Kabinettsumbildung: Nina Warken wird Kanzleramtschefin
Auf den Rücktritt von Jens Spahn folgen weitere Wechsel. Nina Warken wird von Merz ins Kanzleramt geholt. Carsten Linnemann folgt ihr als Gesundheitsminister nach.
rtr/taz | Bundeskanzler Friedrich Merz hat erste Entscheidungen über die Kabinettsumbildung getroffen. Am Freitagmorgen gab er bekannt, dass Gesundheitsministerin Nina Warken neue Kanzleramtschefin wird. Warken wiederum wird durch den bisherigen CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ersetzt. Bereits am Donnerstag waren entsprechende Gerüchte durchgesickert.
Die 47-jährige Warken folgt damit auf Thorsten Frei, der am kommenden Mittwoch von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt werden soll.
Die Rochade ist nötig, weil der bisherige Fraktionschef Jens Spahn am Samstag nach massiver Kritik an seiner Vaterschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA zurückgetreten war. Eine Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, in den USA aber erlaubt. Spahn, der zu den mächtigsten Akteuren in der schwarz-roten Koalition gehörte, waren in der CDU eine sehr späte Kommunikation und Doppelmoral vorgeworfen worden.
Warken seit Tagen als Topkandidatin im Gespräch
Die Baden-Württembergerin Warken sitzt seit 2013 mit kurzen Unterbrechungen im Bundestag. Dort hatte sie schon von 2021 bis 2025 eine Führungsposition in der Unionsfraktion: Sie war Parlamentarische Geschäftsführerin. Der Öffentlichkeit blieb sie jedoch weitestgehend unbekannt, bis Friedrich Merz sie 2025 überraschend zur Gesundheitsministerin in der schwarz-roten Koalition ernannte.
In den vergangenen Tagen wurde die Juristin bereits als Topkandidatin gehandelt. Als Gesundheitsministerin hatte sie zuletzt ein einschneidendes Sparpaket bei den gesetzlichen Krankenversicherungen durchgeboxt, was ihr Lob aus den eigenen Reihen einbrachte. Auch ist Warken Vorsitzende der Frauen Union in der CDU. Die Gruppe hatte scharfe Kritik an der Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft durch Jens Spahn geäußert – jener Rücktritt, der die Personalrochade erst ins Rollen brachte.
Um den neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann war es zuletzt stiller geworden. Er wäre nach der Bundestagswahl gern Arbeits- und Sozialminister geworden; als der Job an die SPD ging, lehnte er das Wirtschaftsressort ab.
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