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US-israelische Angriffe auf IranTrumps Krieg steckt voller Widersprüche

Leon Holly

Kommentar von

Leon Holly

Die USA wollen das Regime in Iran nur mit Luftangriffen und ohne Bodentruppen stürzen. Trump läutet damit eine neue Phase des MAGA-Imperialismus ein.

Trümmer in Teheran nach einem US-israelischen Angriff auf eine Mädchenschule Foto: Iranian Students' News Agency/AP

D as Motto „Make America Great Again“ wird oft als Zurückhaltung vor Kriegen im Ausland interpretiert. Dieses Missverständnis hat US-Präsident Donald Trump spätestens in seiner zweiten Amtszeit ausgeräumt. Mit den amerikanisch-israelischen Luftangriffen auf Iran am Samstag hat der MAGA-Imperialismus die nächste Eskalationsstufe erreicht.

Mit tief in die Augen gezogener weißer Schirmmütze rief Trump in der ersten Videobotschaft nach Beginn seiner „Operation Epic Fury“ ein neues Ziel aus: den Regimewechsel. Großflächige Angriffe auf iranische Raketenstellungen und Seestreitkräfte würden ausgeführt. Mehrtägige Bombardierungen sollen das Regime in Teheran so schwächen, dass die Bevölkerung es in einem Aufstand abschütteln kann.

Damit ist der Krieg gegen Iran für Trump etwas gänzlich Neues: Der Präsident und seine Verbündeten scheinen tatsächlich den Kollaps der Islamischen Republik herbeiführen zu wollen.

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Auch beim Angriff auf Venezuela zielten die USA auf einen unliebsamen Diktator ab. Jedoch sprachen Trump und Co. im Anschluss an die Entführung Nicolás Maduros nie von einem Regimewechsel – das chavistische System sollte vielmehr erhalten bleiben, und die Nachfolger des Machthabers sollten durch Drohungen gefügig gemacht werden. Anders nun in Iran.

Zivilisten unter Beschuss

Der Ausgang des Krieges ist mehr als ungewiss. Im großen Unterschied auch zur Invasion des Irak 2003, bei dem die USA und ihre Verbündeten völkerrechtswidrig ein Land im Nahen Osten angriffen, um dessen brutale Diktatur zu stürzen, setzen die USA gegen Iran keine Bodentruppen ein. Kein Territorium soll erkämpft und gehalten werden.

Da eine langjährige Besatzung viele Soldaten und Ressourcen erfordert, beschränkt sich Trump im Iran auf Luftangriffe – mit der Hoffnung, dass der iranischen Bevölkerung der Regimewechsel „on the ground“ gelingt.

Das wird viele Zivilisten das Leben kosten. Mehreren Quellen zufolge tötete eine Bombe, die am Samstag in einer Mädchenschule in Teheran einschlug, dutzende Menschen. Nachdem das Regime im Januar tausende Demonstrierende erschossen hat, kommt die Gefahr jetzt von oben.

Trumps Ansprache vom Samstagmorgen offenbarte so auch mit Blick auf die Zivilbevölkerung eine gewisse Widersprüchlichkeit. Der Präsident rief die Iraner einerseits auf, sich zu erheben, sagte aber auch: „Verlassen Sie Ihr Zuhause nicht. Draußen ist es sehr gefährlich. Überall werden Bomben fallen.“ Weil Trump offenbar um die Waghalsigkeit seiner Kriegsziele weiß, erdreistete er sich auch noch, die Iraner vorab für ein mögliches Scheitern verantwortlich zu machen – wenn sie diese „Chance“ zum Sturz der Mullahs nicht nutzen.

Trump und seinen Militärs ist bewusst, dass sich die iranische Führung in den letzten Monaten auf massive Gegenschläge gegen Israel und US-Militärbasen in der Region vorbereitet hat – und diese Angriffe folgten am Samstag prompt. So stellte der Präsident das amerikanische Volk in seiner Rede auch auf Verluste unter US-Amerikanern im Nahen Osten ein.

Unmut bei MAGA

Für Trump ist das ein heikler Punkt. In vergangenen Kriegen – etwa bei der Entführung Maduros oder den Luftschlägen gegen iranische Nuklearanlagen vergangenen Sommer – ist Trumps Anhängerschaft ihm im Großen und Ganzen gefolgt. Doch wenn die USA durch die Gegenangriffe echte Verluste hinnehmen müssen, könnte die Stimmung kippen.

Für die Betriebstemperatur der MAGA-Bewegung sind die Kriegsziele entscheidend. In seiner Rede verwies Trump auf die lange Feindschaft der USA mit der islamistischen Führung in Teheran. Bei vielen Konservativen und Rechten zieht das durchaus.

Doch einige Vordenker der Bewegung, wie etwa der rechte Talkshow-Host Tucker Carlson, haben in den letzten Wochen deutliche Zweifel vorgebracht, dass ein Krieg gegen Iran wirklich im Interesse der USA liegt.

Im nächsten Schritt unterstellen sie oft, die USA würden in Wahrheit nur für die Interessen Israels kämpfen – und von dort ist es nicht mehr weit zu der Erzählung, Trump opfere amerikanische Patrioten für einen „jüdischen Krieg“. Berechtigte Kritik an Netanjahus Kriegstrommelei wird so zum Einfallstor für jenen Antisemitismus, der in der amerikanischen Rechten mittlerweile kaum noch einzuhegen ist.

Ein blutiger Niedergang

Die Kriegslust der Trump-Regierung in Washington kann auch die glühendsten MAGA-Patrioten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das US-Imperium im Niedergang befindet. Nur bedeutet der zunehmende Bedeutungsverlust der USA nicht automatisch eine Politik des Isolationismus.

Anstatt sich zurückzuziehen und sich um ihre heimischen Probleme kümmern, verfolgen die USA mit immer brutaleren Mitteln ihre Ziele. Der weitere Abstieg kann noch viel blutiger und schmutziger werden.

Gewiss, in der US-Rechten gibt es auch eine radikal-isolationistische Strömung, und einiges deutet darauf hin, dass sie stärker wird. Doch „America First“ hieß tatsächlich nie nur nach innen schauen, sondern immer auch: amerikanische Stärke. Wenn der Anspruch auf Vorherrschaft auf die objektiven Bedingungen des imperialen Verfalls prallt, dann kommen ganz neue Monster zum Vorschein.

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Leon Holly
Schreibt über gesellschaftliche Konflikte und internationale Politik, mit besonderem Fokus auf die USA und die Levante. Von 2023 bis 2024 Volontär der taz Panter Stiftung. Davor Studium der Politikwissenschaft und Nordamerikastudien in Berlin und Paris.
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38 Kommentare

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  • Es bestürzt mich zutiefst, dass es allen Ernstes Menschen gibt, die daran glauben, dass es für irgendein Volk letztendlich positiv sein könne, wenn ein Quartalsirrer beschließt dessen Territorium zu bombardieren.



    Dass es Trump in keiner Weise um die Bevölkerung des Iran geht dürfte auch dem Letzten klar sein, der nicht versehentlich im Bible Belt seinen Trailer stehen hat und auf Trump-Bettwäsche schläft.



    Was denn, wenn Agent Orange seine Ziele nicht innerhalb weniger Tage erreicht sieht? Gestaltet er dann dieses Riesenland zu Gaza 2 um? Zurück in die Steinzeit - wie ein US-Militär das dereinst mit Vietnam vor hatte?



    Das einzig Gute, das aus diesem Krieg hervorgehen könnte, wäre das diese US-Regierung sich daran derartig verhebt, dass ihr der amerikanische Wähler den Daumen senkt...

  • Was für ein kläglich einseitiger Artikel. Kein Wort über das Terrorregime der bärtigen alten Männer, die nicht zögern, zehntausende des eigenen Volkes zu ermorden? Kein Wort über den Terror, den das Regime in der Gegen verbreitet hat? Über all die Toten in Syrien, im Libanon, in Israel, im Jemen? Kein Wort über die mörderischen Proxis der Iraner, die Hisbolla, die Huthis, die Hamas und wie sie sonst heißen mögen? Meine Unterstützung haben die Angriffe. Mögen sie die Strukturen des Regimes vernichten auf das das iranische Volk sich erhebt und dieses Regime entgültig hinter sich lassen kann um sich in eine bessere Zukunft aufzumachen.

  • Der Angriffskrieg der USA gegen den Iran hat meiner Meinung nach vorrangig das geopolitische Ziel, Chinas wirtschaftliche und machtpolitische Handlungsspielräume zu begrenzen. Es geht nicht um Demokratie für den Iran – das hat die USA bei ihren vielen militärischen Interventionen noch nie interessiert – oder um die Verhinderung eines Atombombenbaus – dafür gab es keine Belege- sondern in erster Linie um Chinas zu schwächen.



    Die Kontrolle über Energiequellen sowie über zentrale Öl-Lieferketten spielen dabei eine bedeutende Rolle, da China in hohem Maße von Energieimporten abhängig ist.



    Auch der Angriff der USA gegen Venezuela ist in diesem Licht zu sehen. Iran und Venezuela zählen zu wichtigen Öllieferanten, mit denen China in den vergangenen Jahren enge wirtschaftliche Beziehungen aufgebaut hat. Chinesische Raffinerien beziehen iranisches Öl trotz bestehender US-Sanktionen unter anderem über sogenannte „Shadow Fleets“. Auch ein erheblicher Teil des venezolanischen Erdöls wurde traditionell nach China exportiert. Diese Energiepartnerschaften ermöglichten es Peking, Rohöl zu vergleichsweise günstigen Konditionen zu beziehen und damit seine Versorgungssicherheit zu stärken.

  • In Deutschland sollte nicht vergessen werden, dass auch hier eine Diktatur 1945 mit Waffengewalt beendet wurde und dadurch erst (wieder) - zumindest in D-West (BRD) - eine (bis dato) anhaltende Demokratie besteht. Ob und wie das im Iran möglich ist, kann ich nicht beurteilen. Den Hinweis auf die deutsche Geschichte wollte ich jedenfalls in die Gedanken einbringen...

    • @HopeDrone:

      Und dieser unselige Typ will einen Friedensnobelpreis und bekommt vom FIFA Typ auch noch eine „Friedenstrophäe“.



      Die Nazis Deutschlands hatten aber vorher die halbe Welt überfallen, weil sie sich alles aneignen wollten (einschließlich der Weltherrschaft). Trump überfällt, weil er sich auch alles Mögliche aneignen will.

    • @HopeDrone:

      Die deutsche Diktatur wurde deshalb mit Waffengewalt beendet, weil sie zuvor ihre eigenen Waffen gegen fast die ganze restliche Welt erhoben hatte. Und damit völlig zurecht, schon, weil das auf anderem Wege wohl kaum möglich gewesen wäre. So weit ich erkennen kann ist das hier nicht der Fall. Wenngleich die großmäuligen alten Herrschaften mit den Turbanen recht häufig gerne mit Vernichtung drohten. - Schätze, Sie bemerken den Unterschied dann doch...

      Wie Trumps "Experiment" im Iran ausgeht kann leider noch niemand beurteilen. Vielleicht wäre es ja sonst irgendeinem seiner "Berater" möglich gewesen dem Typen aus Gottes eigenem Land sein militaristisches Vorgehen auszureden. Wenns um Eigennutz geht - besonders finanziellen - kann er ja recht sensibel sein.

      • @Der olle Onn:

        Der Unterschied war/ist mir durchaus bewusst. Wollte eben nur bemerken, dass ein Regimewechsel grundsätzlich auch mit Waffengewalt von außen möglich ist.



        Die mutige Bevölkerung stand ja zuletzt trotz großer Gefahr immer wieder gegen das Regime und für Freiheit auf. Ich wünsche den Iraner-innen, dass sie das bald erreichen werden!

    • @HopeDrone:

      Die Analogie zur Niederschlagung des NS-Regimes 1945 können Sie gerne bringen und sie ist ja auch nicht falsch.



      Ich möchte nur eines zu bedenken geben: nicht die alliierten Luftangriffe mit ihren verheerenden Zerstörungen in den deutschen Städten waren es, die die Nazi-Diktatur ins Wanken gebracht haben. Es war die Entscheidung, mit Bodentruppen in das deutsche Reichsgebiet zu gehen, Dabei stießen die Allierten noch bis in die letzten Tage vor dem Zusammenbruch auf den erbitterten, fanatischen Widerstand der deutschen Armee und des von den Nazis organisierten „letzten Aufgebots“. Die alliierten Truppen hatten dabei selbst enorme Verluste hinzunehmen.



      Was bedeutet das mit Blick auf einen möglichen Sturz des Mullah-Regimes von außen? Momentan haben wir eine Lage, in der es offenbar nicht möglich ist, dass Regime von innen zu stürzen. Daran ändert auch die Zerstörung der militärischen Ressourcen des Iran nichts.



      Die USA (und Israel) können mit ihren Luftschlägen den Iran möglicherweise dazu bewegen, seinem Atomprogramm abzuschwören. Aber schon die Bedrohungssituation für Israel kann damit langfristig nicht beseitigt werden, geschweige denn, im Iran einen Regimesturz herbeiführen.

    • @HopeDrone:

      Danke, gute Gedanken.

  • Erinnert mich doch alles sehr an "Wag the Dog". Bis darauf das die Toten echt sind. Ich zitiere Wikipedia: "Als dem US-amerikanischen Präsidenten zwei Wochen vor der Wiederwahl vorgeworfen wird, eine minderjährige Schülerin sexuell belästigt zu haben, engagiert sein Wahlkampfteam Conrad „Mr. Fix-It“ Brean, um die Wahl zu retten.



    Brean sieht die einzige Möglichkeit darin, die Aufmerksamkeit der Medien auf einen (fiktiven) Krieg zu lenken, den er mithilfe des Filmproduzenten Motss in Szene setzt. "

    Hat hier jemand "Eppstein" gesagt? Oder Midterms?

  • Ich hoffe dass die diktatorische Führung wirklich nachhaltig geschwächt ist und die Angriffe auf den Rest weiter erfolgen udn zugleich es wieder zu großen Demonstrationen kommt und man es schafft die Diktatur endlich abzuschaffen! Netanjahu hat Recht, so ein Moment kommt nur einmal in einer Generation! Es muss jetzt endlich die Zeit sein!!

  • Trump ist der erste Präsident der Vereinigten Staaten, den Netanyahu für seine persönliche Zwecke einwickeln und instrumentalisieren konnte. Da funktionieren auch gerade die Checks in der US-Regierung offenbar nicht.

    Offen ist auch, ob die USA auch hier die Opposition erst aufstachelt, dann fallen lässt. Einmal Solidarität mit den Kurden im gewissen Maße wäre da wohl ein besserer Präzedenzfall gewesen.

  • Der Ajatollah war sicher kein Sympathikus, aber ist diese "Bravado-Diplomatie" jetzt der neue Standard?

    Die übriggebliebenen alten Großmächte, seien es Russland, die USA oder andere, scheinen versessen darauf, ihren Abstieg mit fieberhaften, chaotischen Operationen ohne Exitplan begleiten zu wollen.

    Alles noch vorhandene moralische Kapital und jeder Rest einer rationalen Ordnung wird verspielt.

  • "Im nächsten Schritt unterstellen sie oft, die USA würden in Wahrheit nur für die Interessen Israels kämpfen"

    Reza wird von denselben "gemeinnützigen Stiftungen" (501(c) organizations) gesponsort, die auch die Terrororganisationen der Westjordanland-Siedler sponsorn (jetzt wieder, nachdem Biden es unter Strafe gestellt hatte).

    Man kann auch mal schauen, was auf dem Georgetown-Meeting der ADFI 2023 passierte. Da klang der Reza auf einmal gar nicht mehr republikanisch-demokratisch; seine Entourage forderte in ziemlich rüdem Ton, dass die gesamte iranische Opposition sich dem Pahlawi unterzuordnen hätte.

    Als die das nicht wollten, war die ADFI Geschichte.

    Den Namen müsste ich suchern, aber zumindest ein hochrangiger SAVAK-Verbrecher wird in Rezas unmittelbarem Umfeld verortet.

    Insofern würde ich nicht annehmen, dass es auf Seiten Trumps und Netanyahus irgendeinen "Plan" gibt, der über "alles kapottmachen und dann Betongold hinstellen" hinausgeht. Der Angriff war jedenfalls dem Umstand geschuldet, dass die CIA von einem bevorstehenden Spitzentreffen des Regimes an einem ungeschützten Ort erfahren hatte.

  • Es ist ein Dilemma. EinTerror-Regime, dem Menschenrechte und Selbstbestimmung seiner Bevölkerung völlig egal war und das tausende Demonstranten niedermetzeln liess, wurde durch ein evtl. völkerrechtswidriges, militärisches Eingreifen der USA und Israel ausgelöscht. Die Einschätzung, dass der Angriff nicht mit dem Völkerrecht vereinbar war, ist nicht von der Hand zu weisen. Gleichwohl muss man aber auch sehen, wenn man diese völkerrechtlichen Maßstäbe ansetzt, dass das iranische Terrorregime durch gerade dieses Völkerrecht gedeckt war und einen quasi Freifahrtschein für seine Brutalität nach innen und aussen hatte.



    Jetzt bietet diese Situation eine Chance für ein unterdrücktes Volk, seine Freiheit und Selbstbestimmung zurückzuholen, obwohl m.E. leider noch keine relevanten Oppositionsstrukturen vorhanden sind.



    Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man Trump freie Hand lassen darf, was jetzt passiert. Es darf keineswegs ein wie auch immer gearteter Machthaber von Trumps Gnaden installiert werden. Hier bedarf es einer starken Politik der Einflussnahme Europas und anderer wichtiger Verbündeter, um nach dem Sturz des Mullah-Regimes, kein anderes autoritäres Regime folgen zu lassen

  • Man kann den Iran vielleicht an den Verhandlungstisch wegen des Atomdeals bomben, man wird aber so das Regime natürlich nicht wegbekommen. Das hat noch nie funktioniert, schon gar nicht ohne Bodentruppen. Dazu ist der Iran riesig, ebenso wie Rußland in der Ukraine würden die Amerikaner hier blutig und verlustreich scheitern.

    Es ist frappierend, wie wenig lernfähig gerade die Rechten sind. Aber vielleicht geht es gar nicht den militärischen Sieg, sondern um Ablenkungsmanöver wegen Epstein und anderer innenpolitischer Sauereien.

  • Das reaktionäre menschenrechtsverachtende Mullahregime, das gerade 30000 der eigenen Bevölkerung abgeschlachtet hat zu beenden, ist per se eine gute Sache.



    Nur wie verhindert man eine Syrisierung des Iran? Einen jahrelangen Bürgerkrieg mit Millionen an Flüchtlingen, der Zerstörung der ökonomischen Grundlagen des Landes? Denn weder ist der politische Islam degeneriert wie der Vorwende-Realsozialismus noch sind die Nutznießer des Systems dessen überdrüssig und vor allem - diese Kräfte sind hochgerüstet.



    Trump und Netanjahu werden sich nicht wegen neuer Massenfluchten Sorgen machen müssen. Bei ihnen wird kaum einer Einlass begehren. Im Gegenteil, eine Wiederholung von 2015 und die dadurch verursachten Siege Blauner sind ja genau dass was Trump will - die Zerstörung der EU, des sozialmarktwirtschaftlich - demokratischen Gegenmodells zu seinem neofaschistischen Imperialen Träumen..



    Um dass zu verhindern müssen wir jetzt bereits Pläne beschließen, wie mit einem Post-Mullah- Iran so umzugehen ist, dass der kein neuer Irak, Afghanistan oder Syrien wird. Wobei eine Reanimation des Ancien Regime, also einen Shah, dessen Despotie erst zur islamischen Revolution führte, nicht Nachhaltig wäre.

  • Was Viele eigentlich noch nicht verstanden haben: Trump ist der Politiclown (!) der US-Profitgang (wie Epstein, der aber nicht diesen Zugang zu den Medien hatte). Der Vertreter der PROFITeure -in den USA gibt der Binnenmarkt kaum noch etwas her und da sind auch demokratische Umgangsformen nicht mehr hilfreich- hat eigentlich kein richtiges politisches Programm außer dem Retten, was noch zu retten ist in dieser Welt für die einstmals reichste Ökonomie. In der Realwirtschaft kommt es darauf an, die Menschheit mit dem Nötigsten zu versorgen. IT, Militär und Überwachung bis in den Weltraum machen nicht satt und helfen nur noch bedingt bei der Wertschöpfung als Antriebskraft einer Wohlstandsgesellschaft, selbst in China gelingt es 'Unternehmen' nicht mehr, genügend Chancen zu einer Existenzsicherung (Arbeitsplätze) zu ermöglichen. Klerikale, russische Oligarchen und eben Trumps Hintermänner zerstören die Fortschritte, die eine Demokratie eigentlich benötigt, um Allen gerecht werden zu können.



    Ein Recht auf Arbeit und Auskommen, die Beschneidung von Eigentum zugunsten der Mehrheit müssen Bestandteil einer demokratischen Verfassung werden ! Kriege nützen niemandem.

  • Wenn der Iran-Coup gelingt, bedeutet das natürlich einen Booster für Trump. Viele Anhänger, die in den letzten Monaten zu Zweiflern wurden, werden ihm dann erneut zujubeln.

    • @Il_Leopardo:

      Das könnte leider genauso passieren. Da verstehe einer die Amerikaner und ihren Nationalismus...



      Wenn der Lamettamann aus dem Weißen Haus anderen Nationen ungestraft auf die Köpfe hauen kann, wähnt sich scheinbar selbst der Benachteiligtste in seiner Bevölkerung den großen Starken des Planeten zugehörig.

    • @Il_Leopardo:

      Zweifellos ist dies auch ein Grund für den Angriff aber den Preis sollten die Trumpgegner bereit sein zu bezahlen für einen demokratischen Iran. Da die Bevölkerung im Vergleich zum Irak homogener ist und mir die iranische Bevölkerung insgesamt als moderner und aufgeschlossener erscheint bin ich guter Dinge daß dies auch klappt.

    • @Il_Leopardo:

      Für Netanyahu noch mehr. Trumps verbliebene Anhängerschaft nimmt ihm nichts übel und verzeiht ihm alles.

    • @Il_Leopardo:

      Wird er nicht, auch wenn der orangene Clown es so auslegen wird, egal wie es kommt.

  • Wir erleben den moralischen und physischen Bankrott einer Weltordnung, die von Egomanen in Trümmer gelegt wird. Ob Putin mit seinem blutigen Vernichtungsfeldzug gegen die Ukraine oder Trump mit seiner rücksichtslosen „America First“-Abrissbirne gegen internationale Stabilität: Diese Despoten teilen die gleiche Sprache der Gewalt und Verachtung. Sie spielen mit dem Schicksal von Millionen, als wäre die Welt eine private Arena für ihren Größenwahn.



    ​Während ganze Regionen in Schutt und Asche versinken und die mühsam aufgebauten diplomatischen Brücken brennen, feiern sich diese Brandstifter als Retter. Es ist ein zynischer Tanz auf dem Vulkan, der die Zukunft ganzer Generationen verfeuert. Wer Nationalismus über Menschlichkeit und Despotie über das Völkerrecht stellt, führt uns direkt in die Barbarei. Wir dürfen nicht länger schweigend zusehen, wie zwei Männer die Welt in Geiselhaft nehmen und die Freiheit auf dem Altar ihrer Machtgier opfern. Der Widerstand gegen diesen globalen Wahnsinn ist keine Option, sondern eine Überlebensfrage!

    • @amigo:

      Danke für das treffende Ausdrücken meiner Gedanken.

    • @amigo:

      "Wer Nationalismus über Menschlichkeit und Despotie über das Völkerrecht stellt, führt uns direkt in die Barbarei."

      Da Mullah Regime hat allein im Januar diesen Jahres, an zwei Tagen, bis zu 40.000 Menschen ermordet. Das IST die Barbarei - ganz ohne Trump.

    • @amigo:

      Klares Jaein. Wie weit kam denn Völkerrecht, Moral und internationale Ordnung zu den Themen Tibet, Gaza, Sudan, Nordkorea, Afghanistan, Ukraine.... als Platzhalter für Völkergerechtigkeit, Frauenrechte, Minderheitenrechte, territoriale Integrität?



      Kurzum: Das funktioniert nur wenn sich alle an internationale Regeln halten. Und sorry, die Themen sind alle so alt, da gab's Trump eben noch gar nicht!

  • Nur aus der Luft angreifen? Als die USA die Kurden in Syrien gegen den IS unterstützten, war das ein solidarisches Eingreifen. Wie weit das iranische Volk seines Selbstbewusstseins beraubt wurde durch die schiitische Islamismus-Ideologie und ihre Islamwächterblockwarte, wissen weder taz-Kommentatoren noch US-Präsident Trump. Trump versucht also einfach, die Iraner zu ihrem Glück zu zwingen, ohne wissen zu können, ob die dazu eingesetzten Bomben auf fruchtbaren Boden fallen in Bezug auf daraus, ja ausgerechnet daraus folgende Volkserhebung.

    Luftangriffe waren auch vor Kurdistan schon wiederholt die US-Strategie in der Region. Gegen Saddam Hussein wurden unverholen von Bush senior die Laserbomben und von Bush junior die Marschflugkörper getestet! Bush senior war immerhin noch ein vernünftiger Republikaner, Bush junior entfachte bereits neuen US-Nationalismus (Heimatschutzministerium), begleitet von Sarah Palins Tea-Party-Bewegung. Stärker als Palin erwiesen sich Fox-News, Breitbart & Co, um Trumps Präsidentschaft endgültig einen pseudokonservativen destruktiven Impetus zu verpassen, von dem die USA sich erst nach Jahrzehnten erholen können.

    • @Uwe Kulick:

      "Wie weit das iranische Volk seines Selbstbewusstseins beraubt wurde durch die schiitische Islamismus-Ideologie und ihre Islamwächterblockwarte, wissen weder taz-Kommentatoren noch US-Präsident Trump."

      Man muss sich doch nur die jungen Frauen in Tehran anschauen, um zu wissen dass die Antwort "erstaunlich wenig" ist.

  • sehe es schlichter.

    Trump ist in den Umfragen abgestürzt und mit seinen Zöllen gescheitert; seine Beteiligung an Epsteins Verbrechen wird immer offensichtlicher. Kurz gesagt, er ist innenpolitisch, außenpolitisch und persönlich angeschlagen. Mit einem Amoklauf in Gestalt eines völkerrechtswidrigen Angriffskriegs reagiert er darauf.

    Innenpolitisch, indem er die Haudrauf-Instinkte menschenverachtender, rassistischer Primitivlinge, die seine wichtigste Unterstützerbasis (auch in Deutschland, aber das interessiert ihn nicht) darstellen, bedient.



    Außenpolitisch, indem er die speichelleckerischen Reflexe seiner rückgratlosen Vasallen, u.a. Deutschland, hervorruft.



    Und persönlich, indem er seine eigenen niederen Gelüste nach Gewalt und Dominanz befriedigt.

    Es gibt zur Zeit keinen Grund zu der Annahme, dass ihm dies nicht gelingt.

    • @TobyR:

      Sehe das ähnlich. Trump implodiert innenpolitisch und explodiert nach außen. Ablenkungsmanöver Amoklauf. Hat er sich das von Netanjahu abgeguckt? Es scheint Überschneidungen zu geben, was die Egos und Machterhaltungsstrategien dieser Männer betrifft. Bezeichnend, dass sie das zusammen durchziehen.

  • "So stellte der Präsident das amerikanische Volk in seiner Rede auch auf Verluste unter US-Amerikanern im Nahen Osten ein."



    Da gerät gerade etwas außer Kontrolle.



    Die FIFA muss unverzüglich die WM-Ausrichtung wegen Sicherheitsbedenken überprüfen, vielleicht ganz grundsätzlich sofort in Frage stellen, ob man die physische und psychische Gesundheit aller Beteiligten, auch der multikulturell engagierten Fans, garantieren kann.



    Ein kritischer Blick auf die Teilnehmer und ihre politische "Lagerzugehörigkeit" reicht.

  • Die USA entfernen sich immer weiter von den Errungenschaften der Aufklärung, der Zivilisation, des Humanismus. Ein solcher Zynismus wie ihn das Trump-Regime an den Tag legt, gepaart mit kaum zu übertreffender Selbstsucht gehört in die finstersten Abschnitte der Menschheitsgeschichte. Wo bleiben nur die aufrechten Leute, die sich (noch) nicht diesem Trend hingeben wollen??

    • @Perkele:

      "Wo bleiben nur die aufrechten Leute, die sich (noch) nicht diesem Trend hingeben wollen??"

      Die sitzen in Tehran im Folterknast, und Reza wird sie nicht ohne Risiko freilassen können. SAVAK 2.0 ist geradezu vorprogrammiert.

      Der einzige iranische Spitzenpolitiker der letzten Generation, der beim Volk nicht völlig verhasst war, war Rouhani - aber der war dann durchweg beliebter als Trump oder Netanyahu es in ihren jeweiligen Ländern vor einer Woche waren.

      Um Reza an die Macht zu bomben, wird man eine Menge wesentlich legitimere Oppositionelle ausschalten müssen - im Prinzip dasselbe, was Khomeini gemacht hat.



      Der hat ja auch nur als berufsbeleidigter Jetset-Exilant eine bereits ohne ihn erfolgreiche Revolution gekapert.

      Aber immerhin kann man bei dieser Gelegenheit sehen, woher das Wort "Jubelperser" kommt.

    • @Perkele:

      Vielleicht ist es ja doch eine Überlegung wert, ob es nicht auch positiv zu sehen ist, wenn ein Regime gestürzt wird, dass innerhalb weniger Tage Zehntausende Zivilisten töten liess.

  • Wir haben in den 1950er bis 1970er-Jahren in Mittel- und Südamerika gesehen, was passiert, wenn die USA rechtsextreme Marionetten zur Macht verhelfen. Die Abholzung der Regenwälder oder der aufblühende "Narco-Kapitalismus" sind noch garnichts, es gipfelte bis in die Konzentrationslager vom neoliberalen Pinochet, wo sogar ein Fußballstadion zu einem Lager umgestaltet wurde.

    Der Iran soll also auch zur Marionette werden. Manche Golfstaaten sind es bereits, Öl und Geld fließen im Übermaß hin und her, die Völker haben darunter zu leiden. Einfache Beduinen oder Frauen haben nichts zu sagen, Einspruch und Klagen werden verboten, und das ist den Machthabern nur recht so.

    Läuft also gut für die neue Weltordnung.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Pinochet war ein Militärdiktator, ein brutaler Verbrecher; und das Fußballstadion, worin man Victor Jara die Hände zerschlug, kennt man. Ich hätte es Folterlager genannt und nicht mit Ihrem Ausdruck bezeichnet. Ist ja auch schon schlimm genug.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Wir leben aber nicht mehr in den 1950er bis 1970er Jahren und Trump sagt selbst dass die iranische Bevölkerung den Machtwechsel -wenn gewünscht- selbst in die Hand nehmen muss…wir haben das Jahr 2026 und es hat sich so einiges geändert in dieser Welt, kommt doch bitte alle mal in der Gegenwart an.