Klimaschädliche Kirchen-Dienstwagen: Schöpfung? Egal
Kirchenoberhäupter haben der Umwelthilfe zufolge extrem klimaschädliche Dienstwagen. Den schlimmsten fährt der Vorsitzende der Bischofskonferenz.
Die meisten hohen Kirchenfunktionär:innen in Deutschland fahren extrem klimaschädliche Dienstwagen. Nur 3 von 47 Chef:innen der großen christlichen Religionsgemeinschaften haben ein Fahrzeug, das dem von der EU aktuell geforderten Flottengrenzwert von höchstens 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer entspricht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Sie nimmt den Flottengrenzwert als Maßstab, weil er eine Orientierung darüber gibt, wie hoch der CO2-Ausstoß nach Auffassung des Gesetzgebers maximal sein sollte.
Für die Studie betrachtete die DUH die Dienstwagen der Oberhäupter von 27 katholischen Bistümern und 20 evangelischen Landeskirchen. Die Bischöfe Wolfgang Ipolt aus Görlitz und Rudolf Voderholzer aus Regensburg verweigerten die Teilnahme.
Den klimaschädlichsten Dienstwagen fährt ausgerechnet der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonzerenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing. Sein Audi A8 stößt pro Kilometer 258 Gramm Kohlendioxid aus. In dem Ranking am besten schnitt Dorothee Wüst von der Evangelischen Kirche der Pfalz ab. Ihr E-Auto – ein VW ID3 – hat einem CO2-Ausstoß von 56 Gramm pro Kilometer. Darauf folgen Kristina Kühnbaum-Schmidt von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland und Ralf Meister von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Beide fahren einen Audi e-tron.
Im Schnitt erzeugen die Kirchen-Dienstwagen das Doppelte des CO2-Flottengrenzwerts. Für das schlechte Abschneiden macht die DUH auch Plug-in-Hybride verantwortlich. Etwa ein Drittel der Kirchenfunktionär:innen fährt solch ein Modell, das nach Angaben der DUH deutlich mehr CO2 ausstößt als vom Hersteller angegeben.
„Die Mitglieder der Kirchen sind in Sachen Klimaschutz weiter als ihre Oberhäupter“, sagte Dorothee Saar, Leiterin der Abteilung Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH. Die Christians for Future etwa forderten, dass sich Landeskirchen und Bistümer das Ziel setzen, bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen. „Haushaltsplanungen und Investitionsentscheidungen sollen an diesem Ziel ausgerichtet werden“, forderte Saar.
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