piwik no script img

Schufa-Auskunft reformiertHört auf, mich zu beobachten!

Anastasia Zejneli

Kommentar von

Anastasia Zejneli

Die Schufa will transparenter werden und ändert ihr Punktesystem, doch das Unternehmen bleibt eine unangenehme, kontrollierende Instanz.

Unter ständiger Beobachtung Foto: Jean Marmeisse/plainpicture

L iebe Schufa,

du sagst, es soll alles besser werden mit uns. Das freut mich, denn ich denke oft an dich. Du bist mein Schatten, meine Begleiterin. Als ich eine Wohnung in Berlin suchte, ein neues Bankkonto abschloss und Klamotten im Internet kaufte. Immer sitzt du mit strengem Blick auf meiner Schulter und beobachtest alles, was ich mit meinem Geld so anstelle.

Du willst ein Urteil über mich fällen. Sollte man mir Geld leihen? Zahle ich es pünktlich zurück? Eine Zahl zwischen 0 und 100 entschied über mein Schicksal. Dich komplett zufriedenzustellen, das schien unmöglich zu sein.

Ich habe große Angst vor dir. Was, wenn meine Unachtsamkeit und unbezahlte Rechnungen mal dafür sorgen, dass ich keinen Kredit bekomme, wenn ich dringend einen brauche? Ich monatelang verzweifelt eine neue Wohnung suche und mich der Vermieter wegen deinem Urteil doch nicht einziehen lässt? Immer wenn mein Daumen über die „Später zahlen“-Funktion schwebt, meldest du dich in meinem Hirn. Dass ich sie nicht nutzen muss, ist ein Privileg, das verstehst du nicht.

Ich bin nicht die Einzige, die du beobachtest. Ich muss mir da nichts einbilden. Bei fast 70 Millionen Menschen ziehst du dieselbe kontrollierende Nummer ab wie bei mir. Ob das okay ist? Das hast du wohl niemanden gefragt. Und entscheidest weiter über private Schicksale.

Viele verkennen dein wahres Gesicht, glauben, dass eine Behörde, eine staatlich kontrollierte Institution hinter dir steht. Doch so ist es nicht. Du bist eines der machtvollsten Unternehmen, besessen von Banken und Einzelhändlern, die interessiert sind an meinem Umgang mit Geld.

Über die Jahre bist du kontrollierender geworden. Wolltest mehr Informationen haben, dir Kontoauszüge anschauen und kurz speichern. Im Gegensatz dazu würdest du dir deine Einschätzung noch mal überlegen, die Leute neu bewerten. Zum Glück kam es nicht so weit.

Jetzt wirst du nun doch weicher im Alter, dich gibt es ja schon seit 1927.

Du willst dich ändern. Das haben mir schon oft Personen versprochen. Offene Kommunikation sei dir wichtig, sagst du. „Radikal“ sei deine Veränderung, sagen jetzt einige. Anhand von 12 Kriterien darf ich mich nun von dir messen lassen. Keine spät bezahlten Rechnungen? Gut. Plus 264 Punkte. Keine neuen Ratenkredite? Gut. 66 Punkte.

Es mag sein, dass du transparenter wirst, doch du bleibst unfair, magst die Armen und Jungen nicht. Wer wenig Geld hat und nicht pünktlich zahlen kann, den bestrafst du. Wer auf Raten kauft auch. Du siehst es nicht gern, wenn Leute oft umziehen. Stellst Leute unter Generalverdacht. „Es ist nichts Persönliches“, willst du dich herausreden. Nur Statistik! Leute, die jahrzehntelang an der gleichen Adresse wohnten, zahlen eben mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ihren Kredit zurück, denkst du.

Ich besitze keine Immobilie und habe daher auch nie einen Immobilienkredit besessen. Was macht das in deinen Augen mit mir? Ich bin weniger wert. Denn wer gewissenhaft sein Haus abbezahlt, der ist a) meistens reich und b) wurde durch die Bank gut geprüft. Keine 55 Punkte für mich.

Nun willst du mich neu an dich binden, für einige Euro im Monat, kannst du mich auch per Mail belästigen. „Meine Schufa kompakt“ oder „Meine Schufa plus“ nennst du dich dann und hältst mich über meine Bonität am laufenden. Doch das will ich gar nicht. Ich will nicht, dass du netter oder einfacher zu verstehen bist.

Liebe Schufa, ich will, dass du für immer gehst.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Anastasia Zejneli
Redakteurin
studierte Wirtschaftspolitischen Journalismus in Dortmund, war Taz-Volontärin, Redakteurin im Auslandsressort und arbeitet aktuell bei Taz2. Schreibt in der Kolumne "Economy, bitch" über Popkultur und Wirtschaft. Bluesky: anastasiazej
Mehr zum Thema

89 Kommentare

 / 
  • Die Oberfläche wird transparenter, die Darstellung des Score wird anders. Die Aussagekraft bleibt weiterhin begrenzt: Wer sogenannte "Zahlungsstörungen" aufweist, bekommt nicht mal mehr einen Score zugewiesen. Das können (auch kleinere) Ereignisse aus der Vergangenheit sein. Oder eine noch laufende oder bis vor sechs Monaten abgeschlossene Restschuldbefreiung. Ohne Ansehen des aktuellen wirklichen Verhaltens, Einkommens etc. wird der rote Stempel auf die Stirn gedrückt.



    Bei allem Verständnis für Risikominimierung ist das schon ein Problem.

  • Die Kommentare sind schon wild.

    Wie kann man so viele Jahre im Kapitalismus leben und die Spielregeln nicht verstehen.

    Die Schufa-Hater tun so, als würden sie spontan an einer Raststätte einem wildfremden Obdachlosen 500 Euro leihen.

  • Ich verstehe das Problem nicht. Zahlt einfach Eure Rechnungen pünktlich, schließt keine Kreditverträge ab, deren Raten Ihr nicht oder nur auf Knirsch bezahlen könnt, und alles ist gut.

    Ich finde es vollkommen richtig, daß Leute, die das gerne mal schleifen lassen, auch Konsequenzen spüren.

    Es gab eine Menge berechtigte Kritik an der Intransparenz der Schufa, jetzt ist sie auf einem guten Weg.

  • Ich denke ganz ohne Bonitätsauskünfte wird es nicht gehen.

    • @Tom Tailor:

      Das betrifft doch nur ein paar Totalverweigerer, beim Rest gibt es nachvollziehbare Gründe, warum er das mit dem Bezahlen nicht schafft - ein solidarisches System muss das aushalten. 😎😁

  • Die Denke hier im Artikel dass ein "Wert" eines Menschen in der Schufa abgebildet sei erscheint mir doch ziemlich evangelisch zu sein. In katholisch dominierten Gegenden ist solch eine Denke fremd.

    Mir lugt hier der asketische Protestantismus (insb. Calvinismus) durch, der aus ist auf Arbeitsethik, Sparsamkeit und rationale Lebensführung.

    Die Bewertung der Schufa wird durch die Sozialisation der Betrachter bestimmt. Dort geht es nur um Vertrauenswürdigkeit bei Geldgeschäften

  • Ist so eine Handhabung, wie von Unternehmen wie der Schufa, also die Einstufung von Bürgern aufgrund äußerst sensiber Daten als Grundlage dieser Einschätzung, mit unserem Datenschutz zu vereinbaren ?



    Schon als sehr Grenzwertig anzusehen.

  • Die Autorin scheint weder zu wissen, dass die SCHUFA ein Unternehmen ist, noch warum dessen Dienste von Geschäfte Treibenden in Anspruch genommen werden. Es steht jedem frei Alternativstrukturen zu entwickeln. Die große Frage bleibt, ob ein alternatives Werkzeug auf mehr Gegenliebe der Autorin fallen würde.

    • @Rosa Roxanne:

      Nein steht es nicht. Denn es wird ja die SCHUFA Auskunft gefordert.



      Da kann man noch so viele alternative Strukturen entwickeln.



      Warum also steht es einen Unternehmen zu derart sensible Daten zu ziehen und warum funktioniert das nur einseitig?



      Ist nur wichtig das die Gläubiger ihre Schuldner kennen?



      Warum gibt es keine Gegenseite damit man genauso informiert wird ob man sich dort Geld leihen sollte?



      Die "Geschäfte" von denen sie da sprechen sind: wir nutzen die Not des Kunden aus und zwingen ihn daher seine Daten herauszugeben, meist ohne Klärung was mit diesen Daten passiert (haben sie jemals einen Vermieter vorher was unterschreiben lassen damit er ihre Daten nicht nutzt?).



      Das ist Machtgehabe und nur deshalb (vom Verbraucher) geduldet weil man vom Staat nicht davor geschützt sondern dazu gezwungen wird.



      Warum gibt es zB keine SCHUFA für Unternehmen, ob sie ihren Lohn pünktlich zahlen?

      • @Das B:

        @Das B



        " Warum gibt es keine Schufa für Unternehmen, ob sie ihren Lohn pünktlich zahlen "



        Genauso wichtig wie die Informationen bezüglich pünktlicher Lohnzahlungen eines Unternehmen sind aber auch, wenn nicht sogar noch wichtiger der Background der Unternehmen, gehören die Unternehmen z. B. zur Scientology Organisation und würde ich als Arbeitnehmer für so eine menschenverachtende Organisation arbeiten wollen. Jeder selbstverantwortliche Mensch sollte immer Hinterfragen, mit was für Menschen und Geschäftsleuten er Verträge macht.

      • @Das B:

        "Warum gibt es keine Gegenseite damit man genauso informiert wird ob man sich dort Geld leihen sollte?"

        Stiftung Warentest Finanstest ?

        • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

          Es steht Ihnen frei zu glauben was Sie wollen.



          Ich empfinde den Verleich eines Verbraucherportals das lediglich Drittmeinungen (zumindest fragwürdiger Herkunft) zurate zieht, nicht äquivalent zu einen Unternehmen das (eigentlich) private Daten nutzt und ausliest.

      • @Das B:

        Als Privatperson kann ich den Spieß auch umdrehen und eine Bonitätsauskunft über Unternehmen einholen. Das bietet die Schufa auch an.

        Die Schufa sollte man differenziert diskutieren: für Unternehmen sinkt das Risiko von Zahlungsausfällen, das sie sonst einkreisen müssten. Davon profitiert man dann auch als Schuldner.

      • @Das B:

        Ich finde diese Vorschläge immer herrlich.



        Sie offenbaren, das scheinbar nicht geschaut wurde ob es sowas gibt und man sich lieber empört und so tut als ob es das eben nicht gibt und alles unfair ist

        Es gibt diverse Portale, die AGs bewerten, da hat sich nur nicht ein Unternehmen herauskristallisiert.

        Kununu , Google Rezensionen. Es gibt diverse infomöglichkeiten.

        Ob man auf der Basis da anfängt ist jedem selbst überlassen.

        • @Lio:

          Es gibt kein einziges Verbraucherportal das wirklich seriös ist, schon gar nicht Google.



          Jeder kann dort bewerten oder zahlen damit man bewertet wird.



          Das ist keine Ansatzweise valide Informationsquelle, bestenfalls eine grobe Richtlinie.



          Wie sie richtig sehen ist es zudem mit einer Menge Aufwand verbunden das alles zu recherchieren.



          Die Schufa macht das für den Auftraggeber selber und auf Grundlage von privaten Daten und nicht nach Meinung und Schmiergeld. Hofft man zumindest.



          Also: warum hat eine Seite das Recht die persönlichen Daten auslesen zu lassen, die Andere nur die Möglichkeit sich auf die Meinung fragwürdig qualifizierter Dritter verlassen zu müssen?

          • @Das B:

            Das ist mir bewusst. Dennoch ist es sehr interessant , zu sehen , was die negativen Bewertungen sind. Da lässt sich viel rauslesen.

      • @Das B:

        Sie verstehen offenbar nicht warum es ein System wie die Schufa gibt. Wenn Sie, z.B. als Vermieter auf Nachweise verzichten, ist das ja Ihre persönliche Entscheidung. Die Frage ist bloß, wie lange Sie Ihr Angebot so aufrecht erhalten können. Genau so geht es sämtlichen Banken, Telekommunikationsdienstleistern etc. Würden diese auf Zuverlässigkeitsprüfungen verzichten, würden zunächst die "ehrlichen" Kunden die Zeche zahlen und im Weiteren würden die Unternehmen ihre Angebote nicht aufrecht erhalten können.



        Ihre Fragen laufen daher ins Leere.

        • @Rosa Roxanne:

          Zuverlässigkeitsprüfung vom Telekommunikationsdienstleitern, Banken oder Vermieter.



          Ich sagen mal: Internetgeschwindigkeit, Servicetelefon, Überweisungsgeschwindigkeit, Wucherzinsen, Kaution.



          Ich kenne niemanden der damit noch nie Probleme hatte.



          Diese also sollen ein Recht auf eine Prüfung meiner sensiblen Daten haben?



          Die hätten einfach nur mehr Risiko beim wuchern.



          Aber ok so unterscheiden sich Lebensrealitäten.



          Meinen ersten Komentar dürfen sie leider nicht lesen.



          Es gibt auch weitere Argumente.



          Nur soviel. Falls ich ihnen wenigstens das sagen darf.

  • "Ich besitze keine Immobilie und habe daher auch nie einen Immobilienkredit besessen. Was macht das in deinen Augen mit mir? Ich bin weniger wert."

    Das nicht Besitzen eines Immobilienkredit ist kein Schufa Kriterium. Und wenn doch, macht es aus Ihnen aus Schufa-Sicht eher einen wertvolleren Menschen. Wer keine Kredite braucht, kann sie auch nicht versemmeln. Ist abgesichert und ausgesorgt.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Das ist leider falsch. Wenn man nie einen Kredit genommen hat ist man ein unbeschriebenes Blatt und natürlich weniger "wert" (aus SCHUFA-Sicht) als jemand der Kredite nahm und abbezahlte.



      Sollte man eigentlich wissen.

      • @Das B:

        Wissen sollte man, das das nicht negativ bewertet wird und das pünktliche Abbezahlen eines Kredits leicht positiv.

        • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

          Siehe unten. Der Kommentar dürfte schon freigeschaltet worden sein als sie mir diesen Unsinn verkaufen wollten. Nicht negativ stimmt wohl. Aber neutral ist halt immernoch schlechter als positiv.



          So einfach.



          Danke @silicananopartikel

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Doch das Vorhandensein eines Immobilienkredits bringt +55 Punkte.



      Das ist auch vollkommen gerechtfertigt, da bei einem Immobilienkredit umfassende Prüfungen zu Einkommen und Vermögen durch die Bank durchgeführt werden die weit über das hinaus gehen was die Schufa weis. Somit ist ein Immobilienkredit ein starkes Indiz für eine gute Bonität.

  • Man kann durchaus die bisherige Intransparenz kritisieren und auch die Frage stellen, warum das ein Privatunternehmen macht. Grundsätzlich ist die Schufa aber eine sinnvolle Einrichtung, denn niemand will Geschäfte mit jemanden machen, bei dem von vornherein klar ist, das er seinen Vertragsverpflichtungen nicht nachkommen kann.



    Und bis man einen Schufa-Score hat, der tatsächlich negative Konsequenzen nach sich zieht muss man schon vollständig die Kontrolle über seine Finanzen verloren haben

    • @Samvim:

      Warum gibt es sowas dann nicht für Arbeitgeber? So mit pünktliche Lohnzahlung usw?



      Die Geschäfte von denen sie hier sprechen sind meist auf Ausbeute ausgerichtet.



      Also ist es ok vorher zu schauen ob was zu holen ist?



      Zudem ist der Punkt mit Privatunternehmen ja wohl absolut dubios.



      Und dieses dubiose Unternehmen soll ihre Kreditwürdigkeit allimentieren?



      Ob und wann der Schufa-Score negative Konsequenzen hat ist alles andere als pauschal.



      Also verharmlosen sie das Ganze nicht.



      Wenn zwei einen guten Schufa-Score haben wird trotzdem im Zweifel der bessere genommen.

      • @Das B:

        Macht der Verbraucher doch auch mit Internet-Bewertungen von Restaurants, Hotels, Trusted Shop, Ärzten usw. Man nimmt im Zweifelsfall die bessere Bewertung. Für Betriebe haben schlechte Bewertungen, ob berechtigt oder nicht, auch negative Konsequenzen.

        • @Oma:

          Absolut innkorrekt. Denn eine schlechte Bewertung zählt im Jobcenter nicht als Ablehnungsgrund.



          Zumal Verbraucherportale keine verlässliche Quelle sind, höchstens eine grobe Einschätzung.



          Die Bewertungen sind weder überprüft noch von Profis erstellt. Das sind bloße Meinungen. Die Schufa sollte auf Daten beruhen.

          • @Das B:

            Was hat denn das Jobcenter mit schlechten Bewertungen zu tun?

            Über die Unzuverlässigkeit von Verbraucherportalen bin ich mir schon im Klaren. Trotzdem: wenn man noch keine Erfahrung mit einem Laden hat und niemanden kennt, der ihn schon mal ausprobiert hat, schaut man schon drauf, oder?

      • @Das B:

        "Warum gibt es sowas dann nicht für Arbeitgeber?"

        Gibt es doch - Kununu ist für den an Informationen interessierten im Gegensatz zur Schufa sogar komplett kostenfrei...

        • @FriedrichHecker:

          Ja und genauso verlässlich wie man es für lau bekommt... Im Gegensatz zur Schufa hat das nichts mit Daten sondern mit Meinungen zu tun.

      • @Das B:

        "Warum gibt es sowas dann nicht für Arbeitgeber? So mit pünktliche Lohnzahlung usw?"



        ---



        Arbeitnehmer sollen über ihren künftigen potentiellen Arbeitgeber eine Schufa-Auskunft einlesen können?



        Witzige Idee. Gut, hat vielleicht mit der Realität nicht viel zu tun, aber witzig finde ich den Gedanken schon.

  • Irgendwie ja schon recht skurril, so ein



    " offenes Buch " über jeden Bürger im Lande zu führen. Überhaupt die Schufa als ein rechtmäßiges Geschäftsmodell zu empfinden, wer genehmigt so ein Geschäftsmodell eigentlich und warum ?



    Aber Andererseits, wenn wir selber ein Geschäft oder einen Vertrag, mit einer uns noch unbekannten Person tätigen wollen, ist es da nicht auch von Vorteil für uns, da wir einige Informationen über unseren zukünftigen Geschäftspartner bekommen können ? Erspart uns doch auch eventuellen Ärger. Also sollten wir doch bitte immer beide Seiten sehen.

  • taz: **Die Schufa will transparenter werden und ändert ihr Punktesystem, doch das Unternehmen bleibt eine unangenehme, kontrollierende Instanz. [...] Liebe Schufa, ich will, dass du für immer gehst.**

    Warum hat eine 'Privatfirma' überhaupt so viel Macht in diesem Land? Kritiker bemängeln schon lange die enorme wirtschaftliche Macht dieses privaten Unternehmens über die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Mietverträge, Mobilfunk, Kredite).

    Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in wegweisenden Urteilen das Geschäftsmodell der Schufa und die Nutzung von Scoring-Werten zwar massiv eingeschränkt - was zu einer grundlegenden Reform des Systems geführt hat - aber dennoch bleibt die Frage: Warum hat ein Privatunternehmen überhaupt so viel Macht in diesem Land?

    [Die SCHUFA Holding AG ist eine private Aktiengesellschaft und keine staatliche Behörde. Als Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei sammelt sie Daten über das Zahlungsverhalten von über 68 Millionen Privatpersonen und mehreren Millionen Unternehmen, um deren Kreditwürdigkeit (Bonität) zu bewerten.]

    • @Ricky-13:

      Warum hat eine 'Privatfirma' überhaupt so viel Macht in diesem Land?

      Wollen sie etwa eine politische Behörde? Geleitet von Politikern und ihren Beamten?



      Dann gibt es bei den Anhängern der falschen Partei einen Sperrvermerk!

    • @Ricky-13:

      "Warum hat eine 'Privatfirma' überhaupt so viel Macht in diesem Land?"

      Wahrscheinlich weil jene, die Werte verkaufen diesen Service bezüglich der Zahlungsfähigkeit eines Kunden schätzen und gerne dafür zahlen.

      Aber trotzdem eine gute Frage. Und zwar hinsichtlich der Macht, die der Staat haben sollte. Daher die Gegenfrage: Was könnte besser laufen wenn der Staat die Bonitätsauskunft organisiert, über diese Daten verfügen kann und sie definieren kann?

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        *Mit der Schufa begann es 1927 in Berlin: Walter und Kurt Meyer hatten eine Idee – eine zentrale Datenbank, die Verbrauchern den Zugang zu Krediten erleichtert und Unternehmen Sicherheit gibt.*, liest man nach ein paar Klicks im Internet.

        Das ist ja alles schön und gut, aber warum werden 68 Millionen Privatpersonen 'ständig unter die Lupe' genommen, obwohl davon nur ein Bruchteil ab und zu mal eine SCHUFA-Auskunft benötigt? Die Schufa (SCHUFA Holding AG) verdient sehr viel Geld mit den Daten von ca. 68 Millionen Privatpersonen - und bis dato hat sich da merkwürdigerweise noch niemand Gedanken drüber gemacht.

        Sie fragen: "Was könnte besser laufen wenn der Staat die Bonitätsauskunft organisiert?"

        Der demokratische Staat - als "Mutter" des Landes - ist keine Privatperson und will mit den sensiblen Daten (ihrer "Kinder") Geld verdienen. Außerdem wird dann nur derjenige kurz unter die Lupe genommen, der auch tatsächlich in diesem Augenblick eine Auskunft über seine Kreditwürdigkeit benötigt. Es werden dann nicht ständig ca. 68 Millionen Bürger von einem Privatunternehmen "überwacht". Ein Privatunternehmen (!), was sich mit unseren sensiblen Daten auch noch dumm und dusselig verdient.

        • @Ricky-13:

          "Außerdem wird dann nur derjenige kurz unter die Lupe genommen, der auch tatsächlich in diesem Augenblick eine Auskunft über seine Kreditwürdigkeit benötigt. "

          Wie soll das funktionieren, dieses just in Time Ermitteln von nötigen Daten zur Beurteilung der Bonität?

          Sie werden auch nicht überwacht.mSie können weiterhin einen Dummen finden, der ihnen Geld leiht, sein Haus verkauft or whatever und diesen Leuten dann ihr Geld vorenthalten. Die Schufa überwacht das nicht.

          Ähnliches machen auch die Bewertungsportale im Internet.



          Bei Google können Sie einsehen, ob ein Betrieb mistig ist, ob das Hotel schimmelig ist.

          Auch da jammern die Betroffenen Unternehmer herum und wollen schlechte Bewertungen als "Überwachung" abgeschafft wissen.

          Wem den Dienst der Schufa zu teuer ist, der kann sich seine Risikobewertung auch selber basteln. Dann gibt es halt nur Geld für finanziell potente mittelalte Weiße Männer, weil dort das finanzielle Risiko am geringsten ist.

        • @Ricky-13:

          **Der demokratische Staat - als "Mutter" des Landes - ist keine Privatperson und will mit den sensiblen Daten (ihrer "Kinder") KEIN Geld verdienen.**

          Mit einem zusätzlichen "kein" wird der eine Satz im obigen Kommentar von mir sicherlich verständlicher.

          Noch eine Ergänzung zur 'Schufa': Die SCHUFA Holding AG ist ein hochprofitables, privatwirtschaftliches Unternehmen, veröffentlicht jedoch keine klassische Bilanzsumme, die als "Gesamtvermögen" bezeichnet wird. Die finanziellen Daten zeigen jedoch, dass die SCHUFA durch den Verkauf von Bonitätsinformationen ein sehr starkes Geschäft betreibt, das zuletzt erneut gewachsen ist.

          • @Ricky-13:

            Natürlich wird die Arbeit! die dahinter steckt auch bezahlt und nicht verschenkt. Sowas nennt sich halt Geschäft. Und wenn es ein sehr starkes Geschäft ist, dann zeigt es, dass es stark gefragt ist. Das sich das "profitabel" ist, ist doch trivial. Was sollte stattdessen besser sein? Das es so mies bewirtschaftet ist, dass der Steuerzahler die Auskunft finanzieren muss?

  • Ein wenig kurz gedacht.

    Wenn jemand ein geringes Einkommen hat und eine große Anschaffung machen will, was dann?

    Geht um nichts überlebensnotweniges, einfach mal etwas anderes schönes wollen.

    Also? Wer geht das Risiko ein und schreit hier?

    Wer glaubt, nur weil jemand Kohle hat, zahlt er Schulden? Warum dann überhaupt ein Kredit machen ?!

    Oder will man doch lieber wissen, ob derjenige seine Raten zahlt?

    Sind wir soweit, dass wir dann aus der Tasche versuchen Referenzen zu ziehen?

    Es geht übrigens nicht nur ums Haus, auch wer andere Kredite ordentlich zurückzahlt hat eine positive Auskunft….

    Ich bin übrigens froh zeigen zu können dass ich brav zahle und dementsprechend eine guten Kredit bekommen zu haben. Könnte die Bank das nicht erfragen, würde sie einen Risikoaufschlag nehme müssen, und dass heißt ich muss mehr zahlen.

  • Ich bin dafür die Schufa-Auskunft abzuschaffen! Google weiß das doch viel besser!? 🤣

  • Was soll das Jammern?!



    Banken und Handel sind auf die Informationen von Schufa, Credit Reform und Experian, um nur die 3 größten Unternehmen zu nennen, angewiesen. Um das zu verstehen muss man nur den Geschäftsvorgang umkehren: Kommentare tun sich immer leicht, die Auskunfteien an den Pranger zu stellen. Dabei dürfte doch jedem klar sein, dass er selbst wohl kaum einen Kredit an jemand wildfremden vergeben würde, nur weil der freundlich anfragt!? Und ja, auch ein Internet-Kauf ist zuallererst ein Kreditgeschäft!?



    Geradezu dumm erscheint mir die Frage:



    "Was, wenn meine Unachtsamkeit und unbezahlte Rechnungen mal dafür sorgen, dass ich keinen Kredit bekomme, wenn ich dringend einen brauche?"



    Hallo? Sie haben schon unbezahlte Rechnungen und benötigen "dringend" einen Kredit? Gerade diese Mentalität der hemmungslosen Konsum-auf-Kredit-Gesellschaft macht doch die Risikobewertung erst nötig!



    Es wird viel zu selten über den nützlichen Effekt der Bonitätsprüfung gesprochen: Die Vermeidung unnötiger Risiken, nicht nur für Handel und Banken, sondern in erster Linie für die Betroffenen!?

    • @Stephan Weber:

      „Es wird viel zu selten über den nützlichen Effekt der Bonitätsprüfung gesprochen: Die Vermeidung unnötiger Risiken, nicht nur für Handel und Banken, sondern in erster Linie für die Betroffenen!?“

      In meine früheren beruflichen Leben arbeitete ich in einer Bank, die für - je nach Sichtweise - großzügige oder agressive Kreditvergabe bekannt war. Von einem Kunden wurde ich beschimpft, weil er Probleme mit einem Inkassounternehmen hatte. Dieses hat sich auf Hausbesuche spezialisiert. Ich wurde beschimpft, weil wir seinen Kreditantrag ablehnten. Dadurch sei er quasi gezwungen worden, sich an einen unregulierten Kreditvermittler zu wenden.

    • @Stephan Weber:

      "Und ja, auch ein Internet-Kauf ist zuallererst ein Kreditgeschäft!?"



      Aber eher umgekehrt. Der Käufer bezahlt meist zuerst und muss dann darauf vertrauen, dass der Verkäufer liefert.

  • Die Schufa will doch gar nicht fair sein.



    Es ist nicht im Sinne ihrer Kunden, dass die Daten frei von Biases sind. Die Kunden der Schufa wollen knallharte Risikoberechnung. Und jemand, der privilegiert genug ist, auf Ratenzahlung zu verzichten, ist nunmal beliebter als jemand, der den Kredit wirklich braucht.



    Was jedoch deutlicher kommuniziert werden müsste ist die Frage: Woher bekommt die Schufa die Zustimmung ihres Datenviehs. Klar, wenn ich einen Kredit aufnehme, stimme ich aktiv einer Schufaüberprüfung zu. Doch meinem Rechtsverständnis nach, dürfte danach erst ein Datensatz von mir entstehen dürfen. Komischerweise wird der Datensatz aber schon bei der Eröffnung des ersten Bankkontos angelegt. Also in der Regel, bevor die Leute zustimmungsfähig sind.



    (Irgendwo versteckt es sich sicher im Kleingedruckten, aber auf eine Weise, dass man entweder zustimmen oder auf jegliche Bankgeschäfte verzichten kann. Echte Wahl hat man also nicht.)

    Dann vielleicht doch lieber wie in den USA: Vor dem Hauskauf eine Kaffemaschine auf Raten kaufen, damit die Bank Daten hat, mit denen sie arbeiten kann.

    • @Herma Huhn:

      "Es ist nicht im Sinne ihrer Kunden, dass die Daten frei von Biases sind" - Wenn die Biases dazu führen, dass kreditwürdige Kunden abgelehnt werden, ist das nicht im Sinne des Erfinders.

      "Und jemand, der privilegiert genug ist, auf Ratenzahlung zu verzichten, ist nunmal beliebter als jemand, der den Kredit wirklich braucht." - Nein beliebter ist jemand, der sehr viele Kredite aufgenommen hat uns sie alle anstandslos zurückgezahlt hat. Menschen über die keine Daten vorliegen (weil sie bisher keine Kredite brauchten), sind eine Blackbox und daher erstmal suspekt...

    • @Herma Huhn:

      In den USA gibt es Equifax und Experian. Die funktionieren sehr ähnlich wie die Schufa.

      Und natürlich kann man schon bei der Eröffnung eines Bankkontos die Schufa-Klausel ablehnen. Die Bank wird einen normalerweise trotzdem nehmen. Und genau so selbstverständlich wird die Bank dann das Konto strikt auf Guthabenbasis führen, und jede Überweisung die auch nur einen Euro ins Miese geht automatisch ablehnen.

      • @TheBox:

        Das Problem entsteht doch schon früher: Woher bekommt die Schufa die Daten und mit welchem Recht verarbeitet und soeichert sie diese.

      • @TheBox:

        Gerade recherchiert: Wenn Sie ein Konto haben möchten, dass nicht mit der Schufa zusammenarbeitet, müssen Sie sich das erst mal leisten können.



        Nicht nur, dass diese Konten kein Dispo gewähren, sie erheben auch Gebühren, die sich gewaschen haben. Gleicher Service, aber mit Schufa-Eintrag ist für die Hälfte oder sogar weniger zu haben, obwohl die Bank keinerlei Risiko eingeht, wenn gar kein Kredit gewährt wird.

      • @TheBox:

        Und wie viel Prozent der Kunden entdecken diese Klausel wohl und entscheiden sich bewusst dafür, und wie viel Prozent bekommen einfach keine anderen Kontovarianten präsentiert, wenn sie sich nicht aktiv darum kümmern und nachfragen, was diese eine Klausel innerhalb von drei bis fünf Seiten Kleingedrucktem bedeutet?



        Ja, man könnte jetzt argumentieren, dass Erwachsene Menschen das doch gelesen haben müssen. Aber wer, der nicht schon von vorneherein das Wissen darum mitbringt, würde diese Klausel im Vertrag entdecken und verstehen. Bankberater sind anders als Ärzte nicht verpflichtet jede Klausel mit den Kunden durchzugehen und sicherzustellen, dass auch alles verstanden wurde.

  • Zunächst mal: "a) meistens reich" - Wer reich ist, benötigt in der Regel keinen Immobilienkredit! Der Großteil dürften ganz normale Leute aus der Mittelschicht sein, die hart dafür arbeiten und an anderen Stellen den Gürtel enger schnallen um den Kredit gewissenhaft abzubezahlen. Nicht jeder der oberhalb des Mindestlohns verdient ist automatisch reich!

    Ich bin auch der Meinung, dass die Tätigkeit der Schufa in öffentliche Hand gehört. Allerdings müsste das dann ähnlich wie beim ÖRR über die Verfassung vor politischer Einflussnahme geschützt werden, damit nicht nach jeweiligem politischem Mainstream an den Kriterien rumgebastelt wird.

    Aber es braucht eine solche Einrichtung, die die Kreditwürdigkeit aller potentieller Vertragspartner nach nachvollziehbaren und festgeschriebenen Kriterien bewertet. Mit dem neuen Score tut die Schufa mit dem neuen Score. Ich bin auch der Meinung, dass es eine Opt-out Option geben muss. Es muss dann aber so geregelt sein, dass für die, die nicht von der Schufa erfasst werden wollen, die entsprechenden Risikoaufschläge nicht auf die anderen umgelegt werden dürfen. Sprich, wer nicht bewertet werden will, muss die Konsequenzen selbst tragen.

    • @silicananopartikel:

      Bisher wird die Schufa von den Banken und Sparkassen finanziert, also von denen, die auch den Nutzen aus der Sache ziehen. Warum in Gottes Namen soll das die öffentliche Hand übernehmen? Abgesehen davon, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit die Kosten steigen werden, ist der Sinn mehr als zweifelhaft. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, die Banken mit Kreditwürdigkeitsinformationen über potentielle Kunden zu informieren.



      Im Übrigen kann man sich der Schufa auch entziehen. Man muss dann halt damit leben, dass man vermutlich nur ein Guthabenkonto führen kann und auch mit (inländischen) Kreditkarten wird es schwer.

  • Quasi in der Realität machtvoller Monopolist:



    /



    "Die Schufa ist kein Monopolist: Auch andere Auskunfteien wie Crif Bürgel, Creditreform Boniversum oder Arvato Infoscore sammeln Daten von Personen und Firmen und urteilen über deren Kreditwürdigkeit. Doch keine andere Auskunftei ist in Deutschland so einflussreich wie die Schufa, wenn es um das Bewerten von Verbrauchern geht."



    spiegel.de 2018



    Damals weiter dort:



    "Einem der beteiligten Journalisten dieser Recherche ist das vor einigen Jahren selbst passiert: Nach einem Umzug verweigerte ihm ein Provider einen Festnetzanschluss, weil die Schufa ihn angeblich nicht kannte und in der Folge einen sehr pessimistischen Score zurückspielte. Erst später stellte sich heraus: Durch den Umzug waren die Daten nicht richtig zugeordnet worden. Die Schufa selbst hat das erst auf Nachfrage bemerkt."



    Die Schufa ist offensichtlich systemrelevant, aber sie (und das) kann (oder muss) sich ändern.

  • Der Artikel ist absolut treffend! Vielen Dank dafür!

  • Durch was will man denn die Schufa ersetzen?



    Wie wollen wir die finanzielle Seriösität eines uns fremden Menschen einschätzen?



    Irgendeine Möglichkeit ist nötig.

    Beispiel:



    Jemand hat eine Summe geerbt, die es erlaubt eine Immobilie für die Vermietung anzuzahlen. Um die Raten leisten zu können, ist die Person die vermietet auf pünktliche Zahlung der Miete angewiesen.



    Wie wollen sie die Zahlungsfähigkeit potentieller Mieter denn bewerten?

    • @Sole Mio:

      Mit einem Nachweis der letzten Lohnabrechnungen.



      Warum sollte aber Wohnraum überhaupt Ware sein, die Zahlungsfähigkeit bedingt? Schnorrt man halt herum, na und?

      • @Troll Eulenspiegel:

        Super Einstellung!!!



        „Warum sollte aber Wohnraum überhaupt Ware sein, die Zahlungsfähigkeit bedingt?“



        -> weil das ja irgendjemand anders bezahlt hat

        „Schnorrt man halt rum, na und?“



        Das löst tief blicken und zeigt sehr viel über Ihre soziale Einstellung!

        Menschen mit solchen Einstellungen zerstören die Loyalität ihrer Mitmenschen, den Sozialstaat und schaden somit den wirklich bedürftigen!

      • @Troll Eulenspiegel:

        @Troll Eulenspiegel



        Warum nicht mit offenen Karten spielen. Also wenn man korrekt mit seinen Mitmenschen umgeht, kann man auch korrektes Verhalten erwarten, oder ?



        Wenn sich jeder unkorrekt verhält, wie soll da eine Gesellschaft funktionieren ?



        Meine Erfahrungen zeigen mir, es gibt immer einen Weg sich zu einigen.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Vielleicht, weil irgendwer viel Zeit und Geld (was nichts anderes ist als das Gegenstück für Arbeit, die mal geleistet wurde) investiert hat, um diese Wohnung zu errichten und bewohnbar zu machen. Derjenige, der sie nutzen darf, sollte also etwas zur Kompensation leisten. Der Besitzer wird jedenfalls Nutzer bevorzugen, die das wertschätzen, was er anbietet und nicht glauben, es stünde ihnen zu, weil sie es wollen.

        • @Dr. McSchreck:

          "Vielleicht, weil irgendwer viel Zeit und Geld (was nichts anderes ist als das Gegenstück für Arbeit, die mal geleistet wurde) investiert hat, um diese Wohnung zu errichten und bewohnbar zu machen."

          Also meine Vermieterin hat die Wohnung geerbt. Sie hat also nicht dafür gearbeitet 😉

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            @warum_denkt_keiner_nach?



            Dann könnte Ihre Vermieterin also auch die Wohnung abreißen lassen und sich einen supi schönen Garten auf dem Grundstück anlegen lassen, falls Ihre Vermieterin keinen bock mehr auf die Verantwortung, bezüglich der Erhaltung von Wohnraum hat...

            • @Alex_der_Wunderer:

              Ja, kann sie.

            • @Alex_der_Wunderer:

              Natürlich könnte sie versuchen, ihre Haushälfte abzureißen. Aber dann müsste sie ja für ihren Unterhalt arbeiten gegen.

              PS: Den Garten hat sie schon an dem Haus, dass Papa für sie gebaut hat.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Was soll das dann bedeuten?



            Weil Ihre Vermieterin die Wohnung nur geerbt hat, hat sie weniger Rechte? Oder kein Recht Miete zu verlangen?

            • @Sole Mio:

              Natürlich hat sie nicht weniger Rechte. Und sie darf natürlich auch Miete verlangen. Ich habe nur festgestellt, dass sie nicht dafür gearbeitet hat. Ist einfach eine Tatsache.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Sie hat nicht selbst dafür gearbeitet, aber ihre Vorfahren. Sie wird aber sicher den einen Handwerker gegen Entlohnung beschäftigt haben, damit die Wohnung in einem bewohnbaren Zustand bleibt.

            • @Dr. McSchreck:

              Es plädiert ja auch keiner dafür, dass der Mieter keine Miete bezahlen muss.

            • @Dr. McSchreck:

              Die meisten Vorfahren haben für irgendwas gearbeitet.



              Allerdings sollte der Mensch für sich selbst sorgen...

              Und was die Handwerker betrifft. Das Meiste mache ich selbst. Und als ich meine Vermieterin letztens darum gebeten habe, wenigsten darüber nachzudenken, meine Heizung aus den 70ern in den nächsten Jahren mal zu ersetzen, hat sie brüsk abgelehnt.

              • @warum_denkt_keiner_nach?:

                Ja, die einen haben für eine Immoblilie gerarbeitet, die anderen für einen Urlaub.

                Sie haben offenbar keine nette Vermieterin.

                • @Dr. McSchreck:

                  Irgendwie scheinen Sie immer davon auszugehen, dass Häuser im Schweiße des Angesichts ihrer Besitzer gebaut werden. Das ist aber bei weitem nicht immer so. Im vorliegenden Fall hat der Vater die Haushälfte günstig aus einer Erbmasse gekauft. Unter Ausnutzung der dörflichen Vetternwirtschaft...

                  Sie wissen doch der Teufel sch... immer auf den größten Haufen. Oder anders ausgedrückt. Irgendwann "arbeitet" nur noch das Geld.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Die Person könnte aber auch massive Ausgaben z.B. für Kredite haben, das sieht man nicht bei einer reinen Betrachtung der Einnahmeseite. Klar könnte man den Mieterschutz massiv aufweichen, was z.B. die Folge von der Schufa-Abschaffung wäre.

      • @Troll Eulenspiegel:

        "Warum sollte aber Wohnraum überhaupt Ware sein, die Zahlungsfähigkeit bedingt? "



        Weil der Vermieter, egal ob privat oder Genossenschaft, halt auch laufende Kosten hat.



        Und wer bezahlt dann den Strom, das Wasser etc für den Schnorrer?



        Ne, solchem Abschaum stelle ich eine Wohnung bestimmt nicht zur Verfügung.

        • @Oleg Fedotov:

          Guten Tag Oleg Fetodov

          Abgesehen davon, dass Sie eine ironisch gemeinte Bemerkung nicht erkennen, die ich allerdings auch nicht besonders originell finde.



          Abschaum ist keine adäquate Bezeichnung für Menschen. Lassen Sie das bitte sein, oder diskutieren Sie hier in diesem Forum nicht mit !

      • @Troll Eulenspiegel:

        Die Lohnabrechnung belegt nur die Einnahmenseite.



        Die Ausgabenseite wird erst durch die Schufa-Auskunft deutlich.



        Denn: Wer sagt Ihnen denn, dass ich bei 10.000 EUR mtl. Nettoeinkommen lt. Lohnabrechnung meinen Unterhaltspflichten, meinem Hauskredit, meinem Handy-Vertrag, meiner Gasrechnung etc. etc. pünktlich nachkomme? Keiner.

        • @CR43:

          Die Schufa weiß, wieviel Geld ich ausgebe?

        • @CR43:

          Wer sagt Ihnen denn, dass ich bei 10.000 EUR mtl. Nettoeinkommen lt. Lohnabrechnung ...

          Ich habe als Verkäufer einst erlebt, dass bei einem Mobiltelefonvertrag, jemand mit einen Einkommen von 25.000 DM abgelehnt wurde. Warum kann ich natürlich nicht sagen, aber nach dem Gespräch mit der Telefongesellschaft verlies er kleinlaut den Laden.

        • @CR43:

          Wer verhindert denn jetzt, dass ich mich hoffnungslos überschulde? Ausfallende Kredite scheinen trotz allem Risiko ein Super-Geschäft zu sein. Wieso sonst sollte es so viele Möglichkeiten geben, seine Geschäfte auch ohne Bonität zu machen?



          Kauf jetzt, zahl später!



          0% Finanzierung



          Ratenzahlung



          Handyvertrag ohne Schufa



          Es gibt einen Riesenapparat um Kredite, die ohne jegliche Sicherheiten gewährt werden. Diese werden oft gerade von den Kunden genutzt, die bei der Schufa einen schlechten Score haben. Scheint sich ja trotzdem zu lohnen. Warum, wenn es doch ohne Informationsflut angeblich nicht geht?

          • @Herma Huhn:

            "Scheint sich ja trotzdem zu lohnen. Warum, wenn es doch ohne Informationsflut angeblich nicht geht?"

            Ganz einfach... weil bei diesen Geschäften Zinssätze berechnet werden, die es salopp gesagt erlauben, die Zahlungsausfälle der Nichtzahler mit den Zinsen der Zahler auszugleichen (Geschäftsmodell Kredithai - nur in der Regel ohne Schlägertrupp). Kein Geld zu haben, muss man sich auch leisten können.

          • @Herma Huhn:

            Da irren Sie sich aber ganz gewaltig. Bei all diesen Verträgen brauchen sie ihren Perso und die EC Karte, Und schon läuft die Schufa Anfrage. Das wird alles im Geschäft online gemacht..

          • @Herma Huhn:

            Kauf jetzt, zahl später! 0% Finanzierung, Ratenzahlung, Handyvertrag ohne Schufa

            Das meiste davon werden Sie nicht bekommen, wenn Sie bei der Schufa nicht bekannt sind oder einen schauerlichen Score haben. Nur weil damit geworben wird, heißt dass nicht, dass jeder diese Dinge auch bekommen kann.

        • @CR43:

          Hat niemanden was anzugehen, wer was ausgibt und ob Rechnungen bezahlt werden oder nicht. Das kann der kapitalistische Unternehmer ruhig machen, je transparenter er ist desto besser.

          Aber ein Obdachloser, der für wenige Stunden wie ein Normalo aussehen kann, kriegt keine Wohnung, weil er von irgendwelchen Zahlen vom Schufakredit vorverurteilt wird? Menschen mit psychischen Behinderungen, weil man es ihnen nicht zutraut ein normales Leben zu führen? Was darf's noch sein, Spielsucht und Alkoholismus?

          • @Troll Eulenspiegel:

            Wenn man sein Eigentum beschützen möchte, das man sich vielleicht zur Absicherung im Alter angeschafft hat, möchte man schon wissen wer da einzieht und ob dieser finanziell auch verlässlich sein könnte. Viele sind auch auf regelmäßige Mieteinnahmen angewiesen um die Finanzierung zu gewährleisten.

            Ein anderer denkbarer Weg wäre, dass eine höhere Kaution verlangt wird und in Kombination das Mietrecht angepasst wird.

            Etwa 2 Monatsmieten Kaution und wer 3 Mieten im Rückstand ist, kann dann geräumt werden.

            Es kann ja nicht sein, dass man sein Eigentum jemand zur Verfügung stellt ohne sich irgendwie abzusichern. Am Ende bekommt man selbst finanzielle Schwierigkeiten und wer hilft einem dann?

  • Niemand ist gezwungen, einen Kredit aufzunehmen. Aber ohne Schufa wären die Banken kaum bereit, Kredite zu vergeben. Angesichts der fallenden Zahlungsmoral wäre das zu riskant.

  • Danke für den Artikel! Datenkraken, wohin das Auge schaut...



    Neuerdings möglich:



    "Kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO" anfordern

  • Und ich möchte, dass die Schufa bleibt.

    Das sie eine Datengrundlage bildet, dass sie die Leute diszipliniert, dass sie ein wenig Gerechtigkeit schafft (warum soll ich als "guter" Schuldner soviel zahlen wie ein "schlechter" Schuldner), dass die Schufa Vergleichbarkeit schafft.

    Ja, über die Messmethodik kann man streiten. Ja, es kommt sicher auch mal zu falschen Urteilen. Und ja, manchmal kriegt man leider keinen Kredit.

    Aber die Abschaffung dieser Institution würde zur vollständigen Willkür bei der Kreditvergabe führen. Und zu weitaus höheren Zinssätzen für den Durchschnittsbürger, da die Geldverleiher sonst das Risiko auch mal viel zu hoch einschätzen.

    Darum bleib bitte. Auch wenn sich das nicht immer toll anfühlt.

  • "Viele verkennen dein wahres Gesicht, glauben, dass eine Behörde, eine staatlich kontrollierte Institution hinter dir steht. Doch so ist es nicht. Du bist eines der machtvollsten Unternehmen, besessen von Banken und Einzelhändlern, die interessiert sind an meinem Umgang mit Geld."



    Warum ist dann im Untertitel von einer Behörde die Rede?

  • Inhaltlich stimme ich dem Kommentar voll zu. Nur im Vorspann hat sich ein Fehlerteufelchen eingeschlichen: Die Schufa ist keine Behörde sondern ein privates Datensammel-Unternehmen. Ansonsten sage ich Danke für den Kommentar.

    • @Michael Rupprecht:

      ... und es steht jedem absolut frei, der Schufa zu sagen, dass sie keine Daten über ihn/sie führen soll.

      • @Winnetaz:

        Es steht auch jedem frei, ohne Strom und fließend Wasser im Wald zu wohnen.



        Die Möglichkeit der Datenerhebung zu widersprechen existiert doch ausschließlich in der Theorie.