Gebremstes Wachstum bei Erneuerbaren: Trotzdem nicht aufzuhalten
Die Erneuerbaren sind nicht aufzuhalten. Aber Katherina Reiche sollte jetzt besonders auf die Finger geschaut werden.
E s ist eine sehr gute Nachricht, wenn auch mit einem Wermutstropfen: Der weltweite Boom der erneuerbaren Energien hält an, allerdings gebremst. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Kapazität der Erneuerbaren zur Stromerzeugung verdoppeln, erwartet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein immenser Fortschritt – auch wenn das leider viel weniger ist, als die IEA noch im vergangenen Jahr erwartet hat. Da ging sie von einer Verdreifachung aus.
Verantwortlich für die gedämpfte Prognose ist US-Präsident Donald Trump. Mit seinem Kampf gegen Windräder und Solaranlagen torpediert er fast fertige Projekte und vertreibt Investor:innen. Die Wachstumserwartungen für den Erneuerbaren-Markt in den USA sind um fast 50 Prozent geschrumpft. Es könnte noch schlimmer kommen. Denn Trump hat seinen Kampf gegen die Erneuerbaren und für die Renaissance des Fossilen gerade erst aufgenommen. Für den Klimaschutz ist das eine Katastrophe.
Das ist schmerzhaft. Aber: Die Lage in den USA sollte den Blick aufs Ganze nicht verstellen. Denn weltweit wird die Energiewende eben nicht vereitelt, im Gegenteil. Sie ist weiter auf Erfolgskurs. Die bevölkerungsreichsten Staaten China und Indien bauen die Erneuerbaren in gigantischen Mengen aus. Für den Mittleren Osten, Nordafrika, Deutschland, Italien, Polen und Spanien hat die IEA ihre Prognose teilweise stark angehoben.
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Das zeigt: Die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien ist nicht aufzuhalten. Aber sie ist in einzelnen Ländern verzögerbar, und das ist gefährlich. Denn ein stotternder Motor ist schnell abgewürgt. Viele politische Beobachter:innen sind zu Recht beunruhigt angesichts der Ankündigungen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die deutsche Energiewende neu auszurichten und künftig geringere Kosten in den Vordergrund zu stellen. Politiker:inen und Energiemanager:innen müssen sehr wachsam sein, damit die Ministerin die Weichen nicht falsch stellt. Denn es wäre sehr bitter, wenn die IAE ihre Prognose für Deutschland im kommenden Jahr nach unten anpassen müsste.
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