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Linke zu Rentenplänen„Die Leute arbeiten jetzt schon zu lange“

Die von der Regierung geplante Ausweitung der Arbeitszeit ist unanständig, findet Sarah Vollath, die rentenpolitische Sprecherin der Linksfraktion.

Jasmin Kalarickal

Interview von

Jasmin Kalarickal

taz: Frau Vollath, bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Das Ergebnis der Rentenkommission ist …

Sarah Vollath: … unanständig.

taz: Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) spricht von einem „Gesamtkunstwerk“. Was genau stört Sie denn? Vollath: Die Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte, die Anhebung der Altersgrenze und die Idee einer kapitalgedeckten Komponente in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Im Interview: Sarah Vollath

30, Sozialarbeiterin und rentenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag.

taz: Wenn Menschen nach 45 Beitragsjahren nicht mehr abschlagsfrei in Rente gehen dürfen – wen trifft das?

Vollath: Vor allem Menschen in Ausbildungsberufen, die früh angefangen haben zu arbeiten. Gerade Leute in handwerklichen Berufen oder in der Pflege, die körperlich schwer arbeiten. Die fangen mit 17 an und schuften 45 Jahre lang – ich finde, das muss reichen.

taz: Im Bericht der Rentenkommission steht, von der abschlagsfreien Rente profitieren vor allem Besserverdienende, Gesündere und Männer …

Vollath: Frauen haben öfter unterbrochene Erwerbsbiografien, das stimmt. Aber ich finde diese Argumentation trotzdem falsch. Die Bundesregierung und auch die Grünen haben offenbar kein Interesse daran, dass Menschen, die noch nicht krank sind oder umfallen, in Rente gehen. Wir haben eine grundlegend andere Einstellung. Wir wollen, dass Menschen, wenn sie in Rente gehen, noch einige schöne Jahre haben können, in denen sie gesund sind und noch was vom Leben haben.

Ärmere Menschen sterben früher. Und in unserer Gesellschaft macht auch Arbeit krank. Jetzt sollen alle länger arbeiten?

Sarah Vollath, Linkspartei

taz: Sie haben Zahlen von der Bundesregierung abgefragt, aus denen hervorgeht, dass die durchschnittliche Rente von Frauen, die abschlagsfrei in Rente gehen, bei 1.469 Euro liegt, für Männer bei 1.846 Euro.

Vollath: Frauen sind damit im Schnitt 23 Euro über der Armutsgrenze. Bei Männern sind es immerhin 400 Euro mehr. Es geht hier um Menschen, die 45 Jahre lang harte Arbeit geleistet haben, und manche haben eine Rente unter dem Existenzminimum, es sind ja Durchschnittsangaben.

taz: Laut Rentenkommission soll das Renteneintrittsalter mit der steigenden Lebenserwartung verknüpft werden. Wie bewerten Sie das?

Vollath: Aus unserer Sicht arbeiten die Leute jetzt schon zu lange. Wer länger arbeiten will, kann das auch jetzt schon, das ist eine persönliche Entscheidung. Wir wissen: Ärmere Menschen sterben früher. Und wir leben in einer Gesellschaft, wo Arbeit auch krank macht. Jetzt sollen alle länger arbeiten? Das wird dazu führen, dass einige Menschen noch früher sterben und sich die bestehende Ungleichheit weiter verschärft.

taz: Aber es soll Härtefallregelungen geben und die Erwerbsminderungsrente soll überarbeitet werden.

Vollath: Das bedeutet wieder, dass Leute arbeiten müssen, bis sie krank sind. Dennoch wäre es gut, wenn der Zugang zur Erwerbsminderungsrente wesentlich einfacher wäre als bisher.

taz: Wäre es eine Lösung, wenn bestimmte Berufsgruppen früher in Rente gehen dürften?

Vollath: Wie soll man das genau kategorisieren? In Österreich gibt es bereits verschiedene Renteneintrittsalter je nach Branche – dort werden Kalorien gezählt, die Menschen während der Arbeit verbrauchen. Ein solches System wird neue Ungerechtigkeiten hervorbringen. Ich bin zum Beispiel Sozialarbeiterin und habe vorher in einer Einrichtung für Grundschulkinder gearbeitet. Ich hatte dauerhaft eine gesundheitsgefährdende Geräuschkulisse für acht Stunden am Tag. Das macht etwas mit Menschen, aber es führt nicht zu einem höheren Kalorienverbrauch.

taz: Was würde denn gegen zunehmende Altersarmut helfen?

Vollath: Wir brauchen eine solidarische Mindestrente. Aber dafür müssten alle in ein System einzahlen. Dann könnten wir die Beitragsbemessungsgrenze anheben und innerhalb der Rentenversicherung über Umverteilung sprechen.

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45 Kommentare

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  • Warum ist die Rente in anderen Ländern wesentlich höher als bei uns , bei ähnlichen Altersstrukturen ?



    Man sollte von jemanden der etwas besser macht lernen .



    Wahnsinn ist , immer das Gleiche zu tun und



    zu hoffen , dass es es von allein besser wird.



    Wahnsinnige Politiker ,um nicht zu sagen ,



    Dumme und Unfähige !

  • Es müsste doch auch langsam in der Politik eine Binsenweisheit sein, das die Lebenserwartung (ca. 80) nicht mit der Gesundheitserwartung (ca. 57) korreliert.

    • @Thomas Böttcher:

      Dann ist es vielleicht an der Zeit Ressourcen darin zu investieren, die Leute bis 70 arbeitsfähig zu halten und nicht bis 80 am Leben zu erhalten.

      • @Machiavelli:

        Leben nur für "nützliche" Menschen? Oder wie ist das zu verstehen?

      • @Machiavelli:

        @Machiavelli



        👍👍Genau, die höchstens 32,5 Stundenwoche für alle Arbeitnehmer, muß umgehend gesetzlich verankert werden !

      • @Machiavelli:

        Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, das die von mir geschätzten 1,5 Millionen Beschäftigten,(eigentlich 1,94 Mio mit Architekten etc.pp.) im Baugewerbe niemals, nimmer, nicht, diesen Beruf bis 70 ausüben können, auch nicht 2090.



        Eine, z.B. , Gonarthrose oder eine Osteochondrose werden vermutlich auch in 100 Jahren noch nicht heilbar sein.

  • Wenn ich 45 Jahre voll arbeite und 85 Jahre alt werde, habe ich 40 Jahre nicht gearbeitet. Das geht also niemals auf. Zumal die Rente sich ja nicht an meinem Durchschnittsverdienst im Leben berechnet, sondern i.d.R. eher am letzten Gehalt orientiert.

    • @ToMuch:

      Sie verwechseln die Rente mit der Beamtenpension. Bei der Pension liegt der Anspruch nach 40 Dienstjahren 71,75 Prozent des letzten Gehalts. Das wäre schön, wenn es bei der Rente auch so wäre. Da geht es tatsächlich um den Durchschnittsverdienst Ihres ganzen Lebens.

    • @ToMuch:

      Und nur die Jahre nach der Berufstätigkeit bekommen Sie Rente. In den Jahren vor der Berufstätigkeit kommen in der Regel die Eltern für den Lebensunterhalt auf.

    • @ToMuch:

      Ihre Rente berechnet sich an den erworbenen Rentenpunkten, das letzte Gehalt hat somit genauso viel Einfluss wie das Gehalt im Lebensjahr 30 oder 57.

  • Wenn ich den Artikel lese, weiss ich, wen ich nie und nimmer wählen werde.

  • "Beamte bleiben außen vor", das ist wohl der Kernsatz der Rentenkommission. Und Kanzler Merz, CDU und Ministerin Bärbel Bas, SPD sind wohl froh darüber. Die Extrawürste für privilegierte Staatsdiener dürfen bleiben, während Arbeiter und Rentner die Zeche zahlen. Solange die Bevölkerung dieses durchschaubare und miese Spiel der Politik und Beamtenlobby nicht öffentlich öffentlich anprangert wird alles so bleiben. 21 Mio. Rentner sind nun mal obrigkeitsgläubig und gehen nicht auf die Straße. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Die meckern ein bißchen und das war es dann auch schon. Selbst Schuld.

    • @KLaus Hartmann:

      Welches miese Spiel?

      Für Beamte wird nichts eingezahlt, und sie kriegen nichts raus.

      "Die Zeche" zahlen alle über Steuer so oder so.

      Ob über Pensionen oder über die Rentenkasse.

      Die Privilegien im Beamtenrecht sind hauptsächlich Privilegien des Staates

      Er muss nichts in Krankenkassen einzahlen, von denen Leute beitragsfrei mit finanziert werden.

      Er muss nichts in eine Rentenkasse einzahlen, wo von dem Geld die Renten der vorherigen Generation finanziert werden.

      Wenn ab dembächst Behörden für ihre Beamten in die Rentenkasse einzahlen, löst es das Grundproblem nicht: den demographischen Wandel.

      Ab etwa 2070 würden die neuen Beamten dann nämlich auch Ansprüche haben.

      Und Beamte leben im Schnitt 5, 5 Jahre länger als Arbeiter.

      Bund, Länder und Kommunen haben zur Zeit gar nicht das Geld, um für alle neuen Beamten in die Rentenkasse einzuzahlen und für die alten jetzt die Pensionen zu finanzieren.

      Da nützt auch Auf-die-Straße-Gehen nichts.

  • Wenn die Lebenserwartung Maßstab ist, dürfte die Lebensarbeitszeit gar nicht steigen, da sie in Deutschland kaum noch zu nimmt. Was steigt, ist die Lebenserwartung von wohlhabenden Menschen. Von Armut betroffene Menschen leben kürzer.

    • @Andreas J:

      Ja aber erstmal müsste es starke Nachholeffekte geben.

      • @Chris McZott:

        Gab es ja durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67.

    • @Andreas J:

      Die "Reformer" sind wohlhabende Menschen.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Genau so ist es. Wieder Umverteilung von unten nach oben.

  • Mir fehlen die Alternativen. Immer nur "Alles doof, geht nicht, unsozial" reicht nicht. Zu glauben, dass es reicht, wenn Beamte, Politiker, Selbstständige in die Rentenversicherung einzahlen ist ausreichend, ist naiv.

    • @Ahnungsloser:

      Die Alternative wurde doch oft genug genannt. Eine tatsächliche Reform Richtung Schweiz/Österreich.



      Die sogenannte Reform ist nur ein Herumdoktern am System und in Endeffekt nur Tarnung für Kürzungen.

  • Die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung liegt schon jetzt bei über 100 000 Euro im Jahr. Wo sollte sie nach Ansicht von Frau Vollath liegen und wen würde sie dann noch betreffen? Abgesehen davon, es heißt absichtlich Rentenversicherung und nicht Rentensteuer, und damit ist auch gemeint, dass die Rentenhöhe eben auch von der Einzahlsumme (in der Rentenversicherung Punkte genannt) abhängt. Wenn die Beitragsbemessungsgrenze noch höher wird oder gar wegfällt, werden später für die davon betroffenen Menschen auch die Renten höher.

    • @Offebacher:

      Im Idealfall wird die Beitragsbemessungsgrenze abgeschafft und natürlich zahlt jeder ein.

      Die Rente berechnet sich dann nach einer Funktion, die am Anfang steil ansteigt und deren Anstieg dann stark nachlässt.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Bei diesem degressiven Verlauf ist es aber eher eine Steuer, weniger eine Versicherung und sollte auch so benannt werden.

        • @Offebacher:

          Eine echte Versicherung war es nie. Und mir ist es ehrlich gesagt auch völlig Wurst, wie das Ding heißt. Hauptsache ich muss mich später nicht vom Flaschen sammeln ernähren.

  • SPD Adé. Wer glaubt denn ernsthaft daß Menschen in Berufen mit körperlichen Tätigkeit bis 67 arbeiten zumal im Schichtdienst. Absurd. Die meisten reduzieren dann noch ihre Tätigkeit um zu überleben...usw usw. usw. die Dauerdebatte über den Aufstieg der AFD ist grotesk . Die Reform ist eine Rentenkürzung, genauso verlogen wie damals die Riester-Rente, die sich nur Leute leisten können die eh schon genug haben. Jetzt nach 20 Jahren wird festgestellt daß Riester gescheitert ist. Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Wenn man den Sozialstadt zersägt gibt es Reaktion. Die Sozis dürfen es verkaufen und werden dafür den Preis zahlen.

  • Die Lebenserwartung ist kein guter Maßstab für eine angemessene Lebensarbeitszeit. Menschen leben zwar länger durch Fortschritte in der Intensivmedizin und das Herauszögern des Todes usw., aber sie leben oft nicht selbstbestimmt. Die Lebenserwartung als reine Zahl sagt nichts aus darüber, wie viele halbwegs schöne und würdevolle Jahre nach dem Renteneintritt bleiben.

    • @My Sharona:

      Was sie sagen ist richtig - jetzt müssten wir uns mal als Gesellschaft fragen, ob wirklich jede OP sinnvoll ist, nur weil sie gemacht werden kann.



      Was bringt einem ne Lebenserwartung von 87, wenn ich im Schnitt die letzten 2 Jahre als Intensivpflegefall im Heim liege...🤷



      Ich meine mich an eine Statistik zu erinnern die besagte, dass der durchschnittliche Mensch in den letzten 18 Monaten seines Lebens so viele Kosten im Kranken- und Pflegesystem verursacht, wie in seinem ganzen Leben zuvor.



      Heißt für mich im Umkehrschluss, dass da enorm Geld verdient wird mit Behandlungen, die 'nicht wirtschaftlich' sind.



      Das ist ein heißes Eisen, ich weiß, aber muss man wirklich 85 jährigen nochmal ne Hüfte einsetzen, etc...



      Mir ist klar, wenns um die eigene Haut geht sagt jeder - "klar, das muss", aber die Gesellschaft als Ganzes sollte das schon mal nüchtern und sachlich erörtern.



      Definitiv sollte ein 'Lebenskonto' her. Wer noch nie eingezahlt hat oder weniger als herausgenommen, da sollten aufschiebbare Behandlungen auch aufgeschoben werden.



      Die arbeitende Bevölkerung sollte Vorrang haben.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Eine neue Hüfte mit 85 kann auch in dem von Ihnen aufgezogenen reinem Nützlichkeitssystem Sinn machen. Es könnte damit Geld für eine langwierige sonstige Behandlungen gespart werden und vielleicht spielt sie sogar noch mit den Enkeln.

        Und nein, im Schnitt liegen 87jährige nicht zwei Jahre in der Intensivpflege.

        Krass ist auch der geforderte Vorrang der arbeitenden Bevölkerung. Geht das auch nach Leistung? Minderleister sollten eine reduzierte Versorgung haben? Zb alle Arbeitslosen? Vielleicht ein Gütesystem aufstellen nach dem Nutzen für die Gesellschaft? Tschüss, Sozialstaat.

      • @Astrid Sehnefeld:

        "Das ist ein heißes Eisen, ich weiß, aber muss man wirklich 85 jährigen nochmal ne Hüfte einsetzen, etc..."



        Die neue Hüfte ist um Größenordnung billiger als der Platz im Pflegeheim.

      • @Astrid Sehnefeld:

        „ Wer noch nie eingezahlt hat oder weniger als herausgenommen, da sollten aufschiebbare Behandlungen auch aufgeschoben werden.“

        Unser Sozialversicherungssystem ist ein SOLIDAR-System. Das heißt, auch Menschen, die aus welchen Gründen auch immer wenig oder nichts eingezahlt haben, erhalten dieselben Leistungen wie alle anderen in der GKV Versicherten, und das ist gut so.



        Ich empfinde Ihre Vorschläge als zynisch.

        • @Klabauta:

          Darüber das auch Personen ohne Versicherungen behandelt werden müssen wir gar nicht reden, nur darüber wer das bezahlt. Es ist höchst ungerecht diese Kosten (10 - 12 Milliarden Euro/Jahr) nur den Beitragszahlern aufzubürden, für jeden Arbeiter schmälert sich der Netto Verdienst durch immer höhere Krankenkassen und Rentenbeiträge. Diese Kosten MÜSSEN über die allgemeinen Steuern getragen werden, Klingbeils Rechte Tasche-Linke Tasche ist hier nur Blödsinn.

          • @Günter Witte:

            Aus welchen Töpfen das bezahlt wird, darüber kann man reden, das ist aber nicht, wovon Frau Sehnefeld spricht.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Mein Vater war Beamte und ist dieses Frühjahr verstorben. Er hatte Lungenkrebs im Endstadium nach vielen Jahrzehnten, in denen er geraucht hat.

        Der ganze Oberkörper war bereits vom Krebs zerfressen, an manchen Körperteilen bereits die Leichenflecken zu sehen. Zwei Wochen vor seinem Tod bekam er im Krankenhaus eine neue Herzklappe. Die OP dazu im fünfstelligen Bereich.

        • @ToMuch:

          Wenn vor dem Tod schon Leichenflecken zu sehen waren, hätte man auch Einspruch gegen die Herzop erheben können.

        • @ToMuch:

          Und das war absehbar, dass er 2 Wochen darauf sterben würde?

        • @ToMuch:

          Ja solche Fälle gibt es viele und meiner Meinung nach ist das Geldmacherei statt das Patientenwohl bzw das Gemeinwohl im Auge.



          Mein Beileid

  • > Wer länger arbeiten will, kann das auch jetzt schon

    Sorry, das entspricht in keinster Weise meiner Lebenserfahrung: die meisten kleinen und mittleren Unternehmen wollen Leute ab etwa 60 nicht mehr und sie werden aus den Betrieben gedrängt. Warum wohl gibt es im Metalltarifvertrag seit 1973 (!) die Alterssicherungsklausel?



    .



    "Danach darf älteren Beschäftigten in der Metallindustrie nicht mehr gekündigt werden – je nach Tarifgebiet ab dem vollendeten 53. oder dem 55. Lebensjahr. Ihr Entgelt darf zum Beispiel ab dem vollendeten 54. Lebensjahr nicht gemindert werden."



    .



    Quelle: www.igmetall.de/ta...on/alterssicherung



    .



    Sprechen Sie mal mit Menschen um die 60, die noch gern arbeiten würden...

    • @Grenzgänger:

      Entspricht nicht der Realität, auf Grund von Fachkräftemangel und fehlender Kompetenz bei den Jungen werden gerade massiv in der Industrie Leute zurück geholt, die schon in Rente sind, weil man die fachliche Kompetenz und das Know How dringend benötigt.....

    • @Grenzgänger:

      Daran, dass Ältere oft aus Firmen gedrängt werden, ändern die neuen Regeln nichts. Die Folgen für die Betroffenen werden aber schlimmer.

      Die Legende, die auch Herr Merz verbreitet, ist, dass rechtliche Reglungen längerem Arbeiten entgegenstünden. Das ist aber glatt gelogen.

    • @Grenzgänger:

      Im Zweifel weiß Merz das, aber es ist ihm egal. Natürlich fragt sich jeder um die 50 oder 60 wie das eigentlich gehen soll, bis 68 oder 70 zu arbeiten? Wer will uns dann noch haben?



      Darum ist es ja so dreist und an der Sachlage vorbei. Es geht doch gar nicht um Zahlenrelationen, sondern es geht um eine Frage der Gerechtigkeit. Die Vorschläge sind einfach nur Kürzungsvorschläge. Darauf kann man das am Ende eindampfen. Und die Kapital- und Unternehmerseit gewinnt bei dieser 'Reform', weil auf sie gar keine neuen Belastungen zu kommen, ganz im Kontrast zur Arbeitnehmerseite.

      • @Andreas_2020:

        März demonstriert doch gerade sehr eindrucksvoll, dass Leute im Rentenalter besser nicht mehr arbeiten sollten ...

  • Ich finde, dass Sarah Vollath vorbei redet: Die Rente für den, für die, unter dieser Bedingung etc.



    Tatsache ist, dass die Rente das ist, was diese Gesellschaft unter Ruhestand und gesetzlichem Ende der Pflicht zur Arbeit versteht. Und das wird immer mehr zu Lasten der Arbeitnehmer verändert, sprich die andere Seite, die Kapitalbesitzer, Unternehmer, Spitzenbeamte - die gewinnen.



    Und die Niederlage der Arbeitnehmer hat direkte Folgen, die Sarah Vollath auch nennt. Aber das ganze System ist inzwischen in den Medien derart verzerrt abgebildet, dass es sich wirklich lohnt, großen Abstand zwischen den statistisch gemessenen Zahlen der Erwerbstätigen, den Rentnern, den jungen Menschen, den Studenten, den Frauen und den Menschen im Osten etc. zu nehmen.

    Zum einen geht es grundsätzlich um eine Frage der Gerechtigkeit, zum anderen um die staatliche Garantie für ein Ende der Arbeitspflicht.



    Wie lebt ein Rentner am Ende in Deutschland?



    Was braucht es, um normal leben zu können?



    Wann endet die Pflicht zur Arbeit?



    Früher durften Frauen mit 63 Jahren gehen, Männer mit 65.



    Heute sind wir bei 67 und bald bei 68-70.



    Ist das wirklich gerechtfertigt und gerecht?



    Ich glaube nicht.

  • Wenn die Beitragsbemessungsgrenze steigt, steigt auch die damit verbundene Höchstrente - das hilft bei der Finanzierungslücke damit überhaupt nichts.



    Auch die Aussage dass Arbeit krank mache ist nicht haltbar - bitte einmal die Krankenstatistik von Arbeitslosen ansehen.



    Von einer Rentenpolitischen Sprecherin sollte man mehr Sachkenntnis erwarten.

    • @T-Rom:

      "Wenn die Beitragsbemessungsgrenze steigt, steigt auch die damit verbundene Höchstrente..."

      Nur, wenn man die Berechnung nicht ändert.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        In der Schweiz gibt es keine Beitragsbemessungsgrenze aber dennoch eine Höchstrente.