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Kompromiss im HeizungsgesetzNeue Gasrechnung für Ver­mie­te­r:in­nen

Bestimmte Verbrauchskosten neuer Gasheizungen werden zwischen Ver­mie­te­rn und Mie­te­rn geteilt. Das hat die schwarz-rote Koalition nun vereinbart.

Der Kompromiss im Heizungsgesetz: Maß der Mitte oder Kostenfalle? Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Mie­te­r:in­nen und Ver­mie­te­r:in­nen sollen künftig jeweils die Hälfte der Verbrauchskosten neuer Gasheizungen tragen. Darauf haben sich Union und SPD geeinigt. Bisher zahlen die Mietenden die Heizkosten mehr oder weniger alleine.

Der Kompromiss bildet einen Teil der Verhandlungen innerhalb der Bundesregierung über das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Dieses soll das Gebäudeenergiegesetz („Heizungsgesetz“) der Ampelregierung ändern, vor allem auf Wunsch der Union. Wesentliche Punkte: Die Pflicht fällt weg, dass neue Gebäudeheizungen mit 65 Prozent erneuerbarer, klimaneutraler Energie betrieben werden müssen. Auch neue fossile Öl- und Gasheizungen sind damit weiter möglich.

Diese dürfen dann noch lange Erdöl und Erdgas verfeuern, allerdings vermischt mit zunehmenden Anteilen von Brennstoffen wie Biogas aus der Landwirtschaft. Nach Einschätzung der SPD, des Mieterbundes und vieler Fachleute werden jedoch die Verbrauchskosten solcher Heizungen in den kommenden Jahrzehnten deutlich wachsen – durch die steigenden Preise für Kohlendioxid, Erdöl und Erdgas, aber auch für Biobrennstoffe, die vermutlich knapp bleiben. Deshalb will die SPD die Vermietenden an den Verbrauchskosten beteiligen, wenn sie weiter fossile Brenner einbauen.

Die Einigung sieht nun so aus: Ab 2028 beziehungsweise 2029 tragen Mie­te­r:in­nen und Ver­mie­te­r:in­nen jeweils die Hälfte des steigenden Kohlendioxidpreises auf fossile Brennstoffe im Rahmen des europäischen Emissionshandels. Das Gleiche gilt für die wahrscheinlich wachsenden Kostenbestandteile für das Gasnetz in den Rechnungen der Privathaushalte. Und auch die Preise für die Biobrennstoffe sollen sich die Ver­mie­te­r:in­nen und Mie­te­r:in­nen teilen. Alleine bezahlen werden die Mietenden allerdings weiterhin das Gas und Öl an sich.

Lob vom Mieterbund

„Aus Sicht der Mieterinnen und Mieter stellt der Kompromiss eine deutliche Verbesserung dar“, sagte SPD-Energiepolitiker Helmut Kleebank, „sie tragen nur noch die Hälfte des Risikos neuer, teurer Gasheizungen.“ Für Vermieter wirke die Regelung „als Anreiz, günstigere Lösungen wie Fernwärme oder Wärmepumpen zu bevorzugen“. Einen „wichtigen Schritt hin zu mehr Fairness“ sah auch Melanie Weber-Moritz, die Präsidentin des Mieterbundes. „Vermieterinnen und Vermieter werden stärker an den Folgekosten ihrer Investitionsentscheidungen beteiligt.“

Haus und Grund, der Verband der Immobilienbesitzenden, kritisierte die Einigung dagegen. „Mieter sollen vor Kosten geschützt werden, die allein der Staat zu verantworten hat: CO2-Preis, explodierende Netzentgelte und alternative Brennstoffe“, sagte Verbandspräsident Kai Warnecke.

Die zuständigen Ministerien und die Fraktionsspitzen beider Seiten bestätigten den Kompromiss. „Der Weg für das Gebäudemodernisierungsgesetz ist frei“, erklärte CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, „im Zentrum steht Technologieoffenheit im Heizungskeller ohne neue Verbote“. Gleichzeitig stärke man „den Schutz der Mieterinnen und Mieter beim Heizungstausch“. SPD-Justizministerin Stefanie Hubig sagte: „Vermieterinnen und Vermieter haben Wahlfreiheit, wenn es um den Einbau einer neuen Heizung geht – diese Wahlfreiheit wird aber nicht zulasten von Mieterinnen und Mietern gehen.“

Till Irmisch vom Umweltinstitut München kritisierte dagegen: „Die Regierung verkündet eine Einigung für ein Problem, das sie selbst geschaffen hat.“ Trotz der Halbierung drohe „sowohl Vermietenden als auch Mietenden eine Kostenfalle“, weil die Aufwendungen für Gas- und Ölheizungen absehbar stiegen.

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12 Kommentare

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  • 50% der Heizkosten übernehmen die Vermieter bei Gasheizungen. Besser hätte es die Linke auch nicht hinbekommen.



    Teurer wird es jetzt nur noch beim Anschluss an Fernwärme.



    Die ist zwar nicht viel besser als Gas, dafür aber knapp doppelt so teuer.

  • Angesichts des Klimawandel, der sich ja besonders schon jetzt in den Breitengraden Europas bemerkbar macht und auf Rücksicht kommender Generationen, haben wir unsere bewohnten & vermieteten Immobilien peu a' peu, zur Zufriedenheit von Mietern und Vermieter auf Erneuerbare Energien PV / Wärmepumpen umgestellt. Freunde von uns, die noch bei der Umsetzung sind, meinten heute bei der Kundgebung zum 1. Mai, " Nun legen wir noch einen Zahn zu, sonst kommt bald ein Gesetzt, welches die Vermieter zur Übernahme der halben Miete verpflichtet " ... 😇

  • "...drohe „sowohl Vermietenden als auch Mietenden eine Kostenfalle“, weil die Aufwendungen für Gas- und Ölheizungen absehbar stiegen."



    Auch die Stromkosten werden absehbar steigen.

    • @sollndas:

      Die Strompreise werden nicht steigen, wenn wir eine vernünftige Politik machen, nämlich die EE zu unterstützen. Darauf können wir Einfluss nehmen, nicht auf Kosten für Öl und Gas. Genau das ist der Vorteil gegenüber den Fossilen und das kann nur zum Tragen kommen, wenn man nicht lobbygesteuert agiert.

      • @Perkele:

        @ Perkele



        Es ist schon sehr krass mit ansehen müssen, wie korrupte



        " Volksvertreter " und Unternehmen der Fossilien Energien Hand in Hand, auf Kosten der Bevölkerung, kooperieren.

      • @Perkele:

        Man kann sie natürlich subventionieren. Was den Strom nicht billiger macht. Es zahlen dann nur Andere.

        • @sollndas:

          Subvention des Verkaufspreises von EE Strom ist nicht gefordert. Die Möglichkeiten jedoch, diesen Strom zu erzeugen und ins Netz einzuspeisen - das sind Stellen, die man getrost subventionieren kann. Zudem ist es wichtig, den Strom an der Börse danach zu bewerten, welches der BILLIGSTE Strom ist und nicht -wie heutzutage- der teuerste.

          • @Perkele:

            Systemkosten sind Teil der Stromkosten. Ohne Netz kein Strom.



            Der Preis an der Börse richtet sich nach der Verfügbarkeit. Danach wird er bewertet, und nicht danach, was der billigste gerade nicht verfügbare Strom ist.

  • Damit hat sich die SPD von den Erneuerbaren verabschiedet, wie auch von den zuletzt gesetzen klimapolitischen Zielen.



    Hermann Scherr dreht sich im Grabe um!



    Die bisherige Vorgabe von 65% Erneuerbarer war bereits technologieoffen, denn es war auch damit möglich Fossildreck zu 35 % zu verwenden und unsere Lebensgrundlage zu zerstören, sowie unser Geld an autokratische Staaten umzulenken und unser Land unsicher und abhängig zu machen.



    Diese Regierung lässt mit dieser ideologischen Haltung unsere Jugend vollständig allein - nach uns die Sintflut!

  • Durch die Begrenzung auf neue Anlagen wird ein Anreiz gesetzt, alte unrentable Anlagen möglichst lange am Laufen zu halten.

    • @DiMa:

      Na logisch!! Andernfalls können die korrumpierten Lobbyfreunde in der Regierung ihr Soll nicht erfüllen.

    • @DiMa:

      ... oder noch schnell die Heizung gegen eine neue Gasbrennwertheizung austauschen bevor das Gesetz in Kraft tritt. Das wird dieses Jahr ein Run auf Gasheizungen auslösen.