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Unverschämt hohe SpritpreiseÖlkonzerne machen 21 Millionen Euro täglich Zusatzprofit

Die Preise an den Zapfsäulen steigen stärker als an den Rohölbörsen, so eine Greenpeace-Studie. Die Rufe nach einer Übergewinnsteuer werden lauter.

Vor allem die hohen Dieselpreise sind ein Problem, weil sie die Transporte von Lebensmitteln und anderen Waren verteuern Foto: Rene Traut/imago

Angesichts der hohen Spritpreise in Deutschland werden die Rufe nach einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne lauter. Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace verdienen Ölkonzerne in Deutschland seit Beginn des Irankriegs täglich 21 Millionen Euro zusätzlich. Das geht aus einer Studie des Energieexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace hervor. Danach sind die Spritpreise deutlich stärker angestiegen als die Preise für Rohöl.

Im Zuge des Irankriegs ist die weltweite Ölversorgung unter Druck geraten. Der Iran hat den wichtigen Seeweg Straße von Hormus am Persischen Golf gesperrt und lässt nur wenige, ausgewählte Schiffe passieren. Durch die Meerenge gelangt etwa 20 Prozent des globalen Ölbedarfs auf den Weltmarkt. Durch die Blockade gibt es in Asien bereits einen akuten Mangel. Der Ölpreis ist von vor dem Krieg von 70 auf jetzt um die 100 Dollar je Barrel gestiegen.

Europa und Deutschland beziehen ihr Öl weitgehend aus anderen Regionen. Trotzdem sind vor allem in Deutschland die Preise an den Tankstellen in den vergangenen zwei Wochen stark gestiegen – obwohl die Bestände noch zu Vorkriegspreisen eingekauft wurden. Der Greenpeace-Studie zufolge haben die Ölkonzerne durch die Preisanhebungen seit Kriegsbeginn zusätzlich mit dem Verkauf von Diesel täglich 17,9 Millionen Euro und mit dem Absatz von Benzin pro Tag 3,2 Millionen Euro Gewinn gemacht.

Die Studie widerlegt die Behauptung der Ölbranche, sie gebe mit den Preiserhöhungen nur die Bewegungen auf dem Weltmarkt weiter. Auch ihr Argument, die Tarife an den Zapfsäulen müssten vorsorglich steigen, weil die Dauer der Blockade nicht absehbar und die Neubeschaffung ansonsten nicht gesichert sei, lässt Autor Bukold nicht gelten. „Hier wird das unternehmerische Risiko auf die Verbraucher abgewälzt“, heißt es in der Studie. Um mögliche Gewinneinbußen in Zukunft von vornherein auszuschließen, würden die Gewinnmargen schon jetzt ausgeweitet. „Das widerspricht nicht, sondern bestätigt die These, dass in der aktuellen Marktphase Übergewinne erzielt werden“, schreibt Bukold.

Übergewinne abschöpfen

Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, nicht tatenlos zuzusehen. „Die Bundesregierung muss diese unmoralischen Übergewinne abschöpfen und das Geld so investieren, dass wir künftig unabhängiger werden von fossilen Abzockern und Kriegsprofiteuren“, fordert Greenpeace-Verkehrsexpertin Lena Donat. Sie macht Vorschläge für die Verwendung: Die 21 Millionen Euro an Übergewinnen könnte die Bundesregierung nutzen, um jeden Tag 1.300 kleine E-Autos zu verschenken oder 840 Haushalten den Einbau einer Wärmepumpe zu finanzieren.

Die Linkspartei im Bundestag bekräftigt ihre Forderung nach einer Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. „Die Bundesregierung darf nicht zusehen, wenn Konzerne Krisen zum lukrativen Geschäftsmodell machen“, sagte die erste parlamentarische Geschäftsführerin Ina Latendorf am Montag. Auch die Grünen sind für eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne.

Vor allem die hohen Dieselpreise sind ein Problem, weil sie die Transporte von Lebensmitteln und anderen Waren verteuern, was die Inflation anheizt. Das Transportgewerbe warnt davor, dass Unternehmen die hohen Dieselpreise nicht stemmen können. Nach Angaben des Logistikverbands BGL macht der Kraftstoffaufwand rund ein Drittel der gesamten Transportkosten aus.

Gespräch ohne Ergebnis

Am Montag hat sich die von der Regierungskoalition eingerichtete Energiepreis-Taskforce mit Repräsentanten der Mineralölbranche getroffen. Den Konzernvertretern sei es nicht gelungen, ihre Preisgestaltung glaubwürdig zu erklären, sagte der SPD-Abgeordnete Armand Zorn im Anschluss. In der vergangenen Woche hatte ein Bericht der Monopolkommission der Bundesregierung gezeigt, dass die Spritpreise in Deutschland im EU-Vergleich am stärksten gestiegen sind.

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44 Kommentare

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  • Und wenn es nur noch E-Autos gibt, dann kommt halt eine Stromsteuer für den Mobilitätsstrom. Mit Sicherheit auch für selbst erzeugten.

  • Solange die gefahrenen km nicht weniger werden und bis zu 30% geringerer Verbrauch durch sparsames Fahren nicht bemerkbar, ist der Stoff immer noch zu billig.

  • Hohe Steuern auf Fossil schöpfen Schw'negewinne ab. Nun nötiger als je. Mit den Fossilgewinnen werden ja Politiken unterstützt, die uns noch mehr schaden: Umweltzerstörung, Zersiedlung, ungesunde Lebensweise.



    Jetzt mit dem Ausstieg beginnen: Hohe Fossilpreise sind Teil der Lösung. Das Geld muss nur eben nur der Allgemeinheit und der Umwelt zugutekommen, nicht den Fossilreptilien.

  • Weg vom Öl. Ist unpopulär, war unpopulär, ist aber die Lösung.

  • Von mir nur 3 Worte:



    Kartellamt.



    Pflanzenöl tanken.

  • Wie eigenartig:

    Ein Großteil des Kraftstoffpreis besteht aus Steuern und Abgaben, warum wird immer nur davon gesprochen, dass sich die Ölkonzerne die Taschen voll machen?

    Der Staat kassiert doch mit.

    Und aus genau diesem Grund wird auch absolut nichts passieren.

  • Hohe Spritpreise sind kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Abhängigkeit. Steigende Energiepreise treiben die Inflation: Lebenshaltungskosten steigen, Kaufkraft sinkt. Gleichzeitig erhöhen sich Produktions- und Lohnkosten, Margen schrumpfen, Investitionen werden verlagert – Deindustrialisierung droht.



    Der Energiepreisschock seit dem Ukraine-Krieg zeigt: Fossile Abhängigkeit wirkt direkt inflationstreibend. Kurzfristige Maßnahmen wie Tankrabatte stabilisieren nur Nachfrage und verlängern das Problem.



    Notwendig ist ein struktureller Kurswechsel: Elektrifizierung von Transport, Logistik und Landwirtschaft, Diversifizierung der Energieversorgung sowie massiver Ausbau von Netzen, Ladeinfrastruktur und Schiene.



    Entscheidend: Strom für E-Mobilität und Bahn gezielt vergünstigen – als temporärer Transformationsanreiz zur Senkung der Betriebskosten und Beschleunigung von Investitionen.



    Für die Wirtschaft: Fokus auf Effizienz, Elektrifizierung und Eigenversorgung. Für die Politik: Keine Fehlanreize durch kurzfristige Entlastungen, sondern konsequente Transformation. Ohne diesen Kurs drohen dauerhaft hohe Preise, sinkende Kaufkraft und der Verlust industrieller Substanz.

  • Und unsere Regierung füllt unseren Bundeshaushalt auch gleich ordentlich durch die zusätzlichen Steuereinnahmen, je höher der Spritpreis, um so höher die Steuern.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Die Mähr der höheren Steuereinnahmen wird auch durch dauernde Wiederholung nicht richtiger. Die Energiesteuer von 65,4 Cent/Liter Benzin ist fix, egal ob an der Tanke 1,30 oder 2,50€ verlangt werden. Oder meinen Sie es sollte die Mehrwertsteuer auf Benzin gesenkt?

  • Der Deutsche zahlt's halt mit murren, aber er zahlt's !



    Man könnte ja vielleicht "selbständig" auf die Idee kommen, durch einen gringeren Verbrauch die Kosten zu reduzieren ?!



    Z.B.



    Einfach etwas langsamer fahren (... Tempo 100 :-) )



    ((Teufelszeug !!!))

  • Erst ein Artikel über die Bierbrauerei Rothaus zeigt, dass es durchaus geht im Nahverkehr auf E-LKW-Zugmaschinen umzusteigen. Diese sollten in der akuten Situation eigentlich die Profiteure sein. Sie bringen damit ihre Produkte nicht nur klimaverträglicher sondern bieten auch damit ökonomisch wirtschaftlicher ihre Waren zum Verkauf an. - Man könnte jetzt darüber streiten, ob Bier jetzt sinnvoll ist, aber das ist nicht das Thema.



    Gerade eine Unterstützung bei Diesel, würde Unternehmen, die sich bereits jetzt von der Abhängigkeit gelöst haben, würden bei einer Sprit-Preisbremse, eher nachteilig durch bereits getätigte Investitionskosten, schlechter gestellt werden.

    Gerade jetzt müsste die Alternative mit Strom mehr gestärkt werden, in dem man dort die Ladekosten subventioniert.



    So dass auch auf lange Sicht auch der Anreiz zum Kauf, ohne Bezuschussung, von E-Autos sinnvoll ist und Amortisationen sich für Unternehmen schneller rechnen.

    - Gutes Geld, schlechtem Geld (Unterstützung beim Diesel) hinterher zu werfen ist die schlechteste Mutter aller Lösungen.

    - Auch in der Landwirtschaft, könnte !!! VW !!! jetzt seine Elektro-Traktoren, für den deutschen Markt anbieten!

  • M.E. kann das Verklappen von Verbrennermüll (verharmlosrnd Abgase genannt) in unser aller Atemluft gar nicht teuer genug sein. Es gibt auf det Straße seit mehr als sieben Jahren gute Alternativen (die ich selbst nutze) und im Haushalt bereits seit mindestens 2009 (auch im Selbst"Versuch" bewiesen). Eine Branche (Fossilien) die ohnehin täglich eine Milliarde GEWINN macht, ist wohl mit 21 Millionen zusätzlich kaum zu beeindrucken. VerbraucherInnen müssen endlich lernen, das unsere Atemluft nicht ihre persönliche Müllkippe ist, genau wie sie das vor Jahrzehnten schon bzgl. unsere Wälder lernen mussten, in denen wir ja auch das Verklappen von Haushaltsmüll zu Recht nicht mehr akzeptieren. Oder zu Deutsch: Zahlt Mal schön ,Ihr lernt halt offensichtlich nur durch Schmerzen.

  • Da fällt mir noch ein: Wie hoch sind eigentlich die höheren Einnahmen aus der Mehrwertsteuer für Kraftstoffe, diese könnte der Staat doch in irgendeiner Form an die Bürger zurück geben?



    Meine ich übrigens ganz ernst.

    • @celcon52:

      (Es ist ja nicht nur die Umsatzsteuer.) Wenn Sie rechnen wollen: Wenn der Grundpreis vorher 2€ ist und 2,50€ wird, dann sind die 19 % darauf ebenfalls um ein Viertel gestiegen. Gut doch, dass unser defizitärer Staat Einnahmen hat. Davon bräuchte er noch mehr.



      Vor allem von Fossil, wenn wir die volkswirtschaftlichen Schäden betrachten.

  • Wie die gesellschaftlich breit basierten Reaktionen aus Politik und Medien schon zeigen, dürfte es den Konzernen diesmal tatsächlich schwerfallen, ihre Argumentationsschiene durchzuhalten. Aber man sollte den politischen Tag nicht vor dem parlamentarischen Abend loben. Bisher gelang es der Branche durch intensive Lobbyarbeit fast immer die eigenen Interessen durchzusetzen.

  • Allein die Übergewinnsteuer kann wirken. Die Senkung der augenblicklichen Steuersätze auf Treibstoff bringt gar nichts. Bei der letzen Aktion dieser Art hat sich gezeigt, dass die Konzerne diese Ermäßigung keineswegs weitergeben, sondern noch auf ihre Extra-Gewinne draufpacken. Das nun wieder zu fordern, ist blanker Populismus, den einige Ignoranten der csdU und die AgD gerne zum Aufputschen nutzen.

    • @Perkele:

      Selbst eine Maggie Thatcher hat mal eine Übergewinnsteuer erhoben.

    • @Perkele:

      Bei mir ist der Fatalismus mittlerweile derart stark ausgeprägt, dass ich statt "einige Ignoranten" "DIE Ignoranten geschrieben hätte.



      Was die FdA betrifft: "Not worth the powder!" (H. Hornblower)

    • @Perkele:

      Es gibt keinen "Übergewinn". Der Begriff ist ein ideologisch aufgeladenes Wort Monster, der betriebswirtschaftlich überhaupt keinen Sinn ergibt. Was soll das sein, der "Übergewinn"? Aber wenn wir schon darüber reden, dann frage ich Sie was wir mit den "Übersteuern" machen wollen, die der Staat aufgrund steigender Spritpreise einnimmt. Vorschläge? Werden die zurück an die Bürger gezahlt?

  • Alle Krisen haben doch eins gezeigt, sofort wird Gewinn gemacht und das überall.



    Die Marktwirtschaft scheint nur ein Ziel zu haben, die Menschen ausnehmen zu können.



    Es kann ja auch nicht sein, dass Politik bei jeder Krise den "Abschöpfern" hinterher hechelt und eigentlich erstmal nichts passiert.



    Was ist mit dem Wucher aus dem BGB - zerrt sie vor Gericht ?

    • @Andreas Braun:

      "Die Marktwirtschaft scheint nur ein Ziel zu haben, die Menschen ausnehmen zu können."

      Richtig erkannt. Das ist "Marktwirtschaft". Man verlangt soviel wie der Verbraucher gerade noch bezahlt. Den Rest regelt "die unsichtbare Hand des Marktes".



      Psalm 2, Vers 3 in der Bibel des Neoliberalismus. Religion ist, wenn man trotzdem dran glaubt. Und dran glauben müssen wir, solange wir dieses Wirtschaftssystem toll finden ("Wenn jeder nur nach seinem Wohl strebt, ist es für alle am besten" - Vers 4, selber Psalm).

  • An erster Stelle profitieren die Ölkonzerne.



    An zweiter Stelle profitiert der Staat.

    Wobei mich nicht sicher bin, ob die Reihenfolge stimmt denn der Steueranteil vom Säulenpreis ist ja um ein Vielfaches größer als der Rohstoffanteil.

    Man möchte ja meinen das täte dem Staat gut und käme dann ja allen zu Gute.

    Aber sie alle wissen: Das ist eine Illusion. Es fliesst in die Taschen der Politikkumpanei.

    • @Bolzkopf:

      Oder an Sie in Form von Schulen Strassen Universitäten Gesundheitssystem sozialen Leistungen .................

  • Wenn die Menschen nur nicht so auf die Propaganda der Ölkonzerne und Ihrer Handlanger (Union, Bildzeitung) reinfallen würden. Hab das Gefühl grüne Energie und Elektroautos wären jetzt geiler. 🙄

  • Mit der Übergewinnsteuer wird es bei dieser Bundesregierung sicher nichts, sofern sie überhaupt sinnvoll wäre.



    Bleibt eigentlich nur, sich vor jeder Autofahrt zu überlegen, ob diese unbedingt notwendig ist und etwas weniger Gas zu geben. Glücklich schätzen können sich jetzt Fahrer von E- Autos.

    • @celcon52:

      Übergewinnsteuer ist eine tolle Idee. Sie greift aber leider zu spät. Denn in dem Moment hat der Verbraucher schon zuviel bezahlt. Der Staat macht nur noch mal die Hände auf, um von der Beute der Verbrecher seinen Anteil zu verlangen. Quasi wie der Pate.



      Könnte sogar noch einen positiven Effekt haben, wenn Steuergelder zum Wohle des Volkes benutzt würde - der Teufel liegt im Konjunktiv.

  • Eine Übergewinnsteuer würde nur dem Staat, der ja jetzt schon von den höheren Benzinpreisen profitiert, mehr Geld bringen. Und dass dieses Geld in sinnvolle Projekte fließt, glaubt bei dieser Regierung wohl niemand wirklich.

    Was wir wirklich brauchen, ist eine funktionierende, unabhängige Kartellbehörde. Es sind ja nicht nur Ölkonzerne, die ihre Macht missbrauchen.

  • Wie schaut es mit dem täglichen Gewinn Plus für den Deutschen Staat aus ? Alleine der Unterschied in der Mehrwertsteuer ob der Liter jetzt 1,70 € oder 2,00 € kostet sind rund 6 Cent Mehreinnahmen je Liter. Jetzt nur die Ölkonzerne an den Pranger zu stellen ist zu kurz gedacht.

    • @Günter Witte:

      und 30 Cent Mehreinnahmen für die Fossilindustrie. Jetzt wieder mal nur nach Steuersenkungen zu rufen, ist doch echt ein bisschen Naiv.

      • @Schmetterling:

        Die 30 Cent sind Mehreinnahmen, die auch noch zu versteuern sind, bevor sie endgültig Gewinn verbucht werden können - da bekommt der Staat noch einmal etwas...

  • Wirklicher Gewinn oder nur höherer Umsatz? Es wäre mir ein Wunder, wie eine externe Studie die Reingewinne errechnen könnte. Und selbst wenn es so wäre, müsste dies dann immer noch der Gewinn vor Steuern sein.



    Ich kann die Empörung über die stark erhöhten Spritpreise absolut nachvollziehen. Aber diese Studie liefert wohl keine korrekte Antwort für eine ehrliche Diskussion darüber.

  • "Trotzdem sind vor allem in Deutschland die Preise an den Tankstellen in den vergangenen zwei Wochen stark gestiegen – obwohl die Bestände noch zu Vorkriegspreise eingekauft wurden. Der Greenpeace-Studie zufolge haben die Ölkonzerne durch die Preisanhebungen seit Kriegsbeginn zusätzlich mit dem Verkauf von Diesel täglich 17,9 Millionen Euro und mit dem Absatz von Benzin pro Tag 3,2 Millionen Euro Gewinn gemacht."



    Dennoch reagieren vielen Verbraucher*innen nicht adäquat:



    "Hohe Spritpreise ändern Fahrverhalten kaum



    Eine Auswertung von TomTom-Fahrdaten für den 5., 9. und 10. März sowie Vergleichstage Ende Februar und Anfang März im Kontext der gestiegenen Benzin- und Dieselpreise zeigt, dass die Deutschen in den betrachteten Zeiträumen nicht weniger Auto fuhren. Die erfassten Strecken lagen tendenziell sogar etwas höher, während die Deutsche Bahn im Fernverkehr eine gestiegene Nachfrage meldete. Eine ähnliche Untersuchung kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges hatte bereits ergeben, dass kein spritsparendes Verhalten erkennbar war. Der Carsharing-Anbieter Miles verzeichnete bislang keine höhere Nachfrage, die sich direkt auf die hohen Kraftstoffpreise zurückführen lässt."



    Quelle msn.com

  • Leider ist es sehr unwahrscheinlich, daß ausgerechnet unsere deutsche Gasprinzessin das tut, was in der Union seit langem verpönt ist: volkswirtschaftlich denken und entscheiden, statt betriebswirtschaftlich (=im Interesse einzelner Betriebe).



    Warum nur wehrt sich besonders die Union (noch) mit Zähnen und Klauen gegen die Offenlegung aller Parteispenden und -spender, und aller Lobby-Kontakte, und aller Lobby-"Fußabdrücke" in Gesetzestexten?

    • @Selbstauslöser:

      Die Parteispenden sind offengelegt bei allen Parteien. Schauen Sie in den Bericht des Bundestages. Darüber hinaus kann man auch ins Lobbyregister schauen, da finden Sie auch viele Informationen. Aber ich fürchte, dass wussten Sie alles, Ihnen geht es mehr um Bashing.

  • Warum schreibt jedes Blatt das Gleiche. Wenn man sich die Preise der letzten Jahre ansieht und sich gar vielleicht erinnert, stürzten sie 2012 ziemlich ab und das blieb 10 Jahre so. Zu niedrig. In Canada haben wir dann mal für 50ct den Liter getankt. Da kostet die Mineralwasserflasche mehr. Und nun



    www.uni-muenster.d...ew.php?cmdid=12433

  • Die steigenden Öl- und Gaspreise, die Unsicherheit, ob die Gasspeicher aufgefüllt werden, die Wegelagerei der Ölkonzerne – kein Mensch könnte sich bessere Argumente für eine Energiewende, eine klimaneutrale Wärmeversorgung via Nah-/Fernwärmenetz oder E-Autos vorstellen.



    Fr. Reiche will im Interesse ihrer Klientel die Preise ins Unermessliche steigen lassen.



    Gut so. Nur weiter so.

  • Eine Übergewinnsteuer kann es gar nicht geben,



    weil ausländische Konzerne dann ihr Öl einfach deutlich teurer an ihre deutschen Tochtergesellschaften verkaufen und diese kaum/keinen Steuerpflichtigen Gewinn mehr in Deutschland generieren. Darauf hätten die Erfinder dieses Kunstwortes auch selbst kommen können.

  • Wer Lust hat, kann ja Ölaktien kaufen.



    Ich halte von staatlichen Eingriffen, um die Spritpreise wieder einzufangen, herzlich wenig, denn diese Spielchen werden am Ende die Steuerzahler finanzieren.

    Die Ampelregierung hatte mit der Strategie, die Erneuerbaren kräftig auszubauen, um die CO2-Emissionen zu reduzieren und uns gleichzeitig unabhängiger von Importen zu machen, wohl doch recht. Was jedoch Frau Reiche im Moment anstellt, wird uns massiv schaden, wenn diese rückwärtsgewandte Wiederbelebung fossiler Energiephantasien nicht bald gestoppt wird.

    • @Aurego:

      "wird uns massiv schaden"



      Der Zusammenhang ist im Markt erkennbar:



      "Aufgrund der begrenzten Lagerkapazitäten müssen Tankstellen ihre Kraftstoffpreise nach dem aktuellen Wiederbeschaffungswert kalkulieren. Das bedeutet: Der Preis richtet sich danach, was wir am exakt gleichen Tag bezahlen müssten, um neues Produkt nachzuordern und auch morgen noch verkaufsfähig zu bleiben."



      noz.de



      Weiter dort:



      "Wer verdient dann an den hohen Spritpreisen?



      Etwa 35 bis 40 Prozent des Preises gehen an die vorgelagerten Stufen, also für das Produkt selbst und die Kette von der Ölquelle bis zur Raffinerie. Der größte Anteil, rund 55 bis 60 Prozent, fließt jedoch in Form von Steuern und Abgaben an den Staat – darunter die Energiesteuer, die CO2-Steuer, Bevorratungsabgaben und die Mehrwertsteuer.



      Für die letzte Wertschöpfungsstufe, also die Tankstelle, bleiben lediglich fünf bis sieben Prozent übrig. Von diesem kleinen Anteil müssen aber noch die Logistik der letzten Transportkette, die Lagerkosten, das Personal und die Infrastruktur der Station bezahlt werden. Für den Pächter bleibt am Ende meist nur eine vertraglich fixierte Provision, die sich im Centbereich bewegt."



      Interview Tankstellen-CEO Beckmann

      • @Martin Rees:

        Steuern und Abgaben sorgen theoretisch immerhin dafür, dass der Anstieg der Erzeugerpreise prozentual etwas weniger zu spüren ist als in Ländern mit geringeren Abgaben, auch wenn die aktuelle Entwicklung das nicht bestätigt.

      • @Martin Rees:

        Die CO2-Abgabe ist keine Steuer und sie wird nicht auf den Preis, sondern auf die Menge erhoben.

    • @Aurego:

      Stimmt, warum sollte in Deutschland funktionieren, was bei unseren europäischen Nachbarn funktioniert. Die paar großen Monopolisten wird Ihre Meinung aber sicherlich freuen. 👍



      Und ja, eigentlich sollte die Bundesrepublik alles tun um so schnell wie möglich die Erneuerbaren, Speicherkapazitäten, und die Netze auszubauen, aber leider nutzen die fossilen Monopolisten die absurden Übergewinne (welche auf Kosten der Umwelt und damit Gemeinschaft generiert werden), um ihre massive Lobbypolitik und Propaganda zu finanzieren. Aber Sie halten ja nichts davon diese Monopolisten zu regulieren. Daher kriegen Sie doch genau das was Sie wollen. 🙂

      • @Okti:

        Ab einem bestimmten Preisniveau werden die Menschen mit den Füßen abstimmen und wir werden ein Ausweichverhalten sehen (z. B. Bahn statt Auto). Zu viel Lobbyarbeit wird sich dann eher als trojanisches Pferd erweisen.



        Manche Lieferländer haben bereits besser als unsere gesamte Regierung verstanden, dass wir von fossilen Energieträgern wegmüssen, z. B. Norwegen.

    • @Aurego:

      Exakt richtig.