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Angriff auf islamistische TV-KanäleAuch Hisbollah-Journalisten sind Journalisten

Julia Neumann

Kommentar von

Julia Neumann

Die Ermordung von drei Medienschaffenden im Libanon verstößt gegen das Völkerrecht. Israel muss dafür bestraft werden, sonst droht eine Wiederholung.

Wütender Trauermarsch: Hisbollah-Anhänger begleiten die Leichen der drei getöteten Journalisten auf dem Weg zum Friedhof Foto: AP/dpa

J our­na­lis­t:in­nen zu töten ist ein Kriegsverbrechen – auch wenn sie Propaganda verbreiten. Das israelische Militär hat am Samstag mit einem gezielten Anschlag zwei Journalisten und einen Videografen ermordet. Sie waren im Auto auf einer Straße unterwegs, die nicht in der aktiven Kampfzone im Südlibanon liegt. Fatima Ftouni soll überlebt haben und geflohen sein, als ein zweiter Anschlag sie tötete.

Ftouni war Reporterin bei dem der Hisbollah ideologisch nahestehenden Sender al-Mayadeen. Ali Choeib arbeitete bei dem Hisbollah-finanzierten Sender-Al Manar. Der Sender verbreitet direkt Hisbollah-Propaganda. Doch selbst wenn Jour­na­lis­t:in­nen ideologische Extreme vertreten oder Propaganda verbreiten, gelten sie völkerrechtlich als Zivilist:innen. Sie zu töten ist ein eklatanter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.

Das israelische Militär behauptet, die getöteten Jour­na­lis­t:in­nen seien Terrorist:innen, weil sie Verbindungen zur Hisbollah oder zur Hamas hätten. Aber auch eine ideologische Zugehörigkeit ist kein legitimer Grund, Jour­na­lis­t:in­nen zu ermorden.

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Wäre Ali Choeib ein hochrangiger Miliz-Kommandeur gewesen, hätte er sich nicht über 30 Jahre lang vor Kameras gezeigt. Im September 2023 stand er direkt gegenüber von israelischen Soldaten, die im Südlibanon einmarschiert sind und filmte. Wäre er ein Hisbollah-Kommandeur, hätten sie ihn direkt erschossen oder festgenommen.

Mitte März bombardierte Israel das Haus von Mohammad Cherri, Leiter der Politik-Programme von al-Manar, tötete ihn und seine Frau. Israel hat im Libanon zwischen Oktober 2023 und Oktober 2025 insgesamt 13 Medienschaffende getötet. In einigen Fällen, wie der Tötung des Reuters-Videojournalisten Issam Abdallah im Oktober 2023, war der Angriff laut internationalen Untersuchungen vorsätzlich.

Libanon muss dem Internationalen Strafgerichtshof endlich erlauben, Kriegsverbrechen im Land zu untersuchen. Israel hat so viele Jour­na­lis­t:in­nen getötet wie kein anderer Staat in der Geschichte der Aufzeichnungen, vor allem in Gaza. Ohne Strafverfolgung droht Wiederholung.

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Julia Neumann
Korrespondentin Libanon
Auslandskorrespondentin für Westasien mit Sitz in Beirut. Hat 2013/14 bei der taz volontiert, Journalismus sowie Geschichte und Soziologie Westasiens studiert. Sie berichtet aus dem Libanon, Syrien, Iran und Irak, vor allem über Kultur und Gesellschaft, Gender und Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Für das taz Wasserprojekt recherchierte sie im Libanon, Jordanien und Ägypten zu Entwicklungsgeldern.
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48 Kommentare

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  • Liebe Frau Neumann,



    mir wäre mehr sichtbare Vorsicht lieber, als den zu Recht geschützten Status "Journalist" (augenscheinlich) rückhaltlos Jedem zuzugestehen der ihn für sich reklamiert. Es ist weder völkerrechtlich einwandfrei, noch wird es der Berufsethik gerecht, die zumindest ich von Journalisten erwarte, gegebenenfalls auch berufsmäßige Hetz-Propagandisten unhinterfragt auf diese Stufe zu stellen. Wenn das für Sie wirklich "Journalismus" ist, wirft das kein gutes Licht.



    Ob Propagandisten auch als kriegerisch tätige "Hilfstruppen" bewaffneter Konfliktparteien zu sehen sind, ist ebenfalls keine selbstverneinende Frage, sondern hängt davon ab, was für Propaganda die Medien verbreiten, für die sie arbeiten, und inwieweit das den Betroffenen zuzurechen wäre.



    All diese Fragen stellen Sie nicht. Warum Sie das nicht tun., müssen Sie mit Ihrem Gewissen klären. Es wäre schade, wenn es erheblich damit zu tun hätte, dass die Armee, die sich angemaßt hat, diese Menschen als Kombattanten zu sehen, ausgerechnet die israelische ist.

    • @Normalo:

      Mit dieser Argumentation stellt man den geschützten Status von Journalisten insgesamt in Frage, denn wer sollte festlegen, was legitimer Journalismus ist (zudem ja durchaus das Kommentieren gehört) und was Propaganda? Und spätestens dann, wenn man Journalisten zu "Hilfstruppen" undefiniert und damit zum legitimen militärischen Ziel erklärt, wird es schlichtweg perfide - gerade vor dem Hintergrund, dass im NO-Konflikt mehr Journalisten ermordet wurden als in irgendeinem anderen (und zwar ausschließlich durch eine Konfliktpartei). Die abschließenden Unterstellungen gegen Frau Neumann passen leider in eine Zeit, in der man lieber mit Dreck wirft als sauber zu argumentieren - aber wenn Sie es so wollen, eine Gegenfrage: Wären Sie auch so großzügig bereit, über Bomben auf Journalisten hinwegzusehen, wenn die Rollen vertauscht wären? Wenn die Opfer keine Araber und Muslime wären und die Täter nicht zu unseren Verbündeten gehören würden? Sehen Sie: Erwischt.

      • @O.F.:

        Ich bin überhaupt nicht bereit, über Bomben hinwegzusehen, und OB die Propagandatätigkeit der Getöteten tatsächlich ihre Einordnung als Kombattanten rechtfertigt, ist aus meiner Sicht alles andere als gesetzt. Mich stört nur, dass angesichts der überall SONST weidlich thematisierten kriminellen Rolle von Hasspropaganda, hier nicht einmal darüber nachgedacht wird, dass die in einer kriegerischen Situation auch ein kriegerischer Akt sein kann. Außerdem stoße ich mich an der Bezeichnung von sowas als Journalismus - EGAL, wer es betreibt.

        Und ja, einseitig gedachte Kritik an Israel bzw. verharmlosende Darstellung der Machenschaften seiner Feinde (gilt auch für Ihre herzallerliebste Beschreibung der Hisbollah als "Partei") wirft immer die Frage nach den dahinterstehenden Regungen auf. Sie ist aber ehrlich als Frage gemeint. Ich kann niemandem hinter die Stirn schauen.

  • Die Wohnungen von 600 000 Personen im Südlibanon sollen zerstört werden, damit diese Bevölkerung dauerhaft vertrieben wird. Da sind Journalisten ein Steinchen im Schuh.

    Wie lange soll das mit der Staatsraison noch weitergehen?!

  • "Israel muss dafür bestraft werden, sonst droht eine Wiederholung."

    Es handelt sich um die (pi mal Daumen) 250. Wiederholung der Ermordung von Journalisten durch die IDF in den letzten Jahren. Und nichts, aber auch gar nichts ist als Reaktion darauf passiert.

  • Keine zwei Meinungen. Die Tötung von Journalisten ist ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Die Schutzpflicht für Journalisten gilt solange sie sich nicht aktiv an Feindseligkeiten beteiligen.

    Der Fokus mit Blick auf die Staatenpraxis ist aber seit 1994 etwas verschoben worden. Beim Völkermord an den Tutsi in Ruanda spielten Radiosender eine tragende Rolle indem sie durch Hetzkampagnen die Bevölkerung aufstachelten.

    Kriegspropaganda ist im Völkerrecht im UN-Zivilpakt oder IPbpR geregelt. Dieser untersagt kurz gefasst im Art 20 jede Kriegspropaganda und jedes Eintreten für nationalen, rassischen oder religiösen Hass, durch das zu Diskriminierung, Feindseligkeit oder Gewalt aufgestachelt wird.

    Sowohl Al Mayadeen und erst recht Al Manar haben in ihren Beiträgen nicht nur den Märtyertod befürwortet sondern auch zum bewaffneten Widerstand gegen das "zionistische Gebilde" aufgerufen und explizit den Beschuss auf Siedlungen in Nordisrael und die Vertreibung der ansässigen Siedler befürwortet.

    Damit ist die Grenze zum Journalismus eindeutig überschritten und es darf nicht verwundern, das der IDF die Mitarbeiter der Sender als Kombatanten betrachtet. Sollte hier nicht unerwähnt bleiben.

    • @Sam Spade:

      Das ist nun letzte Entgegnung und Abrundung, konzis:

      >>However, the ICTY noted one final exception, independent of military objectives: when the media explicitly incites the commission of serious crimes under international law. Specifically, it cited the use of the media during the Rwandan genocide of 1994 as an example, referring to the Rwandan Radio-Télévision Libre des Mille Collines (RTLM), which played a fundamental role in inciting the violence that ultimately led to the genocide. However, this is an extreme and exceptionally narrow scenario. Propagandistic content alone does not meet this standard.

    • @Sam Spade:

      Die Messlatte für solche Art von Gewaltaufforderung, die inakzeptabel ist und den journalistischen Schutzstatus aufhebt, ist nicht so einfach zu benennen. Im Falle Ruandas und der Radiosender die zum Mord, Genozid aufriefen und direkt anfachten, was auch möglich war da direkt vor der Haustür ist ein klarer Fall. Im Falle des Libanon und der Hisbollah sowie der Libanesen, deren Lage vielfach nicht die gleiche ist wie der Tutsi (viele der Täter kamen aus diesem Volk) in Ruanda kann man nicht 1 zu 1 schlussfolgern. Denn die Hisbollah hat - neben dem Recht auf Widerstand das ich schon darlegte und auch einer gewissen Vorwärtsverteidigung gegen den Angriff Israels (auch: Symmetrie) - nicht die Möglichkeiten, solche Forderungen tatsächlich in relevantem Umfang in die Tat umzusetzen. Und so ist die direkte Folgewirkung die in der Begründung für den Angriff auf die Journalisten steckt aufgrund der politischen Lage wie sie ist kaum gegeben.



      Aber das Wichtigste bleibt: Es sind immernoch Worte gegen Gewehre (nur im letzten Fall Kombattant!). Es gibt immer noch mildere Mittel einzelne Menschen zur Verantwortung zu ziehen (rechtstaatlicher Prozess) und die Anschuldigungen überhaupt zu belegen!

      • @JK83:

        Wenn sie es im Fall Ruanda für gerechtfertigt halten, in diesem aktuellen Fall aber vehement bestreiten, lässt das nur die Schlussfolgerungen zu, das sie sich weder mit der Ausrichtung noch mit den Inhalten und den Berichten von Al Mayadeen und besonders Al Manar beschäftigt haben.

        Bei der Hisbollah handelt es sich beim politischen Arm um Islamisten und beim militärischen Arm um Terroristen. Mit Widerstand hat das nicht das Geringste zu tun.

        Wer es in einem Konflikt bewusst auf Zivilisten abgesehen hat, kann sich nicht eines Scheinarguments zur Rechtfertigung bedienen. Sei es auf der einen Seite "Selbstverteidigung" oder auf der anderen Seite "Widerstand".

        Und wer auf der einen Seite gegen völkerrechtliche Vereinbarungen verstößt, kann sich nicht auf der anderen Seite auf dessen Einhaltung berufen. Gilt auch für öffentliche Aufrufe, die Mord und Gewalt befürworten.

    • @Sam Spade:

      Und wenn hier Journalisten oder Leute vom Zentralrat - oder gar die Leute aus der israelischen Regierung - zur Zerstörung von Ländern und zur Vertreibung von Gazaern oder Libanesen aufrufen oder dies rechtfertigen (v.a. letzteres ist nachweislich passiert), dann sind das also auch Propagandisten und mit denen darf man dann nach ihrer Lesart auch auch alles machen?



      Sind das dann Kombattanten? Darf man mit denen also auch so umgehen, wie sie es für die Journalisten deklarieren? Und überhaupt: Worte und Meinungen rechtfertigen sogleich Tötung? Ich denke sie sollten nochmal darüber nachdenken, welche Schlüsse sie ziehen.

      Noch ein Hinweis: Art. 20 den sie anführen, verlangt von Staaten >Gesetze gegen Kriegspropaganda< zu erlassen. Das ist ein sehr anderer Kontext, als das sie ihn hier einführen.

      Ihre Deutung bzgl. des Aufrufs zur (ungerechtfertigten) Gewalt stimmt in etwa, ist aber sehr subtil zu diskutieren. Man kann hier nicht den Kriegszustand übersehen (wo jede Partei es muss und darf ihre Leute zu motivieren) und auch nicht das Recht auf Widerstand ausklammern (wer greift wen an usw., wer bricht Recht, wer tötet wen usw. all diese vertrackten Fragen).

      Ich führe Argument fort.

  • Die Fälle gab es u.a. bereits in Gaza. Darüber wurde berichtet, auch hier.



    Israel ist dabei nicht allein. Die Taktik, erst mal die Journalisten auszuknipsen, hatten und haben auch andere. Genauso wie es uns bei Putin, Xi und Haniya störte, sollte es uns an Netanyahu stören! Kein Schönreden! Außer wir sähen Israel nur noch zynisch als brutalen Machtstaat mit allen Mitteln. Und selbst dann.

  • Sorry, wer von der Hisbollah direkt bezahlt wird (über die feste Anstellung im Hisbollah-Sender, 100%-Finanzierung, siehe Artikel) ist kein Zivilist, egal ob er Sätze oder z.B. Raketen und Sprengsätze baut.

    • @TheBox:

      Ich denke, dass nach Ihren Kriterien Journalisten, die bei FOX-News oder Springer arbeiten, ebenfalls keine Journalisten sind.

      • @Kaboom:

        Doch, aber die Journalisten, die bei den Sendern der diversen NATO-Streitkräfte arbeiten, sind selbstverständlich auch keine Zivilisten.

    • @TheBox:

      Bereits im Gaza unterband Israel JEGLICHE freie Berichterstattung über die Kriegsverbrechen im Gaza. DAS ist der Hintergrund von Tötungen und Aussperrungen von Journalisten.

    • @TheBox:

      Das stimmt nicht: Hisbollah ist auch eine Partei und eine soziale Organisation, die unter anderem Sender und Krankenhäuser betreibt. Natürlich gilt das Personal dort als Zivilisten. Es gibt eine Recht präzise juristische Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kombattanten, die durch die politische Einstufung als "Terrororganisation" durch einzelne Staaten nicht aufgehoben wird.

      • @O.F.:

        Bei der Bundeswehr gibt es z. B. "Radio Andernach" und "BWTV" - gemacht von Fachleuten in Uniform mit klar erkennbaren Hoheitsabzeichen auf dem Ärmel. Die leisten durchaus journalistische Arbeit (es auch "Propaganda" zu nennen, überlasse ich jetzt mal dem Betrachter...), sind aber nicht umsonst beim Truppenteil "Psychologische Kriegsführung" verortet und würden im Kriegsfall selbstverständlich als legitime Angriffsziele gelten. Bei irregulären Streitkräften wie der Hisbollah ist das naturgemäß nicht so einfach zu trennen: Da läuft die PSV schonmal in Zivil rum, wedelt mit Presseausweisen und leistet, was man als "Propaganda zur strategischen Deligitimierung des Feindes" bezeichnen könnte.



        Das begründet natürlich keine Schuldvermutung und legitimiert entsprechend auch keine Angriffe auf jegliche unliebsamen Journalisten - keine Frage. Aber es sollte schon Teil einer um Objektivität bemühten Berichterstattung sein, sich wenigstens damit zu beschäftigen, ob "zivil" hier wirklich "zivil" heißt. Man mag es noch dem Selbstschutz zuschreiben, wenn ein Journalist da lieber keine Grauzonen oder "false flags" sehen will. Aber das ändert nichts daran, dass es sie im Zweifel sehr wohl gibt.

        • @Normalo:

          Bei Israel ist das Vorgehen gegen Journalisten natürlich ein militärisches. Es schert sich aber grundsätzlich nicht um Zugehörigkeit von Journalisten. Im Gaza wurde exemplarisch durchgezogen was im Libanon weitergeführt wird. Freie journalistische Arbeit soll in den umkämpften Gebieten grundsätzlich unterbunden werden. Ob Journalisten eine Nähe zur Hisbollah haben oder zum ZDF ist dabei irrelevant.



          .



          Reporter ohne Grenzen schrieben: "Der Gazastreifen ist für Journalist*innen der gefährlichste Ort der Welt geworden. Seit dem 7. Oktober 2023 wurden mehr als 220 von ihnen bei Angriffen der israelischen Armee getötet, 68 im Zusammenhang mit ihrer Arbeit. Im Westjordanland, wo Journalist*innen bereits Opfer von Übergriffen sowohl der Palästinensischen Autonomiebehörde als auch der israelischen Besatzungstruppen waren, hat sich der israelische Druck seit dem 7. Oktober 2023 verstärkt; Verhaftungen und Repressionen haben zugenommen." www.reporter-ohne-...inensische-gebiete

          • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

            Ich mag solche Extrapolationen nicht. Wenn in Gaza oder anderswo gezielt Journalisten umgebracht wurden, die seriös ihren Job machten, dann gehört das natürlich angeprangert und nach Möglichkeit bestraft. Aber das heißt nicht, dass neue Ereignisse automatisch rechtlich genau so einzuordnen sind. Schuld muss von Fall zu Fall bewiesen werden. "Es trifft schon nicht die Falschen"-Argumentationen dagegen sollte sich Jeder verkneifen, der im Namen regelbasierter Ordnungen zu sprechen beabsichtigt.

        • @Normalo:

          Nein da gibt es keine Zweifel. Da ist ein Angriffskrieg mit Landnahme. Im Kriegsrecht ist definiert wer Kombattant ist. Gehen wir mal ins Detail:

          >>Kombattanten sind nach Genfer Recht in erster Linie die Angehörigen der regulären Streitkräfte. Die Haager Landkriegsordnung hingegen unterscheidet zwischen Angehörigen mit und ohne Kampfauftrag und erklärt nur erstere zu Kombattanten, letztere zu Nichtkombattanten, wobei die entsprechende Zurechnung der jeweiligen Konfliktpartei obliegt.

          • @JK83:

            Wir sind uns aber einig, dass sowohl die Genfer Konventionen als auch die Haager Landkriegsordnung davon ausgehen, dass auf allen Seiten eines Konfliktes reguläre Streitkräfte stehen, die ihrerseits dem humanitären Völkerrecht verpflichtet sind (dessen zentrale Forderung nach meinem aktuellen Stand NICHT die Vernichtung Israels und aller Juden ist). Was die Rechte von Freischärlern oder informellen Milizen und insbesondere deren Unterstützer betrifft, sind die Linien nicht so klar gezogen. Da kann und sollte man schon mal darauf schauen, inwieweit die angegriffenen "Zivilisten" realistisch betrachtet eine militärische Rolle spielen, BEVOR man ein Urteil fällt.

            Und ganz ehrlich: Wenn ich an der Stelle der Israelis stünde, würde ich jedenfalls auf Zurechnungen, die die Hisbollah vornimmt, keinen Pfifferling geben.

          • @JK83:

            Geht auch einfacher. Kombattant ist wer aktiv Feindseligkeiten unterstützt. Innerhalb dessen gibt es verschiedene Abstufungen. Geläufigste Form ist die Angehörigkeit von militärischen Milizen oder regulären Streitkräften. Kombattant kann aber auch ein nicht angehöriger LKW Fahrer sein der für die Versorgung einer der beteiligten Parteien zuständig ist und sich aktiv am Geschehen beteiligt. Ebenso können es auch aktive Propagandisten wie Hassprediger sein. Nennt sich dann unprivileged combatants.

            Nicht nur die Taten zählen hierbei sondern auch die Worte wie z.B. Anstiftung zu Angriffen.

        • @Normalo:

          Nun weiss ich nicht genau, wie Armee-Sender, deren Angehörige Soldaten sind (!), hier rechtlich einzuordnen sind, aber die Analogie geht nicht auf: die Hisbollah ist keine Armee, sondern eine Partei, die auch eine Miliz betreibt. Ihre zivilen Mitarbeiter - etwas in Krankenhäusern oder Medien - sind schlicht und ergreifend Zivilisten und ihre Ermordung durch die IDF ein Kriegsverbrechen. Es gibt hier keine Grauzone und der Versuch, eine solche zu konstruieren, hat gefährliche Konsequenzen weit über den NO-Konflikt hinaus.

          • @O.F.:

            Schwarz-Weiß klingt immer so sauber, aber so ist die Welt nunmal nicht. Außer: Ob die Hisbollah eine gewalttätige Miliz ist, die auch zivile Infrastruktur unterhält, oder eine zivile Organisation, die auch gewalttätige bewaffnete Mitglieder hat, ist aus Sicht derer, auf die diese bewaffneten Mitglieder seit Jahrzehnten schießen, so oft sie nur können, im wesentlichen reine Haarspalterei - und kriegsrechtlich irrelevant.



            Die Möglichkeit, dass Medien so martialisch in ein Kriegsgeschehen eingreifen, dass ihre Tätigkeit nicht mehr als "zivil" betrachtet werden kann, ist bereits im Zusammenhang mit Hetzmedien in Ruanda bejaht worden (vergleiche oben die Duskussion zwischen @Sam Spade und @JK83). Ob das hier auch so ein Fall sein könnte (die beteiligten Medien sind wohl nicht zimperlich mit der Befürwortung von "Befreiungsmaßnahmen", die inhaltlich durchaus als Genozid durchgehen können), wäre zu diskutieren. Und ich wäre da ergebnisoffen, zumal ich die konkrete Arbeit der Getöteten nicht kenne. Aber das findet in dem Kommentar oben nicht statt (und in Ihrem halt auch nicht). Da wird lapidar festgestellt: "Journalisten - also Kriegsverbrechen. Basta." Das reicht mir nicht.

  • Was wollen Sie uns sagen und suggerieren?

    Auch Hisbollah-Journalisten sind Hisbollah-Mitglieder, die eine menschenverachtende Ideologie haben und Juden vernichten wollen.

    Selektive Wahrheit ist auch eine Lüge

    • @wie_auch_immer:

      Journalisten m/w/d töten ist in Ordnung oder nicht in Ordnung?



      Könnte es womöglich auch "abschreckende" Absicht sein, um "ungestört" agieren zu können? Die Zahlen lassen mich nachdenken.

      • @Janix:

        Ich denke eher, dass diese Hizbollah-Mitarbeiter, genannt "Journalisten", so eine Art PR-Mitarbeiter, früher genannt Propaganda-Mitarbeiter sind. Ist ja in Ordnung, für diesen Beruf kann man sich durchaus entscheiden und bringt sicherlich auch einige Vorteile.

        Die Mitarbeiter von Herrn Goebbels haben teilweise auch überlebt und eine Nische gefunden, andere sind ins Ausland geflohen.

      • @Janix:

        Darf dann ein Terrorist der sagt, behauptet er sei ei Journalist nicht angegriffen werden ??

    • @wie_auch_immer:

      Das ist eine pauschalierende, unüberlegte Aussage. Haben die Leute eine individuelle Schuld an den Verbrechen der Hamas? Und selbst wenn es so wäre - sie haben ein Recht auf einen fairen Prozess. Nicht umsonst ist das wahllose Töten und Behindern von Journalisten ein Verstoß gegen das Völkerrecht.

    • @wie_auch_immer:

      Gegenfrage: was möchten SIE uns sagen und suggerieren? Zum einen: ich weiß nicht, wie die "Mitgliedschaft" bei der Hisbollah geregelt ist. Nach deutschem Vereinsrecht vermutlich nicht. Von daher können Sie uns vielleicht darüber aufklären, ob Beschäftigte Hisbollah-naher Unternehmen automatisch auch Hisbollah-"Mitglieder" sind?

      Zum anderen: selbst dann wäre eine gezielte Ermordung der Betreffenden genau das: Mord. Und ein Kriegsverbrechen. Da es sich hier um Nicht-Kombattanten handelt. Man darf nicht einfach nach Belieben Leute töten, selbst wenn diese politisch betrachtet noch so scheußlich sein sollten.

      • @Kawabunga:

        Ich habe die andere Hälfte der Wahrheit gesagt. Und wenn Sie mein Fazit gut verfolgt haben, ist auch die halbe Wahrheit, wenn sie einseitig ist, eine ganze Lüge. Also nehmen Sie mein Statement und das der Autorin und bilden Sie eine Synthese.

        Ich habe nur die Autorin kritisiert für Ihre einseitige Parteinahme, bei der es immer primär darum geht, Israel der Völkerrechtsverletzung zu beschuldigen, ein bekanntes Spiel unter Linken.

        Ich war nur einmal im Libanon, ein wunderschönes Land, das eigentlich alle Chancen hat, ein wundervolles Leben zu garantieren. Und ja, ich bin der Überzeugung, dass die Hisbollah das Hauptproblem ist, warum die Bevölkerung im Libanon kein tolles Leben hat, genauso wie ich der Überzeugung bin, dass die Hamas das größte Problem der Palästinenser ist. Viele - auch in der Linken - beschuldigen stattdessen Israel mit einer Verhemenz und einem Eifer, die bei mir Fragezeichen hinterläst. Ich wollte das nur mal durchbrechen und eine provokative Gegenbehauptung erstellen weg vom "Das böse Israel ermordet Journalisten" hin zu "die Hisbollah verbreitet menschenverachtende, antimsemitische Propaganda". Bezeichnenderweise ernte ich nur Widerspruch keine Zustimmung.

    • @wie_auch_immer:

      So schwer ist der Artikel doch nicht zu verstehen: Journalisten zu ermorden, ist ein Kriegsverbrechen, egal ob diese (angeblich) der Hisbollah angehören oder nicht. Sie merken vielleicht, dass es wenig überzeugend ist, ein offenkundiges Verbrechen zu relativieren und gleichzeitig den Opfern eine "menschenverachtende Ideologie" vorzuwerfen?

  • Seit Oktober 2023 hat die Hisbollah tausende Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert, darunter viele ungezielte Geschosse, die auch zivile Gebiete trafen oder treffen konnten. Bis 2024 wurden über 1.700 Raketen registriert, später waren es insgesamt mehrere tausend Angriffe, bei denen mindestens rund 40–45 israelische Zivilisten getötet und viele weitere verletzt wurden. Gezielte oder billigend in Kauf genommene Treffer ziviler Ziele sind dokumentiert.



    Es würde der taz einmal gut zu Gesicht stehen, mit diesen Menschen zu sprechen, den Tod von Israelis anzuerkennen und Völkerrecht auch von anderen Staaten als Israel einzufordern.

    Warum geschieht dies nicht?

    Gerne einmal ein selbstexperiment wagen. Im taz Archiv nach "Israel","Opfer" oder "Völkerrecht" suchen. Der überwiegende Großteil verurteilt Israel einseitig, und blendet die Taten der Hamas/Hisbollah gänzlich aus, oder erwähnt sie in einem Satz während die Verurteilung Israels ganze Artikel einnimmt.

    Ist es so schwierig mal Israelis zu fragen wie sie sich mit der ständigen Gefahr fühlen? Sind israelische Leben keinen Artikel wert? Dafür aber 2 Propagandisten einer Terrororganisation!?

    • @Pawel_ko:

      Sie unterschlagen wieder viele wichtige Informationen und das hat bei Ihnen schon Methode. Denn ich habe mit ihnen schon einmal bei diesen Dingen widersprochen. Noch mal einer der Punkte, hier maßgeblich:

      Seit dem Waffenstillstand 2024 hat die Hisbollah bis zum Angriffskrieg Israel/USA gegen Iran nicht mehr geschossen. Israel im Libanon in der Waffenruhe schon und zwar geradezu täglich! Von ihnen unterschlagen. Ist in dem Zusammenhang denke ich für die Linie ihres Argumentes, für die sicherheit der Qualität ihrer Behauptungen und überhaupt für ihre Intention hier sich zu beteiligen doch eine wertvolle Information.



      Dann noch die Erinnerung an den Umgang der Israelis mit Medienschaffenden, wieder udn wieder belegt und skandalisiert. Die toten Journalisten in Gaza der größte traurige Eisberg. Im Zweifel (nein, beim Nutzen!) sagt der Staat Israel - Angreifer, und Verteidiger in einem und ungleich mächtiger als jede Organisation - der und der sei "Terrorist" und das genügt dann. Das genügt? Im Journalismus? Im Recht? Und was machen die nun mit dem neuen "Terrorrismusgesetz"? Stichwort Benennung "Terrorist" und die tödliche Konsequenz. Es bilde sich jeder seine Meinung.

      • @JK83:

        "Sie unterschlagen wieder viele wichtige Informationen"

        Ist die Information, dass die Hisbollah beinahe täglich Israel mit Raketen angreift unwichtig für den Kontext? Genau das, was Sie mir vorwerfen findet in diesem Artikel statt. Dann lesen wir hoffentlich bald nur noch, dass Hisbollah und Hamas Israel angreifen, und blenden israelische Angriffe aus. Dann wäre es ausgewogen. Ich will nur, dass die Dinge richtig benannt werden, und entscheidende Kontexte nicht verschwiegen werden.

        Und ist die Hisbollah im Iran?

        • @Pawel_ko:

          Jetzt argumentieren Sie mit dem Raketenbeschuss auf israelisches Territorium, der aktuell in einer Kriegssituation zwischen Israel und der Hisbollah stattfindet (und „nebenbei“ übrigens den gesamten Libanon und seine Bevölkerung in Mitleidenschaft zieht, obwohl der Libanon keineswegs einen Krieg gegen Israel führt).



          Aber tatsächlich kommen Sie nicht an der von @JK83 erwähnten Tatsache vorbei, dass es nach dem Waffenstillstand von 2024 bis zum Ausbruch dieses (von Israel begonnenen) Krieges KEINEN Hisbollah-Beschuss auf israelisches Gebiet gegeben hat. Wohl aber tägliche israelische Angriffe auf libanesisches Territorium.



          Aber gut, ich sag’s mal so: WEDER Israel NOCH die Hisbollah sind bereit, sich langfristig an irgendwelche Vereinbarungen zu halten. Der gegenseitige Vernichtungswille ist zu stark - wobei Israel militärisch natürlich am längeren Hebel sitzt.



          Andererseits ist die Hisbollah im Libanon politisch und militärisch so stark, dass dort faktisch nichts gegen sie geht.



          Alle Versuche, die Hisbollah zu entwaffnen, würden in einem blutigen innerlibanesischen Bürgerkrieg münden. Und Israel wird es auch nicht schaffen, ohne im (Süd)Libanon so zu agieren, wie man es in Gaza tat.

      • @JK83:

        Im Kern ging es dem Foristen Pawel_ko in seinem Kommentar um die ungleiche Gewichtung der Berichterstattung in der TAZ.



        Warum gehen Sie darauf überhaupt nicht ein?

        • @Birger Gerling:

          Im Kern ging es dem Foristen JK83 in seinem Kommentar darum, dass die Hisbollah von der Zeit des Waffenstillstandes 2024 bis zum Angriffskrieg der USA und Israel auf den Iran nicht mit Raketen auf Israel geschossen hat, während Israel die Waffenruhe nicht eingehalten hat.

          Warum gehen sie darauf überhaupt nicht ein?

          • @Schmetterling:

            Der Forist JK83 hat auf den Kommentar von Forist Pawel_ko geantwortet.



            Auf diesen Kommentar beziehe ich mich.



            Das wäre ersichtlicher, wenn die TAZ die Unterkommentare chronologisch anordnen würde.



            In dem Ursprungskommentar ging es Foristen Pawel_ko in seinem Kommentar um die ungleiche Gewichtung der Berichterstattung in der TAZ.



            Darauf ist der Kommentator JK83 in seinem ersten Kommentar zum Ursprungskommentar überhaupt gar nicht eingegangen.

      • @JK83:

        Die Hisbollah verübt seit dem 02.03.2026 wieder massive Raketenangriffe auf Israel, die hauptsächlich gegen die israelische Zivilbevölkerung gerichtet sind. Die Hisbollah hat ihre Angriffe damit begründet, dass Israel Khamenei getötet hat ( www.tagesschau.de/...rael-iran-100.html ), nicht damit, selbst von Israel angegriffen worden zu sein.

    • @Pawel_ko:

      Nun lesen Sie selbst die taz ja regelmäßig genug, und zu wissen, dass Ihre Behauptung nicht stimmt: es gibt vermutlich keine andere deutsche Tageszeitungen, die so differenziert über den NO-Konflikt berichtet - auch über israelische Opfer. Nur rechtfertigen die Angriffe der Hisbollah nicht die Ermordung von Journalisten (die auch dann noch solche sind, wenn man sie zu "Propagandisten" umdeklariert - denken Sie Mal über die Konsequenzen nach!). Es ist ja viel von israelbezogenen Antisemitismus die Rede - aber vielleicht sollte man sich auch einmal die Frage stellen, wie viel Rassismus es auf der anderen Seite gibt, der sich nicht zuletzt in der Kaltschnäuzigkeit äußert, mit der jedes Verbrechen schöngeredet wird, wenn die Opfer Araber oder Iraner sind. Darüber mal nachdenken...!

      • @O.F.:

        "Nun lesen Sie selbst die taz ja regelmäßig genug, und zu wissen, dass Ihre Behauptung nicht stimmt"



        Deshalb habe ich ja geschrieben. Suchen Sie nach "Israel" im taz Archiv. Und dann sagen Sie mir noch einmal, die Berichterstattung zu dem NO Thema ist ausgeglichen.

        Ihre "Journalisten" laden selbstgedrehte Videos von Morden über Social Media aufgearbeitet und verbreitet.

        Dann findet man von den "Journalisten" quasi folgende Aussagen:



        „Die Juden als Ganzes seien ein legitimes Ziel des bewaffneten Widerstands, und alle Konflikte seien der Beweis dafür, dass sie nicht als gleichberechtigte Gemeinschaft existieren dürften.“

        Es ist eine bewusste Wahl sich einer Terrororganisation anzuschließen.

        Ich wünschte niemand müsste sterben, aber wenn tausende Raketen mit dem Ziel abgefeuert werden Israelis zu töten, darf man sich nachher nicht über Konsequenzen beklagen wenn diese sich wehren. Aber die vielen Angriffe und die verbreitete Propaganda finder nicht einmal eine Erwähnung in diesen Artikeln.

        • @Pawel_ko:

          Natürlich darf Israel sich wehren, nur sollte es dabei keine Kriegsverbrechen begehen.



          .



          Israel hat während der letzten Waffenruhe übrigens rund 127 Zivilist:innen getötet im Libanon!



          .



          Und das für ein demokratisches Land, mit modernster Kriegstechnik, andere Regeln gelten sollten, als für eine Terrororganisation ist doch wohl selbstverständlich....oder?

          • @sociajizzm:

            Ich würde noch nicht mal sagen "andere Regeln", aber eben die gleichen Regeln. Nur dass man bei einem Terrorregime tendenziell weniger überrascht ist, wenn es widerrechtlich handelt bzw sich eben sein eigenes "Recht" bastelt. Ein ebenfalls demokratisches Land mag das auch tun, die Marschrichtung ist dann aber schon recht deutlich.

            Eine Frage an die Apologet:innen hier: Wenn Zivilist:innen fair game sind, gilt das auch für die Propagandist:innen der illegalen Siedlungen in den israelischen besetzen Gebieten, die die Terrorisierung, Beraubung und Ermordung ihrer palästinensischen Nachbarn unterstützen? Da der israelische Staat offenbar entweder keine Möglichkeit oder Interesse zu haben scheint, deren Treiben wirkungsvoll zu unterbinden (einige der Akteure sind Teil der aktuellen israelischen Regierung; auf der funktionalen Ebene ähnlich dem Dilemma des Libanon mit der Hisbollah), wären da gezielte Ermordungen gerechtfertigt?



            Ich meine nein, aber die "ja aber Propaganda"-Fraktion scheint hier die Türen gern weit öffnen zu wollen.

            • @Outis:

              Die jüdischen Siedler im Westjordanland sind von ihrer eigenen Regierung bewaffnet worden, teils tragen sie israelische Militäruniformen.



              Ich frage mich, ob diese Siedler noch Zivilisten oder als Kombattanten der israelischen Kriegsführung gegen die Palästinenser im WJL (denn der Zustand dort gleicht inzwischen kriegsähnlichen Verhältnissen) anzusehen sind.



              Ihr Vergleich mit der Hisbollah stimmt nur bedingt: die libanesische Regierung ist militärisch und auch politisch überhaupt nicht in der Lage, die Hisbollah zu entwaffnen oder gar zu entmachten, auch wenn sie es gerne möchte. Der aktuelle Krieg Israels im Süden Libanons ist einer gegen die Hisbollah, dennoch muss der gesamte Libanon darunter leiden.



              Die Siedler im WJL werden von ihrer Regierung bewaffnet und gegen die dort lebenden Palästinenser noch aufgestachelt und ermutigt, diese zu schikanieren und anzugreifen (mit dem Ziel der Vertreibung).



              Das macht schon einen großen Unterschied, finden Sie nicht?

            • @Outis:

              Natürlich sollten für Alle die gleichen Regeln gelten. Die lauten, dass vornehmlich für irreguläre Truppen als Anheizer und Propagandisten tätige "Journalisten" sich nicht endlos hinter ihrem nominellen Status verstecken können.

              Freilich sind die rechtlichen Hürden hoch, so eine "Schutzverwirkung" zu bejahen. Bei den getöteten Hisbollah-nahen Journalisten dürfte es schon sehr schwierig werden, sie zu nehmen. Bei "siedlerfreundlich" berichtenden Medienschaffenden wäre es wahrscheinlich noch ein Stückchen schwieriger, weil es den Siedlern an einer der Hisbollah vergleichbaren Organisations- und Kommandostruktur fehlt, die Streitkräfte von einem (standardmäßig) bewaffneten Mob unterscheidet. Logik: Wenn es keine echten "Truppen" gibt (und seien sie auch irregulär), kann es auch keine inoffiziellen "Hilfstruppen" geben.



              Nur werden Sie vielelicht zugeben, dass es Sie viel mehr stört, dass das eine äußerst hypothetische Frage ist (weil nunmal im NO keine Waffengleichheit herrscht).

  • "Das israelische Militär behauptet"



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    "Doch der Krieg in Gaza hat die Armee verändert. Gleichzeitig werden, schon vor dem 7. Oktober und infolge des gesellschaftlichen Wandels in Israel, radikalere Kräfte auch in der Armee immer wichtiger. Einerseits beschreibt sich die IDF als "most moral army in the world", die vorgibt, auf Basis hoher ethischer Standards zu handeln. Andererseits ist sie dem Vorwurf ausgesetzt, in Gaza Kriegsverbrechen zu begehen. Als Beleg dafür gelten unter anderem unter anderem zehntausende Tote und die flächendeckende Zerstörung, die die Grenze zur Selbstverteidigung gegen die Terroristen der Hamas in den Augen vieler Beobachter längst hinter sich gelassen hat. ARD-Korrespondent Jan Christoph Kitzler berichtet."



    Quelle



    www.ardsounds.de/e...:b37a3e046232b651/



    Datum in br.de 16.05.25 Sender Bayern 2



    Titel:



    „Most moral Army“ oder Kriegsverbrecher? Israels Streitkräfte im Wandel

  • Israel ermordet schon seit Jahrzehnten Journalisten. Die Kollegen dieser Journalisten hingegen schreien immer noch "Antisemitismus" wenn man die vielen Kriegsverbrechen und den Völkermord an den Arabern und Palästinensern durch die Israelis beschreibt. In schöner Gemeinsamkeit behaupten auch die deutsche Regierung und der Zentralrat der deutschen Juden immer wieder, daß Israel weder Kriegsverbrechen noch Völkermord begehen. Wen sollten da noch durch Israel ermordete Journalisten scheren.