piwik no script img

Reform des HeizungsgesetzesKein Schutz für Mie­te­r:in­nen

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Ver­mie­te­r:in­nen sollen sich teilweise an den Betriebskosten für neue Gas- und Ölheizungen beteiligen. Das wird sie nicht vom Einbau abhalten.

Schließlich müssen die Mie­te­r:in­nen das Gas oder Öl zahlen Foto: Katharina Lepik/plainpicture

S o­zi­al­de­mo­kra­t:in­nen klopfen sich stolz auf die Schulter. Sie glauben, dass sie das Rollback in der Heizungspolitik mit einem Schutz von Mie­te­r:in­nen vor explodierenden Kosten flankieren. Denn die SPD hat durchgesetzt, dass Ei­gen­tü­me­r:in­nen künftig die Hälfte einiger Betriebskosten zahlen müssen, wenn sie fossile Heizungen einbauen. So soll ihnen die Lust vergehen, Gas- oder Ölheizungen einzubauen. Doch das wird nicht aufgehen.

Die Union hatte der SPD abgerungen, dass Gas- und sogar Ölheizungen auch in Zukunft neu eingebaut werden können. Das ist klimapolitisch das Falscheste, was eine Regierung machen kann. Denn der Austausch von fossilen Heizungen muss vorangetrieben werden, wenn Deutschland 2045 klimaneutral sein soll. Gas- oder Ölheizungen gehören ins Museum, nicht in Gebäude.

Das Problem: Sie sind viel billiger als andere Lösungen, die staatliche Förderung etwa für Wärmepumpen gleicht die Differenz nicht aus. Im Eigenheim tröstet die Aussicht auf günstigere Betriebskosten von klimafreundlichen Heizungen darüber hinweg. Bei Vermietenden sieht das anders aus. Viele werden sich für die billigste Heizung entscheiden. Modernisierungskosten werden auf Mietende umgelegt, allerdings nur bis zu bestimmten Grenzen. Der Einbau einer Wärmepumpe ist für Mie­te­r:in­nen also nicht unbedingt teurer als der einer Gasheizung.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Dass der Betrieb von Gas- und Ölheizungen auch wegen der geplanten Biokraftstoffquote in Zukunft richtig teuer wird, kann Vermietenden egal sein. Schließlich müssen die Mie­te­r:in­nen das Gas oder Öl zahlen. Die Ei­gen­tü­me­r:in­nen tragen nur die Hälfte des Co2-Preises, des Netzentgelts und des Bioanteils. Sie werden versuchen, diese Kosten auf die Mie­te­r:in­nen umzulegen, etwa indem sie es auf die Grundmiete aufschlagen.

Nur wenn der Staat durch einen Mietendeckel oder etwas Vergleichbares grundsätzlich verhindert, dass Ei­gen­tü­me­r:in­nen das abwälzen, macht die geplante Kostenteilung Sinn. Aber das haben Union und SPD leider nicht vor.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Anja Krüger
Parlamentskorrespondentin
Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
Mehr zum Thema

37 Kommentare

 / 
  • Wärmepumpen sind günstiger es sind die Handwerkerkosten die den umbau so teuer machen. Und dank der Förderung und den damit verbundenen Auflagen wird das ganze künstlich aufgeblasen. Darüber redet keiner. Die Förderung gehört an plausible Preise gebunden und es muss möglich werden das Handwerkerkosten bezahlbar bleiben.

  • Im Europäischen Vergleich sind Wärmepumpen in Deutschland einfach zu teuer. Hier ein Beitrag WARUM das so ist : heatpumpswatch.org...eischen-vergleich/



    Hier muss angesetzt werden, ist effektiver als nur Vermieter Bashing !

  • Wir brauchen vor allem Schutz davor, dass über 30 Jahre alte Gasheizungen endlos weiter betrieben werden können, weil für die meisten die Lücke der „Niedrig-Temperatur“ gilt.

  • Zusätzlich sind Mieter mit bereits eingebauter, und noch funktionerender, Fossilheizung komplett alleingelassen. Es gibt Vermieter die vor 10 Jahren neu gebaut haben. OHNE Solarpanele auf dem Dach, ohne Vorbereitung für Wallboxen, und die sich auch noch erdreisten Balkonkraftwerke abzulehnen. Aus OPTISCHEN Gründen. Dazu passen unsere Volksvertreter die einen Gedanken nur einen Schritt weit denken können. Es macht sich bei mir , und nicht nur bei mir, vollständige Enttäuschung breit. Welche Partei steht in den Startlöchern um WIRKLICH was zum Positiven zu verändern? Mir fällt keine ein. Alles nur Sprüche, alles nur Flickwerk. Keine Vision, kein Plan,Nichts.

    • @Matthias Patzak:

      Wir haben in Leverkusen Anfang 2023 die recht alte Ölheizung noch schnell erneuert. Von allen Objekten, wo mir Daten vorliegen, heizt dieses am günstigsten. Im Neubau mit Wärmepumpe zahle ich in der Summe weniger, aber dort wird die Wärme keineswegs günstig erzeugt, im Gegenteil, sondern einfach sehr viel weniger davon.

  • Ganz wichtig ist, dass Gesetze ständig geändert werden. Es wäre ja schlimm, wenn Handwerksbetriebe ein einigermaßen ruhiges Geschäftsumfeld haben...

  • "Im Eigenheim tröstet die Aussicht auf günstigere Betriebskosten von klimafreundlichen Heizungen darüber hinweg"



    Funktioniert momentan für mich. Wie im Vorbild Skandinavien heize ich in Kälteperioden kräftig mit Holz.

    Meine 58jährige Nachbarin zweifelt, ob sie noch lange genug leben wird, dass sich eine Wärmepumpe amortisieren wird. Familie ist nicht sonderlich langlebig.

    Ein Arbeitskollege musste nach 8 Jahren die Wärmepumpe wegen Defekts austauschen. Gleich kam die Finanzierung des Heims in Unwucht.

  • Die Frage der Ammortisation sollte auch gestellt werden, ist es jetzt sinnvoll z.b. gut funktionierende Ölheizungen bevor diese technisch verbraucht sind, zu ersetzen. Die Geräte haben ja auch Geld gekostet und ihre Herstellung hat auch Energie gekostet.



    Was mich auch mal interessieren würde, ist, wie das mit der Fernwärme ist, da besteht zum einen mancherorts Anschlusszwang, so dass auch der Vermieter keinen Einfluss darauf hat. Überall in den größeren Kommunen werden zwar jetzt Wärmeplanungen, i.d.R. für Fernwärmenetzecaufgestellt, aber wo die herkommen soll ist doch die Frage. Die Wärme im nächsten Netz wird über Kraftwärmekopplung hergestellt, verbrannt wird hauptsächlich Braunkohle, Gas, Müll und als "Biomasse": Altholz !



    Laut Betreiber ist ein Ausstieg aus der Kohle geplant, um den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Dafür experimentiert man mit der Verbrennung von Klärschlamm. ... von erneuerbaren Energien ist man hier noch meilenweit entfernt.

    • @Axel Schäfer:

      Also wir hatten damals die Fernwärme von uniper und die Heizungsanlage gehört denen. Von daher stellte sich diese frage nicht. Da im grunde nur ein Schuhkarton großer Übertragungselement das haus netz von dem Fernwärmekreis trennt und das ganze garniert mit mess und Ventiltechnik zusammen sehr lange hält bzw da keine Änderungen im Wirkungsgrad bestehen braucht man diese anlagen als ganzes nicht zu tauschen. Die anlage ist jetzt 30 jahre alt und es wurde nur mal ein schieber getauscht. Der Rest wäre mir dann aber auch egal. Ärgerlich finde ich das Fernwärme an dem Gaspreis gekoppelt ist und nicht an die tatsächlichen Erzeugungskosten. Günstiger Heizen ist somit ausgeschlossen, wir wollen ja nicht das die armen Firmenbosse verhungern.

  • Nichts ist einfacher Vermietern zu unterstellen, sie wären an vernüftigen Lösungen nicht interessiert, und deshalb sei es nur gerecht die Heizkosten auf sie abzuwälzen.



    Für die Fehler der Politik sollen sie gefälligst alleine zahlen.



    So einfach kann man sich auch machen.

  • Jedem Vermieter ist seit dem letzten Heizungsgesetz klar, was genau er tun wird:

    Wärmepumpe einbauen und alles andere lassen, wie es ist. Die Kosten für die Wärmepumpe lassen sich teils auf die Miete umlegen. Für die Mieter wird es unendlich teuer, denn ungedämmte Wände mit nur doppelt verglasten Fenstern und ohne Flächenheizkörper aka Fußbodenheizung werden die Mieter dreimal so viel zahlen wie mit der Gasheizung vorher..

    Kein Vermieter wird eine neue Fossilheizung einbauen und dem Mieter die Nebenkosten mitzahlen. Kein Vermieter wird bei den aktuellen Rahmenbedingungen und Vermieterbashing sein Vermögen einsetzen, um grundlegend energetisch zu sanieren..

    Realität siegt am Ende immer..

  • Unter dem Deckmantel der hochgejazzten Technologieoffenheit wurden die Fossilbrennstoffe unterstützt und unser Geld dem Export an autokratische Länder preisgegeben. Das ist nicht nur klimapolitisch falsch sondern geht auf Kosten der Zukunft unserer Kinder und Wirtschaft. Es macht uns auch weiterhin abhängiger von Autokraten, gefährdet unsere Landessicherheit (wie zuletzt die Gasabhängigkeit zu Russland) und erzeugt einen steigenden Geldabfluss von 80 Mrd. Euro jedes Jahr. Wie kurzsichtig doch unsere derzeitigen Politiker agieren - es geht ihnen eben nur um Ihren Posten innerhalb der Legislaturperiode.



    Das zerstört unsere Wirtschaftskraft, wie schon die letzten 15 Jahre im Energiesektor. Aber die Union hatte noch nie ein nachhaltiges Wirtschaftsverständnis zur Unterstützung des Mittelstands und der Industrie. Das die SPD diesen Kompromiss einging zeugt davon, dass sie schon lange die wirtschaftlichen Konsequenzen daraus für die Mehrheit der Bürger nicht mehr erkennt und damit kein Vertreter der mehr ist. Vermietung von Wohnraum darf grundsätzlich kein Profitgetriebenes Wirtschaftsgut sein, denn es gehört zur Daseinsvorsorge, welche die Marktwirtschaft nie berücksichtigen wird.

    • @Sonnenhaus:

      Wer es will kann es doch einbauen. Dann muss man aus dem billigen Mieten ins noch billigere Eigentum wechseln. Dann kann man frei bestimmen. Dann sieht man vielleicht quiz mal die echten Kosten und nicht nur den Flatrategedanken.

    • @Sonnenhaus:

      Wer will das ändern? Solange genau diese Akteure die Politiker stellen?

      Und was geschieht dann wieder mit denen, die offenlegen daß sie Änderungen wollen?

      Siehe Robert Habeck.

      Fromme Wünsche, große billige Worte.

    • @Sonnenhaus:

      Wenn der Geldabfluß für Entscheider eine Rolle spielte würden wir wie früher Koks, Stahl, Solarpaneele und Akkus bei uns selbst herstellen. Problem ist, das erzeugt in der Herstellung alles Kohlendioxid, egal wo. Wird es hier emittiert, können sich die Politiker nicht mit Einsparerfolgen brüsten. Wird es anderswo emittiert, können sie mit dem Finger auf China zeigen. Für das Klima ist der Ort der Emission vollkommen irrelevant, es kommt allein auf die Gesamtmenge an.

  • Die Lösung ist doch ganz einfach: Wärmepumpen sind deutlich teurer als Gas- oder Ölheizungen. Folglich muss diese Investition sich rechnen bzw. die Mehrkosten müssen umgelegt werden. Wenn dies der Fall ist, dann würde es kaum für Aufregungen sorgen. Leider sind nicht nur die Wärmepumpen deutlich teurer, sondern auch der Strom ist extrem teuer. Bei nahezu 25 Cent und einen COP von deutlich unter 3,0 in älteren Gebäuden, wird eine Wärmepumpe zu wesentlich mehr Kosten führen als derzeit ein Brennwertkessel mit Gas oder Öl.

    • @Pico :

      In alten Ein -zweifamilienhäusern ist COP 5 erreichbar. Brauchts natürlich Dämmung.

    • @Pico :

      Und warum ist in Deutschland der Einbau von Wärmepumpen so teuer? An den Geräten kann es nicht liegen, die gibt es im Ausland für 4stellige Beträge.



      Zum einen ist es die Bürokratie, die detaillierte Auflagen zur Aufstellung und Installation macht und zum anderen (der wesentliche Teil) ist die Gestaltung der Förderung: Bis zu 70%, aber max. 21K€. Also sagt der Installateur 30K€.

      • @IjonTichy:

        70% nur bei versteuertem Einkommen von unter 40k. Also eher selten für Vermieter.

        Wärmepumpe gibt es für unter 10k, aber vielleicht nicht die Beste. Und, korrekt, Installation und Entsorgung der alten Anlage kostet einiges. Wärmepumpen für ein fünfstöckiges Gebäude in Berlin wird aber viel teurersein, wenn überhaupt machbar.

        • @fly:

          Ich kenne grob die Förderungsregularien, deswegen auch "bis zu". Es geht mir darum, dass die Förderpraxis falsche Preisanreize setzt. Günstigere Angebote heißt auch weniger Förderung.

  • Ich kann Ihre Perspektive nicht teilen. Die Heizungen tragen mit weniger als 20 % zu den Treibhausgasen bei. Die Hoffnung, die Gesamtemissionen maßgeblich über die Heizungen absenken zu wollen, ist daher eine Illusion und ein übertriebenes Argument. In Kiel wäre es zudem absurd, weil 42 % der Heizungen über Fernwärme gespeist werden, die über ein Kraftwerk der Stadt mit Gas betrieben werden. Da wäre ich als Vermieter gar nicht am Zug. Kiel und andere Städte wünschen sich zudem Fernwärme, damit sich der Netzausbau für sie wirtschaftlich lohnt. - Das entspräche auch nicht Ihrer Vorstellung.

    Hinsichtlich der Kosten eine Deckelung zu verlangen und gleichzeitig die Lasten auf die Eigentümer zu verlagern, macht nicht nur den Neubau, sondern auch den Erhalt der Immobilie unrentabel. Vielleicht sollten Sie einmal angeben, wie viel Rendite Sie fair fänden – und dann ausrechnen, ob ein durchschnittlicher Vermieter diese bei all den Kosten und Risiken (Gebäuderenovierungen, Sanierungspflichten, Mietausfallrisiko und eigenen Steuern auf Einkommen aus Vermietung) noch erwirtschaften kann.

    • @contentcoyote:

      Das Eingangsargument zieht leider nicht. 20% ist schon eine Menge.



      Ansonsten würde gelten, Flugverkehr trägt nur zu 3% bei. Also vernachlässigbar. Etc. Welcher Einzelfaktor würde sich dann lohnen?

      • @fly:

        Die Argumente wie das mit dem bisschen Flugverkehr, den paar Kreuzfahrtschiffen, den paar Deutschen verglichen mit den Chinesen.... gelten leider nun mal für WEITER SO, noch mehr Wohlstandsverwahrlosung, nach mir die Sintflut.....



        Einzelfaktoren gelten wohl nur für einzelne. Ein Einzelner, der sonntags 300 km mit seiner Harley sein Jekyll&Hyde-Brüllrohr spazieren fährt, kann durchaus nichts davon halten, seine Weihnachtsgans auf der AIDA in der Karibik zu "genießen".

    • @contentcoyote:

      Richtig und sehr gut argumentiert. Es ist schlichtweg unrentabel heutzutage eine Wohnung zu vermieten. Ein Punkt ist sicherlich den "verhassten Vermietern" immer mehr Lasten aufzudrücken. Die Folge: Deutlich weniger wird gebaut und folglich auch weniger zu vermieten. Wer Umbauten fordert, der muss auch bereit sein und eingestehen, dass diese Umbauten bezahlt sein wollen. Und das kann nur durch Umlagen geschehen, sprich durch Erhöhung der Mieten. Und nicht durch noch mehr Beschneidung der Einnahmen für die Vermieter.

      • @Pico :

        "Es ist schlichtweg unrentabel heutzutage eine Wohnung zu vermieten."

        Klingt merkwürdig. Wenn es so wäre, würde es niemand tun.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Es gibt einen massiven Mangel an Mietwohnungen. qed.

  • Gilt diese angedachte Neuverteilung dann wenigstens für alle oder nur punktweise? In der deutschen Heizperiode liegt die Kohlendioxidemission des deutschen Strommix bei knapp 500 g/kWh (Quelle Agora). Mit der Arbeitszahl einer Wärmepumpe gedrittelt fällt das unter die Emission einer guten Gastherme, aber nicht weit. Hohe und stark steigende Netzentgelte gibt es auch beim Strom und mit dem Bedarf für Heizwärme und Elektromobilität wird die Steigerung sich weiter beschleunigen.



    Der Text macht die stillschweigende Annahme, Wärmepumpen seien im Betrieb billiger. Der Wärmebedarf von Gebäuden unterscheidet sich massiv, für einen Vergleich der Heizungen, nicht der Wärmedämmung, muß man auf die abgegebene Nutzwärme beziehen. Aus mir vorliegenden Abrechnungen finde ich als Mittel über mehrere Jahre in Eur/MWh:



    Heizöl Leverkusen: 70.9; Heizöl Düsseldorf: 108.4; Erdgas Köln: 114.4; Wärmepumpe Köln: 115.8; Fernwärme Berlin: 198.4



    Die Wärmepumpe ist hier in gut gedämmten Neubau. Mit Bodensonden und Niedertemperatur-Fußbodenheizung erreicht sie Jahresarbeitszahlen von um 4.3. Nachgerüstet und mit Luftquelle auf Heizkörper funktioniert sie natürlich ebenso, wird aber deutlich teurer.

  • Kann man davon überrascht sein?

    Nein.

    Die Konservativen unserer Zeit sind nur noch Totengräber der Demokratie.

    Sie sind nie Bewahrer von Werten gewesen, jeder könnte es sehen daß sie stets nur Macht um ihrer selbst und das "Gestern", die gute alte Zeit möglichst lange, egal mit welcher Konsequenz, wollten.

    Egal, wie unrealistisch, unmöglich das ist.

    Evolution. Naturgesetz: Anpassen, oder Auslese.

    Die Entscheidung ist gefallen...

  • Nur können Vermieter laut Gesetz die Miete halt nicht erhöhen, wie sie wollen. Eine Umlage auf die Grundmiete ist daher nicht zulässig. Im Übrigen setzt der Vermieter die Mehrkosten einfach bei der Steuer ab und merkt hierdurch kaum einen Unterschied.

    Wichtiger wäre es, Modernisierungskosten nicht zu deckeln und damit eine Kostenneutralität für Vermieter herzustellen. Gleichzeitig dürfte der Neueinbau von fossilen Heizungen niemals als "Modernisierung" gelten und damit die Umlagefähigkeit entzogen werden. Nur so klappt es im Gebäudesektor auch mit der Klimaneutralität bis 2045.

    • @DiMa:

      Ein Neubau/Austauach einer fossilen Heizung kann nicht als Modernisierung umgelegt werden.



      Absetzen von Steuer: Die Einnahmen fehlen trotzdem, soll man jetzt möglichst viel ausgeben um Steuern zu sparen?



      Richtig ist, dass die Modernisierung durch die Deckelung zu 90% beim Vermieter bleibt, die haben ja genug Kohle, un können es ja über 50 Jahre absetzen.

      • @Quantensprung:

        Woher wissen Sie, dass Vermieter "...ja genug Kohle..." haben? Falls das so ist, kann es nicht vom vermieten von Wohnungen kommen, da bewegt sich die Rendite zwischen -2 und +4%.

      • @Quantensprung:

        Wenn eine neuie fossile Heizung gegenüber der alten (in der Regel auch fossilen) Heizung nachhaltig Energie einspart, dann gilt dies auch - Stand heute - als umlagefähige Modernisierung.

    • @DiMa:

      Nur weil man was von der Steuer absetzen kann heißt es nicht, dass man die Ausgaben nicht spürt. Man hat weniger Gesamteinkommen. Heißt nicht, dass ich so viel weniger Steuern zahlen muss wie ich ausgegeben habe, nur anteilig

      • @Klaus Schwarzmüller:

        Es geht nur um die Hälfte bestimmter Mehrkosten. Das sind für Vermieter Peanuts. Nach Steuerabzug merkt ein Vermieter diese kaum

    • @DiMa:

      Bei 100 % Steuersatz (Grenzsteuersatz, nicht Mittel) hätten Sie recht. Über das "Abschreiben" kursieren viele Wahnvorstellungen.



      Richtig ist, wer Kosten abschreibt, die er nie hatte, gewinnt. Das ist ganz einfach Betrug und kriminell. Achten Sie einmal darauf, wer sich im weiteren Bekanntenkreis nach einem privaten Essen eine Quittung geben läßt und einsteckt. (Vieles andere ist weniger sichtbar.)

    • @DiMa:

      "Nur so klappt es im Gebäudesektor auch mit der Klimaneutralität bis 2045."

      Das sind nur noch 19 Jahre. Selbst wenn wir die Zahl der Handwerker in Deutschland verzehnfachen könnten, würden wir es zeitlich nicht schaffen auch nur annähernd alle der noch knapp 16 Millionen unsanierten Gebäude umzurüsten.

      Für den Wohngebäudebereich geht man außerdem aktuell von mind. 1 Billionen Euro Kosten für die Umrüstung aus.

      Selbst wenn wir genug Fachkräfte hätten - soviel Geld ist einfach nicht da. Besonders nicht, wenn wir demnächst gar keine Industrie mehr haben.. Selbst für die öffentlichen Gebäude werden 120 Milliarden veranschlagt. Wo soll das herkommen? Demnächst werden Theater weggekürzt, Jugendräume, Schulbegleiter, usw..

      • @Petzi Worpelt:

        Na klar. Nur wenn so oder so eine Heizung ausgetauscht werden muss, dann fallen auch so oder so keine Mehrhandwerkerstunden an.