin

Beritan Dik

Bereits vor dem Auftritt von Alice Schwarzer im Babylon-Kino in Berlin-Mitte hagelt es Kritik seitens queerer und queerfeministischer Organisationen. In einem offenen Brief – gestartet vom Queeren Referat der Alice-Salomon-Hochschule (ASH) – fordern 45 Un­ter­zeich­ne­r:in­nen die Absage der Veranstaltung und eine klare Positionierung gegen Queerfeindlichkeit und Rassismus. Außerdem ist laut der Pressestelle der Polizei eine Kundgebung vor dem Kino geplant.

„Alice Schwarzer setzt sich unter dem Label von Feminismus gegen die Selbstbestimmung und Interessen von queeren Personen, Geflüchteten, muslimischen Menschen und Sex­ar­bei­te­r*in­nen ein“, erklärt das Queere Referat der ASH gegenüber der taz. Dabei seien ihre Argumente unwissenschaftlich und bauten rassistische und queerphobe Feindbilder auf. Es könne nicht sein, dass das Kino Babylon einerseits das Bild einer progressiven Kulturinstitution vertrete und queere Filme zeige, andererseits Schwarzers Positionen eine Bühne biete.

In den vergangenen Tagen stand Schwarzer insbesondere aufgrund eines Spiegel-Interviews in der Kritik. Darin hatte sie erklärt, dass sie in Alice Weidel als potenzielle Bundeskanzlerin „trotz allem“ eine Ermutigung für Frauen sehe. Sie behauptete auch, dass Frauen mit Hijab keine Feministinnen sein könnten. Aber zu knappe Miniröcke sollten sich Frauen auch nicht anziehen, sonst schauten ihnen Männer hinterher.

Schwarzer unterscheidet in echte und unechte trans Personen

Aus dem offenen Brief

Schwarzer kommentiert auf ihrer Website die Kritik um ihr Interview so: „Ich gerate als Journalistin auch selber immer wieder in den Strudel der Fake-News und Fake-Interpretation.“ Gerade deshalb habe sie für ihr neuestes Buch „Feminismus pur. 99 Worte“ Begriffe gesammelt, um diese genau zu definieren. „Damit wir weniger drum herumreden und uns genauer beim Wort nehmen können.“

Kundgebung gegen die Buch Premiere

Am Dienstag dem 24.2. 19:10 Uhr am Rosa-Luxemburg-Platz.

Warum Schwarzer nicht auftreten soll

Daraus möchte sie am Dienstagabend für das Publikum lesen und anschließend Fragen beantworten. Doch für die protestierenden Organisationen und Initiativen ist klar: Sie möchten nicht mit Schwarzer sprechen. Im offenen Brief erklären sie, dass Schwarzers Positionen reale Konsequenzen hätten und Menschen schädigten.

Schwarzer unterscheide in echte und unechte trans Personen und beharre auf der Theorie, dass es ein binäres, unveränderliches biologisches Geschlecht gebe. Sie stelle trans Personen als Gefahr dar und fordere die CDU auf, das diskriminierende und in Teilen verfassungswidrige Transsexuellengesetz wieder einzuführen.

Zu der zweistündigen Kundgebung gegen die Lesung rief unter anderem die Jugendgruppe QueerDurchBerlin auf. Dort meinen sie, das kürzlich gegebene Spiegel-Interview bestätige, dass Schwarzer sich mit ihrem neuen Buch weder persönlich noch politisch weiterentwickelt habe.

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74 Kommentare

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  • "beharre auf der Theorie, dass es ein binäres, unveränderliches biologisches Geschlecht gebe" - ah stimmt, diese völlig abstruse Theorie irgendwelcher rechtsradikalen Hinterwäldler, verstanden

  • Wir sind ja alle so für die demokratischen Werte. Solange uns die Meinugen der anderen passen. Ansonsten müssen wir uns davor schützen, damit wir keinen seelische Schaden nehmen.

    Au weija...

  • Man kann ja von Frau Schwarzer halten was man will. Ihre Verdienste für den Feminismus , ach das sind Floskeln, also für die Freiheit der Frauen sind doch unbestritten.



    Wer selbst A.S. boykotieren will , will keine pluralistische Gesellschaft,

  • Gut, dass Frau Schwarzer auftreten kann, auch wenn ich in vielen Dingen nicht ihrer Meinung bin. Ich nenne das Meinungsfreiheit.

  • Ich denke mal, dass Frau Schwarzer den Aufriss um ihre Person genießt. Das schlimmste wäre wohl für sie, keine Beachtung zu finden.

  • Wie doof, gegen eine solche Veranstaltung zu protestieren und sich damit Öffentlichkeit zu schaffen - Menschen mit nicht binärem Geschlcht, Ihr habt unser aller Aufmerksamkeit. Geht gerne zu Frau Schwarzer und sagt ihr Eure Kritik als Teil des Publikums. Oder bietet selbst eine Veranstaltung zum Thema an, ladet sie ein, skandalisiert nach Geschmack. Es ist eine Veranstaltung, die das Babylon nicht mit Hosenknöpfen bezahlen kann, und auch Frau Schwarzer lebt bestimmt nicht von Luft und Liebe. Was soll das, liebe tazzen, daraus so einen Bohai zu machen.

  • Ich hege keine Sympathie für Alice Schwarzer, aber ihr die Äußerung ihrer Meinung verbieten zu wollen, nur weil diese anders als die eigene ist, geht zu weit.

    Sie verkündet ja nun auch wahrlich nichts verwerfliches. Daß es zwei biologische Geschlechter gibt - männlich und weiblich; alle 800.000 Geburten kommt ein intersexuelles Baby zur Welt ("inter" = "zwischen") das Merkmale beider Geschlechter aufweist - wird wohl keiner ernsthaft bestreiten, der in seinem Leben Biologieunterricht genossen hat.

    Als was sich jemand fühlt, ist desjenigen Privatsache. Wenn er sich besser fühlt und zufriedener ist, wenn er erklärt, fortan dem anderen Geschlecht anzugehören, soll er das tun. Wenn er dafür plastische Operationen ausführen und sich Hormone verabreichen lassen will, selbstverständlich auch. Wir wollen ja alle glücklich sein. Von mir aus soll er auch der Meinung sein, das wäre das normalste der Welt. Ich respektiere das auch.

    Aber biologisch wird er immer das bleiben, was er ist. Nichts anderes formuliert Schwarzer; Männer, die sich zur Frau erklärt haben und/oder umoperieren ließen, bleiben nun einmal Männer (und umgekehrt). Diese Meinung ist absolut legitim.

    • @Debaser:

      Nö, nicht legitim. Es geht Sie nämlich gar nichts an, was bei anderen mal in der Geburtsurkunde stand. Dementsprechend haben sie auch kein Recht irgendjemanden zu erklären, sie*er hätte sich zu irgendwas "erklärt". Wir sind hier sprachlich bitte auch nicht im vorletzten Jahrhundert.

      • @DieLottoFee:

        Meine Fresse, natürlich ist das legitim. Es geht doch nicht darum, dass es niemanden etwas angeht (wenn man sich etwas mit Gesellschaft beschäftigt und nicht nur mit neoliberalem Individualismus, tut es das übrigens bisweilen schon, aber egal) oder irgendwer jemandem irgendein Recht entziehen will (das wäre in der Tat sehr reaktionär). Sondern es geht schlicht darum, dass es biologische Fakten gibt. Was man daraus macht, ist dann alles Gesellschaft, aber das zu leugnen ist - mit Verlaub - irgendwie .. dumm

  • "Darin hatte sie erklärt, dass sie in Alice Weidel als potenzielle Bundeskanzlerin „trotz allem“ eine Ermutigung für Frauen sehe. "

    Die Frage lautete noch mal anders. Fleischhauer fragte in seinem schlechten Interview nach der Bedeutung von Weidel als Frau, wenn sie tatsächlich Bundeskanzlerin wäre. Das zumindest rechte Frauen sich davon ermutigt sehen würden ist evident und kann man kaum abstreiten.

    Schwarzer stellte mit keinem Wort Weidel als potentielle Bundeskanzlerin in den Raum und fand erst recht nicht Weidel als Bundeskanzlerin ermutigend. Da

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Mit derselben Logik könnte man eine Bundeskanzlerin Weidel als prinzipiell ermutigend für LGBT bezeichnen.

      Wäre aber dennoch abwegig. Weidel steht einer Fraktion vor, die den niedrigsten Frauenanteil aller Fraktionen hat und ist Mitglied einer Partei, die schlicht und einfach frauenfeindlich ist. Einfach nur zu behaupten, dass jede Frau in einer Machtposition irgendwie gut für andere Frauen sei, ist Quatsch und beleidigt letztlich auch die Intelligenz von Frauen.

      Frauen sind nun mal nicht per se gut für Frauen. Dafür gibt es genügend Beispiele.

      Dass z.B. in Russland häusliche Gewalt faktisch entkriminalisiert wurde und jetzt der prügelnde Ehemann nur noch verhaftet wird, wenn er seine Frau wiederholt halb tot geschlagen hat, ist insbesondere der Politikerin Jelena Misulina zu "verdanken".

      Was soll daran irgendwen - nicht nur Frauen - ermutigen?

      Schwarzer ist zu intelligent, um dies alles nicht zu begreifen.

  • Ich glaube nicht, dass Alice Schwarzer mit ihren Auffassungen zunächst irgendwem "schadet". Es sei denn natürlich, man empfindet Widerspruch gegen die eigene Agenda als "Schaden".

    Und andere Meinungen, die einem nicht passen, unterdrücken wollen?! Aus welcher Ecke kommt dieses Denken noch gleich?

  • "Schwarzer unterscheide in echte und unechte trans Personen und beharre auf der Theorie, dass es ein binäres, unveränderliches biologisches Geschlecht gebe. Sie stelle trans Personen als Gefahr dar und fordere die CDU auf, das diskriminierende und in Teilen verfassungswidrige Transsexuellengesetz wieder einzuführen"

    In Interview mit Markus Feldenkirchen stellt Alice Schwarzer nicht trans Personen sondern Eigendynamik kommerzialisiert chirurgischen Medzinbetriebs dar, so wenig wie sie sich Aice Weidel als Bundskanzlerin wünscht, ihr gleichwohl in einem solchen Fall ihrer Kanzlerschaft eine gewisse Wirkung auf Frauen nicht abspricht. Diese Lesart wird noch einmal durch Markus Feldenkirchen gestern in der Sendung Maischberger durch ihn explizit hervorgehoben gegen anderweitig spekulative Deutungen und Kommentare

    www.ardmediathek.d...YtNDBjMDEwMzU0NDNk

    • @Joachim Petrick:

      Schwarzers Kritik ist insgesamt differenzierter, als es in "TERF" zusammengefasst werden soll.



      .



      Dass es sich auch bei biologischen Männern um Frauen handeln kann, stand, soweit ich weiß, hierzulande das erste Mal in der Emma, Schwarzer hat 1984 diesen Standpunkt gegen andere Feministinnen verteidigt. "BRIEF AN MEINE SCHWESTERN" , hier www.emma.de/artike...-schwestern-264963



      .



      Insofern war sie in Sachen Trans sogar Pionierin.



      .



      Immer ein Ärgernis, temoeramentvoll, wortgewaltig, so manches Mal völlig daneben - was zu leicht in Vergessenheit gerät ist, dass ihr Aktivismus von Anfang an im tiefsten Kern auf Mitgefühl beruht.



      .



      Auch bei den Themen hier: was, wenn z.B. "trans" nur für Wenige eine echte Lösung wäre? Aber Viele große Hoffnungen damit verbinden, die womöglich bitter enttäuscht werden?



      .



      Nicht nur "mundtot machen wollen" geht gar nicht, nach meinem Dafürhalten ist sie bei allen Themen, zu denen sie sich äußert, eine wichtige Stimme (sie würde wohl auch sonst nicht so oft als derartig provozierend empfunden, bei wanchen solche Wut entfachen)

  • Man kann persönlich ja fast alles boykottieren und das auch allen anderen mitteilen. Man sollte sich nur nicht wundern, wenn die Mehrheit das oftmals mehr oder weniger lächerlich findet.

  • Wenn Frau Schwarzer ein Bedürfnis verspürt sich gerne auf einer Podiumsdiskussion mit Transgender & Transsexuellen Mitmenschen auszutauschen, dann sollte Frau Schwarzer den Gästen etwas bezahlen und nicht umgekehrt.

    • @Alex_der_Wunderer:

      WENN das eine reine Diskussionsveranstaltung wäre und nicht primär eine Lesung, KÖNNTE man drüber diskutieren, dass es nicht hilfreich ist, dafür Eintritt zu verlangen. Davon abgesehen deckt aber wohl Schwarzers Buch auch deutlich mehr Themenberiche ab als ihren Beef mit der Transgender-Lobby. Und - Zumutbarkeitsgedanke - wenn Schwarzer jedesmal dafür zahlen müsste, mit Jemandem zu reden, der etwas anders sieht als sie, wäre sie seit Jahrzehnten pleite. ;-)

      • @Normalo:

        Das mit der transgender Lobby muss man mir nochmal erklären

        • @Faya:

          Was wollen Die da erklärt haben?

          Sie konnten davon ja bereits im Artikel lesen.

          An sich ist es nichts Schlechtes, wenn Minoritäten eine Lobby haben.

        • @Faya:

          Meinen Sie etwa, "Lobby" gäbe es nur in feinem Zwirn und bei Lachsschnittchen? "Lobby" ist jede Gruppe oder Einrichtung, die sich damit befasst, aktiv Einfluss auf Politik zu nehmen, ohne dafür den Weg über die Urne zu gehen. Es gibt Profi-Lobbyisten (meist Ex-Politiker, Anwälte, Gewerkschafter oder Verbandsbeschäftigte), ehrenamtliche Verbandslobbyisten und auch sogennante "Grass-Roots"-Lobbyisten die eher auf der Straße Einfluss sammeln, um ihren Spezialinteressen Gehör zu verschaffen. Manche verwenden Pappschilder, andere Netzpetitionen, wieder andere Klebstoff oder Traktoren. Aber am Ende geht es immer darum, Politik durchzubekommen, auch wenn es eigentlich keine parlamentarischen Mehrheiten für sie gibt.

  • Ich finde es immer wieder interessant, wer wen das Gespräch verweigert - kaum jemand hat von dieser Veranstaltung gewusst, jetzt ist die Veranstaltung bekannt, nur so am Rande, das gleiche Verhalten hat die AgD groß gemacht - nicht mal gelernt hat man.

  • Dass Schwarzer zu den Lumpenpazifistinnen gehört, die den Ukrainer_innen nahelegt, sich doch bitte von den Russen vergewaltigen, ermorden und beherrschen zu lassen, damit sie und die anderen Deutschen nicht von Krieg und Leid behelligt werden, war dagegen keinen Protest wert?

    • @Suryo:

      Wie bitte?! Mich wider Frau Schwarzes Einstellung zum Ukrainekrieg ebenfalls an (im Gegensatz zu ihren andren Meinigen), aber niemals würde es mir in den Sinn zu kommen dagegen zu protestieren! Das ist keine Diskussionsveranstaltung sondern eine Lesung! Protestieren - also Diskutieren würde ich mit ihr auf einer Gesprächsveranstaltung oder ihr einen Brief schreiben oder einen Artikel veröffentlichen. Aber niemals würde ich protestieren!

    • @Suryo:

      Ausgerechnet Schwarzer zu unterstellen, sie lege "den Ukrainer_innen nahe[...], sich doch bitte von den Russen vergewaltigen, ermorden und beherrschen zu lassen, damit sie und die anderen Deutschen nicht von Krieg und Leid behelligt werden" ist perfide!



      .



      In beiden Teilen.



      .



      Und: lesen Sie vielleicht doch mal den Aufruf des Kriegsheimkehrers Wolfgang Borchert, kurz vor seinem Tod 1947 verfasst, bevor Sie Schwarzers Haltung hier als "Lumpenpazifismus" denunzieren!



      .



      》„Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen – sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!“



      .



      –Wolfgang Borchert:Dann gibt es nur eins!



      .



      Es folgen 12 weitere Aufrufe an das „Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro“, den „Besitzer der Fabrik“, den „Forscher im Laboratorium“, [...]《



      .



      de.wikipedia.org/w..._gibt_es_nur_eins!

      • @ke1ner:

        "Aufruf des Kriegsheimkehrers Wolfgang Borchert" - von welchem Krieg war Wolfgang Borchert nochmal heimgekehrt? Es war der Zweite Weltkrieg und Deutschland der Aggressor. Wo genau ist jetzt die Verbindung zur Ukraine, wo die Menschen sich gegen einen Aggressor zur Wehr setzen? Genau das hat Schwarzer nämlich im Verein mit Wagenknecht verurteilt. Die Tatsache, dass die Ukraine sich zur Wehr setzt und von uns unterstützt wird. Oder hat jemand gesehen oder gehört, dass Putin von ihr aufgerufen wird, den Krieg zu beenden?

      • @ke1ner:

        Das ist nicht perfide, das ist die Wahrheit.

        Wer mit Wagenknecht und Lafontaine zusammen für "Frieden" demonstriert, der demonstriert nicht gegen Russlands grausamen Krieg und die täglichen abscheulichen Verbrechen der Russen an ukrainischen Zivilist_innen, sondern er demonstriert dagegen, den Ukrainern zu helfen. Er will, dass die Ukraine eine Niederlage erleidet, was wiederum unbestreitbar zu genau den Vergewaltigungen, Foltern, Tötungen und Verschleppungen führen würde, wie unter russischer Besatzung im Donbass.

        Wie kann man das eigentlich bestreiten?

  • Wenn ich diese die Freiheit des Denkens verachtenden Menschen höre, denke ich als über 60-jähriger an einen Großen des letzen Jahrhunderts: „Das ist nicht mehr mein Land. Macht damit doch, was ihr wollt.“

    • @Metulski:

      So ist es.

  • Herrgottnochmal, warum verweigern sich diejenigen, die zum Protest aufrufen, denn dann den offenen Streit mit Frau Schwarzer? Zur Demokratiefähigkeit gehört auch Streitfähigkeit,die geht aber gerade zunehmend den Bach runter. Wenn das Demokratie- und Protestverständnis allein darauf beruht, jeden canceln zu wollen und niederzubrüllen, dessen Positionen man verurteilt und nicht teilt, ist das alles aber weder zielführend und überzeugend in der Sache noch besonders demokratisch. Ob es einem gefällt oder nicht, Frau Schwarzers Positionen sind von der Meinungsfreiheit gedeckt. Damit muss man umgehen. (Nur mal nebenbei bemerkt bin ich sehr weit weg von den Positionen Alice Schwarzers) Aber diese um sich greifende Unart, zu Protesten gegen alle(s) mögliche zu trommeln, um sich dann selbst dem offenen Diskurs zu verweigern, geht mir ganz allgemein zunehmend auf den Sender.

    • @DC Fix:

      Danke, genau das dachte ich auch!

  • Seit ihrer Reportage 1977 "Haus für geschlagene Frauen" www.emma.de/artike...gene-frauen-264916 sind die Beschimpfungen Schwarzers immer auch ein Indikator für die Frauenfeindlichkeit der Milieus, aus denen sie kommen.



    .



    50 Jahren später sind die Zahlen immer noch krass:



    .



    》Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten in Deutschland (2024)



    .



    • 558 frauenfeindliche Straftaten im Zusammenhang mit Politisch Motivierter Kriminalität. Überwiegend waren es Beleidigungen



    .



    • 53.451 weibliche Opfer von Sexualstraftaten. Knapp die Hälfte von ihnen war minderjährig



    .



    • 187.128 weibliche Opfer von Häuslicher Gewalt



    .



    • 593 weibliche Opfer von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung



    .



    • 18.224 weibliche Opfer von Digitaler Gewalt. Also Gewalt, die mit dem Tatmittel Internet begangen wurde

    • 308 Frauen und Mädchen wurden in Deutschland getötet. Davon132 Frauen im Zusammenhang mit Partnerschaftsgewalt《



    .



    www.bmi.bund.de/Sh...rauen-artikel.html



    .



    Da soll Schwarzer als angebl. "Terf" (link o. u. "QueerDurchBerlin") nicht mal öffentl. auftreten dürfen?

  • Nun kann man gegen Alice Schwarzers Haltung, ja, gerade auch gegenüber Trans- und Queerfeministischen Positionen, einiges sagen - aber, dass "Schwarzers Positionen reale Konsequenzen hätten und Menschen schädigten", dafür hätte ich dann doch gern handfeste Beweise. Dass es queerfeindliche Gewalt gibt, ist unbestritten, aber dass eine Veranstaltung, in der Schwarzer sich äußert, dies verursacht oder befeuert, halte ich doch sehr für an den Haaren herbeigezogen. Es scheint mir, dass es auch in Teilen des queerfeministischen Bereichs auch demokratiefeindliche Tendenzen gibt...

  • Ich kann den Protest gegen A.Schwarzer verstehen. Es gibt es immer wieder oder -noch: Feministinnen, die die Feststellung eines biologischen Übergangs von einem zum anderen Geschlecht ablehnen und male to female -Transitionen als unecht verleumden. "Die mogeln. Wir wollen mal unter uns sein." so eine andere Webseite. Und andere queere Feministinnen haben diese Phobie nicht.



    Dann gibt es noch weitere Punkte zur Kritik an A.Schwarzer. Siehe vorigen taz-Artikel Alice und Alice.



    Mich wundert schon, was es alles an Veranstaltungen im Babylon-Kino geben kann - angefangen mit dem "Kölner Karlspreis für Ken Jebsen" 2014 als Belohnung für die antisemitischen Montagswahnmachen gegen die "Todespolitik der Federal Reserve". Klaus Lederer war da prima. Seltsam.



    Aber die Preisverleiher von 2014, "Arbeiterphotographie" / Neumann & Fikentscher - waren doch 2010 bei Ahmadinedschad in Teheran zu Besuch - warum ist da die Frau Schwarzer so dagegen?...

    • @Land of plenty:

      "Ich kann den Protest gegen A.Schwarzer verstehen."



      Protest ist das eine. Mundverbieten etwas anderes.

    • @Land of plenty:

      In vielen Punkten anderer Meinung zu sein als Alice Schwarzer ist absolut verständlich und bei einer so streitbaren und pointiert denkenden Persönlichkeit sogar normal. Man kann Schwarzer wohl auch nicht bescheinigen, innerhalb ihres unmittelbaren Einflussbereichs besonders duldsam mir Andersdenkenden umzugehen.

      ABER: Das rechtfertigt Proteste gegen ihre Meinungen, nicht dagegen, dass sie sie - wo auch immer - äußern darf. Und genau darum geht es hier ja wohl. Wer gerade für das Anderssein und -denken um Toleranz wirbt, delegitimiert sich selbst und konterkariert sein Anliegen, wenn er auf diesem Weg keine Andersdenkenden ertragen kann und nach Repression dieser anderen Denke ruft.



      Das hat mit Schwarzer als Person unmittelbar gar nichts zu tun. Es geht darum, ob solche Aktivisten in der Lage sind, ihre moralische Basis auch zu würdigen und zu leben, wenn es ihnen mal NICHT direkt in die Agenda passt.

    • @Land of plenty:

      Das Babylon ist doch mittlerweile eher eine Eventlocation der nur wenige Schritte entfernten Berlinskaja Prawda. Nur das „Theater Ost“ in Adlershof ist schlimmer.

  • Wer eine andere Meinung hat, darf er das überhaupt? Nennt sich das Demokratie? Ist auch nicht besser als Trump

    • @Nickalsname:

      Nein, darf er nicht.

      Volksverhetzung ist z.B. keine Meinung, sondern ein Straftatbestand. Diese Art von "Diktatur", so der Wortlaut der Demokratiegegner, finde ich gut.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Volksverhetzende Äußerungen können auch Meinungen sein. Sind halt nur strafbare. Meinungen sind nicht deshalb „erlaubt“, weil es Meinungen sind.

      • @Troll Eulenspiegel:

        PS Es geht hier um A. S., nicht um Holocaustleugner! Ihre Antwort ist wohl eine Nebelkerze in dieser Diskussion

      • @Troll Eulenspiegel:

        Aha, aus ihrer Perspektive ist A. S. eine Volksverhetzerin.



        Steile These, ist für mich die Aufforderung zur Zensur.



        Dasselbe wie rechts, einfach sind die Rhemen diet andere.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Wer bitte betreibt hier Volksverhetzung? Frau Schwarzer? Ich empfehle Ihnen dringend ihren inneren Kompass mal neu zu kalibrieren oder eben Frau Schwarzer wegen o.g. Delikt anzuzeigen. Aber nicht wundern wenn das ganze als haltlos vom Gericht abgewiesen wird.

  • Ob ein Buch in 99 Begriffen, denen sie jeweils nur 1800 (!) Zeichen widmet, der Diskussion gerade zu strittigen Themen irgendeinen Mehrwert beschert, wage ich allerdings zu bezweifeln.

    Ein Beispiel. Zum Begriff „alter“ (Kleinschreibung im Original) ist zu lesen, Zitat:

    „»Altfeministin«. Wie hört sich das an? Gestrig. Und genau das soll es auch. Ich selbst habe die zweifelhafte Ehre, seit ü60 ins Altersfach geschoben worden zu sein. Am eifrigsten dabei sind seit etwa zehn Jahren die heute sogenannten Queerfeministinnen."

    Der Heyne-Verlag bewirbt das so:

    „Ihre Welt in 99 Worten – Alice Schwarzer zieht Bilanz.“

    Nichts Neues unter der Sonne also.

    Wenn ich es der Webseite des Babylon-Kinos richtig entnehme, handelt es sich bei der Veranstaltung nicht nur um eine Lesung, sondern auch eine Diskussionsveranstaltung mit dem Publikum.

    Wer also bereit ist, die 16.-€ Eintritt zu zahlen, kann mit ein bisschen Glück u. Durchsetzungsvermögen vielleicht auch ein paar eigene Argumente loswerden. Mir wäre es zuviel Geld, aber das möge Jede selbst entscheiden. Ansonsten kann man vor der Tür gegen Schwarzers Thesen demonstrieren. Insofern bin ich gegen eine Absage an die Autorin.

  • Cancel culture at its best.



    Hoffentlich stößt die Initiative auf taube Ohren. So führt man keinen Kampf für Toleranz.



    Und dass das speziell die pöse "Grand Old Schachtel" nicht im geringsten anficht, dürfte sich sowieso von selbst verstehen. Übergriffige Anfeindungen dieser Art sind sowas wie Treibstoff für sie.

  • Gut, dass es in Deutschland keine Cancel Culture gibt und alle Meinungen frei geäußert werden können.

    • @Herbarius Zunichten:

      "Cancel culture" ist rechtlich gesehen erst Mal Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Frau Schwarzer äußert ihre Meinung frei (vereinfacht: Frauen=Zwei X-Chromosomen, nichts sonst - wer es anders sieht, ist ein Frauenfeind), die Gegenseite äußert die ihre frei (vereinfacht: Frau ist, wer es sein will - wer es anders sieht ist ein Menschenfeind) und verlangt einen Boykott der "Menschenfeindin".

      • @Peter Rabe:

        "Frei" ist halt relativ. Natürlich darf rechtlich Jeder, wenn er meint, vermeintliche oder echte Menschenfeind_*Innen boykottieren oder zum Boykott aufrufen. Aber bis auf absolute Ausnahmen ist das schon ein recht unilateraler Stil der politischen Auseinandersetzung und wenig vom pluralistischen Gedanken des freien Wettbewerbs der Meinungen getragen.



        Aber das ist auch nicht "Cancel Culture" - oder nur eine schwache Ausprägung davon. Cancel Culture fängt an, wo versucht wird, den politischen Widerpart mundtot zu machen, also nicht nur nicht hinzuhören und Andere zum Gleichtun aufzufordern, sondern zu verhindern suchen, dass die interessierte Öffentlichkeit den Widerpart überhaupt hören KANN. In diese Kategorie fällt Niederbrüllen oder eben die Forderung, Veranstaltungen wie diese Lesung doch bitte gar nicht erst anzusetzen bzw. abzusagen, wenn man den "Fehler" schonmal gemacht hat.



        Auch diese Forderung ist natürlich von der Meinungsfreiheit gedeckt, und ihr zu folgen im Zweifel vom Selbstbestimmungsrecht des Veranstalters - abzüglich vertraglicher Verpflichtungen, wenn man die streitbare Person schon engagiert hat. Aber demokratische Gepflogenheit wäre eben "Reden UND reden Lassen".

        • @Normalo:

          Zwischen „frei“ und „wünschenswert“ besteht rechtlich ein Unterschied. „Frei“ meint: durch Art. 5 Abs. 1 GG geschützte Meinungsäußerung – unabhängig von Qualität, Ton oder Plausibilität; begrenzt nur durch allgemeine Gesetze, Jugendschutz und persönliche Ehre (Abs. 2). „Wünschenswert“ ist eine wertende Zusatzkategorie ohne Rechtsqualität.Ich arbeite beruflich viel mit Online‑Meinungen und ihrer juristischen Einordnung. Aus Erfahrung: Sehr vieles ist als Werturteil geschützt, selbst wenn der Gehalt gering ist. These (bewusst zugespitzt): Die Meinungsfreiheit ist heutzutage als Schutzschirm für ungeprüften „geistigen Abfall“ überdehnt. Die allgemeine Handlungsfreiheit würde reichen. Stattdessen sollte Argumentationsfreiheit gelten: Wer irgendwas behauptet („Chemtrails“ o. Ä.) muss eine belastbare Quelle angeben – sonst kein Schutz. Werturteile bleiben möglich, aber ohne Deckung für frei erfundene Aussagen.

  • "Feministische Organisationen protestieren gegen Alice Schwarzers Lesung"



    Nur zu! Feministen gegen Feministen, das ist genau was der Feminismus braucht.



    Die Krankheit der Linken per se... es ist wichtiger im absoluten Recht zu sein, als gegen einen gemeinsamen Gegner vorzugehen.

    • @Encantado:

      Eine Frau, die schon vor Jahren für die BILD schrieb, an der Militärdiktatur in Burma nichts schlimmes findet und die heute mit Wagenknecht für den Bückling vor dem faschistischen Russland demonstriert, ist keine Linke mehr.

      • @Suryo:

        Geht es hier um Etikettierungsfragen?

        • @ja wirklich?:

          Ja, auch.

      • @Suryo:

        "Eine Frau, die (...), ist keine Linke mehr."



        Und deshalb ist es völlig in Ordnung, sie zum Schweigen bringen zu wollen?



        Ich stehe mit ihren Ansichten ja auch relativ großflächig über Kreuz, aber mir käme nicht in den Sinn, ihr grundsätzlich den Mund zu verbieten.

    • @Encantado:

      Das es in ideologischen (wertfrei gemeint) immer auch repressive Auswüchse gab und gibt ist nichts neues und keine Krankheit der Linken (DDR!) per se. Insofern sind die Aktionen der Queerfeministinnen gegen die Meinungsfreiheit auch nichts ungewöhnliches. Man muss nur acht geben mit der Solidarisierung. Liberale Positionen sollten in solchen Situationen zueinander stehen gegen repressive Gruppen.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        "keine Krankheit der Linken per se."



        Der Unterschied zu entsprechendem Vorgehen auf der anderen Seite des Spektrums liegt m. E. darin, dass die Rechten primär gegen die Linken vorgehen. Darin sind sie sich einig. Die Linken indes scheinen eine Freude daran zu haben, sich gegenseitig zu zerfleischen. Und das ist glaube ich dann doch recht linkenspezifisch.

        • @Encantado:

          es gibt nicht "die" Linke. Manche linke Positionen sind so weit und unvereinbar weit auseinander, dass es da nie einen gemeinsamen Nenner gibt. Die Stalinisten in der DDR (die alles war außer eine Bananenrepublik :-) passten nie in das gleiche Boot wie die SPD. Sozialliberale Linke und Linksextreme passen nicht zusammen. Sich da zu bekämpfen, bzw. gegen Linksextremsten anzugehen ist ureigenstes Interesse der liberalen Linken.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        @ Prinz Leonce vom Königreiche Popo



        ...und die DDR ein undemokratischer, diktatorischer Unrechtstaat war, ist Ihnen schon noch bekannt, ja ?

  • Also, wenn einem oder hier den queer- und trans-Organisationen eine Meinung nicht passt, erfolgt "Brandmauer". Unwissenschaftlichkeit, Queer-Feindlichkeit und Rassismus sind dann die Totschlagargumente. Diversität verlangt auch eine diverse Debattenkultur, die auch andere Meinungen zulässt, wie hier die von Alice Schwarzer. Man muss sie nicht teilen, aber...

  • Eine kleine radikale Minderheit versucht den Diskurs zu bestimmen, bei gleichzeitiger Gesprächsverweigerung. Effizienter kann man das Thema Feminismus nicht ins gesellschaftliche Abseits schieben.

    • @Nachtsonne:

      Ja anstrengend sowas. Als privilegierte Mehrheit lehnt man sich derweil entspannt im Sofa zurück.

      • @TV:

        Ich darf das etwas präzisieren: Als Normalo habe ich keine Lust mehr auf Leute die rücksichtlos Sonderrechte in Anspruch nehmen wollen.

  • Also man hat eine andere Meinung als Frau Schwarzer. Ist ja soweit absolut legitim. Aber warum soll Frau Schwarzer deswegen nicht auftreten dürfen bzw keine Veranstaltung mit ihr stattfinden?

    • @T-Rom:

      Weil Frau Schwarzer sich "mit ihrem neuen Buch weder persönlich noch politisch weiterentwickelt" hat. In der DDR wurde ein ähnliches gesellschaftlich vernichtendes Urteil gefällt, wenn jemand sich nicht zu einer "sozialistischen Persönlichkeit" entwickeln wollte, die die Lehre des Marxismus-Leninismus verinnerlicht hat. Und da wundert man sich noch, dass Medienprodukte wie die der ostdeutschen Tech-Millionäre Holger und Silke Friedrich ("Berliner Zeitung" und seit neuestem "Ostdeutsche Allgemeine Zeitung") im Osten einen gewissen Erfolg haben.



      [Sarkasmus off]



      Ich frage mich, wie viele Kanonenschläge von rechts die queerpolitische Blase noch braucht, um zu realisieren, dass sie mit solchen Aktionen selbst ihr politisches Grab schaufelt.

  • Alice Schwarzer ist in den 1970er Jahren bekannt geworden durch ihren öffentlichen Widerstand gegen das Abtreibungsverbot nach §218 StGB, das trotz einer liberaleren Handhabung bis heute grundsätzlich Bestand hat. Bekanntlich wählt der Bundestag selbst heute noch keine Personen als Verfassungsrichter:innen, die sich gegen das Abtreibungsverbot aussprechen, um diese absurde Situation auch künftig zu zementieren!

    Wenn nun Personen, für die das Thema Abtreibung gar nicht relevant ist, Gespräche mit Alice Schwarzer nicht nur selbst verweigern, sondern sogar zum Boykott aufrufen, schaden sie letztlich ihrem eigenen Anliegen einer liberaleren Gesellschaft.

    • @Rudi Lipp:

      "Bekanntlich wählt der Bundestag selbst heute noch keine Personen als Verfassungsrichter:innen, die sich gegen das Abtreibungsverbot aussprechen, um diese absurde Situation auch künftig zu zementieren!"



      Man könnte fast meinen, eine stabile Mehrheit aller Bundestagsmitglieder über eine lange Zeit hinweg will daran nichts ändern. Und sie werden auch noch wiedergewählt!



      Unfassbar.



      Fluch der Demokratie.

  • "Doch für die protestierenden Organisationen und Initiativen ist klar: Sie möchten nicht mit Schwarzer sprechen."



    ---



    Unabhängig davon, ob man nun eher Frau Schwarzers Meinung ist oder eher mit ihren Gegnern sympathisiert, halte ich diese Einstellung für fatal. Ich frage mich, wovor die Leute Angst haben? Fürchten sie vielleicht sogar, dass Frau Schwarzer sie mit Argumenten überzeugen könnte? Dass sie hervorragend diskutieren kann, ist ja bekannt.



    Wer aber nur über eine Person spricht, aber das Gespräch mit ihr verweigert, steht nicht für eine gute, demokratische Debattenkultur.

    • @Katharina Reichenhall:

      Auch wenn ich wie Sie gegen eine Absage an Schwarzer bin, so muss man doch auch zur Kenntnis nehmen, dass in einem Format wie einer Lesung mit anschließender Diskussion (Fragen aus dem Publikum?) eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe kaum möglich ist. Dazu bedürfte es einer zweiten Person auf dem Podium, die wirklich mit Frau Schwarzer diskutiert. Das ist aber meines Wissens nicht vorgesehen.

    • @Katharina Reichenhall:

      So, wie sie damals in der Causa Kachelmann „diskutiert“ hat?

      • @Suryo:

        @Suryo



        👍👍👍👍

      • @Suryo:

        Es geht mir nicht darum, Frau Schwarzer zu verteidigen, es geht mir darum, dass es ist schlecht ist, wenn man sich über eine Person medienwirksam echauffiert und versucht, ihren Auftritt zu torpedieren, aber gleichzeitig die Diskussion verweigert.



        Dass sich Frau Schwarzer auch nicht immer optimal verhalten ist, ist davon unberührt und wird von mir auch ausdrücklich nicht behauptet.

    • @Katharina Reichenhall:

      ""Doch für die protestierenden Organisationen und Initiativen ist klar: Sie möchten nicht mit Schwarzer sprechen."



      Wer aber nur über eine Person spricht, aber das Gespräch mit ihr verweigert, steht nicht für eine gute, demokratische Debattenkultur."



      Mehr als das. Sie wollen auch nicht, dass andere mit ihr sprechen.

  • Transsexuel und Transgender sind ja auch verschieden. Erstere sind meist durch hormonelle Einfluesse in der Schwangerschaft im falschen Koerper, letztere sind mit gesellschaftlichen Rollenbilder auf dem Kriegsfuss und wollen, statt veraltete Rollenbilder aufzubrechen, ihr Rollenbild anderen aufzwingen. Das trifft in der Mehrheitsgesellschaft oft auf Kopfschuetteln, was es durch die Vermischung der Begriffe Transsexuellen nicht leichter macht.

    Zum autoritaeren Rest braucht man nicht viel zu sagen. Mit wem ich nicht sprechen will soll garnicht sprechen. Am Ende ueberzeugt sie noch Leute mit ihrer Meinung, das gilt es zu verhindern.

  • "Sie möchten nicht mit Schwarzer sprechen."

    Für Demokratien ist diese Haltung als Position einer Gruppe toxisch.

    Zu welchem Thema auch immer.

    • @rero:

      ""Sie möchten nicht mit Schwarzer sprechen."



      Für Demokratien ist diese Haltung als Position einer Gruppe toxisch."



      Niemand muss mit jedem sprechen.



      Was aber gar nicht geht, ist: solche Gespräche auch für alle anderen verbieten zu wollen. DAS ist toxisch.