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Krankenkassen vor Milliardenverlust Kapitalismus ist krank

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Den Krankenkassen droht ein riesiges Haushaltsloch, weil sie auf windige Fonds setzten. Das Risiko des Totalausfalls droht auch bei aktienbasierten Renten.

K apitalismus ist geil. Er hat für jeden etwas zu bieten, zumindest für alle, die Kohle zur Seite legen können. Er soll auch die Rent­ne­r:in­nen vor der Armut retten – und die Krankenkassen gleich mit. Das zumindest ist das Credo bekennender Kapitalisten wie Friedrich Merz (im Nebenjob Bundeskanzler) und Co. Sie predigen das Finanzinvestment als Allheilmittel, das wie ein Perpetuum mobile die Habenden mit immer mehr Geld pampert.

Nur eins wird dabei gern ausgeblendet: das Verlustrisiko. Dabei kann es schnell ans Eingemachte gehen. Das zeigt aktuell der Fall von Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen, die kaum vorstellbare Summen als Rücklagen in Fonds angelegt haben, die sich im Nachhinein als äußerst windig entpuppten. Mindestens 1,1 Milliarden Euro könnten sich in Luft aufgelöst haben.

Für Normalmillionäre mag ein Totalverlust in einem Fonds nachrangig sein. Die haben gewöhnlich immer noch genug auf irgendeiner hohen Kante. Für die bekanntlich knappen Krankenkassen aber ist das fatal. Statt durch Rendite zu gesunden, statt die Gesundheitsversorgung abzusichern oder wenigstens bezahlbar zu halten, tun sich nun Löcher auf, die keine noch so gut ausgebildete Ärztin wird flicken können.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Das gleiche Risiko existiert auch bei allen Kapitalanlagen für künftige Rentner:innen, ganz egal, ob privat oder in staatlich konstruierten Töpfen. Das mag jahrzehntelang gut gehen. Aber droht eine Wirtschaftskrise, zack, ist der Topf leer. Merke: Von solchen Finanzkonstrukten profitieren sicher nur die Anbieter der Fonds. Für die fällt garantiert eine Provision ab.

Ren­ten­an­wär­te­r:in­nen oder Krankenkassenversicherte werden zu Zwangsspekulant:innen. Dabei gäbe es einen Weg, sie vom Risiko zu befreien. Überlasst die Geldspiele den Kapitalisten! Mit etwas Glück und jeder Menge Insiderwissen werden sie unglaublich reich. Nur müsste man ihre Gewinne ebenso fett besteuern. Dann blieben Milliarden für steuerfinanzierte Renten- und Krankenkassen. Und der kranke Kapitalismus wäre wirklich geil.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gereon Asmuth

Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie

Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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32 Kommentare

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  • Herma Huhn

    Kürzlich in einer alten Serie: Ein Mann am (noch riesigen) Handy spricht mit seinem Buchmacher die nächsten Pferdewetten ab.



    Ein Arzt spricht ihn an, ob er an der Börse spekuliert.



    "Nein, an der Börse spekulieren ist Glücksspiel, ich halte mich an Pferdewetten, das ist Wissenschaft"



    Ich denke, der Mann hatte recht.

  • Wanderin

    Und was ist die Konsequenz für die, die mit dem Geld anderer Leute sehr riskant gezockt haben, weils lustig ist und nicht ihr eigenes? Wahrscheinlich keine, darum macht mans ja.

    Das ist eine kleine Nachricht. Aber bei Flüchtlingen wird natürlich seit Jahren ausgiebig über jeden Cent diskutiert, den die zu viel haben könnten.

    • nutzer

      @Wanderin:

      genau so sieht`s aus. Verdienen tun die Akteure am Aktienmarkt, bei fast null Risiko.

  • economista

    Finanzinvestment sollte an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet und nicht "den Kapitalisten" überlassen werden. Die werden dann nämlich noch reicher und alle anderen ärmer. An der Steuerschraube kann auch nur noch gedreht werden, wenn es massive Wegzugsstrafen gibt, die wiederum den Zuzug beschränken und Investoren abschrecken. Aber ich gebe dem Autor recht, dass es in Deutschland genauso kommen wird, eigentlich sogar muss.

  • Perkele

    Aber, aber! Das ist doch der blanke Kommunismus! Wo kommen wir denn hin, wenn man, Zitat: "Nur müsste man ihre Gewinne ebenso fett besteuern." Ich hoffe, dass Du Bio-Deutscher bist, sonst wirst Du bald remigriert.... (Ich käme dann freiwillig mit...)

  • Niclas Grabowski

    Ja, halten Sie denn Staatsanleihen, die bekannteste und liquideste Alternative zu Aktien in Zeiten wild expandierender Staatsverschuldung, für sicherer? Dann vielleicht einfach doch besser Norwegen. Die haben wenigstens Wohnungen zu vermieten, mögen diese auch in Berlin sein.

    • Herma Huhn

      @Niclas Grabowski:

      Kommt auf den Staat an, bei dem die Anleihen gekauft werden. Wenn man natürlich auf die Idee kommt, Geld, das man nicht verlieren darf mit Renditeversprechen im zweistelligen Prozentbereich anzulegen, dann hat man schlicht nicht verstanden, worum es geht. Wenn aber eine Anleihe mit TripleA-Rating und nahezu keiner Rendite ausfällt, haben wir ein ganz anderes Problem auf diesem Planeten als ausfallende Krankenversicherungen.

  • Astrid Sehnefeld

    Also so lange es über 100 gesetzliche Krankenkassen gibt, scheint es kein sooooo schlechtes Feld zu sein 🤷



    Man sollte erstmal die gesetzliche auf eine Kasse zusammenstreichen - oder von mir aus einige wenige wie bei den Privaten.

    • Herma Huhn

      @Astrid Sehnefeld:

      Man sollte gar nichts zusammenstreichen, sondern einfach eine einzige gesetzliche Krankenkasse für alle verpflichtend aufmachen und die bestehenden Unternehmen dürfen dann auf optionaler Basis Zusatzversicherungen verkaufen.

    • nutzer

      @Astrid Sehnefeld:

      es gab enmal viel mehr Krankenkassen in D als heute, damals waren die Kosten im Gesundheitssektorbaber ebenfalls deutlich geringer...



      Dieser monokausale Zusammenhang, weil viele Kassen , deshalb hohe Kosten ist zumindest zu hinterfragen und zu analysieren, aber als Bauchgefühlpolitik ist es natürlich ein super Argument, davon versteht Herr Linneman ja am meisten.

  • Horst Sörens

    Sollte die Wirtschaft komplett vor die Hunde gehen, Also bei breiter Streuung Alle Aktienfonds über einen langen Zeitraum Verluste einfahren, dann ist sowieso alles im Eimer. Dann gibt es auch kein Sozialstaat mehr, weil die Firmen pleite sind und alle arbeitslos. Ich würde mal behaupten, dass sie Krankenkasse hier einfach Pfuscher ans Werk gelassen haben

    • nutzer

      @Horst Sörens:

      also, wenn alle nur richtig anlegen, gibt es keine Verlierer?

  • Herbarius Zunichten

    Aktien sind der einzige Weg sinnvoll an der natürlichen wirtschaftlichen Entwicklung einer Gesellschaft teilzunehmen.



    Wir sollten uns lieber darum kümmern, das der Aktienhandel besser geregelt wird, also weniger Hebelprodukte, weniger Handelszeiten und strengere Kontrollen.



    Weg vom hektischen Kursgeschehen und hin zu Dividenten und langfristigen Entwicklungen.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Es wird immer vorgerechnet, dass Aktien sich doch so viel besser verzinsen als fest angelegtes Kapital.

    Aber dabei wird vergessen, dass ein erheblicher Teil der Aktiengewinne der letzten 20 Jahre darauf beruht, dass Staaten und Zentralbanken riesige Beträge (60.000 Mrd. $!) in die Finanzmärkte gepumpt haben aus Sorge, die würden nach der Lehmann-Pleite sonst zusammenbrechen. Dieses Geld musste dann ja irgendwohin und hat dadurch die Aktienkurse gewaltig nach oben getrieben. Ohne diese 60.000 Mrd. $ sähe die Verzinsung über den Aktienmarkt viel schlechter aus.

    Und noch schlimmer: Wenn die Staaten nicht diese gewaltigen Summen in die Finanzmärkte gepumpt hätten, wären die Aktien vermutlich überhaupt nicht gestiegen, sondern im Gegenteil erst mal ins Bodenlose gefallen. Und wer dann diese Geld für seine Rente gebraucht hätte, hätte dann ziemlich auf dem Trockenen gesessen.

    Im Endeffekt tragen Rentner nun immer das Risiko mit, dass wieder irgendwelche Banken Unsinn bauen und dann die Finanzmärkte kollabieren, weil die Staaten inzwischen kein Geld mehr haben und sich auch nicht mehr leihen können, weil sie inzwischen viel zu verschuldet sind.

  • David Lejdar

    Ja, bei dem Crash 1929, da waren es 25 Jahre bis sich der Marktwert wieder erhohlte. Und da Grundversorung dran zu koppeln, geschweige denn an irgendwelche Deals in wie Seitengasse, kann flott problematisch sein.

    Von der Grundidee finde ich das mit den Aktiengesellschaften aber ziemlich gut, auch weil damit "rumliegendes Geld" eher Anwendung findet, Modelle mögliche wie Mitarbeiter-AG, und gewisses gemeinschaftliches Interesse an Prosperität.

    Im Beispiel, man gründet Staatspost* neu, mit Zuständigkeiten wie für Werbeeinblendungen bei Bürgerforum. Und als AG, da kann man z.B. 10% der Aktien auf Markt anbieten, und sich somit etwas Kapital für Betriebsinvestitionen holen. Oder z.B. Staatsfond, der bei Handelspartner in Afrika direkt in paar Dinge investiert, wie Bahnstrecke und in lokale Minengesellschaft und Weiterverarbeitung - was dann auch mit Stärkung der Währung eingeht, und solide Rendite.

    * de.wikipedia.org/w...rken_Preu%C3%9Fens

    • nutzer

      @David Lejdar:

      genau deshalb wurde auch die umlagefinanzierte Rente eingeführt, weil die damaligen Akteure, dieses Beispiel noch vor Augen hatten.



      Heute ist es aus dem kollektivem Gedächtnis verschwunden,

  • Andreas_2020

    Die Krankenkassen haben sehr ungeniert auf Verius investiert und gedacht, dass sie an Immobilienmarkt mal schnell dicke Gewinne machen können. Verius ist nicht per se kriminell oder sittewittrig, aber das Investment war von Anfang an auf einen sehr volatilen, riskanen Markt ausgerichtet. Und das ist dann sehr schwer zu verstehen, warum Menschen, die professionell anlegen, diese Risiken gar nicht erkennen konnten. Noch besser ist aber, dass den Krankenkassen die Immobilien nicht mal gehören, sondern ihnen gehören stark an Wert reduzierte Anteile an Gesellschaften, die wahrscheinlich mehr Außenstände als Einlagen haben, sprich in der Schieflage sind.



    Dabei hätten sie auch einfach auf Index-ETFs setzen können und hätten sehr überschaubare Risiken gehabt, aber eben niedrigere Erwartungen an den Gewinn.



    Grundsätzlich ist dieses Vorgehen bei Krankenkassen extrem risikoreich und sollte nicht möglich sein. Ich bin direkt dagegen, dass Krankenkassen die Erlaubnis haben, Beiträge für Investments zu verwenden.

  • Ingo Bernable

    Kann man wirklich annehmen, dass man Krankenversicherung und Rente gegen die Auswirkungen einer schweren Wirtschaftskrise absichern kann indem man ihre Finanzierung auf die Profitbesteuerung der Kapitalisten umstellt? Nichts gegen hohe Steuern für Menschen mit hohen Kapitaleinkommen, aber so wirklich zu Ende gedacht scheint mir das nicht.

  • Grenzgänger

    Zitat aus dem tagesschau-Artikel:

    '"Wer da richtig hingeschaut hätte, der hätte gesehen, dass das kein sicheres Investment sein konnte", sagt Rechtsanwalt Große Vorholt. Doch viele Krankenkassen hat das offenbar nicht davon abgehalten zu investieren.'







    Nennt doch einfach die Namen dieser 12 Krankenkassen und räumt ihren Mitgliedern ein sofortiges Sonderkündigungsrecht wegen Veruntreuung von Beitragsgeldern ein.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Es ist doch einfach. Wer hat erlaubt, dass die Krankenkassen mit Beitragsgeldern zocken? Wer muß also für den Schaden gerade stehen?

  • nutzer

    Es ist eigentlich ganz simple auf die Erkenntnis herunterzubrechen, wo Gewinner sind müssen auch Verlierer sein, sonst gäbe es keine Gewinner....



    Macht man nun ganze Gesellschaften zu Spekulanten können nicht alle gewinnen, es muß auch Verlierer geben. irgendwer muss die Gewinne real erwirtschaften und muß um seinen erwirtschaften Mehrwert gebracht werden, sonst geht es nicht auf.



    Das viel zitierte Beispiel der erfolgreichen skandinavischen Rentenfonds, die uns als Vorbild vorgehalten werden klappt u.a. nur, weil z.B. berliner Mieter die Gewinne dieser Aktienfonds erbringen.



    Dass alle über hohe Mieten klagen ist auch eine Binse, aber u.a. auch eine Folge dieser Wirtschaftsform.

    • economista

      @nutzer:

      Die EZB hat mit ihrer Zinspolitik, insbesondere dem direkten Ankauf von Staatsanleihem wesentlich dazu beigetragen, die Europäer zu Spekulanten zu machen. Wer sein Geld auf der Bank lässt, es in Lebensversicherungen oder Bundesobligationen anlegt, verliert garantiert. Breit gestreute Aktienfonds hingegen sind verhältnismäßig sicher.

      • nutzer

        @economista:

        ? und was hat das damit zu tun?



        Geld wächst nicht am Aktienmarkt, das muß irgendwo real erwirtschaftet werden, damit Dividenden ausgeschüttet werden können, muß es dort in der Realwirtschaft abgezweigt werden. Es können nicht alle gewinnen, es können auch nicht alle mehr Geld erspekulieren. Irgendwer muss das Geld auch hergeben.

    • Herbarius Zunichten

      @nutzer:

      "wo Gewinner sind müssen auch Verlierer sein, sonst gäbe es keine Gewinner...."

      Da ist sie wieder, die drollige Annahme, das Wirtschaft ein Nullsummenspiel ist.

      • nutzer

        @Herbarius Zunichten:

        Drollig, nicht wahr? Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel, Wirtschaft kann wachsen durch kreditgestütze Investitionen, die das geschöpfte Geld durch reale Werte unterlegen.



        Die Weltwirtschaft ist in Gänze gesehen allerdings ein Nullsummenspiel.



        Sie sind also der Meinung das Geld kommt aus dem Finanzsektor und kann beliebig verteilt werden? Das finde ich ebenfalls drollig, geradezu dadaistisch.

    • uwe

      @nutzer:

      "Es ist eigentlich ganz simple auf die Erkenntnis herunterzubrechen, wo Gewinner sind müssen auch Verlierer sein, sonst gäbe es keine Gewinner...."

      Korrekt für geschlossene, statische Märkte. Z.B. Lotto.

      Nicht korrekt für offene, wachsende Märkte. Z.B. Wirtschaft. Denn da gibt es zusätzlich den Mehrwert zu verteilen.

      "Dass alle über hohe Mieten klagen ist auch eine Binse, aber u.a. auch eine Folge dieser Wirtschaftsform."

      Hohe Mieten sind Folge geringen Angebots. Und das ist wiederum Folge fehlenden Neubaus - der Totregulierung des Wohnungsmarktes zum Schutz der Mieter geschuldet ist. Warum sollte der Private oder der Konzern in Immos investieren, wenn es an Rendite und zuverlässigen Randbedinungen mangelt.

      Und der Staat fällt aus dafür, der hat u.a. in Berlin bewiesen, dass er das nicht kann.

      • nutzer

        @uwe:

        "Korrekt für geschlossene, statische Märkte. Z.B. Lotto."



        Das verwundert, es gibt keine geschlossenen Märkte, die Weltwirtschaft ist der einzig geschlossene Markt, aus dem kommen wir nicht raus und der ist ein Nullsummenspiel.



        Das beinhaltet aber auch dass wenn wir hier Geld aus Aktien ziehen wollen, es irgendwo erwirtschaftet werden musste, im besten Fall sind wir hier in Dtl alle auf der Gewinnerseite, dann sind die Verlierer aber einfach nur nicht sichtbar, weil sie im Ausland zu verorten sind.



        Wo her stammt aus Ihrer Sicht das Geld das aus dem Aktienmarkt ausgeschüttet wird?



        und, Mieten sind mitnichten so hoch, weil es einen Mangel gibt, es wird durch Vermieter aktiv in die Höhe getrieben, weil man es kann und Mieter müssen, es gibt nämlich keine Alternative zum wohnen, man muß, ob man will oder nicht...



        Auch auf dem Land sind Mieten gestiegen, da wo es wenig Nachfrage gibt. Es sind auch nicht die privaten Vermieter die diesen Aufwärtstrend setzen, es sind die großen institutionellen Anleger, die als Vermieter diese Macht haben die Mieten zu treiben. Und hinter diesen stehen eben z.B., die skand. Rentenfonds.

    • mm83

      @nutzer:

      Die alte Leier vom Kapitalismus als Nullsummenspiel. Nur ein Wort: "Wertschöpfung". Schonmal gehört?

      • nutzer

        @mm83:

        Ja und diese Wertschöpfung durch Arbeit wird durch Geldschöpfung hinterlegt, So entsteht Wachstum.



        Im Finanzsektor findet eben keine Wertschöpfung statt, dort wird Wertschöpfung abgeschöpft.

    • Machiavelli

      @nutzer:

      Muss Deutschland halt schlau sein und dafür sorgen das die Verlierer woanders sitzen. Aufgabe deutscher Parlamentarier ist es nicht das Paradies auf Erden zu schaffen sondern dem deutschen Volk zu dienen. Das machen die Schweden mit ihrem System schon ganz richtig.

      • nutzer

        @Machiavelli:

        So machen wir das doch schon seit Jahrzehnten, wir sparen und exportieren, das Ausland darf unser Waren kaufen.



        Sicher, es geht darum dem eigenen Laden zu dienen, aber es muss dennoch fair zugehen.



        Dass Kolonialismus durchweg als negativ akzeptiert wird, die finanzielle Ausbeutung des Auslands aber als progressiv wahrgenommen wird ist echt eine interessante Beobachtung.

  • A.S.

    Wer hat denen das erlaubt? Hausdurchsuchung, Pfändung bei allen Vorständen!