Evolution der Klimaproteste: Die Letzte Generation ordnet sich neu
Neuer Name, neue Strategie: Die Aktivist:innengruppe Letzte Generation hat sich in zwei Gruppen geteilt.
Die Letzte Generation hat sich strategisch aufgeteilt. Eine Gruppe heißt nun „Neue Generation“, die andere „Widerstands-Kollektiv“. Das gaben die Klimaaktivist:innen am Mittwochabend bekannt. Auf verschiedenen Wegen werden beide Gruppen gemeinsam weiter in der Klimagerechtigkeitsbewegung kämpfen. In den vergangenen Jahren hatte die Letzte Generation vor allem durch zivilen Ungehorsam wie Verkehrsblockaden und Festkleben auf Straßen bundesweit für Aufsehen gesorgt.
Die Neue Generation behandelt nun nicht mehr nur Klimaschutz, sondern setzt den Fokus auch auf den Kampf gegen Faschismus und den Erhalt der Demokratie. Mit einem „Parlament der Menschen“ will sie die Aufmerksamkeit auf das politische Geschehen richten und ein Forum bieten, in dem an Lösungen gearbeitet werden kann. „In dem bestehenden demokratischen System haben wir als Bevölkerung zu wenig und Geld zu viel Einfluss“, sagte Mitglied Raphael Thelen der taz.
„Mit dem Parlament der Menschen gründen wir unser eigenes Parlament. Durch Proteste sorgen wir dafür, dass es auch gehört wird.“ Stattfinden soll das Parlament im Mai zum ersten Mal. „Ein großes Kuppelzelt vor dem Bundestag soll Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung zusammenbringen“, so Thelen. Um auch solche zu erreichen, die bisher kein Teil der Bewegung sind, will die Neue Generation unter anderem Haustürgespräche führen. Später sollen die Versammlungen auf lokaler Ebene in ganz Deutschland stattfinden.
Erste Aktionen sollen kommende Woche beginnen. „Wir werden mit Protesten nicht warten, es gibt schon jetzt Handlungsbedarf“, sagt Aktivistin Lina Eichler. Die Neue Generation sei eine Widerstandsbewegung und werde auch zukünftig zivilen Ungehorsam leisten. „Wenn die Politik nicht handelt, handeln wir. Wenn man etwa einen Fahrradweg durchsetzen will, kann man ihn auch einfach selbst auf die Straße pinseln“, so Thelen.
Die Menschen im Widerstands-Kollektiv wollen sich besonders auf soziale Ungerechtigkeiten konzentrieren. Genaueres wollen die Aktivist:innen am Freitagnachmittag bekannt geben.
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