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Daniela Klette vor GerichtGroßes Bohei um Geldraub-Vorwürfe

Daniela Klette steht vor dem Oberlandesgericht Celle. Um die RAF sollte es in dem Verfahren eigentlich nicht gehen – und doch tut es genau das.

Daniela Klette (links) mit ihrer Anwältin: Es geht um mehr als um eine 66-jährige mutmaßliche Räuberin Foto: Wolfgang Rattay/reuters

Celle taz | Es ist eine kleine Zeitreise zurück in die 70er Jahre. Die Nervosität ist spürbar in Celle, wo im Staatsschutzsaal des Oberlandesgerichts der monatelang vorbereitete Prozess gegen Daniela Klette begonnen hat. Klette wird der dritten Generation der RAF zugerechnet.

Ab 7.30 Uhr dürfen Journalisten und Zuschauer anstehen und während man vor vermummten Polizeibeamten mit Maschinenpistolen von einem Bein auf das andere tritt, fährt schräg gegenüber ein Transporter mit Handwerkern vor – er wird sofort von drei Polizisten umringt. In der Kanzleistraße wird heute niemand Material ausladen oder arbeiten. Dass sich diese linken Terroristen als ganz normale Menschen, als Angestellte oder Handwerker tarnen, beschäftigte die Boulevardpresse schon damals nachhaltig.

Schon diese Umstände machen klar: Hier geht es um mehr als eine 66-jährige Räuberin. Formal angeklagt ist aber genau das: 13 bewaffnete Raubüberfälle auf Geldtransporter und die Kassenbüros von Supermärkten sowie Verstöße gegen das Waffengesetz. Das Verfahren wegen der mutmaßlichen RAF-Mitgliedschaft ist bei der Bundesanwaltschaft noch in Vorbereitung. Doch eigentlich ist diese Trennung zwischen einem irgendwie unpolitischen Strafverfahren hier und einem Terrorismus-Prozess dort kaum sauber durchzuhalten. Was Klettes Verteidiger später auch ins Zentrum ihrer Kritik stellen werden.

Erst einmal wird allerdings mit einiger Verspätung die Hauptperson hereingeführt – ohne Handschellen und Fußfesseln, dafür sitzt sie mit ihren Verteidigern in einem Kasten aus Sicherheitsglas. Das darin auch noch ein paar Justizwachtmeister sitzen, die alles mithören können, sorgt für den ersten Konflikt zwischen Verteidigung und Gericht. Der vorsitzende Richter Lars Engelke bemüht sich allerdings, den schnell abzuräumen, nach der Mittagspause bleiben die Wachtmeister draußen.

Das meiste der Anklageschrift ist längst bekannt

Daniela Klette strahlt ihre Verteidiger an und umarmt sie, blickt dann aufmerksam in den Zuschauerraum, wo sich nicht nur etliche Journalisten, sondern auch Unterstützer tummeln – darunter Ariane Müller, die für die Organisation von Soli-Demos Ärger mit ihrem Arbeitgeber, einem Klinikum in Bremen bekommen hat. Klette wirkt noch mädchenhafter als auf den meisten Fotos, klein, zierlich, die Haare zu einem lässigen Knoten geschlungen. Die Fragen des Richters nach ihren Personalien beantwortet sie prompt und mit leiser Stimme.

Dann beginnt Staatsanwältin Annette Marquardt mit der Verlesung der Anklageschrift. Das meiste davon ist längst bekannt. Marquardt schildert Überfall für Überfall, so wie ihn die Ermittlungsbehörden glauben rekonstruieren zu können, wobei Klette meist das Fluchtauto gefahren haben soll. In drei Fällen soll sie sich allerdings auch bedrohlich mit einer Panzerfaust-Attrappe aufgebaut haben – meist um die Fahrer dazu zu bringen, die Geldtransporter zu entriegeln.

Polizeiliches Großaufgebot: In Verfahren, in denen Angeklagten eine RAF-Mitgliedschaft vorgeworfen wurde, schwiegen diese oft Foto: Fabian Bimmer/reuters

Sehr oft ist von „den gesondert Verfolgten“ die Rede, gemeint sind damit die immer noch flüchtigen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub, die wohl den gröberen Teil der Arbeit erledigten: In die Märkte gingen, in Kassenhäuschen eindrangen, Fahrer bedrängten. Man erfährt das ein oder andere drollige Detail: Etwa, dass Staub und Garweg in Osnabrück zur Tarnung Kaninchenstreu in den Wagen legten oder sich in Leverkusen verabschiedeten mit den Worten „Vielen Dank, meine Damen und auf Wiedersehen“. Immer wieder betont die Staatsanwaltschaft aber auch die Todesangst bei den betroffenen Kassiererinnen oder Fahrern, ihre Krankschreibungen, den Therapiebedarf, die posttraumatischen Belastungsstörungen. Vier Nebenklage-Vertreter sitzen ebenfalls mit im Gerichtssaal.

Am schwersten wiegt der Vorwurf beim Raubüberfall in Stuhr bei Bremen,wo einer der beiden Männer zunächst in den Reifen und dann in die Beifahrertür schoss, um den Fahrer dazu zu bringen, die Türen zur Ladefläche zu öffnen. Der konnte das aufgrund der automatischen Verriegelung gar nicht. Man musste ohne Beute abziehen. Es war der Überfall, bei dem alles schiefging. Auch der Brandsatz mit dem selbst gebastelten Zeitzünder am Fluchtauto funktionierte nicht. Die Ermittler fanden darin DNA-Spuren, die sie letztlich erst auf die Spur der „RAF-Rentner“ brachte, wie es bald spöttisch hieß.

Die große Frage wird allerdings sein, ob sich auch Daniela Klette diese Schüsse zurechnen lassen muss. Die Staatsanwaltschaft argumentiert hier mit der Struktur der Bande: Man habe sich gemeinsam zur Tat entschlossen und diese minutiös durchgeplant, Klette wusste außerdem, dass die Männer scharfe Schusswaffen bei sich tragen, habe also – genau wie diese – Verletzte und Tote in Kauf genommen. Das war ein gängiges Verfahren bei RAF-Prozessen: Weil die Angeklagten fast alle schwiegen, nahm man ihre Beteiligung an Tathandlungen oft mehr an, als dass man sie in jeder Einzelheit nachweisen konnte. Nur: Eine RAF-Mitgliedschaft müsste Klette ja auch erst nachgewiesen werden, immerhin gibt es auch Zeugen, die behaupten, sie habe zumindest nicht zur Kommandoebene gehört. Überhaupt ist über die Mitglieder der sogenannten dritten Generation und ihre Struktur wenig bekannt.

Die Verteidigung hält den Vorwurf des versuchten Mordes aber noch aus anderen Gründen für an den Haaren herbeigezogen: Das sich der Vorfall in Stuhr überhaupt so abgespielt hat wie von der Staatsanwaltschaft geschildert, ergebe sich nicht aus den Akten, sagt Undine Weyers. Keinesfalls sei da auf einen Menschen gezielt worden. Der Projektilsplitter in der Rückenlehne müsse auf andere Weise dorthin gekommen sein.

Und auch die Aussagen zur Struktur der Gruppe stimmten so nicht: Die Staatsanwaltschaft versuche hier Erkenntnisse aus anderen RAF-Generationen auf Klette, Staub und Garweg zu übertragen, um die als wild um sich schießende Mörderbande erscheinen zu lassen. Dabei sind lediglich bei zwei der 13 Überfälle Schüsse gefallen. Und auch bei ihrer Verhaftung habe Klette keine Anstalten gemacht, sich den Weg freizuschießen, obwohl sie dazu Gelegenheit gehabt hätte.

Klette macht deutlich: Sie steht, wofür sie immer stand

Der Prozesstag ist schon weit fortgeschritten, als sich dann auch Klette selbst noch äußert. Zu den einzelnen Tatvorwürfen sagt sie nichts – das hatte sie auch schon angekündigt. Auch zu den traumatisierten Opfern der Überfälle, für die sich Garweg in seinem Schreiben aus dem Untergrund immer noch die maximal distanzierte Formulierung „ist zu bedauern“ rauswandte, sagte sie nichts.

Dafür sprach sie vom Verfolgungsdruck, dem man sich auch nach dem Ende des Projekts Stadtguerilla so lange erfolgreich entzogen hätte, über eine wertvolle Zeit, die sie bestärkt habe in der Auffassung, dass eine bessere Welt möglich sei. Sie bedauere vor allem, dass nun so viele ahnungslose Freunde und Bekannte aus diesen Jahren Bekanntschaft mit staatlicher Repression und intensiven Verhören machen mussten. Die Hetze gegen „Burkhard und Volker“ bezeichnet sie als maßlos, der Prozess werde nicht gegen sie, Daniela Klette, sondern gegen die RAF geführt, obwohl die schon seit 27 Jahren Geschichte sei. Das sei auch der Versuch, diese Widerstandsgeschichte auszulöschen und mundtot zu machen. In diesem Sound geht es eine Weile weiter: von der allgemeinen politischen Weltlage, dem neuen Militarismus, der Flüchtlingskrise bis zu ihren Haftbedingungen und Besuchsverboten. Klette macht deutlich: Sie steht, wofür sie immer stand.

Und nach ihr versucht dann noch ihr dritter Verteidiger, Lukas Theune, ein weiteres Ass aus dem Ärmel zu ziehen. Er beantragt, das Verfahren und den Haftbefehl auszusetzen. Der Grund: 18 Terrabyte an Aktenbestandteilen, die der Verteidigung erst kurz vor Prozessbeginn zugegangen sind.

Es handelt sich dabei vor allem um digitale Asservate, die das LKA mit Hilfe einer KI ausgewertet hat. Genau das, argumentiert Theune, sei aber hochproblematisch. Erstens, weil der Auswertungsprozess nicht nachvollziehbar sei, zweitens, weil die Verteidigung nicht ohne Weiteres nachziehen könne, drittens, weil auch das Gericht diese Aktenbestandteile ja noch gar nicht zur Kenntnis habe nehmen können. Wenn das Verfahren nicht ausgesetzt oder eingestellt werden solle, dann müsse man der Verteidigung wenigstens auch diese KI zur Verfügung stellen und sie in der Nutzung unterweisen – im Sinne der Waffengleichheit.

Mit diesen Anträgen wird sich das Gericht am nächsten Verhandlungstag, dem 1. April, auseinandersetzen müssen. Dann hätte eigentlich ein an Klettes Verhaftung beteiligter Polizeibeamter aussagen sollen, unter anderem zu der Frage, ob sie wirklich so etwas sagte wie: „Ich bin die Daniela Klette von der RAF.“ Dazu wird es nun frühestens am 6. Mai kommen.

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44 Kommentare

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  • 13 bewaffnete Raubüberfälle auf Geldtransporter und die Kassenbüros von Supermärkten sowie Verstöße gegen das Waffengesetz stellen sich in dem Prozessbericht eher als alltägliche Lappalien im Sinne von Kavaliersdelikten dar.

  • „RAF-Rentner“



    Ein FrühRuhestandsdasein, von dem insbesondere Bürgergeldempfänger



    träumen :



    250.000 Euro im Kopfkissen-Depot als Altersversorgung steuerfrei



    erworben beim Salza- und Tangotanzen ohne Rentenbeiträge und MiniJobs und von den Zinsen des Kopfkissen-Depot-Guthabens den gehobenen Lebensunterhalt bestreiten -



    wie das kapitalistische Finanzgenie Klette.

    Die sollte mit dem Cum-Ex-Finanzgenie RA Hanno Berger als Steuerkassen-Räuber in einer Knast-Zellen-Wohngemeinschaft untergebracht werden.

  • Zu den Tatvorwürfen schweigt die Angeklagte, während sie und ihre Verteidiger das RAF-Thema wortgewaltig immer breiter treten und so von den angeklagten bewaffneten Raubvorwürfen ablenken.

  • "Daniela Klette strahlt ihre Verteidiger an und umarmt sie"



    Als wären sie alle eine liebevolle Vereinigung.



    Anwaltschaften als Organe der Rechtspflege sollten als Verteidiger



    "gleichwohl" Distanz wahren statt Verbrüderung und Verschwisterung mit Umarmungen zu zelebrieren.

  • Ich kann nur formulieren: Free Daniela Klette.



    Ein absurder Prozess angesichts dessen, was in der Bundesrepublik an Geschehnissen wirklich stattfindet.

    • @JohnReed:

      Sie wollen also eine vermutlich mehrfache Räuberin einfach laufen lassen, ohne das Gerichtsverfahren abzuwarten. Mit welcher Begründung? Weil die Strafgesetze für Frau Klette nicht gelten?

    • @JohnReed:

      "Ich kann nur formulieren: Free Daniela Klette."

      Soso, und alle Verbrechen von Klette, alle Überfälle, dürfen nicht "gesühnt" werden? Haben Sie schon mal an alle Opfer gedacht?



      Vielleicht sogar die Opfer oder der Staat Schuld, sozusagen eine Täter-Opfer-Umkehr?



      So wie Rechtsextreme in diesem Staat nichts zu suchen haben, haben Leute wie Sie, die Frau Klette und die weiteren Unterstützer hier nichts zu suchen!

  • Es geht um Raubüberfälle, wenn Ihr die Beteiligung nachgewiesen werden kann, dann gehört sie dafür verurteilt. Nicht mehr und nicht weniger.



    Das hier teilweise ein revolutionärer Kampf hineininterpretiert wird ist schon absurd. Erstens, weil es generell absurd ist, das "System" durch Raub schädigen zu wollen (Stichwort: In China ist ein Sack Reis...) zweitens, weil es Menschen getroffen hat, die nur die Ausführenden waren, einfache Angestellte. Selbst wenn man dieses Konzept für einen revolutionären Kampf verbrämen will, ist es (in dieser Denke) idiotisch, Menschen aus der arbeitenden Klasse zu schädigen.



    Es ist und bleibt banaler Raub.

  • Es ist schon eine Zumutung, wenn einer politisch aktiven Person vorab "verziehen" wird (siehe Demos), weil sie eine bestimmte Position vertritt. Rundherum inhuman gegen die Opfer, die offensichltich keine Rolle spielen, unabhängig davon, ob Frau kLette nun Täterin ist oder nicht!



    Die Verurteilung soll ja ohne Berücksichtigung der ggf. vorliegenden RAF-Mitgliedschaft erfolgen. Dann bitte auch keine Demos mit politischen Inhalten?



    Ich würde ja gerne wissen, wie und womit die zierliche und ach so niedliche Frau Klette das Geld für die in der Wohnung gefunden Waffen verdient hat? Waffenschein?

    • @Ansu:

      Von den 240.000 EURO Gebündeltes Bares im Kopfkissen-Depot ganz zu schweigen !

  • Sie hat den Prozess als "Inszenierung" bezeichnet. Ähnlich unbelehrbar wie Ursula Haverbeck, allerdings bis an die Zähne bewaffnet.

  • Also, ich beziehe diesen Artikel dann mal auf mich (die RAF-Geschichten lasse ich mal beiseite, es geht ja, wie zu lesen, ausschließlich um die Überfälle):

    Ich habe zwei Freunde, diese begehen (weil sie im Untergrund leben und Geld brauchen) mehrere bewaffnete Überfälle. Davon weiß ich, verhindern tue ich es aber nicht, ich lasse es geschehen. Sind ja gute Freunde…

    Und weil ich am Ende (blöderweise habe ich aus irgendwelchen Gründen auch im Untergrund gelebt und wurde geschnappt) vor Gericht lande, habe ich selbstverständlich sofort die passenden „Entschuldigungen“ parat:

    1.) Es sind lediglich bei zwei der dreizehn Überfälle Schüsse gefallen. Zweimal ist keinmal!



    2.) Als ich geschnappt wurde, habe ich mich einfach verhaften lassen. Ich HÄTTE mir auch den Weg freischießen können, aber weil ich super-duper-lieb bin und Gewalt verabscheue, hab ich die Waffe stecken lassen.

    Und deswegen: FREISPRUCH euer Ehren!

    P.s.: Ach ja, und die Gerichtskosten sollen doch bitte die traumatisierten Nebenkläger tragen. Warum sind die auch zur falschen Zeit am falschen Ort?!

  • Merz hat Angst vor Oma`s gegen Rechts und bedroht die ehrenamtlichen Demokraten - Die Justiz hat scheinbar Angst vor einer vermeintlichen RAF-Rentnerin.



    Eindeutig zu viel "Tatort", oder "Der Alte" im Kopf.

  • Wenn man diesen Artikel so liest, in etwa die Beschreibungen „viel Bohei“ und „Dabei sind lediglich bei zwei der 13 Überfälle Schüsse gefallen“, kann das ja alles gar nicht so schlimm sein. Wenn ich mir aber anschaue, weshalb diese Frau angeklagt ist, ist es aber schlimm. Die Art und Weise, wie dieser Artikel verfasst ist, ist stellenweise ebenfalls schlimm.

    • @Max S.:

      "Die Art und Weise, wie dieser Artikel verfasst ist, ist stellenweise ebenfalls schlimm."



      Vollste Übereinstimmung. Aber, was wollen Sie hier anderes erwarten?

  • Ich kann mich der Überschrift nur anschließen. Es wird tatsächlich recht viel Bohei um diesen Prozess veranstaltet. Die Berichterstattung in der taz ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn es tatsächlich um ganz gewöhnlichen Raub geht, warum wird dann hier alle naselang berichtet? Warum so viele Solidaritätsadressen für eine ganz gewöhnliche mutmaßliche Räuberin? Hier wird eine politische Aufladung beklagt, zu der man selbst ganz ordentlich beigetragen hat, so scheint es mir.

    • @Jochen Laun:

      "Warum so viele Solidaritätsadressen für eine ganz gewöhnliche mutmaßliche Räuberin? Hier wird eine politische Aufladung beklagt, zu der man selbst ganz ordentlich beigetragen hat, so scheint es mir."



      Vollste Übereinstimmung.

  • "Viel Bohei um Geldraub-Vorwürfe"

    "Immer ­wieder betont die Staatsanwaltschaft die Todesangst der betroffenen Kassiererinnen oder Fahrer, ihren Therapiebedarf, die posttraumatischen Belastungsstörungen. Vier Nebenklagevertreter sitzen ebenfalls im Gerichtssaal."

    Was soll diese Verniedlichung der vogeworfenen Straftaten > " 13 bewaffnete Raubüberfälle auf Geldtransporter und die Kassenbüros von Supermärkten sowie Verstöße gegen das Waffengesetz."

    "Klette wirkt noch mädchenhafter als auf den meisten Fotos, klein, zierlich, die Haare zu einem lässigen Knoten geschlungen."



    Wie süß!?

    Die gleichen vorgeworfenen Straftaten aus dem Rechten Milleu ....

  • Seit den Schauprozessen gegen Lina E. ist es eh offensichtlich, dass bei Links gelesenen Personen jede noch so hanebüchene Konstruktion von Staatsanwaltschaft und Polizei ausreichen, um einen umfassenden Schuldspruch und lange Haftstrafen zu erhalten.

    Während bei Rechtsextremen nur das, was wirklich durch Kameras und andere Aufzeichnungen nicht zu leugnen ist, mit Minimalstrafen geahndet wird.



    Von daher wird Frau Klette den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen. Alles andere war seit Ihrer Verhaftung von vornherein ausgeschlossen.

    • @TeeTS:

      Ist ja auch richtig so, dass Frau Klette für den Rest Ihres Lebens hinter Gitter sitzen wird.



      Bei einem NSU Mitglied, welches in den Jahren danach bewaffnete Raubüberfälle begeht wären Sie auch nicht so gnädig.

      Aber Gesinnungsjustiz ist grad stark im Vormarsch...

    • @TeeTS:

      Ich lese Frau Klette nicht als links, sondern als gewöhnliche Kriminelle.

    • @TeeTS:

      Sie reden dummes Zeug. Nichteinmal die RAf-Mitglieder der zweiten Generation, die wegen ganz anderen Straftaten verurteilt wurden, haben den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbracht...

    • @TeeTS:

      Ja, leider ist das eine Beschreibung der "vor dem Gesetz sind alle gleich"-Bundesrepublik anno 2025. Die Cum-Ex Verbrecher dagegen laufen mehr oder weniger ungestraft herum und machen z.T. weiter mit ihren Raubzügen. Aber die sind ja eh nicht nach links orientiertz, gell?

    • @TeeTS:

      Unsinn. Beate Zschäpe war nicht mal an den Tatorten und wurde trotzdem u.a. wegen gemeinschaftlichen Mordes verurteilt.

    • @TeeTS:

      Irgendwas gelesen vom Artikel? Welchen Teil von bewaffneten Überfallen, Verletzen, traumatisierten Opfern und Kriegswaffen haben wir denn nicht verstanden?

    • @TeeTS:

      "..jede noch so hanebüchene Konstruktion von Staatsanwaltschaft und Polizei ausreichen, um einen umfassenden Schuldspruch und lange Haftstrafen zu erhalten."

      Nein, tut es nicht. Staatsanwaltschaft und Polizei sind nicht das Gericht. Dieses wird aufgrund der geltenden Gesetze urteilen, da können Sie sicher sein. Und wenn Frau Klette an den Überfällen beteiligt war, dann wird Sie dafür auch angemessen bestraft werden, das ist nur gerecht.

      Rechte jammern über zu lasche Verurteilungen von Linken und die Linken über die gesprochenen Urteile an rechten Tätern. Als neutraler Beobachter kann man aber keineswegs feststellen, das Links härter bestraft würde als Rechts.

    • @TeeTS:

      Was hat man denn Frau Klette herbeikonstruiert. Wer hat denn die 13 Raubüberfälle begangen. Wer hat denn auf den fahrer des Geldtransporters geschossen.

      Und wie kommen ein Maschinengewehr, eine Maschinenpistole, eine Pistole, Munition und eine Panzerfaustatrappe in die Wohnung von Frau Klette. Hat die Polizei alles dahin gelegt um die links gelesene Frau Klette zu diffamieren? Sind die Zeugen der 13 Raubüberfälle alles Undercoveragenten?

      Ja und wenn Frau Klette lange in Haft kommt liegt das am Strafgesetzbuch. versuchter Mord ist keine Kleinigkeit.

      Die rechts gelesene Frau Zschäpe wurde zu Recht zu lebenslang verurteilt. Sie selbst hat niemanden ermordet verletzt oder ähnliches. Sie hat aber die Mörder unterstützt.

  • Dürfte das meiste nicht längst verjährt sein?

    • @Nosch:

      Nein, gar nichts von den angeklagten Taten ist verjährt. Mit Begin der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wurden die Verjährungen unterbrochen.

      • @Martin Sauer:

        Überfälle auf Geldtransporter gab es ja mehrfach, vermutlich nicht nur von diesem Trio. Verhandelt man die immer vor den OLG?

        • @dtx:

          Wenn die Täter Teil einer Terrororganisation sind und es offenbar um Geldbeschaffung geht. Was spricht dagegen?

  • Ich finde es den Opfern gegenüber wirklich ungerecht, dass die Taten ständig runtergespielt werden.



    Als ob sie einfach nur zufällig daneben gesessen hätte...

    • @ImInternet:

      Wir machen Justiz in einem Rechtsstaat nicht davon abhängig wie traumatisiert die Opfer sind.

      Ich bin mir sicher ein Opfer wird sehr wohl Aussagen, dass sie sich von der Person am Steuer des Fluchtfahrzeugs keineswegs derart traumatisiert fühlen wie von denen die den raub ausgeführt haben. Wir haben keine Rechtssprechung basierend auf "mitgehangen, mitgefangen" sondern nachweisbaren Tatbeständen. Einer Person die das Fluchtfahrzeug bei einem Raub führt kann man wohl kaum das in Kauf nehmen eines mords als versuchten Mord nachweisen oder wie wollen sie sowas erklären?

      Zumal hier noch sehr deutlich hinzu kommt, dass Menschen wie sie Frau Klette weniger gutwillig gegenüberstehen weil der Öffentlichkeit bereits gesagt wurde was für eine gewalttätige und extreme Linksterroristin sie gewesen sei. Es gibt eine Unschuldsvermutung in Deutschland, mit gutem Grund.

      Taten werden von der Verteidigung runtergespielt weil sie von den Behörden aufgebauscht werden. Die Staatsanwaltschaft möchte diesen Fall gewinnen und verhält sich auch so. Die Verteidigung möchte das gleiche. Deswegen gibt es richter die eine verhältnismäßige Rechtssprechung garantieren sollen.

    • @ImInternet:

      Soso. Sie wissen also genau Bescheid wad passiert ist?

      Außerdem kann es ja auch sein, dass Übertreibungen zurecht gerückt werden müssen. Oder wissen Sie tatsächlich mehr?

      • @Barnie:

        Es geht um bewaffneten Raub! Wer hier ernsthaft verharmlost und meint es würde übertrieben, dem ist nicht mehr zu helfen...

      • @Barnie:

        Man muss gar nicht bescheid wissen, was genau passiert ist, um Sätze wie "Dabei sind lediglich bei zwei der 13 Überfälle Schüsse gefallen" oder "Auch bei ihrer Verhaftung habe Klette keine Anstalten gemacht, sich den Weg frei zu schießen, obwohl sie die Möglichkeit gehabt hätte" als Verharmlosung zu empfinden.



        Soll das etwa entlastend oder strafmindernd sein, weil man sich "den Weg nicht freischießt"?



        Das sind alles Argumente, die man nur nutzt, weil man Klette irgendwo politisch im gleichen Lager verortet. Man stelle einfach mal vor, bei den Reichsdeppen, denen da grad der Prozess gemacht wurde, würde hier so argumentiert werden.

    • @ImInternet:

      Danke für Ihren Kommentar, das sehe ich genauso wie Sie. Ich finde diese Verharmlosung völlig unangemessen und empathiebefreit.

  • >> Dabei sind lediglich bei zwei der 13 Überfälle Schüsse gefallen.



    Das ist die Verteidigung?



    Falls es doch zu einer erheblichen Haftstrafe kommen sollte, ist sicher nur das Schweinesystem schuld. Ich meine zweimal schießen bei Raubüberfällen? Passiert uns doch allen mal.

    • @HugoHabicht:

      Naja der Kern dieser Aussage ist ja, dass selten Schüsse fielen und wenn fielen diese von ihren Mittätern.

      Ich verstehe nicht wieso Leute so wenig unseren Rechtsstaat und seine Prozesse verstehen und in Schutz nehmen.

      Eine Verteidigung wird immer versuchen den Tatbestand als weniger schwerwiegend darzustellen. Zudem muss man immer sagen, dass es schwer ist einer Person versuchten Mord nachzuweisen wenn diese Person bei der Tat nie jemals wirklich bewaffnet war und außerdem noch zumeist nur Fluchtfahrerin.

      • @Onjeb Jalowy:

        Es ist völlig egal, wie oft nun geschossen wuurde. Es waren schwere Raubüberfälle bei denen Kriegswaffen benutzt wurden. Und selbst wenn Klette selbst nicht geschossen hat, sind das eine gemeinschaftliche geplante, begangene Taten. Da liegt das Strafmaß bei 5 bis 10 Jahren. Und btw. eine Beate Zschäpe zum Beispiel hat auch nie selbst geschossen, war nichtmal bei den Taten vor Ort.

    • @HugoHabicht:

      Danke!



      Schöner kann man es nicht formulieren.



      Mich stösst diese Gewaltverharmlosung hier auch ab.

    • @HugoHabicht:

      Na ja. Die letzten mir bekannten Tankstellenüberfaller wurden nicht im Hochsicherheitsgericht verhandelt. Schon seltsam was hier unsere Justiz für ein Schauspiel veranstaltet. Da kann die Justiz doch nur verlieren. Eine Normalisierung gab es zumindest schon. Die Herausnahme der Polizisten aus dem Mafia-Glaskasten. Waren die Justizbeamten vielleicht zuletzt in Italien auf einem Volontariat? Was soll diese Scharfmacherie nur? Als könnten diese Straftaten nicht ernsthaft und seriös verhandelt werden.

    • @HugoHabicht:

      "Passiert uns doch allen mal"? Mir nicht, ich benutze keine Schusswaffen ... und mache auch keine Raubüberfälle.



      Oder war es zynisch gemeint? Ja, wahrscheinlich.



      Ich bin gespannt, wie der Prozess laufen wird. Die RAF- "Neukonstruktion" ist keine gute Idee, sofern es sie geben wird. Die RAF ist für mich Geschichte, die kein rühmliches Zeichen auf das politsche Handeln in der damaligen Zeit und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus darstellt.



      In dem Kontext mit weiteren Politikfeldern fand es nach meiner Auffassung auch statt.



      Außerdem hatte sich nach miner Einschätzung damals die RAF im Laufe der Zeit immer weiter von ihren politischen Ideen entfernt, war mehr oder minder kryptisch und zunehmend kriminell geworden. ("Der Preis für das Leben in der Illegallität?")



      Damals habe ich das erste Mal Straßenkontrollen mit Maschienpistolen in der Hand von Polizisten, alle männlichen Geschlechts, erlebt.

      • @Xyra:

        „Oder war es zynisch gemeint?“

        Was denn sonst….?