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Geplante MietrechtsreformDas durchgesessene Sofa bringt die Rendite

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Die geplante Mietrechtsreform ist überfällig und in großen Teilen gut. Umso schlimmer, dass sie einen weiteren Joker für Mieterhöhungen enthält.

Einfach ein altes Sofa in die Wohnung stellen und schon lässt sich die Miete ordentlich erhöhen Foto: Zoonar/picture alliance

D anke! Ja, man muss die Bundesregierung auch mal loben. Denn SPD-Justizministerin Stefanie Hubig hat angekündigt, dem wuchernden Wildwuchs auf dem Mietmarkt Einhalt zu gebieten: Indexmieten sollen gekappt werden und säumige Mie­te­r:in­nen eine Nachzahlfrist bekommen, um der Räumung zu entgehen. Auch Kurzzeitverträge sollen so gekürzt werden, dass sie der Lebensrealität der Wohnungssuchenden entsprechen und nicht dem Profitinteresse der Besitzenden. Das ist überfällig, aber da ginge viel mehr. Immerhin passiert mal etwas. Falls die Reform wirklich kommen sollte – trotz bleibender Probleme.

Dass durch die Gesetzesnovelle keine neuen Wohnungen entstehen, kann man dem Papier nicht zum Vorwurf machen. Natürlich brauchen wir Neubau. Aber selbst mit der besten Baupolitik wird der nicht vom Himmel fallen. Zudem wird wegen hoher Kosten keine für Normalverdienende bezahlbare Wohnung entstehen. Wer billige Wohnungen will, muss den Bestand sichern, daran führt kein Weg vorbei.

Umso unverständlicher ist es, dass Hubig den Ver­mie­te­r:in­nen gleich den nächsten Joker auf den Tisch legt. Der Mietaufschlag bei möblierten Wohnungen soll nicht, wie vielfach geschrieben, auf 5 Prozent „begrenzt“ werden. Die sind vielmehr der Standardwert, den Ei­gen­tü­me­r:in­nen pauschal draufschlagen können, ohne den Wert der Möblierung berechnen zu müssen. Da reichen also ein durchgesessenes Sofa samt Tisch und Bett, und schon stiegt die Miete legal um 5 Prozent.

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Wer noch mehr kassieren will, darf das weiter tun, beispielsweise mit hochwertigen Möbeln. Aber was ist „hochwertig“? Und wer soll das kontrollieren? Die Wohnungssuchenden, denen nicht mehr als ein „Friss oder stirb“ bleibt, werden sicher nicht aufbegehren, sie wollen ja einziehen. Klar, sie dürfen später klagen. Aber das ist weltfremd, weil viele Betroffene das Risiko, zu verlieren, gar nicht tragen können. Wirksam wären nur zwei Wege: der Verzicht auf alle schwammigen Wenn und Abers, die garantiert von Vermieterseite ausgenutzt werden. Oder noch besser: eine regelmäßige staatliche Mietenaufsicht.

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Gereon Asmuth
Ressortleiter taz-Regie
Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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45 Kommentare

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  • In meiner Gegend gibt's immer mehr Menschen die 80% arbeiten damit sie die Reisezeit managen können



    Ist immer noch lohnender als in der Stadt 100% zu verdienen und miete frisst den Lohn

  • Ein weiterer Punkt: Ich finde, dass Eigentum an Grund begrenzt werden müsste um die Spekulation zu bremsen, die sich ja direkt auf Mieten auswirkt. Warum soll jemand mehr als z.B. 20 Wohnungen besitzen dürfen? Das verknappt den Markt, treibt die Kaufpreise und damit auch die Mietpreise.

    Und dann: Die Grunderwerbssteuer ist Mist! Grundbesitzsteuer ist ok, aber Grunderwerbssteuer bestraft Menschen die mobil sind und oft umziehen. Wohnungen oder Häuser die oft den Besitzer wechseln werden automatisch (durch Makler, Notare und Grunderwerbssteuer) jedesmal immer teurer. Ja nach Bundesland sind das 2-4 Jahresmieten (!) die alleine durch die Kaufnebenkosten geschluckt werden - für nichts.

    Die Kaufnebenkosten verhindern auch, dass Menschen ihr Wohneigentum ihren Lebensumständen (Kinder ausgezogen z.B.) anpassen - mit direkten Auswirkungen auf den Mietmarkt: Weil die Leute eben nicht Wohnungen schnell abgeben die nicht mehr passen. Das verknappt das Angebot, treibt die Kaufpreise hoch. Höhere Kaufpreise -> höhere Mietpreise.

    Auch die Kaufnebenkosten (Makler, Notare, Grunderwerbssteuer) sind also etwas, was zu einem Druck Richtung höhere Mieten führt.

    • @Hanno Homie:

      Warum soll jemand mehr als z.B. 20 Wohnungen besitzen dürfen?

      Wer ist 'jemand'? Eine Einzelperson, eine private Investmentgesellschaft, eine Wohnungsbaugenossenschaft, eine Kommune?

      Solange die Bewirtschaftung der Wohnungen gesetzlich gut und sozial verträglich geregelt ist, sind die Besitzverhältnisse zweitrangig. Das wird ja mit diesen Gesetzen versucht, also Möblierung, Mietpreisgrenzen, Leerstandsabgaben usw.

    • @Hanno Homie:

      "Warum soll jemand mehr als z.B. 20 Wohnungen besitzen dürfen? Das verknappt den Markt, treibt die Kaufpreise und damit auch die Mietpreise."

      Solange diese vermietet werden sehe ich das von Ihnen geschilderte Problem nicht.

  • Es ist ja alles nicht so einfach. Ich hab eine Wohnung die ich vermiete. Zuletzt hab ich auch die Miete erhöht. Der Grund war, dass ich gesehen habe, dass die Handwerkerkosten in den letzten Jahren absurd gestiegen sind (Inflation) und ich den Erhalt der Substanz nicht bezahlen kann (geschweige denn eine Verbesserung der Substanz, zB. die Abschaffung der Gasheizung), wenn ich nicht erhöhe. Ein schönes Gefühl ist das nicht.

    Ich würde mir außerdem wünschen, ein paar der Nebenkosten runter zu bekommen: Z.B. diese hirnrissigen Regelungen zu Rauchmeldern die v.a. - will man Rechtssicherheit haben - Ista und Co. ein Geschäftsfeld eröffnen. Gleiches gilt für best. Regelungen zu Heizkostenabrechnungen. Ich verstehe den Sinn dahinter, aber es führt halt in best. Fällen zu höheren Kosten, weil die so gestaltet sind, dass das im Grunde - wie bei den Rauchmeldern - nur ein externer Dienstleister machen kann und der nimmt Geld das irgendwo wieder rein kommen muss.



    Oder das Schneeräumen: Man kann das an die Mieter abgeben, wirklich rechtssicher ist nur ein Dienst und der kostet.



    Die Politik (ich vermute mal CDU/CSU & FDP) hat da in den letzten Jahren immer wieder ganze Lobby-Arbeit geleistet.

  • Das ist alles wünschenswert, also die Mietsteigerungen auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen. Aber es hilft eben ... den Mietern die schon eine Wohnung haben. Es entsteht dadurch keine einzige neue Wohnung, somit hilft es suchenden Mietern nicht. Der einzige Weg aus der Misere sind Neubauten durch die öffentliche Hand in signifikanter Zahl, die den Druck aus dem Markt nehmen. Dann werden sich auch die Aufschläge für bestehende Mieten nicht mehr durchsetzen lassen. Zusätzlich Bürokratie und Bauvorschriften vereinfachen, dann lohnt es sich auch für Investoren trotz niedrigerer erzielbarer Mieten neu zu bauen.

    Diese Bremsen und Deckel sind nichts, was das Problem grundsätzlich entspannt.

    • @TomDePhazz:

      »Der einzige Weg aus der Misere sind Neubauten durch die öffentliche Hand in signifikanter Zahl …«

      Dass darauf noch niemand anderes gekommen ist!

    • @TomDePhazz:

      "Der einzige Weg aus der Misere sind Neubauten durch die öffentliche Hand in signifikanter Zahl, die den Druck aus dem Markt nehmen. Dann werden sich auch die Aufschläge für bestehende Mieten nicht mehr durchsetzen lassen."







      Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Allerdings müßte dann der Staat von sich aus zum Bauherren werden. Denn die Private Bauwirtschaft hat wohl eher ein Intereesse daran, das Angebot künstlich zu verknappen, um den vielen Interessenten immer höhere Mieten abzupressen.



      Leider zeigt die Politik aber kein ernsthaftes Interesse daran hier aktiv zu werden und überlässt es weiterhin den Privaten.



      Nicht mal im Bereich der Genossenschaften, die diese Lücke sehr wohl schließen könnten, gibt es nennenswerten Beistand aus der Politik.



      Man muss wohl konstatieren, daß insbesondere die cdsU eher die Interesen der Vermieter im Auge hat. Was auch gut ins Bild passt, denn Bedürftige aller art faßt man da wohl lieber mit der "Kneifzange" an..

      • @Wunderwelt:

        Ich glaube nicht, daß die private Bauwirtschaft ein Interesse an 'künstlicher Verknappung' hat. Sie wird dann bauen, wenn die zu erwirtschaftende Rendite stimmt. Sie würde auch mehr bauen, wenn die Baukosten fallen und die Mieten weniger stark.

        Aber am Ende wird (oder besser 'würde') es ein Mischmodell sein aus privaten Bauherren, Kommunen und kommunal gesteuerter Investition.

        (Ich glaube, es war in Augsburg, da hat die Stadt die Hand auf den Baugrundstücken und steuert den privaten bau aktiv.)

      • @Wunderwelt:

        "Denn die Private Bauwirtschaft hat wohl eher ein Intereesse daran, das Angebot künstlich zu verknappen, um den vielen Interessenten immer höhere Mieten abzupressen."

        Da liegen Sie falsch. "Die" Bauwirtschaft hat ein Interesse daran zu bauen, denn damit verdient sie Geld. Was Sie meinen sind Bauträger und Wohnungsgesellschaften, die Immobilien bauen lassen. Naturgemäß haben auch die ein Interesse daran Geld zu verdienen, aber der Grund dafür dass Neubau teuer und damit die Mieten hoch sind ist mitnichten Spekulation, sondern die Erstehungskosten der bebaubaren Grundstücke, Bauvorschriften, welche Neubau aufwändig machen, Lohnniveau der Arbeiter und Baumaterialien. Gerade letztere sind preislich in die Höhe geschossen.

        Sie können gerne voran gehen und versuchen einen Neubaukomplex in vernünftiger Wohnlage fertig zu stellen, natürlich incl. aller Risiken die bei einem solchen Vorhaben entstehen und gegen die Sie sich absichern müssen. Und dann rechnen Sie nach wie teuer das ganze war und welche Mieten Sie nehmen müssen, um im nach hinein die verauslagten Kosten wieder rein zu bekommen. Von einem Profit mal ganz zu schweigen.

    • @TomDePhazz:

      Es ist m.E. nicht sinnvoll, Regulierung im Bestand und Neubau gegeneinander auszuspielen. Es braucht beides. Nur durch Neubau lässt sich die Wohnungsnot nicht auflösen, da Baukosten und Grundstückspreise keine Kostenmieten ermöglichen, die für die Mehrheit bezahlbar sind. Neubau wird also keinen Druck aus dem Markt nehmen. Die Begrenzung der Bestandsmieten ist das A und O. Allerdings wird ohne Neubau auch das nicht genügen, wenn der Zuzug in die Ballungsräume weiter anhält. Es käme m.E. also darauf an, den Mieterschutz zu stärken, gleichzeitig aber beim Neubau übertriebene Standards zu senken, die Baukosten zu dämpfen und in den Ballungszentren nur noch flächeneffizienten Geschosswohnungsbau zu ermöglichen. -Und warum redet eigentlich niemand über die Grundstückspreise? Die Grundrente scheint eine Naturgesetzlichkeit zu sein, ein Überbleibsel aus dem Feudalismus.

  • Schön, dass Maßnahmen auch mal begrüßt werden!



    Justitzministerin Hubig macht ja auf vielen Feldern positiv von sich reden.



    Mag sein, dass es immer "noch besser" geht, ich halte aber viel von dem Spatz in der Hand, statt der Taube auf dem Dach!

  • Wenn das Sofa müffelt und der Tisch wackelt, wird halt die Miete gekürzt.

    • @Alex Roe:

      Und genau wegen solcher Einstellungen vermietet weder mein Vater und wir nicht mehr. Solche Mieter, mit teilweise nicht bewiesenen oder an den Haaren herbeigezogenen Forderungen und Anschuldigungen kosten nur Zeit, Nerven und Anwaltskosten.

    • @Alex Roe:

      Dann muss der Mieter aber erstmal nachweisen, dass nicht er selbst daran schuld ist, wie beim Schimmel - falsch lüften Problem.

      Ich mach es so wie die letzten Jahre, nur an Studenten. Spart Zeit und Ärger für beide Seiten. So lange ich als Vermieter nicht auch auf irgendeine Weise geschützt werde bei Messis (schon zweimal gehabt) und säumigen Mietzahlungen, die dann halt auch meine Existenz bedrohen.

    • @Alex Roe:

      @Alex Roe



      ...oder einfach die Entsorgung des Sperrmüll in Rechnung stellen 😂 🤣

  • Wohnraum ist allenthalben knapp, deswegen kann er nicht günstig sein, zumindest, wenn man die absurden Enteignungsfantasien außenvorlässt. Die Nachfrage bleibt konstant hoch, also muss das Angebot erhöht werden. Und hier liegt die Krux: Vorschriften, Bürokratie und Behördenwahnsinn mit daraus resultierenden, mannigfaltigen Kosten halten sehr viele Menschen sehr effektiv davon ab zu bauen. Fürs Eigenheim tut man sich das vielleicht noch an, als Geldanlage sind durch o.g. Probleme Neubau-Immobilien im Vergleich wirklich unattraktiv geworden. Wenn dann noch durch Mietendeckel etc. die zu erwartende Rendite gegen 0 tendiert, winkt auch der letzte kleine Investor ab.

    Was ist zu tun: Die Bauvorschriften und Energiestandards müssen auf ein vernünftiges Maß zurückgestutzt werden, die Zeit zur Bescheidung von Bauanträgen muss man in Wochen, nicht Monaten oder Jahren, messen können, dann wird auch wieder mehr gebaut. Und sobald sich das Angebot erhöht, hat auch die Abzocke mit schimmeligen Bestandsimmobilien ein Ende. Die werden dann entweder saniert und in der Miete angepasst (nach unten wohlgemerkt!) oder stehen leer.

    • @mm83:

      Einer ökologisch verträglichere Maßnahme wäre die Pfründe der Makler und Notare trocken zu legen. Das ist ja einer der Faktoren, der die Kaufpreise von Immobilien so krass in die Höhe treibt. Wenn Du eine Wohnung kaufst, sind das je nach Bundesland 2-4 Jahresmieten, die alleine für die Kaufnebenkosen draufgehen. Und zwar für genau nichts: Dafür z.B. dass Dir der Notar einen kopierten Vertrag vorliest.

      Eine andere Maßnahme wäre, das Grund- oder Wohneigentum zu begrenzen. Sag mir einen sinnvollen Grund, warum eine Person (z.B. die Eigentümer von Vonovia) mehr als 20 Wohnungen besitzen soll?



      Grund und Wohnraum sind ein knappes, nicht mobiles Gut. Das gehört reguliert.

      Wahrscheinlich könnte man sich dann auch das Rumdoktoren an den Symptomen sparen.

  • Naja, es kommt auf die Moebelierung an. Wenn es eine vollstaendige Moebelierung ist, sprich wie in einem Hotel plus Waschmaschine und Kueche, dann kann das schon einen fuenfstelligen Betrag bedeuten, dazu kommen noch die Zinsen der Bank. Mit 5% kommt man da nicht hin.



    Von daher finde ich die Regelung fair. Einen Pauschalbetrag und wer drueber kommt, muss das ausweisen.

    Natuerlich gibt es auch Vermieter, die in die Wohnung den letzten Schrott reinstellen, um die Mietpreisbremse zu umgehen. Das liegt in der Natur der Sache, wenn der Staat Preise unterhalb des Marktpreises festlegt. Bei so einer Konstellation gibt es immer einen Schwarzmarkt und Umgehungsversuche.

  • "Oder noch besser: eine regelmäßige staatliche Mietenaufsicht."

    Weil staatliche Kontrollorgane ja auch so gut funktionieren, siehe Kontrollen in der Landwirtschaft (Stichwort Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter, Kontrolle von Haltungsformen), Kontrollen in der Fleischverarbeitung (Tönnies und andere Skandale ), Kontrollen auf dem Bau (stichwort Schwarzarbeit).......nein danke, wir müssen nicht noch mehr unnötig Steuergelder in ineffizienten Behörden vergeuden

  • Aus einer Studie im Auftrag des Bundes geht hervor, dass sich bei möblierten Wonhungen nur 7 Prozent der befragten Vermieter an die Grenze von sechs Monaten bei der Vermietung hielten. Kettenverträge sind üblich.



    Will heißen: wer kontrolliert den Missbrauch? Natürlich so gut wie keiner seitens des Staates, das Risko einen Prozess und einen teuren Gutachter berzahlen zu müssen liegt beim Mieter.



    Laut Studie gab es bisher nur wenige Klagen, weil Mieter diese scheuten. Zudem nehmen vile Kurzmieter überhöhte möblierte Mieten hin, da sie laut Studie meist jung und solvent sind.



    Warum also, liebe taz, soll die Reform viel bringen, wenn es den meisten möblierten Mietern schlicht egal ist und diejenigen, die eine zu hohe Mieter stört, einen umständlichen Prozess anstrengen müssten?



    Gerade in Großstädten findet durch Möblierung eine systemastische Verdrängung von "normalen Mietern" statt.



    Keine Kontrollen durch den Staat, keine Kläger! Gerne wird am rand guter Lagen Häuser aufgekauft und möbliert zu vollkommen überzogenen Preisen vermietet!

  • In einer Radiosendung des Deutschlandfunks vor wenigen Tagen wurde berichtet, dass etwa 17% der Wohnungen die im Besitz des Bundes sind, leer stehen. Wenn das auch nur annähernd richtig ist, dann ist das ein unglaublicher Skandal. Möglicherweise weiß jemand mehr darüber?

    • @Perkele:

      Vielleicht mag der Bund die Risiken nicht, die er dem Bürger zumutet.

    • @Perkele:

      Mich würde so eine Zahl nicht wundern, der Staat muss halt nicht auf Effizienz achten. Wenn man sich mal die Verschuldungen der landeseigenen Wohnungsgenossenschaften anschaut, weiß man, wohin die Reise geht. Wichtig ist halt primär, dass nicht ein böser Konzern zum Zug kommt. das gibt Wählendenstimmen. Was danach passiert ist nicht mehr so wichtig. Das ICC in Berlin wurde zuletzt 2014 richtig genutzt. Und da kein politisch genehmer Nachnutzer gefunden werden konnte, kam man auf die glorreiche Idee, es 2019 auch noch unter Denkmalschutz zu stellen. Klar kostet das alles jedes Jahr Unsummen, für die man auch Wohnraum hätte schaffen können.



      Aber hey, man stelle sich mal vor, ein Konzern hätte das ICC gekauft! Da ist so ein kleines Opfer wie weniger Wohnraum doch wohl zu verschmerzen. Ausserdem kann man sowieso nur von den Menschen gewählt werden, die eh schon im Bezirk wohnen.

    • @Perkele:

      Die sind nicht leer

      Die sind gegen schwarz Geld an "freunde" vermietet

    • @Perkele:

      www.tagesspiegel.d...leer-15226001.html

      Also da muss man sich schon sehr anstrengen, um da einen Skandal zu sehen. Ich finde es eher bedenklich, dass der Bund so viele lehrstehende Gewerbeimmobilien hält.

      • @pumble:

        Das ist aber eine sehr merkwürdige Feststellung. Bei der extremen Wohnungsknappheit ist es KEIN Skandal, wenn die Bundesrepublik zigtausende Wohnungen die in ihrem Besitz sind, nicht vermietet? Was ist es denn dann?

        • @Perkele:

          Normal denkende Menschen können nicht so schnell umschalten, wie Skandale sich in Normalität wandeln.

  • taz: *Der Mietaufschlag bei möblierten Wohnungen soll nicht, wie vielfach geschrieben, auf 5 Prozent „begrenzt“ werden.*

    Die Merz/Söder/Klingbeil-Koalition entwickelt sich immer mehr zu einer 'FDP für Superreiche'.

    Dann kommt noch hinzu, dass die Merz-Union sich strikt gegen ein AfD-Verbotsverfahren stellt, denn solange das Damoklesschwert AfD über unseren Köpfen schwebt, kann die Merz-Union den Sozialstaat (Art. 20 GG) weiterhin fleißig demontieren, weil die SPD es nicht wagt einen Koalitionsbruch zu riskieren und brav alles Unsoziale mitmacht, was diese "BlackRock-Partei" möchte.

    Wenn keine günstigen Wohnungen gebaut werden, dann muss man eben enteignen um bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Es wird Zeit, dass man die großen 'Vermieter-Haie' enteignet, denn so kann es ja wohl nicht weitergehen, dass immer mehr Bürger auf der Straße sitzen müssen.

    Die Vergesellschaftung von Bestandswohnungen bezeichnet die Überführung von privatem Eigentum großer Immobilienkonzerne (oft >3.000 Einheiten) in Gemeineigentum, um Mieten zu senken und Spekulation zu stoppen. Sie basiert auf Art. 15 GG, erfordert eine angemessene Entschädigung und ist rechtlich grundsätzlich möglich.

    • @Ricky-13:

      Naja. Davon abgesehen, dass eine verfassungsgemäße Entschädigung den Staat finanziell handlungsunfähig machen würde: Mit welchem Recht will man mich, der ich schon meine eigenen Wohnkosten zu tragen habe, als Steuerzahler verpflichten nun auch noch die Wohnkosten anderer zu übernehmen? Gerecht ist anders

      • @Samvim:

        @ Samvim



        Das geht in etwa so mit der Verpflichtung, wie man Sie und und alle auch mit unseren Steuerzahlungen ungefragt Heranzieht, die nicht gezahlten Vermögenssteuern von mehrfach Millionären & Millardären, auszugleichen.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Eine sehr "kreative" Argumentation...

          • @Samvim:

            @Samvim



            Nun, " Gerechtigkeit " funktioniert so einfach 😉

    • @Ricky-13:

      Selten so einen Unsinn gelesen.



      Von der Motivation der Merz Regierung über die Folgen von der Mieten Regulierung zu der Phantasie, dass Verstaatlichung auch nur eine zusätzliche Wohnung bringen würde... Aber das ist ja egal. Hauptsache diejenigen die schon eine günstige zentrale Wohnung haben, sollen diese auf ewig behalten.

      • @Duplozug:

        @ Duplozug



        Aufgrund welcher Aussage von Ricky-13 schließen Sie die Annahme, Mieter sollen eine gemietete Wohnung auf ewig behalten ?

    • @Ricky-13:

      @Ricky-13



      " Enteignung " verschreckt immer gleich viele Bürger, warum nennen wir es nicht besser " verpflichtende Rückführung " von ehemaligem Gemeinschafseigentum der Bevölkerung ?



      Alternativ könnten auch große Wohnungsgesellschaften ab 500 Wohnungen in Bestandsimmobilien, zu Neuschaffung von sozialem Wohnraum gesetzlich verpflichtet werden, z. B. mit einer Quote von 5 % innerhalb von einem drei Jahreszeitraum.



      Zudem sollte auch zusätzlich die Schaffung von privatem Wohnraum massiv staatlich gefördert werden. KfW Kredite für die breite Masse attraktiver gestalten.



      Auch eine Absenkung der Grunderwerbssteuer & der dann folgenden Grundsteuer, bei selbst genutzen Wohnraum, würde Eigentum bezahlbarer machen.

      • @Alex_der_Wunderer:

        *" Enteignung " verschreckt immer gleich viele Bürger, ...*

        Das verschreckt nur die Leute, die jeden Tag ein Märchen von BlackRock-Merz vor dem Schlafengehen lesen und aus dieser konservativen Bubble nicht mehr herauskommen. Ich will mich aber nicht mehr über Kommentare aufregen, die mir sagen, dass ich Unsinn rede.

        In Deutschland fehlen aktuell rund 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen, was einem historischen Höchststand entspricht. Diese Wohnungsnot betrifft besonders den sozialen Wohnungsbau, wobei das Bündnis "Soziales Wohnen" fordert, die Zahl der Sozialwohnungen langfristig zu verdoppeln – was aber nicht geschieht. Denn anstatt endlich mal bezahlbare Wohnungen zu bauen, macht die Merz/Söder/Klingbeil-Politik es immer schlimmer. Viele Leute können sich ihre Miete nicht mehr leisten, müssen dann ausziehen - wissen nicht wohin - und der nächste Mieter zahlt dann noch mehr Miete. Das ist eine Mietwucher-Spirale nach oben, und zwar direkt auf die Konten der großen Immobilienunternehmen (Miethaie). Es geht hier um die großen Immobilienkonzerne, wo der Vorstand sich dumm und dusselig verdient, und nicht um die Leute die ein paar Wohnungen besitzen und keine hohen Mieten verlangen.

        • @Ricky-13:

          @Ricky-13



          Ihre berechtigte & wichtige Intention ist doch durchaus, für jeden Menschen zu verstehen.



          Ich habe auch extra auf große Wohnungsgesellschafften, in meinem Antwortkommentar verwiesen.



          Ich denke, da sind wir doch vollkommen einig. Die privaten Vermieter sind außen vor - viele begreifen es aber einfach nicht.



          Sehr zum wundern...😇

    • @Ricky-13:

      Dann sollen sich doch Leute, wenn die Wohnung zu teuer wird, einfach eine günstigere suchen, oder?



      Ach, die gibt es nicht? Vielleicht zeigt Ihnen das ein wenig die richtige Richtung zur Zielerreichung.



      Knapp 64% aller Mietwohnungen werden übrigens von privaten Kleinvermietenden angeboten, die Marktmacht der Konzerne also oft überschätzt.



      Die Konzerne dürften Ihrer Idee gegenüber vermutlich nicht komplett abgeneigt sein: Vor Jahrzehnten günstig eingekauft, und jetzt im großen Paket verkaufen, wo die Marktpreise ganz oben sind. Und in zwei Jahrzehnten runtergewirtschaftet wieder aufkaufen. Man kann von linker Ideologie auch prima kapitalistisch profitieren.



      Es gibt nur eine Lösung: Kein Geld für Nullsummenspiele (Geld für bereits bestehende Wohnungen ausgeben), alles Geld in Neubau.



      Wird aber nicht passieren: Befriedigt keine ideologischen Rachegelüste, dauert lange und bringt nichts für die nächsten Wahlen, gibt Ärger mit den bereits dort Wohnenden. Und was wäre man politisch ohne das Thema Wohnraummangel?

  • Die Vorschläge zur Mietrechtsverschärfung sind wie erwartbar zahnlos und damit ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ein weiterer Nagel im Sarg der SPD, die scheinbar nur noch hofft, dass sich die Lebensverhältnisse der Unter- und Mittelschicht wie von selbst verbessern, wenn man nur lange genug in der Regierung ist.

  • Das Grundgesetz ist eben nicht vollständig: Für eine funktionierende Demokratie reicht es nicht aus, mit der Maßgabe 'Eigentum verpflichtet' Hausbesitzern und Unternehmern ohne entsprechende juristische Folgen Rechte zuzubilligen, die das Leben der Ärmeren und ihr Überleben in der Klimakrise einschränken: Wozu haben wir einen staatlichen Rahmen, wenn es wenigen Besitzenden möglich ist, andere in einem 'marktwirtschaftlichen' System auszunutzen, wenn sie gesellschaftlich erworbene, die Produktivität steigernde und unter Zuhilfenahme von allgemeiner Manpower ihren Reichtum nach Belieben vergrößern können und unter Verweis auf mangelnde Rentabilität Menschen in die Armut treiben oder dort belassen. Das hätten die Eltern des Grundgesetzes -mindestens !- formulieren müssen: Ein Recht auf nachhaltige und zumutbare Arbeit und Auskommen, auf Wohnen und Nutzen wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Schutz der Gesundheit. Das muss einklagbar sein und den Profiteuren der Gesellschaft abgetrotzt werden können: Wenn wir jetzt erleben, dass das kapitalistische System sogar auch die Reichen ärmer macht, weil es den Armen die Arbeit und ein Auskommen nimmt, wird 'Demokratie' zum leeren Wunschkonzert!

    • @Dietmar Rauter:

      @Doetmar Rauter



      Es geht bei dem angespannten Immobilien



      -/ Wohnungsmarkt nicht nur um Nachteile für weniger, finanziell gutgestellte Mitbürger, sonder die Bevölkerung wird um die Freiheit betrogen, auch mal zwischendurch in einer anderen Gegend / Stadt für eine Zeit zu leben, ohne gleich eine Menge Geld für den Kauf von Wohnraum in die Hand nehmen zu müssen.

    • @Dietmar Rauter:

      Dieser Text ist schön formuliert. Aber nichts anderes als Utopie. Solange wir nicht den Warp Antrieb und den Replikator erfunden haben um 1. Durch billige saubere unendliche Energie die Versorgung der Menschheit sicher zustellen. Und 2. Die damit einhergehende Überbevölkerung auf andere Planeten zu Verschiffen. Dann wird das funktionieren...



      Ich Frage mich wie ein"Recht auf nachhaltige, zumutbare Arbeit" aussehen soll.



      Wer entscheidet was zumutbar ist für wen?



      Also wenn die AfD jetzt die absolute Mehrheit bekommt entscheidet sie was für mich eine zumutbare Arbeit ist? Entscheiden das e ein paar Technokraten auf Basis meines ersten Zeugnisses bzw der Meinung der Lehrer dort?



      Fällt da einem auf wo wir da landen?

    • @Dietmar Rauter:

      Ich weiß nicht, wie alt Sie sind. Falls Sie aber die 5. Klasse erfolgreich absolviert haben, wissen Sie, wie dehnbar (und zwar erstmal ohne böse Absicht) die Begriffe "nachhaltig und zumutbar" sind. WIe soll ein Grundgesetz unter solchen Voraussetzungen sinnvoll Wirkung entfalten? Damit ist eigentlich alles zu ihrem Vorschlag zur Änderung des GG gesagt.

      • @Bommel:

        Vielleicht hätte unter Umständen man das eventuell sagen können, ohne den Eindruck zu erwecken, der Kommentar wäre eher für eine msn-Nachricht gedacht.