Rückkehr des Tankrabatts : Es bleibt ein Fehler
Die Bundesregierung wiederholt mit dem Tankrabatt den Irrsinn vom Frühjahr. Diese Subvention ist ungerecht, klimaschädlich und viel zu teuer.
Foto: Paul Langrock
M it Hochdruck peitschen Union und SPD den zweiten Tankrabatt innerhalb eines Jahres durch Bundestag und Bundesrat. Bis Freitag soll die Senkung der Energiesteuer auf Sprit unter Dach und Fach sein, damit ab 1. Oktober die Preise an den Zapfsäulen um jene 17 Cent sinken, die weniger an den Fiskus fließen. Die Bundesregierung ist nicht lernfähig. Sie wiederholt den Fehler aus dem Frühjahr.
Der Tankrabatt im Mai und Juni wurde von den Ölkonzernen nicht vollständig an die Verbraucher:innen weitergegeben; als er auslief, schossen die Preise übermäßig in die Höhe. Für die, die wie die Speditionsbranche oder Mindestlohnempfangende eine richtige Unterstützung brauchten, war der Rabatt zu wenig. Die anderen freuten sich über das Geschenk und sahen keinen Anlass, weniger zu fahren. So wird es jetzt wieder sein.
Auch der Tankrabatt der Ampel 2022 war falsch – aber damals gab es mit dem 9-Euro-Ticket zumindest auch eine Entlastung für alle und damit den Anreiz, vom privaten Pkw auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Doch für solche Anreize haben Union und SPD keinen Sinn. Dabei ist es nicht zuletzt mit Blick auf die knapper werdenden fossilen Brennstoffe überfällig, die Menschen vom Fahren mit Verbrennerautos abzubringen, anstatt sie mit Preissenkungen noch dazu zu ermutigen.
Natürlich sollte der Staat die Bürger:innen entlasten. Nur nicht so. Andere Regierungen haben bessere Ideen: Mit Tankgutscheinen oder Energieschecks wie in Frankreich oder Griechenland können gezielt Gering- und Durchschnittsverdienende erreicht werden. Auch Hilfen für einzelne Branchen wie in Frankreich sind sinnvoll oder die Halbierung der Bahnpreise wie in Litauen.
Die Bundesregierung wird bis zum Jahresende insgesamt mehr als 4 Milliarden Euro für den Tankrabatt ausgeben – und das bei einer Haushaltslage, bei der an allen Ecken und Enden gekürzt wird. Es kann nicht sein, dass die Politik damit fortfährt, den Begüterten etwas zu geben und den Mittellosen etwas zu nehmen.
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