Überraschend gute Verkaufszahlen bei BMW: Profit mehr fürs Klima nutzen
BMW kommt besser durch die Transformation als andere Autokonzerne. Die Münchner sollten ihre Gewinne für eine schnellere Klimafreundlichkeit nutzen.
D ie Autobranche kriselt, aber bei BMW läuft es. Der Absatz, die Gewinne, die CO2-Emissionen der Neuwagenflotte, die Nachfrage nach schicken neuen E-Autos, die internationale Wettbewerbsfähigkeit – all das stimmt. Umso schlimmer, dass auch BMW die EU-Regeln für Verbrennerverkäufe immer wieder fleißig infrage stellt.
Die neuen Konzernzahlen zeugen tatsächlich von Erfolg. Seit Januar machte BMW rund 5,7 Milliarden Euro Profit – deutlich mehr als Volkswagen oder Mercedes-Benz. Das neue E-Auto, der BMW iX3, kommt gut an: In Europa reichen die Bestellungen schon einige Monate ins Jahr 2026 hinein. Dafür streicht BMW viel Lob von Experten ein: BMW habe früher als andere auf E-Autos gesetzt, gleichzeitig hielten die Münchner am Verbrenner und teuren Innovationen wie Wasserstoffautos fest – diese langfristige Strategie sei aufgegangen.
Auch der Konzern selbst rühmt sich für seine „Technologieneutralität“. Zu dieser technologieneutralen Strategie gehört aber eben nicht nur, dass BMW früh die Produktion hochwertiger E-Autos angeschoben hat und jetzt die Lorbeeren erntet, sondern auch, dass BMW-Manager regelmäßig gegen die EU-weiten Klimavorgaben für Neuwagenverkäufe wettern. Sie werben dafür, die CO2-Emissionen über die gesamte Produktion und Lebensdauer eines Autos hinweg zu betrachten. Nur auf die Abgase zu gucken, sei zu kurz gedacht.
Das ist ein sinnvolles Argument für klimafreundliche Lieferketten. Als sinnvolles Argument gegen die EU-Klimavorgaben taugt es nicht: Verbrennerabgase machen fast ein Fünftel der europäischen CO2-Emissionen aus – für mehr Klimaschutz müssen sie dringend sinken.
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Wie wäre es, wenn BMW die Innovationen, den wirtschaftlichen Erfolg nutzen würde, um schon in den nächsten zehn Jahren zu einem wirklich klimafreundlichen Autobauer zu werden? Den Verbrenner sanft zu verabschieden und vor allem die europäischen Klimaregeln in Ruhe zu lassen? Solange das Unternehmen das nicht macht, verdient es vielleicht kurz Lob für seine Gewinne. Nicht aber für die langfristige Strategie.
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