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Angriff in LeipzigWeil er Kurdisch sprach

Als Hozan Roj in einer Leipziger Straßenbahn unterwegs ist, eskaliert eine Begegnung mit zwei Männern. Sie zücken Messer. Der Angriff ist kein Einzelfall.

In Deutschland leben weit über eine Million Kur­d*in­nen – hier Teil­neh­me­r*in­nen einer Demonstration in Mannheim im Januar Foto: Uli Deck/dpa
Yasemin Said

Aus Leipzig

Yasemin Said

Hozan Roj lehnt sich vor und umschließt mit seinen vergipsten Armen die Tasse. Er balanciert sie zu seinem Mund, nimmt einen Schluck. „Willst du noch Tee?“, fragt er und hebt intuitiv die Hand, bevor er sie wieder senkt: „Nimm dir gerne selbst.“ Einen kurzen Moment hatte er vergessen, dass er den Tee gerade nicht einschenken kann.

Roj sitzt auf einem Drehstuhl in seiner Einzimmerwohnung. Seitdem er Ende Januar Opfer eines Messerangriffs wurde, ist er ungern draußen und selten allein. Mehrere Stich- und Schnittverletzungen und die „hundertprozentige Durchtrennung des Gelenks“ stehen auf dem Entlassungspapier des Krankenhauses. Roj hätte den Daumen seiner linken Hand fast verloren.

Rojs Geschichte ist nicht der einzige Vorfall von antikurdischem Rassismus der letzten Wochen. Als in Nordostsyrien die kurdische demokratische Selbstverwaltung Rojava von Truppen der syrischen Armee angegriffen und Kobanê von der Türkei bombardiert wird, organisieren Kur­d*in­nen weltweit Demonstrationen und Solidaritätsaktionen. Diese Sichtbarkeit kurdischen Widerstands trifft jedoch auf Gegenwehr. In mehreren Städten, darunter Halle, Hannover und Antwerpen, werden kurdische Personen angegriffen.

Vor dreieinhalb Jahren ist Hozan Roj nach Deutschland gekommen. Er ist in den kurdischen Gebieten in Iran aufgewachsen, möchte nicht erzählen, wo genau und möchte auch seinen echten Namen nicht nennen, aus Angst vor weiteren Angriffen. „Ich bin mir der Gefahr bewusst“, sagt er, „ich habe mir das in Deutschland trotzdem anders vorgestellt.“

„Wir haben uns auf Kurdisch unterhalten“

Ruhig erzählt Roj von der Nacht, als es zu dem brutalen Angriff kommt. Er ist mit einem Freund unterwegs. Beide stehen an der Haltestelle am Hauptbahnhof von Leipzig, unterhalten sich über Rojava. „Wir haben über die Angriffe gesprochen, haben uns auf Kurdisch unterhalten“, erzählt er. Als Roj sich von seinem Freund verabschiedet und in die Bahn gestiegen sei, habe er die Blicke von zwei jungen Männern gespürt.

Sie redeten auf Deutsch laut miteinander, beleidigten Kurd*innen, hätten ihn provozieren wollen, sagt Roj. Er stockt kurz, als er erzählt. „Es waren viele sexistische Kommentare“, sagt er, „die will ich jetzt nicht wiederholen.“ Es sei gegen kurdische Frauen gegangen, das kurdische Volk, das man vernichten wolle. Irgendwann sei Roj aufgestanden und paar Sitze weiter gelaufen. Die beiden Männer seien ihm gefolgt, fingen an, ihn zu berühren. Erst leicht an der Schulter, dann etwas stärker, so erzählt es Roj.

Sie forderten ihn auf, mit ihnen auszusteigen, mehrmals. „Nein, ich muss hier nicht raus“, habe er immer wieder gesagt, bis plötzlich einer der beiden Männer sein Messer zeigt. „Du hast ein Messer?“, habe Roj gefragt, dann habe auch der Zweite ein Messer gezeigt, das in seinem Schuh steckte. „Komm raus hier, ich bring dich um“, habe er gesagt.

Roj kann sich bis zu dem Moment, als das Messer gehoben wird, die Bahn stehen bleibt und die Fahrgäste anfangen zu filmen, detailliert erinnern. „Ich weiß dann nicht mehr, wo genau mich was getroffen hat. Ich bin nach hinten gefallen, habe versucht, die Schläge und Stiche mit meinen Armen abzuwehren“, sagt Roj.

Allein für das letzte Jahr wurden 217 Vorfälle von antikurdischem Rassismus registriert

Er flüchtet aus der Bahn, die Täter folgen ihm, er kehrt zur Bahn zurück, als er sie nicht abschütteln kann. Kurz bevor die Polizei kommt, habe einer der Angreifer seinen Geldbeutel gefordert. „Die wollten, dass es nach einem Raub aussieht“, sagt er. „Aber die hatten ja ein Problem damit, dass ich Kurde bin. Die wollten nicht mein Geld.“

Die Polizei habe Roj gegenüber erwähnt, dass sie einen der Täter gefasst hätten. Es handele sich um einen 21-jährigen Mann mit syrischer Staatsbürgerschaft. In der Pressemitteilung wird noch von einer „Auseinandersetzung in einer Straßenbahn“ gesprochen und darin steht auch, dass der Täter nach einer kurzen Vernehmung wieder auf freiem Fuß ist. Roj spricht von versuchtem Mord und davon, dass die Täter versucht hätten, seinen Bauch mit dem Messer zu treffen. Die Daunenjacke sei zum Glück dazwischen gewesen.

Auf der Couch in Rojs Wohnung sitzt Baran Kawa, ein Freund von Hozan Roj, auch er will seinen echten Namen nicht nennen. „Wir werden im Krieg in Nordsyrien getötet und Roj wird hier in Deutschland angegriffen“, sagt Kawa. Beruflich sei Kawa als Kurde schon diskriminiert worden. Es gebe laut Kawa „kein Bewusstsein für ausländischen Faschismus“. In einer Facebook-Gruppe für Arabisch-sprechende Personen in Leipzig hätte eine Person sehr öffentlich den Tod von Kur­d*in­nen befürwortet.

wochentaz

Dieser Text stammt aus der wochentaz. Unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Roj erzählt, dass auch der zweite Täter mittlerweile der Polizei bekannt sei. Die Polizei selbst äußert sich auf taz-Anfrage weder zum Tathergang noch zum Stand der Ermittlungen.

Um auf die Bedrohungslage der Kur­d*in­nen in Deutschland hinzuweisen, hat sich 2023 die Informationsstelle Antikurdischer Rassismus, kurz IAKR, gegründet. Im Jahresbericht 2024 schreibt sie, dass dieser auch als eine Mahnung gesehen werden soll, denn die kurdische Diaspora sei in Deutschland ernstzunehmenden Problemen ausgesetzt. Allein für das letzte Jahr wurden 217 Vorfälle von antikurdischem Rassismus registriert.

Anfang der Woche schreibt Roj dann, dass die Polizei sich bei ihm gemeldet habe. Man hätte ihn gefragt, ob er sich sicher sei, dass der zweite identifizierte Täter die richtige Person sei. Roj sei verwirrt von diesem Anruf gewesen. „Warum dauert das so lange?“, fragt Roj. Man müsse doch das Gesetz ändern, wenn die Täter danach einfach frei sein könnten. „Die haben versucht, mich umzubringen, ich gehe seitdem nicht mehr raus, ohne mein Gesicht zu verstecken. Das ist doch nicht normal.“

Um auch rechtlich gegen die Angreifer vorgehen zu können, wurde Hozan Roj von Pena-ger e.V., einer bundesweiten Online-Beratungsstelle für Geflüchtete, ein Anwalt vermittelt. Die Kosten dafür muss der Verein über Spenden decken.

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82 Kommentare

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  • Beide Opfer des institutionellem Rassismus in Deutschland.

  • Mal was anderes als diese ganzen pauschalen Negativzuschreibungen:



    Rafik Schami ("ein Freund aus Damaskus") lebt seit 1971 in Deutschland und gehört als syrisch-deutscher Schriftsteller zu den erfolgreichsten (deutschen) Schriftstellern interkultureller Literatur.



    de.wikipedia.org/wiki/Rafik_Schami



    - Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm. Hanser, München 2003



    - Damaskus im Herzen und Deutschland im Blick. Hanser, München 2006,



    - Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat und andere seltsame Geschichten. (= dtv. 14003). München 2011



    - Gegen die Gleichgültigkeit. Über Rassismus, Orientalismus und den neuen Typus von Intellektuellen. Essay. Schiler & Mücke, Berlin/Tübingen 2021.



    Mir gefallen die Geschichten, die aus dem Syrien vor dem Krieg erzählen. Mitunter Geschichten aus Rafik Schamis Kindheit und Jugend, in der in den Nachbarschaften ein friedlicher und reger Austausch stattfindet unter Angehörigen verschiedener Konfessionen.



    Der Krieg 2012ff auf den Aufstand/Protest 2011- brachte die Rache und Eroberungsideen - die müssen erst wieder zurückgehen.

  • Na ja, wen wundert es, Rassismus ist weltweit verbreitet und wenn man in Betracht zieht, dass es in Syrien auch "rechte" Parteien gab, die sich u.a. an der NSDAP orientiert haben und man für den Überlegenheitswahn nicht wie die SS sich ein Pseudoreligion basteln musste, sondern auf tradierte religiöse Vorurteile zurückgreifen konnte.



    Daher muss Rassismus in jeder Form bekämpft werden, egal woher die Blödmänner bzw. -frauen stammen.

  • Darum verstehe ich es nicht das eine Partei jemanden zum OB Kandidaten kürt , der die grauen Wölfe, eine rechtsradikale Gruppe unterstützt. U d das Zentralorgan dieser Partei verneint oder verniedlicht das auch noch.

    • @Georg Sonntag:

      Ist doch anschlussfähig im Mainstream, die CDU Hessen hat die grauen Wölfe in Hessen etabliert und FJS war ja ein Kumpel von Türkeş.

    • @Georg Sonntag:

      *die größte rechtsextreme Gruppierung Deutschlands

  • Sollte sich der Tatverdacht gegen den Syrer bestätigen, ist der Täter hart zu bestrafen, auszuweisen, bzw. abzuschieben. Einem Gastgeberland ist jegliche Allimentierung von Personen, die hier den Hass und die Gewalt aus ihren Herkunftskulturen ausleben schlicht nicht zumutbar. Wer hier im Kommentarbereich meint Deutschland solle Lösungen für diese Konflikte finden, ist entweder Zyniker oder ein U-Boot der AfD. Diese Konflikte kann Deutschland nicht lösen. Selbst der UNO gelingt dies nur in sehr begrenzten Maße. Die Aufgabe und Verantwortung Deutschlands, bzw der hiesigen Mehrheitsgesellschaft besteht darin, Schutzsuchenden im Rahmen der Gesetze Schutz zu bieten. Diese Verantwortung impliziert auch den Schutz vor kriminellen Gewalttätern. Übrigens hat die deutsche Bevölkerung ebenso einen Schutzanspruch, der hier von einigen keinerlei Beachtung findet, bzw ggü. vermeintlichen "Schutzrechten" von Gewalttätern relativiert wird.

    • @Rosa Roxanne:

      Ja? Sind Sie auch schon mal so hart bestraft worden? Und Sie möchten dieses Forum für Ihre nationalistischen Phantasien nutzen? "Deutschland kann/ Kann nicht", "Allimentierung", Beschuldigung an den Kommentarbereich.



      Ja, Schutz vor Gewalttätern, durchaus.



      Mir ist die Allimentierung solcher Ihrer nationalistischer Tiraden schlicht nicht zumutbar.

  • Die Konflikte bleiben eben leider nicht in den Herkunftsländern ...

    Wenn Deutschland es schon nicht hinbekommt, deutschen Faschismus und Rassismus zu bekämpfen, wie soll es dann innerethnische Ressentiments eindämmen, von denen sich die wenigsten hier (und das unterstelle ich auch Behörden) ausreichend gut damit auskennen?

    (Übrigens: Rassismus ist ein weltweites Problem. Mein Pflegesohn, ethnischer Hazara, wurde am helllichten Tag auf offener Straße mitten in einer deutschen Stadt von einem Paschtunen mit dem Tode bedroht.)

  • Immer wieder erschreckend, dass externe Konflikte auch hierzulande Gewalttaten auslösen. Macht es für Migrationsbefürworter nicht gerade einfacher.

  • Es tut mir leid für die Kurden.

    Das fortschrittlichste Volk im Nahen Osten. Auch in Bezug auf Frauenrechte.

    Vielleicht wäre es eine gute Sache, die Kurden täten sich mit den Israelis zusammen und alle weiteren Gruppen, die Schwierigkeiten mit den Islamisten haben, z. B. die Drusen, Alawiten etc.

    Und die Syrer? Assad ist seit eineinhalb Jahren weg.

    Volle Solidarität mit allen von den Islamisten bedrohten Bevölkerungsgruppen.

  • Liebe taz, ist das eine Nachricht : "Nur weil er kurdisch sprach"? In den 70ern waren kurdische Menschen in Berlin bei türkischen Menschen - mehr oder weniger, ob sie aus der südlichen Türkei, der Schwarzmeerküste, aus Anatolien... kamen - verhasst. Ich habe mit beiden Gruppen zu tun gehabt, nicht als Gruppen, sondern als schutzsuchende Menschen aus beiden Ethnien. Noch in dieser ihrer Not-Situation mussten wir (deutsche / berliner Menschen) aufpassen, dass sie sich nicht gegenseitig an die Gurgel sprangen, wobei beide sich jeweils der anderen Seite überlegen, "besser" glaubten qua Geburtsrecht.

  • Ehrlich gesagt war es auch nicht sehr schlau, das ganze als Raub zu "tarnen", wenn es denn so war. Bei Verwendung eines Messers ist die Mindeststrafe 5 Jahre - da könnte man durchaus einen Haftbefehlt mit begründen.

    • @Dr. McSchreck:

      Leipzig ist SPD-regiert.

      Die gilt im Schutz der Kurden als etwas zögerlich, lobbyiert doch eher Erdogan.

      • @shantivanille:

        Nein, ich denke nicht, dass Stadtregierungen einen solchen Einfluss aus der Weltpolitik übernehmen. Erdogans Einflüsse finden über die NATO-Mitgliedschaft statt. Es gibt keine Ausschlusstatuten. Und die Städte oder Dörfer haben da keine zusätzliche Förderung. Überprüfbar wäre das an der Untersuchung der Wirkung und Reichweite der BIG-Partei in D. Einzelne SPD-Politiker sind nicht die Gesamtpartei. Zu pauschal.

      • @shantivanille:

        Und was bitte hat die SPD mit einer Gerichtsentscheidung zu tun? Richtig, überhaupt nichts! Genau wie der Fall nichts mit Edogan zun hat.

        • @Deep South:

          Nichts mit der Gerichtsentscheidung sondern dem zögerlichen Ablauf der Ermittlungen.

          • @shantivanille:

            Ein Haftbefehl wird immer von einem Richter ausgestellt. Und zu den ermiitlungen. Es gab also ne Anweisung aus der SPD an die Behörden, die Ermittlungen zu verschleppen und z.Bsp. keinen Haftbefehl auszustellen, weil das Opfer Kurde ist?

            Sorry, aber das ist Alles nichts weiter als faktenfreies Verschwörungsgeraune.

  • Leipzig?



    Die einzige NGO der syrischen Demokratiebewegung sitzt in Leipzig: Adopt a Revolution. Sie berichtet in den newslettern:



    "Unsere Partner*innen berichten zudem von Plünderungen in Städten, die inzwischen unter Kontrolle der syrischen Übergangsregierung stehen. Betroffen sind nicht nur zivilgesellschaftliche Zentren, sondern auch Behörden, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen. Über das Ausmaß lässt sich derzeit kaum etwas sagen, da keine unabhängigen Medien in die Gebiete gelassen werden. Auch Übergriffe auf kurdische Geschäfte und Häuser wurden gemeldet. In Raqqa ist bislang keine reguläre Armee stationiert, sondern Stammesmilizen und bewaffnete Gruppen mit unklarer Zugehörigkeit." (23.1.26)



    und:



    Die Stadt Kobanê wird weiterhin von islamistischen und türkischen Truppen belagert, von Versorgung abgeschnitten. (30.1.26)



    "Ein geeintes Syrien (...) kann nur durch einen inklusiven politischen Prozess, Kompromissbereitschaft und gesellschaftliche Teilhabe wachsen."



    adoptrevolution.org/



    adopt fördert mehrere lokale Projekte. Bitte unterstützen Sie dies.

  • Hass und Gewalt gehen auch hier in beide Richtungen.

    Ein Kollege , Syrer, hat die kleine Flagge die an seinem Spiegel hing aus dem Auto genommen, aus Angst .

    Der Laden eines Bekannten , ebenfalls Syrer, wurde von Kurden zerlegt am



    Rande einer der Demos.

    Die Konflikte aus der Heimat werden hier weitergeführt,. Mit Gewalt.

    Und das, obwohl jeder einzelne hierher gekommen ist, um Schutz zu suchen. Es mögen immer wieder einzelne sein, aber hier würde ich mit eine entscheidende Distanzierung von Gewalt wünsche, und ein Bekenntnis zu Frieden und miteinander.

  • Immer wieder wird in kurdischen Telegram-Kanälen von Angriffen auf Kurd_innen in Deutschland berichtet. So in der Massenunterkunft Berlin Tegel. Das stellt das Gefühl in Sicherheit zu sein infrage.



    Solidarität mit Rojava und allen Humanisten!

    • @Land of plenty:

      Da schließe ich mich an.

      Den Kurden haben wir es zu verdanken, dass vor 10 Jahren der IS gestoppt wurde.

      Trump und Baerbock haben die Unterstützung der Kurden gestoppt. Zur Freude Erdogans.

      • @shantivanille:

        Leider haben sich noch nicht sehr viele Europäer bei den Kurden bedankt.

  • Das ist schrecklich, alarmierend!



    Es gab einmal eine Demokratiebewegung in Syrien, die wollen all das nicht. Keine ethnonationalistische Aggression und Entrechtung der Kurd_innen, sondern eine Demokratische Republik Syrien.



    Schauen Sie rein: noch lieferbar, auf deutsch: editionfaust.de/pr...ichten-aus-syrien/



    Es sollte also eine Entwicklung dahin geben, dass alle Verschiedenen in einer öffentlich-bürgerrechtlichen Struktur zusammenleben können, ohne Angst voreinander zu haben. Ohne Angst verschieden sein. Von Verwandtschaft unabhängig gemeinsam die Zukunft gestalten.

  • Mit dem Begriff Antikurdischer Rassismus adressiert man Opfer und Täter und stellt klar, dass es sich um ein Thema handelt, dass die deutsche Migrationsgesellschaft direkt betrifft (und nicht etwa bloß das Zusammenleben von sunnitischen Arabern und Kurden in Syrien) und mit dem wir uns auseinandersetzen müssen..



    Es ist zwar richtig, dass es sich bei den dahinterstehenden (ethnischen oder religiösen) Konflikten auch um „Import“ aus den jeweiligen Herkunftsländern handelt, jedoch erscheint der Begriff Konfliktimport als zu schwiemelig, um zu markieren, dass es eben keine externen Konflikte sind, die etwa durch Abschiebung der Täter einfach zu lösen wären. Im Gegenteil, die aus solchen Konflikten hervorgehenden Straftaten müssen HIER gelöst wrtddn, weil wir nun mal eine Migrationsgesellschaft sind und diese Probleme damit auch die der gesamten deutschen Gesellschaft..



    Lediglich die AfD und rückwärts gewandte Teile der Unionsparteien haben es noch nicht begriffen, dafür aber schon der alte Geheimrat Goethe, der die Ignoranz, die vermeintliche Nicht-Befasstheit des deutschen Michels, seinerzeit treffend entlarvte: „Wenn fern in der Türkei die Völker aufeinanderschlagen …“.

    • @Abdurchdiemitte:

      Ja! eben.

    • @Abdurchdiemitte:

      Sorry, aber nein das ist mir zu Plump, dass die deutsche Gesellschaft sich die Probleme der migrantischen Community zu eigen machen soll und damit Deutschland für die Problemlösung verantwortlich gemacht wird.

      Das hat dann nun wirklich nichts mit AfD oder rechtsgewandter Union zu tun, sondern ist wirklich blankes wegsehen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.



      Solche Konflikte sind keine Probleme der gesamten deutschen Gesellschaft. Deutschland muss damit ein Umgang finden ja, weil hier Straftaten passieren, aber Deutschland muss hier keine Konfliktlösung betreiben. Wer Mist baut, der muss dann halt gehen.

      • @Walterismus:

        Nun, Probleme zieht man nicht an, sie sind offensichtlich da. Und fürs Wegsehen habe ich ja gerade NICHT plädiert. Allerdings für eine Perspektivenveränderung.



        Denken Sie an die Konflikte zwischen den türkischen und kurdischen Migrantencommunities. Sicherlich einerseits Import von ethnischen Konflikten aus dem Herkunftsland Türkei, die sich hierzulande über Jahrzehnte verselbstständigt haben. Und es geht dabei in der Regel nicht um Geflüchtete mit ungesichertem Aufenthaltsstatus, sondern um inzwischen in der dritten und vierten Generation in Deutschland lebende Migranten, teils mit deutscher Staatsangehörigkeit.



        Wollen Sie die alle abschieben und wenn ja, wen? Kurden mit PKK-Sympathie oder rechtsextremistische Graue Wölfe?



        Wie wollen Sie da ohne die Möglichkeit von Konfliktlösung auskommen? Dieser Teil des Problems hat sehr wohl mit der Wahrnehmung - besser Nichtwahrnehmung (!) - unserer Gesellschaft als migrantische Gesellschaft zu tun. Diese Uhr lässt sich nicht mehr zurückdrehen, selbst von der AfD nicht.

        • @Abdurchdiemitte:

          Ja wer sich nicht benimmt muss dann halt gehen. Es ist nicht unsere Aufgabe die Probleme innerhalb der migrantischen Community zu lösen, deren Ursprung nicht hier in Deutschland liegt. Diese Problemlösung können wir nicht leisten.



          Wir können ein Angebot der friedlichen Co-Existenz anbieten. Wer das nicht annimmt und lieber Probleme macht, der geht dann halt und hat seine Chance verwirkt.

          Wir können den Konflikt schlicht nicht lösen! Wir müssen die Auswirkungen des Konflikts aber auch nicht ertragen und aushalten.

    • @Abdurchdiemitte:

      Wieso ist es bitte kein externer Konflikt der nicht durch Abschiebung gelöst werden könne, wenn hier lebende syrische Staatsbürger syrische Kurden aufgrund deren Kurdischseins überfallen? Es ist ein Skandal, wenn arabischer Syrer die hier vorgeblich Schutzsuchen offen den Tod anderer Syrer fordern; seien es Kurden oder wie auf der Demo vor dem Roten Rathaus letztes Jahr Kurden. Man muss nicht der AfD nahe stehen um zu der Meinung zu gelangen, dass diese Menschen hier nichts zu suchen haben und abgeschoben werden sollten.

      • @Fran Zose:

        Meine Sicht auf den Konflikt ist eine etwas andere (s. auch meine Erwiderung an @Walterismus). Wenn es sich bloß um einen Konflikt um Geflüchteten-Gruppen handeln würde, könnte man über Abschiebungen diskutieren, SOFERN die rechtsstaatliche Lage das hergibt. Ansonsten - sorry - bedeuten solche pauschalen, wirklichkeitsfernen Abschiebe-Forderungen nichts anderes als eine Übernahme der AfD-Perspektive.



        Die Konflikte zwischen türkisch- und kurdisch-stämmiger Community lassen sich auf diesem Weg jedoch nicht lösen, handelt es sich um seit Jahrzehnten hier lebende Menschen, teils mit deutschem Pass. Auch an Sie die Frage: wie wollen Sie denn da vorgehen, wenn es zu (rassistischen) Anfeindungen und Gewalt kommt?



        Sowohl über die immer noch (!) verbotene PKK als auch über die immer noch (!) legalen faschistischen Grauen Wölfe wurde hier schon diskutiert. Meine Positionierung dazu ist klar, aber es kann doch niemand sagen, dass das keine Themen wären, die die deutsche Gesellschaft insgesamt nicht betreffen würden. Auch wenn man sich in seiner rechten Blase nicht damit auseinandersetzen möchte (womit Sie sich nicht persönlich angesprochen fühlen sollten).

        • @Abdurchdiemitte:

          Ihre Meinung in Ehren, aber mir scheint Sie vertauschen hier grade zwei Sachverhalte: Wenn es um Konflikte zwischen türkisch- und kurdischstämmigen Deutschen geht, dann gebe ich Ihnen recht und wir müssen uns damit auseinandersetzen als deutsche Gesellschaft und uns beispielsweise fragen, was bei deren Integration schief gelaufen ist und wie wir zukünftig das besser machen können, damit unsere neuen Mitbürger nicht die Konflikte ihrer Ahnen meinen hier noch austragen zu müssen sondern diese überkommen.

          Aber in Fällen wie diesem, wo die Täter eben keine Deutschen sind sondern Syrer, welche obendrein wahrscheinlich noch einen Schutzstatur genießen, da kann man doch schlechterdings meinen es sei Aufgabe der deutschen Gesellschaft diesen Konflikt zu befrieden. Hier muss es legitim sein festzustellen, dass das Gastrecht missbraucht wurde und diese Leute entsprechend abzuschieben.

          Ich habe den Eindruck wir sind uns beide einig in der Ablehnung der AfD aber anders als Sie bin ich der festen Überzeugung, dass es die AfD stärkt, wenn wir es nicht schaffen Menschen die ihr Gastrecht missbrauchen und heimatliche Konflikte hier austragen wieder außer Landes zu schaffen.

          • @Fran Zose:

            Ich sehe das exakt wie Sie. Wer hier Schutz gesucht (und gefunden) hat und dann andere Leute, die ebenfalls hier in Frieden leben wollen, aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens oder Angehörigkeit zu einer Volksgruppe (weiter oben ein Stiefsohn aus Afghanistan) bedroht oder sogar verletzt, der sollte seinen Schutzstatus verlieren. So lässt es die Genfer Konvention ausdrücklich zu.

        • @Abdurchdiemitte:

          Wie soll die deutsche Gesellschaft Ihrer Meinung nach den Konflikt lösen?

          • @Oma:

            Strafverfolgung, Deradilalisierung, Resozialisierung.



            .



            Eine fundierte Analyse über Konflikte unter Migranten wäre auch hilfreich. Die Menschen leben hier und damit ist es auch "unser" Problem.



            .



            Sie könnten in etwa genauso gut fragen "wie lösen wir das Problem mit deutschen Neonazis."?



            .



            Da gibt es ja auch keine 100% Lösung, aber zumindestens Förderung von zivilgesellschaftlichen Gegenmaßnahmen.



            .



            Wir müssen das Problem besser verstehen und lernen damit umzugehen.

  • Es ist leider so, dass die Grauen Wölfe z.B. eine rechtsextreme Türkische Gruppe bei uns nicht verboten ist, diese haben auch viel Angriffe auf Kurdische Leute zu vernatworten. Das hier Syrische Leute den Krieg aktiv betreiben wollen, ist fatal. Es ist Rojava das einzige Projekt, welches als Ziel eine nicht nationalistische , sondern basisdemokratische Zusammenlebens Idee vertritt:dass das von Frauen aus geht ist logisch, denn Kriege basieren auf Nationalismen sie sind aber das wirksamste Mittel, wie Herrschende das Patrriarchat in Gesellschaften hinein pressen und zementieren. Deswegen war der Angreiffer auch besonders sexistisch aufgeladen. Das soll nicht bedeuten, dass es auch von den Kurdischen SDF im Krieg teils Ungerechtigkeiten gegen arabische Communities ausgeübt haben können, denn: die Kurden haben zunächst mal auch eine lange patriarchale Geschichte &im langen Krieg passieren viele Gewalten. Die Phantasmen ethnischer Nationalismen gerade Arabischer Herrschaft sind besonders absurd, wenn sie gegen die Ideen der Aufstände der arabischen Frühlinge millitaristisch nach rechts& islamistisch gewendet werden.Die Internationale Solidarität gilt jedoch den Menschenrechten aller

    • @R.L.:

      ja, voll.



      "Die Phantasmen ethnischer Nationalismen gerade Arabischer Herrschaft sind besonders absurd, wenn sie gegen die Ideen der Aufstände der arabischen Frühlinge millitaristisch nach rechts& islamistisch gewendet werden."



      Das ist so tragisch. Ich bin 2011 nach Tunesien gereist zu einem Treffen, wie es weitergeht.



      Es gibt schon lange viel Säkularität. Aber in den arabischen und islamischen Ländern ist vieles unorganisiert, spontan. politisch etwas diffus. In Umfragen sagen 70% der unter30jährigen: Religion ist Privatsache. Ich finde es unübersichtlich. In Syrien geht die Gewalt (z.b. gegen Drusen) von Stammesverbundenen aus. Urbanität in Damaskus, Aleppo.

  • Es ist üblich, dass Verdächtige nach einer Körperverletzung auf freiem Fuß bleiben. Womöglich gaben die Syrer einen anderen Tatablauf zu Protokoll.



    Es darf jetzt keine politische Instrumentalisierung dieses Vorfalls geben. Solche Debatten spalten nur die Gesellschaft und



    sind schädlich für Demokratie und Vielfalt. Der üblicherweise von Rechts-Konservativen vorgebrachte Ruf nach härteren Strafen ist billiger Populismus, denn Erstens reichen die Gesetze aus und Zweitens muss proaktiv mehr gegen Hass und Gewalt getan werden. Mehr Geld für Integrationskurse ist sehr gut angelegt.

    • @Zugpferd:

      Normalerweise haben viele Bahnen Kameras - ob das dort auch so ist, weiß ich nciht. Außerdem sollen ja Fahrgäste gefilmt haben, die Beweissituation könnte also sehr gut sein, wer Angreifer und wer Opfer ist.

  • Die aus mehreren Kommentaren hier deutlich spürbare klammheimliche Freude darüber, dass es sich um nichtdeutsche Täter handelte, ist eklig und allzu durchsichtig.

    Dahinter steht unausgesprochen: "Wussten wir ja schon immer, dass *Die* nicht demokratiefähig sind."

    Es ist wenig überraschend, dass Geflüchtete nicht die besseren Menschen sind, und natürlich muss man die Täter zur Rechenschaft ziehen.

    Ich wäre zudem sehr für ein Verbot der Grauen Wölfe. Ich verstehe nicht, dass Deutschland sich bis jetzt nur zu einer Einstufung der PKK als Terrororganisation durchringen konnte und damit verbunden zu einer Aufrechterhaltung des Verbots der Partei und anhängender Vereine.

    • @Klabauta:

      Ich sehe das anders. Geflüchtete sind moralisch die besseren Menschen. Sie fliegen aus Syrien oder aus der Türkei, weil sie intellektuell sind und das Regime in Frage stellen, in ihrem Land aber den Tod fürchten müssen.

      Die wenigsten Geflüchteten sind kriminell, die große große Mehrheit will keine Konflikte haben, sondern in Würde leben. Gilt für Syrer, Kurden, Türken.

      Wenn es nur darum geht: Straftaten begehen = Raus aus dem Land, sollten wir mit unseren Biodeutschen anfangen. Steuerhinterziehung, Kindesmissbrauch, Fahren ohne Fahrerlaubnis, usw.

      Dass die Grauen Wölfe verboten werden müssen, steht natürlich außer Frage.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Das Flüchtlinge die moralisch besseren Menschen sind halte ich für eine sehr gewagte These; in erster Linie sind sie erstmal Menschen, die aus welchen Gründen auch immer hier ein vermeintlich besseres Leben suchen. Ich gehe mit, dass die wenigsten davon kriminell sind, aber schon ob die Mehrheit intellektuell ist wage ich zu bezweifeln (abgesehen davon, dass das Menschen nicht grundsätzlich besser macht).

        Unter den Flüchtlingen gibt aber eben auch kriminelle und schlechte Menschen so wie unter Deutschen auch. Anders als die Ausländer können können Deutsche aber nicht abgeschoben werden, wer wollte sie auch nehmen? Die Ausländer können aber schon abgeschoben werden und ich sehe nicht, auf welcher Grundlage in der Pflicht sein sollte zusätzliche Kriminelle zu den eigenen aufzunehmen.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Nur um es nochmal klarzustellen:



        Natürlich sind die wenigsten Geflüchteten kriminell, genauso wie das in der autochthonen Bevölkerung der Fall ist. Und von Abschiebung aufgrund von Straftaten habe ich gar nicht geschrieben, sondern von Strafverfolgung.



        Und nicht alle die fliehen, sind Intellektuelle (und das ist auch gut so).



        Ich halte es für gefährlich, Geflüchtete zu überhöhen als moralisch bessere Wesen, denn das schraubt auch die Erwartungen an sie in unerreichbare Höhen. Genügt es nicht, einfach Mensch zu sein, um ein Anrecht auf Schutz zu haben, wenn man verfolgt wird?

        • @Klabauta:

          Hier war der Angegriffene ebenfalls ein Geflüchteter, ebenso wie die beiden jungen Frauen, die in den letzten Monaten in Bahnhöfen von mutmaßlich psychisch Kranken getötet wurden, die ebenfalls als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen waren. Wenn das Anrecht Geflüchteter auf Schutz ernstgenommen wird, dann muss der Staat auch an die Aufgabe herangehen, Gefährder nicht ins Land zu lassen und sie, wenn sie gewalttätig geworden sind, nach der Vollstreckung der Strafe abzuschieben, soweit dies möglich ist.

        • @Klabauta:

          Wenn diese Menschen das menschenverachtende System kritisieren, und pro Menschenrechte sind, ist es bereits eine moralisch erhöhte Position.

          Umso trauriger, dass sie verfolgt werden und ihnen nichts anderes übrig bleibt, als dem Land den Rücken zu kehren. Perspektivlosigkeit, Korruption, drohender Tod, und denken sich Nein Danke.

          Da kann unser Deutschland ne gewaltige Scheibe davon abschneiden. Systemkritik bei uns: Das macht der Rechte, um seine Diktatur zu bekommen, und viele applaudieren. Diejenigen, die mehr Demokratie und weniger Kapitalismus haben wollen, werden als Sozialist verschrien.

    • @Klabauta:

      Na, wenn das für Sie das Wichtigste ist, dann geben Sie diesen Leuten wohl indirekt sogar recht.

      • @Dr. McSchreck:

        Ich verstehe Ihre Antwort nicht. Was ist für mich das Wichtigste? Welchen Leuten gebe ich indirekt sogar recht? Können Sie das bitte präzisieren?

        • @Klabauta:

          Ihr erster Kommentar zum Thema ist nicht die Gewalt von Migranten gegen andere Migranten, beide gekommen, hier Schutz zu suchen. Sondern Sie kritisieren Kommentare, die auf den Umstand hinweisen, dass die Täter selbst Geflüchtete sind.

          Wenn das für Sie das zentrale Thema ist, scheint es wichtig zu sein, darauf hinzuweisen. Es gibt ja auch nach Terroranschlägen von Islamisten oft Beiträge, denen es dann weniger um den Anschlag geht, sondern um die Sorge, dass das der AfD nützen könnte. Genau das macht aber die Rechten noch stärker.

          • @Dr. McSchreck:

            Da haben Sie aber eine sehr selektive Wahrnehmung dessen, was ich geschrieben habe.



            Ich werde mich nicht wiederholen. Lesen Sie‘s einfach nochmal.

    • @Klabauta:

      Es geht um ritualisierte Textbausteine, nicht um Tätergruppen.



      „Demokratiefähigkeit“ kommt hier nicht vor – außer in Ihrer Interpretation.



      Wo bleibt eigentlich der AfD-Bezug? Der fehlt noch zur Vollständigkeit. 😉

      • @Desti:

        Bitte, den AfD-Bezug kann ich Ihnen gerne noch dazu liefern.



        Eine Perspektive, die negiert, dass ethnische und/oder religiöse Konflikte die moderner Migrationsgesellschaften sind - und Gottseidank lässt sich DIESE Uhr nicht mehr zurückdrehen! - sowie alle Versuche, diese Tatsachen zu verdrängen oder zu verneinen, führen (ob gewollt oder nicht) dazu, am Ende dann doch das AfD-Geschäft zu erledigen.



        Wir können uns jederzeit darüber unterhalten, ob straffällige Geflüchtete abgeschoben werden sollten, wenn die Gesetzeslage dieses zulässt. Aber wer Abschiebe-Forderungen so pauschal erhebt wie im gegenwärtigen Diskurs, geht klar der AfD-Propaganda auf den Leim. Das tun leider viele Bürger, weil sie die Hintergründe dieser Konflikte nicht verstehen und nicht akzeptieren (wollen), dass es sich um Konflikte INNERHALB unserer deutschen Migrationsgesellschaft handelt.



        Aber sprechen wir doch lieber darüber, wo und wie das alltägliche friedliche Zusammenleben funktioniert - das hören die AfD-Apologeten nämlich überhaupt nicht gern. Die setzen lieber auf den Untergang des christlichen Abendlandes.

        • @Abdurchdiemitte:

          Danke fürs Nachreichen des AfD-Bezugs.



          Genau darum ging es ja: Erst ein Strohmann („ihr leugnet Konflikte“), dann der obligatorische AfD-Frame zur Abrundung.



          Argument ersetzt durch Moral, Analyse durch Etikett – ritualisierte Textbausteine, wie bestellt.🙂

  • Ich höre da im Hintergrund die Polizei nach dem Attentat durch den NSU in der Keupstrasse - "das sind die Ausländer untereinander, was sollen wir da ermitteln.."

  • Und ich habe immer geglaubt, Rassismus wäre ein Alleinstellungsmerkmal von uns Deutschen. So jedenfalls habe ich immer unsere Linken verstanden.



    Aber so kommt es, wenn man mehr die Symptome bekämpft, denn die Ursachen.

    • @BS:

      ?? nö.



      Wir sind nicht Ihre Linken. Da müssen Sie sich verwählt haben.

    • @BS:

      Da haben Sie „unsere“ Linken aber ganz schön missverstanden - aber so kommt es, wenn man sich nicht richtig informiert und ausschließlich darauf aus ist, seine Feindbilder zu pflegen.



      Aber es sei Ihnen unbenommen, denn schliesslich ist das hier nur eine Meinungsseite..



      Und spezifisch antikurdischen Rassismus kann man deutschen Rassisten möglicherweise auch nicht unterstellen, denn in ihrem Rassismus gegen Migranten sind sie erstaunlich undifferenziert.

      • @Abdurchdiemitte:

        Ein deutscher Rassist in dem von Ihnen gemeinten Sinne hätte wohl kaum erkannt, dass die Sprache, in der sich der Angegriffene und sein Freund unterhielten, Kurdisch war.

        • @Budzylein:

          Ja, eben. Und das, obwohl das Kurdische über den indo-iranischen Sprachzweig der deutschen Sprache noch sehr verwandt ist. Aber das wissen diese Rassisten natürlich auch nicht.😉 Die wissen überhaupt sehr wenig,

          • @Abdurchdiemitte:

            Wenn die indoeuropäische Sprachverwandtschaft bereits als relevantes Argument gilt, könnten wir konsequenterweise auch sämtliche Sprachkurse für Zuwanderer aus dieser Sprachfamilie streichen.



            Verwandt ist schließlich fast verstanden.

      • @Abdurchdiemitte:

        So, so, missverstanden. Waffen für Kurdistan ist kein Problem, weil die sind ja im Freiheitskampf. Bei den Ukrainern ist das natürlich was anderes, da gibt es ja Nazis.



        Nationen sind per se Kriegstreiben, aber ein freies, unabhängiges Kurdistan sollte es schon sein. Als ein junger Mann mal auf einer Veranstaltung für Kurden fragte, wie das da mit dem Geld, also dem Kapitalismus, geregelt ist, machte sich auf einmal in der redseligen Gesellschaft eine unheimliche Stille breit. Er musste ohne Antwort nach Hause gehen. So geht man nicht mit fragenden Menschen um!



        Und ein Genosse sagte einmal, wenn wir an die Macht kommen, direkt Panzer auffahren und sichern. Seit dem ich weiß was die Linken wollen, weiß ich, dass ich nichts weiß. Ich mache mir so meine Gedanken, bei den Linken wird das ja mit "in die rechte Ecke stellen" bestraft. Da stehe ich jetzt, aber mir macht es nichts aus. Lieber sagen was ich denke, als denken was andere sagen.



        Mit solchen Leuten will ich jedenfalls nicht in einen demokratischen Sozialismus. Die sollten mal über ihre Ethik nachdenken, die verwechseln das mit Dünnbrettbohrerei bzw. Rosinenpickerei.

      • @Abdurchdiemitte:

        "Da haben Sie „unsere“ Linken aber ganz schön missverstanden"

        Nein, hat er nicht.

        • @Frank Naumann:

          Argumente?

          • @Abdurchdiemitte:

            Argumente liefert BS um 16:05

  • Seltsamer Artikel.



    Es ist wichtig, dass die Täter sich auf deutsch unterhalten. Also sind sie Einheimische oder wenigstens gut integriert.



    Dann, nach einer gefühlten halben Ewigkeit, der Hinweis, dass die Täter aus Syrien stammen...



    Falls die Täter noch nicht eingebürgert sind, wäre ich dafür, sie zügig vor Gericht zu stellen und im Anschluss an ihre Strafe des Landes zu verweisen, egal, was ihnen dort blüht.



    Niemand muss nach Deutschland flüchten, um hier Mord und Totschlag zu begehen oder es auch nur zu versuchen.

  • "Warum dauert das so lange?“, fragt Roj. Man müsse doch das Gesetz ändern, wenn die Täter danach einfach frei sein könnten."

    Bei solchen Aussagen lese ich normalerweise in Kommentaren den Hinweis auf "den Rechtsstaat" und das Ganze wird dann auch gerne irgendwie "rechts" gelabelt wenn solche Personen nach Aufnahme der Personalien wieder gehen können und für diese Maßnahmen Unverständnis geäußert werden.

    Im übrigen finde ich es naiv zu glauben, dass jene Menschen, die in ihren Herkunftsländern Krieg gegeneinander führen,diese Differenzen beiseite legen, sobald sie die Grenze überschritten haben, um hier in Deutschland eine neue bunte solidarische Gesellschaft aufzubauen.

    • @Desti:

      das gelingt durchaus vielen. Letzte Woche habe ich einen Film über eine ehemalige israelische Geisel gesehen, deren Kinder geötet wurden und die weiter Frieden mit den Palästinensern möchte.

      Gleiches kenne ich auf anderem - weniger tragischen - Level von einigen Bekannten, die gerade darauf aus sind, hier in Deutschland in Frieden zu leben und die Konflikte nicht hierher zu tragen. Das finde ich eigentlich die einzig akzeptable Haltung, wer kämpfen will, der kann eigentlich auch gleich dort bleiben.

  • Er hat völlig recht: Das ist nicht normal. Es ist das ideologische Beharren auf Grundsätzen, die zu einer früheren Zeit passten, heute aber eine Bedrohung sind.

  • Ich wollte eigentlich schon schreiben, welcher "Deutsche" kurdisch überhaupt am gesprochenen Wort erkennen würde. Da die Angreifer ja deutsch gesprochen haben...



    Aber es ist ja genannt das es Syrer waren.



    Ok, importierter Rassismus.... Ja wirklich? Das gibt es? Jeder Mensch der hier her kommt ist doch immer ein Gewinn und problemlos integrierbar und macht weniger Probleme als alle behaupten. Und das auch noch von Linken Medien.



    Ich würde behaupten dass gibt es noch mehr und häufigere Fälle...

    Und wie sieht da eigentlich die Problemlösung aus? Sollen Syrer einen Kurdenverständniskurs machen?

    • @Duplozug:

      Was soll das? Derlei "Polemik" ist doch gähnend langweilig. Es ist doch in linken Kreisen seit Jahren bekannt, dass es rassistische, antisemitische und rechte Strukturen und Einstellungen in migrantischen Milieus gibt, siehe Graue Wölfe etc. Blauäugig demgegenüber ist doch eher die liberale Öffentlichkeit, während das manche deutsche Beobachter doch nur aufgrund der Herkunft der Täter interessiert. Biodeutsche Rechte, die genau dieselben Weltbilder vertreten, sind denen scheißegal, nur aus dem simplen Grund, weil die Ahnenreihe deutsch genug war. Dumm.

    • @Duplozug:

      Die Problemlösung wird die Folgende sein:

      Mehr finanzielle Mittel für die Zivilgesellschaft und die Intensivierung des Kampfes gegen Rechts.

      Für wahrscheinlicher halte ich aber, dass eher nichts passiert, die teils gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Türken sind ja jetzt nicht wirklich neu.

      • @Desti:

        Da bin ich bei Ihnen. Wenn wir nur genug Geld ausgeben, dann wird sich der Rassismus einfach auflösen. Und wenn nicht, noch mehr Geld.

      • @Desti:

        "Die Problemlösung wird die Folgende sein:



        Mehr finanzielle Mittel für die Zivilgesellschaft und die Intensivierung des Kampfes gegen Rechts."

        Finde ich nur noch frech. Oder soll das ironisch gemeint gewesen sein???

        • @Heckenschere:

          Warum ist das denn so abwegig?



          .



          Rechtsradikale sind nun mal nicht nur "Biodeutsch".

        • @Heckenschere:

          Nicht zu vergessen, die Demokratieförderung.

          Ja, das ist ironisch. Vielleicht auch schon sarkastisch.

  • Auseinandersetzung zwischen Kurden und Arabern bzw. Kurden und Türken. Worum geht es? Egal - sollte nicht in Deutschland stattfinden. Junge Männer mit Messern bereichern unsere Gesellschaft nicht.

    • @A. Müllermilch:

      Sollte nicht stattfinden, findet aber statt. Weil es sich um typische Probleme einer westeuropäischen Migrationsgesellschaft handelt, die Deutschland nun einmal ist. Mit allen Problemen, aber auch Chancen, die das mit sich bringt.



      Das Opfer ist in diesem Falk selbst Flüchtling. Er hätte aber auch ein in Deutschland geborener kurdischstämmiger Migrant sein können, ein Kind oder Enkel beiovon Gastarbeitern aus dem Südosten der Türkei.



      Sein einziger Fehler (in den Augen der Täter) war, dass er Kurdisch sprach. Der hier zutage tretende Rassismus gehört auch hierzulande bestraft, man kann ihn nicht lediglich als Konflikt des Herkunftlandes betrachten und sich nicht weiter zuständig fühlen.

      • @Abdurchdiemitte:

        PS:



        Wenn importierte ethnische Konflikte als „typische Probleme westlicher Migrationsgesellschaften“ gelten und ihre Bewältigung der Allgemeinheit aufgebürdet wird, ist das kein Argument für Migration.



        Eine naheliegende Konsequenz wäre doch, genauer hinzuschauen, wer einwandert und welche Konflikte damit mitgebracht werden.



        Ist genau das so eigentlich beabsichtigt – oder gilt diese Schlussfolgerung dann schon als „rechts“?

      • @Abdurchdiemitte:

        "Typische Probleme einer westeuropäischen Migrationsgesellschaft“ – eine bemerkenswerte Neubestimmung.



        Gewalt entlang ethnischer Linien, Feindseligkeit wegen Sprache oder Herkunft galt hier lange nicht als Normalzustand, sondern als das, wovor man geflohen ist.



        Wenn wir das nun als „typisch“ deklarieren: Ist das noch Beschreibung – oder bereits Gewöhnung?

        • @Desti:

          "Feindseligkeit wegen Sprache oder Herkunft galt hier lange nicht als Normalzustand,"

          Aha. Wie anders würden Sie das nennen, wenn deutsche Rassisten Geflüchtete durch die Straßen jagen, Kopftuch tragende Frauen beleidigen oder Brandanschläge verüben?

  • Und der plottwist nach 4 absaetzen. Doch keine deutschen taeter..

    • @Hannes Petersen:

      Ja. Und? Ist jetzt alles gut?

  • "„Warum dauert das so lange?“, fragt Roj. Man müsse doch das Gesetz ändern, wenn die Täter danach einfach frei sein könnten."

    Meiner Meinung nach eine vernünftige Einstellung (wenn auch vermutlich nicht links, grün oder rot). In Deutschland ist das "eben so". (Ich erinnere an die 18-Jährige, die kürzlich von einem ihr unbekannten Mann vor einen fahrenden Zug mitgerissen wurde, der wenige Tage zuvor Polizisten angegriffen hatte u.v.m..)

    Das Einzige, was meiner Meinung nach möglich ist, dass Menschen wie Herr Hozan Roj politisch aktiv sind und versuchen darauf Einfluss zu nehmen, dass diese Gesetze geändert werden. Ich persönlich denke nicht, dass dies zu unzumutbaren Härten führen würde, aber das kann selbstverständlich auch anders gesehen werden.

    Ich hoffe, Herr Hozan Roj übersteht die Verletzungen gut und zeigt sich bald wieder in der Öffentlichkeit, ohne das Gefühl zu haben, sich verstecken zu müssen.