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Konferenz der InnenministerFest im Kopf verankert

Frederik Eikmanns

Kommentar von

Frederik Eikmanns

Immer wieder steht das Thema Migration bei konservativen Po­li­ti­ke­r*in­nen auf der Agenda. Dabei ist die große Reform des Asylsystems durch.

S ie machen einfach weiter. Auch bei dieser Innenministerkonferenz geht es wieder vor allem um Migration, mehr als ein Viertel der Tagesordnungspunkte drehen sich um das Thema. So als gäbe es nichts anderes zu besprechen. Dabei ist doch am letzten Freitag erst die große Reform des Gemeinsamen europäischen Asylsystems Geas in Kraft getreten, die all den Asylhardlinern das ermöglicht, was sie immer wollten. Geflüchtete de facto in Haft zu nehmen etwa, ohne einen Richterbeschluss. Schnellverfahren an den Außengrenzen. Die Möglichkeit, Geflüchtete in Staaten abzuschieben, in denen sie noch nie waren.

Aber die Landesinnenminister*innen, vor allem die von CDU/CSU, machen einfach weiter, als hätte sich nichts verändert. Auf der IMK wird es um die Rückführung von Sy­re­r*in­nen gehen. Oder über die Zentralisierung und Beschleunigung von Dublin-Abschiebungen. Über Abschiebehaft oder Migrationsabkommen.

Aus irgendeinem Grund hat sich Migration im Kopf konservativer Po­li­ti­ke­r*in­nen zum Mittelpunkt aller Politik entwickelt. Diese Obsession wäre ja noch verständlich oder zumindest erklärbar, wenn in dem Bereich für die demokratischen Parteien etwas zu holen wäre. Aber die Union hat ja grade selbst den spektakulärsten Beweis des Gegenteils geliefert.

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Ob es nun direkt an seiner Politik lag oder doch eher an der Lage in Syrien: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kann reklamieren, die „Asylwende“ genauso umgesetzt zu haben, wie er sie im Wahlkampf angekündigt hat. Die Zahl neuer Asylanträge ist zuletzt auf einen so niedrigen Wert gesunken, wie seit 2013 nicht mehr. Derzeit sind es keine 10.000 neuen Anträge im Monat. Und doch ist die AfD in Umfragen stark wie nie, droht im Herbst in Sachsen-Anhalt gar die absolute Mehrheit zu erringen.

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Allein aus Selbsterhaltungstrieb sollten die demokratischen Parteien und vor allem die Union erkennen: Härte in Asylfragen ersetzt keine Politik, die sich mit den Themen beschäftigt, die die Bevölkerung wirklich betreffen.

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Frederik Eikmanns

Frederik Eikmanns

Fachredakteur für Innere Sicherheit und Migration
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9 Kommentare

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  • Speziell diese Bundesregierung scheint mir eine Politik gegen alle Menschen zu machen, die hier leben - egal, wie lange diese Menschen schon hier leben.



    Diese Bundesregierung macht außerdem bewusst eine Politik, die die Zukunft der Menschen aktiv verspielt.

  • Danke für den Artikel und die stets differenzierte Kritik zu dem Thema.



    Frontex berichtete ja bereits von weniger Flüchtigen an den EU Außengrenzen, da ist es wenig verwunderlich, dass auch in Deutschland weniger Flüchtlinge ankamen .



    Die Beobachtung, dass Dobrindt in der Sache erfolgreich, die Union aber so erfolglos wie nie ist, ist zutreffend.



    Offenbar macht sich die Union mit dieser Politik keine Freunde.



    Wir brauchen allerdings Freunde, auch international.



    Fachkräftemangel ist zum Treiber des wirtschaftlichen Abschwungs geworden.



    Qualifizierungs und Einreiseabkommen wie die Ampel initiierte, ist notwendig,



    Damit gewinnen Alle.



    Zusätzlich stärken junge Arbeitskräfte unsere Sozialsysteme.



    Wir brauchen wirtschaftlichen Aufschwung um unsere Demokratie zu stärken.



    Nazi Parolen umzusetzen bewirkt das Gegenteil. Die Zusammenarbeit der konservativen mit den Rechten in der EU in dieser Sache ist ein Tiefpunkt für Demokrat*Innen.



    Dobrindt ist also erfolgreich darin, die Zukunft unseres Landes zu zerstören.



    Dankbarkeit wäre hier unangebracht.



    Es wird Zeit, Unmenschen wie Dobrindt Grenzen zu setzen.



    Danke an die Länder, die deutsche Flüchtlinge im dritten Reich aufgenommen haben!

  • „ Härte in Asylfragen ersetzt keine Politik, die sich mit den Themen beschäftigt, die die Bevölkerung wirklich betreffen.“ —> Was sind denn die Themen, die die Bevölkerung wirklich betreffen? Asylfragen rangieren nach meiner Kenntnis seit ca. 10 Jahren bei jeder Umfrage in den Top 3 der wichtigsten Themen, die die meisten Menschen beschäftigen.

  • Die Ideenlosigkeit der Konservativen wird hier besonders deutlich. Was muss geschehen, bis diese Leute endlich begreifen, dass ihre Politik des Nachäffens der Faschisten nur denen zugute kommt und niemandem sonst. Es ist richtig, was in dem Artikel gesagt wird: Kümmert Euch um die Alltagssorgen der Bevölkerung, Mieten, Preise, Arbeitsplätze, Klima - DAS sind die Themen in jedem Wohnzimmer.

  • Wir sollten uns nicht von den Merkel-Jahren der Union blenden lassen. Xenophobie, Rassismus, völkisches Gedankengut und so weiter hatten schon immer eine Heimat in der Union; mir ist die Stahlhelm-Fraktion um Alfred Dregger noch gut in Erinnerung. Viele, aber, bei weitem nicht alle Anhänger derartigen Unfugs sind zur AfD abgewandert, die anderen haben offenbar auf „bessere“ Zeiten gewartet.



    In fast allen Wahlkämpfen der vergangenen Jahrzehnte wurde doch gegen vulnerabele Gruppen, häufig im Konzert mit den Springer-Medien, gehetzt und Sündenböcke gesucht, Migranten eignen sich zur Zeit wohl ganz besonders als solche.

  • Die rechte Propagandamaschine läuft auf Hochtouren. Das keiner mehr reinkommt, genügt den rechten Mob nicht. Viele wollen die Remigration, alles andere ist denen egal. Mit Vernunft ist denen nicht mehr beizukommen. Positive Migrationsgeschichten finden immer weniger Anerkennung. Die Wahrnehmung entfernt sich immer mehr von der Realität. Fast alle Parteien haben dazu beigetragen, dass gesellschaftliche Miteinander zu vergiften.

  • Wahrscheinlich geht es der Politik nun darum, die Wahnsinnsregelungen des GEAS auch vor den Gerichten durchzupauken. Das aber könnte schwierig werden. Es werden grundsätzliche Verfahrensregeln außer Kraft gesetzt und die Freiheitsberaubung auf die Spitze getrieben, wobei sogar Kinder kaserniert werden. Und das alles geschieht ohne logische Überlegungen, sondern basierend auf purem Hass.



    Denn der Gedanke ist, dass, wenn die Menschen von den Lagern erfahren, sie erst gar nicht flüchten. Das unterschätzt ihre Not und ihren Optimismus. Nötig wäre es, in Kleinarbeit mit den Herkunftsländern Rückführungsabkommen auszuhandeln für die, welche tatsächlich keinen Schutzstatus erhalten haben, so wie es die Ampel begonnen hat.



    Stattdessen wird nun alle Hoffnung auf Lager in Drittstaaten gesezt. Aber es ist ein Schuss ins eigene Knie: Schnell könnte die Zahl der Insassen dort 80.000 oder 100.000 erreichen. Sie alle müssen tagtäglich ernährt und medizinisch versorgt werden, ohne dass sie irgendetwas selbst zu ihrem Lebensunterhalt beitragen dürfen. Stattdessen wird eher die Panik des Drittstaats immer größer und damit auch der Stacheldrahtzaun. Wir schaffen ein riesiges europäischen Guatanamo.

  • Sehr wahr, man hat manchmal das Gefühl ein Großteil dieser Politiker hat ein Erstaufnahmelager oder einen Abschiebeknast im Vorgarten und wir haben sonst keine Probleme.



    Da die EU ja jetzt äußerste Verschärfungen im Asylrecht beschlossen haben, dürfte doch sofort alles gut werden, dann könnte man sich ja den wichtigen Themen widmen, es sei denn man hat kein in Interesse daran, denn für eine verschwindend kleine Minderheit der alles gehört läuft es doch.

  • 1. Parteien müssen und sollten nicht alle ihre Positionen auf sofortige Erfolge in Umfragen und Wahlen hin ausrichten.

    2. Nur weil es inzwischen weniger Asylanträge gibt sind die Millionen Flüchtlinge in Deutschland nicht verschwunden. Und die damit verbundenen Herausforderungen, die teilweise zum Erfolg der AfD beigetragen haben.

    3. Und selbstverständlich betrifft das Thema Migration die Bevölkerung "wirklich". Beim Thema Wohnraum, Kriminalität, Kosten usw.