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CDU und Personalplanung Merkel brauchte 16 Jahre, Merz reichen 14 Monate

Cem-Odos Güler

Kommentar von

Cem-Odos Güler

Der Kanzler entkernt seine Partei, nur anders als einst die Kanzlerin. Den Kritikern hat er nichts anzubieten außer Durchhalteparolen.

N achdem die CDU die Bundestagswahl 2021 verloren hatte und in eine bemerkenswert harte Auseinandersetzung mit sich selbst trat, lautete der zentrale Befund: Die Partei wurde nach Jahren der Verwaltung unter Angela Merkel inhaltlich so entkernt, dass man niemandem mehr erklären kann, wofür die CDU eigentlich steht. Der Abgrund, der sich dieser Tage zwischen der Partei und ihrem Chef Friedrich Merz auftut, deutet auf eine Neuauflage dieses Problems hin. Nur vordergründig ging es bei der Kritik, die sich aus der CDU am Kanzler entladen hat, um den chaotischen Regierungsumbau.

Vielmehr schaffte Merz in 14 Monaten das, wofür Angela Merkel einst 16 Jahre brauchte: Er hat die CDU durch die Aufweichung der Schuldenbremse in einer zentralen Frage entkernt, ohne dass er erklären kann, warum sich ein Wirtschaftswachstum trotz Investitionen nicht abzeichnet.

Wer kann es den CDUlern in den Kreisverbänden verübeln, wenn da Gedanken voller Selbstmitleid aufkommen: Erst hat sich die Merz-Mannschaft von einer geschrumpften SPD bei der Regierungsbildung über den Tisch ziehen lassen, und nun scheint das gemeinsame Regierungsprojekt nur darin zu bestehen, mit den SPDlern den Negativrekorden in den Umfragen hinterherzuhecheln.

Nach dem chaotischen Umbau von Kabinett, Fraktion und Partei ergoss sich über den Bundeskanzler eine Kaskade der Kritik: Mit jeder Nachricht wurden die Anschuldigungen härter. Dem Kanzler wurden sogar die Leviten gelesen; er könne die Bundesregierung nicht so führen wie eine Firma, soll der Bremer Landesvorsitzende Heiko Strohmann in der CDU-Vorstandssitzung gegiftet haben. Am Ende schien es so, als könnten die Anschuldigungen eine solche Eigendynamik entfalten, dass der Kanzler noch darüber stürzt.

Eine verstolperte Kabinettsumbildung

Die massive Kritik an der Personalplanung von Merz lässt Zweifel daran aufkommen, wie regierungsfähig die Union unter ihm ist. Schlimmer als die interne Auseinandersetzung, die für die CDU ja auch fruchtbar sein könnte, wiegt für den Kanzler, dass die Anschuldigungen so bereitwillig in die Öffentlichkeit getragen wurden. Die verstolperte Kabinettsumbildung rief in der CDU erstmals diejenigen auf den Plan, die Merz als Bundeskanzler mit einem Schubser auch über die Böschung befördern würden.

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Mit dem glimpflichen Ausgang der Sonderfraktionssitzung der Union am Mittwoch konnte Merz seine Kritiker vorerst besänftigen. Das Wahlergebnis von mehr als 90 Prozent für den Merz-Vertrauten und ehemaligen Kanzleramtschef Thorsten Frei als Fraktionsvorsitzenden sicherte dem Bundeskanzler zumindest den Sommerurlaub, den er nun antrat. Auch wenn er damit den Kabinettsumbau nach seinen Vorstellungen und in seiner ruppigen Art über die Bühne brachte: Merz zahlt einen hohen Preis dafür, denn er ist fortan angezählt.

Gedankenspiele über eine Zukunft der CDU ohne Merz verheißen nichts Gutes

Gedankenspiele über eine Zukunft der CDU ohne Merz verheißen nichts Gutes, denn sie bergen die Gefahr von Kurzschlussreaktionen und einer weiteren Öffnung der Partei nach rechts außen – in der Hoffnung auf billige Beliebtheit. Das Glaubwürdigkeitsproblem, in das Merz seine Partei manövrierte, erfordert dagegen eine differenziertere Lösung. Denn der Kanzler brachte eben nicht Wirtschaftswachstum und solide Staatsfinanzen über das Land. Seine Regierung verantwortet im Gegenteil einen riesigen Schuldenberg und Sozialkürzungen, die nicht Wachstum, sondern Abstiegsängste in der Mittelschicht befeuern.

Besonders prekär ist die Lage im Osten

Mit dieser Politik bringt der Kanzler derzeit die halbe Gesellschaft, das gesamte Spektrum der CDU – vom Arbeitnehmer- bis zum Wirtschaftslager – gegen sich auf. Den Kritikern hat das gerupfte Merz-Lager aber nichts anzubieten außer Durchhalteparolen. Das reicht vor allem den Landesverbänden im Osten nicht mehr aus, die sich auch von Merz’ Personalrochaden übergangen fühlen.

Ihrem Frust machten die CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Luft, indem sie Merz’ Regierung zu den geplanten Sozialreformen vorwarfen, die Situation im Osten nicht genug zu beachten. Das Abschneiden der CDU bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wird damit auch Merz in Rechnung gestellt werden. Es ist unklar, ob der Kanzler sie noch bezahlen kann.

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Cem-Odos Güler

Cem-Odos Güler Redakteur

Berichtet seit 2023 als Korrespondent im Parlamentsbüro der taz über Verteidigungsthemen und die SPD. Studium der Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Köln, Moskau und London.
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35 Kommentare

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  • Wie soll die Wirtschaft wachsen, wenn man Konsumenten vergrault, abschiebt und mit immer höheren Hürden abschreckt. Wenn man verhindert, das bereits angekommene Konsumenten ihre Familien und damit noch mehr Konsumenten nachholen können.

    Die Idee, dass der vorhandene Stamm an Konsumenten durch Zuwachs an Wirtschaftskraft mehr Konsum erzeugt ist irrig. Wir sind eine Gesellschaft der gesättigten Märkte für einheimische Produkte. Die zusätzliche Wertschöpfung fließt in Wegwerfprodukte, die importiert werden. Wachstum ist nur durch Zuwanderung möglich. Die derzeitige Idee des zusätzlichen quatitaiven individuellen Wachstums, symbolisiert im Drittauto, ist ein Irrweg, den die Gesellschaft auch schon verworfen hat.

  • Der Kanzler entkernt seine Partei, nur anders als einst die Kanzlerin. Den Kritikern hat er nichts anzubieten außer Durchhalteparolen.



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    Unser "Sauerland Fritz" ist im doppelten Wortsinn leider "dritte Wahl"!



    Vor seinem Amtsantritt gab es das Gerücht "Er kann's nicht!" Heute scheint das "evident belegt" zu sein.



    Btw. Jeder kann "in diesem unserem Lande" Politiker werden, sogar Minister, auch Bundeskanzler!



    Doch "Erfahrung" ist auch in diesen Positionen ausschließlich durch "Erfahrung" zu ersetzen.



    UND "Erfahrung zu sammeln" braucht "Zeit" & den Mut, den Charakter aus unvermeidbaren "Fehlern" zu lernen"!



    Ps. Ob das ein 70 Jahre alter Wirtschaftsjurist noch kann?



    Siehe dazu die "reale Politik" der BuReg, die sich wohl nicht nur mMn. weit von "Realpolitik" entfernt zu haben scheint!

  • Das Problem ist eigentlich:

    Warum schafft es die Christdemokratie nicht mehr, ein konservatives, die Vermögenden und das alte Geld schützendes, jedoch breiten Bevölkerungsschichten nutzendes Programm umzusetzen, wie Erhardts "Wohlstand für Alle"?

    Das führt zu der Erklärung, wie verzweifelt die Union gewesen sein muss, dass sie den beiden wirtschaftsliberalen Dampfplauderern Merz und Linnemann eine Chance gab.

    • @Stavros:

      Die Zeiten haben sich grundlegend verändert, Konservatismus erzeugt eher das Gegenteil.Die technologischen Sprünge der letzten 25 Jahre sind für die Bewahrer der guten alten Zeit der Anfang vom Ende. Merkel konnte noch mit der Akzentuierung der programmatischen Unschärfe, viele Negativentwicklungen und Fehleentscheidungen maskieren, die jetzt immer deutlicher zu Tage treten.

      Leider haben sich die Deutschen für Merz entschieden, in genau dieser Zeit, in der die Weichen für die Zukunft gestellt werden sollten( KI,Robotik, Biosynthetik,Quantencomputing).

    • @Stavros:

      Ihre Frage ist ziemlich leicht zu beantworten, aufgrund des technologischen Wandels seit dem Millenial Anfang hat dazu geführt das Konservatismus genau das Gegenteil erzeugt. Dies werden die Konservativen erst verstehen wenn.es.zu spät ist.

    • @Stavros:

      Dafür müsste den Ökonomen selbst erst einmal bewusst werden, dass es einen Unterschied zwischen Ordoliberalismus und Neoliberalismus gibt.



      Die ursprünglichen Gedanken hinter Erhards Politik würden sicherlich der CDU wieder ganz gut stehen, so erfolgreich wie damals wird sie trotzdem nicht nochmal werden. Das deutsche Wirtschaftswunder entzündete sich nicht an der "richtigen" Politik, sondern an der Tatsache, dass das Land in Schutt und Asche lag und sowohl Handwerk als auch Produktion sich über das Füllen ihrer Auftragsbücher keine Sorgen machen mussten.



      Das darf man natürlich nicht zu laut sagen, denn es gibt wirklich Leute, die glauben daran, dass es nur mal wieder einen deftigen Krieg geben müsste, damit die Wirtschaft wieder florieren kann.

      • @Herma Huhn:

        Ich stimme Ihnen zu, was den Unterschied zwischen Ordo- und Neoliberalismus anbelangt.

        Deutschland hat Ressourcen, (immer noch) Infrastruktur und Chancen, von denen andere Länder nur träumen können. Natürlich war die Zeit nach dem Krieg eine wirtschaftliche Sonderperiode und in einer gesättigten Volkswirtschaft sind Wachstumsraten wie in Schwellenländern unrealistisch.

        Was mir fehlt, ist eine Christdemokratie, die auf der Basis ihrer politischen Überzeugungen die ganze Bevölkerung im Blick hat. Dasselbe gilt auch für die Sozialdemokratie.

  • Es gibt ernsthafte Probleme - in Spanien, Frankreich und Portugal brennt es. Die Temperaturen steigen. Viele Menschen sind einfach damit beschäftigt, irgendwie bis zum Monatsende über die Runden zu kommen. CDU, SPD, Grüne ... es ist eine Systemfrage. Mit irgendwelchem Hokuspokus und Flitterkram zur Volksbelustigung wird sich nichts ändern. Vermutlich wird die AfD in Mecklenburg und Sachsen-Anhalt das Rennen machen. Heilsbringer Siegmund, der jetzt schon familiär tief in der Selbstbereicherung via Staat steckt, soll's richten. Das ist alles ein derartiger Humbug und trägt in keiner Weise zur Lösung anstehender Probleme bei.

  • Man merk(el)t wirklich, dass "Normalos" bis "Armos", die nach finanzieller Schichtenzugehörigkeit Breite der Bevölkerung, nicht mehr vertreten wird. Demokratie ist auch etwas zum Hinschauen, "Liveacts", dem Bilden von Vertrauen durch Gleiche. Dies ist mit "Merzens", "Reiches" und zum Beispiel "Connemännchens" nicht mehr möglich.

  • Das Schlimme ist ja, dass Merz und die CDU kein Konzept hat, was sie mit der Regierung anfangen will, außer Gesetze rückgängig machen, die irgendwie links sind. Und vielleicht noch ihren großen Lobbypartnern zu gefallen sein. Es gibt keine Idee wie die großen Probleme angegangen werden sollen, weder beim Klimaschutz, noch bei den diversen Investitionsstaus, noch beim Gesundheitssystem, noch bei den Schulen, noch bei den Universitäten, noch bei der Schieflage des Verhältnisses von Bund, Ländern und Kommunen. Für die Wähler wird alles nur unbequemer und teurer und teilweise existenzbedrohend (und zwar wortwörtlich, wenn man keinen Arzttermin bekommt).

  • Ein Zurück in die 1980er von Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble hatten sich die Regionalfürst:innen der Union durch Merz erhofft.



    Schwarze Kassen, der Staat als Beute (von Adenauer bis heute). Und dann kommt die Erkenntnis, dass sie einen Regierungs-Azubi zum Kanzler gemacht haben.



    Rettung bringt Peter Unfried, der den Grünen und Sozen erklärt, dass sie mal ihr Anti aufgeben sollen und den Mitte-Merz unterstützen müssen. Vllt. klappt das ja.



    taz.de/Erhalt-der-...erkommen/!6195072/

    • @Mondschaf26:

      GRÜNE und Sozen werden hoffentlich ihr "Anti" solange nicht aufgeben, als die lobbyorientierte, Ideologiepolitik ausschließlich auf die Erfolge der Wirtschaft fixiert ist und das alles von denen getragen werden soll, die ohnehin die Schwächsten sind.

    • @Mondschaf26:

      Schonn - aber das langt leider nichemal zum

      kl. - DLRG - Rettungschein - wa! 🥹🤣 🏊🏊‍♀️🏊‍♂️



      Da kannste das alles gern aber vergeblich



      Mit noch so vielen seiner Weltpolitiker - 🎣🚖



      AnHabeckieren! 🤿🛟 Newahr



      Normal

      ps wisch mir immer noch btw die Lachtränen 😹🤣 🆎 - manche sind einfach unbezahlbar •

  • "Merkel brauchte 16 Jahre, Merz reichen 14 Monate":

    Vielleicht will er jetzt, nachdem er mit 70 Jahren die Mühen der Ebene erfahren musste, die ganze Sache einfach möglichst schnell hinter sich bringen.

  • Merz vs Angie? - 🍏 🍏🍎🍏 vs 🍐🍐🍐🍐 -



    Egal was - vergiss es •

    Das bezeichnenderweise Schäuble-Protegé -



    (remember “…wer anderes von mir verlangt -



    (Art 65! GG) dann tret ich zurück!“)taz-buddy😮



    FritzeMerz - ist innerlich nie - “Sauerland ist Powerland!“ - über Unterprima-Hohlheit zur CDU hinausgekommen!



    Genau das aber schlägt via suboptimal plus



    Taube🥜 & lobbygtrieben voll durch - in turbo mit seinen evidenten 💦 etc Charaktermängeln:



    satt zu Buche! Woll -



    Volkers🫦“Voll dem Faß die 👑 ins Gesicht“ •

    kurz - das alles reicheangereichert;)(( 🤑🤮



    Mit Angie in Action - Zéro Null,nüscht ze donn •

  • Merz hat sich ja nicht an die Macht geputscht, sondern wurde sehenden Auges demokratisch ins Amt gewählt.



    Dabei sollte eigentlich jedem und jeder anhand seiner Vita, seines Populismus und seiner oft genug zutage getretenen Rückständigkeit in jeder Hinsicht klar gewesen sein, was von ihm zu erwarten war und genau das bekommen wir jetzt, ob gewollt oder nicht.

  • Besonders schwer dürfte wiegen, dass sich auch der größte Teil der bürgerlichen Medien von Merz abwendet.

    Ich gehe davon aus, dass wir ohne ein Wunder bei den Wahlen im Herbst spätestens Anfang nächsten Jahres einen neuen Kanzler bekommen. Nötig wäre es.

  • Es fehlt irgendwas, an das man glauben könnte. Nicht nur bei Merz und der cdu - sondern bei allen Parteien von der cdu bis zur Linken.

  • Ich interessiere mich eigentlich nicht für CDU Themen.

    Wenn aber vor drei wichtigen Landtagswahlen den Rechtsaußenparteien die Türen so sperrangelweit aufgemacht werden, ich bin nicht ängstlich , fürchte auch ich mich.

    Ich meine damit :

    Gesundheitspolitik betrifft jeden, besonders die gesetzlich Versicherten, dazu braucht man einen Minister, der sich auskennt.

    45 Beitragsjahre vor 66 hat man nur, wenn man mit 15 bis 20 angefangen hat zu arbeiten, wenn man mit 60+ nicht mehr kann/will, soll man noch mit Abzügen bestraft werden ?

    Warum wird ein Verkehrsminister entlassen, unter dem die Bahn sich gerade erholt ? .....

    • @Hans - Friedrich Bär:

      Herr Bär jetzt lesen Sie Ihren Kommentar noch einmal rückwärts, und dann haben Sie die Antwort:

      Der Verkehrsminister wird entlassen - weil kann ja was.



      Der Gesundheitsminister darf mal - weil kann ja nix.

      So um Weihnachten, bekommen wir dann wohl den Verkehrsminister als Gesundheitsminister - und Herrn Linnemann hoffentlich - ganz geschenkt.

      Geduld bitte!

      • @Altbayer:

        Danke für die Antwort.



        Wir gründen die PPP, die Politische Palindrom Partei unter dem Motto : "Rückwärts ist Vorwarts".



        Ich habe ja Sinn für Ironie, will ihn aber nicht auf die Politik anwenden. In der Politik geht´s um was, direkt, ganz konkret ohne Ausreden, kein Theater.



        Ich kann mir was anderes nicht mehr schönreden, dass Politiker sich verhalten als ging´s um nichts, als hätten sie keine Verantwortung für lebende Menschen, die unvergesslichen 5.000 Helme. Jede Ansammlung lebender Menschen (Gesellschaft) hat da eine obere Toleranzgrenze.



        Danke, dass Sie sich damit beschäftigt haben, bewundere Ihren Optimismus.

        Mit dem Tipp "Der heimliche Wahlsieger" von Siegfried Lenz, würde ich mich für ihre Zuschrift bedanken wollen.

  • Die CDU hat momentan nur noch einen einzigen Zweck, das Auffangbecken für Wähler zu sein, die nicht die Linken ( SPD/Grüne/Linke) oder die Rechten (AfD) wählen wollen.

    • @Donni:

      Gerade als dieses Auffangbecken hätte sie aber die Verantwortung, die Wähler nicht zur AfD durchfallen zu lassen. Mit der derzeitigen Politik macht sie eher den Eindruck eines Ringes, statt eines Beckens.

  • Ja und Nein



    Kanzlerin Merkel ist nicht abgewählt worden,



    es war der Kandidat Armin Laschet, der mit seinem Unvermögen eine Hauptverantwortung für die verlorene Wahl stand.



    Merz "Idee" war, die CDU wieder in die 90er Jahre zurück zu führen und Alles, womit die GroKo unter Merkel stand, auf den Kopf zu stellen.



    Wie verlogen das ist, zeigt sich an Personen wie Jens Spahn.



    Der "Rechtsruck" in der Union förderte sehr Rechte wie Dobrindt zutage.



    Außerdem Lobbyistinnen wie Reiche, die nicht zum Wohle des Landes handelt.



    Es gibt noch weitere Beispiele, der Widerspruch ist allerdings, dass Merz eine 16 Jahre erfahrene Mannschaft austauschte und mit einem Haufen Unqualifizierter auftrat.



    Das schließt ihn selbst mit ein, wie er täglich demonstriert.



    Merkel war von Vielen, auch Jenseits der Parteifamilie, geschätzt.



    Sie verstand Moderation.



    Merz ist aus einer Kränkung heraus Kanzlerkandidat geworden und es zeigt sich, er ist der Rolle nicht gewachsen.



    Er ist derart unbeliebt, dass sich nun sogar CDU Mitglieder trauen, ihn zu kritisieren.



    Das ist in der Union ein bemerkenswerter Vorgang, schließlich ist die die Partei der Opportunisten.



    Es wäre wirklich möglich, dass er früher gehen muss.

    • @Philippo1000:

      Es ist Physik / Vektorrechnung : Wenn man sich die Resultierende wegdenkt bleiben die Komponenten, von denen keine größer sein kann als die Resultierende.

  • Es waren auch maßgeblich die CDU Ostverbände die sich vom autoritären Merz eine Wende versprachen, das Streicheln der Volksseele durch Bedienen von Bauchgefühlen. Dass genau jene jetzt jammern, war abzusehen… Mit neoliberal bekämpft man eben keine Abstiegsängste, auch wenn jene Betroffenen im Affekt genau nach dieser Politik lechzen...

    • @nutzer:

      Genau dieser Hinweis ist es, der im Kommentar noch fehlt. Danke.



      A. Merkel wußte noch, wie sie ihren ostdeutschen Landsleuten neoliberale Politik („marktkonforme Demokratie“) so verkauft, daß die sich schlimmstenfalls über eine vermeintliche Sozialdemokratisierung aufregen.



      F. Merz trat mit dem Versprechen an, dieses Mäntelchen abzulegen, und wieder zum Wesenskern der Union zurückzukehren: einer Wirtschaftspolitik, die allein dem Kapital verpflichtet ist, und perfekt von K. Reiche verkörpert wird (die muß ihren Posten nicht verlassen, trotz ihrer Unbeliebtheit). Den sozialdemokratischen Schleiertanz überläßt er ganz der SPD.

    • @nutzer:

      Nein das erhofften nicht nur die CDU Ostverbände.



      Die gesamte Union saß vor der Wahl 2025 bei Lanz und Co und versprach immer wieder: es wird keine Steuererhöhungen geben, die Steuern müssen runter. Dazu keine neuen Schulden.



      Söder, Amthor, Merz, alle saßen sie und versprachen es.



      Es gab extrem viele Wähler die gesagt haben: ein letztes Mal wähle ich Union, aber wenn der Merz nicht hält was er verspricht, wars das.



      Und was macht Merz?



      Das größte Schuldenpaket ever. Steckt das Geld zu allem Überfluss nicht in den Mittelstand. Gleichzeitig gibt es keine Steuerentlastungen und Sozialabgaben steigen ins Unermessliche - das sind gefühlt Steuererhöhungen.



      Oh Wunder hat die Union in Umfragen 25% ihrer Wähler seit der Bundestagswahl verloren - und wenn man sich die Balken ansieht, weiß man genau wohin die meisten von denen gelaufen sind.



      Und es wird so weitergehen, so lange Merz das genaue Gegenteil tut von dem was er versprochen hat.



      Wähler haben heute kaum mehr Parteibindung - wer das Gegenteil von dem macht, was er versprochen hat, wird abgewählt.



      Eigentlich hätte die Union das vom Niedergang der SPD wissen müssen, aber sie machen die gleichen Fehler🤷



      Die AfD freuts.

      • @Astrid Sehnefeld:

        "...Sozialabgaben steigen ins Unermessliche..."

        Leider ist es ebnen auch so, dass solche unsachlichen Parolen die Stimmung im Land prägen.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Möchte ich zustimmen. Die Sozialabgaben sind weniger gestiegen als die Inflation, z.B. 01.01.26 Krankenkassenzusatzbeträge von 2,5 auf 2,9% .



          Außerdem sind "Sozialabgaben" keine "Abgaben" wie die Grundsteuer sondern Versicherungsbeiträge, offiziell "Sozialversicherungsbeiträge", über deren Verwendung man/frau außerdem via Sozialwahl mitbestimmen kann.



          Richtig ist :



          Die Sozialversicherungen hatten zu viel Geld und deswegen letztes Jahr 170 Mio verspekuliert, weil die Vertreter der Versicherten in den Aufsichtsräten das erlaubt haben.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          >unsachlichen Parolen <

          1000€ im Monat für die GKV u.a. weil die Kosten für Bürgergeldempfänger nicht vom Staat getragen werden. Herr Merz - privatversichert - zahlt nichts.



          .



          wirklich sehr unsachlich.

          • @test_name:

            Nicht ganz :



            Wenn Sie privat krankenversichert sind zahlen Sie für sich alleine , im Alter von Herrn Merz, ca 900€/ Monat + für jedes Familienmitgelid ähnlich.

            Wenn Sie über der Beitragsbemesssungsgrenze sind zahlen Sie in der GKV zwischen 982 und 1017 für sich und die ganze Familie (noch).

            www.bundesgesundhe...erium.de/beitraege

            Derzeit zahlen die gesetzlich Versicherten die Krankenversicherung der Bezieher von Grundsicherung alleine. Da haben Sie aktuell recht.



            Absehbar wird sich das ändern weil die GKV dagegen geklagt hat, so dass der Staat (alle) und nicht nur die GKV bezahlt , und ggf. der GKV auch rückerstatten muss.

          • @test_name:

            Genau was ich meine. Da ist nichts "unermesslich". Das ist ein normaler Teil des Einkommens. In Ihrem Fall eines weit mehr als durchschnittlichen Einkommens.

            Genau genommen kommt man nur auf diesen Betrag, wenn man den Arbeitgeberanteil dazu rechnet.

  • Meine Erwartungen an den Kanzler waren eigentlich nur die, dass er den Ernst der Lage erkennt und zumindest mit seinem Wahlverein soweit im Einklang ist, das diese es auch erkennen.

  • Das muss ein sehr merkwürdiger Tisch sein, über den die cdU die sPD gezogen haben soll. Denn die sPD wurde von der csdU ebenso über diesen gezogen. Komisch. Und wofür die cdU steht? Glasklar: für die Profite der Wirtschaft, die Reichen und Superreichen und sonst nix.