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Artemis 2An der Realität vorbeigeflogen

Kommentar von

Evke Bakker

Rund 90 Milliarden US-Dollar kostete die Reise zum Mond. Das ist dreimal so viel, wie man bräuchte, um für ein Jahr den Welthunger zu stoppen.

Ganz schön aufwändig: Um zu fotografieren, wie die Erde hinter dem Mond untergeht, muss man 400.000 Kilometer weit reisen Foto: Uncredited/NASA´/ap/dpa

L a li lu, die Crew der Artemis 2, ist gelandet. Zwar haben sie keine bahnbrechenden Erkenntnisse mitgebracht. Aber dafür Daten für den Bau einer Mondbasis und dazu eine gesunde Portion Erdpatriotismus. Im Zweifelsfall würde man sich immer für unseren Planeten entscheiden, hieß es.

Weltraumreisende betonen wiederholt, wie zerbrechlich unsere Erde doch ist. Wladimir Kowaljonok hat erst im All realisiert, dass wir alle im selben Boot sitzen. Der Preis für solche interstellaren Erkenntnisse ist hoch. Das Artemis-Programm inklusive der letzten Spritztour zum Mond hat bislang mehr als 90 Milliarden US-Dollar gekostet. Auch Deutschland investiert enthusiastische Milliardensummen in die europäische Raumfahrt. Doch ironischerweise schaffen wir es nicht, diese teuren Weisheiten zu befolgen.

Das könnte daran liegen, dass man vom All aus zwar die Golden Gate Bridge sehen kann, nicht aber hungernde Kinder im Sudan oder zerbombte Schulen in Gaza. Wie viele andere Industrienationen ist Deutschland gerade erneut daran gescheitert, seine versprochene Summe in Entwicklungsarbeit zu investieren. Gleichzeitig werden Klimabudgets geschreddert, wird Kriegen und humanitären Krisen der Rücken zugekehrt. Um den Welthunger zu stoppen, bräuchte man laut Oxfam 30 Milliarden US-Dollar jährlich.

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Doch die feuern wir lieber ins All, in der Hoffnung, dass uns der Blick von oben klüger macht. Oder einfach, weil Sterngucken so schön ist. Die Raumfahrt sei ein bewährtes Mittel für die Menschheit, „erwachsen zu werden“, sagte ein Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zur taz. Aber ist nicht ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens, die eigenen Probleme lösen zu lernen und nicht vor ihnen wegzulaufen? Vor allem nicht bis zum Mond. Den haben wir Menschen übrigens längst mit unserem Scheiß behelligt.

Buchstäblich: Neil Armstrong und seine Crew ließen auf ihrer Mission 96 Beutel mit menschlichem Kot, Urin und Erbrochenem auf dem Mond, die dort auf tapfere Mond­fah­re­r:in­nen warten. Wer die dann beseitigen darf, steht noch in den Sternen.

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38 Kommentare

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  • Die Mittel für die Beseitigung des Welthungers könnte man mit oder ohne diese Mondmission aufbringen. Die Mittel sind dabei aber auch nicht das Problem, im Gegensatz zum Egoismus einiger Parteien... Übrigens haben die USA in den letzten Jahren JEDES JAHR über 900 Milliarden US-Dollar in ihr Militär investiert! Und da finde ich eine Mondmission doch deutlich sinnvoller als irgendwelche Technik zum Töten und einschüchtern die HOFFENTLICH niemals zum Einsatz kommt und dann irgendwann ungenutzt verschrottet wird...

  • Andersrum gefragt: Wenn wir kollektiv 90 Milliarden in die Hand nehmen um für ein Jahr den Welthunger zu stillen, wo sollten die herkommen?

    Und da ist die Nasa echt das erste was ihnen einfällt?

  • Super Artikel. Danke Evke, Danke TAZ

  • Finde das ein ziemlich unglückliches framing. Ja, Raumfahrt ist teuer. Aber wenn wir schon Wunschprogram machen, wo gestrichen wird, warum nicht bei Dingen streichen, die intrinsisch nicht passieren sollten?

    Der Irankrieg ist *noch viel* teurer und macht die Welt aktiv schlechter. Oder wir könnten ICE streichen.

    Von den US budget Ausgaben die ich streichen würde, wenn ich könnte, wäre NASA schon echt im unteren Drittel. Ich bin kein fan von Artemis (es ist mMn primär faschistische US Propaganda), aber es ist mir doch *viel* lieber, dass dafür Geld ausgegeben wird, als um Grönland zu annektieren.

  • Man kann den Welthunger nur bekämpfen wenn man eine Armee von Millionen Soldaten hat. Hunger in 2026 liegt nicht an einem Mangel an Nahrung sondern ist das direkte Resultat struktureller Gewalt entweder durch Krieg oder Diktatur. Wo gab es den die großen Hungersnöte der letzten Jahre? Sudan, Äthiopien, Nordkorea, Syrien. Hätte man da helfen wollen hätte man die Hilfe mit Gewalt zu den Opfern bringen müssen.



    Oxfam etc. sind Lobbyorganisationen die davon leben Menschen zu helfen natürlich wollen die mehr Geld, heißt nicht das sie das Problem mit dem Geld wirklich lösen können.

    • @Machiavelli:

      Das Armeen dieser Welt auch mitverantwortlich sind für diesen Hunger, für Krieg und Gewalt scheinen sie dabei ganz bewusst zu vergessen?

    • @Machiavelli:

      Den Hunger in Gaza hat was gebracht? Genau. Eine Armee. Mit Gewalt.



      Ist schon was toll humanes so eine Armee. Da kann man auf sowas wie Oxfam ja wirklich dankend verzichten.



      Wir brauchen mehr Soldaten!!!

      • @Nansen:

        Im Sudan auch, in Äthiopien, Syrien etc. Auch . Nur der Hunger ist jetzt da, gäbe es Hunger in einer Welt ohne Armeen? Vermutlich nicht, aber gegen Armeen die Hunger als Waffe einsetzen helfen nur Armeen.

  • Ich finde diese moralinsauren Rechnungen immer sehr schwierig. Provokant könnte nun jemand von der AfD sagen: Das Geld das Deutschland jedes Jahr in hierher Geflüchtete investiert, würde reichen den Welthunger anderthalb Jahre zu beenden usw. Dieses Aufrechnen ist Mottenkiste pur. Denn so einfach ist es natürlich nicht: Geld her, Hunger weg. Zudem wäre das Geld natürlich trotz Mondreise verfügbar. Wenn es nur darum ginge. Soll die Menschheit die Erforschung des Weltraums stoppen bis der Hunger in der Welt besiegt ist? Bin dagegen. Und finde diese Mondprojekte faszinierend.

    • @Reisehank:

      Ihr Beispiel funktioniert nicht, denn Geflüchtete zählen auch zu den hungernden Menschen, abgesehen davon, dass AFD-Menschen sich nur um den Hunger von Deutschen scheren und nicht um den Welthunger

      • @PartyChampignons:

        "Geflüchtete zählen auch zu den hungernden Menschen" Belege für diese Behauptung? Laut Welthungerhilfe und weitere seriösen Quellen liegen Fluchtursachen zu 70 Prozent in Krieg und Gewalt. An zweiter Stelle steht politische Verfolgung und erst danach folgt Hunger. Die Anzahl an Menschen, die wegen Hunger nach Deutschland fliehen, ist statistisch betrachtet wohl eher marginal. So ist das mit dem Unterschied zwischen gefühlten und tatsächlichen Fakten

        • @Rosa Roxanne:

          Ich habe auch nicht über Fluchtursachen gesprochen, aber auf dem Weg nach hier dürften viele Geflüchtete ebenfalls hungern, genauso wie Hunger auch oft ein Grund für Gewalt ist. Wenn niemand hungern müsste gäbe es weniger Krieg und Gewalt und ergo auch weniger Fluchtbewegungen. Ich habe auch nicht von ALLEN Geflüchteten gesprochen und wenn Hunger "nur" an Platz drei der Weltweiten Fluchtursachen steht, macht das meine Aussage ja nicht falsch.



          Ich wollte auch eigentlich nur sagen : das Beispiel funktioniert nicht....

  • Für was wird nicht alles Geld ausgegeben? Für Musik, für Kunst, Kultur, Reisen, Genuss, Wellness, Spiel, Spaß und viele weitere Dinge, die nicht überlebensnotwendig sind und mehr als ausreichen würden alle Probleme der Welt und der Menschheit zu lösen. Spaß beiseite. Mit dieser Art des naiven und forschungsfeindlichen Populismus, den Evke Bakker hier anschlägt, wurde faktisch noch kein einziges Weltproblem gelöst. Und der Welthunger lässt sich nicht alleine durch Dollar-Milliarden lösen. Ursächlich sind vielmehr staatsterrorristische Strukturen, die außerhalb der demokratisch zivilisierten Welt nunmal Realität sind.

  • Man sollte mal etwas über den Tellerrand schauen und dann sieht man das extrem viele Arbeitsplätze an der Raumfahrt hängen! Diese Menschen bekommen auch Geld um ihren Hunger und den Hunger deren Familien zu stillen!

    Darüber hinaus tun sie etwas um die Menschen voran zu schreiten, irgendwann multiplanetar zu werden und das Leben langfristig im Sonnensystem zu verbreiten. Der Weg ist extrem hart und lange, bedarf viele Forschungen und Tests im All.

    Der Mensch ist nur soweit gekommen wie er jetzt ist weil er nach Fortschritt strebt. Sonst würden wir alle noch in Höhlen leben und Ameisen fressen. Dummheit von allen Seiten bremsen das leider stark aus; linkes Desinteresse, Krisen, Kriege, Probleme, Korruption, Egoismus, usw ....

    • @Chelly Wurst:

      "...irgendwann multiplanetar zu werden und das Leben langfristig im Sonnensystem zu verbreiten..."

      Der wenig erkenntnisreiche Feierabendausflug von vier ausgewählten Personen rund um den Mond hat 90 Milliarden gekostet. - Irgendeine Vorstellung davon, was es kosten würde - allein vom Energieaufwand her - "multiplanar zu werden"?



      Es gibt Forscher, die behaupten, dass so viel Energie weltweit niemals verfügbar sein werde. Ganz zu schweigen davon, ob es wirklich sinnvoll wäre unser menschliches Lebensbeispiel irgendwo erdfern zu verbreiten. Sofern überhaupt technisch möglich.



      Alles was SF dazu anbietet, wenn sich Menschen von ihren Erdwurzeln trennen, um in rein technischer Umwelt zu überleben, ist doch der pure Horror für jedes denkende Lebewesen, das eine natürliche Umwelt braucht, die Wärme und das Licht der durch eine Atmosphäre gefilterten Sonnenstrahlen...

  • Wozu leben, wenn es nichts zu träumen gibt?

    Ich denke der Wunsch der Menschheit das Universum zu erkunden ist eine der wenigen Dinge, die uns am Laufen halten.

    Gibt es wichtigeres? Sicherlich.



    Sind 90 Mrd viel dafür? Sicherlich nicht.

    Wie viel Geld geben wir für weitaus sinnfreiere Dinge aus? Krieg? Kosmetik? Netflix?

    • @Sebomark:

      Als Kind habe ich viel SF gelesen und fand "je ferner von allem, was ich kannte und je komplexer erzählt, desto besser" auch immens spannend.

      Lässt arg nach, wenn man sich als Erwachsener mit der Realität beschäftigt. Diese Träumerei kostet halt nicht nur Milliarden, die anderswo auch meiner Meinung nach sinnvoller eingesetzt wären (dabei geht es nicht zwangsläufig um den nur beispielgebenden Welthunger).



      Es ist halt auch so, dass unsere Träumerei sich vor allem auf wenige, teils romantisierende Fotos und Viedoschnipsel der vergangenen Expeditionen stützt.



      Die aber bilden die tagtägliche Realität in einer höchst beengten Raumstation vermutlich nicht wirklich ab. Da ist sicher nicht rund um die Uhr eitel Freude und Sonnenschein - trotzdem die Mitflieger natürlich hochspeziell gecastet und ausgebildet sind. Was es real bedeutet unter solchen Umständen Wochen zu verbringen, das wissen bisher nur wenige Dutzend Menschen. Und die werden uns ganz sicher nicht alles erzählen.



      Aber davon träumen in solcher Metall-Kapsel Monate zu verbringen? Alpträumen trifft es für mich deutlich besser...

  • Die Raumfahrt hat wichtige Erkenntnisse und Entwicklungen (nicht zuletzt die Klimaforschung) nicht nur unterstützt; sie hat sie überhaupt erst in ihrer heutigen Form möglich gemacht. "Aber ist nicht ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens, die eigenen Probleme lösen zu lernen und nicht vor ihnen wegzulaufen?" Die Menschheit hat immer gelernt, ihre Probleme zu lösen. Einzig und allein durch Forschung und Technologie ist ihr das gelungen; nicht durch Schrebergartendenken. Die Vorstellung, man sollte anstelle einer (angeblich nur dem Prestige geltenden) Mondfahrt in den Welthunger investieren, ist ein falscher Gegensatz. In Wahrheit profitiert die Menschheit massiv von der Raumfahrt. Dass Artemis keine "bahnbrechenden" Erkenntnisse geliefert habe, ist allerdings nicht das Argument des ehrenwerten Skeptikers sondern die vorhersehbare Ignoranz von Kurzsichtigen und Ideologen.

  • Oxfam ist keine verlässliche Quelle. Die mögen sich für ein hehres Ziel einsetzen.

    Aber jede einzelne Aussage die die je gemacht haben sind bei genauerem hinsehen eine Milchmädchenrechnung.

    Die benutzen Artemis II und den Medienrummel darum um auf das Problem Welthunger hinzuweisen. Das ist nachvollziehbar.

    Dennoch: Als Kritik an Artemis II kann man das nicht ernst nehmen.

  • Die fast gleiche Summe haben unsere regenerativen Energieanlagen in Europa letztes Jahr an Gaskosten eingespart. Darf man dafür nicht mal um den Mond fliegen? Ja, natürlich nicht. Aber nur zum Verständnis. Was die Raumfahrer in wenigen Tagen für eine lustige Raumfahrt so ausgeben, haben viele Menschen tatsächlich für den Erhalt unseres einzigen Planeten verdient, durch die davor investierten Euros. Das ist der netten Frau Reiche und Herrn Söder zwar ein Dorn im Auge, aber egal auch diese beiden sind endlich - Unser Planet soll es nicht sein. Daher lasst uns alle am 18.04. auf die Strassen gehen und für weitere sinnvolle Energiepolitik in unserem Lande demonstrieren, statt auf den Mond zu fliegen.

  • Ist dieses dumme Argument jetzt auch in der taz angekommen? Ein paar Gegenargumente: 90 Mrd. US-Dollar entspricht der jährlichen Steuerhinterziehung in Deutschland, dem Bundeswehretat oder der Hälfte des Jahresumsatzes von BMW. Die drei tragen alle nicht zur Beseitigung des Hungers in der Welt bei. Beispiel: Die Erfindung des Kunstdüngers basiert auf der Alchemie, die sich ausgangs des Mittelalters unter anderem mit der Erzeugung von Gold aus Dreck beschäftigt hat. Das nennt man Grundlagenforschung, und ihr Nutzen ist zur Zeit ihrer Entstehung nicht voraussehbar. Die Erfindung des Kunstdüngers hat später anderes Leid (bspw. Landübernutzung) hervorgerufen. Sie erfordert weitere Grundlagenforschung. Ein Zurück gibt es nur um den Preis von Milliarden Hungertoten. Kennen Sie den ökonomischen Nutzen der bemannten Raumfahrt? Der Film Apollo 13 hat allein 300 Mio. Dollar netto eingespielt. Der Unterhaltungswert der Apollo-Missionen wird locker die ca. 25 Mrd. Dollar Kosten eingespielt haben. Von diesen Einnahmen werden übrigens auch die Mittel für die Beseitigung des Hungers auf der Welt bezahlt. Das waren nur die offensichtlichen Argumente. Die Dinge liegen nicht so einfach.

  • Da hore ich immer noch " damit konnte man de Welthunger stoppen für ein Jahr". Im Moment muss man dankbar sein, das von dem Geld keine Waffen gekauft werden. Genau das ist es nämlich, was gerade mit Geld gemacht wird. Waffen entwickeln und Waffen kaufen.



    Wenn sie nicht zum Mond geflogen wären, niemand hätte auch nur eine cent gegen Hunger ausgegeben.

  • Nur mal so zur Einordnung.







    Irgendwie scheinen sämtliche Raumfahrer*innen bei ihren Missionen festzustellen, daß die Erde ja so *zerbrechlich* ist.



    Nun..wenn man in einer Kapsel außerhalb der Erde kreist, dann erlebt man sicher hautnah die eigene *Zerbrechlichkeit*..im Wissen, daß man ohne sichere Landung auf unserem Mutterplaneten aufhört zu existieren.







    Die Erde und das auf ihr befindliche Leben ist allerdings ungemein stabil..und wird garantiert sogar den Menschen überleben..







    Lohnt sich also mal drüber nachzudenken, denn wie oft verkennen wir den Wert dessen was immer da ist.. In diesem Fall dem schönsten aller Planeten, und mithin der Lebensgrundlage der Menschheit..die tatsächlich in Gefahr, sprich *zerbrechlich* ist..

    • @Wunderwelt:

      „Irgendwie scheinen sämtliche Raumfahrer*innen bei ihren Missionen festzustellen, daß die Erde ja so *zerbrechlich* ist.“

      Das stellen die ja nicht wirklich fest, die sagen das, was ihnen der Teleprompter anzeigt. Von einem im Interview mit einer Raumfahrer*in erwarte ich mir soviel erhellendes wie wenn Hacklschorsch hinterher vom Eiskanal berichtet

  • Kann eine Spezies , die Gewalt als Verhaltensweise für Überleben braucht, die einen Großteil jeglicher Ressourcen nutzt, glorifiziert, rechtfertigt, jemals in der Lage sein sich zu ändern?



    Altruistisch zu sein, ein Muster zu entwickeln welches auf ein "Zusammen" basiert?



    Gewalt, gewalttätig, pysische Stärke ist der Kit der uns zusammen hält, äußerst primitive Eigenschaften in einer hochentwickelten, von eben dieser Spezies erschaffenen Welt.



    Zunehmende Überforderung trifft auf Zunehmende Gewaltanwendung, Ausgaben spielen keine Rolle, was wiederum ein Akt der Gewalt darstellt. Die Zahlen und Vergleiche im Kommentar sprechen für sich. Wir, die Spezies Menschen, sind das Problem, nicht die Gewalt, sondern deren Anwendung.



    Vielleicht können wir eines Tages all diese Dinge tun, ins Weltall fliegen, niemand hungert und niemand schlägt dem Anderen den Schädel ein. Wäre das nicht schön?

    • @Flemming:

      guck mal bei Heide Göttner -Abendroth. Es gab immer Gesellschaften, die auf Gewaltfreiheit, Gleichberechtigung und Teilen fußen. Und es gibt sie immer noch.



      Das Gerede vom homo sapiens alsprimitive, gewalttätige Spezies dient mE nur dazu, genau diesen Zustand zu manifestieren. Jedenfalls läßt es keinen Spielraum, eine andere Welt zu denken

      • @susonne:

        Ja und diese Gesellschaften waren/ sind höchstens einige Tausend Individuen stark - sprich: genauso groß und friedlich wie eine beschauliche deutsche Landstadt in der der letzte Mord 50 Jahre her ist...

  • Evke, bin ganz bei dir. Aber ich fürchte, da kann man nichts machen. So ist er, der Homo Sapiens und wird auch in 100 Jahren nicht wesentlich schlauer sein. Oder wird er keine 200-Meter-Yacht für zwei Personen mehr brauchen? Oder eine Villa mit 50 Badezimmern, ein Auto mit 1000 Ps ?

  • Ich find das Projekt gut und spannend!

  • Es gibt sicher viele Ausgaben die kritikwürdig sind, aber bei im wesentlichen wissenschaftlichen Missionen kann man sich durchaus zurückhalten.

    Eine Aufrechnung mit dem Welthunger ist albern, denn die Mittel dafür hätte die Menschheit jederzeit, mit oder ohne Mondmission.

    Ein Bruchteil der globalen Rüstungsausgaben wurde reichen, oder auch eine Transaktionssteuer im globalen Aktienhandel.

    Erkenntnisgewinn ist wertvoll.

    • @Martin Buchwald:

      Ja eine Aufrechnung mit Welthunger ist Quatsch, denn Welthunger ist ein logistisches und politisches Problem, trotz der vielen christlichen Parteien. Es wegen der industriellen Landwirtschaft, da es dabei um Machtverhältnisse geht und nicht um Ernährung, sondern rein ums Geld verdienen. Also WElthunger müsste es schon heute nicht geben, trotz der vielen Geldausgaben für nicht nachhaltige und Leben zerstörende Dinge.

  • 90 Milliarden ist auch, was alleine Deutschland jedes Jahr für Fossile Brennstoffe ausgibt.

    Im Gegensatz dazu ermöglicht Raumfahrt neue Entwicklungen.

    Hier im Artikel werden zwei wertvolle Aktivitäten gegeneinander ausgespielt (Raumfahrt und Bekämpfung des Hungers), so wie gesellschaftlich ständig Unterbezahlte gegen Arbeitslose ausgespielt werden.

    Währenddessen füllen sich die Reichsten und die Weltverbrenner die Taschen und lachen über diesen Zwist. Divide et impera.

  • Der US-Aktivist Scott Santens hat dazu auch gerade einen lesenswerten Artikel geschrieben:



    The Next Moonshot: Universal Basic Income



    What Artemis II and the Return to the Moon Should Remind Us About Ending Poverty



    scottsantens.subst...l-basic-income-ubi

    Wenngleich man sich natürlich schon wundert, dass er sich scheinbar nur für die Situation in den USA interessiert. Und damit auch den Beitrag ausblendet, den der Rest der Welt zum Wohlstand in den USA geleistet hat und noch leistet.

  • Sorry aber das ist mir zu platt. Sicher, über die Notwendigkeit von Reisen zum Mond lässt sich streiten. Aber kann es wirklich ein Ansinnen sein, Forschungsgelder zugunsten von Entwicklungshilfe zu stoppen? Sollten wir da nicht über Rüstung und die Subventionen von fossilen Energieträgern sprechen? Für mich klingt es als wird hier die Raumfahrt als teures Hobby für ein paar Millionäre abgetan. Der kleine Teil auf den das zutrifft kann gerne gestrichen werden. Der ist aber auch enger mit dem verbunden was unser echtes Problem ist: Dem Turbokapitalismus. Nicht der Forschung.

    • @Marco Lutz:

      Einmal um den Mond fliegen, kann auch eine günstigere Sonde. Hier geht es nur um einen teuren und sinnfreien Schwanzvergleich zwischen den USA und China.

  • Über Sinn und Unsinn kann man streiten.



    Aber die ständigen Vermengungen vom Individuum, von den Deutschen, der Menschheit helfen da nicht weiter. Mit der Gesamtbeteiligung von D über mehrere Jahre kann man nicht den Welthunger stoppen. Aber halt die Forschung hierzulande fördern.

    Es wäre viel besser, das Geld, welches zur Zeit in dem sinnlosen Krieg im Nahost verbrannt und verbombt wird, für die Hungerbekämpfung einzusetzen. Aber selbst das ist leider kein Weltinteresse. Noch nicht mal das Interesse einzelner Nationen. Vermutlich würde noch nicht einmal der ganze Sudan zustimmen, sondern Hilfslieferungen in die eigenen Taschen umgeleitet. Die Menschheit hat kein gemeinsames Interesse.

  • der Sinn der Raumfahrt wird immer mehr ins absurde gezerrt.



    Hauptsache es wird mal wieder ein Prestigeprojekt durchgezogen und der kalte Krieg gegen Asien wird vermeindlich gewonnen.



    Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden den gewonnen und was können sie bringen?



    Genau genommen scheint der Traum auf unendliche Weiten völlig absurd mit bemannter Raumfahrt. Wenn schon Rohstoffe holen dann wohl eher mit Robotik. Terraforming wird wohl bald mehr Sinn auf der Erde machen.

    • @Conrad:

      Folgende Erkenntnisse werden gewonnen: Ist es möglich, eine dauerhafte Station auf oder am Mond zu errichten? Können Menschen dauerhaft unter diesen Umständen (über-)leben? Ist es daher möglicherweise machbar, eine bemannte Marsmission von dort zu starten? Wozu braucht man die? Nun: Ist es möglich, dauerhaft auf dem Mars zu leben? Ist es möglich, ihn sogar zu kolonisieren? Das wäre wertvoll in einigen Jahrzehnten, vielleicht mehreren hundert Jahren. Wenn Sie CO2 einsparen wegen zukünftiger Generationen, wieso dann nicht diese Forschung wegen zukünftiger Generationen?