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Hohe EnergiepreiseAndere Länder entlasten die Mehrheit, Deutschland nur Reiche

Gastkommentar von

Katja Diehl

Griechenland, Australien, Pakistan – sie alle haben gerechte Lösungen für die Energiekrise gefunden. Die Bundesregierung hat sich dagegen entschieden.

Nicht alles Gold glänzt, in der Energiekrise noch seltener. Doch nur Deutschland unterstützt die Reichen in diesen harten Zeiten Foto: Rolf Poss/imago

D er Krieg gegen den Iran führt weltweit zu erhöhten Energiepreisen, Rekordgewinnen für Öl- und Gas-Konzerne und einem verteuerten Leben für die meisten Menschen. Zu Beginn des Kriegs kostete ein Liter Diesel 1,75 Euro, Anfang April waren es schon über 2 Euro. Laut der Ökonomin Isabella Weber rollen riesige Preissteigerungen auf uns zu.

Was andere Länder dagegen tun? Als Reaktion auf die steigenden Ölpreise hat Litauen die Bahnpreise für zwei Monate halbiert. „Niemand sollte unter den steigenden Preisen leiden“, sagte der Verkehrsminister Juras Taminskas. Im australischen Bundesstaat Victoria sind alle Züge, Trams und Busse für den gesamten April kostenlos. In Tasmanien gilt das für alle öffentlichen Busse und die Fähre über den Derwent River, und das sogar bis Ende Juni und auch im ländlichen Raum.

Der Präsident der Philippinen Ferdinand Marcos Jr. ordnete eine Viertagewoche für Behörden an und kombinierte dies mit Homeofficeoptionen. Durch weniger Fahrten soll weniger Kraftstoff verbraucht werden. Gleichzeitig wurde ein nationales Energienotstandsprogramm (UPLIFT) aufgelegt, das gezielt Transportarbeiter*innen, Kleinbetriebe und einkommensschwache Gruppen unterstützt.

In Griechenland dürfen Raffinerien bis Juni maximal 5 Cent Gewinn pro Liter machen, Tankstellen 12 Cent. Diese Maßnahme verhindert Krisengewinne auf Kosten der Bevölkerung, wie auch in Österreich, wo die Mineralölsteuer temporär gesenkt wurde, kombiniert mit einer Begrenzung der Handelsspannen entlang der gesamten Lieferkette.

Pakistan – besonders abhängig von den Energielieferungen aus dem Golf – macht in Städten der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab und in der Hauptstadt Islamabad den öffentlichen Nahverkehr kostenlos. Zusätzlich gibt es Subventionen für Bauern, Transportunternehmen und Mo­tor­rad­fah­re­r*in­nen – also für diejenigen, die die steigenden Energiepreise am wenigsten abfedern können.

Katja Diehl

Katja Diehl ist Bestsellerautorin und Podcasterin zur Mobilitätswende. Ihr Podcast „She Drives Mobility“ erscheint seit mehr als sechs Jahren alle zwei Wochen.

Deutschland verteidigt den Status quo

Und Deutschland? Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt die naheliegendsten Maßnahmen gegen steigende Spritpreise ab. Der Preis für Benzin und Diesel werde „nicht auf der deutschen Autobahn gebildet, sondern auf dem Weltmarkt“, sagte die CDU-Politikerin der Augsburger Allgemeinen. Während das Deutschlandticket weiterhin 63 Euro kostet, soll dank dem Koalitionsausschuss die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 17 Cent pro Liter gesenkt werden. Dieser Tankrabatt aber „setzt falsche Anreize zum Mehrverbrauch von Benzin und entlastet auch reiche Raser“, wie der Wirtschaftsweise Achim Truger kommentiert.

Gerechte Mobilität bedeutet, dass Menschen nicht zwischen Teilhabe und Armut wählen müssen. Während andere Länder analysieren, wen die steigenden Energiepreise am härtesten treffen und welche Maßnahmen diese Menschen schützen können, fragt die deutsche Bundesregierung, für deren Versagen allen voran Katherina Reiche steht: Wie verteidigen wir den Status quo mit möglichst geringem politischen Aufwand?

Das ist kurzsichtig und vergisst die Menschen, die nicht in der ideologischen Traumwelt des fossilen Individualverkehrs unterwegs sind: die Krankenpflegerin, die Bus fährt, weil sie kein Auto hat. Der Rentner auf dem Land, der für jeden Arztbesuch auf jemanden angewiesen ist, der ihn fährt. Das Kind, das zur Schule geht, weil der Schulbus gestrichen wurde. Währenddessen bestehen alle fossilen Autosubventionen unverändert fort.

Auch die Mehrheit der Bür­ge­r*in­nen will, dass die Bundesregierung in der Energiekrise tätig wird, wie eine jüngste Umfrage der Caritas zeigt: 78 Prozent der Befragten erwarten, dass der Staat auf die Öl- und Gaspreiskrise mit politischen Maßnahmen reagiert. Drei Viertel der Befragten unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien als Reaktion auf die Energiepreise – unter denen, die angaben, bei der letzten Wahl CDU gewählt zu haben, sind es sogar über 80 Prozent. Ganze 75 Prozent der Befragten stehen einer „Übergewinnsteuer“ für Unternehmen, die von den höheren Öl- und Gaspreisen profitieren, positiv gegenüber. 64 Prozent der Befragten wollten, dass das Deutschlandticket wieder neun Euro pro Monat kostet.

Das einzige Land ohne Tempolimit

Die Bür­ge­r*in­nen wollen Veränderungen unserer Mobilität und stehen den Interessen der fossilen Konzerne kritischer gegenüber als die Wirtschaftsministerin. Man nehme nur das rote Tuch aller Vulgärliberalen: Deutschland ist weiterhin das einzige Land in Europa ohne generelles Tempolimit auf Autobahnen.

Alle Nachbarländer haben es, die Internationale Energieagentur empfiehlt es, und selbst die Wirtschaftsweise Veronika Grimm, die dem wissenschaftlichen Beirat der Lobbyorganisation „Wirtschaftsrat der CDU“ angehört, nannte das Tempolimit zuletzt „ein kluges Signal, damit die Menschen die Situation ernst nehmen“. Dass Reiche, die bis April 2025 Vorstandsvorsitzende von Westenergie war, diese Option kategorisch ablehnt, ist bemerkenswert, aber aus ihrer beruflichen Historie heraus konsequent.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Im Mai 2022 saß ich mit dem Klimaaktivisten Tino Pfaff im Bundestag. Unsere Petition „Mobilität frei von Öl“ hatten Zigtausende unterzeichnet und sich den Forderungen angeschlossen: Tempolimit, drei Monate kostenloser ÖPNV, autofreie Sonntage, eine Mobilitätsprämie für alle statt Kaufprämien für Besserverdienende, massiver Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Nach der Anhörung haben wir vom Ausschuss nie wieder gehört. Demokratisch fühlte sich das nicht an. Vielleicht ist das nur konsequent, kommen doch die größten fossilen Flüsse aus Ländern ohne Demokratie.

Dabei könnte es anders sein. Wenn die Bundesregierung tatsächlich für die Menschen arbeitet, die sie gewählt haben, muss sie die Geldströme umleiten: weg von der fossilen Mobilität, von der eine kleine Minderheit profitiert, und hin zu allen Bür­ge­r*in­nen in Deutschland und besonders zu denen mit geringem Einkommen, die es am härtesten trifft. Die nötigen Maßnahmen sind seit Jahren bekannt. Das Einzige, was dem entgegensteht, ist ideologische Starrsinnigkeit.

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31 Kommentare

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  • Wir leben in einem Land, in dem Menschen, die 1.500 € netto verdienen, CDU wählen und den ganzen Tag davon schwatzen, dass die Reichen geschont und entlastet werden müssen und dass Steuerhinterziehung nichts Schlimmes sei, denn ohne diese würden die Reichen das Land verlassen und die Wirtschaft würde zusammenbrechen - alles auf der Arbeit und im privaten Umfeld gehört. Es ist einfach bemerkenswert, wie dämlich die Menschen in diesem Land sind.

  • Ich bin erleichtert und ein Gefühl von Hoffnung keimt.



    Dieser Artikel von Katja Diehl, von einer Art Geschehnisse zu sehen,wird so leider nur selten beschrieben, einen anderen Blickwinkel einzunehmen, für zu viele nicht möglich.



    Dieser Artikel sagt so viel mehr aus, Kritik nicht nur am System sondern auch Kritik an jedem einzelnen Leser. Genauer betrachtet, eigene Konsequenzen zu ziehen, zu reagieren, Verantwortung übernehmen.



    In den vielen, vielen Kommentaren zu den verschiedensten Ausführungen, Artikeln in den unterschiedlichsten Zeitungen ist eine Grundhaltung zu finden die eben nicht den Eindruck erwecken man hat es mit selbstständiges Denken zu tun und den daraus folgenden logischen Konsequenzen, wie Verantwortung besonders Eigenverantwortung. Und noch etwas wird kritisiert, Arroganz.



    Dieser Art von Arroganz von einem Gefühl der eigenen Überlegenheit.



    Frau Reiche ist ein Beispiel der Absurdität, ein Charakter der so durchaus in die Zeit passt, ausgestattet mit entsprechender Logik, bestimmt von einem Gefühl nur so handeln zu müssen.



    Sozialer agieren ist keine Schwäche, andere Regierungen zeigen das.

  • Alle Vorschläge die sozial begründet sind und dem Begrenzen der Erd-Erwaermung dienen, befürworte ich mit Ausnahme des Tempolimits, solange noch von Tempo 120 oder 130 die Rede ist. Ein europäisches Land hat Tempo 150 eingeführt, dem würden wahrscheinlich ganz Viele sofort zustimmen. Würden Alle elektrisch fahren würde sich der Sinn eines Tempolimits von selbst aufheben.

  • Z.T. schwache Argumentation von Katja Diehl. Sie zieht kuriose Grenzen zwischen "oben" und "unten". Die Krankenschwester muss dann immer Bus fahren und der Reiche rast auf der Autobahn. Das ist hanebüchen. Und das 9 Euro Ticket ist dann natürlich auch keine Subvention für günstige Wochenendausflüge von wohlhabenden Rentnern. Die Senkung der Mineralölsteuer entlastet ganz konkret 60% der Beschäftigten in meinem Unternehmen die alle nicht viel verdienen. Dann zu schreiben, Deutschland entlaste nur Reiche, ist wirklich flach.



    Zumal Kostensteigerungen für Transport und Produktion durch höhere Energiepreise als Inflation bei allen landen werden, aber wie immer besonders Ärmeren belasten.



    Mein Fazit: Ob der Tankrabatt die richtige Idee ist kann bestritten werden, aber dann sollte vernünftig argumentiert werden.

  • Katja Diehl schwurbelt von einer "ideologischen Traumwelt des fossilen Individualverkehrs". Da es in Deutschland über 49 Mio. Pkws gibt und die meisten davon Verbrenner sind, ist diese Welt aber keine Traumwelt, sondern Realität. Auch für den von Diehl angeführten Rentner auf dem Land, der von anderen zum Arzt gefahren werden muss. Von einem anderen mit dem Pkw zum Arzt gefahren zu werden, ist genauso Individualverkehr, wie selbst zu fahren.

    Diehls Behauptung, dass von der fossilen Mobilität nur eine Minderheit profitiere, blendet nicht nur die hohe Anzahl der Autofahrer aus, sondern auch die durch die fossile Mobilität erzielte Wertschöpfung, die Grundlage des in Deutschland erreichten Wohlstands ist. Autos fahren nicht nur sinnlos hin und her.

    Wieso der ÖPNV billiger werden muss, weil der Sprit für den Autoverkehr teurer wird, erschließt sich ebenfalls nicht. Die hohen Spritkosten machen den ÖPNV doch im Verhältnis zum Auto noch günstiger, als er bisher schon ist.

    Eine "Übergewinnsteuer" für die von den höheren Öl- und Gaspreisen profitierenden Unternehmen ist populär, entlastet aber niemanden. Das Geld wird nicht an Bedürftige verteilt, sondern fließt in die Staatskasse.

  • Klasse, endlich weiss ich das ich reich bin. Ich bin Landschaftsgärtner, erhalte ca. 3200 Euro Brutto, habe es 25 km zur Arbeit und brauche mit dem Auto ca 35 min.



    Wenn ich den ÖPNV nutze, den ich ja mit meinen Steuern mitbezahle, brauche ich 2,5 Stunden wenn die Busse nicht wegen Fahrermangel und Krankheit der Busfahrer oder Streik ausfallen.



    Und ich habe auch keine Lust bei jedem Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren weil ich den ganzen Tag körperlich arbeite und am Klimawandel in der Stadt mitarbeite, deren Miete ich mir nicht leisten kann.



    Liebe Stadtbewohner, die das Deutschlandticket nutzen könnt - überlegt mal alle Pendler, die die Stadt am leben halten würden zuhause bleiben weil sie ja reich sind und nicht mehr tanken und zur Arbeit pendeln. Weil unterm Strich hat man ohne den Sprit auch nicht durch das Arbeitslosengeld.

    • @Bernd Simon:

      @ Bernd Simon



      Wenn Sie mit dem Auto zur Arbeit fahren, oder mit dem Fahrrad, nutzen Sie die Straßen, die von uns allen finanziert werden.



      Ich würde vorschlagen, jeder Bürger sollte ein Abo bei den ÖPNV nachweisen müssen, wer dazu nicht gewillt ist, zahlt den halben Betrag verpflichtend auch in Zukunft ans Finanzamt.



      Wir haben schon aus Solidarität ein Deutschlandticket, wird auch ab und an genutzt. Wir müssen einfach von diesem durch nichts gerechtfertigten Individualverkehr durch PKW'S weg. Diese Idiologienfalle kommt nur von der Automobilindustrie. Was die gerade mit ihren Mitarbeitern in Deutschland macht, entnehmen Sie bitte den Medien....

  • Dann macht ja die Regierung die richtige Politik.



    Die Mehrheit der Deutschen ist reich, selbst Empfänger von Grundsicherung gehören ( vom Einkommen her ) zu den 10 % reichsten der Welt. Ist halt alles nur eine Sache des Blickwinkels.

  • "Andere Länder entlasten die Mehrheit, Deutschland nur Reiche"







    ..genau.!! Und wers noch nicht gemerkt hat: in so ziemlich allem was die cdU vorantreibt, steckt genau das:



    -> Umverteilung von unten nach oben. Auch im sog. Gebäudemodernisierungsgesetz, der abgewürgten Energiewende, der Weigerung einen erhöhten Spitzensteuersatz oder eine Erbschaftssteuerreform umzusetzen, der "neuen Grundsicherung", usw. usw...







    Aber ist doch Prima. Das Geld steckt sich dann die Fosdilindustrie in die Tasche und gönnt sich ein paar neue Luxusjachten oder Privatjets. Das fördert ja auch die Wirtschaft..irgendwie...

  • Das Deutschlandticket ist doch bereits eine massive Subvention. Vor dem Deutschlandticket hat die Fahrkarte das doppelte gekostet und galt nur in einem Verkehrsverbund. Was will man da noch groß senken?

    Es gibt 50 Millionen Autos in Deutschland, bei geschätzt 65 Millionen Erwachsenen. Ich bin mir jetzt nicht sicher, wer hier die kleine Minderheit ist, von der im Text gesprochen wird. Oder sind arme E-Auto-Fahrer gemeint, so wie ich einer bin? Ich bin für 1000 Euro-Bonus für jeden E-Auto-Besitzer und keine Senkung von Steuern! Macht zwar keinen Sinn - es macht aber auch keinen Sinn andere Preise zu senken, die nicht gestiegen sind.

    Nebenbei: den größten Übergewinn macht doch der Staat , da mehr als 50% des Preises bei Kraftstoff schon Steuern sind.

  • Die griechische Lösung klingt zumindest stringent und auf die Kernproblematik zielend. Umsetzung und Kontrolle sind wie immer dann der Punkt, an dem sich die Wirksamkeit entscheidet.



    Zusammen mit einer ÖPNV- und E-Auto Vergünstigung ließe sich ein Wandel weg vom Verbrenner forcieren.



    In der aktuellen Situation sollte schon direkt gehandelt werden, es muß aber gleichzeitig mit einer Perspektive verknüpft werden.



    Aber was rede ich, mit dem politischen Betrieb in Dtl und der öffentlichen Meinung im Hintergrund, ist so etwas Traumtänzerei.



    Der Boulevard fordert, nichts darf sich ändern, sonst ist das ideologisch und der Ist-Zustand muß auch noch billiger werden und der Staat ist dafür zuständig, aber irgendetwas regeln, das darf der Staat wiederum nicht. Lobby-Neoliberalismus im Endstadium

    • @nutzer:

      ÖPNV ist in Städten doch jetzt schon um ein Vielfaches billiger als ein eigener Pkw. Wäre die Mobilität mit dem ÖPNV auch nur annähernd gleichwertig mit dem motorisierten Individualverkehr, hätten die meisten Autofahrer ihr Auto längst durch das Deutschlandticket ersetzt. Allein für den Anschaffungspreis eines Autos kann man jahrelang mit dem Deutschlandticket fahren.

  • Alles richtig was die anderen machen.



    Und was macht die deutsche Opposition, also Die Linke, heute Morgen im Radio: Übergewinnsteuer!



    Kurzum: Keine Entlastung für den Bürger, sondern Umleitung der Gelder vom gestressten Bürger zu Vater Staat.



    Man kann sich nur noch schämen bei derlei Ideenlosigkeit und letztlich Doofheit.

  • Sinn und Zweck der Entlastungen ist die Absenkung der Inflationsrate und genau das wird mit den getroffenen Massnahmen am besten erreicht.

    Eine Absenkung des ÖPNV-Tickets mag für den Einzelnen zwar ganz schön sein, nur hat das auf die Inflation überhaupt keine messbaren Auswirkungen. Und solange die Kosten des ÖPNV nicht ansteigen sind deren Nutzer von der Ölkrise auch nicht unmittelbar betroffen.

    Dieses ganze Schubladendenken in Reiche vs. Arme macht ergibt in diesem Zusammenhang überhaupt keinen Sinn.

    Und bevor hier irgendwelche Vorwürfe aufkommen: Ich bin Nutzer des ÖPNV und Fahre ein E-Auto. Ungeachtet dessen kann ich die Empörung nicht nachvollziehen.

    • @DiMa:

      Doch, das 9-Euro-Ticket wirkte beim letzten Preisschock nachweislich preisdämpfend und war auch im Inflationsindex messbar.

  • Vielen Dank für diesen Text!

  • Und plötzlich ist die Empörung groß....



    Dabei wählen wir seit Jahren genau die Politik, die solche Entscheidungen hervorbringt – und tun dann überrascht, wenn sie tatsächlich umgesetzt wird.

    Dieses fast schon rituelle Vertrauen in „den Markt regelt das“ hat Deutschland nicht nur einen der größten Niedriglohnsektoren Europas beschert, sondern auch eine soziale Schieflage, die man inzwischen kaum noch übersehen kann.

    Und wenn die Ölpreise steigen, greifen genau jene Reflexe, die man politisch immer wieder legitimiert hat.

    Das Problem ist also nicht nur die Entscheidung selbst – sondern auch die fatale Gewissheit, sie alle paar Jahre erneut zu bestätigen.

    • @Stefan Schmitt:

      "Dabei wählen wir seit Jahren genau die Politik, die solche Entscheidungen hervorbringt"

      Das ist zu allgemein. Nicht alle haben diese Politik gewählt. Also gibt es durchaus Menschen, die sich aufregen dürfen...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        @ warum_denkt_keiner_nach?



        Tja, wer hat den Kanzler gewählt ?



        Wer hat die Ministerposten vergeben ?



        Die von uns legitimierten Parlamentarier haben sich im zweiten Wahlgang einen BlackRock Kanzler gewählt ❗️



        Nicht einmal 30 % der Wähler haben den Unionsparteien ihre Stimme gegeben. Also 70 % der Wähler schütteln den Kopf.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Noch mehr haben keine SPD, Linke, oder Grüne gewählt.

          • @AmArschderHeide:

            @AmArscgderHeide



            Was wollen Sie uns damit sagen ?Die Linke hatte keinen Kanzlerkandidaten aufgestellt.



            Die Grünen schon.



            Zudem die Bundeskanzlerwahl von den, von uns legitimierten Parlamentariern geheim stattfand.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Sicher, Aufregung gehört zum demokratischen Alltag.



        Und ja – nicht alle haben diese Politik gewählt.

        Nur erstaunlich, wie zuverlässig sie trotzdem immer wieder Mehrheiten bekommt – oft auch von denen, die sich hinterher am lautesten darüber wundern.

        Während anderswo politische Konflikte schneller auf der Straße landen, scheint man sich hierzulande erstaunlich oft im Nachhinein zu empören.

        • @Stefan Schmitt:

          Die jetzige Regierung hätte aktuell keine Mehrheit mehr.

          Das Schlimme ist aber, dass viele keine tatsächlichen Alternativen wählen wollen, sondern die Pseudoalternative Zulauf hat. Der deutsche Spießbürger demonstriert eben nicht, er setzt lieber auf Nazis.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Welche Alternativen sollten denn Konservative dann wählen? Die CDU will einiges was die Mehrheit fordert umsetzen (Migration und Bürgergeld z.b über 60% sind da für Verschärfungen) , wird aber von der 15% Partei SPD immer wieder ausgegrenzt.

            • @AmArschderHeide:

              Dann müssen sie eben mit der AfD koalieren. Mal sehen, ob mit der dann resultierenden Politik die Mehrheit zufrieden ist.

              • @nihilist:

                @ Ungeheuerliches Ansinnen.



                ⛔️ Soweit wird es wohl in einem demokratischen Deutschland hoffentlich nie kommen ❗️

            • @AmArschderHeide:

              Das Volk hat bestellt (irgendwas gegen Ausländer), die Politik liefert. Müssen die Leute halt den Gürtel enger schnallen (König der Löwen statt auf die Aida).

              Und die eh schon unterbezahlte Stelle für die Krankenpflegerin bleibt dann halt unbesetzt.

  • Es sind noch immer goldene Zeiten für Big Oil, die aktuelle deutsche Regierung scheint lediglich Handlanger derer zu sein, damit die wahnwitzigen Profite noch für einige Jahre stabil bleiben können. Christian Stöcker hat es für sein Buch "Männer, die die Welt verbrennnen" recherchiert. Seit den 1970er Jahren über 1 Milliarden Dollar Gewinn. Pro Tag. Übrigens, Deutschland bezieht nur unter 5% seines Ölbedarfs aus dem Nahen Osten. Die USA machen durch die gestiegenen Ölpreise als größter Ölförderer der Welt aktuell die größten Gewinne.

  • Ok, man kann es besser machen.



    Aber D entlastet nur reiche Raser? Die " Krankenpflegerin, die Bus fährt, weil sie kein Auto hat." dürfte ausserhalb des inneren Großstadtrings in der Minderheit sein. Da sie in dem Bild meist auch alleinstehend ist und noch mindestens ein Kind hat, dürfte die typische Krankenpflegerin mit ihrem alten Auto nun doch etwas sparen.

    Die Umfrage der Caritas, deren Ergebnisse nach soziologischen Kriterien gewichtet wurden und repräsentativ sein sollen, hat eigentlich erstaunlich niedrige Prozentwerte. Denn alles käme ja der Einzelnen zu Gute. Oder fürchten die, die nicht für ein D ticket von 9 Euro gestimmt haben (36%), höhere Steuern? Da kommt es wohl auf die genaue Fragestellung an.

    Einfach mal zwei Monaten Öffies kostenlos machen, dürfte von meisten nicht als adäquate Reaktion der Regierung angesehen werden.

    • @fly:

      "Einfach mal zwei Monaten Öffies kostenlos machen, dürfte von meisten nicht als adäquate Reaktion der Regierung angesehen werden."

      Das dürfte hierzulande für die Verkehrsunternehmen ähnlich laufen wie beim 9€T....

      Der Staat verordnet geringere Einnahmen und überlegt sich dann, wie die von ihm verursachten Mindereinnahmen ausgeglichen werden, worauf die Unternehmen schon 🙄ein halbes Jahr später erfahren, wo sie mit welchem Formular das Geld beantragen dürfen, das sie dann nochmal drei bis vier Monate später bekommen.



      Mit der geringen Verschärfung in der aktuellen Situation, dass die Unternehmen aktuell natürlich auch die höheren Spritpreise bezahlen müssen.



      Nachdem hierzulande bereits jetzt jeden Monat irgendwo im ländlichen Raum mindestens ein Busunternehmen Insolvenz anmeldet, würde das den ÖPNV sicher stärken 🤔

      • @FriedrichHecker:

        Das Problem der Öffis ist nicht der Preus sondern die Unzuverlässigkeit des Angebots