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Angriffe auf UN-SonderberichterstatterinMit einem manipulierten Video diskreditiert

Gastkommentar von

Agnès Callamard

Amnesty International kritisiert den Ruf nach Absetzung von Albanese. Die europäischen Staaten sollten vielmehr das Völkerrecht schützen.

„Palästina hat mir Gelegenheit gegeben, ein besserer Mensch zu werden“, schreibt Francesca Albanese auf X Foto: Remo Casilli/reuters

A mnesty International verurteilt die Rücktrittsforderungen europäischer Minister von UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese. Die Angriffe gegen sie basieren auf gezielter Desinformation und einem manipulierten Video ihrer Rede in Doha. Die Minister haben Albanese fälschlicherweise unterstellt, Israel als „gemeinsamen Feind“ bezeichnet zu haben. Tatsächlich bezog sie sich auf das System aus Finanzkapital, Algorithmen und Waffen, das den Konflikt befeuert.

Amnesty fordert die Regierungen auf, sich öffentlich zu entschuldigen, die Rücktrittsforderungen zurückzunehmen und zu untersuchen, wie diese Desinformation verbreitet werden konnte. Während die entsprechenden Staaten eine UN-Expertin attackieren, bleiben sie angesichts der Vorwürfe von Völkermord, Apartheid und rechtswidriger Besatzung durch Israel untätig. Das ist nicht anders als Feigheit zu nennen. Die Kampagne gegen Albanese ist ein Versuch, von Israels Vorgehen in Gaza abzulenken.

Agnès Callamard

ist internationale Menschenrechtsexpertin und seit 2021 Generalsekretärin von Amnesty International.

Trotz der im Oktober vereinbarten Waffenruhe hat sich die Lage der Palästinenser und Palästinenserinnen im Gazastreifen nicht verbessert; die Zahl der Todesopfer seit Oktober 2023 wird auf über 72.000 geschätzt. Ungeachtet der Anordnungen des Internationalen Gerichtshofs (IGH) und Haftbefehlen des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen israelische Führungspersönlichkeiten halten Drittstaaten weiterhin daran fest, die Täter zu bewaffnen, anstatt ihre rechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen.

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Amnesty sieht in den Angriffen eine Bedrohung für die Integrität internationaler Menschenrechtsmechanismen. Die betroffenen Staaten müssten das Völkerrecht schützen, anstatt sich an einer schändlichen Kampagne gegen unabhängige Experten zu beteiligen. Es ist verwerflich, dass Minister in Österreich, Tschechien, Frankreich, Deutschland und Italien die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese auf der Grundlage eines absichtlich gekürzten Videos angegriffen haben, um ihre Botschaften grob misszudeuten.

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61 Kommentare

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  • Paula , Moderatorin

    Vielen Dank für Eure Beiträge, wir haben die Kommentarfunktion geschlossen. Wenn die Diskussionen ausfallend werden oder zu weit vom Thema abweichen, wird das manchmal leider nötig.

  • Warum wird eigentlich niemand wegen Volksverhetzung nach § 130 verurteilt, der die Kriegsverbrechen Israels im Gaza leugnet oder verharmlost?

    Dort heißt es "Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine Handlung der in den §§ 6 bis 12 des Völker­straf­gesetzbuches bezeichneten Art (...) billigt, leugnet oder gröblich verharmlost (...)."

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Sie können ja Leute deswegen anzeigen und dann berichten, wie erfolgreich das war.

  • "Amnesty International kritisiert den Ruf nach Absetzung von Albanese".



    .



    Ich habe Amnesty mal verehrt. Jetzt bin ich auf der Gegenseite.



    .



    Albanese hatte bei Al Jazeera in Katar von einem »gemeinsamen Feind« gesprochen - mutmaßlich mit Bezug auf Israel. Anstatt Israel zu stoppen, habe »der größte Teil der Welt Israel bewaffnet« und dem jüdischen Staat mit »politischen Ausreden, politischem Unterschlupf« sowie wirtschaftlicher und finanzieller Unterstützung geholfen.



    Wörtlich sagte Albanese in ihrem Redebeitrag: »Wir sehen jetzt, dass wir als Menschheit einen gemeinsamen Feind haben.«

    Das "Weltjudentum"?

    Erinnert an typische antisemitische Codes, kennen wir doch bestens aus "Die Protokolle der Weisen von Zion".

    Wo gern über "die angeblichen Pläne des „Weltjudentums“, die Weltherrschaft zu übernehmen, und das künftige jüdische Weltreich" philosophiert wird. Die Urmutter aller Verschwörungstheorien, inspirierte schon Hitler, Khomeni und Chamenei.



    .



    ARTE-Doku: "Weltkarriere einer Lüge"



    "Die Protokolle der Weisen von Zion"



    .



    Das Terrormassaker vom 7. Oktober 2023 rechtfertigte Albanese übrigens als „Reaktion auf Israels Unterdrückung“.



    .



    Amnesty & Albanese. Nein danke.

    • @shantivanille:

      Israels Regierung ist nach dem Hamas-Terrorakt (vielleicht ganz bewusst) ausgetickt, hat den Krieg mit Ansage in die Länge gezogen, getötet, vertrieben und alles. Es ist Aufgabe Albaneses, das zu benennen und dagegen zu wirken, oder?

      Die Vorgeschichte des 7.10. ist bekannt: Abriegelung, Schwächung, Zerstörung, Tötungen, Bomben, Hamasunterstützung und Fatahdemütigung.



      Was den 7.10. und den Terror nicht entschuldigt.

      Ich möchte Sie nicht von Ihrer Meinung zu Amnesty & Albanese abbringen. Dass die Maßstäbe auch an Israels Regierung anlegen, halte ich aber für deren Pflicht. So ist Amnesty auch angelegt. Unterschriften für die politisch Unterdrückten in Hamasknästen und für die in Israel, beides.

    • @shantivanille:

      Sehe ich auch so. In dieser Kombination 'Jüdischer Staat' + 'Kontrolle über finanzielles Kapital, Algorithmen und Waffen' handelt es sich um klassisches antisemitisches Geraune, das an "Weltjudentum" bzw. "Finanzjudentum" anknüpft.



      .



      》Der BegriffFinanzjudentumist ein antisemitisches Stereotyp, das Juden fälschlicherweise mit Geldgier, Wucher und der Kontrolle über Weltfinanzen assoziiert. Es wurzelt im mittelalterlichen Antijudaismus, entwickelte sich zum Mythos einer „jüdischen Finanzherrschaft“ und dient der Verbreitung von Verschwörungstheorien über eine angebliche jüdische Weltbeherrschung.[...] Der Begriff ist eng mit dem „Weltjudentum“ verknüpft, das besagt, Juden würden Medien, Wirtschaft und Politik kontrollieren 《 (Googles (sehr gute) KI-Zusammenfassung dieses Wikipedia-Artikels hier de.wikipedia.org/wiki/Geldjude )

    • @shantivanille:

      Ich habe Amnesty mal verehrt. Jetzt bin ich auf der Gegenseite - Wenn man bedenkt, wofür sich Amnesty einsetzt, ist das natürlich eine klare Positionierung. Schwierig finde ich bloß, dass Sie hier die Aussagen von Albanese verkürzt wiedergeben und eigentlich nur den Fake von der israelischen NGO UN Watch wiederholen, nur um irgendwie noch Hitler, Khomeni oder Chamenei unterzubringen. Drunter geht es natürlich nicht. Versuchen Sie doch mal Frau Albaneses Aussagen inhaltlich zu widerlegen.

    • @shantivanille:

      Vermutungen, Unterstellungen sind ein ungeeignetes Instrument bei ausgewogenen Diskussionen. Immer wieder findet man Leute, die vollkommen einseitig auf ihrer Position beharren, so auch hier: Israel ist fehlerlos, die Palästinenser sind einzig und allein Schuld an der Misere. Genau diese Einstellung ist der beste Brennstoff, diesen Konflikt am Laufen zu halten. Man kann es gar nicht oft genug sagen: Es sind BEIDE Seiten in dem Krieg die Schuld tragen. BEIDE und nicht nur eine. Alles andere ist Fanatismus.

  • Kann hier irgendwer mal das geschnittene und das ungeschnittene Video verlinken? Denn das durchaus als antisemitisch deutbare "System aus Finanzkapital, Algorithmen und Waffen, das den Konflikt befeuert" scheint ja die Formulierung der AutorIn zu sein, nicht die von Albanese. Es wäre aber ja durchaus relevant, wenn Albanese etwas gesagt, das sich so zusammen fassen lässt.

    Ansonsten hat Albanese eine dermaßen lange Geschichte antisemitischer Ausfälle, dass es einfach nur peinlich wäre, wenn sie über eine gefälschte Behauptung abgesetzt würde. Es gibt genügend andere Gründe.

    • @lifopiw:

      Im Artikel ist der X-Account von Francesca Albanese verlinkt (erster Link im Artikel). Der betreffende Post mit dem ungeschnittenen Video ist vom 09.02.2026. Und die Aussage mit dem "System" ist von ihr. Nur dass sie nicht sagt "den Konflikt befeuert", sondern "den Genozid ermöglicht hat".

      Und den Inhalt des geschnittenen Videos können Sie meinem Kommentar hier entnehmen: taz.de/Angriffe-au...bb_message_5171528

  • Francesca Albanese hat laut dem verlinkten, von ihr selbst auf X geposteten Video gesagt: "The fact that instead of stopping Israel, most of the world has armed, given it political excuses, political sheltering, economical and financial support. This is a challenge. The fact that most of the media in the western world has been amplifying the pro-apartheid, genocidal narrative is a challenge. And at the same time, here also lays the opprtunity. Because if international law has been stabbed in the heart, it's also true that never before the global community has seen the challenges that we all face. We who do not control large amounts of finacial capitals, algorithms and weapons. We now see that we as a humanity have a common enemy and freedoms, the respect of fundamental freedoms, is the last peaceful avenue, the last peaceful toolbox that we have to regain our freedom. ..."

    Damit hat sie zuerst Israel genannt und dann die Staaten, die Israel unterstützen oder zumindest nicht "stoppen" (sowie westliche Medien, angeblich die meisten). Das ist, wie sie jetzt erklärt, das "System", das der "common enemy" sein soll. Israel gehört nach ihren Ausführungen eindeutig zu diesem "System".

    • @Budzylein:

      Israel gehört nach ihren Ausführungen eindeutig zu diesem "System".

      Ja und was soll daran konkret antisemitisch sein?

      • @Sonntagssegler:

        Es geht hier darum, ob sie Israel als "gemeinsamen Feind der Menschheit" bezeichnet hat. Und das hat sie. Was daran "konkret" antisemitisch ist? Nun ja, "Wir haben als Menschheit einen gemeinsamen Feind, nämlich Israel (und seine Unterstützer)." ist nichts anderes als die aktualisierte Fassung von "Die Juden sind unser Unglück." Und genauso wird es auch verstanden, wie die weltweite massive antisemitische Welle seit dem 07.10.2023 zeigt.

  • Albanese go home. Mehr muss man nicht sagen. Linke tun sich damit allerdings schwer.

  • Albanese macht ihren Job und ausreichend engagiert, nicht als Bibis Feigenblatt. Genau das soll sie auch weiterhin machen.



    Wenn der Kampfplauderer Netanyahu alle Kritik so simpel ablenken könnte, wäre das schade.



    Und bevor jetzt reflexartig etwas kommt: Westsahara stört mich genauso. Lasst uns am Fall Netanyahu dranbleiben.

  • "Tatsächlich bezog sie sich auf das System aus Finanzkapital, Algorithmen und Waffen, das den Konflikt befeuert."



    Warum "Finanz"-Kapital und nicht einfach Kapital? Das hat für mich zumindest einen a tisemitischen Touch.

    • @Francesco:

      Denken Sie an die Gaza-"Riviera", da geht es ums Rendite-Hebeln.

    • @Francesco:

      Sicher. Man kann sich mit diesen versteckten antisemitischen Anspielungen, Codierungen vertraut machen. Eine Grundlage dazu:

      „Israelbezogener Antisemitismus ist durch eine Substitution gekennzeichnet: Statt auf Juden_Jüdinnen wird auf Israel referiert."



      Ein hervorragender Artikel der Antisemitismus-Forscherin Frau Prof. Monika Schwarz-Friesel



      www.idz-jena.de/fi...8_Beitrag_MSF_.pdf

      Zitat: "Israelbezogener Antisemitismus ist keine Kritik, sondern verdammt den jüdischen Staat, indem er ihn surreal-personalisiert in die Rolle des kollektiven Juden setzt und somit mit einer kleinen Substitution die uralte Tradition des Judenhasses fortsetzt."

      Die typischen Schablonen kann man mal wunderbar nachschauen unter



      www.demokratie-leb...rn-erkennen-252282

      Sehr gut auch Sascha Lobo im SPIEGEL: Antisemitismus erkennen für Anfänger: Wie man Hass gegen Juden enttarnt -

      www.spiegel.de/net...-9222-bfcd206040ed

    • @Francesco:

      Der Begriff Finanzkapital wurde ursprünglich als Unterscheidung zum Industriekapital geprägt. Und zwar ohne jeden antisemitischen "Touch". Damit waren einfach alle Banken gemeint. Egal wem sie gehörten.



      Die Nazis haben dann erfunden, dass das Finanzkapital "jüdisch" wäre. Und dieser komplette Unfug geistert scheinbar immer noch durch viele Köpfe...

  • Das Zusammenschneiden eines Videos ist selbstredend inakzeptabel (wobei das vorsätzliche Missverstehen ja auch nichts Neues ist - siehe Stadtbild-Debatte), aber der O-Ton Albanese bleibt auch im Gesamtzusammenhang bestenfalls Geschwurbel und inhaltlich einfach nur Blödsinn.



    Es ist ja nun auch wahrlich nicht das erste Mal, dass Albanese durch ihren Hass auf Israel von sich reden macht. Die amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt hatte ihr schon 2014 eine "beinahe geschlossenes antisemitisches Weltbild" attestiert, als Madame von der "jüdischen Lobby" schwadronierte, die Europa und die USA beherrschten. Demgegenüber steht auf der anderen Seite ihre notorische Hamas-Verharmlosung ("So it is critical that you understand, that when you think of Hamas, you should not necessarily think of cut-throats, people armed to the teeth, or fighters. It's not like that.”).



    Nein, Albanese hat das mit dem "gemeinsamen Feind der Menschheit" nicht gesagt - es entspricht aber völlig ihrem Denken. Kann man auch alles bei Wiki nachlesen.



    Und Frau Callamard? Die ist der ihr geistesverwandten Albanese ja schon im letzten Jahr beigesprungen - und beim Genozid-Vorwurf ist AI ja auch vorneweg mit dabei.

    • @Schalamow:

      Gut, die Polen-Lobby wäre noch zu nennen, und die UCK war verblüffend effektiv; doch wen hätten Sie denn auf Platz 1 der schlagkräftigsten Lobbies der USA genannt?



      Präziser wäre dabei der Ausdruck "Israel"-Lobby, denn es dient ja nur Bibi, nicht "den" Juden.

    • @Schalamow:

      Doch, sie hat vom "gemeinsamen Feind der Menschheit" ("we as a humanity have a common enemy") gesprochen. Aus ihren Ausführungen geht lediglich hervor, dass sie damit nicht allein Israel meinte, sondern auch Staaten und Medien, die Israel unterstützen. Das macht es aber nicht besser.

      Und spätestens nach ihrer Behauptung aus dem Jahr 2014, dass die "jüdische Lobby" die USA unterworfen habe und der "sense of guilt" wegen des Holocaust Europa (wörtlich: “America and Europe, one of them subjugated by the Jewish Lobby, and the other by the sense of guilt about the Holocaust, remain on the sidelines.”), war klar, dass es sich um eine lupenreine Antisemitin handelt.

      • @Budzylein:

        "Doch, sie hat vom "gemeinsamen Feind der Menschheit" ("we as a humanity have a common enemy") gesprochen."



        Sie haben natürlich recht, und zwar in doppelter Hinsicht. Die Formulierung ist mir schlicht missraten, was mir aber erst hinterher aufgefallen ist. Eigentlich wollte ich noch etwas hinzufügen, was ich dann mit Blick auf meine 1200 Zeichen schlicht wieder vergessen hatte.



        Dass auch die vollständigen Aussagen von Frau Albanese Blödsinn bleiben, da sind wir uns ja einig.

  • Und zum wiederholten Male beweist die Union eine Medienkompetenz auf dem Niveau eines Kleinkindes.

    • @Kaboom:

      Ich fürchte, das Problem der CDU ist nicht ein Mangel an Medienkompetenz, sondern eben jene Mischung aus Verlogenheit und Rassismus, die Stadtbild-Fritze und seine Truppe auch sonst bei jeder Gelegenheit zur Schau stellen...

      • @O.F.:

        Ich tendiere dazu, Inkompetenz anzunehmen, wenn Inkompetenz schon mehrfach nachgewiesen wurde. So wie bei der Union z. B. im Kontext Brosius-Gersdorf. Wo ein Unionsabgeordneter im TV zum Besten gab, dass sein Postfach "auf einmal überquoll mit Mails" zum Thema.



        Es ist bekannt, dass diese Mails zu signifikanten Teilen von einer SMTP-Engine eines bestimmten Servers stammten. Da sollte eigentlich schon ein einfaches Spam-Tool helfen.

  • Ich kenne das in Rede stehende Video nicht. Aber im Zusammenhang mit dem Massaker vom 07.10.2023 ist mir Frau Albanese extrem einseitig und problematisch aktivistisch in Erinnerung geblieben, so dass ich Rücktrittsforderungen an Frau Albanese für berechtigt halte.

    • @Katharina Reichenhall:

      Das Video ist im Artikel verlinkt. Und das "manipulierte" Video von UN Watch hat die Sätze "The fact that instead of stopping Israel, most of the world has armed, given it political excuses, political sheltering, economical and financial support." und "We now see as a humanity have a common enemy" zusammengezogen, die Sätze dazwschen ausgelassen und den Rest dieses Satzes, der lautete "and freedoms, the respect of fundamental freedoms, is the last peaceful avenue, the last peaceful toolbox that we have to regain our freedom." abgeschnitten. Aber dadurch hat sich der Zusammenhang nicht wesentlich verändert. Der "gemeinsame Feind der Menschheit" soll nach ihren Ausführungen nicht nur, aber auch Israel sein und zusätzlich die Staaten und westlichen Medien, die Israel unterstützen bzw, nicht "stoppen". Der Zusammenhang ist eindeutig, da sie Israel des Genozids bezichtigt und den anderen Staaten und Medien nur vorwirft, Israel zu unterstützen. Das ist das "System", dass sie laut ihrer nachträglichen Erklärung mit dem "gemeinsamen Feind der Menschheit" gemeint haben will.

    • @Katharina Reichenhall:

      Es stimmt, dass Francesca Albanese weitaus häufiger israelische Verstöße gegen die Menschenrechte von Palästinenser*innen anprangert als umgekehrt. Das hat vor allem mit ihrer Rolle als Sonderberichterstatterin zu tun, die sie dazu verpflichtet, die Menschenrechtssituation in den seit dem Sechstagekrieg 1967 von Israel besetzten palästinensischen Gebieten zu beobachten.



      Bereits aus dieser Funktionsbeschreibung wird ersichtlich, warum Francesca Albanese – anders als etwa das Internationale Rote Kreuz – nicht „neutral“ im Sinne einer Gleichbehandlung von Besetzten und Besatzern agieren kann. Ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, mögliche Verstöße gegen die Menschenrechte und das internationale Recht zu untersuchen und diese möglichst objektiv zu publizieren.



      Aus diesem Grund ihren Rücktritt zu fordern, ist ungefähr so sinnvoll, wie Antisemitismusbeauftragten vorzuwerfen, sie würden mit ihrer Arbeit Islamfeindlichkeit verharmlosen.

      • @Aloisia:

        So absurd wie Sie vielleicht meinen ist Ihr letzter Absatz nicht. Bedenken Sie, welch ein Minenfeld ein Antisemitismusbeauftragter betritt, wenn er das Thema muslimischer Antisemitismus aufgreift.

        "Ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, mögliche Verstöße gegen die Menschenrechte und das internationale Recht zu untersuchen und diese möglichst objektiv zu publizieren."



        Sie sagen es ja, möglichst objektiv. Davon kann bei der Berichterstattung Frau Albaneses keine Rede sein. Wie gesagt, spätestens mit ihren Handlungen im Nachgang des Massakers vom 07.10,2023 hat sie sich, zumindest in meinen Augen, nachhaltig diskreditiert und zwar ganz allein. Dafür bedurfte es keiner missgünstigen Berichterstattung.

        Nun mag meine Einschätzung relativ egal sein, aber ich denke schon, dass eine Beauftragte der UN das Vertrauen aller Beteiligten genießen sollte. Dabei mag sie sich als Unterstützerin der Palästinenser betrachten, das ist ja in einem gewissen Rahmen auch in Ordnung, aber natürlich benötigt sie auch das Vertrauen Israels. Das hat sie verspielt.

      • @Aloisia:

        Sehr denkwürdiger Vergleich.

  • "schändlichen Kampagne gegen unabhängige Experten" - Albanese eine unabhängige Expertin? Wirklich? Natürlich weiß man, wo Amnesty steht, aber noch scheinheiliger geht doch gar nicht.

    • @Fisherman:

      In punkto Scheinheiligkeit sind Sie bei führenden Politiker westlicher Staaten an der sprudelnden Quelle. Menschenrechte nicht für Feinde unserer Zivilisation. Politik kommt ohne Scheinheiligkeit scheinbar nicht aus.

  • Interessant ist vor allem, wer das Video verbreitet hat – und warum die Politik reflexhaft aufspringt, ohne es sauber zu verifizieren.



    Wer jedoch Donald Trump hofiert und sich bereitwillig einseifen lässt, schlägt erwartbar rückgratlos auf dessen Feindbilder ein, statt die Werte zu verteidigen, für die insbesondere die Vereinte Nationen stehen.



    Dass gleichzeitig Waffen an die Täter geliefert werden, hat Francesca Albanese sehr präzise benannt – und genau darin liegt der eigentliche Skandal.



    Die Rücktrittsforderungen wirken vor diesem Hintergrund weniger wie moralische Empörung als wie politische Ablenkung. Dass Amnesty International Albanese schützt, ist für diese Moralapostel mehr als peinlich.



    Es geht letztlich um politische Emanzipation von den USA – und um das Festhalten an grundlegenden rechtsstaatlichen Prinzipien. Eigentlich alte Werte. Aber offenbar sind genau die inzwischen besonders unbequem.



    Und auch das wird sich bei den nächsten Wahlen rächen.

    • @Stefan Schmitt:

      "Dass gleichzeitig Waffen an die Täter geliefert werden, hat Francesca Albanese sehr präzise benannt" - meinen Sie, als Albanese darauf hingewiesen hat, dass Waffen über die Türkei nach wie vor an die Hisbollah geliefert werden? Oder dass die Hamas noch immer bewaffnet rumrennt? Ja, das war sehr mutig von ihr...

      • @Fisherman:

        Nein. Gemeint ist die fortgesetzte staatliche Waffenlieferung westlicher Akteure an eine Kriegspartei, obwohl schwere Verstöße gegen das Völkerrecht dokumentiert sind.

        Francesca Albanese spricht explizit über staatliche Verantwortung und Beihilfe – nicht über nichtstaatliche Milizen. Diese Verschiebung ist kein Argument, sondern Ablenkung.



        Genau deshalb stehen ihre Analysen im Einklang mit Positionen der Vereinte Nationen und werden von Amnesty International verteidigt.

        Wer staatliche Waffenlieferungen mit dem Verweis auf Milizen relativiert, verweigert die Debatte über Verantwortung – und bestätigt damit unfreiwillig den Kern der Kritik.

      • @Fisherman:

        Das ist doch bloß billige Polemik, die die eigentliche - berechtigte - Kritik an der willfährigen Weiterverbreitung des manipulierten Videos überdecken soll. Es sollte klar sein, dass wir seit langer Zeit - und nicht erst seit dem Hamas-Massaker - Ziel eines globalen Informational Warfare sind.

        • @EffeJoSiebenZwo:

          Der globale Informational Warfare des globalen Finanzkapitals? Eine Polemik gegen Albanese mit den "Protokollen der Weisen von Zion" zu kontern ist wohl die Definition von "Chuzpe". Hut ab!

          • @Fisherman:

            Alle Ehre für Ihren Eifer, aber dieser Posten ist verloren. Die Verschwörung bestätigt sich längst selbst und die, die sie verbreiten – und Francesca Albanese an prominenter Stelle – bauen längst darauf. Da bedarf es nicht wirklich irgendwelcher Manipulationen... Bei AI packt mich nur noch dass Lachen. Warfen diese Wächter der Menschendrechte der Ukraine im August 2022 doch glatt unangemessene Verteidigungsstrategie. Entweder sind es Witzbolde oder Zyniker. Im Bezug auf Israel hatten sie schon immer einen merkwürdig Verdammungs- und Beißreflex. Bei Hamas-Terror und Russlands Terror gegen die Ukraine gilt es aber Milde walten zu lassen. Chuzpe ist das nicht, das ist in erster Linie nur armselig.

          • @Fisherman:

            Was sie hier sehen oder sehen wollen und mir vorwerfen, ist massiv verleumdend und überschreitet mE die Grenze zur üblen Nachrede. Ich frage mich, wie die sonst so achtsame Redaktion das durchlässt.

  • Sind das die selben Gruppen die nichts zum Iran, Nordkorea, Jemen, Russland, Afghanistan sagen?

    • @Reinero66:

      Ja, das sind dieselben Organisationen. Und angestellt ist Frau Albanese von der Organisation (UN), bei der seit Nov. 2023 Iran (!) den Vorsitz des Menschenrechtsforums (!) und seit Febr. 2026 den Vizevorsitz für die Uno-Kommission für Soziale Entwicklung hat. Zu deren Aufgaben gehört die Förderung von Demokratie und Toleranz sowie von „Gender Equality“.



      Kannste Dir nicht ausdenden...



      Die scheinen echt ein "Händchen" für die Besetzung von Posten zu haben.

    • @Reinero66:

      Nichts zu Nordkorea sagt ? Das ist etwas aus der hohlen Hand gegriffen: www.amnesty.org/en...oples-republic-of/. Nur als Beispiel, findet sich auch für die anderen von Ihnen genannten Länder.

    • @Reinero66:

      Ja genau diese Gruppen sind das.



      Wobei man fairerweise erwähnen muss, dass Frau Albanese "UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas" ist.



      Dass AI in den letzten Jahren für viele Menschen erheblich an Glaubwürdigkeit und Integrität verloren hat, erscheint mir allerdings sehr plausibel. Es geht mir selbst nicht anders.

    • @Reinero66:

      Wie Sie unschwer erkennen können, ist die Autorin des Artikels Generalsekretärin von AI - einer Menschenrechtsorganisation, die sich regelmäßig zu Iran, Russland und Afghanistan äußert (übrigens auch zu Deutschland...). Ihr Einwand erscheint mir also unsinnig zu sein.

    • @Reinero66:

      Seltsamer Kommentar.



      Für Sie ist dann also die Hauptsache über alles zu reden nur nicht über Gaza und Westjordanland?



      Dann gleicht es sich ja vielleicht wieder aus.

  • " Tatsächlich bezog sie sich auf das System aus Finanzkapital, Algorithmen und Waffen, das den Konflikt befeuert." Sorry, aber jeder weiß doch, das "das System aus Finanzkapital..." eine typische antisemitische Chiffre ist.

    • @PeterArt:

      Nee, finde ich in diesem Zusammenhang nicht. Aber wer überall Antisemitismus sieht, wo Israel nicht zu gejubelt wird, ist ist in Wirklichkeit blind ...

    • @PeterArt:

      Hier wird erneut Antisemitismus mit dem legitimen Recht verwechselt, staatliche Politik Israels zu kritisieren. Nicht einmal dieser Kritikansatz steckt in der Aussage von Francesca Albanese.



      Wer den Begriff eines „Systems aus Finanzkapital, Algorithmen und Waffen“ reflexhaft als antisemitische Chiffre liest, ignoriert bewusst den historischen und gegenwärtigen Kontext globaler Kriegsführung.



      Ein Blick auf die Verwüstungen im Irak, in Syrien oder Afghanistan zeigt, dass es hier um ein strukturelles Problem geht: um den militärisch-industriellen Komplex, vor dessen Machtkonzentration bereits Dwight D. Eisenhower eindringlich gewarnt hat.



      Dieses System ist nicht schwächer, sondern stärker geworden – sichtbar nicht zuletzt an den weltweit explodierenden Rüstungsausgaben. Die vorschnelle Antisemitismuskeule ersetzt hier eine notwendige politische Analyse. Und das ist das eigentliche Problem.

      • @Stefan Schmitt:

        Warum sagt man dann Finanzkapital, wenn man den militärisch-industriellen Komplex meint?

        • @Francesco:

          Auch Militär und Industrie muss finanziert werden. Und das läuft nun Mal nicht über reale (erarbeitete) Wirtschaft.

          Also come on, oder leugnen Sie Dasein und Aktivitäten von Finanz Kapital per se?

        • @Francesco:

          Weil der militärisch-industrielle Komplex heute nicht mehr nur aus Rüstungsfabriken besteht.

          Francesca Albanese spricht ausdrücklich von einem „System aus Finanzkapital, Algorithmen und Waffen“ – also von der Verflechtung von Kapitalströmen, digitaler Steuerung und militärischer Gewalt. Eine Reduktion auf „Finanzkapital“ findet gerade nicht statt.

          Das ist eine zeitgemäße Beschreibung dessen, was schon Dwight D. Eisenhower als militärisch-industriellen Komplex kritisiert hat – nur unter heutigen technologischen Bedingungen.

          • @Stefan Schmitt:

            Sie will, wie ihr in ihrer nachträglichen Erklärung eingefallen ist, ein "System" gemeint haben, das den "Genozid" in Palästina ermöglicht haben soll ("THE SYSTEM that has enabled the genocide in Palestine"). Und da sie Israel diesen "Genozid" vorwirft, ist klar, dass sie mit dem "common enemy" in erster Line Israel meint. Israel wurde ja von keinem anderen Staat dazu gezwungen, nach dem 07.10.2023 die Hamas in Gaza zu bekämpfen.

      • @Stefan Schmitt:

        Umgekehrt. Antisemitismus versteckt sich gern hinter dem Vorwand, die Politik Israels zu kritisieren.

        • @PeterArt:

          Der Vorwurf greift zu kurz. Antisemitismus beginnt dort, wo Juden kollektiv markiert oder verantwortlich gemacht werden – nicht dort, wo Macht- und Herrschaftsstrukturen kritisiert werden.

          Genau diese begriffliche Unschärfe sorgt dafür, dass realer Antisemitismus relativiert wird, während notwendige politische Analyse delegitimiert wird.

          • @Stefan Schmitt:

            Gute Antwort. Schließe mich an.

        • @PeterArt:

          immer nur zu sagen, alles sei antisemitsmus, was einem nicht gefällt oder unbequem ist, genau das ist nämlich antisemitismus.



          sie konnotieren damit alles als jüdisch, was überhaupt nichts mit dem judentum zu tun hat.

          • @the real günni:

            Interessanter Aspekt. Sehen Sie das bei Rassismus ebenso?

        • @PeterArt:

          Ich denke, beides trifft zu.



          Natürlich versteckt sich häufig Antisemitismus hinter "Israelkritik", gleichzeitig nutzt man diesen Vorwurf auch, um Kritik an der israelischen Regierung oder dem israelischen Militär zu diskreditieren.



          Ich finde es wichtig, gerade vor dem Hintergrund unseres speziellen Verhältnisses zu Israel, genau zu prüfen, ob das eine oder andere zutrifft.

          • @Katharina Reichenhall:

            Respekt für Ihre differenzierte Entgegnung 👍🏻