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Rüstung oder Rente Mit diesem Haushalt verspielt die Regierung Vertrauen

Carolina Schwarz

Kommentar von

Carolina Schwarz

Die Priorität der Bundesregierung liegt bei Waffen, Sozialausgaben werden gekürzt. Perfide wird es dort, wo Kürzungen als Fortschritt verkauft werden.

E ine Botschaft hat die Bundesregierung diese Woche eindeutig klargemacht: Ihre Priorität liegt bei Waffen. Fast jeder dritte Euro des Bundeshaushalts 2027 geht für Panzer, Kampfflugzeuge, Drohnen drauf. Der Verteidigungsetat liegt bei 109,7 Milliarden Euro, dazu kommen 30 Milliarden aus dem Sondervermögen der Bundeswehr. Auch ohne lästige Saarlandvergleiche ist klar, dass es sich hier um einen großen Batzen Geld handelt. Ein Rekordwert. Und wenn an einer Stelle geballert wird, wird meist an anderer gespart. Im Haushalt der schwarz-roten Koalition ist das vor allem im Bereich des Sozialen geplant.

Also bei denen, die es ohnehin nicht leicht haben: bei Geflüchteten, denn für Integrationskurse steht weniger Geld zur Verfügung; bei Armen, denn die Einsparungen beim Wohngeld sind so immens, dass alle Beziehenden sie spüren werden; bei Eltern, denn sie müssen nicht nur bei Unterhaltsvorschüssen für Alleinerziehende oder Kinderzuschlägen, sondern auch beim Elterngeld Abstriche hinnehmen; bei Kindern, denn nicht nur Sprach- und Leseprogramme werden nicht mehr unterstützt, auch Kitas bekommen weniger Geld; bei Alten und Kranken, denn sie werden schlechter versorgt.

Besonders perfide sind die Kürzungen da, wo sie als Fortschritt verkauft werden wie bei der Reform des Elterngelds. Familienministerin Karin Prien (CDU) erhöht zwar die monatliche Höchstsumme und den Mindestbeitrag minimal, doch dafür wird der Anspruch auf Elterngeld von vierzehn auf zwölf Monate gesenkt. Und es wird nur dann in Gänze ausgezahlt, wenn beide Partner_innen es jeweils mindestens drei Monate beziehen. Ein Schritt Richtung Gleichberechtigung soll das sein, denn Männer werden gedrängt, mehr Elternzeit zu nehmen.

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In der Realität bedeutet das, dass Heteropaare künftig entscheiden müssen: Geht der Mann nach der Geburt sofort wieder der Lohnarbeit nach und lässt die Mutter im Wochenbett allein, oder wird das Kind mit zehn Monaten zur Eingewöhnung in die Kita gesteckt, damit ab dem elften Monat beide wieder arbeiten können? Beides ist unrealistisch. Ersteres lässt die Gesundheit der Mutter eigentlich nicht zu. Zweiteres ist durch die Unterversorgung mit Kitaplätzen, die immer noch an den meisten Orten herrscht, gar nicht möglich.

Diese ausweglose Situation ist der Politik bislang keinen Kommentar wert. Leiden werden darunter vor allem Mütter, die sich weniger schonen können und gleichzeitig schneller fit für den Arbeitsmarkt sein müssen. Das Ganze als Fortschritt zu verkaufen, ist blanker Hohn. Und das ist nur ein Beispiel der Maßnahmen, mit denen die Regierung aktuell das Vertrauen der Bürger_innen verspielt. Auch weil sie so tut, als sei ihre Panzer-statt-Kita-Politik alternativlos. Dabei sind sowohl die Höhe des Verteidigungsetats als auch die Frage, woher das Geld dafür kommen sollte, diskutabel.

Linke Kritik wird pauschal weggewischt

Kaum jemand in diesem Land bestreitet, dass Deutschland mehr Geld als vor ein paar Jahrzehnten für seine Verteidigung ausgeben muss. Doch es scheint, je umfangreicherer Militarisierung und Aufrüstung werden, desto weniger darf darüber gesprochen werden. Linke Kritik an milliardenschweren Rüstungsausgaben wird pauschal weggewischt. Wer kritisiert, dass Rüstungskonzerne Erfolgsumsätze feiern und die Bundeswehr mit Geld zugeschüttet wird, wird wahlweise als naiv oder als Putin-Fan abgestempelt. Dabei müssen milliardenschwere Ausgaben erklärt werden, und ein simples „Frieden“ reicht hier nicht. Denn wer sagt denn, dass mit 109,7 Milliarden Euro Verteidigungshaushalt Frieden sicherzustellen ist, mit weniger aber in keinem Fall?

Und warum muss all das auf dem Rücken der Schwachen ausgetragen werden? Wieso sollen Alte, Eltern, Kinder, Kranke und Arme für etwas leiden, das auch die Reichsten des Landes bezahlen könnten? Eine höhere Reichen- und Erbschaftsteuer könnten die Einsparungen im Sozialen verhindern. Und dann gibt es noch die geschätzt 200 Milliarden Euro, die sich der Staat jährlich durch Steuerkriminalität und Geldwäsche aus der Tasche ziehen lässt.

Dabei könnte genau dieses Geld helfen, dass die Bundesregierung eine ganz andere Botschaft verkünden könnte. Nämlich: Priorität ist, dass das Leben in diesem Land eines ist, dass sich alle leisten können.

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Carolina Schwarz

Carolina Schwarz Ressortleiterin taz zwei

Ressortleiterin bei taz zwei - dem Ressort für Gesellschaft und Medien. Schreibt hauptsächlich über intersektionalen Feminismus, (digitale) Gewalt gegen Frauen und Popphänomene. Studium der Literatur- und Kulturwisseschaften in Dresden und Berlin. Seit 2017 bei der taz.
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37 Kommentare

 / 
  • So ganz kann ich die Aufregung nicht verstehen .



    Es war doch klar , dass es mit Merz und



    Klingbeil so kommen wird .



    Ich vermute es wird noch schlimmer kommen.



    Sagte Klingbeil nicht , die " Reformen " müssen weitergeführt werden .



    Die Menschen mit wenig Geld müssen heute



    den Gürtel enger schnallen , morgen werden



    Sie ihn verkaufen müssen , weil sie gar kein Geld mehr haben.



    " WACHT AUF VERDAMMTE DIEßER ERDE ,



    DIEN MAN EUCH ZUM HUNGERN ZWINGT .... "

    • @Worgt Michael:

      Kein Gott, kein Kaiser, kein Tribun.

      Umverteilung sollte zumindest nach unten statt nach oben gehen.

  • Die Ruhe, mit der die Politik der Regierung hingenommen wird, ist erschreckend.

    Da wird mit dem Vorschlaghammer gegen den größten Teil der Bevölkerung vorgegangen. Da wird bei der Gesundheit gespart, Alterssicherung wird gekürzt, Wohnen zum Luxus gemacht, die Rechte der Beschäftigten zusammengestrichen und und und...

    Und was macht die Bevölkerung? Sitzt zu Hause und grummelt. Dabei gäbe es doch Möglichkeiten. Warum ruft z.B. Frau Fahimi ihre ca. 5,5 Millionen Mitglieder nicht zum großen Protesttag auf? Natürlich mit Einladung an alle anderen, die in diesem Land den Karren ziehen. Aber selbst von da kommt nichts als ein paar lahme Worte. Es ist zum verzweifeln...

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Eine effektive Maßnahme wäre ein Generalstreik , aber politische Streiks sind verboten. Warum eigentlich ?



      Weil er eine effektive Waffe wäre , um etwas zu



      verändern .

      • @Worgt Michael:

        Natürlich hat man sich bei Gründung der BRD etwas dabei gedacht 😉

        Aber Demos sind nicht verboten...

  • Genau ! Der Merz macht autoritäre Politik, um die demokratischen Ansprüche der Deutschen im keim einzuschüchtern und nebenbei AfD Politik zu machen . Es ist auch antifeministische Politik, das geht gar nicht ! Auch muss nicht so viel Geld den US millitärisch-industriellem Komplex zugeschantzt werden, um Trump zu gehorchen ! kommt um 14.00 Uhr U Gesundbrunnen zur Demo gegen Rüstungswahn!

  • "Zweiteres ist durch dieUnterversorgung mit Kitaplätzen, die immer noch an den meisten Orten herrscht, gar nicht möglich."

    Einspruch, Frau Schwarz. Ist durch Heiko Werning widerlegt:



    taz.de/Die-Wahrheit/!6194716/

  • »Kaum jemand in diesem Land bestreitet, dass Deutschland mehr Geld als vor ein paar Jahrzehnten für seine Verteidigung ausgeben muss.« — wirklich?

    • @Saschas2Cents:

      Ja wirklich! Jedenfalls so lange, wie die diplomatischen Bemühungen nicht stattfinden. Es gibt kaum eine*n Politiker*in, der/die sich ernsthaft für Gespräche mit allen ! Seiten es Ukraine-Krieges einsetzt. Automatisch kommt auf eine solche Aufforderung der Einwand: Putin WILL gar nicht verhandeln.



      Wollen wir das denn? Wirklich?

      • @Perkele:

        Wo kommen wir denn da hin, wenn die ausgerufene (Anti-)Konversionsstrategie für die Metallindustrie gleich wieder in Frage gestellt wird? Investoren und Finanziers* brauchen Planungssicherheit. Jetzt kann nicht einfach mit den Russen verhandelt werden, ohne dem parteiübergreifenden kriegskeynesianischen Mainstream ein zumindest gleichwertiges Feindbild zu liefern. Das zarte Pflänzchen (Anti-)Konversion würde verkümmern, bevor es zu Kräften gekommen ist. -- Sarkasmus aus.

        *Blackstone, Advent, Fidelity, Noteus etc.

      • @Perkele:

        Ja wollen wir. Nur Putin insistent auf einer Kapitulation. Gegen Verhandlungen auf Grundlage des völkerrechts hat niemand etwas.

        • @Machiavelli:

          Wenn wir wirklich wollen, warum wurde dann der EU-Kommissar heftigst attakiert nur weil er mit Putin telefoniert hatte? Ob Putin absolut unbeweglich ist, das ist eine Behauptung von hier. Wenn man nichts versucht, dann kann es auch nichts werden. Putin hatte Gerhard Schröder als Vermittler vorgeschlagen. Das war keine gute Idee, doch unsere Diplomatie hat komplett versagt, indem sie nicht auf der Stelle eine*n andere*n Vermittler*in vorgeschlagen hat. Dann nämlich wäre Putin in der Defensive gewesen, jetzt wird klar, dass WIR uns gedrückt haben. Nein, ich kann nicht erkennen, dass wir wirklich wollen - außer in den berühmten Sonntagsreden.

          • @Perkele:

            Nö.



            Putin sagt selbst, dass er nichts akzeptiert, was nicht einer Kapitulation ähnelt.

            Immer wieder.

            Putin muss nicht mit Deutschland verhandeln.

            Er muss mit der Ukraine reden.

            Da hat er vor kurzem erst wieder Gespräche abgelehnt.

  • Krisen immer schön für Sozialkürzungen nutzen!



    s/



    Oder aber für echte Verbesserungen. Die Union muss noch stärker das neoliberale "Keine Steuererhöhungen"-Ideologiebrett durchsägen und Gerechtigkeit zulassen. Und milliardenschwere Bevorzugungen von Fossil/Auto/Flug stoppen. Sie könnte jetzt auf die Krise verweisen.



    Vielleicht wäre Merz sogar zu clever, um die Krise zu nutzen, um Spahn, Reiche & Co. durch Fachkundigere, Gemeinwohlorientiertere zu ersetzen. Mensch darf ja träumen. Wobei Merz anschließend selbst nach dieser Logik zurücktreten müsste und die Union ja immer noch ihr Personalproblem hat, solange sie ihren Trumpf Günther nicht ziehen möchte.

    • @Janix:

      Laut einem Spiegelartikel sind die starken Männer im Hintergrund Spahn und Dobrindt. Teile der Union möchten wohl eher nach Rechts.

      • @Captain Hornblower:

        Das sehe ich genauso. Es ist die Grundlage für eine bald erfolgende Koalition mit den Faschisten. Die csdU wird lieber als Minderheitsfraktion mit denen arbeiten, als in einer Regierung, an der auch die Linke beteilgt ist. Bemerkenswert, denn die Linke hat keineswegs die Bestrebung, die Demokratie abzuschaffen, die AgD ganz sicher.

      • @Captain Hornblower:

        Dobrindt hat auch mal Verkehr versenkt und Maut mit in Schuld. Spahn ist noch rätselhafter, was weiß der an Saunageheimnissen?



        Die Union täte wohl gut daran, nicht zur Konkurrenz zu schielen, sondern ruhig zu analysieren, was aus ihrer Sicht fürs Land am besten ist und mit einem christlichen, demokratischen, sozialen Grundverständnis zusammenpasst. Die soziale Schere zu schließen wäre so etwas. Revolten sind richtig teuer.

  • Durch die Reformen wird Deutschland wieder ein Land, für das man gut und gerne sterben kann, weil es zum Leben nicht mehr reicht.

    • @Henne Solo:

      Global aber imme Rochester champions league was sozialstaat under staatliche Leistungen angeht.

    • @Henne Solo:

      Wäre es eventuell auch etwas kleiner gegangen?

      Es ist ja immernoch ein Niveau, das definitiv nicht schlechter als in zahlreichen Ländern Europas ist.

      • @rero:

        Für eines der reichsten Länder sind wir aber auffallend schlecht .

      • @rero:

        "Es ist ja immernoch ein Niveau, das definitiv nicht schlechter als in zahlreichen Ländern Europas ist."

        Lustig. Das hat die DDR Führung auch immer gesagt...

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Und selbst zu Ostzeiten hat es zum Leben gereicht.

          Ist also wirklich etwas übertrieben, was Henne Solo da in den Raum stellt.

          • @rero:

            "Zum Leben gereicht" ist eine sehr dehnbare Sache. Offenbar reichte es 1989 sehr vielen Menschen nicht.

            Und wenn ich mir z.B. anschaue, wie im Gesundheitswesen seit Jahren die Leistungen verringert werden, habe ich schon Angst, das das mein Leben verkürzen könnte.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              Der Mauerfall 1989 war keine Hungerrevolte.

              Es lag auch nicht an zu wenig Bananen, wie es Honecker mal formulierte, wenn ich mich richtig erinnere.

              Würden Sie ernsthaft sagen, dass es zum Leben nicht mehr reicht?

              Das war es, worum es ging.

  • Carolina Schwarz spricht mir mit diesem Beitrag im wahrsten Sinne aus der Seele.



    Punkt für Punkt alles schon tausendmal diskutiert - fassungslos, dass eine so ungleiche Verteilung der Lasten möglich ist, ohne dass es einen lauten Aufschrei in der breiten Masse der Bevölkerung gibt.

    Seit ich denken kann ( ich bin 75) gehört es zu den Standard - Floskeln, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht und dass die ungleichen Bildungschancen von der sozialen Herkunft abhängen.

    Dass Verteidigungsfähigkeit notwendig ist, ist die eine Sache. Ob - breitbeinig verkündet - Deutschland die stärkste Armee Europas haben muss, eine ganz andere Frage, mir bereitet das eher Angst.

    Das Reformen in vielen Bereichen notwendig sind, ist offensichtlich.

    Aber, dass der Begriff dafür missbraucht wird um Verschlechterungen ausgerechnet bei Klimaschutz, Rente, Gesundheit, Bildung, Wohnen und Schutz der Demokratie zu rechtfertigen, ohne das Vermögen der wirklich Reichen angemessen zu beteiligen, ist - nicht nur wegen Beteiligung der SPD - schwer zu ertragen.

    So bereiten Union und SPD der AFD den Weg in Regierungspositionen.

    • @Bürger L.:

      .... und Sie sprechen mir aus der Seele , voll und ganz !!!

  • Die stärkste oppositionspartei will den Sozialstaat noch mehr zusammenstreichen. Vielleicht ust diese Idee der Sozialstaat hilft gegen die AFD einfach nur ein linkes Märchen und man kommt der AFD am besten bei in dem man Steuer und Sozialabgaben senkt und das durch leistungskürzungen finanziert.

    • @Machiavelli:

      Wenn man AfD Politik macht, kommt man der AfD definitiv nicht bei. Schauen Sie mal auf die aktuellen Umfragen.

  • "Eine höhere Reichen- und Erbschaftsteuer könnten die Einsparungen im Sozialen verhindern."

    Das ist so nicht ganz korrekt. Eine Erhöhung dieser Steuern wurde zwar geschätzt 50 Milliarden pro Jahr reinbringen, aber das ist am Ende auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.. Dazu kommt: Auch den Reichen und Erben kann man das Geld nur einmal wegnehmen. Der Etat des Sozialen ist unfassbar groß. Und egal wo eine Kürzung gemacht wird schreit die Linke und will eher höherer Ausgaben. Und wenn jemand auf die Nicht Finanzierbarkeit hinweist: Erbschaftssteuer. Dabei hilft ein Blick auf die Zahlen: das funktioniert nicht, das reicht nicht. Erbschaftssteuer und Reichensteuer ist nur ein Baustein.

    • @Petzi Worpelt:

      "Auch den Reichen und Erben kann man das Geld nur einmal wegnehmen."

      Von Rendite haben sie noch nie was gehört? Die Reichen vermehren ihren Besitz jährlich um mehrere Prozentpunkte. Wenn man allein diese Gewinne abgreifen würde, könnte man das immer wieder tun, ohne dass es den Betroffenen auch nur einen Deut schlechter gehen würde.

    • @Petzi Worpelt:

      Wie wäre es mit Bekämpfung von Steuerbetrug, das wären 200 bis 400 Mil. Mehr, dagegen sind die Sozialausgaben Pianuts.



      Aber das möchte Merz bestimmt nicht , er kommt ja aus diesen Kieentel.

    • @Petzi Worpelt:

      Woher wissen Sie das? Einfach zu behaupten, dass etwas sich so oder so verhält, kann keine hinreichende Begründung egal wofür sein. Grundlage für Entscheidungen müssen solide Zahlenwerke sein und nicht etwas, was sich jeder nach Belieben ausdenkt. Dafür waren die Reform-Kommisionen zuständig, und daran, was selbst in den Bundestagsdebatten immer noch alles an Behauptungen rumfliegt, sieht man deutlich, dass sie ihre Arbeit nicht gemacht haben. Also sollte man sie entlassen, wie das normalen Arbeitnehmern auch passiert, wenn sie keine Lust zum Arbeiten haben. Für diese Art von Reformen gibt es einfach keine brauchbare Entschuldigung. Hier wird das Volk hintergangen und ausgeplündert zugunsten derer, die ohnehin genug haben.



      Und Deutschlands Zukunftschancen werden auf allen Ebenen eingeschränkt.



      Zumindestens die 200Mrd aus Steuervermeidung und Steuerhinterziehung kann man den Reichen jedes Jahr einmal wegnehmen.

      • @Christine_Winterabend:

        @Winterabend, @Worpelt: der Haushalt des Staates ist groß, das macht ihn unübersichtlich. Vielleicht steigen da nur wenige Menschen durch. Ich fände es als angemessene Strafe für jeden Politiker, der sich voll daneben benommen hat, das Haushaltsgesetz auswendig lernen zu müssen.

  • Dieser Kahlschlag ist im Grunde ein Konjunkturprogramm nicht nur für die Rüstungsindustrie, sondern auch für die Versicherungsbranche. Wer sich private Kranken- und Pflegeversicherungen nicht leisten kann, für den wird es erheblich schwieriger werden, rechtzeitig an erforderliche Leistungen zu gelangen. Dabei sollte man eigentlich erwarten, dass verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und Sparzwang wirklich alle Bereiche treffen, sämtliche Reserven gehoben werden, und nicht nur die Menschen getroffen werden, die keine Lobby haben.

  • Ja, es ist zur Zeit die Schwarz/Rote Regierung, aber korrekterweise wäre zu sagen dass das auch bei Schwarz/Grüner oder Schwarz/Grün/Roter oder Grün/Roter Regierung der Fall wäre (Rot mal aus historischen Gründen der sPD zugeordnet, 'Grün' mal aus historischen Gründen den 'Grünen' zugeordnet)



    Bei Beteiligung der 'Grünen' würde der Hochrüstungsrausch wohl noch um Einiges exzessiver ausfallen, und zudem ein höheres Risiko bestehen, dass die Unmengen von neuen Waffen auch zum Einsatz kommen, was dann hier und anderswo weitere soziale Verheerungen und Umweltkatastrophen bringen würde.



    Bleiben als Gegenpol zur Zeit wohl nur die 'Sozialdemokraten von der Partei 'Die Linke' mit ihren z.Zt.12% übrig?



    Harte Zeiten.

  • Aha?



    Die Rechnung kann ich nicht ganz nachvollziehen.



    Der Bundeshaushalt 2026 liegt bei 524 Mrd Euro.



    Nach welcher Rechnung wird da „jeder dritte Euro für Waffen(…) ausgegeben?



    Hinzu kommt der Umstand, dass der Verteidigungshaushalt keineswegs bedeutet, dass dieses Geld für Waffenkäufe ausgegeben wird.



    Wie so häufig sind Personalkosten und Unterhalt von Gebäuden etc. der größte Posten. Investitionen bei der Bundeswehr gehen derzeit auch verstärkt in den Bau neuer Gebäude.



    Sehr interessant bei dem Thema ist der Artikel in der taz : „Europa sollte stärker werden als Russland; da widerspreche ich“.



    Die Darstellung durch Merz war, was ja öfter vorkommt, fehlerhaft.



    Es ist mitnichten so, dass es Geld für Waffen, statt für Soziales gibt.



    Das war ja gerade die Idee des Sondervermögens, diese Kredite außerhalb des normalen Bundeshaushalts aufzunehmen um genau diese Abwägung zu vermeiden.