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Angriff des US-GesundheitsministersDas Ziel ist Spaltung

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

US-Gesundheitsminister Kennedy attackiert Deutschland in einem fragilen Bereich: der Coronapandemie. Das kann bei Skeptikern verfangen.

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. greift die deutsche Gesundheitsministerin Nina Warken verbal an Foto: Evan Vucci/AP/dpa

J etzt also auch im Gesundheitsbereich: In einem Video auf der Plattform X greift US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy die deutsche Gesundheitsministerin Nina Warken wegen der hiesigen Coronastrafverfahren an. Diese seien eine Art politischer Verfolgung von Me­di­zi­ne­r:in­nen und würden die „Autonomie der Patienten“ missachten.

Man kann davon ausgehen, dass diese Attacke bewusst gesetzt ist, die Coronapandemie hat in Deutschland die Gesellschaft stark polarisiert. Das macht sich der Impfgegner Kennedy zunutze. Unter Impf­skep­ti­ke­r:in­nen könnte er mit seinem Angriff erneut punkten – wie einst mit seinen wirren Thesen. So behauptete er, der Microsoft-Gründer Bill Gates habe die Pandemie geplant, und die Corona-Impfung sei die „tödlichste Impfung“, weil sie Autismus auslöse. Das ist alles haltloser Blödsinn, das Ziel seines aktuellen Angriffs ist eindeutig: zu polarisieren und die Gesellschaft (weiter) zu spalten.

Es ist der nächste Schritt der USA, Europa zu destabilisieren. Der amerikanische Kulturkampf gegen die Europäische Union wurde mit dem Auftritt des US-Vizepräsidenten J. D. Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz vor einem Jahr unverblümt eingeläutet. Das Ziel ist klar: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Zivilgesellschaften sollen zerstört und rechte Kräfte gestärkt werden.

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Nun kann man die Kompetenzen von Gesundheitsministerin Warken durchaus kritisieren – sie gilt nun mal als eine der fehlbesetztesten Personalien in der Koalition – und gleichzeitig darauf setzen, dass sie in dieser Causa die volle Unterstützung der Bundesregierung erhält. Berlin hat kein Interesse an Fake News à la Kennedy, erst recht nicht an einer fortschreitenden Spaltung der Gesellschaft. Doch Kennedys schwerer, weil verfänglicher Angriff sollte kraftvoller zurückgewiesen werden als lediglich mit Warkens Antwort an Kennedy, dass in Deutschland eine „verfassungsrechtlich geschützten ärztliche Therapiefreiheit“ gelte. Es geht um viel mehr als um amerikanische Lügen und deutsche Coronaverfahren.

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Simone Schmollack
Ressortleiterin Meinung
Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalist:innen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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38 Kommentare

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  • "Das Ziel ist die Spaltung". Die Autorin sollte zur Kenntnis nehmen, dass demokratische Gesellschaften immer gespalten sind. Die Sichtbarkeit und Akzeptanz derselben ist ja gerade ihr Wesenskern.

    Eine blödsinnige Corona Meinung ist also nicht das Ende der Welt, man kann diese auch schulterzuckend zur Kenntnis nehmen.

    Vorschläge für die nächste (wirkungslose) Steuererhöhung polarisieren die Gesellschaft viel mehr. Niemand käme hier auf die Idee, Spaltungsabsicht auszurufen.

    • @Goodfella:

      Nuja, der Meinungspluralismus SOLLTE aber in einer intakten demokratischen Gesellschaft möglichst nicht seine tiefsten Gräben entlang der Entscheidungslinie "Demokratie - ja oder nein?" haben. Da fängt die Spaltung an toxisch zu werden.

      Die Frage, ob eine Urkundenfälschung eine Urkundenfälschung ist und als solche verfolgt gehört, mag zwar an sich meilenweit von dieser Linie entfernt scheinen. Aber der zugrundeliegende Konflikt, in den dieser Debattenbeitrag Kennedys gezielt Öl schütten soll, ist es nicht: Kennedy versucht (wie auch schon Vance), bestimmten Teilen unseres politischen Spektrums zu suggerieren, dass die Demokratie für sie nicht funktioniere - dass sie unterdrückt und übergangen und ihre demokratischen Rechte untergepflügt würden (weshalb man dann auch gleich zugunsten eines populistisch dröhnenden Autokraten darauf verzichten könnte...).

      Das geht an die Substanz, denn anders als die Plädoyers linker Minderheitenschützer richtet sich Kennedy an eine Gruppe, die sich als "schweigende" MEHRHEIT wähnt. Er sagt: "Es GIBT schon jetzt keine echte Demokratie mehr, denn sonst würdet Ihr ja Euren Willen bekommen (und diese "heroischen" Querdenker-Ärzte respektiert werden)."

    • @Goodfella:

      Es geht nicht um Corona oder sonstwelchen "Kleinkram", es geht um die Einmischung einer fremden Macht in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates. Die US-Junta will Unuhe stiften, genau wie Putin und DAS sollten wir ernst nehmen.

  • Wie bekommt die Linke ihr eigenes Feld, die Kritik an traditionellen Eliten und Ungleichheit/ das unkonventionell-fortschrittliche Denken, wieder in Ruhe beackert, das teils faschistoide Rechtsextreme mit allen möglichen Skandalisierungen und Pseudokritischem im 'Bild'- oder Trump-Stil gerade täglich laut bestampfen?



    Keep calm and carry on, dabei aber auch Mehrheiten gewinnen?

    Für Hrn. Kennedy wünsche ich mir, dass er seinen Fokus auf seine auch vorhandenen m.E. richtigen Ansätze gegen Zucker, Suchtpillen, etc. legt, auch die Autofixierung in den USA ist sehr ungesund. Und aber auch irgendwann mal weiß, wo er sich gerade verrennt.

  • Für die meisten Menschen ist Corona ja längst abgeschlossen und auch ein Stückweit vergessen. Von den absurden Dinge, die da immer wieder behauptet wurden, wie die Millionen Tote durch Impfungen oder dass die freiheitseinschränkenden Maßnahmen natürlich bleiben würden, ist ja auch nichts übrig geblieben.

    Umso überraschender ist es, wenn man plötzlich wieder mit irgendwelchen abstrusen Aussagen belästigt wird. Ich habe da auch so Experten im Kollegen- und Bekanntenkreis, die da manchmal unvermittelt wieder mit anfangen. Früher war das einfacher, da hatte man ja die Standardaussagen, die diesen Quatsch widerlegten, quasi griffbereit, aber inzwischen nicht mehr. Das ist schon nervig und wie man feststellt, ist das Label "Kennedy" offensichtlich auch kein Garant für qualitativ hochwertige Aussagen.

    Dass nicht alles gut gelaufen ist, klar, weiß jeder. Aber das meiste des Kampfgeschwurbels hat sich dann doch als nicht zutreffend herausgestellt.

    • @Katharina Reichenhall:

      Nicht vergessen: auch Corona und dessen politische (Nach)Bearbeitung (die ja seitens der politischen Entscheidungsträger tatsächlich nicht immer professionell war. Aber wie sollte es das auch sein?) ist ein zentrales Thema der faschistischen Agitation, um den demokratischen Staat und seine Institutionen auszuhöhlen. Das Thema bleibt und slso in der einen oder anderen Variante erhalten, ob es Sie nun nervt oder nicht. Und natürlich lässt ein schwurbelnder US-„Gesundheits“Minister es sich nicht nehmen, da noch Öl ins Feuer zu gießen (wie zuvor u.a. schon J.D. Vance).



      Da aber Staats- und Gesellschaftskritik das „täglich Brot“ für einen Linken wie mich ist, die Rechten aber immer mehr „linke“ Themen besetzen und Teile der Linken auf irrationalen oder sich radikalisierenden Pfaden wandeln (s. die Debatten über linken Antisemitismus und Antifa-Gewalt), habe ich das Gefühl, es wird immer schwieriger, mit rationalen Argumenten heutzutage noch einen Fuß in die Tür zu bekommen.

      • @Abdurchdiemitte:

        Ich war seinerzeit noch Mitglied der gleichnamigen Partei und fand, dass die innerparteiliche Debatte dazu im allgemeinen recht fair und verständnisvoll geführt wurde. Es gab Gegner der Lockdown-Maßnahmen (zu denen ich mich auch zählte), die u.a. sozialökonomisch argumentierten, mit den ruinösen Folgen für das Kleingewerbe und den Extraprofiten für die Digitalkonzerne. Es gab Befürworter der Lockdowns, die auf unsere Verankerung bei den Mitarbeitenden des Gesundheitswesens verwiesen und darauf, dass eine zu "liberale" Haltung von diesen als mangelnde Wertschätzung ihrer harten Arbeit in schwerer Situation verstanden würde. Insgesamt hat die Linke sich da m.E. nicht schlecht verhalten.

        Ein großer Fehler ist dafür m.E. im Umgang mit den politisch diffusen Protesten gegen die "Maßnahmen" gemacht worden. Sofern diese sich nicht explizit einer linken Agenda unterordneten, wurde ihnen "Rechtsoffenheit" und Schlimmeres unterstellt. Durch solche Zuschreibungen ist ein sich erst findendes und zunächst gänzlich heterogenes Milieu ohne Not der rechten Meinungshoheit überlassen worden.

        • @Kohlrabi:

          Den meisten Linken wohnt halt der Glaube an die grundsätzliche Faktenbasiertheit und Weisheit staatlichen Denkens und Handelns inne. Sonst funktioniert ihr Gesellschaftsmodell einfach nicht. Wer sich auf den Standpunkt stellt, der Staat liege in einem zentralen Punkt einfach real (nicht "bloß" ideologisch) falsch und verfolge seinen Kurs nur aus Sturheit oder gar überbordender Kontrollabsicht, der löst tiefsitzende Ressentiments aus, die dann gerne die bösestmöglichen Alternativ-Ideologien bemühen, um das aufreizende Verhalten zu erklären.

          • @Normalo:

            Das mag teils zutreffen, zumal die Linke seinerzeit in Berlin in der Regierung war und das alles mittragen musste. Ich glaube aber, dass noch eine andere (leider) verbreitete linke Haltung eine Rolle spielte. Die politische Linke im weiteren Sinne kommuniziert oft nach dem Prinzip: Wer auch nach zweimaliger Belehrung nicht zu 90% für uns ist, der ist gegen uns. Die Rechte dagegen eher nach dem Prinzip: Wer trotz linker Belehrung nicht zu 90% gegen uns ist, der ist am Ende für uns.

    • @Katharina Reichenhall:

      Auch wenn manche mental abgeschlossen haben: Corona ist nach wie vor unterwegs. Und auch Long-CoVid-Kranke finden es wenig lustig, wenn sie von Querdenkern quasi als Lügner hingestellt werden.

      Letztlich ist das größte Problem neben der drastischen Einschnitte in das öffentliche Leben die fehlende Performance der entwickelten Impfstoffe gewesen. Diese haben leider weder eine Infektion zuverlässig verhindern können, noch die Verbreitung unterbunden, wie es bei anderen Impfungen nachweislich der Fall ist.

      Und ob es bei fehlender Durchimpfung der Bevölkerung zu mehr schweren Verläufen gekommen wäre, lässt sich auch nicht zuverlässig sagen.

      Lediglich eines ist sicher: Die gleichen Leute, die sich heute die Argumente der Impfgegner zu eigen machen, um die Regierung zu diskreditieren, werden bei der nächsten Pandemie, bei der nicht ganz so robust agiert wird, sicherlich schimpfen, dass die Regierung zu wenig täte.

      Was wetten wir?

  • "Kraftvolle Zurückweisung" scheint mir zuviel der Ehre für die inkompetenten Märchen, die Kennedy da verbreitet. Wenn er meint, dass es Sache der deutschen Gesundheitministerin sei, die Strafverfolgung von Urkundenfälschungen zu unterbinden, nur weil die von Ärzten (und zugunsten von Querdenkern) begangen wurden, dann hat er offensichtlich gleich auf drei Ebenen nichts kapiert bzw. stellt sich boulvardtauglich dumm.

    Wer auch immer ihm diesen ausgemachten Blödsinn abkauft, darf also schon getrost als "gefestigt faktenresistent" bezeichnet werden und wird entsprechend seine Meinung auch nicht ändern, wenn jetzt irgendwer den Erklärbär gibt und versucht, ihn "kraftvoll" zu widerlegen. Kennedy wird sich ohnehin nie auf eine Diskussion einlassen, deren Ergebnis dann vielleicht auch Jenen einen Erkenntnisgewinn beschert, die die Autorin hier für "gefährdet" hält, sich von seinen Vorwürfen beeindrucken zu lassen.

    Wirklich "gefährlich" wäre dieser Angriff eh nur, wenn er irgendwen von den Querdenker-VTen überzeugen könnte, die er bedient. Kann er aber nicht. Er ist nur - und das wieder unvermeidlicherweise - trübes Wasser auf die Mühlen Jener, die von diesen VTen längst überzeugt SIND.

    • @Normalo:

      Diese VT‘ler (um Ihre geniale Abkürzung mal aufzugreifen) sind ja längst keine isolierten Spinner mehr, als die die anfangs noch belächelt (Aluhütchen-Träger) und damit verharmlost wurden. Manche wirken in der Tat skurril, wenn aber beispielsweise antisemitische Stereotype bedient werden, hört der Spaß definitiv auf. Und lange hat man sie sogar noch verharmlosend dem linksalternativen Millieu zugerechnet.



      Akif Pirinci etwa - und das nur am Rande - ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich solche antisemitischen VT’s zu antimuslimischen transformieren. Leider ist er damit im rechten Millieu bis in die bürgerliche Mitte hinein keine Randerscheinung.



      Und in den USA haben diese VT’ler längst Einfluss bis in höchste amerikanische Regierungskreise.



      Um den Rest kurz zu machen: VT‘s sind keine isolierten Phänomene, sozusagen ein Hobby entsprechend disponierter Zeitgenossen, sondern fester Bestandteil einer neufaschistischen Strategie zur Zerstörung von liberalen demokratischen Gesellschaften.



      Und in dem Kontext macht der Ausspruch „floating the zone with shit“ natürlich absolut Sinn.



      Quelle meiner Überlegungen: www.blaetter.de/au...t-nach-zerstoerung

      • @Abdurchdiemitte:

        Alles richtig (wenn auch großenteils etwas "OT"), und ich wollte auch nicht behaupten, dass die von Kennedy vertretenen VTen an sich ungefährlich wären. Nur ist eben die brave Befassung mit diesen X-Postings keine sinnvolle Antwort darauf.



        Was Kennedy hier verbreitet, ist halt weiterer Humbug, der auf dem eigentlichen Humbug basiert, und dem kommt man nicht so einfach bei: Er agitiert hier (dilettantisch) gegen die strafrechtliche Verfolgung von Taten, die nur unter der zentralen Prämisse KEINE eindeutigen Vergehen sind, dass Covid ein von finsteren Mächten gesponnener Hoax ist und Jene, die das "erkannt" haben, übergesetzliche Schutzansprüche vor übergriffigen Anti-Covid-Maßmahmen genießen. In DER Welt sind die "Verfolgten" die Helden. Man wird daher zu Menschen, die ebenfalls von dieser Prämisse überzeugt sind, durch sachliche Widerrede zum Thema "Rechtsstaatlichkeit der Strafverfolgung" (und vielleicht noch "Unzuständigkeit des Gesundheitsministeriums für deren Steuerung") schlicht keinen Zugang finden. Da müsste man schon das dicke Brett bohren und sie komplett aus der Querdenkerecke rausholen. Umgekehrt ist die Widerrede redundant, wenn jemand NICHT an Kennedys VTen glaubt.

  • Da weiß man zumindest, über was die AfD-Auslandsdelegationen so reden.

  • "Doch Kennedys schwerer, weil verfänglicher Angriff sollte kraftvoller zurückgewiesen werden als lediglich mit Warkens Antwort an Kennedy"

    Achja? Weil dadurch Corona Leugner, Querdenker und Impfgegener ihre Meinung ändern? Weil die Worte eines Trump Gesundheitssministers aufgeklärte Menschen zu Impfgegenern machen? Oder warum?



    Kennedy hat auch behauptet, das WLAN Krebs erzeugt, Flourid in der Zahnpasta den IQ verändert und Covid von den Chinesen entwickelt wurde, um die DNA von Weißen und Schwarzen zu verändern. Muss man das auch "kraftvoll zurückweisen"?



    Das Problem ist gar nicht Kennedy oder irgendein anderer Schwurbelminister. Das Problem ist, dass man jeder Grütze, die aus solchen Mündern kommt, soviel Beachtung schenkt.



    Um Vertrauen in der Bevökerung zu stärken, könnte man auch einer allumfassenden Auswertung des Umgangs mit der Epidemie zustimmen. Aber das will man ja eher nicht, weil die Erkenntnisse in einzelnen Punkten eventuell auch Kritikern Recht geben könnten. Da ist es doch einfacher, sich über das Geschwafel eines notorischen Verschwörungstheoretikers zu empören.

  • Der Mann ist doch offensichtlich völlig ungeeignet zur Leitung des Gesundheitssektors der USA. Man hat da doch den "Bock zum Gärtner gemacht".



    Am Ende stellt sich noch heraus, dass der Mann ein Reptiloid ist, der sich im Auftrag von Trump anschickt, die ganze Welt zu beherrschen.

    • @Il_Leopardo:

      Schon mal auf die gesamte Ministerriege im Kabinett Trump geguckt, also geeignet sind da mehrere nicht.

  • Der Mann erfüllte Trumps Kriterien, die für alle seine Kollegen auch galten: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit.

  • Kennedy, Coronaleugner, Impfgegener, da lautet das Motto wohl: „Bekloppte aller Länder, vereinigt Euch.“

  • Kann man diesem Clown bitte keine Beachtung für sein Geschwurbel schenken?

  • Das Theater um ihn und unter seiner Regie kann niemand aus der Fachwelt, der noch bei Trost ist, ernst nehmen.



    Eigentlich ist eine derartige Kampagne von gebündelten unwissenschaftlichen Äußerungen mit Einmischung in fremde Angelegenheiten nur für den Boulevard wirklich als Unterhaltung geeignet.



    In den sozialen Medien und Netzwerken mag das mehr verfangen, aber dort reagiert man auch bisweilen mit dem Instrument Shitstorm.

  • Ein Blick über den Tellerrand würde nicht schaden. Österreich hat es anders gemacht, Strafen während der Coronazeit wurden zurück genommen und Bußgeldbescheide rückerstattet, während dieser Staat immer noch alle Vergehen bis aufs Letzte verfolgt. Als ob es die RKI Files und die vielen Fehlentscheidungen nie gegeben hätte.

    • @Wilfried Bergmann:

      Teilweise wurde Abrechnungsbetrug gegenüber Krankenkassen verübt. Betrug, wenn nachgewiesen, ist eine Straftat. Wieso sollen Ärzte ausgenommen werden bei der Verfolgung von Straftaten? Mir fällt kein einziges stichhaltiges Argument ein.

    • @Wilfried Bergmann:

      Bei den angesprochenen Verfahren geht es um Delikte wie Urkundenfälschung, warum sollen die nicht weiterverfolgt werden. Freiheitsstrafen, ggf. auf Bewährung und ein Berufsverbot sind da wohl mehr als angemessen. Nüchtern betrachtet haben diverse Scharlatane versucht, sich während der Corona-Pandemie schamlos zu bereichern, sind aufgeflogen und verurteilt worden, wie viele andere Kriminelle auch.

      • @Flix:

        Dem kann man nur zustimmen. Alles andere wäre ungerecht und höchst fragwürdig.

      • @Flix:

        Danke, sehr richtig.

        Schwurbler und Scharlatane haben als Ärzte Unsinn verbreitet, wider besseres Wissen falsche Dokumente ausgestellt und Menschen gefährdet, und als Richter Recht gebeugt und ihre Kompetenzen weit überschritten. Ich möchte, dass das geahndet wird.

        Die Art und Weise, wie sich eine sehr laute Minderheit hier als absolute Besserwisser und Widerständler geriert, und dabei doch nur wie trotzige kleine Kinder gehandelt hat, darf ruhig kritisch benannt, und Straftäter auch juristisch zur Rechenschaft gezogen werden.

  • Eine Recht auf Lügen und Spalten gibt es nicht. Kennedy kann sich gerne Meriten erwerben, wenn er in der USA die Zucker-, Auto- und Tablettenmafia bändigt.



    Von Covid versteht er hingegen womöglich noch nicht so viel.

  • Ein Blödmann lässt irgendwas verlauten? Das sollte uns nicht jucken. Und es ist keine Nachricht wert.

    • @Semon:

      Wenn er der Gesundheitsminister einer Weltmacht ist und er mit seinen Äußerungen erstaunlich vielen aus dem Herzen spricht, dann ist es unbedingt eine Nachricht wert.

      Ich lebe übrigens in einer Ecke, wo noch immer jeden Montag Coronamaßnahmengegner demonstrieren.

      Mittlerweile haben sie teilweandere Themen, etwa Pazifismus.

      Das Thema ist also noch lange nicht durch.

      • @rero:

        Das stimmt zwar, aber ehrlich gesagt war die gesundheit*politische* Kompetenz der USA noch nie ein Vorbild für den deutschen Diskurs - auch nicht beim AfD-Klientel. Kennedy ist ein Fürsprecher der Querdenker und Impfgegner, worüber die sich natürlich freuen, aber ansonsten hat der Titel "US-Gesundheitsminister" in Deutschland noch nie eine nennenswerte argumentative Autorität entfaltet. Ich behaupte mal, Kennedy ist der erste Träger dieses Amtes seit sehr langer Zeit, dessen Namen außer ein paar Politnerds hierzulande überhaupt irgendwer kennt.

        Davon abgesehen ist Kenendys Einwurf ein klassischer Fall von "Preaching to the Choir": Wer nicht - wie er - von der Falschheit von Covid-Impfungen und Maskenpflichten bereits vorab total überzeugt ist, braucht auch keine aufwendige Gegenpropaganda unseres Politapparates, um zu erkennen, dass er da hanebüchenen Blödsinn verzapft. Teilt man hingegen seine grundlegende (VT-)Meinung zu Covid, wird besagte Gegenpropaganda auch nichts daran ändern, dass man falsche Maskenatteste oder Impasseintragungen als "gerechtfertigte Schutzmaßnahmen für drangsalierte Querdenker" versteht und ihre strafrechtliche Verfolgung selbstverständlich ablehnt.

        • @Normalo:

          Geben ich Ihnen in allen Punkten recht.

          Das sind aber für mich alles auch Gründe, warum Kennedys Äußerung eine Nachricht wert ist.

          Eine Randnachricht reicht dabei völlig.

          Das gewünschte Nichtinformieren halte ich dagegen für fatal.

  • JR Kennedy jr und Weitsicht? Also, langfristige, strategische, auch mal subversive Handlungsweisen nach erfolgter Einsicht in Dinge?

    Nie und nimmer.

    Seine Handlungen passen in das Schema der aktuellen US Politik, aber er scheint (nur, wer kennt ihn schon?) deutlich einfacher gestrickt zu sein. Von seinem Hirnwurm bis hin zum Baden im Abwasserkanal. Da ist nix Strategie. Sonst unterstellt man ihm mehr als nötig. Daher ist die Reaktion von Frau Warken und Herrn Lauterbach erstmal ausreichend. Aber Vorsicht sei die Mutter der Porzellankiste (ist wahrscheinlich ein Pre-Boomer Ausdruck).

    • @fly:

      Der „Hirnwurm“ dürfte relativ schnell des Hungertods gestorben sein.

    • @fly:

      Ja, auf diesen Stuss geht man am besten gar nicht groß ein. Höchstens ein "kriegt erst mal eure Masernepidemie in den Griff" könnte man dem Hansel noch drücken.

  • Langsam scheinen diese Herren ein angebliches Repressionsszenario (vgl. auch angebliche Unterdrückung der AFD nebst ihrer rechtsradikalen Klientel) in Deutschland aufbauen zu wollen, das zu gegebener Zeit einen Vorwand liefert, die deutsche Bevölkerung befreien zu müssen. Und sei es nur als Drohung, um andere Ziele in Europa durchsetzen zu können. So wie sie Einmischungen in anderen Ländern auch begründen. In gewisser Weise äffen sie damit Putin nach. Der erfüllt ja auch nur pflichtbewusst und aufopferungsvoll die Befreiung der Ukraine von den dortigen Nazis.

    • @Josef 123:

      Nein, die Magas setzen bei Europa auf Selbstzerfleischung. Das ist billiger und allem Anschein nach auch erfolgversprechender als ein "befreiender" Einmarsch: Es reicht, dann und wann mal so einen Diskursbrocken wohlgezielt zwischen die Fronten der Demokraten und der autoritären National-Eigenbrötler zu werfen, und sofort geht die Balgerei los - meist mit einem weiteren leichteren Stimmgewinn für die Autoritären als Ausgang, was dann natürlich Europa weiter schwächt, wo ein offener Angriff Gefahr liefe es zu einigen. Die Maga-USA brauchen kein Europa mit einer US-Fahne drüber. Ihnen reicht völlig ein zerstrittener Haufen (von ihnen wirtschaftlich abhängiger) Kleinstaaten, über den sie in jeder globalen Frage ungerührt hinwegreiten können.

      • @Normalo:

        Deswegen habe ich geschrieben: "Und sei es nur als Drohung, um andere Ziele in Europa durchsetzen zu können."

        • @Josef 123:

          Es liegt mir fern, der Trump-Regierung irgendwas NICHT zuzutrauen, aber so ein Drohszenario halte ich für eher unwahrscheinlich. Trump arbeitet gern mit Drohungen, um Deals zu ermöglichen, aber eine Invasion Europas als Menetekel wäre nichts für ihn. Zu teuer.

          Grönland will er wirklich haben (und als nächstes im Zweifel Kanada und Mexico), wenn es billig bekommt. Deshalb tönt er in die Richtung und wird ganz vielleicht auch am Ende eine Handstreich à la Krim versuchen. Aber Europa? Um dort die Menschenrechte durchzusetzen? Bei den mickrigen Ölvorkommen? Nicht Trumps Stil. Europa sollen gefälligst seine europäischen Gesinnungsgenossen für sich erobern. Wie das geht, hat er ihnen mit den USA vorgeführt, und ER macht sich da nicht die Hände schmutzig.

          Deshalb würde ihm die Drohung auch niemand abkaufen, schätze ich.