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FDP-Chef Kubicki über seine Partei„Wie Sie sehen, lebe ich“

Wolfgang Kubicki gibt sich überzeugt, dass der Aufstieg der FDP nochmal gelingen kann. Mit ihm an der Spitze sei in der Partei wieder Ruhe eingekehrt.

Rainer Rutz
Cem-Odos Güler

Interview von

Rainer Rutz und Cem-Odos Güler

taz: Herr Kubicki, in der CDU geht es drunter und drüber. Sind die Tage von Bundeskanzler Friedrich Merz gezählt?

Wolfgang Kubicki: Ich höre aus der Union, dass die Leute kurz vor der Revolution sind. Auch ich habe mich in der Person Merz getäuscht. Wenn man sich seine ersten Reden anhört, hätte man denken können: Die deutsche Wirtschaft klatscht, wir von der FDP klatschen. Doch dann macht er eine Politik, die das genaue Gegenteil ist. Das ist etwas, womit die Union schwer fertig werden wird.

taz: Merz wird nach den jüngsten Personalrochaden von den eigenen Parteileuten vorgeworfen, er führe die CDU wie eine Firma. Hire and fire: Das müsste doch nach dem Geschmack der wirtschaftsfreundlichen FDP sein.

Kubicki: Aber Parteien sind nun mal keine Firmen und Deutschland ist keine Aktiengesellschaft. Solche Ideen haben sich schon in der Vergangenheit nicht bewährt. Für mich war aber vor allem die Tatsache spektakulär, dass so ein verhältnismäßig kleines Licht aus Bremen sich traut …

Im Interview: Wolfgang Kubicki

74 Jahre alt, Rechtsanwalt und seit Ende Mai Nachfolger des glücklosen Christian Dürr als Bundesvorsitzender der FDP. Kubicki ist seit 1971 Mitglied der Partei. Erstmals wurde er 1990 in den Bundestag gewählt. Von 2017 bis 2025 war er Vize-Präsident des Bundestags. Gut 25 Jahre war er zudem Abgeordneter in Schleswig-Holstein, davon die längste Zeit Vorsitzender der FDP-Fraktion. Die FDP scheiterte bei der Bundestagswahl 2025 an der 5-Prozent-Hürde und ist inzwischen nur noch in 6 Landtagen vertreten.

taz: … der Firma-Vorwurf stammt vom Bremer CDU-Landeschef Heiko Strohmann.

Kubicki: Ja, dass sich so ein politischer Zwerg – aus Sicht eines Kanzlers – das überhaupt traut, das im Bundesvorstand zu sagen. Wenn mir das passieren würde und keiner würde mich verteidigen, müsste ich nachdenken, ob ich noch die Führungskraft bin, als die ich gewählt wurde.

So schlecht waren wir doch nicht, schreiben mir Grüne und SPD-Kollegen manchmal

taz: Rückblickend: Waren die Ampel-Zeiten gegenüber der jetzigen Regierung erfolgreicher?

Kubicki: Sagen wir mal so: Ich bekomme gelegentlich von Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, aber auch von Sozialdemokraten Nachrichten, in denen es heißt, so schlecht waren wir doch nicht. Aber meine Sehnsucht ist begrenzt nach einer Wiederholung der Ampel-Zeit.

taz: Sie bereuen es also nicht, dass Sie damals so lange gegen die Grünen und auch die SPD geschossen haben, bis der Laden auseinandergeflogen ist?

Kubicki: So zu tun, als hätten die Sozialdemokraten oder die Grünen nicht auch gegen uns geschossen, finde ich ein bisschen komisch.

taz: Aber die anderen Parteien hatten keine explizite D-Day-Strategie, um die Ampel-Koalition zu beenden.

Kubicki: Doch, hatten sie auch. Sie haben es nur nicht so genannt. Es gab ein separates Treffen von Sozialdemokraten und Grünen im Juli 2024 im Kanzleramt, wo über das Ende der Koalition gesprochen wurde. Uns war allen klar, dass es so nicht weitergehen kann, weil die finanziellen Grundlagen für diese Koalition fehlten. Und dann ging es immer um die Frage: Wer ist im Zweifel schuld? Wir haben uns dann freiwillig gemeldet.

taz: Merz hat gesagt: Kein Kanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen. Muss er mehr einstecken als Olaf Scholz oder Angela Merkel?

Kubicki: Es gibt den Satz: Wer in die Küche kommt, muss mit Hitze umgehen können. Und wer in die Politik geht, muss damit umgehen können, dass er unter Beobachtung steht und kritisiert wird. Das erleben wir alle, ich auch. Ich wurde bereits als „Knallfrosch“ und „Quartalsirrer aus dem Norden“ etikettiert. Das muss man wegstecken. Wer das nicht kann, ist falsch in der Politik.

taz: Merz, der Jammerlappen?

Kucicki: Friedrich Merz hat sich jedenfalls als ziemlich dünnhäutig erwiesen.

taz: Ihre Partei profitiert trotzdem nicht von der Schwäche der Union. Ist die FDP dann doch tot, wie Merz nach der Wahl in Baden-Württemberg erklärt hat?

Kubicki: Wie Sie sehen, lebe ich.

taz: Sie sind der wandelnde Liberalismus in Deutschland?

Kubicki: Ich bin zumindest schon lange dabei und deutlich älter als die meisten Mitglieder meiner eigenen Partei. Aber zu Ihrer Frage: Der Liberalismus geht ja weit über die FDP hinaus. Die Sehnsucht nach einer freien Gesellschaft findet sich in Deutschland, aber auch weltweit.

taz: Das dauerhafte Umfragehoch für die AfD spricht eher für die Lust am Autoritären.

Kubicki: Das ist doch zu einfach gedacht, wenn Sie die alle in die rechtsradikale Nazi-Ecke schieben. Viele Menschen wählen AfD, weil die Politik ihre Problemlösungskompetenz verloren hat. Da gibt es eine Menge schlimme Typen, definitiv. Aber bei vielen Wählern ist es pure Verzweiflung. Eine bessere Politik würde dazu führen, diese Menschen zurückzugewinnen. Nur sehe ich die momentan bedauerlicherweise nicht.

taz: Die AfD ist schon bei der Bundestagswahl 2025 auf über 20 Prozent gekommen. Die Jahre davor hätte die FDP in der Regierung demnach auch keine bessere Politik gemacht. War es ein Fehler, dass Ihr Vorvorgänger Christian Lindner die Partei thematisch auf das Thema Wirtschaft verengt hat?

Kubicki: Auch das ist von Ihnen zu einfach in dieser Anmutung, die Freien Demokraten auf solide Staatsfinanzen zu reduzieren. Wir haben einen sehr starken gesellschaftspolitischen Ansatz. Gerade die Verteidigung des Rechtsstaates während der Coronazeit ist ein Beleg dafür. Darum haben uns 2021 ja auch so viele Menschen gewählt.

taz: 2025 wurden Sie dann aber nicht mehr gewählt. Teile der Grünen umwerben bereits heimatlose Ex-FDPler mit dem Argument, Ihre Partei betrachte sozialliberale Themen als Schnee von gestern. Ist dem so?

Kubicki: Das wird nicht verfangen. Das ist ja auch erbärmlich, wenn die wie ein Staubsauger Stimmen abgreifen wollen, um stärker zu werden. Mit 13 bis 16 Prozent stehen die Grünen natürlich immer noch besser da als die Freien Demokraten. Aus Sicht der Grünen ist das trotzdem bescheiden, weil das keine Machtoption eröffnet. Gucken Sie sich Deutschlands Osten an. In Sachsen-Anhalt versuchen die Grünen jetzt mit taktischen Manövern zu erklären, sie müssten in den Landtag, damit eine AfD-Mehrheit verhindert wird. Erbärmlicher geht es ja nicht.

taz: Was, bitte, ist erbärmlich daran, Rechtsextreme zu verhindern?

Kubicki: Erbärmlich sind all diese Erklärungen, dass man auf jeden Fall Union wählen muss oder die Grünen oder die FDP oder die SPD, um die AfD zu verhindern. Das ist eine gefährliche Strategie. Wenn das das einzige Argument ist, warum Menschen eine Partei unterstützen sollen, dann werden sie sich von dieser Partei abwenden.

taz: Ihre Gegenkandidatin bei der Wahl für den Parteivorsitz, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, bezeichnete Sie nach dem Parteitag Ende Mai als „Rechtsausschläger“. Wie läuft’s denn aktuell so zwischen Ihnen beiden?

Kubicki: Wir sitzen gemeinsam im Präsidium unserer Partei und Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist wie ich sehr sprachgewaltig. Ich bin auch der Letzte, der sie zur Mäßigung anleiten kann, weil ich ja selbst nicht derjenige bin, der sich mäßigt bei seinen Äußerungen. Aber inzwischen konzentrieren sich ihre Äußerungen ja auch wieder auf die Verteidigungspolitik und vor allen Dingen die Politik auf europäischer Ebene. Da ist sehr viel zu tun. Und ich habe gesagt: Marie-Agnes, wenn du es schaffst, dafür zu sorgen, dass wir weniger Bürokratie von Brüssel erhalten, dann hast du wirklich sehr viel erreicht.

taz: Und der „Rechtsausschläger“?

Kubicki: Jeder der mich wirklich kennt, findet den Vorwurf absurd. Aber mir ist das relativ egal, denn ich bin noch da. Im Gegensatz zu denjenigen, die mir diese Etikettierungen verpasst haben. Das deutet doch auf eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit, eine gewisse Beständigkeit, ein gewisses Vertrauen, das mir mittlerweile nicht nur in der Partei entgegengebracht wird, sondern auch von den Menschen in Deutschland. Ich gehöre zu den Top Ten der beliebtesten Politiker. Und das ohne Regierungsmandat, ohne Bundestagsmandat. Das hat doch was.

taz: Sie haben gerade verklausuliert gesagt, dass Strack-Zimmermann – anders als Sie – weg vom Fenster ist?

Kubicki: Nein, das habe ich nicht gesagt und das wäre auch falsch.

taz: Für eine gemeinsame Doppelspitze mit ihr waren Sie nicht zu haben. Dabei hätte das Ihre Partei möglicherweise befrieden können. Warum haben Sie sich hier quer gestellt?

Kubicki: Weil ich diese Doppelspitze für wenig zielführend halte. Denn wir würden regelmäßig das erleben, was Sie hier auch probieren. Man würde Kubicki fragen, man würde Strack-Zimmermann fragen, und dann versuchen, daraus einen Widerspruch herzustellen, um zu erklären: Die FDP zerfällt in zwei Lager. Das ist nicht der Fall. Sie sehen doch, dass nach meiner Wahl wieder Ruhe eingetreten ist, auch was das Verhältnis von Kubicki und Strack-Zimmermann angeht.

taz: Apropos Ruhe. Sie sind Ende Mai mit großem Medienrummel ins Amt gekommen. Uns scheint, genutzt hat es nicht viel. In den Umfragen rangiert die FDP in der Regel weiter unter 5 Prozent. Sind Sie doch nicht der große FDP-Heilsbringer, als der Sie gefeiert wurden?

Kubicki: Erstens hängt nicht alles an Wolfgang Kubicki. Und zweitens werden wir mittlerweile bei allen Instituten wieder ausgewiesen, mit mindestens 4, bei einigen sogar mit 5 oder 5,5 Prozent. Ich bin seit acht Wochen Bundesvorsitzender der FDP. Wenn ich Ihnen im April gesagt hätte, dass die jetzt wieder bei 5 Prozent stehen würde, hätten Sie gesagt: Der Kubicki hat was geraucht. Ich bin da ausgeruht, brauche aber ein bisschen mehr als acht Wochen, um ans Ziel zu kommen.

taz: Bei den anstehenden Landtagswahlen im Osten sieht es erst mal düster aus.

Kubicki: Ich gebe den Osten nicht verloren. Wir werden ihn auch nicht verlieren, keine Sorge.

taz: In Berlin liegt die FDP bei 4 Prozent, ebenso in manchen Umfragen für Sachsen-Anhalt, in der jüngsten Sachsen-Anhalt-Erhebung verschwindet Ihre Partei aber wieder unter den „Sonstigen“. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird sie nicht ausgewiesen.

Kubicki: Noch mal: Nichts ist verloren. Vor allem nicht in Sachsen-Anhalt. Hier haben wir eine realistische Chance, wieder in den Landtag zu kommen. Auch in Berlin mache ich mir keine großen Sorgen bei der Art und Weise der Landes-CDU, die viele Bürgerliche abstößt. Mecklenburg-Vorpommern ist herausfordernder. Wir haben dort 600 Mitglieder und weniger Strukturen. Ich kann da 50 Kilometer übers Land fahren und treffe keinen einzigen Liberalen.

taz: Sie haben die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern für die FDP also abgeschrieben?

Kubicki: Nein, aber es ist eben in Mecklenburg-Vorpommern nicht ganz so einfach. Aber mit einem allgemeinen Trend, der uns deutlich über die 5 Prozent hebt, sähe es schon wieder anders aus. Und glauben Sie mir: Der Wiederaufstieg der FDP ist mittelfristig nicht aufzuhalten. Ob Sie das freut oder ärgert, dürfen Sie sich selbst aussuchen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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16 Kommentare

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  • Kubicki hat Entertainerqualitäten, definitiv. Aber ein politischer Fips Asmussen allein bringt noch keine 5 Prozent. Eigentlich wäre liberale, ebenso wie sozialdemokratische Politik nötig, gerade in der inneren Sicherheit oder bei den Bürgerrechten.



    Rechsliberalismus oder Neoliberalismus sind entweder bei der AfD oder der CDU, vor allem die CDU wird damit kaum glücklich. Auf die lange Sicht wäre auch eine Ampel denkbar, das geht aber dann frühestens mit der nächsten Politikergeneration und mit einer FDP, die kooperativer und verlässlicher ist.

  • FDP ist nach meinem Dafürhalten die einzige Partei, die wenig bis nichts hält von der gefühlt permanenten Bevormundung durch die Politik. Starker Gegensatz zu den Oberlehrern, den fanatisch Woken oder auch den väterlichen Kümmerern.







    Ok, keine Ahnung, wie die AfD dazu steht.

  • Finde ich gut, dass die taz Kubicki interviewt, der mit seiner Selbstironie und kein Blatt vor dem Mund durchaus Punkten kann. Dank seiner Intelligenz müsst ihm doch klar sein, dass es gut wäre, den neoliberalen Kurs der FDP zu überdenken und nicht immer gegen die Grünen zu polemisieren. Als ob weitere Verbrenner, die deutsche Automobilindustrie retten würden.



    Musterbeispiel die Bahn, die am Aktienmarkt reüssieren sollte, aber in den Ruin getrieben wurde, weil über Jahrzehnte nicht vom Staat investiert wurde. Würde die FDP hiier solide Antworten liefern. wären 5 Prozent locker driin!



    Spannend wäre gewesen, Kubicki nach der neuen Liebe der Grünen zum Liberalismus und dem Begriff Freiheit zu fragen, den Brantner in den Blättern für nationale und internationale Politik als Vordenkerin propagierte. "Frei sind wir nur im wir", fordert sie.

  • In dieser Zeit, in der Links- und Rechtsextreme Verfassungsfeinde überall gegen die republikanische Demokratie mobil machen, braucht es eine wehrhafte liberale Partei mehr als jemals zuvor!

    Ich wünsche mir, dass die FDP diese Rolle endlich wieder einnimmt.

    • @Thomas O´Connolly:

      Im Prinzip stimme ich zu. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die heutige FDP überhaupt in der Lage ist, liberale Politik zu machen, die nicht nur Freiheit für Wirtschaft und Besserverdienende meint. Eine progressive, liberale Partei mit sozialem Gewissen würde ich sofort wählen.

    • @Thomas O´Connolly:

      Gerne hätte ich mal ein Beispiel für "linke" Verfassungsfeindlichkeit und/oder Mobilmachung gegen die Demokratie.

  • Kubicki & Merz erinnern fatal an Statler & Waldorf aus der Muppet-Show. Gibt es in diesen Parteien denn keine zukunftsgewandten jüngeren Personen mehr? Nicole Büttner ist ja scheinbar leider in der Versenkung verschwunden, obwohl sie Glaubwürdigkeit sehr gut kann wie mir scheint...

  • Hirnzellen Kubickis hätten auf das Direktmandat der FDP einst in Halle verweisen können, um die letzte Hoffnung in Sachsen-Anhalt zu wahren. Das war aber der eher sozialliberal geprägte Genscher.



    Freiheit als Freiheit der sehr Reichen zu verstehen und nicht mit gleichen Chancen und Rechten für wirklich alle zu koppeln, das hingegen ist der Verrat am modernen Liberalismus.

    PS: Sein Vorwurf, "jetzt mit taktischen Manövern [müssten die Grünen] erklären, sie müssten in den Landtag, damit eine AfD-Mehrheit verhindert wird. Erbärmlicher geht es ja nicht." erinnert mich doch an eine gewisse Funktions-Partei, wie hieß die noch mal ... naja, auch nicht so wichtig.

  • Keiner braucht diese Partei ich hoffe sie bleibt wo sie ist unter 5 %

  • Ich drücke ihm die Daumen. Wir brauchen dringend eine Partei für mehr Freiheit und viel weniger Staat. Unsere Wirtschaft wird weg transformiert. Wenn weiter die gut bezahlten Industrie-Jobs wegbrechen, ist niemand mehr da, der den sich stetig ausdehnenden Sozialstaat bezahlt. Dann ist das Ende der Demokratie hier nahe.

    Allerdings solange MASZ in den Talkshows sitzt und für mehr Krieg und Rüstung Werbung macht, ist die FDP nicht zu retten. Das schreckt viele Wähler ab.

    • @Otto Mohl:

      Die fdP ist nicht die Partei der "Freiheit". Was die unter dem Begriff verstehen, das ist nur das Recht und nur die "Freiheit" des Stärkeren. Das was die Aufklärung an Freiheitsgedanken und Idealen formuliert hat, das ist Kubicki vielleicht bekannt, verstanden hat er und die meisten seiner Parteikolleg*innen nicht oder aber das wird ignoriert. Heute ist das ein rein populistisch agierender Lobbyverein im Auftrag der Wirtschaft und der Reichen/Starken in unserer Gesellschaft. No more.

      • @Perkele:

        Ich verstehe unter "Freiheit" zunächst mal, dass mir nicht Jemand vorformuliert, was ich richtig oder falsch zu finden habe und in der Folge auch möglichst wenig bestimmt, was ich zu tun und zu lassen habe. Für den Staat bedeutet das, dass er nicht überlegt, wo er noch was verbieten oder vorschreiben könnte, sondern ob es Verbote und Vorschriften im Einzelfall wirklich braucht.



        Das ist liberale Denke. Das Ergebnis kann immer noch ein tatkräftiger Sozialstaat mit einer relativ hohen Staatsquote sein. Aber mit der Abkehr vom Besserwissertum, das für Alles einen kategorischen Imperativ bereithält und den auch bis ins letzte Detail durchgesetzt sehen wll, und das jede Freiheit, die es selbst nicht unbedingt braucht, für insgesamt verzichtbar hält, wäre schon viel gewonnen.



        Man darf es halt nicht zu monokausal sehen. Freiheit ist genauso wenig NUR die Freiheit Andere auszubeuten, die das mit sich machen lassen, wie sie die Freiheit ist, möglichst unabhängig von der eigenen Produktivität konsumieren zu können. Legt man das Augenmerk NUR auf diese Aspekte - egal ob fördernd oder unterbindend -, produziert das immer unfreie Ergebnisse. Deshalb braucht es - auch - Parteien wie die FDP.

  • Warum nur Kubicki? Von ihm will ich nichts lesen. Nicht beachten, ganz einfach.

  • Bei der FDP ist Ruhe eingekehrt. Totenstille ...

    Das, was die FDP für die "freie Gesellschaft" hält, sind immer nur die obersten 10% der Einkommens- und Vermögensverteilung, die Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Inhaber mittelständischer Firmen. Dort entscheidet der Kontostand über die persönliche Freiheit. Nur mit denen ist es schwer, Wahlen zu gewinnen, denn wer ausreichend wohlhabend ist, hat auch mit Grünen oder Linken an der Regierung keine Probleme zu befürchten, nicht einmal, wenn die Vermögensteuer wieder erhoben wird.

  • Wer so dumm ist wegen Kubicki die fdp anstatt afd zu wählen, hat zumindest der Demokratie, der EU und unserer Verfassung genützt. So traurig ist es mittlerweile in Deutschen Landen....

  • Ich gebe der FDP tatsächlich eine Chance als anarchokapitalistische Partei. Deutsche Ökonomen jubeln schließlich bei Milei, trotz der vielen Nachteile, da ist dieser Weg, den die FDP einschlagen wird, nur naheliegend.

    Schmeißt die Kettensäge an.