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Dunkelfeldstudie zu häuslicher GewaltFrauen werden Opfer von Männern, Männer Opfer von Männern

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Das Ausmaß der Übergriffe ist viel größer als bisher bekannt. Zu wenige Taten werden angezeigt und es fehlt an Frauenhäusern.

Nicht einmal 5 Prozent der körperlichen und psychischen Partnerschaftsgewalt werden überhaupt angezeigt Foto: Erwinowitch/plainpicture

W er sich schon länger mit Partnerschaftsgewalt, deren Ursachen und Folgen beschäftigt, den dürfte die erste Dunkelfeldstudie hierzu nicht überrascht haben. Danach haben jede fünfte Frau und jeder siebte Mann mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt von ihnen nahestehenden Personen erfahren.

Dass diese Zahl so hoch und noch höher sein könnte, ahnte man längst angesichts der massiven häuslichen Gewalt, die das Bundeskriminalamt jedes Jahr im November in Zahlen gefasst veröffentlicht. Für das Jahr 2024 – das ist die jüngste Erhebung – spricht die Polizeiliche Kriminalstatistik von rund 266.000 Betroffenen – so viel wie nie zuvor. Darunter fallen insbesondere Partnerschaftsgewalt, aber auch Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern.

Die Dunkelfeldstudie liefert eine weitere bittere Gewissheit: Nicht einmal 5 Prozent der körperlichen und psychischen Partnerschaftsgewalt werden überhaupt angezeigt. Die Gründe dafür liegen meist in der Gewaltbeziehung begründet: Da droht der Täter mit noch härterer Gewalt, sollte das Opfer irgendetwas von dem preisgeben, was zu Hause passiert, nicht selten droht er damit, zu töten. Das gehört zur sogenannten Gewaltspirale.

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Es beginnt mit Liebe, aber schon bald gibt es erste Demütigungen und Beleidigungen, das Opfer wird verunsichert und von Freunden fern gehalten. Es folgen Ohrfeigen, Tritte, Prügel, irgendwann regelmäßig. Ein Opfer braucht durchschnittlich sieben Jahre, um sich daraus zu befreien. Manche schaffen es nie, weil sie finanziell, familiär oder emotional vom Täter abhängig sind.

Überrascht haben dürfte die Erkenntnis aus der Dunkelfeldstudie, dass auch Männer vor allem von psychischer Gewalt betroffen sind. Auch melden immer mehr Männer Gewalt gegen sie bei der Polizei. Das ist gut so. Es ist einerseits ein Indiz dafür, dass all die Aufklärungskampagnen gegen Gewalt in Beziehungen wirken. Andererseits zeigen sich Männer zunehmend verletzlich – und brechen dadurch mit einem Männlichkeitsbild, das auf Stärke, Unverletzbarkeit, Macht setzt. Das Schweigen der Männer war und ist ein Hindernis im Kampf gegen physische, psychische, digitale Gewalt.

Allerdings darf die neue männliche Offenheit nicht darüber hinwegtäuschen, dass die große Mehrheit der Opfer nach wie vor weiblich ist. 2024 waren es 70 Prozent, sie erlitten zum Teil schwerste Gewalt. Es bleibt dabei: Frauen erfahren Gewalt von Männern, Männer in der Regel von anderen Männern.

Üben Frauen Gewalt gegen Männer aus, ist das meist eine Abwehrreaktion gegen die zuvor ausgeübte Männergewalt – also eher Notwehr als Angriff, wissenschaftlich bezeichnet als Conflict Tactic Scale. Am Ende bestätigt die Dunkelfeldstudie eine uralte Erkenntnis: Frauen sind Opfer von männlicher Gewalt im häuslichen Bereich. Wird das ernst genommen? Fraglich. Aktuell fehlen 14.000 Plätze in Frauenhäusern – erste Orte, an die Frauen vor der Gewalt flüchten können.

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Simone Schmollack
Ressortleiterin Meinung
Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalistinnen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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96 Kommentare

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  • "Frauen werden Opfer von Männern, Männer Opfer von Männern".



    Ich habe die Studie gelesen und kann dafür keine eindeutigen Belege finden das Männer überwiegend Opfer von Männern werden.



    Männer werden auch Opfer von Frauen.



    Es verwundert mich auch, das die Zahlen von Opfern von Gewalt bei Frauen und Männern so nah beieinander liegen = jeder 7.Mann und jede 6. Frau. (Nicht wie im Artikel fälschlich angegeben jede 5.Frau)



    Und im Zeitraum der letzten 5 Jahren war der Anteil der Männer sogar höher als der Frauen.

    • @Thomas2023:

      "Ich habe die Studie gelesen und kann dafür keine eindeutigen Belege finden das Männer überwiegend Opfer von Männern werden."



      Es gibt dafür nicht nur keine eindeutigen Belege, sondern Belege, dass es genau so NICHT ist. Wenn Sie ganz nach unten scrollen finden Sie den Hinweis, dass zB bei den Bereichen "psychische und Körperliche Gewalt" zu 96% die Partnerinnen die Täterinnen sind. Ist auch jetzt nicht so eine Überraschung, denn homosexuelle Partnerschaften sind selten (und die Studie repräsentativ) und Gewalt findet da sogar (bei schwulen Paaren) eher etwas seltener statt.

  • Also ich finde den, hier in der Diskussion aufkommenden Aspekt häuslicher Gewalttaten, sowohl physischer, sowie psychischer unter Geschwistern sehr interessant - Geschlechter unabhängig.



    Mir geht es jedenfalls so. Der Fokus, bei der Ursachenerklärung bezüglich häuslicher Gewalt bezieht sich meiner Wahrnehmung nach eher meistens auf die Etern. Eltern wie Vater, Mutter oder später halt die Partner. Wenn ich jetzt gerade so an meine Schwester denke - unheimlich als Heranwachsende von Eifersucht geplagt, also auf die gute Beziehung unserer Eltern zu mir. Während bei meiner Schwester irgendwie auch ganz andere Maßstäbe / Erwartungen von unseren Eltern an sie gesetzt wurden. Da wird mir gerade einiges klar, da gab es und gibt's echt einiges an Gewaltpotential bei ihr, sowohl physische, wie auch extrem psychisch. Als Kind habe ich diese immer nur mir gegenüber empfunden & gesehen, später ging es psychisch auch richtig unseren Elten gegenüber zur Sache, Richtig krass zog sich ihre Gewalt aber ihrerm Mann gegenüber fort.



    Leider - oder auch zum Glück, kann ich gar nicht richtig sagen, wir haben schon ewig den Kontakt abgebrochen.



    Aber wenn man Ursachen für Gewalt suchen will...

    • @Alex_der_Wunderer:

      Richtigstellung :



      Leider - oder auch zum Glück haben wir den Kontakt abgebrochen - ich bin da etwas zwiespältig. Weniger Stress ist es allemal für mich und meine eigene Familie.

  • Gewalt ausgehend von Männern ist ein sehr großes Problem und darin stimme ich mit dem Artikel überein.



    Gleichzeitig war ich als Mann Opfer von psychischer und physischer Gewalt in einer Ehe ohne dass ich angegriffen habe. Nach dem Lesen des Artikels fühle ich mich nun sehr schlecht und nicht gesehen. Ein bisschen mehr Differenziering würde ich mir wünschen und eine Entdchuldigung mehr als angezeigt.

    • @Oliver Seeger:

      @ Olver Seeger



      Bei allem Mitgefühl - Entschuldigung erwarten Sie von wem ? Mein Schwager stand mehrmals mit einem blauen Auge, erst bei meinen Eltern vor der Tür und klagte sein Leid, meine Eltern gaben ihm letztendlich den Rat sich von meiner Schwester zu trennen, mit dem Erfolg, er ging nach einigen Tagen zurück und erzählte ihr irgendwann von dem gutgemeitntem Ratschlag, es kam dann ersteinmal zum Bruch zwischen unseren Eltern und meiner Schwester, eine sehr dominante, durchsetzungsstarke Frau, beruflich als erfolgreiche Managerin tätig. Später als unsere Eltern verstorben waren, gleiches Spiel bei mir und meiner Familie. Wir haben meinem Schwager damals auch den Rat zur Trennung gegeben. Befolgt wurde der Rat bis heute nicht. Dafür haben wir den Kontakt vor Jahren, nach unzähligen Gesprächen mit meiner Schwester & meinem Schwager, eingestellt.



      Ich denke da sind wir alle schon in der Selbstverantwortung, Gewalt nicht an uns zu zulassen.



      Gewalttätern hilft meiner Erfahrung nach nur eine kompetente Therapie und an sich Gewaltefahrenden wohl meist auch. Ich wünsche Ihnen wirklich herzlichst alles Gute, viel Kraft und beste neue Partnerschaftserfahrungen.

    • @Oliver Seeger:

      Ich stimme da vollständig zu und wünsche Ihnen alles Gute!

  • Ein wirklich unglücklicher Artikel. Allein die Überschrift (Männer Opfer von Männern) ist angesichts der Tatsache, dass nach der aktuellen Studie (Lesubia) mehr Männer als Frauen von körperlicher Partnerschaftsgewalt (5-Jahresprävalenz) betroffen sind, schon fast perfide. Statt sich aber diesem für viele sehr überraschendem Ergebnis angemessen zu widmen (Ursachen, Hilfsangebote, etc) , wird hier eine Art Schuldumkehr getroffen "Das Schweigen der Männer war und ist ein Hindernis im Kampf gegen Gewalt"Wow Vielleicht sollte die Autorin erwähnen, dass die letzte Dunkelfeldstudie 20 Jahre zurückliegt und AUSCHLIESSLICH FRAUEN befragt hat. Plötzlich schwenkt sie aber wieder zu den Hellfeld-Daten zurück, um dann doch zu zeigen, dass Frauen mehr körperliche Gewalt erfahren. Dabei geht es aber nur um die ANGEZEIGTE Gewalt. Das ist ja gerade der Sinn von Dunkelfeldstudien. "Frauen erfahren Gewalt von Männern, Männer in der Regel von anderen Männern." Das ist im häuslichen Bereich einfach falsch (siehe Studie!!) Auch dass Gewalt von Frauen nur aus Abwehr geschieht ist wissenschaftlich längst widerlegt und angesichts des Verhätnisses (6,1% Männer betroffen, 5,2 % Frauen) sowieso unhaltbar.

  • Leider vermengt der Artikel die Zahlen aus der Dunkelfeldstudie, die häusliche- (Eltern Kinder, Kinder untereinander, Eltern untereinander) und Partnerschaftsgewalt (Beziehungspartner jeglichen Geschlechts und jeglicher Beziehungsart) miteinander. Wenn die Dunkelfeld Studie ergibt, dass nur 5 Prozent der Taten zur Anzeige kommen und dann als Beispiel eine exzessive Gewaltspirale aus dem Bereich Partnerschaftsgewalt als Erklärung dafür herangezogen wird, ergibt sich aus meiner Sicht eine Verzerrung. Häusliche Gewalt sind auch Gemeinheiten (psychische Gewalt) und kleinere Schlägereien (Körperverletzung) unter Geschwistern. Die kommen selten zur Anzeige, lassen sich aber keine abfragen. Kann ja sein, dass sie in der Studie selten genannt werden. Aber ohne Blick auf die Zahlen und welche Phänomene sie genau abbilden, fehlt mir etwas entscheidendes.

  • Die Aussage, dass Frauen Gewalt von Männern erfahren und Männer ebenfalls von Männern (i.d.R.), wird mit einem Artikel unterlegt, in der die Interviewte das als Vermutung äußert und sich ansonsten beklagt, dass die offiziellen Zahlen leider nicht eindeutig seien.

  • Die Behauptung, dass Gewalt von Frauen an Männern meist eine Abwehrreaktion sei, empfinde ich hoch problematisch. Als männliches Opfer von Beziehungsgewalt triggert mich das sehr. Ich empfinde es zudem als biologistisch, wie mir hier nur aufgrund meines Geschlechts das Recht angesprochen wird, als Opfer ernst genommen zu werden. Frau Schmollack, dass können Sie besser.

    • @ausrufezeichen:

      "Die Behauptung, dass Gewalt von Frauen an Männern meist eine Abwehrreaktion sei"



      Da ist glaube ich angesichts der für die Autorin vielleicht überraschenden Gendersymmetrie bei partnerschaftlicher Gewalt eher Wunschdenken. Die große und vielzitierte Metastudie von Capaldi et. al (und viele andere Studien, zB Lysova) zeigt, dass die Ursachen für partnerschaftliche Gewalt sehr ähnlich zwischen Männern und Frauen sind (und sehr vielfältig). Schaut man sich die vorliegende Studie (Lesubia) genauer an: "insbesondere von kontrollierender Gewalt (Männer: 8,7 %; Frauen: 7,1 %) betroffen sind(Zitat bmbfsfj)", sieht man, dass Männer von kontrollierender (also systematischer, andauernder) Gewalt sogar häufiger betroffen sind. Die Nichtanerkennung von männlichen Opfern (wie Sie es offenbar sind) als "gleichwertig" und gleich schützenswert in der Dikussion verhindert die Einrichtung von adäquaten Hilfsangeboten für beide Geschlechter und verhindert ebenso eine analytische Betrachtung der vielfältigen Ursachen partnerschaftlicher Gewalt und letzendlich damit deren angemessene systematische Bekämpfung.

    • @ausrufezeichen:

      Interessanter Kommentar… für eine Feministin.

      Grundsätzlich ist es leider so, dass Gewalt hauptsächlich von Männern praktiziert wird, das muss nach obiger Studie nun wirklich nicht mehr in Frage gestellt werden.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Wie kommen Sie bitte auf diese Aussage? Haben Sie die Originalstudie denn überhaupt gelesen oder wenigstens die Pressemitteilung des BKA oder des bmbfsfj ? Gesamtgesellschaftlich üben Männer mehr Gewalt aus, das ist richtig. Aber gerade in dieser Dunkelfeldstudie geht es um partnerschaftliche Gewalt. Und dort üben (zumindest bei Betrachtung der 5- Jahres-Prävalenz) genauso viele Frauen wie Männer psychische und physische Gewalt aus (Frauen sogar leicht mehr). Daran ändert sich auch nichts, wenn man selbstverständlich anerkennt, dass Frauen dabei mehr Verletzungen erleiden (was u.a. auch aufgrund der deutlichen körperlichen Überlegenheit der männlichen Partner auch nicht überraschend sein sollte). Warum ist das so schwer zu akzeptieren? Immerhin ist das seit 50 Jahren in der internationalen Gewaltforschung mehr als bekannt.

        • @mosch12:

          Ich erinnere mich, neuer Name altes Anliegen: die vermeintliche Übermacht gewalttätiger Frauen, dazu Studien welche uralt & für die Verfahrensweise der Erhebung bereits mehrfach kritisiert wurden, aber bitte, erleuchten Sie mich gern & nennen Ihre Quellen. Dabei übersehen Sie, dass in meinem Kommentar nicht von Partnerschaftsgewalt die Rede war, sondern von grundsätzlich mehr Tätern als Täterinnen… es grenzt an Realitätsflucht, die überwältigende Mehrheit männlich ausgeübter Straftaten, Gewalttaten, Sexualdelikte & schließlich Morde zu verleugnen. 1200 Zeichen reichen nicht aus und bin ich es leid, auf Basis von kognitiver Dissonanz zu diskutieren. Sie möchten glauben, was Sie sagen, das können Sie unbenommen. Darüber hinaus gibt’s es eben Fakten & die sind eindeutig



          www.aufarbeitungsk...den%20M%C3%A4nnern.



          www.gesine-interve...-als-gewalttaeter/



          strafrecht-online....lecht_KK_49-63.pdf

          • @Lou Andreas-Salomé:

            Ihr Kommentar ist für mich ein einziges Rätsel. "Ich erinnere mich, neuer Name altes Anliegen" Was meinen Sie damit? "die vermeintliche Übermacht gewalttätiger Frauen" ich habe ausschließlich Ergebnisse der aktuellen Studie "Lesubia" zitiert, mehr nicht. "nennen Ihre Quellen." Gerne, aber zu was genau? Die Hauptquelle ist hier ja wohl offensichtlich die, um die es in dem Artikel geht!?!



            "meinem Kommentar nicht von Partnerschaftsgewalt die Rede war,"Aha. Sie antworten auf "Ausrufezeichen", der Opfer PARTNERSCHAFTLICHER Gewalt ist. Warum sie dann auf "alle Gewalt" schwenken, bleibt Ihr Geheimnis. "s grenzt an Realitätsflucht,...." Das ist eine Trivialität, die ich nirgends bestreite sondern sogar explizit erwähne. Aber Anlass des Artikels ist nunmal die neue Dunkelfeldstudie. Und die überraschendste Erkenntnis dieser ist nunmal, dass genauso viele Männer wie Frauen PARTNERSCHAFTLICHE Gewalt erleben. Vielleicht nehmen Sie diesen Aspekt einfach mal zur Kenntnis. "und bin ich es leid, auf Basis von kognitiver Dissonanz zu diskutieren." Beleidigungen bringen uns bei diesem wichtigen Thema nicht weiter, eher differenzierte Analysen.

            • @mosch12:

              erwechslung möglich, gibt hier so viele Foristen die Ursachen für Gewalt den Frauen zuschreiben & sich selbst bzw. im vorauseilendem Gehorsam die Geschlechtsgenossen, als Opfer deklarieren. Zu den Quellen… sowohl die oben benannte Studie sieht in allen Feldern von Gewalt ein Übermaß an männlichen Tätern, ferner empfehle ich, meine Quellen auch zu sichten & nicht nur zu schimpfen. Der Verweis auf Frauen, die in Beziehungen endlich mal zurückhauen – erst in den letzten 5 Jahren in so relevanten Zahlen, dass Sie mit den Männern gleichziehen – zeigt doch einen Positivtrend auf, wenn man das Gute im Schlechten sehen kann. Ein Aspekt, den ich durchaus zur Kenntnis nehme & goutiere: Frauen wehren sich & nehmen Gewalt nicht mehr passiv hin 💪🏼💪🏾💪 Diese Awarness & den Widerstand gegen männliche Hegemonie, bemühen Sie hier als Speerspitze Ihrer Argumentation, bedienen damit aber nur ein Nebenschlachtfeld, während Sie das große Ganze verdrängen: Gewalt hat ein Geschlecht & selbst die größeren Zahlen an männlichen Opfern sind hauptsächlich auf männliche Schläger zurückzuführen. Alles weitere Ihres Kommentars erschließt sich schwer, da offenbar sehr erregt zusammengetippt.

  • Jede Form von Gewalt in der Partnerschaft ist zuviel, und es ist gut, dass die Dunkelfeldstudie das unbekannte Ausmaß aufdeckt.



    Bei der Suche nach den Ursachen springt der Artikel mMn zu kurz... mit dem Zuschieben der (fast) alleinigen Verantwortung auf "die Männer" muss man kein Wort verlieren über die Umgebungsfaktoren, die zu Gewalt führen... finanzieller Druck, zu hohe Ansprüche, körperliche und psychische Krankheiten, Sucht, Überforderung durch Mehrfachrollen, Iritation durch gegensätzliche kulturelle Werte, fehlender Zugang zu Ressourcen...



    Ja, in manchen Familien kommen gleich mehrere dieser Herausforderungen zusammen.

  • Die Einteilung von Menschen in Männer und Frauen ist zutiefst sexistisch und daher abzulehnen.

    • @Alterchen:

      Quatschkram

  • Erschreckend wie viel Gewalt es gibt. Kenne es selbst auch mit geschlagenen Kindern und Ehepartnern, da würde ich in der Familie von 100% mit Gewalterfahrung sprechen, aber man hofft natürlich, dass die Gesamtgesellschaft besser ist.



    Nur das Geschlecht aufzuzeigen, finde ich aber irgendwie zu billig. Untersuchungen zu Alter, Religion, Bildungsstand, politischer Meinung, etc wären doch bestimmt interessante Korrelationen, die sich die Studie angeschaut haben sollte. So hat es etwas von einer Umfrage eines 8-jährigen auf dem Schulhof, leider keine Wissenschaft.

    • @Kasimir_Affe:

      Das ist überflüssig, da schon lange bekannt ist, dass es sich durch alle Gesellschaftsschichten/Alter ect. zieht. Und je etablierter die Menschen sind, umso besser bleibt es verborgen bzw. Dunkelziffer. Über muslimisch beeinflusste Handlungen breitet man den Ausdruck „Ehrenmord“ und fördert die Erregung des Volkes. Dabei schaffen es die westlichen Männer in ausreichendem Maße in „unehrenhafter Weise“ für Fälle zu sorgen. Die Saubermännernach außen sind die Schlimmsten.

      • @snowgoose:

        💯 diese ständigen Nebenschlachtfelder, um den Kern der Problematik zu verschleiern, sind so wenig brauchbar, werden aber dennoch ständig bemüht. Danke, für Ihren exakten Einwurf.

    • @Kasimir_Affe:

      Ich gebe Ihnen völlig recht.



      Aber wenn man Religion thematisiert, ist man Rassist (böse!).



      Wenn Bildungsstand thematisiert, ist man Klassist ( auch böse).



      Und so weiter.



      Die einzige erlaubte und politische korrekte Diskriminierung ist der Feminismus.



      So auch der Unterton in diesem Artikel "zwar werden auch Männer.... aber im wesentlichen betrifft es die Frauen..."



      War da mal nicht etwas mit Unrecht, dass man nicht gegen Unrecht aufrechnen kann?



      Wie will man ein Thema glaubwürdig diskutieren, indem man es teilweise für vernachlässigbar erklärt?

      • @Carsten S.:

        „Die einzige erlaubte und politische korrekte Diskriminierung ist der Feminismus.“

        *Hüstel*… wie meinen?

        „Wie will man ein Thema glaubwürdig diskutieren, indem man es teilweise für vernachlässigbar erklärt?“

        Wer hält wo welches Thema für vernachlässigbar und was möchten Sie bitte glaubwürdig diskutieren?

        • @Lou Andreas-Salomé:

          Wie wollen Sie das Thema Gewalt glaubwürdig diskutieren, wenn gleichzeitig Gewalt gegen Männer als vernachlässigbar bzw. fast schon legitim deklariert wird?

          • @Carsten S.:

            Schon verstanden aber wo genau lesen Sie das und wer tut das? Die (bösen!) diskriminierenden Feministinnen vielleicht? Sorry, aber sie demontieren mit unsachlicher Aburteilung Ihrer eigene Argumentationsgrundlage.

      • @Carsten S.:

        "Die einzige erlaubte und politische korrekte Diskriminierung ist der Feminismus."



        .



        Ein interessanter Gedanke: welche Diskriminierung ist "erlaubt". Je nach Medium bzw. politischer Einstellung gibt es unterschiedliche "Zielgruppen", die diskriminiert oder verstärkt kritisiert werden dürfen. Da macht die TAZ auch leider keine Ausnahme.

  • Ich vermisse in dem Artikel von Frau Schmollack den Hinweis, dass 2/3 der Frauen in den Frauenhäusern 2024 nicht in Deutschland geboren wurden. Und dass die Täter, die häufig Ehemann oder Partner sind, maximal ein Annäherungsverbot verhängt bekommen, nachdem sie ihre Frauen misshandeln.



    Und das ist der Grund, warum sie ins Frauenhaus müssen, um weiterer Gefahr zu entgehen. Vielleicht sollte man brutale Gewalt gegen Frauen zur Abwechslung mit Gefängnis bestrafen, damit nicht die Opfer fliehen müssen, sondern die Täter aus dem Verkehr gezogen werden. Wer schützt eigentlich die Frauen vor Gesetzen, die Steuerhinterziehungen stärker bestraft als Gewalt gegen Frauen?

    • @Tania Ouagaze:

      Danke!

      Was wurde aus „Wer schlägt, der geht“?



      Der Schläger muss weg und halt dann Einbussen hinnehmen, wieso müssen das ständig die Gewaltopfer stattdessen? Das ist völlig irre, und irgendwie wird es als normal behandelt.

  • Ich begrüße es ausdrücklich, dass auch immer mehr enttabuisiert wird, dass auch Männer Opfer werden und zwar sowohl von Männern als auch von Frauen, gleichzeitig aber auch ganz deutlich darauf hingewiesen wird, dass die, ich nenne sie mal "klassische" Konstellation "Täter: Mann, Opfer: Frau" noch immer die verbreitetste ist.

    Was allerdings besonders dramatisch ist und verheerende Auswirkungen hat, sind solche Vorfälle wie dieser aktuelle Justizskandal in Berlin, wo ein brutaler Vergewaltiger zwar verurteilt wurde, aber dann wegen eines Patzers des Richters freigelassen wurde. Ich mag mir nicht ausmalen, wie schlimm das für die Frau sein muss, die den Mut gefasst hat, gegen ihren Mann auszusagen und das durchzuziehen, nur um dann so im Stich gelassen zu werden.

  • Es gibt inzwischen in einigen Städten Männerbeauftragte, an die können sich Männer wenden, wenn sie sich durch physische und-/ oder physische Gewalt von Frauen kompromitiert sehen.



    Zudem empfiehlt es sich die vielen Angebote von Kommunikationstrainern in Anspruch zu nehmen, kann auch von den Paaren gemeinsam, schon prophylaktisch mal besucht werden, bevor die Situationen sich verschärfen. Kommunikation richtig und rechtzeitig anwenden, hilft physischer und psychischer Gewalt vorzubeugen.

  • Wichtig, immer wieder Fakten zu benennen.

    Leider verlaufen Artikel und Kommentare immer in den gleichen Bahnen.



    Die Zahlen zeigen ganz überwiegend männliche Gewalttäter. Gleichzeitig ist die MEHRHEIT der Männer KEIN Gewalttäter.

    Nun wird regelmäßig wieder, wie viele Frauen (und Kinder), unter den (fast ausnahmslos männlichen) Gewalttätern zu leiden haben, gefolgt von „Männer leiden auch“ (ja, unter den gleichen männlichen Gewalttätern) plus wie immer die ins Feld geführte Ausnahme der gewalttätigen Frau, die die Regel bestätigt aber ständig zum Abwiegeln ins Feld geführt wird.

    Immer die gleichen bekannten Äußerungen, inklusive, dass man mehr Frauenhäuser brauche.

    Statt sich endlich auf das Problem zu konzentrieren: Den Anteil an Männern, der Gewalttäter ist! Der muss in ein „Haus“ und festgesetzt werden. Jeder einzelne davon ist für zahlreiche Opfer und Taten verantwortlich, das sind so gut wie immer Mehrfach-und Vielfachtäter.

    Stattdessen versuchen wir seit ewig, hinterher die Scherben aufzusammeln und Menschen irgendwie „in Sicherheit“ zu bringen, während wir die Täter und Gefährder weiter draußen frei rumlaufen lassen und deren Rechte erheblich mehr schützen, als der Opfer

    • @GoJoRow:

      💯ich stimme zu, nur beginnen ja schon bei der Benennung der Fakten die männlichen Polarisierungsfabrikanten mit den üblichen Abwehrmechanismen, dabei nicht ansatzweise begreifend, dass es so für Betroffene nur schlimmer wird. So kennt halt jeder ein Opfer aber niemand einen Täter, von daher würde ich mir auch mehr Prävention, höhere Strafzahlungen und endgültige Festsetzung von Wiederholungstätern wünschen, allein ein täterschützendes System vereitelt den schönen Traum. Frauen wird nicht geglaubt, Polizisten und Anwaltschaften nehmen Bedrohungslagen nicht ernst und im sogenannten Kindeswohl wird der gewalttätige Vater nicht von der Familie separiert sondern sein Umgangsrecht weiterhin der traumatisierten Restfamilie zugemutet.

      This is a men's world 😕

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Ja, a men‘s world definitiv. Aber es ist doch trotzdem völlig irre, weil eben die übergroße Mehrheit inklusive auch Männern unter den Gewalttätern zu leiden hat.

        Ich habe das Gefühl, es gibt ein extrem schädliches Beharren auf „Männer sind halt so“ und „Bisschen ruppig schadet wohl nicht, ist doch sonst kein richtiger Kerl“ und überhaupt scheint ja ein „richtiger Kerl“ in diesem Bezugssystem ziemlich deckungsgleich mit dem größten Arschloch zu sein…

        Als ob unsere gesetzlichen Regelungen sich von diesem alten „Recht des Stärkeren“ weder lösen kann noch lösen will. Siehe diese Anhimmelung der „echten Kerle“ Musk und Trump und jedweder männliche Blender mit einem großen Maul und keinen Manieren.

        Das finden auch Männer scheiße! Als Frau kann man darüber echt verzweifeln… Wir sind doch gemeinsam die Vielen, das muss doch anders gehen?

        Sorry für die Kraftsprache, es ist einfach so frustrierend.

        Tut gut, Gleichgesinnte zu lesen, danke!

      • @Lou Andreas-Salomé:

        "... täterschützendes System ..."

        Das täterschützende System durchzieht meiner Meinung nach das gesamte Strafrecht, nicht nur in Fällen von familiärer Gewalt. Meinem Eindruck nach erhalten Täter auch in den Medien sehr viel mehr Aufmerksamkeit und (positive wie negative) Anteilnahme als die Opfer.

        Mag sein, dass ich es falsch sehe, aber meinem Eindruck nach sind doch "eher linke" Menschen gegen eine Verschärfung des Strafrechts. Härtere Strafen bzw. dafür zu sorgen, dass Täter nicht so schnell oder gar gleich wieder andere verletzen können, was ich übrigens befürworte, wird meist von "eher rechten" Menschen gefordert und ich nehme an, das gibt unser Strafrecht nicht her. Sonst wäre der Begriff "polizeibekannt" ja nicht so präsent. Lächerlich wirken auf mich die Gefährderansprachen. Das sind erwachsene Menschen, keine Kinder, bei denen eine "Standpauke" vielleicht noch hilft.

        Dass es zu wenig Hilfsangebote und Unterstützung für Opfer gibt, sehe ich auch, nur denke ich, "wir haben halt einfach" kein Geld mehr bzw. die finanziellen Mittel reichen nicht für alle Menschen die Hilfe und Unterstützung brauchen.

        • @*Sabine*:

          Ich stimme dir zu!

          Menschenfreundlich, das ist mein Kern, und damit bin ich „links“ erheblich besser aufgehoben als bei den Geld-, Ruhm- und Machtsammlern.

          Aber es hat mich immer schon gestört, dass in „meiner“ politischen Heimat nicht deutlicher unterschieden wird, dass wir natürlich unschuldig oder zu hart und unverhältnismäßig verfolgten Menschen beistehen müssen, aber den Tätern, I



          insbesondere den Gewalttätern NICHT! Menschenfreundlichkeit heißt dann, wir stehen den anderen bei und schützen sie vor DIR. Hältst du dich nicht an Gewaltverzicht, dann verspielst du unseren Schutz und Beistand. Dann darf es eben auch ungemütlich werden, dann gelten deine Bedürfnisse eben weniger als die der Opfer.

          Leider ist es aber eben tatsächlich nicht so und erschreckenderweise sogar deutlich umgekehrt.

          Man sollte von den Tätern weder Bild noch Namen bei den Prozessen überhaupt verbreiten und längst nicht so viel Raum einräumen, damit sie erklären können, dass sie die Frau prügeln mussten weil halt Frust da war und man zu früh abgestillt worden war… Mehr Raum für die Opferperspektive und viel weniger Platz für die Täter“rechtfertigung“.

  • Ich habe meinen jungen Klientinnen, die per Telefon belästigt oder bedroht worden, stets empfohlen, sofort den Stecker zu ziehen und nur dann wieder einzustecken, wenn sie selbst telefonieren wollten. Das hat gewirkt.



    Was ich damit sagen will? Nun, ich würde als Frau nicht lange fackeln und schon beim ersten Anzeichen von Gewalt empfehlen, die Beziehung sofort zu beenden. Das ist die einzige Methode, die hilft.



    Bitte nicht warten und hoffen, dass sich "der Knilch" ändert.



    Je länger man wartet, umso schwieriger wird eine Trennung - und wenn erst Kinder da sind, fast unmöglich. Ach ja, auch wichtig: Statt sich dafür zu schämen, dass einem so etwas passiert ist, sofort das gesamte Umfeld informieren - das kann auch schützen.

    • @Il_Leopardo:

      Vielen Dank für das Mansplaining. Auf den Trichter ist vermutlich noch keine Frau jemals gekommen.

      • @Klempschwester:

        Sorry, ich wollte nicht "besserwisserisch" sein. Habe über Mädchen und sehr junge Frauen geschrieben, die gerade dabei sind, erste Erfahrungen zu machen. Selbstverständlich wissen erwachsene Frauen am besten, was tun ist.

      • @Klempschwester:

        Also ich hab tatsächlich in meinen Beziehungen mit verletzten Frauen die mich missbraucht haben eine Weile gebraucht bis ich den Stecker gezogen habe: Ich musste erst eine PTSD entwickeln und auf dem Boden aufschlagen bis ich das gelernt habe.



        Aber ich bin ja auch nur ein Mann - vielleicht sind Frauen da einfach schlauer und schneller...

  • Das Fehlen der feministischen Männer



    Wer den Trend zu weniger Hochzeiten stoppen will, muss sich die Männer vorknöpfen. Mehr Respekt und Zugewandtheit heben die Chance auf das Jawort.



    ----



    Schreibt Eva Fischer in einem anderen Beitrag!

    Wir sollten mMn. so langsam mal über den Punkt, "Wer hat Schuld!" hinwegkommen & wie hier angesprochen mal "auf toxische Beziehungen" um Allgemeinen sehen!

    Gewalt, offen & verdeckt, physisch& psychisch, GLEICH in welchem Bereich unserer Gesellschaft, nimmt mMn. nicht nur "gefühlt" weiter massiv zu!



    Ohne jetzt zu relativieren, scheint ein Schluss möglich:



    "Die Zahl der Menschen, die keine anderen Lösungsmöglichkeiten als Gewalt zur Konfliktlösungen haben scheint zuzunehmen!" :-(

    Da liegt mMn. "das Problem" auch im Feld "Gewalt in der Beziehung"! Unabhängig vom Geschlecht!

    Btw. Im "Nahbereich" sprich "Beziehung" sind "Attacken" sprich "Gewalt" oft sehr viel schneller im Spiel. Öffentlichkeit & Abstand hemmt das o.a. öfter deutlich, doch ohne die o.a. Gesamtsicht auf das o.a. konnen wir auch mMn. im Bereich "Beziehung Gewalt" nicht weiterkommen, so lange wir latente, vielleicht sogar sichtbare "Gewalt" Hierarchien, Konkurenz,



    gut finden! :-(

  • Eine traurige Meldung!



    Es gilt, dass wir als Gesellschaft diesem Mißstand begegnen.



    Das heißt auch, mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen. Diejenigen, die Hilfe brauchen, schreien es selten hinaus.



    Da beginnt, ganz individuell, für JedEn von uns die Aufgabe - nicht erst in Forderungen an Andere.

    • @Philippo1000:

      Es heißt in erster Linie, Betroffenen einfach mal zu GLAUBEN und nicht männliche Kontrolle und Nachstellen als "Liebesbeweis" zu verklären, so wie es leider immer noch Viele tun.

  • Da ist noch mehr Informatives drin.

    bka.de/DE/UnsereAufgaben/Forschung/ForschungsprojekteUndErgebnisse/Dunkelfeldforschung/LeSuBiA/Ergebnisse_Publikationen/ergebnisse_node.html

  • ca. 20% der fälle von häuslicher gewalt werden von frauen an ihren partner*innen begangen. also an frauen und männern. prominentes beispiel: martina hingis. hat damals nur niemanden interessiert.



    ich will niemandes leid schmählern, aber zu verallgemeinern, daß es immer die männer sind, die gewalt ausüben, ist falsch und der sache nicht dienlich.

    • @andre stockmann:

      Lesen Sie den letzten Absatz über den conflict tactic scale.



      Viele der gewalttätigen Frauen wären nicht gewalttätig ohne die vorhergehende Gewalt des Mannes.

      • @Herma Huhn:

        Die Conflict Tactic Scale ist ein Fragebogen zu Gewalt in der Partnerschaft, kann man leicht googlen. Insofern ist der Satz "Üben Frauen Gewalt gegen Männer aus, ist das meist eine Abwehrreaktion gegen die zuvor ausgeübte Männergewalt – also eher Notwehr als Angriff, wissenschaftlich bezeichnet als Conflict Tactic Scale." nach meinem Dafürhalten unsinnig.

      • @Herma Huhn:

        hätte ich doch fast den letzten absatz übersehen. weiß ich jetzt dann auch, daß männer ebenfalls schuld daran sind, wenn wenn frauen gewalttätig werden. sogar wenn das gegen ihre lebenspartnerin geht.

      • @Herma Huhn:

        Gut, einige Männer erfahren physische Gegengewalt in ihren Beziehungen als Reaktion auf eigene körperliche Übergriffe. Mein Verlobter fing ne Bisswunde nachdem er mich aus dem Schlaf wachgetreten hat ... Das gibt's oft, garantiert.



        Dann kommt da natürlich noch ein Prozentsatz von männlichen Gewaltopfern hinzu, die Beziehungsgewalt in schwulen Partnerschaften erleben ...

        Trotzdem wenn das alles addiert ist muss immer noch von einem wesentlichen Prozentsatz von Männern ausgegangen werden die Gewalt durch Partnerinnen erlebt.

        Dieser Fakt verschwindet nicht wenn er wie im Artikel ignoriert wird. Die patriachale Gewalt gegen Frauen würde keinen Deut belangloser wenn Feminist*innen die Wahrheit über gewalttätige Frauen einräumen würden ... Im Gegenteil die feministische Analyse würde komplexer und wesentlich glaubwürdiger....

        Ich habe als Teen und Frau oft tätliche Angriffe durch andere Frauen erfahren ... Von Gaslightning und slutshaming nicht zu reden.



        Warum sollten Frauen in Beziehungen besser ticken ... Ein Bsp. Im Freundeskreis (Morddrohung, psycho Terror) hat mich geschockt. Und niemand macht Täterinnenarbeit mit diesen Frauen, oder nimmt deren Opfer ernst - WTF

    • @andre stockmann:

      Hier hat und braucht niemand zu verallgemeinern, die Tatasachen sind deutlich genug. Faktenklitterei ist nicht dienlich.

  • Natürlich muss man klar benennen, dass das Problem männlicher Gewalt gegen Frauen ein drängendes ist. Aber Aussagen wie "Frauen werden Opfer von Männern, Männer Opfer von Männern" und "Üben Frauen Gewalt gegen Männer aus, ist das meist eine Abwehrreaktion gegen die zuvor ausgeübte Männergewalt – also eher Notwehr als Angriff" lassen sich meiner Ansicht nach nicht mit den Ergebnissen der Studie in Verbindung setzen. Ich respektiere die Thesen, welche Frau Schmollack heranzieht, denke aber dass sie einen wichtigen Aspekt ausblendet. Aus meiner beruflichen Erfahrung mit Gewalt in Partnerschaften habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie durch eine destruktive Dynamik entsteht, an der oft beide ursächlich beteiligt sind und innerhalb derer oft auch beide - Männer und Frauen - gewalttätig werden. In solchen Beziehungen mussten meist beide schon in der Kindheit Gewalt erfahren. Als Folge agieren sie bei Konflikten selbst gewalttätig. Ich will das Problem männlicher Gewalt gegen Frauen in keiner Weise relativieren - die Folgen für Frauen sind ungleich dramatischer - denke aber, dass es zur Reduzierung der Gewalt wichtig ist die destruktive Dynamik in Beziehungen zu verstehen.

    • @Peta Parka:

      Danke, dass Sie diese fachliche Sicht einbringen. Diese und die Kunst des Differenzierens kommen in der Taz leider oft zu kurz.

    • @Peta Parka:

      Hallo, ich hatte ähnliche Impulse beim Lesen des Artikels/Kommentars. Ich arbeite mit Straftäter*inn*en (an der Rückfallvermeidung), und habe daher vielleicht eine andere Perspektive: Fragwürdiges Handeln ist keine Frage der Geschlechtsidentität. Beispiele:



      1. In den Biographien vieler Täter (in fast allen Deliktgruppen) finden sich prägende, schädigende Beziehungserfahrungen im Elternhaus (zum Beispiel durch körperliche Gewalt oder seelischen Missbrauch) . Von Müttern und Vätern.



      2. Viele Straftaten lassen sich als inadäquate Bewältigungsstrategien identifizieren. Das gilt auch für jene Deliktgruppen, in denen Frauen stärker repräsentiert sind als bei Gewalttaten.

      Insgesamt finde ich es gut und richtig, dass immer mehr Taten ins Hellfeld kommen. Eine unterschwellige Dämonisierung, wie ich sie bei der Autorin herauslese, hilft allerdings niemandem.

      Abschließend: "Strafrecht ist männlich", so heißt es, daher decken Dunkelfeldstudie und Kriminalstatistik nur strafrechtlich relevante Bereiche ab. Insofern werden möglicherweise schädigende Bewältigungsmechanismen, die eher Frauen zugeordnet werden, nicht erfasst, was eine gewisse Verzerrung zur Folge hat.

    • @Peta Parka:

      Ich schätze Ihren offenen Umgang mit dem Thema, möchte aber dennoch ein kleines Veto bemühen, nebenbei würde mich Ihre berufliche Erfahrung mit Gewalt in Partnerschaften interessieren. Aus meiner Gewalt-Trauma-Vereins-Tätigkeit kann ich nicht ruhigen Gewissens sämtliche Eskalationen bei dysfunktionalen & vermeintlich von beiden Seiten strukturierte Partnerschaftsdynamiken verorten. Hauptursächlich sind mE toxische Konditionierung in männlicher Entwicklung & Sozialisierung verantwortlich, welche sicher einfließen in Partnerschaftsdynamik. aber sich auch ohne Beziehungen zeigen & zu Gewalt führen. So haben sämtlich Übergriffe die ich erlebte, mit gänzlich fremden Männern stattgefunden welche lediglich nicht mit selbstbewussten Frauen umzugehen wissen & mit körperlichen Einsatz Ihre „Überlegenheit & Machtanspruch“ geltend machten. Wer jetzt jedoch mal wieder das Problem auf die Mutter schieben möchte, verkennt dabei, dass diese ebenfalls eingebunden ist in die Androkratie, welche Männer & deren unsoziale Verhaltensweisen fördert, verharmlost & verzeiht…



      Gewalt hat ein Geschlecht, dass ist die traurige Wahrheit & von Fr. Schmollack völlig korrekt eingeordnet. Dank dafür 💐

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Man könnte die Frage auch umdrehen: was ist passiert bzw. muss passieren, dass Männer nicht gewalttätig werden? Wie toxischer Männlichkeit entgegenwirken und ihre Entwicklung verhindern?



        Schon in der Schule kriegen oft die Jungs die meiste Aufmerksamkeit, die am lautesten und auffälligsten sind.

        • @Kai Ayadi:

          Guter Gedanke, allerdings beginnt die Sozialisierung schon weit vor dem ersten Schultag. Bereits in der Herkunftsfamilie werden Geschlechterrollen gelebt, in denen man Jungs alles durchgehen läßt und Mädchen auf Verfügbarkeit und Gefügigkeit getrimmt werden. Jungs dürfen Gefühle nicht haben (haushalten lernen) und Mädchen tragen die Last sämtlicher Emotionen und müssen kompensieren lernen. Jungs brauchen nichts im Haushalt machen, Mädchen lernen frühzeitig häusliche Arbeiten zu übernehmen…so zieht sich der rote Faden durch und eine Mutter, die versucht, gleichberechtigte Verhältnisse zu etablieren, wird nichts selten vom Vater zurechtgestutzt und vom weiblichen Umfeld (Alibifrauen) abgecancelt. Das ist (etwas grobfein) die Wirkmächtigkeit des toxischen Patriarchats, indem selbst die meisten Frauen, der männlichen Weltanschauungen und derer Privilegien zureichen. Ein gern von der Manosphere genutzter Fakt, um die Verantwortung auf die Mutter abzuwälzen… das hat seit Sigmund Freud Tradition 😉 und auf „unsere“ Traditionen lassen wir nichts kommen. Never change a running system und deswegen reagieren die meisten Männer auch so empfindlich auf das Thema… aber das nur am ➡️ Rande

    • @Peta Parka:

      Das können wir abkürzen. Egal wie sehr Du mich provozierst, in dem Moment wo ich deshalb physische Gewalt anwende, bin ich schuld. ENDE DER DISKUSSION!

      • @Donald Dumb:

        Ihre BASTA!-Mentalität ist fehl am Platz. Wenn Sie den Begriff "Schuld" durch "Verantwortung" ersetzen, dann haben Sie recht, denn jeder trägt die Verantwortung für sein eigenes Handeln. Und Sauerei bleibt Sauerei, egal, wie groß sie ist. Das bedeutet aber nicht, dass ein Handeln irrelevant wird, nur weil jemand anderes etwas schlimmeres gemacht hat. "@Peta Parka" weist auf diesen Umstand hin. Dass Sie ihm/ihr nun unterstellen, er/sie würde das Problem des Gewalthandelns schmälern, ist womöglich ein Interpretationsfehler Ihrerseits.



        Beste Grüße

    • @Peta Parka:

      Guten Tag Peta Parka

      Immer zuverlässig da, wenn es um Gewalt gegen Frauen geht. Die "Ich-wil-ja-nicht-relativieren-mache-es-aber-doch-Fraktion".



      Es gibt individuelle Probleme in Partnerschaften, und es gibt strukturelle in der Gesellschaft. Hier beschrieben werden letztere und deren Folgen für Frauen, weil sie viel schwerer wiegen als persönliche Prädisposition. Frauen sind nicht die besseren Menschen und nicht wegen ihres Geschlechts schwächer sondern aufgrund der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.



      Das gilt es, mit Vorrang anzugehen und zum Vorteil aller Menschen zu ändern.

      • @Christian Götz:

        Weder gehöre ich einer Fraktion an, noch relativiere ich männliche Gewalt gegen Frauen. Da gibt es nichts zu verharmlosen, und Ihrer Einschätzung zu den gesellschaftlichen, patriarchalen Rahmenbedingungen, die Gewalt gegen Frauen fördern und bekämpft werden müssen, schließe ich mich an. Ich denke jedoch, dass mit einer dichotomen Vorstellung, nach der Frauen Opfer und Männer Täter sind, niemandem geholfen ist. In einem fachlichen Austausch mit Kolleg*innen, überwiegend Frauen, haben wir partnerschaftliche Gewalt diskutiert. Der Austausch war konstruktiv, weil die Kolleginnen, die selbstverständlich für Frauenrechte eintreten, diesem Modell nicht anhingen, sondern die Komplexität anerkannten. In gewalttätigen Beziehungen gibt es häufig keine eindeutige Zuschreibung von Täter und Opfer. Vielmehr handelt es sich um eine Dynamik, in der Beteiligte beide Anteile haben. Dieses Verständnis halte ich für wichtig, um Gewalt zwischen den Geschlechtern zu reduzieren. Dabei ist klar, dass Frauen bei Eskalationen stärker gefährdet und insgesamt stärker betroffen sind; ihr Schutz muss prioritär im Fokus stehen. Und im öffentlichen Raum sind meist Männer die Täter.

    • @Peta Parka:

      Ich vermisse in dem Artikel von Frau Schmollack irgendeine Form der Empathie für die von Gewalt betroffenen Männer; dass sie Gewalt erfahren (und dies neuerdings sogar zugeben), wird eher als etwas Positives gesehen, weil sie dadurch verletzlich werden. Andererseits gibt es Verständnis für gewalttätige Frauen ("Notwehr").

      Und auch Ihr Kommentar - nichts für ungut - stützt die alte These "zu einem Streit gehören immer zwei", womit sich Gewalt in Beziehungen leicht relativieren lässt.

      "Die Folgen für Frauen sind ungleich dramatischer " - warum?

      • @ORothe:

        Ja, zu einem Streit gehören immer zwei und relativieren, im Wortsinn von "in's Verhältnis setzen" ist auch wichtig für ein umfassendes Verständnis - zu verharmlosen gibt es nichts. Man muss aber differenzieren, ob es um Gewalt in einer Beziehung geht - da sind oft beide, Männer und Frauen, mehr oder weniger aggressiv und auch gewalttätig - oder um einen Übergriff, bei dem klar ist, wer Opfer und wer Täter ist. Das passiert öfter im öffentlichen Raum und davon sind Frauen weitaus häufiger betroffen. Die Folgen partnerschaftlicher Gewalt sind für Frauen meist verheerender, weil die Gewalt der Männer bei einer Eskalation oft drastischer ist.

      • @ORothe:

        Die Folgen sind für Frauen ungleich schwerer, weil Männer meist körperlich stärker sind.



        .



        Hinzu kommt das Männer meist mehr verdienen. Gerade in Beziehungen, in denen der Mann gewalttätig wird, ist die Frau oft finanziell abhängig.

    • @Peta Parka:

      Danke, da kann ich voll zustimmen! Bei diesen Diskussionen wird immer wieder „vergessen“, wieviel höchst verletzende psychische Gewalt von Frauen ausgehen kann, vor allem gegen Männer, die nicht gewalttätig sind, und die darüber dann auch nicht öffentlich reden.

      • @ Ludwig Lang:

        Ja, aber psychische Gewalt zu erfahren, darf nie als Rechtfertigung für die Ausübung körperlicher Gewalt dienen.

        • @Peta Parka:

          @Peta Parka:



          Es gibt auch keine Rechtfertigung für psychische Gewalt. Beide Formen von Gewalt stehen für mich auf einer Stufe, weil sie für die Opfer demütigend sind.

      • @ Ludwig Lang:

        Diese psychischen Verletzungen sind halt nicht so einfach und direkt zu erkennen wie ein blaues Auge.

        Verbale Gewalt ist oft die Vorstufe zur physischen Gewalt, unabhängig vom Geschlecht. Das Erlernen von gewaltfreier Kommunikation bietet hier ein großes Potential an Deeskalationsmöglichkeit.

  • Ich finde das Männerbild, das hier durch nackte Zahlen gezeichnet wird, erschreckend flach. Mir fehlen da Hintergründe, Zusammenhänge, systemische Betrachtungsweisen.

    Auch kann ich das aus meinem familiären Umfeld nicht nachvollziehen, da ist es eher umgekehrt.

    Wir Alle kennen die realen Personen und Umstände zu wenig und daher wäre es angebracht, vor allem für eine Zeitung, auf eine echte Gleichberechtigung und Gleichstellung hinzuwirken, anstatt ständig Öl ins feuer zu kippen. Damit meine ich nicht diesen Artikel! Aber der erinnert mich an die ganzen Hetzartikel die ich in 2025 in der taz lesen durfte und die sehr sexistisch anmuteten.

    Verallgemeinerungen, Vorurteile und rauhe Worte gehören bei dem Thema nicht in Zeitungskolumnen, das verfehlt das durchaus here Ziel!

    • @realnessuno:

      Dem ist so und besonders flach ist die Behauptung:



      "Die Gründe dafür liegen meist in der Gewaltbeziehung begründet: Da droht der Täter mit noch härterer Gewalt".

      Jede(r), der mit dem Thema zu tun hat, weiß dass das sehr oft nicht der Grund ist, sondern dass viele Frauen extrem ambivalent sind und dem Partner immer wieder "noch eine letzte Chance" geben, weil sie ihn eben auch lieben. Was für ein Frust zum Beispiel für die Polizei, wenn 5 Tag nach dem Gewaltschutzeinsatz der Mann mit Einverständnis der Frau wieder zuhause einzieht und nach einiger (meist kurzer) Zeit geht es von vorne los. Ganz ohne Drohung.

      • @Dr. McSchreck:

        „Jede(r), der mit dem Thema zu tun hat, weiß dass das sehr oft nicht der Grund ist, sondern dass viele Frauen extrem ambivalent sind und dem Partner immer wieder "noch eine letzte Chance" geben, weil sie ihn eben auch lieben.“

        IST das so? Und JEDER weiß das? Da ist Sie wieder, die repetitive und wenig elegante Schuldumkehr, der ewig ambivalenten, unentschlossenen, wankelmütigen Frau, die eigentlich selbst schuld ist an Ihrem Elend. Na Göttin sei Dank, weiß jeder der sich WIRKLICH mit dem Thema beschäftigt, dass asymmetrische Machtgefälle in Beziehung, konkret ökonomische Unsicherheiten der abhängigen Frauen, Isolation und fügsame Sozialisierung der Frauen – konträr der männlichen Hegemoniekonditionen – aber auch ein größeres Verantwortungsbewusstsein der Frauen hinsichtlich eines (versucht) intakten Familiengefüges – im Kontrast zu oftmals alkoholisierten Schlägerväter – beitragen, zur Mehrgewalt die Frauen ertragen (müssen).

        www.alkoholpolitik...er-alkoholeinfluss

        www.gesine-interve...-als-gewalttaeter/

        • @Lou Andreas-Salomé:

          Sie verdrehen meine Aussage ins Gegenteil und eigentlich ist das "Selbst schuld" von Ihnen. Es ist nicht jemand schuld, dass er geschlagen wird, sondern schuld ist immer der Schläger. Aber es sind eben viele Frauen nicht in der Lage, sich aus einer Gewaltbeziehung zu lösen, obwohl sie geschlange werden.

          Das sind 2 verschiedende Fragen.

          • @Dr. McSchreck:

            „Sie verdrehen meine Aussage ins Gegenteil“

            Nicht wirklich, ich schlussfolgere, denn was bitte möchten Sie mit der ambivalenten Frau sonst zum Ausdruck bringen, als die üblichen Allgemeinplätze zu bedienen, nach der die verprügelte Frau selbst schuld ist, denn sie könne ja gehen??? Von daher freue ich mich über die korrekte Einordnung

            „sondern schuld ist immer der Schläger.“

            und empfehle hinsichtlich des „Ambivalent Mythos“ mal die genauere Betrachtung der Frau im Patriarchat. Einem Gesellschaftssystem in dem Männer Machtpositionen & Privilegien innehaben, welche Frauen in strukturelle, ökonomische und psychologische Unterordnung zwingt. Ich nenne das von Ihnen geschilderte Phänomen weniger Ambivalenz sondern eher Abhängigkeit!

            • @Lou Andreas-Salomé:

              Der Artikel behauptet, die Frauen würden bleiben, weil die Männer ihnen drohen. Zum Beispiel, für den Fall, dass sie zur Polizei gehen....

              Diese Aussage ist einfach nicht richtig und dazu habe ich gechrieben, welche Konstellation weit häufiger ist. "Ambivalent" ist auch kein Mythos, sondern der Mensch und menschliche Beziehungen sind nun mal etwas komplexer als Sie es sich anscheinend vorstellen.

    • @realnessuno:

      Ein Zeitungsartikel der sich schlicht mit einer aktuellen Studie auseinandersetzt, die bedauerliche, aber harte Fakten wiedergibt welche ebenfalls schon in so vielen Artikel, Studien, Essays etc. beleuchtet wurden und allgemein bekannte Tatsache ist, ist nicht verantwortlich, um etwaige Bildungslücken zu schließen. Wenn ernsthaftes Interesse besteht, fangen Sie an zu lesen. Beispielsweise Rolf Pohl „ Feindbild Frau - männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen“. Wenn Sie sich lediglich als Empörungsunternehmer etablieren möchten, bleibt Ihnen Ihre Meinung selbstverständlich unbenommen, entbehrt dann nur leider angesichts einseitiger Perspektiven jeglichen Gehalts.

  • Die Aussagen in dem Kommentar sind sehr einseitig, da diese Frauen nur als Opfer sehen und wenn sie dann als Täter auftreten, dann. war es Selbstschutz. Wer als Mann also Opfer weiblicher Gewalt wird, hat selber Schuld.

    • @Puky:

      Das steht da nicht. Da steht nur, dass es statistisch meist so ist.

      • @Herma Huhn:

        "Üben Frauen Gewalt gegen Männer aus, ist das meist eine Abwehrreaktion gegen die zuvor ausgeübte Männergewalt – also eher Notwehr als Angriff" Beziehen sie sich auf diese Aussage? Dass das statistisch festgestellt wurde, kann ich im Text nicht finden. Soweit ich weiß ist das auch kein Ergebnis der Dunkelfeldstudie, sondern eine These, die Frau Schmollack hier rezipiert.

      • @Herma Huhn:

        Das steht da so nicht. Es wird die Behauptung aufgestellt, dass Frauen meist nur aus Notwehr handeln, weil Sie die Conflict Tactic Scale anwenden würden.



        Evidenz für diese Aussage liefert die Statistik nicht und auch Nachweise werden dafür nicht vorgelegt.

        Es ist schlicht eine Aussage der Autorin und das ist eine so einseitige Aussage, dass damit der ganze Kommentar für die Tonne ist.

    • @Puky:

      „da diese Frauen nur als Opfer sehen und wenn sie dann als Täter auftreten, dann. war es Selbstschutz. Wer als Mann also Opfer weiblicher Gewalt wird, hat selber Schuld.“

      Woraus schließen Sie das? Derlei Aussagen gehen nicht aus dem Artikel hervor.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        Zitat:



        "Üben Frauen Gewalt gegen Männer aus, ist das meist eine Abwehrreaktion gegen die zuvor ausgeübte Männergewalt – also eher Notwehr als Angriff"

        Was soll es sonst bedeuten, entweder Frauen sind Opfer der Gewalt, oder sie wehren sich dagegen. Sie können nie selber Gewalt ausüben......

        • @Puky:

          Moment, jetzt verknotet sich das Knäuel. In Ihrem 1. Post deuteten Sie die Aussage, Männer als Gewaltopfer wären selbst Schuld, und nun deuten Sie, Frauen wären nie Gewaltausübende… aber nichts davon steht so buchstäblich wie Sie es auslegen möchten im Text. Bitte vorsichtig im Umgang mit Häufigkeitsadverbien, sie bilden keine Allgemeingültigkeit ab!



          Männer KÖNNEN unbescholtene Opfer weiblicher Gewalt werden, werden aber eben auch oftmals erst als Reaktion auf vorhergehende selbstausgeübte Gewalt von Frauen geschlagen. Frauen KÖNNEN von männlicher Gewalt betroffen sein UND sich wehren, indem sie ebenfalls Gewalt ausüben. Verursacher dieser Gewaltspirale ist in dem Fall jedoch der Mann – simple Kausalität, wie im Buddelkasten 😉 Donnerst du mir eine, schenk ich dir eine zurück, jetzt klar?

  • Jede Fünfte Frau hat Gewalt durch einen Mann erfahren. Das heißt, jeder fünfte Mann, der mir am Morgen in U-Bahn begegnet hat schon einmal eine Frau geschlagen. Nun, wäre ich eine Frau, würde ich es mir überlegen, ob ich mich überhaupt auf einen Mann einlassen sollte.

    • @Il_Leopardo:

      Nein, dieser Umkehrschluss greift glaube ich zu kurz.

      Ich denke eher, dass ein gewalttätiger Mann im Laufe seines Lebens in mehreren Beziehungen, also ggü. mehreren Frauen gewalttätig wird.

      Weil durch eine neue Beziehung die vielfältigen Gründe der Gewalt, wie Bestitzdenken, krankhafte Eifersucht ,Minderwertigkeitskomplexe usw. beim Täter ja nicht verschwinden.

      So kommen dann auf einem Täter 3,4,5 oder sogar 10 Frauen, die Gewalt in einer Beziehung erlebt haben.

      Und "Gewalt erfahren" ist auch nicht gleichzusetzen mit "Schlagen".

      Wenn jemand seiner Frau und den gemeinsen Kindern, mit dem Tod droht, ist das psychische Gewalt der übelsten Sorte.

      Physisch hat dieser Mann die Familienmitglieder aber nie geschlagen, geschweige auch nur ein Haar gekrümmt. Sprich, er kann rumstolzieren und sagen, " ich bin kein Schläger ".

      Ein ekelhafter Seelenschänder ist er aber allemal.

      Aber ja, als Frau würde ich mir auch viel mehr Sorgen machen\Angst haben bei der Partnerwahl, gerade wenn ich schon Gewalt erfahren habe in einer vorherigen Beziehung. Seelisch ist dieser Vertrauensverlust bestimmt nur schwer zu verkraften, wenn überhaupt.

      • @DerEmsländer:

        Ja, mit über 70 bin ich manchmal noch richtig verwundert darüber, wie/dass ich alle männlichen „Gewaltklippen“ umschifft habe. Das war eine Kombination aus Arbeit/Bildung/Wissen/Glück/Zufall. Alle gehören dazu. Manchmal braucht nur ein Aspekt zu fehlen und schon geht es schief.

    • @Il_Leopardo:

      Das ist - mit Verlaub - ziemlicher Unsinn. Diese Anmerkung blendet aus, daß es in vielen Fällen Wiederholungstäter sind. Der Prozentsatz ist in jedem Fall zu hoch, aber man muß ihn dann nicht auch noch künstlich aufblasen.

      • @Wurstfinger Joe:

        Vollkommen richtig. Ergänzend kommt noch dazu, dass der Studie eine sehr breite (soziologische) Gewaltdefinition zugrunde liegt, die weit über das Strafrecht hinaus geht.

      • @Wurstfinger Joe:

        Wenn da oben steht, dass jede fünfte Frau schon einmal Gewalt erfahren hat, dann ist und bleibt es jede fünfte Frau. Wiederholungstaten werden da bestimmt nicht mitgezählt. Da bin ich mir ganz sicher, da ich genügend Statistikerfahrung mitbringe. Ich mache jeden Monat in meinem Betrieb die Klientenstatistik und zähle Klienten, die mehrmals im Monat erscheinen auch nicht doppelt oder dreifach.

        • @Il_Leopardo:

          Wiederholungstäter=ein Täter und mehrere Opfer. "Wiederholungstaten werden da bestimmt nicht mitgezählt." ist keine Datengrundlage, sondern eine willkürliche Annahme. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, daß miese Verhaltensweisen immer dann wiederholt werden, wenn man damit einfach durchgekommen ist.

      • @Wurstfinger Joe:

        Nope, kein Unsinn, genau genommen hat in D jede 3. Frau MINDESTENS einmal Gewalt durch einen Mann erfahren, aber klar, wird’s besser, wenn sich Gewalt durch den selben Täter und / oder an dem selben Opfer wiederholt (sarcasm out).

        www.bmbfsfj.bund.d...alt-erkennen-80642

        Von daher hat Leopardo durchaus einen Punkt – Frauen überlegen es sich gut, ob Sie sich überhaupt noch auf einen Mann einlassen sollten – wie unbestreitbar in einem andere taz Artikel aufbereitet wird

        taz.de/Zahl-der-Eh...-Maenner/!6151016/

        Halten Sie das für Zufall oder möchte Sie die Zusammenhänge erkennen? 😉

    • @Il_Leopardo:

      “Jede Fünfte Frau hat Gewalt durch einen Mann erfahren. Das heißt, jeder fünfte Mann (…) hat schon einmal eine Frau geschlagen.”



      Nein, bedeutet es nicht. Jemand der seiner Partnerin Gewalt antut, wird das vermutlich mit der nächsten Partnerin ganz genauso tun. So kann eine deutlich kleinere Gruppe von Männern als 1/5 bei 1/5 der Frauen Gewalterfahrungen erzeugen.



      Verurteilungen sind hierbei an sich schon selten und dann muss die neue Partnerin ja auch wissen das ihr neuer Partner jemand ist der in der Vergangenheit schon Gewalttätig war. Woher soll diese Information stammen?

    • @Il_Leopardo:

      … oder in den U-Bahn Wagen steige, wenn da ausschließlich Männer sitzen. Willkommen in meiner Welt und nebenbei der Lebensrealität so vieler Frauen.

      • @Lou Andreas-Salomé:

        First things first: Ich schätze Ihre Beiträge.



        Kann ich gut verstehen. Wenn mir nach der Kneipe eine Horde junger, oft angetrunkener Männer, begegnet, wechsele ich die Straßenseite - auch wenn die mir dann hinterher grölen "Hast wohl Schiss, Alter". Ich denk mir meinen Teil.

        • @Il_Leopardo:

          „Ich schätze Ihre Beiträge.“ 😊

          Dito, zu oft vermisst frau leider auch unter den taz-Foristen das Sapiens im Homo… Sie verfügen über Genügend 😉 und stellen sich damit dem täglichen und leider normalen Irrsinn.

    • @Il_Leopardo:

      Falsche Schlussfolgerung. Nur weil jede fünfte Frau Gewalt von einem Mann erfahren hat, heißt das nicht das auch jeder fünfte Mann Gewalt ausgeübt hat.



      Ein Mann kann auch gegenüber 100 Frauen Gewalt angewendet haben.



      Die Anzahl der Opfer sagt nichts über die Anzahl der Täter aus.

      • @Walterismus:

        Man übt Gewalt gegen jemanden aus, und nicht "gegenüber".