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Klimaschutzprogramm der RegierungKeine Abkehr von Fossilen trotz Ölpreisschock

Jonas Waack

Kommentar von

Jonas Waack

Die schwarz-rote Koalition lässt sich von steigenden Benzinpreisen oder Erderwärmung nicht beirren. Sie täte gut daran, auf Erneuerbare zu setzen.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche vor einer Gasturbine für ein Kraftwerk Foto: Frank Ossenbrink/imago

E s ist in der Tat beeindruckend, was Umweltminister Carsten Schneider (SPD) da zusammengeschrieben hat: Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung verspricht, bis 2030 jährlich 27 Millionen Tonnen CO2 einzusparen. Das würde die Lücke schließen, die nach der durchwachsenen Klimapolitik der Ampelregierung zum gesetzlichen Klimaziel geblieben war. Schneider musste sich gegen Ka­bi­netts­kol­le­g*in­nen durchsetzen, denen der Klimaschutz egal bis lästig schien. Das hat er geschafft.

Doch sein politischer Erfolg bleibt in der echten Welt deutlich zu mager. Die Klimaschutzlücke ist unter Schwarz-Rot noch gewachsen. Die Bundesregierung will zudem das Heizungsgesetz entkernen, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) den Ausbau von Wind- und Solaranlagen bremsen. Das bedeutet nicht nur, dass die Bundesregierung ihre Klimaziele verpasst, Vorbild- und Triebkraftwirkung weltweit verspielt sowie wahrscheinlich gegen das Klimaschutzgesetz verstößt.

Es zeigt auch, dass sie sich nicht einmal mitten in einem Energiepreisschock, der die Kosten an der Tankstelle und bald im Heizungskeller nach oben treibt, zu einer raschen Abkehr von fossilen Brennstoffen durchringen kann. Angemessen wäre, wenn die Bundesregierung die stetig steigende Erderhitzung endlich ernst nähme und entsprechend schnell Erneuerbare ausbaute, E-Autos und den öffentlichen Nahverkehr fördert, Wärmepumpen und Fernwärmeanschlüsse einbauen ließe, neue Schienen mit klimafreundlich hergestelltem Stahl baute.

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Ein Kampf, der im Heizungskeller ausgetragen wird

Das würde gleichzeitig die Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas verringern. Rund 80 Milliarden Euro kosten diese fossilen Importe. Das Geld könnte stattdessen in Bildung und die heimische Wirtschaft fließen. Noch überweisen wir die Millionen fröhlich an autoritäre Ölstaaten und Konzerne in den USA. Um unabhängig zu werden, müsste sich die Bundesregierung mit der heimischen Gaslobby anlegen. Nur sitzt deren wichtigste Vertreterin, Wirtschaftsministerin Reiche, selbst in der Regierung.

In der SPD und den nicht komplett zynischen Teilen der CDU sollte aber klar sein: Reiches Ziel ist es, die Nachfrage nach Gas in Deutschland möglichst lange hoch zu halten. Das schadet der Industrie, deren Energiekosten steigen, und den Haushalten, die sich keine Wärmepumpe leisten können – allen voran die Mieter*innen, deren Ver­mie­te­r*in­nen bestimmen, welche Heizung eingebaut wird. Der Kampf für Gerechtigkeit ist in einer Welt der fossilen Preisschocks ein Kampf, der im Heizungskeller ausgetragen wird.

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Jonas Waack
Klima-Redakteur
Jahrgang 1999, zuständig für Klima-Themen im Ressort Wirtschaft und Umwelt. Stadtkind aus Mecklenburg, möchte auch sonst Widersprüche vereinbaren. Bittet um Warnung per Mail, falls er zu sehr wie ein Hippie klingt.
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44 Kommentare

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  • Die Eidesformel des deutschen Bundespräsidenten, Bundeskanzlers und der Bundesminister nach Art. 56 GG (und Art. 64 GG) lautet:



    „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“



    Katharina Reiche sorgt mit ihrem Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetz dafür, dass die Profitinteressen der Energiekonzerne bestmöglich bedient werden und sich niemand dagegen wehren kann, diese Profitinteressen bedienen zu müssen.



    Es gibt inzwischen mehr als genug kompetente Äußerungen gegen diesen Entwurf, die klarstellen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen die Entwicklung der deutschen Wirtschaft behindern, den kleinen Leuten und dem Bundeshaushalt unangemessene Belastungen bescheren und auch das Klima vollkommen unnötig belasten.



    Hier noch mal eine Quelle von vielen von vielen (in den letzten Tagen und Wochen gab es unzählige): das Interview mit Johannes Lackmann vom 1. März: taz.de/Reform-des-...Gesetzes/!6158819/

    • @Christine_Winterabend:

      @Christine_Winterabend



      Genau 👍👍

  • @"Reiches Ziel ist es, die Nachfrage nach Gas in Deutschland möglichst lange hoch zu halten. Das schadet der Industrie, deren Energiekosten steigen"



    .



    Die Theorie, dass Reiche nun die Industrie dazu verdonnern will, teureres Gas zu nutzen statt günstigere Regenerative und diese dann solch ein finanzielles miese Wahl auch noch mit machen, halte ich irgendwie für - sorry - Bullshit.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Ach so ? Bullshit ? Was ist denn das gesamte Aktionsbild dieser Dame in Sachen EE ? Alles bestens? Wer nicht erkennen will, dass hier blanke Fossil-Lobbypolitik gemacht wird, ist entweder vollkommen ignorant oder begreift es nicht....

      • @Perkele:

        Der Satz ist Bullshit weil es der Industrie bei der Wahl zwischen günstigeren Regenerativen und teureren Gas unterstellt, so doof zu sein, die teurere Variante zu wählen.

        • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

          Siehe dazu den Kommentar von Janix hierunter. Das beleuchtet die Sache....

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Die Kosten von Gas werden (mal wieder) auf die Allgemeinheit gewälzt, die jetzigen und späteren Generationen. Dann machen auch viele Firmen das bequeme alte falsche Spiel weiter mit.

  • Es gibt keine andere Branche, Produkt außer Strom wo es heißt: produziere was (Sonne) du kannst, du bekommst IMMER den gleichen Preis ob jetzt der Strom benötigt wird oder nicht. Diese Planwirtschaft führt, wie alle Planwirtschaften, immer in den sicheren bankrott. Eine Wirtschaftsministerin die jetzt diesen Sumpf trockenlegt verdient Bewunderung und nicht Kritik !

    • @Günter Witte:

      Ja, richtig! Lupenreine Lobbypolitik ist viel besser und die Vorteile gibt man lieber an die Auftraggeber in der einschlägigen Wirtschftsbranche. Das ist demoktratischer, überhaupt nicht ungerecht und dem Klima schadet es auch nicht, gell?

    • @Günter Witte:

      Eine Marktwirtschaft nutzt den Grenzstrom über Mittag für Innovation. Ständig bessere Speicher, Produktionsmodelle, die Hochverbräuche in diese Stunden legen (vgl. Microsoft-Updates), ...

      Hinweis: Es gibt keinen ungestützten, ungeplanten Markt, schon gar nicht bei noch viel zu zentral aufgezogenen Energieversorgungen. Die fossil-zentrale Energiebranche war privatwirtschaftlich absahnende Planwirtschafts-Oligopolie pur mit entsprechender Struktur.

      Hinweis auch: Selbst eine schwarze Reiche findet gewiss auch ein Korn. Nichts ist umsonst, und sie soll da auch einen frischen Blick werfen. Sie sollte halt nur so vorgehen, dass wir die Ausbauziele auch erreichen. Sehen Sie das gerade?



      Und z.B. bei der CSU auf raschere Trassenbaumaßnahmen drängen. Die ist leider geistig immer noch zwanzig Jahre hinterher und sich der unguten Abhängigkeit durch Gas wohl nicht bewusst.

  • Sehr gut reflektierter Artikel, ein großes Dankeschön dafür an den Autor 👍👍



    & überhaupt nicht Hippie 🫠

  • Interessanter Kommentar. Das Thema energetische Sanierung wird hier leider nur am Rande gestreift – dabei liegt genau dort enormes Einsparpotenzial. Der Gebäudesektor verursacht rund 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland. Wer Klimaschutz ernst meint, muss bei der Bestandssanierung ansetzen: Dämmung, moderne Fenster, effiziente Heizsysteme. Als Bauunternehmen in Düsseldorf (dus2b.de) sehen wir täglich, wie viel Energie in unsanierten Gebäuden verloren geht. Die Politik sollte weniger über Verbote diskutieren und mehr in die Sanierung des Bestands investieren.

    • @dus2b Bauleistungen:

      Energetische Sanierung ist gut, aber teuer und langwierig. Wärmepumpen senken Emissionen sofort. Damit sollte man anfangen.

  • Warum kann das Graicheninterview nicht kommentiert werden?



    > will niemand diesen Rollback.



    Was ändert sich denn? Jeder, der will, kann weiter eine Wärmepumpe installieren und Gasbrenner verschmähen. Er wird nur nicht mehr mit Gewalt dazu gezwungen.



    > dass neue Solaranlagen nicht mehr gefördert werden sollen.



    Mittags, wenn der Solarstrom kräftig fließt, liegt der Marktpreis unter 8 Cent/kWh, oft unter null. Der Selbstnutzer spart rund 30 Cent. Wo kommt diese Differenz her, wer bezahlt sie und was ist das, wenn keine Förderung? Ob sich zu heutigen Preisen ein teurer Speicher lohnt oder man den nicht direkt nutzbaren Überschuß lieber verschenkt, ist ein Rechenexempel. Die Anlage amortisiert sich allein aus der direkten Eigennutzung in wenigen Jahren und spielt ab dann Gewinn ein. Wie kann man so gierig sein, noch mehr Förderung darüber hinaus vom Steuerzahler zu fordern?



    > wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, will den Strom lieber selber nutzen, als ihn ins Netz abzugeben. Dann ist der Schritt zur Wärmepumpe [...] folgerichtig.



    Geheizt wird in Deutschland im Winter. Tagesspeicher mögen an der Wirtschaftlichkeit kratzen, Saisonspeicher sind illusorisch.

    • @Axel Berger:

      Niemand wurde jemals gezwungen, eine Wärmepumpe einzubauen. Schon gar nicht mit Gewalt.

      • @Kahlschlagbauer:

        Alle Alternativen zu verbieten und (außer nicht verfügbarer oder extrem teurer Fernwärme) nur eine offenzulassen, ist durchaus Zwang. Und jemandem im Winter die Heizung kaputtzumachen oder die Reparatur resp. den Austausch einer kaputten zu verhindern wird z.B, in der Ukraine sehr wohl als Gewalt angesehen.

  • Eins ist sehr deutlich: Je weniger Fossil, desto besser. Je schneller, desto besser.



    Dann gibt es private Handlung von Energiesparen, Weniger und Umstieg. Und es gibt staatliches Handeln.



    Reiche sollte sich besser auf die Punkte einschränken, die Kosten sparen, ohne den nötigen Umstieg abzuwürgen. Denn Fossil zu behalten wäre das Teuerste.



    Und belohnt die Scheichs, Ölbarone und Putin.

  • Wirrer Rundumschlag.



    Anpassung an den Bedarf, Netzstabilität, Flautenüberbrückung, Synchronisierung von Stromerzeugung und Verbrauch, Synchronisierung von Netzausbau und Erneuerbarenausbau - alles unwichtig.



    Dass Reiche damit beschäftigt ist, das, was "nach der durchwachsenen Klimapolitik der Ampelregierung" übrig geblieben ist, erst mal wieder in Ordnung zu bringen, ist anscheinend nicht der Erwähnung wert.

    • @sollndas:

      Wenn Sie meinen, daß das Festlegen auf fossile Energie 'in Ordnung bringen' ist, dann vielleicht.



      Aber das bringts nicht in Ordnung. Im Gegenteil. Es fesselt Leute an eine volatile und schädliche Energieform.

    • @sollndas:

      Danke.

  • Was gerne übersehen wird, wenn man man von erhöhten Preisen bei fossilen Brennstoffen redet, ist, dass die Einschätzung, ob das gut oder schlecht ist, vom Betrachter abhängt. Denn die Kosten des einen sind die Gewinne des anderen.

    Wenn also die Regierung das Ziel hätte, die Gewinne der fossilen Industrie zu maximieren, wäre die Politik absolut nachvollziehbar. Und wenn sich man noch obendrein gar nicht erst mit einer Herrschar von LobbyistInnen begnügen will, die der Regierung die Gesetzestexte diktieren soll, dann könnte man ja gleiche eine Lobbyistin zur Wirtschaftsministerin machen. Das wäre doch eine optimale Politik. Natürlich nicht für die depperten Bürger, die diese korrupten Zerstörer des Sozialstaats in Amt und Unwürden gewählt haben.

    Erstaunlich, wie plötzlich vieles einen Sinn ergibt, wenn man mal einen anderen Standpunkt einnimmt, gelle?

    • @Jalella:

      Unsere Bundeswirtschaftsministerin war zuvor CEO der e.On Tochter Westenergie. Da erübrigt sich doch jede weitere Frage.

  • "Rund 80 Milliarden Euro kosten diese fossilen Importe. Das Geld könnte stattdessen in Bildung..."

    Kauft die Regierung diese Fossilen und die Industrie hat damit gar nichts zu tun, weil die Fossilen in politischen Kraftwerken verbrannt werden und auch nicht im privaten Auto vertankt werden?



    .



    Wenn nicht, kann das Geld nicht in Bildung fliessen.

    • @fly:

      Angenommen, ein naher Stern würde uns plötzlich Energie in Form von Licht und indirekt Wind & Co. liefern. Nennen wir ihn Sonne.



      Und wir sparen xyz Milliarden, indem wir kein dreckiges Fossil mehr einsetzen. Dann wird der Aufschwung auch die Steuereinnahmen erhöhen, und es könnte auch mehr besteuert werden, um den Staat handlungsfähig zu machen.



      Umweltschäden wäre ein weiterer Punkt, Die werden ja gerne auf die Allgemeinheit gewälzt.

    • @fly:

      Das stimmt. Wenn man allerdings die Unsummen an Steuergeldern sieht, die durch das Pempern der Energiekonzerne verloren gehen, sieht, sieht es möglicherweise doch so aus. Ich erinnere daran, dass der Staat z.B. gerne mal aushilft, wenn hungerleidende Konzerne Hilfe brauchen:



      de.wikipedia.org/w...C3%A4ftskrise_2022



      Der Staat verliert durch fossile Subventionen jedes Jahr über 60 Mrd Euro. Noch so ein Posten, der nicht existierte.

      Vor allem aber ist es letztlich massiver Lobbyismus der fossilen Konzerne, nur ja keine Erneuerbaren zu forcieren. Das Schlimmste, was einem Energiekonzern passieren kann, ist, dass Bürger oder Bürgergenossenschaften sich selbst Solaranlagen oder Windräder hinstellen. Denn diese dezentrale Energiegewinnung zerstört ihr Profitmaximierungsmodell. Bürger werden sich weder ein Kernkraftwerk, noch ein Öl-, Kohle- oder Gaskraftwerk hinstellen.

      Und nicht vergessen: das K in cdU steht für Klimaschutz.

  • taz: *Die Bundesregierung will zudem das Heizungsgesetz entkernen, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) den Ausbau von Wind- und Solaranlagen bremsen.*

    Mit der Politik von Peter Altmaier (CDU) während seiner Zeit als Bundesumweltminister (2012 - 2013) und später als Bundeswirtschaftsminister (2018 - 2021) fing das "torpedieren" der 'Erneuerbaren Energien' doch an. Die „Altmaier-Delle“ beschreibt sehr gut den Einbruch beim Ausbau von Wind- und Solaranlagen, der auf seine Maßnahmen zurückgeführt wird.

    Und wer war unter Peter Altmaier als Staatssekretärin tätig? Richtig, Katherina Reiche, die danach von 2020 bis 2025 als Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG tätig war und die jetzt als Wirtschaftsministerin unter Bundeskanzler Merz die Arbeit von Peter Altmaier fortführt.

    Früher hatten wir Politiker, die still und heimlich nebenbei noch als Wirtschaftslobbyisten gearbeitet haben. Heute haben wir Wirtschaftslobbyisten als "Politiker", die ohne Scheu ihre Arbeit für die Reichen und Mächtigen machen.

  • meine Güte, auch durch ständige Wiehderholungen werden Wunschträume nicht wahr. Beispiel Montag, 1900 - 2100:



    Bedarf: 60 GWj/h



    Wind: 1,2 GWh/h



    Solar: 0



    Andere Erneuerbare: 0,3 GWh/h



    Biomasse: 5,1 GWh/h



    Wasserkraft: 1,7 GWh/h



    Konventionell: 40 GWh/h



    Import: 11,7 GWh/h



    QUelle: www.agora-energiew.../26.03.2026/hourly

    Das heisst, es gab eine Menge Bedarf aber kaum erneuerbaren Strom. Strom muss in dem Moment verbraucht werden, in dem er erzeugt wird. Wirtschaftliche Speichertechnologien gibt es derzeit nicht. Selbst wenn die Windenergie verzehnfacht würde, könnte der Bedarf nicht annähernd gedeckt werden. Das heisst, wir brauchen Kraftwerke die in den Bedarf decken könen wenn die erneurbaren kaum etwas liefern. An dieser Lösuung muss gearbeitet werden, nicht am Ausbau der Erneuerbaren. Letzterer kann beim Fehlen der Massenträgheit der großen Turbinen sogar zu landesweiten black-outs führen, siehe Spanien. Und, den Strombedarf noch durch E-Autor, Wärmepumpen usw zu erhöhen ist wirklich nicht empfehlenswert..

    • @Gerald Müller:

      Wie kommen Sie darauf, dass wirtschaftlich Speichertechnologien nicht existieren? Natürlich tun sie das, nur unsere zentrale Stromversorgung ist immer noch (wir schreiben das 21. Jh.!) zentral ausgerichtet, und auf überdimensionierte, teure Grundlastkraftwerke angewiesen. So wird ein Schuh draus! Es gäbe genügend Alternativen zur jetzigen Lösung: dez. Blockkraftwerke mit Kraftwärmekopplung, EE mit Speicher zur des. Versorgung Ganter Ortschaften.

    • @Gerald Müller:

      Für den genannten Zeitraum lag unser Solarstromanteil bei 91,6 Prozent. Nur 8,4 Prozent kamen aus dem Netz. So geht Energiewende.

    • @Gerald Müller:

      Das traurige ist ja: Das ist der Zustand nach 25 Jahren Energiewende mit hunderten Milliarden Subventionen, für



      die wir schon längst den Fossilausstieg a la francaise hätten haben können. Aber der Glaube ist stark, und die zwingende Konsequenz (viele neue Erdgaskraftwerke) wird jetzt als Fehler der aktuellen Regierung ge-framed, die meint sich irgendwie durchmogeln zu können. Fossile Kraftwerke bauen und zugleich Wählerstimmen einsammeln von Leuten, die Klimaschutz wollen, kann aber nicht funktionieren.

    • @Gerald Müller:

      "Das heisst, wir brauchen Kraftwerke die in den Bedarf decken könen wenn die erneurbaren kaum etwas liefern. An dieser Lösuung muss gearbeitet werden, nicht am Ausbau der Erneuerbaren."



      Um es mal deutlich zu sagen: Flautenkraftwerke sind eine VORAUSSETZUNG für den Ausbau der Erneuerbaren.



      "Massenträgheit": Da sind die bislang eingesetzten Stromwandler der Engpass, die nicht in der Lage sind, bei Unterspannung/Unterfrequenz Überstrom zu liefern, sondern lieber gleich ganz abschalten.



      E-Autos, Wärmepumpen: Wie wahr.

    • @Gerald Müller:

      Immer die selbe alte Leier und immer nur ein Zeitfenster heraussuchen, was die eigene Argumentation stützt. Die Daten am Dienstag zw. 19-21h zeigen ein ganz anderes Bild.

      Grundsätzlichen können die nächtlichen Lücken einfachst durch entsprechende Kurzzeitspeicher gedeckt werden. Selbige könnten, wenn man wöllte, in kürzester Zeit bauen.

      Und das dann noch verbleibende Gap braucht halt noch mehr Erzeugungskapazitäten. Und die scheinen mir am sinnvollesten auf Hausdächern, nicht auf Freiflächen.

      • @Anna Bell:

        Also erstmal können derartige Zustände durchaus über Wochen andauern, ich habe nur ein Beispiel aus den letzten Tagen heraisgesucht. Aber, nehmen wir mal 3 Stunden bei 60 GWh/h, since 180 GWh. Eine Batterie für einen SUV hat eine Kapazität von 120 kWh und kostet sagen wir 20 000 Euro. also, 180.000.000 / 120 = 1.800.000 Batterien, mal 20.000 ist 360 Mrd Euro. Ich hoffe ich habe mich bei den vielen Nullen nicht vertippt, aber ich denke Sie können das Problem jetzt sehen.. Pumpspeicherkraftwerke mit diesen Speicherkapazitäten gibt es ebenfalls nicht annähernd.

    • @Gerald Müller:

      Was genau verstehen Sie nicht daran, dass eine Fortsetzung des fossilen Ist-Zustandes zum gesellschaftlichen Kollaps vor Ende dieses Jahrhunderts führen wird und es daher vorrangigste Aufgabe der Politik sein muss auf Co2 Neutralität hinzuarbeiten? Das erfordert massiven Ausbau von Speicherkapazitäten, von regenerativen Energien und auch massive Drosselung des Energieverbrauchs, nicht fossile und Mini-AKW Fantastereien. Die jetztige Bequemlichkeit und Lobby-Hörigkeit wird in 5 Jahren doppelt bezahlt, in 10 Jahren achtfach etc...

      • @hessebub:

        "...massive Drosselung des Energieverbrauchs...,"

        Das ist entscheidend und wird selten kommuniziert. Es widerspricht aber auch allen Paradigmen, von Wirtschaftswachstum bis hin zur menschlichen Psyche.

        .



        Daran wird es scheitern. Strom (nicht nur EE) stellt ein Viertel der Gesamtenergie. Er kann nicht die "restlichen" 75% ersetzen.

        • @fly:

          Die Energie, die jetzt verbraucht wird, muß nicht eins zu eins ersetzt werden.



          Eine dekarbonisierte Wirtschaft braucht ein Drittel der Gesamtenergie, die jetzt verbraten wird.



          Sie haben richtig gelesen: zwei Drittel der Primärenergie werden als Abwärme verschleudert. Sie bezahlen sie, aber sie leistet keinerlei Dienste.

  • die €DU/spd fährt Deutschland gegen die Wand.



    Nur eine Frage der Zeit bis die CO2 Bepreisung "ausgesetzt" wird- für immer.



    Rücksichtslose, korrupte Politik gegen die Menschen und das globale Klima.



    Wo bleibt der gesellschaftliche Widerstand.

    • @So,so:

      Welcher gesellschaftliche Wiederstand denn, und warum?



      Den Menschen hierzulande geht es, mit einigen Abstrichen, noch relativ gut. Was interessiert schon das globale Klima. Und jeder der wieder fordert, das die (dummen) Deutschen auf Urlaub am Mittelmeer, auf Wochenendausflüge mit dem Auto etc. verzichten wollen, ohne zu zeigen, das dies chinesische, portugiesische, amerikanische oder arabische Familien auch so machen (und auch nur wegen dem Klima), der wirkt unglaubwürdig und wird wahrscheinlich nicht weiter beachtet.



      Und solange jede Anstrengung für den Umweltschutz immer in Verbindung mit der "letzten Generation" gebracht wird, ist bei vielen das Thema einfach "unten durch". Dafür haben diese "Klimakleber" und andere radikale Umweltschützer/Verfechter von veganer Ernährung zu viel negatives Image bei einem großen Teil der "normalen" Bevölkerung (keine Muster-Linken mit akademischem Hintergrund) erzeugt.

    • @So,so:

      Du besitzt eine Kuh. Sie Regierung ermutigt dich, eine zweite Kuh zu kaufen. Die Regierung kauft dir die Milch ab und vernichtet sie.

      Das passiert gerade mit erneuerbaren Energien.



      Es ist unbestreitbar, dass das nicht so weitergehen kann.



      Wir müssen erneuerbare Energien dort ausbauen, wo sie benötigt werden und die Produzenten motivieren, den Strom dann ins Netz zu schieben, wenn er gebraucht wird. Die Pläne des Wirtschaftsministeriums gehen in diese Richtung.



      Natürlich wird das vom politischen Gegner und dessen Vorfeldorganisationen abgestritten.



      Auch sollte man darauf vertrauen, dass die Iran Krise den erneuerbaren weiteren Schub gibt.

  • Ja, die Union ist jetzt an der Regierung.



    Ja, Frau Reiche macht Vorschläge, die den Interessen ihres letzten Arbeitgebers entsprechen.



    Soweit, so schlecht.



    Doch warum soll das die Schuld def SPD sein?



    Statt den Bundesumweltminister zu unterstützen, wird wieder gekrittelt. "Der" soll doch mal die Kartoffeln aus dem Feuer holen, ich habe keine Zeit, für das Klima auf die Straße zu gehen.



    Das ist eine Haltung, die Nichts verändert.



    Wenn wir Klimaschutz wollen, müssen wir jetzt Kampagnen dafür sstarten . Dabei ist es z.B. auch möglich, GEGEN Reiche zu handeln.



    Der Satz, nachdem sich Menschen die Wärmepumpe nicht leisten können, ist irritierend.



    Schneider hat im Bezug auf die Novelle des Heizungsgesetzes nämlich durchgesetzt, dass die sozial gestaffelte Förderung weiterhin gilt.



    Die im Artikel gestellten Forderungen bzgl Nahverkehr gibt es weiterhin durch das Deutschlandticket und mit den gestern vorgestellten zusätzlichen Fördermitteln soll auch Fernwärme gestärkt werden.



    Darüber hinaus wird die Infrastruktur für EAutos durch Förderung von Ladesäulen an Mehrfamilienhäusern gestärkt.



    Interessant ist hier auch die Nutzung (Unterstützung)des Autos zur Regulierung der Stromschwankungen

  • "Noch überweisen wir die Millionen fröhlich an autoritäre Ölstaaten und Konzerne in den USA."

    Millionen? Milliarden!



    Laut kfw 33 Mrd. im Jahr 2025

    Der mit Abstand größte Rohöllieferant Deutschlands ist übrigens Norwegen. Gilt ebenso für Gas und Strom.

    Das liegt u.a. daran, das Deutschland nach guten zwei Jahren Krieg in der Ukraine auf die Idee gekommen ist, lieber doch auf umfangreiche Gas und Öllieferungen aus dem demokratischen Russland zu verzichten.

    Das freut uns hier in Norwegen weniger als man vermuten könnte, denn aufgrund Europas und insbesondere Deutschlands Energiehunger wird nicht nur kontinuierlich die hiesige Fördermenge von fossilen Brennstoffen zu Lasten unserer Umwelt erhöht, sondern da sich deutsche Energieversorger auch gerne einen grünen Anstrich geben, wird auch immer mehr Strom, den wir aus Wasserkraft gewinnen, nach Deutschland exportiert. Was bei uns zu steigenden Strompreisen für die Verbraucher führt.

    Deutschland energieautark unterschreibe ich deshalb sofort. Da ich aber ein Jahrzehnt lang in diesem Land gelebt habe, weiß ich auch das Deutschland eine Schnecke ist.

  • Man von den ganzen genannten und wichtigen Argumenten abgesehen sollte eine Wirtschaftsministerin, wenn sie ihren Job ernst nimmt, auch verstehen, dass jeden in D ausgegebene Euro einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen von 2-3 Euro erzielt. Angefangen von den Komponenten über die Installateure, Wartung ...

    Aber ich denke hat, sie interessiert sich nicht nur nicht fürs Klima sondern auch nicht für die Wirtschaft.

  • Was für eine einfache Sichtweise. Als würde "wollen" die Zeit für den Ausbau der Stromnetze und Einbau von teuren Wärmepumpen verkürzen. Von grünem Wasserstoff ganz abgesehen. Man muss sich schon mit den technischen und personellen Randbedingungen abfinden.

    • @UliFr:

      "Was für eine einfache Sichtweise. Als würde "wollen" die Zeit für den Ausbau der Stromnetze und Einbau von teuren Wärmepumpen verkürzen."



      Nichtwollen verlängert diese Zeit jedenfalls.



      "Man muss sich schon mit den technischen und personellen Randbedingungen abfinden."



      ...die sich mittelfristig deutlich ändern lassen. Wenn man denn will.